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WIEN/ Konzerthaus: IOLANTA konzertant

01.12.2012 | KRITIKEN, Oper

Wiener Konzerthaus: EXZELLENTE IOLANTA VON TSCHAIKOWSKY MIT ANNA NETREBKO (konzertante Aufführung 30.11.2012)

 Vergleichsweise rar sind die Auftritte von Anna Netrebko auf den Opernbühnen der Welt geworden – leider auf auch an der Wiener Staatsoper . Nicht zuletzt, weil die russische Diva mit österreichischer Staatsbürgerschaft derzeit eine großaufgezogene Tour mit der konzertanten Wiedergabe von Peter I. Tschaikowsky Einakter Iolanta unternimmt. Der umjubelte Auftakt fand zwar schon in Salzburg 2011 statt – aber nun sind Metropolen wie Frankfurt, München, Nürnberg , Berlin oder Essen an der Reihe und im Jänner 2013 wird die Geschichte der blinden Prinzessin Iolanta im Grand Liceo di Barcelona zweimal das Publikum begeistern. Der Erfolg ist jedenfalls vorprogrammiert. Die rund 90minütige Tschaikowsky-Oper, in der Iolanta das Augenlicht wiederfindet al s sie von ihrer Behinderung erfährt ( über die man sie zuvor nicht informiert hat) – kommt der aktuellen Verfassung von Anna Netrebko ideal entgegen – lyrisch, dramatisch, emotional – die Stimme klingt dunkel, ausgeruht und hat doch an Volumen zugelegt.. Man kann diese Rolle wohl nicht besser singen und spielen. Denn Anna Netrebko begnügt sich keineswegs mit einer traditionellen konzertanten Aufführung – sie tritt durch den Zuschauerraum auf, entschwebt hinter die Bühne, trägt eine märchenhafte Robe in Dunkelrosa und hat den alles verratenden Rosen-Strauß mit weißen und roten Rosen auf einem kleinen Tischchen stehen. Man kann sich jedenfalls auf die Tatjana freuen, die sie 2013 an der Wiener Staatsoper verkörpern wird. Hochkarätig ist übrigens auch das Ensemble, mit dem Anna Netrebko als Iolanta unterwegs ist: das Orchester der Slowenischen Philharmoniker unter ihrem Met-erprobten Chef Emmanuel Villaume sowie der Slowenische Kammerchor spielen auf hohem Niveau, dazu kommen ausgezeichnete Solisten wie der Marinskij-Star Sergej Skorokhodov als Tenor-Prinz oder Lukas Meachem als Robert. Das Publikum feierte voll Enthusiasmus die Tschaikowksy-Truppe, freute sich auf die Wiederbegegnung mit Anna Netrebko. Ich träume jedenfalls davon, Anna Netrebko über kurz oder lang als Lisa in Pique Dame oder Manon Lescaut von Puccini erleben zu dürfen. Und immerhin – Staatsopern-Chef Dominique Meyer war im Publikum!

Peter Dusek

 

 

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