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WEIMAR / Mon Ami: DIE ZAUBERFLÖTE – Zauberhafte Märchenkiste

11.09.2014 | Allgemein, KRITIKEN, Oper

Weimar / Mon Ami:  Die Zauberflöte – Zauberhafte Märchenkiste

Lyric Opera Studio: Die Zauberflöte  27.8.-10.9. 2014   (Pr. 27.8.2014)

Unbenannt
Foto: Jörg Bleicher

 Das Lyric Opera Studio Weimar hatte die Weimarer in seinen Bann gezogen und zwar mit sechs Vorstellungen, die alle ausverkauft waren. Die jungen Sänger konnten mit intensiver Spielfreude unter der Regie von Damon Nestor Ploumis das Publikum aber auch sängerisch überzeugen.

Regisseur Ploumis erzählt die Oper von dem jungen Prinzen Tamino, der sich auf Geheiß der Königin der Nacht ins fremde Reich des Fürsten Sarastro begibt und schreckliche Prüfungen auf sich nimmt, um das Herz der schönen Pamina zu gewinnen, so dicht und intensiv, dass die Zuschauer geradezu miterleben, was da passiert. Immer wieder gibt es Szenenbeifall. Im Saal des Weimarer „Mon ami“ überrascht der Chor, den Regisseur Ploumis von der Empore singen lässt. Erstauntes Hälserecken und Gänsehaut sind das Resultat. Das Singspiel vom frechen Vogelfänger Papageno, der nur drei Dinge im Kopf hat: essen, trinken und seine Papagena finden, wird konsequent humorvoll umgesetzt, ohne billige Lacher produzieren zu wollen. Die Inszenierung scheut sich nicht unterhaltsam zu sein, ein sinnenfrohes Spektakel, das alle Zuschauersinne anregt. Unter dem Dirigat von Olaf Storbeck gelangen alle Vorstellungen zu fast gleichbleibender Qualität. Überzeugend waren alle Pamina-Besetzungen. Auch alle anderen Rollen waren überdurchschnittlich gut besetzt mit: David Tay, Ka Lok Henry Ngan, Maciej Ufniak, Igor Mostovoi, Colin Alexander, Dmitri Ribero, Salvador Rivas, Constandinos Tsourakis, Peter Hamon, Alexander Adams‐Leytes, Ugur Okay, Michael McLauglin, Felipe Ramos, Michael McLauglin, Aimee Allen, Atalia Malin, Erika Lehnen-Sgroi, Elaine Moreau, Hannah Ellington, Kimberley Pefhany, Jessica Ng, Leah Manning.

 Das Bühnenbild schafft eine großartige Märchenwelt. Es gibt eine wilde Riesenschlange, die den Prinzen aufspürt. Ganz in der Tradition der Wiener Zauberopern steht diese Inszenierung, deren Grundidee der Sieg der Liebe über große Gefahren ist.  Phantastisches und Reales verbinden sich ebenso wie Ernst und Humor. Gerade mit sparsamer Beleuchtung erzielen die Szenenbilder eine Märchenaura. Regisseur Ploumis präsentiert das Meisterwerk in einer faszinierenden Neuinszenierung, die mit kleiner Bühnentechnik fabelhafte Atmosphären schafft und ein Libretto neu ergründet, das in seiner Vielschichtigkeit den Anspruch auf Universalität erheben kann. So viel kann man erreichen mit deutschem Fleiß, amerikanischem Know how und griechischem Charisma.

Thomas Janda

 

 

 

 

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