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WIEN/ Staatsoper: RIGOLETTO – 3. Vorstellung der Serie

14.06.2017 | Oper

WIEN/ Staatsoper : „RIGOLETTO“. Dritte Vorstellung der Serie am 13.6.2017

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Yosip Kang, Aida Garifullina. Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

In der Titelrolle erlebten wir wieder Roberto Frontali als leidgeprüften Vater. Stimmlich sehr ausgeglichen, nicht unbedingt ein absoluter Schmeichelbariton, das passt allerdings auch sehr gut zur musikalischen Umsetzung dieser Rolle. Darstellerisch bringt er absolut alles dafür mit. Seine Tochter Gilda hat mit Aida Garifullina eine grandiose Interpretin gefunden. Die Intensität der sängerischen Leistung spiegelt den Seelenzustand des jungen, zum ersten Mal verliebten und verwirrten Mädchens ganz genau. Natürlich spielt auch das Äußere eine große Rolle, aber das war mit dieser guten stimmlichen Leistung nicht mehr so entscheidend, Man hat auch nicht immer einen Platz, von dem man so gut sieht.

Yosep Kang singt den Duca etwas zu kraftvoll, da bleibt für die Lyrik des Liebhabers, der er wohl dem Libretto nach ist wenig. Dieser Duca ist der „Frauenjäger“ schlechthin. Die hohen Töne sind sicher placiert, aber er hätte auch ein schönes feines Piano, das sollte er auch mehr zum Erklingen bringen. Eine Freude ist die Maddalena von Margarita Gritskova. Auch sie ist eine perfekte Künstlerin mit einer wunderbaren, heute noch sehr leichten aber dennoch samtigen Mezzostimme, also ideal für diese Verführerin. (Man sollte sich den „Pagen Isolier“ in Klosterneuburg nicht entgehen lassen.) Ihr Bruder, der geschäftstüchtige Bravo Sparafucile, (beide Migranten aus Burgund) wurde von Alessandro Guerzoni unauffällig gestaltet.

Die „Cortigiani“ waren wieder unterwürfigst Orhan Yildiz mit hübscher Stimme als Marullo, als Borsa zeigte Pavel Kolgatin edle Belcantostimme, bösartig, weil eifersüchtig und von falscher Unterwürfigkeit benagt der Conte di Ceprano des Hans Peter Kammerer. Seine lebenslustige Gattin sang ausgezeichnet Lydia Rathkolb

Conte Monterone in Gestalt von Sorin Coliban schrie berechtigt, aber völlig erfolglos nach Rache. Rosie Aldrige war eine plumpe Giovanna, der Page der Duchessa von Lauren Michelle ging leider szenisch vollkommen unter.

Am Pult sorgte Sascha Götzel für einen ordentlichen Ablauf, die Feinheiten der Partitur waren nicht angesagt.

Der Herrenchor unter Martin Schebesta lungerte regiegetreu entspannt herum und sang ausgezeichnet.

Elena Habermann

 

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