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WIEN/ STAATSOPER: MEISTERWERKE DES 20. JAHRHUNDERTS – Wiener Staatsballett

01.12.2012 | Ballett/Tanz, KRITIKEN

 Wiener Staatsoper/ Staatsballett: „MEISTERWERKE DES 20. JAHRHUNDERTS“ – am 30.11.2012


Suite en blanc. Olga Esina. Foto: Barbara Zeininger

 Choreografischen Meisterwerken ist zumeist nur eine recht kurze Lebensdauer gegeben. Hoch gelobt, bald wieder aus dem Repertoire verschwunden. Ballett ist nun einmal eine flüchtige Kunst, und im raschen Wandel der Zeiten wird von den Choreografen mit neuen schöpferische Ideen nach eigener Verwirklichung gestrebt. Nun, von kreativer Kraft ist zur Zeit in Wien wenig zu merken. Doch mit „Meisterwerke des 20. Jahrhunderts“ hat Ballettchef Manuel Legris vorige Saison das Repertoire des Wiener Staatsballetts mit noch nicht allzu angegrauten und sehr unterschiedlichen anspruchsvollen Tanzstücken bereichert. Nach persönlicher Vorliebe gereiht: Serge Lifars „Suite en blanc“ (1943, ganz akademisch auf farbige Schmusemusik von Edouard Lalo). „L´Arlesienne“ von Roland Petit, 1974 inspiriert von Georges Bizets stimmungsvoller gleichnamiger Schauspielmusik. Nils Christes „Before Nightfall“ (1985, zu einem unruhig brodelnden Konzert von Bohuslav Martinu). Bei der Wiederaufnahme haben sich beinahe vollzählig sämtliche Damen und Herren in Solistenrang präsentieren dürfen. Nicht unter ihnen: Die durch PR-Aktionen und damit verbundenem Stadtgeschwätz besonders bekannt gewordene Auszieh- und Selbstdarstellungsdame. Einmal mehr: Die Leistungen der Tänzer kommen beim Abonnementpublikum sehr gut an, doch eine besonders überwältigende Liebe zu solch feinen Ballettpiecen scheint es in Wien nach wie vor nicht zu geben. Und auch dem Orchester wird alle Reverenz erwiesen – selbst wenn es ohne Probe zur Wiederaufnahme antreten musste und dabei mit kleineren Unsicherheiten zu kämpfen hatte.

MR

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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