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WIEN/ MuTh Augarten: SCHNEEWITTCHEN. Kinderoper nach Engelbert Humperdinck

25.01.2016 | Oper

Kinderoper im MuTh: „Schneewittchen“ nach Engelbert Humperdinck (Vorstellung: 24. 1. 2016)

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Copyright: MuTh

Im MuTh, dem Konzertsaal der Wiener Sängerknaben am Augarten in Wien, wurde als Produktion der Wiener Taschenoper – in Zusammenarbeit mit dem Opernhaus Graz und dem Staatstheater Kassel sowie der Volksschule der Wiener Sängerknaben – die Kinderoper „Schneewittchen“ von Wolfgang Mitterer nach Engelbert Humperdinck aufgeführt.

Der deutsche Komponist Engelbert Humperdinck, der sich schon früh mit den Märchen der Gebrüder Grimm auseinandersetzte – Hänsel und Gretel sowie Dornröschen zählen zu seinen bekanntesten Werken – , beschäftigte sich auch mit dem Entwurf des Librettos seiner Schwester Adelheid Wette zum Märchen Schneewittchen, ohne es zur Gänze zu vertonen. Wolfgang Mitterer schuf nun eine Opern-Fassung des Märchens, indem er seine elektronischen Klangcollagen mit der Musik von Humperdinck verband, die zum Teil auch aus dessen Opern Die Königskinder, Hänsel und Gretel sowie Dornröschen stammt. Das Libretto dazu verfasste Gerhard Dienstbier nach dem Text von Adelheid Wette.

Regisseur Jevgenij Sitochin gelang eine „kindergerechte“ Inszenierung, in der auch nette humoristische Szenen vorkamen. Es lachten nicht nur die Kinder, sondern auch deren erwachsene Begleiterinnen immer wieder recht herzlich. Für die Gestaltung der Bühne, die mit einfachen Mitteln die einzelnen Szenen – Spieglein, Spieglein an der Wand, Waldvöglein, Häuschen der sieben Zwerge, Königsschloss – wirksam werden ließen, zeichnete Harald Thor verantwortlich, für die farbenfrohen Kostüme Isis Flatz. Die Lichtgestaltung oblag Jürgen Erntl.

Die Kinderoper für 4 Sänger und 7 Zwerge – so ihr Untertitel – benötigte aber auch 15 Waldgeister, die von der 3. Klasse der Volksschule der Wiener Sängerknaben dargestellt wurden. Als böse Königin wirkte die Mezzosopranistin Luciana Mancini sogar stimmlich  furchterregend, während ihre Zofe Emma von der Sopranistin Theresa Dlouhy mit sympathischer Ausstrahlung gespielt wurde. In der Titelrolle als Schneewittchen konnte die junge Katharina Adamcyk sowohl stimmlich wie schauspielerisch überzeugen. Ihr flogen die Herzen der Kinder sofort zu. Der Bassbariton Helmut Höllriegl war in zwei Rollen bühnenwirksam im Einsatz und gefiel sowohl als Jäger Rupert wie auch als Königssohn.

Der Kinderchor, der die sieben Zwerge und 15 Waldgeister auf der Bühne sehr quirlig darstellte, wurde von der Klassenlehrerin Angelica Bösch betreut (musikalische Einstudierung: Arnold Schlechter). Für die musikalische Qualität der Kinderoper sorgten Michael Tiefenbacher (Keyboard), Berndt Thurner (Schlagzeug) und Karl Sayer (Kontrabass).

Das Publikum im gutbesuchten Konzertsaal der Wiener Sängerknaben belohnte alle Mitwirkenden mit starkem Beifall, wobei die Kinder ihre Begeisterung mit johlendem Geschrei kundtaten.

Udo Pacolt

 

 

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