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WIEN/ Staatsoper: L’ELISIR D’AMORE – ILEANA TONCA ALS NEUE, BEZAUBERNDE ADINA

20.10.2014 | Allgemein, KRITIKEN, Oper

ILEANA TONCA ALS NEUE, BEZAUBERNDE ADINA –L’ELISIR ALS KÖSTLICHE  REPERTOIRE-VORSTELLUNG ( 19.10.2014)

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Ileana Tonca als Adina. Foto: Wiener Staatsoper/ Pöhn

Man glaubt es kaum – inmitten einer Repertoire-Vorstellung kam es am Sonntag-Abend zum überfälligen  Rollendebut von Ileana Tonca als Adina in dem  unverwüstlichen Donizetti-Hit „L’Elisir d’amore“, der im Haus am Ring in der köstlichen Produktion von Otto Schenk (Regie) und Jürgen Rose (Ausstattung) aus dem Jahr 1980  zu erleben ist. Und es stellte sich rasch  heraus – der rumänischen Sopranistin, die bisher im Wiener Liebestrank  nur als Gianetta angesetzt war,  ist die Adina  tatsächlich  auf den Leib geschneidert. Ileana Tonca verfügt über Charme, vokalen Wohlklang und das nötige Temperament, sie ist eine bezaubernde Gutsbesitzerin, die nicht nur Nemorino den Kopf verdreht. Die Stimme verfügt  über  einen edlen Klang, ist lyrisch und wenn nötig doch dramatisch, kann  also auch „zupacken“. Großartig!

 Der männliche Widerpart war übrigens mit Antonino Siragusa recht ordentlich  aber nicht spektakulär besetzt. Der Sizilianer hat eine etwas  zu flache Mittellage, ist jedoch  höhensicher und verfügt über das nötige Spieltemperament. Den Vergleich mit Juan Diego Florez darf man dennoch  erst gar nicht anstellen. Es kann eben  nicht täglich Sonntag sein! Dritter im Bunde ist Alfred Sramek als abgetakelter Doktor Dulcamara. Er verfügt über Witz, brilliert in den Parlando-Stellen und ist in der Quasi-Ballett-Szene unübertrefflich. Ein großer weiser Sänger – Spezialapplaus!  Routiniert und wenig spektakulär  hingegen der  Belcore des Sardiniers Marco Caria. Die Stimme ist für die  Wiener Staatsoper einfach  zu klein, das Timbre zu wenig ausgeprägt. Der Gesamteindruck ist immerhin ordentlich. Positiv  zu bewerten ist auch  das Rollendebüt der russischen Sopranistin  Aida Garrifullina. Ihre Gianetta war locker, die Stimme vielversprechend und die Kernszene („Nemorino hat geerbt“) eindrucksvoll.

Am Pult stand einmal mehr Guillermo Garcia Calvo. Der Spanier aus Madrid versuchte das Beste aus dieser Repertoire-Vorstellung herauszuholen. Und sowohl das Orchesters der Wiener Staatsoper wie der Chor der Wiener Staatsoper (Leitung Martin Schebesta) wirkten inspiriert und in Geberlaune. Am Ende bekam Garcia Calvo dennoch Buhs ab, während die Sänger kurz aber heftig akklamiert wurden.

Peter Dusek

 

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