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WIEN/ Staatsoper: RUSALKA – ein rundum geglückter Opernabend

20.10.2017 | Oper

WIEN/ Staatsoper: RUSALKA am 19.10.2017

Endlich wieder eine Sternstunde an der Staatsoper! Ein rundum geglückter Opernabend begeisterte das Publikum.

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Krassimira Stoyanova. Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Wenn das ausgezeichnete Orchester unter der Leitung eines hervorragenden Kenners der slawischen Musik wie Tomas Hanus am Dirigentenpult steht und die melodiösen Klangmassen Dvoraks die Zuhörer gefangen nehmen, wenn ein homogenes, hochklassiges Sängerensemble auf der Bühne steht, dann kann man auch eine Durchschnittsinszenierung (Sven Eric Bechtolf) mit passablem Bühnenbild (Rolf Glittenberg) und annehmbaren Kostümen (Marianne Glittenberg) in Kauf nehmen.

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Ulrike Helzel. Ileana Tonca, Margret Plummer. Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Näheres zu den Sängern: Krassimira Stoyanova sang die Titelrolle atemberaubend schön. Ihr kräftiger gewordener Sopran leuchtet in der strahlenden Höhe, makellos singt sie die Rolle der Unglücklichen, zu der einem mehrere Platitüden einfallen können: Wer nicht wagt, gewinnt nicht (wer wagt auch nicht), Rusalka sitzt letztendlich zwischen zwei Sesseln, Himmelhoch jauchzend – zu Tode betrübt. Ihr angehimmelter Prinz, der sich eigentlich auch immer die falsche Partnerin sucht war mit Dmytro Popov hervorragend besetzt. Der Tenor besitzt eine fast schon heldische Stimme, bombensichere Spitzentöne, klare Diktion, endlose Kraftreserven waren beeindruckend. Auch Jongmin Park als Wassermann war eine Stütze des Ensembles, auch ihn zeichnet hohe Durchschlagskraft aus, in Verbindung mit einer profunden Tiefe kann man sich kaum einen besseren Interpreten dieser Rolle vorstellen. Monika Bohinec war eine ausdrucksstarke Jezibaba, Elena Zhidkova eine fremde Fürstin von Format. Mit ihrer kraftvollen, schneidend scharfen Stimme charakterisierte sie bestens die Partie der Intrigantin. Gabriel Bermudez als Heger und Stephanie Houtzeel als Küchenjunge, sowie die drei Elfen (Ileana Tonca, Ulrike Helzel und Margaret Plummer) komplettierten die hochklassige Sängerriege.

Umso erstaunlicher war die Tatsache, dass das Haus nicht ausverkauft war, dieser Abend hätte es wohl verdient.

Johannes Marksteiner

 

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