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WIEN/ Musikverein: SOLOMON – Oratorium von Händel

08.03.2020 | Konzert/Liederabende

7.3.2020: Concentus Musicus unter Stefan Gottfried glänzen im Musikverein mit Händel’s Oratorium Solomon.

Wenn der fantastische Concentus Musicus Wien unter Stefan Gottfried im Musikverein aufspielt, ist höchste Qualität garantiert. Wenn dann auch noch der Arnold Schönberg Chor sowie tolle Solisten mit auf der Bühne stehen, und dann Georg Friedrich Händel gegeben wird, ist die Vorfreude besonders groß. Auf dem Programm stand das dreiaktige Oratorium Solomon. Damit konnte das vom vor vier Jahren verstorbenen Nikolaus Harnoncourt im Jahr 1953 gegründete Originalklang Orchester wieder glänzen. Grossartig geleitet von Stefan Gottfried, der auch wieder am Cembalo begleitete. Es ist erstaunlich, in welch wundervollen Klang 34 Orchestermusikerinnen und -Musiker  den goldenen Saal des Wiener Musivereins tauchen können. Fabelhaft unterstützt vom Arnold Schönberg Chor, unter der künstlerischen Leitung von Erwin Ortner, der mit den Concentus Musicus schon lange eine erfokgreiche Musikgemeinschaft bildet. 

Besonders hervorheben möchte ich die Blech- und Holzblasinstrumente,  Reinhard Führer am zweiten Cembalo und an der Orgel, aber auch Alexandra Dienz am Kontrabass. Grossartig!

Prominent besetzt waren die Tenorpartien, die von KS Michael Schade wunderbar gesungen wurden. Schön zu sehen, wie ihn Händel’s Musik mitriss und er als einziger auch  merklich in seinen Rollen aufging. 

Die Titelpartie des Solomon gab David DQ Lee. Der junge kanadische Countertenor koreanische Herkunft überzeugte stimmlich wobei mich besonders seine enorm tiefen Passagen beeindruckten.
Die Frauenrollen wurden von der US Amerikanischen Sopranistin Robin Johannsen und der aus Wien stammenden Cornelia Horak gesungen.
Der österreichische Bariton Matthias Helm hatte in der Rolle eines  alttestamentarischen Priesters leider nicht viel zu singen, gefiel mir aber sehr gut.

Es war eine wunderbar harmonische aber auch kraftvolle und vom Publikum lange  begeistert beklatschte Aufführung.

Georg Friedrich Händel schrieb das  Oratorium Solomon, HWV67, von Mai bis Juni 1748. Uraufgeführt wurde es am 17.3.1749 in London. In drei Szenen wird nach alttestamentarischen Texten König Salomon gehuldigt. Wer das Libretto verfasst hat ist nicht bekannt, es könnte aber Thomas Morell gewesen sein. Außerhalb der Welt der Klassikbegeisterten hat die Eröffnugsmusik des dritten Aktes  Berühmtheit erlangt. Der „Einzug der Königin von Saba“ wurde bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2012 in London gespielt, als 007 Daniel  Craig Königin Elisabeth II vom Buckingham Palast ins Stadion brachte.

Das nächste Konzert im Zyklus Concentus Musicus findet am 16. Mai 2020 im großen Saal des Wiener Musikvereins statt und sollte für alle Barockmusik Freunde ein Pflichttermin sein. Es stehen Joseph Haydn, Carl Philipp Emanuel Bach, Joseph Martin Kraus und Wolfgang Amadè Mozart auf dem Programm. 

Bericht und Foto von Helena Ludwig

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