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THE BOY NEXT DOOR

15.03.2015 | FILM/TV, KRITIKEN

FilmPlakat Boy next Door~1

Ab 19. März 2015 in den österreichischen Kinos
THE BOY NEXT DOOR
USA  /  2015 
Regie: Rob Cohen
Mit: Jennifer Lopez, Ryan Guzman, John Corbett u.a.

Man gibt es zu: Längere Zeit im Kinosessel vermutet man, dieser Film wurde nur gedreht, um zu beweisen, dass Jennifer Lopez noch immer ein knackiges Sexobjekt ist, sprich: Ziel männlicher Wünsche. Sie ist ja auch erst 44, wie im Internet steht, kein Alter für eine Frau heutzutage. Andererseits ist die Karriere von „J.Lo“ ein bisschen am Krumpeln, man findet sie weder dauend in den Medien noch auf den Pop-Bühnen noch im Kino. Im Grunde liegt der Fall ähnlich wie bei Madonna – gewaltige Persönlichkeiten, keine Frage, aber die angestrebten Karrieren als Schauspielerinnen wollten einfach nicht so richtig klappen.

Nun also „The Boy Next Door“: Jennifer Lopez als Lehrerin Claire in einer High School, der Traum der Jungs, wie auch anders – da geht man sogar in die Literatur-Stunden. Die geschiedene Mutter mit Sohn ist auch nicht gänzlich abgeneigt, als in der Umgebung ein junger Mann (Ryan Guzman) auftaucht, der sie offenbar faszinierend findet. Wir leben in einer Zeit, wo nicht einmal der amerikanische Film etwas gegen einen One-Night-Stand einzuwenden hat. Oder doch? Soll man gewarnt werden – dergleichen tut man besser nicht? Sonst…!

Denn was zuerst wie ein Vehikel für die nach wie vor hervorragend aussehende Jennifer aussah, die sich in der Sex-Szene durchaus freizügig gibt, wird schnell zum Thriller. Immer wieder entpuppen sich scheinbar ganz normale, gut aussehende junge Männer im Kino als schwere Psychos. Dieser Noah kommt als Schüler in die Schule und macht sich „freundschaftlich“ an Claires Sohn heran. Doch bald zeigt er sein wahres Gesicht: Man kann ja gerade eine Lehrerin gewaltig verfolgen und der Blamage preisgeben, wenn man sich von ihr abgelegt fühlt… heute, wo man alles (auch den eigenen Sex) so mühelos aufzeichnen und der Welt preisgeben kann.

Wenn der Thriller eskaliert, kommt man sich vor wie in den achtziger Jahren, wo solch vordergründig-schlichte Filme noch Angst und Schrecken erregen konnten. Für uns ist das, was Regisseur Rob Cohen hier über den mörderisch gelaunten Stalker abliefert, braver Unter-Durchschnitt, mit einem gewaltig aufgebauschten Finale, wo die Heldin dann letal rabiat wird. Selbstverteidigung natürlich. Nicht nur sexy, sondern auch „Selbst ist die Frau“. Jennifer Lopez ist wieder einmal da und lässt sich auf der Leinwand nichts entgehen.

Renate Wagner

 

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