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Verdis SIMON BOCCANEGRA – mit Staraufgebot und trotzdem enttäuschend

12.09.2015 | cd, CD/DVD/BUCH/Apps

Bocc. Verdis SIMON BOCCANEGRA – mit Staraufgebot und trotzdem enttäuschend – CD Delos DE 3457

Dmitri Hvorostovsky als Simone und Ildar Abdrazakov als Fiesco – zwei solche Kaliber, da meint man doch, zugreifen zu müssen. Hvorostovsky entspricht zwar in etwa den Erwartungen, produziert allerdings ab und an etwas seltsame Höhen. Aber was um Himmels Willen war bei den Aufnahmen (8/13 in Kaunas, Litauen) mit Abdrazakov los. Dieser sonst so aufregend viril tönende Superbass klingt hier wie ein alter Mann. Gut, den verkörpert er hier zwar, aber dennoch ist der Fiesco schließlich eine der bedeutendsten italienischen Basspartien. Bloß gut, dass man durch neuere Auftritte weiß, dass das nur eine vorübergehende Phase war, die nun aber bedauerlicherweise auf CD festgehalten wurde.

Barbara Frittoli als Amelia Grimaldi ist leider auch keine Ideallösung mehr, da sie sich von ihrer einige Jahre zurückliegenden Krise nie mehr 100-prozentig erholt hat, was sich in problematischen Höhen äußert. Stefano Secco ist mit seinem sehr hellen Tenor als Gabriele Adorno solide wie immer, allerdings auch nicht mehr.

Dass Constantine Orbelian nicht das aufregende Nonplusultra eines Dirigenten darstellt, wissen wir inzwischen ohnehin, wenngleich das Kaunas City Symphony Orchestra (und Chor) recht gut aufspielt.

Schade, diese Aufnahme schien so verlockend und ist nun doch so enttäuschend und demzufolge auch nicht empfehlenswert.

Dorothea Zweipfennig

 

 

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