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WIEN/ Staatsoper: DER FLIEGENDE HOLLÄNDER

06.09.2015 | Oper

Wiener Staatsoper:5. 9. 2015 „DER FLIEGENDE HÖLLÄNDER“


Michael Volle als „Holländer“. Foto: Michael Pöhn/ Wiener Staatsoper

 Der Stehplatz war zu Beginn überfüllt, wurden mehr Karten verkauft, oder werden die Menschen immer größer und dadurch auch breiter?

  Stars des Abends waren eindeutig Michael Volle in der Titelrolle und das Orchester unter Peter Schneider. Das Vorspiel allein war schon den Abend wert, eine einzige Lawine des Wohlklanges.

Michael Volles erster Holländer in Wien war für den Künstler ein mehr als verdienter Triumph. Er interpretierte seinen Monolog mit ganz großer Hingabe, wunderbaren Bögen und herrlichen Pianophrasen, in die der Meister am Pult mit viel Zeit spinnen ließ. Die darstellerische Seite kam allerdings auch nicht zu kurz. Umso mehr versteht man, dass Senta lieber eine Seemannsbraut werden will als eines Jägers Frau. Als Senta war Ricarda Merbeth sehr routiniert und kraftvoll zu hören. Diese Verträumtheit in der Ballade nehme ich ihr nicht ganz ab. Erik/Herbert Lippert verliert neben Holländer natürlich den Kampf um Senta, aber nie stimmlich. Die Vielseitigkeit dieses „Haustenors“ ist wirklich enorm. Hans–Peter König hatte sein Hausdebüt mit dem Daland.  Er ist eine kräftige Erscheinung mit nicht so ganz großer Stimme, sang seine „Kupplerszenen“ sehr ordentlich und trat schon mit dem Kuppelpelz um die Schulter auf. Thomas Ebenstein singt den Steuermann kraftvoll mit sehr markanten Timbre. Carol Wilson ist eine betuliche Mary.

Der Herren und Damenchor war wie eigentlich immer bestens studiert, dass die Szenen nicht immer gut wirken, dafür können sie gegen diese Regie nichts, allerdings ist der „Zombie Auftritt “ immer noch sehr wirkungsvoll. Auch der „Sentas Grill“ funktionierte, somit konnte man sich über einen gelungenen Opernabend freuen.

Elena Habermann

PS. Um den Informationshunger eines Forumteilnehmers zu stillen: Die Türen zur Terasse waren auch an diesem Abend geschlossen. Überdies begann die Vorstellung aus nicht kommunizierten Gründen um 6 Minuten zu spät und der Eiserne Vorhang wurde erst nach Abschalten des Saallichtes hochgezogen.


Wolfgang Habermann

 

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