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WIEN/ Staatsoper: MANON LESCAUT

27.06.2016 | Oper

Wiener Staatsoper: „MANON LESCAUT“ am 27.6.2016


Anna Netrebko, Marcello Giordani. Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Mit Anna Netrebko und Marcello Giordani steht natürlich wie schon öfter ein anderes und stimmlich auch wesentlich besseres Protagonistenpaar auch der Bühne als in der komplett verunglückten Premiere, in der die  „kleinen Tenorrollen“ sicher besser besetzt als die Hauptrolle waren. Die Produktion, Bühnenbild, Regie, und Kostüme wurden allerdings nicht besser. Schön sind nur Manons Roben und die ihrer Nuttenkolleginnen. 

Am Pult diesmal mit Marco Armiliato eine Stütze des italienischen Repertoires. Ein Kapellmeister, der zwar auch auf Lautstärke und große Emotionen im Orchester setzt, aber immer voll Rücksicht auf die Stimmen seiner anvertrauten Sänger nimmt. So geschehen auch in dieser Vorstellung  und das zwischen  – oder Vorspiel zum dritten Bild war voll Poesie und Schönheit. 

Die“ Netrebko ist eine so wundervolle Vertreterin der Titelrolle, da passt einfach alles. Man glaubt ihr das Mädchen, dass so nicht ins Kloster will,  die verzweifelt Liebende aber auch das geldgierige und prunksüchtige Biest. Stimmlich wird sie immer besser, diese wunderbare samtige dunkel gewordenen Stimme hat einen ganz besonderen Reiz.

Marcello Giordani spielt all den stimmlich und musikalischen Schmelz, der wichtig für diesen immer Verzweifelten ist, bestens aus. Der Künstler setzt nicht nur auf Forte, sondern bemüht sich auch sehr erfolgreich um feine Pianophrasen in den lyrischen Szenen. Seine Ausbrüche im zweiten und dritten Bild ging wirklich ans Gemüt.

Manons Verwandter Lescaut, der sofort kapiert, dass man Kapital aus der schönen Verwandtschaft schlagen kann, sang David Pershall gut disponiert. .            

Geronte und Kapitän ist Wolfgang Bankl in gewohnter Qualität. Dass er von der Regie wie ein Mafiagangster gezeichnet wird, spielte er mit Routine und Witz gut aus. Carlos Osuna war die „drei“ Tenöre (Edmondo, mit Arioso, Tanzlehrer und Laternenanzünder, auch mit Arioso), von Puccini allerdings schon für verschiedene „Stimmtypen“ konzipiert.

Der Wirt war Il Hong, Marcus Pelz der Sergente,  ordentlich und rollendeckend.

Entzückend die Gruppe der vier Madrigalisten aus dem Chor und als Musiker sehr schön klingend Juliette Mars. Gut sang und tanzte der Chor, und machte somit das Beste daraus.

Das Publikum bejubelte seine Lieblinge.

Elena Habermann         

 

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