Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

WIEN/ Staatsoper: ILBARBIERE DI SIVIGLIA. „I due Figaro“ (aber nicht von Mercadante)

06.11.2014 | KRITIKEN, Oper

Wiener Staatsoper am 5.11. 2014– „IL BARBIERE DI SIVIGLIA“

 I due Figaro (aber nicht von Mercadante)

 Ein Abend, der in die Serie „Das junge Ensemble stellt sich vor“ passt. Die beiden Rollendebuts hätten nicht unterschiedlicher verlaufen können. Während Pavel Kolgatin als Almaviva einen sicheren, leichten Tenor mit der entsprechenden Agilität in den Koloraturen präsentierte und insbesondere mit seinem Se il mio nome saper beeindruckte, klang schon das Largo al factotum von Gabriel Bermudez sehr gebremst und nach der Pause übernahm Tae-Joong Yang die Partie. (Offensichtlich war der Sänger im Haus, denn die Pause war nicht länger als sonst.) Da er die Partie ja schon öfter verkörperte, hatte er keine Schwierigkeiten, sich in das Ensemble einzufügen und es ist ihm für die Rettung des Abends zu danken. Der Glanzpunkt der Besetzung ist Margarita Gritskova, die in den zwei Jahren, die sie dem Ensemble angehört, bereits zu einem Publikumsliebling wurde und das mit einer großartigen stimmlichen Leistung rechtfertigte. Von der breiten Tiefe bis zu blitzsauberen Koloraturen bleibt sie der Rolle nichts schuldig und ist dazu noch eine quirlige Darstellerin, die alle Fäden dieser turbulenten Komödie in der Hand hat. Ihr Vormund Paolo Rumetz ist aus dem viktorianischen England, wo er als Herzog von Nottingham eingesprungen war, nach Sevilla zurückgekehrt. Die raue Stimme kommt mit den Parlandostellen nicht wirklich zurecht. Als Basilio ohne Fehl und Tadel war Adam Plachetka am Werk, auch wenn er nicht über einen schwarzen Bass verfügt. (Liegt ihm eigentlich der Figaro doch zu hoch ? Mit seinem Temperament müsste er einen sehr guten Barbier angeben.) Als Fiorello darf Mihail Dogotari die Oper eröffnen und Simina Ivan steuert die Marzellina bei.

Am Pult wird Michael Güttler bei diesem Werk bald ein kleines Jubiläum haben und steuert dementsprechend routiniert durch den Abend

Wolfgang Habermann

 

Diese Seite drucken