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WIEN/ Konzerthaus: RSO-ORCHESTER /MIRGA GRAZYNTE-TYLA / ANIKA VAVIC

16.01.2016 | Konzert/Liederabende

WIEN/ Konzerthaus: RSO-ORCHESTER unter Mirga Grazynte-Tyla am 15.01.2016  

Ein Konzert mit einigen unaussprechlichen Namen brachte viele Überraschungen.

Mit Mieczyslaw Weinbergs Suite Nr.4 aus dem Ballett „Der goldene Schlüssel“ wurde das Konzert eröffnet. Das Werk könnte von Janacek stammen, so viel Ähnlichkeit mit dessen Kompositionsstil war da zu hören, spätböhmische Romantik, oder spätromantisch – slawische Klänge. Das RSO unter der jungen litauischen Dirigentin Mirga Grazinyte-Tyla war bei diesem imposanten Stück mit großem Einsatz äußerst exakt am Werk.

Danach spielte die serbische Pianistin Anika Vavic das Klavierkonzert von Alexander Skrjabin, ein Opus, das erstaunlich selten gespielt wird, obwohl es so ziemlich alles bietet, was man sich von einem Werk dieser Kunstgattung nur wünschen kann. Imposante Läufe, ein sehr romantischer Mittelsatz und – entgegen der Auffassung Rimski Korsakows – einer gelungenen, effektvollen Orchesterbegleitung. Die Solistin konnte durch ihr kraft- und temperamentvolles Spiel gefallen. Auch hier erwies sich das RSO als aufmerksames Kollektiv, das im Wechselspiel mit dem Klavier dank der fabelhaften Dirigentin größte Präzision bot.

Nach der Pause wurde das monumentale Werk „Lämminkäinen Suite“ von Jean Sibelius wiedergegeben. Hier waren alle Vorzüge nordischer Kompositionen vereinigt, breite Melodienbögen, tieftraurige Stimmung, daneben aber auch lebhafte Skizzen der finnischen Landschaft, vom Orchester mit großem Impetus gespielt. Ein hervorragendes Konzert dank einer klugen Planung und dank hervorragender Ausführung, das dem Publikum sichtlich viel Freude bereitete.

Johannes Marksteiner

 

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