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WEIMAR/ Deutsches Nationaltheater: OTELLO – Premiere

21.05.2017 | Oper

Weimar: Deutsches Nationaltheater,  Premiere: „OTELLO“,  20. Mai 2017

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Otello – Alik Abdukayumov (Jago), Alexey Kosarev (Otello), im Hintergrund: Jaesig Lee (Cassio), Larissa Krokhina (Desdemona), Sayaka Shigeshima (Emilia), Opernchor des DNT Weimar © Luca Abbiento 3000x2002px

 (Aber) Ich will „bravo“ sagen. Ganz herrlich, dieses Credo,  höchst eindrucksvoll und ganz shakespearish. (G. Verdi an A.Boito)

Dieses Kompliment will ich  an  Alik Abdukayumov  weitergeben, der eindrucksvoll mit dunklem Bariton und klarer, sinnerfassender Diktion seinen ersten Jago vorlegte und dessen Interpretation ebendieses „Credo des Boesen“, das Verdi letztendlich überzeugte den Otello zu komponieren, zum Zentralereignis des Abends wurde.

Qualitätvoll war auch die übrige Besetzung, gerade auch in den kleineren Partien.

Einen spektakulären Fechtkampf lieferten sich der stimmlich ausgezeichnete, sportlich einen 2,5 m Sprung auf die Bühne ausführende Cassio des Jaesig Lee  mit  Andreas Koch als Montano (Kampfchoreographie: Jan Krauter). Emilia und Lodovico waren mit Shayaka Shigeshima und Christoph Stegemann gut besetzt, ebenso Artjom Korotkov als Roderigo.

Die in Weimar sehr bewährte und vielseitige Sopranistin Larissa Krokhina gab mit großer, runder Stimme die Desdemona, wobei ihr die Pianostellen, vor allem auch im „Ave Maria“ besonders eindrucksvoll gelangen.

Aleksey Kosarev war der Titelheld Otello. Er bringt die besten Voraussetzungen mit, eindrucksvolle Bühnenerscheinung, tragfähige Stimme, großen Stimmumfang. Um im dramatischen Fach in die erste Reihe vorzurücken bedarf es allerdings noch Arbeit und Entwicklung. Die im Piano schön timbrierte Stimme ist im Forte und bei den dramatischen Ausbrüchen noch nicht so klangschön und eindrucksvoll, wie das möglich wäre. Da der Sänger das schwere Repertoire noch nicht lange singt, ist von ihm sicher noch sehr viel zu erwarten.

 Der sehr erfahrene und umsichtige Maestro Oleg Caetani, der für das Programmheft den Weg Verdis zum modernen Komponisten mit folgenden Worten beschrieb: „Um moderner zu sein, müssen wir die alten Meister studieren“, leitete die Staatskapelle Weimar, den Opernchor de DNT, den Extrachor aus Studierenden der Hochschule FRANZ LISZT und den Kinderchor schola cantorum vor dem Hintergrund der modernen Regie von Nina Gühlstorff.

 Christoph Karner

 

 

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