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THE EXPENDABLES 2

26.08.2012 | FILM/TV

Ab 31. August 2012 in den österreichischen Kinos
THE EXPENDABLES 2
USA  /  2012 
Regie: Simon West
Mit: Sylvester Stallone, Jason Statham, Yu Nan, Bruce Willis, Jean-Claude Van Damme, Chuck Norris, Liam Hemsworth, Arnold Schwarzenegger, Dolph Lundgren u.a.

Als Bruce Willis am Ende Sylvester Stallone ein wirklich abgewracktes Kleinflugzeug schenkt, knurrt dieser: „I think this belongs to a museum.“ „We all do“, meint Arnold Schwarzenegger, und das ist nur ein Beispiel für viele in diesem Film, wo die Oldies, die sich bereits zum zweiten Mal für die „Expendables“ zusammen finden, ihre Selbstironie beweisen. Sie wissen, wer sie sind – und dass sie in einer Welt wie der unseren an sich wenig wert wären. Sie versuchen  trotzdem, ihren Platz zu behaupten. Und siehe da, es funktioniert. Man muss sich ja nicht auf den Mist schmeißen lassen, nur weil die anderen das wollen…

Man erinnert sich: Es ist erst zwei Jahre her, dass Sylvester Stallone es noch einmal wissen wollte. Er holte ein paar der Recken zusammen, die zusammen mit ihm jung und sehr berühmt gewesen waren, und stoppelte sie zu einer Söldnertruppe zusammen: den smarten Jet Li, den schaurig knorrigen Dolph Lundgren, dazu (nicht ganz so berühmt) Randy Couture und Terry Crews. Wobei der auf seine ruhige Art immer sympathische Jason Statham, der hier seinen engsten „Buddy“ verkörpert (und eher schweigsam am Rande bleibt), noch der „aktuellste“ der Stars ist – neben  Bruce Willis vielleicht, der sich tapfer hält. Willis erschien nur in einer Cameo-Rolle, ebenso wie Schwarzenegger, der damals noch Gouverneur war, aber schon in die „Zeit danach“ blinzelte: Leute, ich will wieder auf die Kinoleinwand…

Die „Expendables“ Teil 1 (wie man jetzt sagen muss, da die Fortsetzung da ist) war ein Action-Film über den Kampf gegen einen üblen südamerikanischen Diktator und von jenem üblichen, harten Format, für das die beteiligten Herren standen. Aber es war wohl die lockere Art, in der sich die Beteiligten (damals noch in der Regie von „Sly“ selbst) über sich selbst lustig machten, die den Erfolg des Films entschied.

Und wo die Kasse klingelt, darf man in Hollywood weitermachen – aber allzu lange Pausen empfehlen sich in diesem Fall nicht. Also ist „Sly“ Sylvester Stallone wieder da, mit geringfügig veränderter Besetzung: Immerhin hat er wieder Jason Statham freundschaftlich zur Seite, Jet Li spielt hingegen nur noch eine winzige Rolle, dafür sind Bruce Willis und Arnold Schwarzenegger größer dabei, und kein Geringerer als Jean-Claude Van Damme genießt es sichtlich, der ultimative Bösewicht zu sein. Die Truppe der entschlossenen Alten wird durch einen „Billy the Kid“ genannten Jüngling aufgeputzt: Liam Hemsworth (der Bruder des „Thor“-Titelhelden, ganz lieb und sympathisch, sagt immer „Yes, Sir“ und schießt wie ein Teufel). Und in der allergrößten Not braust ein unerwarteter Helfer herbei: Chuck Norris, leider kaum noch zu erkennen, so viel Botox hat man ihm ins Gesicht gespritzt (da waren die Ärzte bei Stallone diskreter) – die Zeit steht eben nicht still.

Schon die einleitende Szene, eine große Befreiungsaktion, ist mit jener lockeren Hand inszeniert, die auch den Rest des Films auszeichnet: Stallone engagierte diesmal Simon West als Regisseur, offenbar ist Hauptrolle spielen und inszenieren doch zu anstrengend, auch wenn man privat offiziell gerade erst 65 ist. Der Film ist, nimmt man den Dialog-Abtausch zwischen den Herren aus, eigentlich das Übliche: Die Bösen wollen Atombomben zünden, die Expendables kämpfen sich durch einen reizlosen Ostblock, um das zu verhindern. Sie haben mit dem Bösewicht auch aus persönlichen Gründen noch ein Hühnchen zu rupfen, und am Ende gibt es dann den klassischen Kampf Mann gegen Mann – hart und gänzlich unherzlich…

Immerhin bietet der Streifen diesmal einen sehr reizvollen weiblichen Aufputz: Yu Nan zählt zwar nicht zu jenen Chinesinnen, die schon im Weltkino Karriere gemacht haben, aber das kann wahrlich noch werden – ein ausdrucksvolles Gesicht, hintergründige Ausstrahlung, und das Köpfchen, das sie angeblich mitbringt, glaubt man ihr auch. Willis und Schwarzenegger bleiben am Rande und ätzen, das können sie gut, obwohl Arnie in seinen Jahren als Gouverneur weder ordentlich Englisch (der dicke Steirer-Akzent ist eigentlich katastrophal) noch schauspielern gelernt hat (gehört das nicht zum Berufsbild des Politikers?). Aber er kündigt an, wieder da zu sein, und er wird uns nicht erspart bleiben…

Man soll nicht zu viel erwarten, eine wirklich große Sache ist es nicht – aber infolge der Besetzung auch nicht wirklich Durchschnitt. Und so lange die Action und die Dialoge stimmen, können die „Expendables“ ruhig weitermachen. So gut wie die Jungspunde sind die Oldies noch lange.

Renate Wagner

 

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