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WIEN/ Festsaal Gatterburggasse/Merker-Kunstsalon: RUSSISCHE ROMANZEN – Liederabend Russi Nikoff/ Pavel Kachnov

25.09.2018 | Konzert/Liederabende


Pavel Kachnov, Russi Nikoff. Copyright: Herta Haider

MERKER – Kunstsalon im Festsaal der Bezirksvorstehung Döbling: RUSSISCHE ROMANZEN am 24.09.2018

Mut hat sie, die Prinzipalin des Merker – Kunstsalons. Wenige Tage nach dem sensationellen Soloabend von Günther Groissböck in der Wiener Staatsoper, an dem im zweiten Teil ebenso wie im Kunstsalon Lieder von Tschaikowsky und Rachmaninoff dargeboten wurden und am selben Abend, an dem der Publikumsmagnet Jonas Kaufmann im Konzerthaus Hof hielt, wagte Elena Habermann ein Konzert mit „Russischen Romanzen“, die Russi Nikoff, eine der Säulen des Merker- Kunstsalons, gemeinsam mit dem eindrucksvollen Pianisten Pavel Kachnov zum Besten gab.

Der Mut wurde belohnt und wir konnten im gut besuchten Festsaal in der Gatterburggasse ein hochwertiges Programm – auf hohem Niveau präsentiert – genießen.

Der Tschaikowsy – Teil wurde vom jungen Pianisten  mit „Andante Maestoso aus dem Nussknacker“ virtuos und leidenschaftlich eröffnet. Die Auswahl der Lieder bildete einen abwechslungsreichen Querschnitt aus der vertonten Literatur des neunzehnten Jahrhunderts mit dem Schwerpunkt auf Gedichte  „Ich segne Euch, Wälder, Täler“, „Inmitten des lärmenden Balles“ und „Es war im frühen Lenz“ von Alexei Konstantinowitsch Tolstoi, dem Cousin des bekannteren Lew Tolstoi.

Ein eigener Text „Sei klug“ und die Übersetzung  Goethes „Nur wer die Sehnsucht kennt war der Beitrag von Lev Mei. Gedichte von Afanassi Afanassjewitsch Fet „Mein Schutzgeist, mein Engel, mein Lieb“, von Aleksej Apuchtin „So bald vergessen“ und das „Wiegenlied“ von Apollon Maykow komplettierten den ersten Teil.

Auch der zweite Block wurde mit einem Klaviersolo – dem „Prelude op. 23 N 5 in g-moll von Sergej Wassiljewitsch Rachmaninoff begonnen. Die Texte stammen großteils aus dem goldenen Zeitalter der russischen Dichtung und es wurde mit dem Lied „O sing, du Schöne, sing mir nicht“ nach Alexander Sergejewitsch Puschkin, des wichtigsten Protagonisten dieser Aera gestartet.

Die Lieder „An meine Kinder“ nach Alexei Stepanowitsch Chomjakow, „Gestern begegneten wir uns“ nach Jakow Petrowitsch Polonski, „In der Stille heimlicher Nacht“ und „Nichts werde ich zu dir sagen“ nach Afanassi Afanassjewitsch Fet, „Es ist Zeit“ nach Semyon Nadson, „Flieder“ nach Ekaterina Beketowa sowie „O nein, ich bitte dich, verlass mich nicht“ nach Dmitri Sergejewitsch Mereschkowski bildeten den interessanten Rachmaninoff – Teil. Für die heitere Note sorgte „ Hattest du Schluckauf, Natascha?“,  ein Text des russischen Romantikers Pjotr Andrejewitsch Wjasemski, der es als enger Freund von Puschkin bis in dessen Versroman Eugen Onegin geschafft hat.

Es ist reizvoll, die ähnlichen Programme vom Groissböck – Soloabend und die Kunstsalon-Darbietung zu vergleichen. Unser Eindruck ist, dass der schön strömende, gepflegt und technisch perfekt klingende Bariton von Russi Nikoff gesanglich und sprachlich hervorragend für die Interpretation der gefühlvollen russischen Lieder geeignet ist und er den Vergleich mit dem internationalem Star nicht scheuen muss – der intimere Rahmen im Kunstsalon ist stimmungsmäßig jedenfalls ein deutliches Plus und der Vortrag der deutschen Texte vor den Gesangsstücken durch die Gattin von Herrn Nikoff, Mira Nikov, einer ausgebildeten Germanistin,  war ein willkommener, informativer Service.

Maria und Johann Jahnas

 

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