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THE COLD LIGHT OF DAY

03.05.2012 | FILM/TV

Ab 4. Mai 2012 in den österreichischen Kinos
THE COLD LIGHT OF DAY
USA  /  2012 
Regie: Mabrouk El Mechri
Mit: Henry Cavill, Bruce Willis, Sigourney Weaver u.a.

Es fängt so anheimelnd an, wenn der gut aussehende junge Amerikaner Will Shaw in Spanien landet (na gut, sein Koffer ist in San Francisco zurückgeblieben, aber so etwas passiert) und Familientreffen auf einem schnittigen Boot ansteht: Mama freut sich riesig, der Bruder und hübsche Freundin sind auch da, und dass es offenbar etwas Spannung mit dem Papa gibt… diese Familienkonflikte sind ja alltäglich. Kurz, es herrscht schönste Ferienstimmung, und der krimigeeichte Kinobesucher weiß, dass da etwas schief gehen muss.

Die Katastrophe lässt nicht auf sich warten: Wie oft hat man es auf der Kinoleinwand schon erlebt? Verschwunden! Held Will ist ans Ufer geschwommen, um zu telefonieren (Papa hat nämlich unfreundlicherweise sein Handy ins Meer geworfen), denn der junge Mann hat Berufsprobleme zu Hause, aber sie erscheinen gering angesichts des Unglaublichen: Das Boot ist weg. Als er zur Polizei kommt, wird er von dieser überfallen (!). Auf einmal ist Papa wieder da, und man rast mit brüllendem Motor nach Madrid…

Dieser Papa ist immer noch der Superstar des Films, wenn er auch viel zu früh den Löffel abgeben muss: Aber Bruce Willis dachte wohl, ein paar Drehtage im sonnigen Spanien könnten nicht schaden. Und dass er angesichts der wirren Ereignisse nebenbei verkündet, er sei eigentlich CIA-Agent, erstaunt wohl keinen. Wer die Bösewichter sind, die seine Gattin und Sohn und dessen Freundin gekidnappt haben, um ihn zu erpressen, das muss Sohn Will dann allein herausbekommen: Da verendet Papa schon unter den Schüssen der Bösen, und auch die CIA-Kollegin, die Will gegenüber zuerst so freundlich tut, erweist sich sehr bald als nicht lupenrein… Das ist eine Rolle, mit der Sigourney Weaver wieder einmal (hier sehr cool und zynisch) auf der Leinwand auftaucht.

In der Folge ist es der typische Krimi von jener Art, wo der Held durchs Geschehen jagt, das Publikum hinterher, die Logik irgendwo beiseite bleibt und das Happyend nur nach sehr viel Geballere zu erzielen ist. Regisseur Mabrouk El Mechri – tunesischer Franzose, der hier seinen ersten Hollywood-Film drehen durfte – macht das alles mit viel Routine und bringt auch eine Menge Spanien (Küste und Madrid) als Kolorit ein.

Dass es ein absoluter Routinestreifen ist, liegt am eher ideenlosen Drehbuch, das nicht weiß, ob es die Israeli, die hier in der Handlung auch mitmischen, bei den Bösen oder den Guten platzieren soll.

Dergleichen baut fest auf den Hauptdarsteller, und wenn Henry Cavill (bisher einer der Helden der „Tudor“-TV-Serie und Thesus im „Krieg der Götter“) tatsächlich als der nächste Superman auf die Leinwand kommt, wie angekündigt, dann wird er wohl jenen Ruhm ernten, den er mit diesem Film noch nicht bekommt. Aber da ist auch nicht allzu viel drin.

Renate Wagner

 

 

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