Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

WIEN/ Staatsoper: MANON – Ballett

03.02.2013 | Ballett/Tanz, KRITIKEN

WIENER STAATSOPER: „MANON“ – Ballettabend am 2.2.2013

Großes Touristen-Weekend in der Staatsoper, gute Stimmung im Haus. Aber auch, wie öfters bei Ballettabenden mit zwei Pausen, verlässt so manch von der Tanzkunst nicht allzu angetaner Besucher etwas frühzeitiger das bewegte und durchaus appetitlich anzusehende Geschehen. Also, die nächste und letzte Besetzung zum Abschluss der erfolgreichen Aufführungsserie von Choreograph Kenneth MacMillans abendfüllendem „Manon“-Tanzdrama. Mit dem Debüt von Irina Tsymbal in der Titelrolle: Mit delikatem Gestus war sie bemüht, sich in die Partie einzuleben, und grazil bewältigte sie die zahlreichen anspruchsvollen tänzerischen Passagen. Einen  anderen Tänzertyp verkörpert ihr Partner Vladimir Shishov als Des Grieux, dem als stattlichen Ballerino pathetisches Posieren à la russe gegeben ist. Chemie und Poesie stimmten also nicht so ganz. Die Dramatik der Geschichte ist jedenfalls vermittelt worden. Und Eno Peci (Lescaut), Ioanna Avraam (Lescauts Geliebte),  Dagmar Kronberger (Madame), Andrey Kaydanovsky (Monsieur G. M.), Alexis Forabosco (Aufseher) und das Corps haben ihre Pflichten tadellos erfüllt. Wie das Orchester unter Ermanno Florio. Auch wenn die vielen feinen Stimmungen der Musikcollage aus Werken Jules Massenets gelegentlich eine Spur zu wenig subtil ausgekostet wurden.

Meinhard Rüdenauer

 

Diese Seite drucken