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WIEN/ Staatsoper: ROMEO UND JULIA – Ballett

01.11.2012 | Ballett/Tanz, KRITIKEN

WIENER STAATSOPER / Wiener Staatsballett: „ROMEO UND JULIA“ am 31.10.2012.

Großes Drama und packende Emotionen charakterisieren die berühmteste Liebesgeschichte der Welt in der eloquenten tänzerischen Fassung von Choreographen-Genie John Cranko. In der 160. (!) Aufführung dieser Produktion in der Wiener Staatsoper standen genau diese tiefen Gefühle im Vordergrund. Mihail Sosnovschi ist ein durch und durch leidenschaftlicher Romeo. Seine lodernd-flammende Leidenschaftlichkeit in all seinem Tun und Handeln gipfelt in der glutvollen Liebe zu Julia. Er verkörpert seinen Part mit großer Hingabe, ist eine sehr präsente Bühnenpersönlichkeit. Irina Tsymbal ist seine Julia. Ihre Stärke liegt in den dramatischen Momenten ihrer Rollengestaltung: zunächst ein impulsives Kind, wandelt sie sich – es ist ja Liebe auf den ersten Blick – in eine innig liebende junge Frau, die ihre emotionale Aufgewühltheit glaubhaft vermittelt, bevor sie den Schlaftrunk nimmt. Ein starkes Paar, das große Intensität im Spiel und im Tanz zeigt. Der junge Halbsolist Richard Szabó debütiert als Mercutio. Dass er technisch und in der Ausdruckskraft viel „drauf“ hat, bewies er schon in „Max und Moritz“. Die Darstellung des lebensfrohen unbekümmerten Freundes von Romeo gelingt ihm auf Anhieb. Eno Peci überzeugt als jähzorniger, aufbrausender Tybalt, der um jeden Preis – bis in den Tod – die Familienehre verteidigt. Alexandru Tcacenco gefällt als treuer Benvolio und ist damit im Freundesbund der dritte. Als Graf Paris ist Greig Matthews erstmals zu sehen und er macht gute Figur. Ketevan Papava, Rafaella Sant´Anna und Franziska Wallner-Hollinek tanzen schwungvoll als Zigeunerinnen; im Faschingstanz sorgen rund um Attila Bakó, Maria Alati, Emilie Drexler (Debut), Marat Davletshin und Marcin Dempc für fröhliche Stimmung.

Insgesamt eine sehr gute und mitreissende Vorstellung, an deren Gelingen neben dem einsatzfreudigen Corps de ballet auch das zügig spielende Orchester unter Guillermo Garcia Calvo seinen Anteil hat.

Ira Werbowsky 

 

 

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