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WIEN/ KONZERTHAUS – Mozartsaal/ Festival „RESONANZEN“: „DAVIDS HARFE“

Nach der Verwendung für Benefiz, nun zum Beginn der Musiktherapie.

21.01.2019 | Konzert/Liederabende

KONZERTHAUS MOZARTSAAL/ Festival „RESONANZEN“: „DAVIDS HARFE“ am 20.1.2019

 

Nach der Verwendung für Benefiz, nun zum Beginn der Musiktherapie.

Schon in Alten Testament – Buch Samuel tröstete David König Salomon, mit seinem Gesang zur Harfe. Viele Hundert Jahre später, im Rom des 17. Jahrhunderts verzauberte der Harfenvirtuose und Komponist Orazio Michi dell`Arpa die Mächtigsten des Kirchenstaates.  Sogar Papa Urban VIII. (Matteo Barberini 1568 – 1644) erfreute sich an kleinen exklusiven Hauskonzerte, bei denen auch seine Texte in Musik gefasst wurden.. Das Spiel des Harfenvirtuosen soll den Menschen „das Paradies eröffnet“ haben.

Aufgeführt werden Kompositionen von eben diesem Orazio Michi (1594 – 1641), über dessen Künstlerleben nicht allzu viel bekannt ist.  Marco Marazzoli (1602 – 1662, war Priester und Komponist und ein Günstling des Matteo Barberini.  Orazio Bassani ( ca.1550 – 1615) wurde auch Orazio della Viola genannt, aber viel mehr weiß man nicht über sein Leben.  Ascanio Moyone (ca. 1565 – 1627) war ein Kirchenmusiker aus Napoli, der als Organist auch viele Kompositionen für die Harfe schuf. Giovanni Bassani (1560 – 1617) ein venezianischer Kapellmeister , Michelangelo Galilei ( ca.1575 – 1631), der Bruder des Astronomen Galileo Gailei und Bellerofonte Castaldi (1580 – 1649), ein eher bunter Vogel, der als Lautenist, Poet und Komponist ein abenteuerliches Leben führte und viel Geld erwarb, in Raufhändel verwickelt war und bettelarm verstarb. Auch ein Anonymus des frühen 17. Jahrhunderts wurde gespielt. Die Musik dieser Komponisten ist sehr lyrisch, und befindet sich im Übergang von der Renaissance zum Barock. Akzente, die man auch sehr oft bei Claudio Monteverdi hören kann.

Die Texte wie am Beispiel des Papstes sind eher weltlich, manche wieder sehr religiös wie von Giovanni Battista Marino (1569 – 1625). Vorgetragen wurde das sehr reichhaltige Programm für Sopran von Monica Piccinini mit zartem lyrischen Sopran. Eine perfekt geführte Stimme, die gut trägt ohne jeglicher starker Vibratounterstützung. Die charmanten weltlichen Texte trug sie mit viel Lockerheit vor, die religiösen Libretti kamen mit große Tiefe und Mystik. Die „orchestrale“ Begeleitung bestand aus Harfe und Viola bastarda, einer virtuosen Erweiterung der Viola da gamba. Dieses Instrument wurde an diesem Abend von Patxi Montero gespielt. Die musikalische Leiterin Mara Galassi spielte die Barockharfe ebenso einfühlsam wie ihr Kollege auf der Viola bastarda, der ein Model nach Girolamo Amati 1611, von Sergio Gistri, 2001 spielte. Die dreireihige Harfe, nach der Barberini-Harfe von Girolamo Acciari, Rom 1632, konstruiert von David Brown, Baltimore 1990.

Besonders schön gelangen auch den beiden Instrumentalisten „Hodie beata virgo Maria“ nach einer Motette von Palestrina. Ein Besonderes Gustostück für den Violonisten ist „La bella netta ignuda e bianco mano“ nach dem Madrigal von Cipriano de Rore.

Ein sehr schöner Abend ohne Pause, der sehr freudig aufgenommen wurde.       

Elena Habermann

 

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