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TORINO/Auditorium «Arturo Toscanini: Orchestra Sinfonica Nazionale della Rai: 12o Concerto della Stagione Sinfonica 2022

08.05.2022 | Konzert/Liederabende

Orchestra Sinfonica Nazionale della Rai: 12o Concerto della Stagione Sinfonica 2022 • Auditorium «Arturo Toscanini» di Torino • Konzert: 06.05.2022

Erfolgreicher Einstand

Wenige Wochen nach seinem abrupten Abgang bei den Wiener Symphonikern hat André Orozco-Estrada erfolgreich beim Orchestra Sinfonica Nazionale della Rai debütiert. Wie beim Rai Orchestra üblich, wurde das Konzert live im Radio übertragen und ist (noch) im Internet abzurufen (https://www.raiplaysound.it/audio/2022/05/Radio3-Suite—Il-Cartellone-del-07052022-e1d9aa6a-c8e2-4905-98a0-03c92b601d9b.html).

kro

Foto © Martin Siegmund /                              Foto © Ashley Klassen

Orozco-Estrada scheint die Ereignisse in Wien gut verarbeitet zu haben: Seinem Dirigat sind weder Spannungen noch sonstige negative Einflüsse anzumerken. Geradezu stürmisch und drängend beginnt der Kolumbianer den Abend mit der Ouvertüre zu Carl-Maia von Webers «Euryanthe» op. 81. Mit der am 25. Oktober 1823 im Kärtnertortheater zu Wien uraufgeführten «Euryanthe» versuchte von Weber im Bereich der romantischen, ernsten deutschen Oper ein massgebliches Werk zu schaffen. Trotz des Erfolgs der Uraufführung konnte sich das Werk nicht dauerhaft in den Spielplänen halten. Orozco-Estrada bürstet das Werk auf Effekt und erreicht einen breiten, romantischen Klang. Solist in Mozarts Violinkonzert Nr. 3 G-Dur KV 216 von 1775 ist Julian Rachlin. Der Mozart-Biograph Alfred Einstein schreibt zu diesem Werk, das Mozart im Alter von 19 Jahren komponierte: «Wenn es ein Wunder in Mozarts Schaffen gibt, so ist es die Entstehung dieses Konzertes». Rachlin begeistert das Publikum mit enormer Virtuosität und süssem Klang seiner Geige.

Der zweite Teil des Abends ist Richard Strauss gewidmet. Auf Don Juan, symphonische Dichtung für großes Orchester op. 20, lässt Orozco-Estrada die Suite aus der Oper der Rosenkavalier op. 59 folgen. Die Umstellung gegenüber dem schriftlichen Programm erfolgte, so Orozco-Estrada als er sich kurz ans Publikum wendet, im Laufe des Konzerttages. Auch den zweiten Teil des Abends beginnt der Dirigent mit einem Kavaliersstart. Trotz grosser Momente des Orchesters gelingt es leider nicht, die Spannung durchgehend zu halten.

Das auf Grund der in Italien noch geltenden Corona-Restriktionen nicht besonders zahlreich erschienene Publikum feiert den Abend begeistert.

11.05.2022, Jan Krobot/Zürich

 

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