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WIEN/ Österr.-Slowakischer Kulturverein: GEDENKABEND FÜR DEN SLOWAKISCHEN KOMPONISTEN ZDENKO MIKULA

22.04.2017 | Konzert/Liederabende

Gedenkabend für den slowakischen Komponisten   ZDENKO  MIKULA – 20.4.2017

mik

Der Österreichische – slowakische Kulturverein in Wien, in Zusammenarbeit mit der Fakultät der musischen Künste der Akademie der Künste in Banská Bystrica (Slowakei), widmete am 20. April 2017 einen Gedenkabend dem bedeutenden slowakischen Komponisten ZDENKO MIKULA.

Im ersten Teil des Abends hat die Musikwissenschaftlerin PhDr. Marianna Bárdiová PhD.  Buchautorin der Monographie „ZDENKO MIKULA: ICH LEBE UND ARBEITE GERN“ – Koautoren Prof. L.Burlas, Doz.M. Strenáčiková, Dr. L.Nechvalová, Dr. K.Koreňová- eine Kurzfassung des Buches präsentiert.

Zdenko Mikula wurde am 27.11. 1916 in Vyhne  in Nähe der historischen Stadt Banská Štiavnica  (Slowakei) geboren.  Sein Musikstudium fing  er in Banská Bystrica an dem Lehrinstitut (Geige, Klavier, Orgel) an. In den Jahren 1941-1946 studierte er Komposition am Konservatorium in Bratislava bei den bedeutendsten slowakischen Komponisten Eugen Suchoň und Dirigieren bei K.Schimpl. Neben dem Studium  in den Jahren 1940 – 1958  arbeitete er als Militärmusiker, Kapellmeister und Dirigent des Militär-Ensembles. Für das Orchester instrumentierte er viele Lieder anderer Autoren aber komponierte auch seine eigenen Werke, und gastierte mit dem Orchester in verschiedenen Ländern Europas. Ab 1959 arbeitete er als Leiter der Radio-Musiksendung in Bratislava, lernte als Externlehrer am Konservatorium und an der Comenius – Universität in Bratislava. In den Jahren 1963 bis 1970 unterrichtete er an der Akademie der  musischen Künste in Bratislava. In den Jahren 1978-2009  ist er als Sekretär des Bundesverbandes der tschechoslowakischen Komponisten in Prag tätig, reiste oft ins Ausland, wo er die heimische  Musik und die Künstler  propagierte.  

Zu seinen Kompositionen gehören Chorlieder, Liederzyklen, Instrumental und Orchestermusik. Seine Partituren sehen wie Kunstwerke aus. Drei davon,  das Streichquartet „Ave Eva“ gewidmet seiner Frau, „Rapsodische Variationen“ für Flöte, Oboe, Fagott, Horn und Streichorchester und „Tre Notturni“ für Streichorchester. Der Arbeitshöhepunkt  des Komponisten sind vokalinstrumentale Werke:  Opern-Tryptichon „Frau“, nach der Geschichte von Maxim Gorkij,  vokalinstrumentale Kompositionen „Sinfonietta“  für großes Orchester mit Baritonsolo, mit einem Text von Milan Rúfus und „Poem“ für Sopran, Tenor und Orchester. Mikula selbst nannte das Oratorium  „Veränderungen“ (Premeny) für Sopran, Tenor und Orchester mit den Gedichten von Ján Kostra als ein autobiografisches  synthetisches Werk. Er gehört zu der Gruppe Komponisten, die traditionelle Volkslieder mit Kompositionstechniken des 20. Jahrhunderts in ihren Musikwerken kombinieren.  Zdenko Mikula erlebte mehrere Konzerte seiner Werke und viele Auszeichnungen. 2008 bekam er in Budapest eine signifikante Anerkennung für die  internationale kulturelle Zusammenarbeit – den Titel Ritter der Kultur – von der Kulturstiftung, die Kulturpersönlichkeiten aus der ganzen Welt auszeichnet.

Im zweiten Teil des Abends präsentiert  Mikuláš Doboš – Bariton –  Solist der Nationaloper in Bratislava von Zdenko Mikula den Liederzyklus „Herbstliebe“  (Jesenná láska) für mittlere Stimme und Klavier, welches der Komponist auch dem Sänger persönlich gewidmet und das Tempo, Dynamik, Interpretation und den Gesangsstil selbst überließ. Diese emotionale eigenständige Interpretation fand große Begeisterung beim Publikum  und mit einem langen Applaus belohnt.  Eva Cáhová – Dozentin an der Kunstakademie Banská Bystrica – Klavier –  begleitete Zdenko Mikulas  sechsteiligen Klavierzyklus „Es war einmal“  mit absoluter  Professionalität und Musikalität.

Am Ende hat sich die Doc.Mgr.art Mária Strenáčiková im Namen der Akademie der Künste in Banská Bystrica und im Namen der Gattin des Komponisten Dr. Eva Mikulová (leider wegen Krankheit  nicht anwesend) bei dem Österreichisch- slowakischen Kulturverein in Wien und Kulturmanagerin Mag. Edith Veith herzlich bedankt,  für diesen außergewöhnlichen Gedenkabend im Rahmen des 20-sten Gründungs – Jubiläumsjahres der Kunstakademie, welches wiederum auch eine Bereicherung für österreichische Gäste war, die bisher weniger mit den Kompositionen Mikula und dessen Kompositionen in Berührung kamen.

Manuela Miebach

 

 

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