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WIEN/ Staatsoper: „L ´ELISIR D ´AMORE“ – ein Faschingsamstag mit viel Humor

10.02.2018 | Oper

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Paolo Rumetz, Benjamin Bernheim. Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

WIEN/ Staatsoper: „L ´ELISIR D ´AMORE“ am 10.2.2018

Ein Faschingsamstag mit viel Humor

In der immer wieder spritzig, witzigen und in keiner Weise abgenützten Inszenierung Schenk/Rose erfreute sich das dicht gedrängte Publikum. Das Haus war ausverkauft und auch zum Bersten voll. Die Galeriestehplätze quollen zu Beginn über, nach der Pause war es sichtlich etwas bequemer, aber voll besetzt. Bei den Sitzplätzen, natürlich nur eine einseitige Darstellung, war kein Schwund zu vermerken.

Die musikalische Umsetzung war ausgezeichnet, eine wahrhaft freudige tenorale Entdeckung ist Benjamin Bernheim. Sein Nemorino ist ein schüchterner junger Mann ohne hysterisches Gezappel. Sein lyrischer Tenor ist kein Tenore di grazia, aber auch nicht ins spinto gehend, also ideal für Partien wie Nemorino, und weiteren Donizetti, und natürlich ganz allgemein für das große Belcantofach. Wunderschön beide Arien und in den Ensembles kommt die Stimme sehr gut durch und glänzt immer wieder mit einer bestechenden Höhe mit etwas Metall, dennoch kann man sich über feine Pianobögen freuen. Die geliebte Adina ist eine sehr gute Rolle von Andrea Caroll. Sie bringt alles für diese Partie mit. Eine feine glockenreine lyrische Stimme, kein Soubrettchen, beste Phrasierung und nebenbei ist sie eine sehr gute Gestalterin dieser schlauen jungen Frau. Etwas schwach begann Mario Cassi als Belcore, leichte Intonationsprobleme in der Auftrittsarie, schade, weil dann lief es von Nummer zu Nummer besser. Den eitlen, nicht sehr klugen Gockel spielte er überzeugend. Dottore Dulcamara wird von Paolo Rumetz von Mal zu Mal besser und überzeugender. Stimmlich in Hochform und darstellerisch erfrischend schwungvoll und liebenswert schlitzohrig. Ileana Tonca ist eine liebe Gianetta, hübsche, aber nicht allzu große Stimme,  hübsch auch in der schauspielerischen Umsetzung. Alfred Gaal spielt die Trompete, und nach dem Aufruf Dulcamaras „Gaetano, tromba!“ noch gleich viel besser!

Der Chor voll in Spiellaune und schön singend kann Martin Schebesta stolz auf diese Körperschaft machen.

Frédéric Chaslin führte mit Freude und Schwung durch den lustigen und musikalisch sehr schönen Abend.

Wie schön und lustig kann doch ein Faschingsamstag auch ohne Lei-Lei oder Hellau sein.

Elena Habermann