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WELTBILD IN SIEGFRIED WAGNERS OPERN

22.10.2014 | Allgemein, buch

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Luise Gunter-Kornagel
WELTBILD IN SIEGFRIED WAGNERS OPERN
640 Seiten, Verlag Edition Moritz von Schwind

Lebenslang im Schatten seines Vaters, in seinem umfangreichen Werk weitestgehend vergessen – selten hat jemanden das Verdikt, „der Sohn des Berühmten“ zu sein und gänzlich in seinem Schatten zu stehen, so getroffen wie Siegfried Wagner (1869-1930).

Wäre er nicht Richards Sohn gewesen, möglicherweise hätte die Nachwelt den Komponisten als Spätromantiker an der Grenze zur Moderne mehr beachtet. Mochte er zu Lebzeiten auch uraufgeführt werden, in die Spielpläne schaffte er es dauerhaft nicht. Und mochte auch der „Spiegel“ etwa auch 2001 vom „späten Triumph“ einer konzertanten Uraufführung von Siegfried Wagners  „Die heilige Linde“ berichten – Nachhaltigkeit hatte es nicht.

Wer sich dennoch für das Werk Siegfried Wagners interessiert, kann auf die unglaubliche Arbeit einer einzelnen Dame zurückgreifen: Das voluminöse Buch „Weltbild in Siegfried Wagners Opern“ von Luise Gunter-Kornagel wirkt wie ein Lebenswerk, hat sie doch sämtliche Opern von Siegfried Wagner (und, ehrlich, wer wüsste schon viel mehr als den „Der Bärenhäuter“ per Namen zu nennen?) einer genauesten Beschreibung unterzogen – Inhaltsangabe, Entstehung und Hintergrund, Figurenanalyse, Interpretation, wobei sich durchaus ein breites Ideenspektrum auftut.

Der Band hat einen farbigen Bildteil, und Luise Gunter-Kornagel ist auch die Schöpferin dieser Szenenbilder und Figurenstudien zu dem Werk, in märchenhafter Manier, ziemlich im Stil des 19. Jahrhunderts, aber dort gehören die Werke ideologisch wahrscheinlich auch hin, wenn auch zwischen dem „Bärenhäuter“ von 1899 und Siegfried Wagners Tod 1930 Jahrzehnte liegen.

Neugierige Opernfreunde würden doch gerne einmal etwas von Siegfried Wagner sehen – aber mit der Wiederentdeckung von Namen von einst (Schreker oder Zemlinsky sind Beispiele dafür, dass nur einzelne Versuche in die Spielpläne „tröpfelten“) will es offenbar nicht und nicht klappen.

Renate Wagner

 

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