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WIEN/ Staatsoper: LA SYLPHIDE – Wiener Staatsballett

 WIENER STAATSOPER:  „LA SYLPHIDE“ –  Wiener Staatsballett am 1.4.2013

Einen kurzen Abstecher in hochromantische Gefilde bot das April-Programm des Wiener Staatsballetts. Eingebettet zwischen Aufführungen des flott und frisch getanzten modischen „Sommernachtstraum“ (immerhin: untermalt von elysischer Mendelssohn–Musik) und dem neuen „Kreation und Tradition“-Programm, beide Serien in der Volksoper, waren fünf Abende der ätherischen „La Sylphide“ (uraufgeführt 1836, nun in einer bemühten choreografischen Rekonstruktion von Pierre Lacotte) in der Staatsoper angesetzt. Ganz so blitzsauber einstudiert wie bei der Premiere im Herbst 2011 präsentierte sich die Wiederaufnahme nicht, als gute Einspielaufführung konnte sich das traurig endende Elfenspiel jedoch durchaus sehen lassen. Irina Tsymbal in der Titelrolle: sauber und korrekt und mit disziplinierter Geziertheit, aber ein bisserl zu farblos, wenn es im Sylphidenwald rund um Liebesverlangen und das Sterben geht. Roman Lazik als reifer und eleganter James bot wie wie gewohnt die perfekte partnerische Erfüllungshilfe. Locker, frisch und lebendig: Prisca Zeisel als verschmähte Braut Effie sowie Kiyoka Hashimoto und Davide Dato in ihren Pas de deux. Andrey Kaydanovsky mimte behende und recht sympathisch allerdings nicht gerade furchterregend die Unglück heraufbeschwörende Hex Madge. Weiters positiv: Alice Firenze, Alena Klochkova, Andrea Némethová als Solo-Sylphiden und Kamil Pavelka als distanziert auftretender Gurn.

Für Dirigent Peter Ernst Lassen war es beim ersten Anlauf der Serie wohl nicht möglich, alle Nuancen der gefälligen Harmoniefolgen der Begleitmusik von Jean-Madeleine Schneitzhoeffer auch richtig sprießen zu lassen. Gibt sich die Musik heiter und beschwingt (die Gruppentänze mit folkloristischem Einschlag im ersten Akt), so ist es auch für das Publikum unterhaltsamer. Richtige angeheizt wurde die Dramatik bei dieser schönen Ballet blanc-Demonstration des zweiten Teiles allerdings nicht.

Meinhard Rüdenauer

 

 

 

 

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