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WIEN / Schönbrunner Schlosstheater: BASSISSIMO – auf den Spuren von Gottlob Frick und Otto Edelmann

13.11.2014 | Konzert/Liederabende

Schönbrunner Schlosstheater BASSISSIMO – auf den Spuren von Gottlob Frick und Otto Edelmann (12.November 2014)

Es sind schon wieder 20 Jahre her, dass der führende deutsche Bass, der unvergleichliche  Gottlob Frick von der Bühne des Lebens abtrat. Und Otto Edelmann  übergab vor 10 Jahren  endgültig das „Ochs-Zepter“ an seine Söhne. Inzwischen sind insbesonders Bässe Mangelware. Und Peter Edelmann ist Professor für  Gesang und Musiktheater an der Musikuniversität Wien. Es lag also nahe, dem Andenken von Frick und Edelmann eine Veranstaltung zu widmen – ist doch die in internationale Frick-Gesellschaft im schwäbischen Ölbronn unter der Leitung von Hans A. Hey ähnlich  aktiv wie die Edelmann-Society in Wien.. So stellten sich nun gestern 4 junge Bässe im Alter von 19 bis 28 einem begeisterten Publikum vor. Und selbstverständlich hörte man Gottlob Frick als Mephisto (Faust), Simon Boccanegra und  Rocco; während Otto Edelmann als Pizarro und Ochs an seine Glanzpartien erinnerten. Die live-Beispiele wurden übrigens souverän von Manfred Schiebel am Klavier begleitet. Der jüngste begann: der 19jährige Wiener  Michael Nagl trug eine köstliche „Goldarie“ aus dem Fidelio vor, der 27jährige Zwettler  Christoph Seidl war ein komischer Osmin, der 24jährige Tiroler Florian Köfler  ein berührender Gremin aus Eugen Onegin. Und dann trat der Star des Abends zum 1.Mal auf. Der 28jährige Koreaner Jongmin Park gilt zwar schon seit 4 Jahren als „Geheimtipp“ an der Wiener Staatsoper – er studiert aber noch gleichzeitig an der Musikuniversität  Wien. Sein „Goldenes Kalb“ aus Faust  von Gounod war ein Beispiel für die richtige Balance zwischen Belcanto und Krafteinsatz.Voila – ein echter schwarzer Bass: Großartig! Dann gab es noch einen zweiten Durchgang: Christoph Seidl war nun ein melancholischer Wassermann aus Rusalka, Florian Köfler erinnerte sich als Falstaff (von Nicolai) ans „Büblein klein“, Michael Nagl freute sich als Bacculus (Wildschütz) über 5000 Taler. Und Jongmin Park ließ das Säuseln des Gerüchts zu vokalem „Kanonendonner“ anschwellen.

Am Ende Jubel und echte Begeisterung. Es gibt ja doch auch bei den Bässen Nachwuchs.

Peter Dusek

 

 

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