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WIEN/ Festsaal Brigittenau: BRIGITTENAUER ADVENTKONZERT

Bald wird es Weihnacht sein…

Brigittenauer Adventkonzerte am 11.12.2014

 

                        Die traditionellen Weihnachtskonzerte in der Brigittenau

Unbenannt
Thomas Schmidt

zählen inzwischen zu den beliebtesten weihnachtlichen Highlights, weil hier Besinnliches immer wieder gern mit Humor und originellen Regieeinfällen vermischt wird. Hier werden nicht die nullachtfünfzehn Weihnachtslieder, die eh schon jeder kennt, gesungen, sondern hier wird der Besucher mit einem neuen noch nie gehörten Programm überrascht, das immer wieder aufhorchen lässt. Weihnachtslieder von dem aus Thüringen stammenden Komponisten Rudolf BARON der in den „Vier Kinderlieder aus dem Weihnachts-Singspiel“, die Eltern-Kind Situation während des ersten Weltkrieges beschreibt, zählen hier wohl zu eines der seltenen Raritäten, wo Sozialkritisches mit Musik vermischt, nachdenklich – aber von einigen Textpassagen her einen ebenso auch schmunzeln lässt. Weil doch Kinder hier den Krieg oft mit ganz anderen Augen sehen.

Thomas SCHMIDT Regieeinfälle sind oft köstlich, doch eher satirisch, immer auch mit einem kleinen Hauch Sarkasmus dabei. Als Vampir verkleidet offeriert er mit dem Lied „Die Nacht geht still von Haus zu Haus“ von Horst-Heinz HENNING eine eigene Interpretation, die von der eigentlichen Bedeutung des Liedes abweicht – aber macht nichts! Originalität ist gefragt und hier fehlt es keineswegs an guten Einfällen. Wirklich komisch dargestellt auch das Lied von Paul Dessau „man liebt nicht nur zur Sommerzeit“ mit Thomas SCHMIDT und der jungen begabten Katharina LINHARD. Szenisch spielt das ganze in einem Pensionistenheim, wo Alter nicht vor Liebe und vor Torheit schützt – selten so gelacht!

 Die Verwandlungsfähigkeit der einzelnen Protagonisten auf der kleinen Bühne und mit den wenigen Requisiten ist des Weiteren zu bewundern. Flott geht es durch den ersten Teil mit Heinrich Streckers „Auf dem Eislaufplatz“ (Thomas SCHMIDT). Hier und da Besinnliches von Robert Stolz wie auch am Schluss mit „Ave Maria“. Nach 15.Minuten Pause geht es weiter, wo die Rezitationen (Thomas SCHMIDT) der einzelnen Gedichte zwischen den musikalischen Abläufen überhaupt das Nonplusultra dieser Veranstaltung ist. Denn wo werden heute noch weihnachtliche Gedichte von Morgenstern, Ringelnatz, Ernst von Wildenbruch, Alfred Beetschen und Hermine Schwabel vorgetragen. Als warmer wohlklingender Mezzosopran trat auch Anna-Katharina TONAUER angenehm in Erscheinung.

 Als wahre Klaviertastenakrobaten erwiesen sich diesmal Jong-hwa PARK und Eun-young CHOI die brillant Waldteufels „Les Patineurs“ zu vier Händen vortrugen. Aber auch die einzelnen Solisten musikalisch diesmal großartig unterstützen. Eine gute Mischung aus Klassik und leichter Unterhaltungsmusik und eine ordentliche Portion Humor bewiesen sich hier wieder einmal als glanzvolles Paradebeispiel, das Weihnachten nicht nur besinnlich, sondern auch humorvoll und manchmal sogar komisch sein kann. Viel Applaus – ein heiteres, amüsiertes und frohgelauntes Publikum werden diesmal das Brigittenauer Adventkonzert 2014 in guter Erinnerung behalten.

Manuela Miebach

 

 

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