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STUTTGART/ Augustinum Killesberg: ADVENTSKONZERT DES RICHARD WAGNER-VERBANDES

01.12.2014 | Konzert/Liederabende

 Adventskonzert des Richard-Wagner-Verbandes im Augustinum Stuttgart-Killesberg – 3o.11,2014

MIT AUSGEWOGENER KLANGBALANCE

Zwei begabte Stipendiatinnen des Richard-Wagner-Verbandes Stuttgart stellten sich beim diesjährigen Adventskonzert vor, einfühlsam begleitet von Mark Johnston (Klavier und Violine). Die griechische Sopranistin Maria Palaska interpretierte zunächst mit hymnischer Schwungkraft „Rejoice“ von Georg Friedrich Händel. Auch die aus Serbien stammende Sopranistin Rita Varga konnte das Publikum bei diesem stimmungsvollen Adventskonzert für sich gewinnen. Die Arie „Porgi, amor, qualche ristoro“ aus der Oper „Hochzeit des Figaro“ von Wolfgang Amadeus Mozart zeigte jedenfalls ihren Sinn für eine klare melodische Linienführung. Da machte das Zuhören Spaß. Maria Palaska überzeugte bei der Arie „Una voce poco fa“ aus Gioachino Rossinis „Barbier von Sevilla“ mit gelöst dargestellter Heiterkeit des mediterranen Geistes. Auch der begleitende Pianist Mark Johnston beschwor die Reize der Opera buffa mit aufblitzenden Gesten. Selbst die Gefühlskraft der Mozartschen Tonsprache war dabei herauszuhören. Mark Johnston ließ dann als versierter Geiger bei Johann Sebastian Bachs Partita Nr. 1 h-Moll für Violine solo BWV 1002 aufhorchen. Wie der Komponist hier virtuos aus gleicher Substanz verschiedene Sätze gewinnt, machte Johnston plastisch deutlich. Das gleichmäßige Sechzehntel-Fließen im Double prägte sich tief ein. Eine anmutige Einheitlichkeit zeichnete diese Wiedergabe aus. Rita Varga machte Rusalkas „Lied an den Mond“ aus Antonin Dvoraks gleichnamiger Oper anschließend zu einem berührenden Klangereignis. Die magische Welt mit ihren bewegenden dynamischen Steigerungen konnte man so gut nachvollziehen. Maria Palaska und Rita Varga ließen beim Duett aus Mozarts „Hochzeit des Figaro“ die Arabesken und Girlanden nur so hervorsprudeln. Wie geschickt Hugo Wolf die Ausdruckssteigerung mit chromatischen Spitzfindigkeiten erreichte, beschwor Maria Palaska mit sensiblen Tönen. Das Pathos des Intimen lebte hier immer wieder neu auf. Ausufernde Harmonik, aber auch berührende gesangliche Schlichtheit kennzeichnete „Mariä Wiegenlied“ aus Max Regers „Schlichte Weisen“ mit Rita Varga. Sie erreichte auch bei den Richard-Strauss-Liedern „Morgen“, „Wiegenlied“, „Allerseelen“ und „Rosenband“ vielschichtige Klangflächen, die sich immer weiter öffneten. Da hörte man auch immer wieder neue Klangverbindungen. „Träume“ aus Richard Wagners „Wesendonck-Liedern“ gestaltete Maria Palaska mit tragfähigem Timbre. Der Unendlichkeitsdrang der erweiterten Harmonik wurde sehr gut getroffen. Die Singstimme füllte den Raum aus. Maria Palaska verlieh auch Hugo Wolfs „19. Ephiphanias“ aus den „Goethe-Liedern“ von Hugo Wolf einen geradezu ekstatisch-geheimnisvollen Stimmungszauber. Sphärenhaft leicht wirkte zuletzt der „Abendsegen“ aus Engelbert Humperdincks Märchenoper „Hänsel und Gretel“ mit Maria Palaska und Rita Varga. Sie wuchsen mit dem Pianisten Mark Johnston künstlerisch ganz zusammen. 

 Alexander Walther

 

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