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STRAVINSKY – THE FIREBIRD / THE RIDE OF SPRING – Andrés Orozco-Estrada

17.02.2016 | cd, CD/DVD/BUCH/Apps

hr SO Stravinsky PENTATONE  STRAVINSKY – THE FIREBIRD / THE RIDE OF SPRING –  PENTANONE SACD LC 12686

Befremdlich erscheint mir zunächst die englische Betitelung der beiden Werke von Igor Stravinsky, dient sie vermutlich lediglich dem Marketing dieses Sprachraums. Doch jene kleinen Vorbehalte werden sofort ausgeräumt, berauscht der grandiose Sound der vortrefflichen HYBRID-Technologie erstmals die Sinne.

Schier kammermusikalisch unglaublich instrumental erklingt die Introduction zu „Le Sacre du printemps“ jenen Impressionen aus dem vorchristlichen alten Russland. Andrés Orozco-Estrada lenkt die radikal expressiven Läufe dieser Avantgarde-Musik mit der ungemein plastisch musizierenden Frankfurt Radio Symphony in stets reelle Bahnen. In differenzierter Klangraffinesse entfalten sich die Streichinstrumente zu fein ziselierten Couleurs, wohldosiert in ihren rhythmischen Steigerungen. Geschmackvoll arrangiert formieren sich die Blechsegmente und Pauken zu den inhaltlichen Kampfspielen sowie den wilden Tanzexzessen. Frische, ja draufgängerische Spontanität überträgt der temperamentvolle Dirigent auf das bestens disponierte hr-Sinfonieorchester dem eigentlichen Namen dieses europäischen Spitzen-Instrumentariums.

In gekonnt plastischer Formung der Stravinsky-Tonsprache überrascht der bedeutende Klangkörper ebenso mit der kurzen Suite „L ´Oiseau de Feu“. Der Notentext wirkt keineswegs nüchtern referiert, sondern detailliert, dynamisch ausmusiziert und somit gewinnt die Partitur zusätzlich musikalische Dimensionen, geradezu rhetorische Qualitäten.

Für Stravinsky-Einsteiger als „Horsdoevre“ bestens geeignet. Ausgezeichnet auch die optisch-grafische Gestaltung des Albums.

Gerhard Hoffmann

 

 

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