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WIEN/ Staatsoper: NORMA – konzertant/ 2. Vorstellung

13.05.2014 | KRITIKEN, Oper

WIENER STAATSOPER: 12. 5. 2014 „NORMA“

 Auch heute wurde wieder eifrig vor der Oper verkauft, weil SIE leider verletzt ist und eine andere Alternative will man anscheinend nicht hören. Mir ist das unverständlich – und  so waren viele teure verkaufte Plätze leer, weil die Vorstellung galt prinzipiell als ausverkauft.

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Nadia Krasteva, Maria Pia Piscitelli. Foto: Wiener Staatsoper/ Pöhn

 Maria Pia Pisciatelli konnte den positiven Eindruck, den sie schon bei der ersten Vorstellung hinterließ,  noch mehr verbessern. Die große Nervosität war weg,  sie legte los und ward nicht mehr zu bremsen. Sehr verständlich, dass Riccardo Muti sie für diese Rolle schon vor zwei Jahren nach Rom verpflichtete, wo sie damit in den Caracallathermen Triumphe feierte. Auch der heutige Abend war perfekt und wurde vom Publikum, aber auch wieder vom Orchester sehr gewürdigt. Auch Adalgisa, wieder von Nadia Krasteva wunderbar umgesetzt, trug sehr zum Erfolg des Abends bei. Krastevas Stimme wird immer mehr ein richtiger Alt, wunderbar diese samtige und breite Tiefe. Wieder waren es die Duette der beiden Damen, nicht nur Ihre Arien, die den Abend trugen, allerdings typisch für diese Oper.

Die Männer kommen da nicht so super weg. Allerdings konnte Dan Paul Dumitrescu als Oroveso, nicht nur Oberpriester, sondern auch vom Schicksal geschlagener Vater Normas, der noch rasch, fünf Minuten vor Ende erfährt, dass er Großvater ist und sich nun um die halbrömischen Waisen kümmern darf. Er hat eine große Arie mit Chor, diese sang er wieder mit dem gewissen Samtklang ganz wunderbar und drehte aber bei den großen Chorszenen gewaltig auf. Das wäre doch eine Empfehlung für den Zaccaria! Der Mann, natürlich der Tenor um den sich die beiden Frauen erst streiten, sich aber dann gegen ihn verbünden, Pollione, war wieder Massimo Giordano. Gegenüber der ersten Vorstellung hat er sich leider nicht sehr verbessert, obwohl ein paar schöne Piani gegen Ende der Oper an seine Belcantovergangenheit erinnern.

Die ganz kleine Rollen waren gut besetzt mit Carlos Osuna, der den Flavio sehr kultiviert sang – und die besorgte Clotilde war wieder Simina Ivan.

 Der Chor unter Thomas Lang war wieder eine Klasse für sich und Andriy Yurkevych am Pult musizierte einen feinen Belliniklang.

 Konzertante Aufführungen haben den Vorteil, dass  man sich nicht über neue „Lesarten“ von der Musik ablenken lassen muss.

 Am Ende viel Jubel, natürlich ganz besonders für die beiden Damen.

Elena Habermann

   

 

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