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WIEN/ Staatsoper: RIGOLETTO – zweite Vorstellung der Serie

08.09.2015 | Oper

WIEN/ Staatsoper: RIGOLETTO  am 7. 9. 2015


Elena Maximova, Ambrogio Maestri. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

 Diese Neuproduktion der letzten Spielzeit macht nicht gerade glücklich, so störend ist sie aber auch wieder nicht. Warum sie  notwendig  war, wird man wohl nie erfahren – und die Gerüchteküche ist zwar interessant, aber eben nur ein Lesen im Kaffeesud.

Die Besetzung ist aber weit verbessert. Allein dass zwei Mitwirkende absolut aus dem Belcanto kommen,  ist ein Riesenvorteil.

Evelino Pido der Belcantospezialist am Pult, weiß auch Verdi richtig und für alle Beteiligten auf der Bühne sängergerecht und dennoch spannend zu gestalten. Celso Albelo als Duca ist ein Belcantist vom Feinsten, mit dem nötigen Metall für Verdis Musik. Der höhensichere Sänger kann natürlich im zweiten Bild, besonders im Duett mit Gilda, punkten. Die große Arie am Beginn des dritten Bildes gelang wunderbar mit feinster Phrasierung. Das vierte Bild mit dem großen Quartett war ein absoluter Höhepunkt.

In der Titelrolle hörten wir Ambrogio Maestri. Sicher ist er kein großer Darsteller, aber er baut die Rolle klug vom Text aus auf, er singt so wortdeutlich, dass sicher auch Zuhörer, die die Sprache nicht allzu gut beherrschen, wissen was er meint. Er versteht es, diese Riesenstimme gekonnt zurück zu nehmen und kann tatsächlich herrliche Piani über längere Zeit servieren. In den Fortestellen zeigt er dieses riesige Material. Beide Arien gelangen hervorragend und er wusste auch ohne große Gesten zu ergreifen und überzeugen.

Aleksandra Kurzak ist eine Gilda von hohen Graden mit herrlichen Piani und sehr schöner sicherer Höhe,  mit etwas Dramatik und kein bisschen piepsig. Außerdem sieht die junge Sängerin blendend aus und man glaubt ihr das verwirrte Mädchen.

Der Berufsmörder mir Berufsehre, Sparafucile, wird von Michele Pertusi edel gesungen und so würdevoll gespielt, als sei es etwas ganz besonders Feines, das er da anstellt. Seine durchtriebene Schwester Maddalena, wohl der einzige Mensch, der ihn um den Finger wickeln kann, war wieder sehr sexy Elena Maximova. Das Ehepaar Ceprano wieder sehr präsent besetzt, Lydia Rathkolb und Clemens Unterreiner mit viel Stimme und sehr markanten, aber nicht übertriebenem Spiel.             

Als Monterone polterte Alexandru Moisiuc seinen Fluch ins Auditorium. Margaret Plummer war die wenig wachsame Giovanna. Manuel Walser und Carlos Osuna waren als die beiden Hofschleimer Marullo und Borsa gut bei Stimme. Andrea Caroll war der Page der Herzogin. Michael Wilder sorgte als Hussier für die Hinrichtung Monterones.

Der Chor lungerte gut singend im Raum herum und wartete immer auf neue „Action“. Oder auf Bösartigkeiten, die man aus Fadesse begehen kann.

Das Publikum mit vielen bekannten Gesichtern aus dem Musik – Operntourismus war von der Aufführung sehr angetan und danke mit sehr großen Applaus.

Elena Habermann

 

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