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STUTTGART: Ballett MADE IN GERMANY – „Parade der Leckerbissen“ am 19.12.2013

Stuttgarter Ballett: „MADE IN GERMANY“ 19.12.2013 – Parade der Leckerbissen

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Köstlich dosierte Klassik-Entgleisung: Anna Osadcenko und Marijn Rademaker. Copyright: Stuttgarter Ballett

Das aus Höhepunkten für das Stuttgarter Ballett entstandenen Choreographien zusammengesetzte Programm war auch an dieser fünften und letzten Reprise so begehrt, dass noch viele weitere Vorstellungen hätten folgen können. Ein Abend, so ganz nach dem Geschmack eines Publikums, das gefordert und gleichzeitig unterhalten werden möchte. Und auch dann voll auf seine Kosten kommt, wenn wie diesmal nicht alles so golden glänzt, wie es sein und speziell von Ersten Solisten erwartet werden darf. So brachte Friedemann Vogel in dem bislang von ihm vor Ort nicht getanzten „MONO LISA“ von Itzik Galili zwar seine so unprätentiös leichte Technik ein, gab der Power-Choreographie zu einer ratternden Schreibmaschine eine geschmeidige Note, nur die Koordination mit Partnerin Alicia Amatriain, die wieder mit riskanten Spagat-Überspannungen in rasendem Tempo verblüffte, wollte nicht immer so recht klappen. Das zu beheben, sollte für solche Könner aber kein Problem sein. Auch in Douglas Lees motorisch aufgeladenem Pas de deux „FANFARE LX“ gab es Spannungen, kleine Durchhänger zwischen Hyo-Jung Kang und Alexander Jones, so dass der Kick der Choreographie nicht ganz so zum Zünden kam, wie es hier schon zu sehen war.

Keinerlei Schwierigkeiten gab es zwischen Ruiqi Yang und Pablo von Sternenfels, so reibungslos miteinander vertraut und fließend in der Setzung der Pointen präsentierte sich dieses Jung-Paar in Demis Volpis wohltuend von Elvis Presley-Evergreens umhüllten „LITTLE MONSTERS“. Neben den voll ausgeschöpften, in neue Hände gegebenen Soli „ALLURE“ (ebenfalls Demis Volpi) mit einer in Top-Form befindlichen Alicia Amatriain und „ÄFFI“ (Marco Goecke) in der überzeugend skurrilen und spannend durchgehaltenen Interpretation vom deutlich gereiften Robert Robinson ist es ein weiteres Duo, das im Zuschauerraum für Furore und nicht enden wollenden Beifall sorgte: Christian Spucks „LE GRAND PAS DE DEUX“ lässt in der erneut brillant zwischen Ernst und Komik ausbalancierten Darstellung von Anna Osadcenko und Marijn Rademaker kaum ein Auge trocken. Ergänzt von den weiteren sechs Preziosen in meist unveränderter Besetzung ist das ein prall gefüllter Geschenkkorb zu den Weihnachtstagen. Jubelstimmung im endlich wieder funktionierenden Schauspielhaus!                                                            

Udo Klebes

 

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