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UNDERWORLD: AWAKENING

30.01.2012 | FILM/TV

Ab 3. Februar in den österreichischen Kinos
UNDERWORLD: AWAKENING
(USA  /  2012)
Regie: Mans Marlind, Björn Stein
Mit: Kate Beckinsale, Stephen Rea, India Eisley u.a.

Vampire und Werwölfe, Werwölfe und Vampire, in der „Teenie-Fassung“ dieser Vorgabe haben erst kürzlich die bleichen Twilight-Helden gelitten, in der erwachsenen Fassung, die eine schier ununterbrochene Folge von Kampfszenen zu bieten scheint, tritt nun erneut die schöne, etwas älter gewordene Kate Beckinsale an. Sieht im Latex-Dress, das man ihr wieder auf die Haut schmiedet (wo sie es her hat? Das weiß keiner), mit dem wehenden schwarzen Mantel nach wie vor sehr gut und erotisch aus. Und darum geht es ja. Vor knapp zehn Jahren kam sie als Vampirin Selene (die durchaus ein liebendes Herz hat) erstmals auf die Leinwand, 2006 gab es die erste Fortsetzung, dann dachte man sich ein Prequel ohne sie aus – aber ohne Kate hat „Underworld“ nichts Wahres zu vermelden. Also ist sie im vierten Film dieser Art wieder da, und am Ende wird geradezu darauf hingewiesen, dass Teil 5 bald folgen muss…

Ja, um die Handlung von Vampiren und Werwölfen, hier Lykaner genannt, wirklich spannend zu machen, braucht man natürlich auch die Menschen, und interessanterweise dreht und wendet sich die Geschichte so, dass diese die eigentlichen Bösen und Feinde sind. Um das leise der Altern der Heldin zu motivieren, ist sie offenbar 15 Jahre lang in einem Koma-Schlaf gehalten worden, damit sie Genmaterial für die Forschungen des bösen, bösen Dr. Jacob (Stephen Rea ist ein so harmloser Typ, aber die Gefährlichkeit glaubt man ihm sofort) abzugeben. Als sie aber aus ihrem Flüssig-Sarg ausbricht, hat sie natürlich nichts von ihrer Kampfeskraft verloren. Bloß – die Zeiten haben sich geändert. Die Menschen sind dermaßen auf Vampir- und Werwolf-Jagd, dass sich die einstigen Feinde sogar zusammenschließen müssen…

Ach ja, die 15 Jahre todesähnlichen Schlafs waren auch nötig, damit Selene nun mit der Tatsache konfrontiert werden kann, dass sie ein 14jähriges Töchterlein hat: India Eisley ist lieblich, wenn normal, verwandelt sich aber scheußlich, wenn ihr vampirische Gelüste einschießen… Immerhin, jetzt sind Mutter und Tochter unterwegs, bekämpfen den Doktor, der schon Zwitterwesen in Menschengestalt mit Vampirkräften geschaffen hat, und verkünden am Ende, dass sie nun aufbrechen werden, Papa Michael zu suchen…

Man kann nur hoffen, dass den Drehbuchautoren dann etwas mehr einfällt als in diesem von dem schwedischen Regie-Duo Mans Marlind und Björn Stein etwas schematisch (nur auf düster und laut) inszenierten Teil der  „Underworld“-Saga. Dann sollte es in Michael, der aparten Vampir / Lykaner-Mischung, auch wieder ein Love-Interest für die immer noch schöne Selene geben, die hier nur kämpfen und etwas verwirrt die Mutterschaft annehmen darf.

Renate Wagner

 

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