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WIEN/ Festsaal Gatterburggasse/ Merker-Kunstsalon: „GEMMA DI VERGY“ von Gaetano Donizetti

19.06.2015 | Konzert/Liederabende

Merker Kunstsalon: „GEMMA DI VERGY“ 18.6.

Der Kunstsalon gastierte wieder einmal im Bezirksamt Döbling mit einer interessanten Rarität, die man sonst kaum jemals zu Gehör bekommen würde. Gaetano Donizetti komponierte das Werk 1834 (Libretto von Giovanni Emanuele Bidérea basierend auf einer Tragödie von Alexandre Dumas père-Charles VII chez ses grands vassaux-die später auch noch Stoff für andere Opern lieferte). Die Uraufführung fand im selben Jahr im teatro alla scala statt, die Titelrolle wurde von der Sopranistin Giuseppina Ronzi de Begnis gesungen, für die Donizetti auch die Elisabetta in „Roberto Devereux“ kreierte. Die Oper war bis in die 1860er-Jahre recht populär und wurde in ganz Europa aufgeführt, ehe sie allmählich in Vergessenheit geriet.

Die Handlung ist ebenso tragisch wie verwickelt. Gemma  ist die kinderlose Frau des Grafen von Vergy (Bariton), der die Erlaubnis erhält, sich von ihr zu trennen, und sich wieder zu verheiraten (neue Braut ist Ida-Mezzo), um Erben zu bekommen. Beistand in ihrem Schmerz und ihrer Eifersucht leistet ihr einzig der sarazenische Sklave Tamas (Tenor), der unsterblich in sie verliebt ist. Er ersticht den Ehemann währen der Trauung vor dem Altar und tötet anschließend auch sich selbst. Zurück bleibt die unglückliche Gemma in Verzweiflung.

An diesem Abend des Merker Kunstsalons wurde eine Art Querschnitt der Oper, bestehend aus Arien und Duetten, geboten, die einen Überblick des Werks vermittelten. Die Ausführenden waren den regelmäßigen Besuchern teilweise schon bekannt, wie der Pianist Manfred Schiebel, der mit seinem temperamentvollen Spiel beinahe das ganze Orchester ersetzte. Der spanische Tenor Sergio Tallo Torres, der schon in etwa den Status eines Haustenors bei den Merkern hat , sang den Sklaven Tamas mit perfekter Technik und einer Stimme, die sich in der letzten Zeit hörbar weiter entwickelt hat. Für die Rolle der Gemma reiste die junge Sopranistin Giulia de Blasis eigens aus Italien an. Sie hat eine große Stimme mit rundem Timbre, mit der sie die leidende Heldin  in zwei großen Arien ideal interpretierte. Den abtrünnigen Ehemann gab der uns bekannte Russi Nikoff mit metallischer Stimme und viel Dramatik. Die Mezzosopranistin Flaka Goranci vervollständigte das Ensemble in der kleinen Partie der neuen Braut. Zum Abschluss des Abends sangen die vier Künstler ein großes, das Publikum mitreißendes Quartett aus dieser Oper.

Anschließend gab wieder einmal begeisterten Applaus für die engagiert mitwirkenden Sänger und den Pianisten, die dieses seltene Werk extra einstudiert hatten.

Herzlicher Dank für den Abend gebührt auch der Organisatorin sowie der Unterstützung der Gesellschaft „Freunde der Musik Gaetano Donizettis“.                              

Silvia Herdlicka

 

 

 

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