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WIEN/ Staatsoper: IL BARBIERE DI SIVIGLIA oder „SRAMEK-FEST“

17.02.2015 | Oper

16. 2. 2015:  „IL BARBIERE DI SIVIGLIA“ – 40 jähriges Bühnenjubiläum oder Leben von KS. ALFRED SRAMEK  

Unbenannt      
Alfred Sramek als „Bartolo“. Foto: Wiener Staatsoper/Pöhn

 Unglaublich wie die Zeit vergeht, die Bühnenjubiläen purzeln nur so. Aber meist sind es Karrieren von Künstlern, die zum Teil an der Stop begonnen haben und  immer wieder an die Wiener Staatsoper zurück kamen. Aber Alfred Sramek ist vierzig Jahre immer an der Wiener Staatsoper im Fixvertrag gewesen und durchlebte alle Höhen und Tiefen eines Ensemblemitglieds. Das ist eine ganz einmalige Sache. In weit mehr als 2.400 Aufführungen war er in großen, mittleren und kleinsten Rollen zu erleben. Auch die kleinste Rolle war für ihn eine Hauptrolle und so machte er das Maximum daraus.

Herr Direktor Dominique Meyer überreichte einen großen Blumenstrauß und zerdrückte in seiner Ansprache ein kleines Tränchen und versprach, solange er Direktor ist, wird es immer Verträge für Alfred Sramek geben Bravo!

 Die Aufführung war nebenbei bemerkt einfach wunderbar. Natürlich war der Jubilar in absoluter Geberlaune und legte einen hinreißenden Bartolo hin. Antonino Siragusa als Almaviva ist in Höchstform, stimmlich und auch darstellerisch lässt dieser Erzkomödiant sich immer neue Witze einfallen und hat mit Sramek als Partner so sichtlich seinen Spaß. Einen sehr guten Figaro sang Marco Caria, der kurzfristig für den erkrankten Alessio Arduini einsprang. Gestern ein sehr guter Belcore, heute Abend ein Figaro, der sich auch bemühte, sich in das bei den Proben abgesprochene Spiel gut einzufügen. Und es gelang. Sorin  Coliban wird als Basilio immer besser, er singt so gut differenziert, und spielt einen nicht so ganz alten Gauner. Als Rosina bestach Isabel Leonard mit einem samtigen Mezzo und sehr schöner Interpretation.

Aber auch die kleineren Rollen sehr gut besetzt, Clemens Unterreiner als Fiorello ist für den Figaro eine Empfehlung. Als Marzellina ist Caroline Wenborn ein Gewinn. Gut klang auch der Offizier von Daniel Lökös, nicht zu vergessen Jaroslav Pehal als tollpatschiger Ambrogio.

 Michael Güttler spielte ließ locker aufspielen, der Herren-Chor unter Martin Schebesta war wieder lustig drauf und gut bei Stimme.

 Das Publikum wirkte sehr animiert und ging sehr auf alle Bühnenscherze ein.

 Ein sehr schöner und auch besinnlicher Abend.

Elena Habermann

 

 

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