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Wien/ Konzerthaus/“Resonanzen: FEUERWERKSMUSIK (Abschlusskonzert)

31.01.2022 | Konzert/Liederabende

Wiener Konzerthaus: 30.1.2022:RESONANZEN

 Feuerwerksmusik

Der laute Schluss der Händelschen Feuerwerksmusik übertönte offenbar den Krach, den der den Verantwortlichen für das Festival vom Herzen fallende Stein verursachte. Ist es schon in normalen Zeiten eine mehr als herausfordernde Aufgabe, einen über neun Tage laufenden Konzertzyklus zu organisieren, so wächst das Risiko in Zeiten einer Pandemie enorm an. In Salzburg wurden beispielsweise die zu fast gleicher Zeit geplanten Mozarttage kurzfristig abgesagt. Bei den Resonanzen in Wien waren vom Publikum kaum Probleme wahrnehmbar. Gut, in den ersten Konzerten gab es kleine Änderungen im Programm und das Sollazzo Ensemble musste drei von acht Mitwirkenden vorgeben, aber tatsächlich ausgefallen ist das Resonanzen-Menu, das im Anschluss an das vorletzte Konzert stattfinden hätte sollen. Unter Berücksichtigung der dabei alljährlich herrschenden Drängerei in den Foyers, bei der manche Bratensauce auf dem Sakko des Nachbarn landete, war das aber sicher eine vernünftige Entscheidung. Auch die Ausstellung historischer Instrumente und der Barock-Tanzkurs wurden Opfer der Pandemie.

Aber im Wesentlichen war die erfolgreiche Abwicklung des Zyklus ein Feuerwerk wert, wie es manche Sommerfestspiele nach jeder Aufführung präsentieren. Da aus feuerpolizeilichen Gründen die Abhaltung eines Feuerwerks in Innenräumen nicht möglich ist, war der logische Schritt, auf die „Music for the Royal Fireworks“ von Georg Friedric Händel zuzugreifen. Als Ausführende war das Prager Collegium 1704 unter seinem Leiter Václav Luks mit großer Besetzung engagiert. (Wenn sie sich fragen, was die Zahl 1704 im Namen des Ensembles bedeutet: Das Collegium fühlt sich besonders dem Komponisten Jan Dismas Zelenka verpflichtet, der 1704 mit dem Jesuitenspiel Via Laureata in der Prager St.Nicolas-Kirche in die europäische Musikszene eintrat.) Da die Feuerwerksmusik zwar eindrucksvoll, aber nicht abendfüllend ist, gab es davor noch eine Sinfonia von Antonia Caldara, zwei Concerti grossi von Francesco Barsanti und ein Concerto a due corni von Händel. Um ein wenig Verwirrung unter den Zuhörern zu schaffen, wurden die Stücke in anderer Reihenfolge als im Almanach angegeben, gespielt.

Der große Saal war auch bei diesem Konzert gut besucht, wenn auch nicht überfüllt und das treue Publikum, das sich für alte Musik interessiert, war froh, dass dieses Jahr die Resonanzen wie Phönix aus der Asche wieder auferstanden sind.

Wolfgang Habermann

 

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