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WIEN/ Konzerthaus/ Resonanzen 2: MISSA SALISBURGENSIS (Bartholomäus Riedl, Ignaz Biber)

19.01.2015 | Konzert/Liederabende

KH. GS. 18. 1.2015   „MISSA SALISBURGENSIS“

 Mit Vorprogramm gelangt man zu Titelstück. Musik von Bartholomäus Riedl (1650-1688) macht den Anfang. Zum ersten „ist ein schöner Aufzug“ und dann kam „Ein langer und schöner Aufzug“, beide Werke für acht Trompeten und Pauken. Eine hervorragende Komposition eines Musikers von dem man eigentlich so gar nichts weiß, auch im Programmheft findet sich überhaupt kein Vermerk. Der Komponist wurde nur 38 Jahre alt, aber näheres über sein Schaffen zu wissen wäre sehr interessant. Die beiden Entraden sind ein wahres musikalisches PingPong-Spiel, da die Instrumentente auf der Empore symmetrisch angeordnet sind und sich immer wieder in einem echten Stereo abwechsseln.

 Der Rest des Abend gehörte den Werken von Heinrich Ignaz Biber (1644-1704).  Der erste  Teil des Konzert war der Musik, die für den Fürstbischof von Olmütz, Karl Graf Liechtenstein Kastelkorn geschrieben wurde. Biber, ein gebürtiger Böhme wirkte vor seiner Zeit in Salzburg eben dort. Der zweite Teil des Konzerts enthielt Werke, die in Salzburg für den Fürstbischof Max Gandolph von Kuenburg geschrieben wurden. 

Aus der böhmischen Epoche hörte man die köstliche „Battaglia“ wo unter anderem die neun Violinen als „liederliche Gesellschaft“ gegeneinander verschiedene Gassenhauer spielen, was ein hinreißendes Tohuwabohu ergibt. In der Episode des Mars wandert ein Geiger solo quer über die Bühne, während der Kollege an der Violone sein Instrument durch Einklemmen eines Paiers zwischen die Saiten präparierte und mit schnarrendem Klang begleitet. Eine Woge an Lebensfreude erklang in der „Sonata sancti Polycarpi“ für Trompeten und Pauken.     

Aus dem Salzburger Wirkungsschaffen erlebte man „Plaudite tympana“ für Violinen, Violen, Flöten Oboen Trompeten, Zinken, Posaunen, Pauken, Basso continuo und acht Voci in Concerto. Soprane, Alte, Tenöre und Bass. Eine Hymne auf den Patron von Salzburg, den heiligen Rupert.

Am Ende des Programms erklang in unheimlicher Schönheit die „Missa salisburgensis“

dargeboten von den Ensembles  Hesperion XXILe Concert des Nation, La Capella Reial de Catalunya unter ihrem Gründer Jordi Savall, der an diesen Abend keine einzige Gambe spielte. (Früher wurde diese Messe Orazio Benvoli zugeschrieben, was aber durch neuere Forschungen widerlegt wurde.) Die größeren Gesangsparts wurden von Hanna Bayodi-Hirt, Marianne Beate Kielland, Pascal Bertin, David Sagastume, Nicholas Mulroy, Lluis Vilamajo, Daniele Carnovich und Antonio Abete mit den Stimmen Sopran, Mezzosopran, Countertenor, Tenor, und Bass exzellent gesungen. Auch die weiteren Stimmen fügten sich zu einer homogenen wunderbaren Klangeinheit. Die meisten Mitglieder des Ensembles sind schon alte Bekannte und man freut sich immer wieder über die wunderschönen Wiedergaben dieser Kompositionen.

 Also die Resonanzenwoche geht überaus erfreulich weiter (und steigerten sich noch in der Anzahl der Pauken und Trompeten, denn was einem Sonnekönig reicht ist für einen Fürstbischof noch lange nicht genug.)

Elena Habermann

 

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