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WIEN/ Staatsoper: L’ELISIR D’AMORE. Keine Sternstunde, aber gutes Repertoire.

14.06.2016 | Oper

WIENER STAATSOPER: „L’ELISIR ´D’AMORE“ am 13.6.2016

Keine Sternstunde, aber gutes Repertoire.

 Allein Marco Armiliato am Pult wertet das Niveau um Einiges auf. Das Orchester spielte freudig und  ambitioniert. Der Dirigent liebt auch oft eine gewisse Lautstärke, aber nur dann wenn kein Sänger dran ist. Die Führung der Sänger ist feinfühlig und sehr präzise, aber er geht auch auf jede leicht gedehnte Pianophase gerne ein.

Auf der Bühne war es der Abend der tiefen Stimmen. Marco Caria ist ein „Bild von einem Sergente“. Er spielt und tanzt diesen eitlen, dummen Gockel großartig und singt kraftvoll  stilsicher mit feinem lyrischen Bariton. Der Doktor Dulcamara des Erwin Schrott ist ein komischer skurriler schmuddeliger Quacksalber der sicher leicht „miachtelt“ ( für unsere deutschen Leser, ungepflegter, abgestandener Geruch!).  Stimmlich ist er bestens in Form und bringt auch vokal die Komik der Rolle zu Gehör. Verwunderlich ist nur, dass ihm wenig bis nichts zur „Barcarola di tre denti“ einfiel. Die angebetete Adina ist bei Valentina Nafornita ist guter Kehle. Sie singt ihre Arie und alle Ensemble wirklich schön, ein wenig Luft nach oben wäre noch bei den Pianostellen, die gestern nicht so sauber wie gewohnt kommen wollten. Darstellerisch ist sie natürlich ganz entzückend, man kann die drei Männer verstehen. Der letztendliche Gewinner Nemorino hat mit Stephen Costello einen verlässlichen Vertreter dieser Rolle. Schauspielerisch gestaltet er alles mit viel Witz und auch Charme. Die Stimme ist bereits etwas zu reif, somit fehlt für manche Passagen die gewisse Leichtigkeit. Dennoch war es eine gute Leistung und er fügte sich auch ebenso gut in die Spielfreude seiner Kollegen ein.

Hila Fahima gab eine zarte Gianetta. Alfred Gaal trompetete nach Herzenslust zur Auftrittsarie des Dulcamara. .   

Martin Schebesta leitete den wie immer fröhlich singenden und tanzenden Chor. Michael Burggasser ist der treue Diener diverser Dulcamaras.

Elena Habermann

 

 

 

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