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WIEN/ Kammeroper: PORTRAITKONZERT ANNA MARSHANYA

21.10.2016 | Konzert/Liederabende

20.10. 2016– Kammeroper – „Portraitkonzert Anna Marshaniya“

Bildergebnis für anna marshanya
Anna Marshanya als „Flora“ in „La Traviata“ / Wiener Kammeroper. Copyright: Barbara Zeininger

Im März dieses Jahres hatte der Merker Kunstsalon ein Konzert mit Belcantoopern nach Shakespeare geplant. Kurz vor dem Konzert erkrankte der vorgesehene Mezzosopran und als rettender Engel erschien Anna Marshaniya, die damals ihre Ausbildung abgeschlossen hatte und erzielte einen großen persönlichen Erfolg. Im Sommer wurde sie in das JET (Junges Ensemble des Theaters an der Wien) aufgenommen und hatte mittlerweile an der Kammeroper bereits eine Premiere mit der „Traviata“. Nun war die erste Gelegenheit, sich im Rahmen der Portraitkonzerte dem Publikum mit einem umfangeichen Programm zu präsentieren.

Sie begann den ersten Teil mit einem, sich aus dem Nichts erhebenden Schwellton und Cara sposa aus dem Rinaldo von Händel, gefolgt von einer Arie aus dem Bajazet von Vivaldi. Den Barockblock beschloss nochmals Händel mit der Arie der Semele. Nach diesen, perfekt auf Linie gesungenen Stücken bewies sie mit der Dorabella aus Cosi fan tutte, dass sie auch über ein Spieltalent verfügt. Mit dem Canzone del salice aus Rossinis Otello und einer Arie aus Adelson und Salvini von Bellini waren zwei Perlen des Belcanto der perfekte Abschluss des ersten Teils.

Nach der Pause (und einem anerkennenden Pfiff für das neue Kleid) war der zweite Teil komplett russischen Komponisten gewidmet. Neben Rimski-Kosakow war ein sanftes Wiegenlied von Dmitri Schostakowitsch zu hören. Auch zwei Volksliedbearbeitungen und eine Komposition von Mikael Taridiev, die endlich einmal auch die selten verwendeten, höchsten Töne des Klaviers benutzte. Den Abschluss bildete eine Kavatine aus Die Legende von Schota Rustaweli des georgischen Komponisten Dimitri Arakishvili.

Das zu einem großen Teil russischsprachige Publikum dankte der jungen Sängerin für einen sehr abwechslungsreichen Abend, bei dem Marcin Koziel ein einfühlsamer Begleiter war. Zur Zeit scheinen meiner Meinung nach vor allem die Belcantopartien die besonderen Stärken zu sein.

Wolfgang Habermann

 

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