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STETTIN/ Szczecin – Mieczysław-Karłowicz-Philharmonie : KONZERT ALEKSANDRA KURZAK – Verstreute Perlen im Goldenen Saal

23.04.2016 | Konzert/Liederabende

Polen. Verstreute Perlen im Goldenen Raum der Mieczysław-Karłowicz-Philharmonie Szczecin (2013); Konzert von Aleksandra Kurzak.

Am Freitagabend, den 22. April 2016, hatten wir die Ehre, einen Abend im modernen Gebäude der Mieczysław-Karłowicz-Philharmonie Szczecin zu verbringen, welches im Jahr 2015 eine Mies van der Rohe-Auszeichnung erhielt, in dem ein Konzert der weltberühmten polnischen Sopranistin Aleksandra Kurzak stattfand.

Aleksandra_Kurzak
Aleksandra Kurzak. Copyright: Kamila Koziol

Einnehmend ist die Tatsache, dass man auf dem Konzert Musikliebhabern begegnen konnte, die dieser großen Persönlichkeit an jeden Ort folgen, wo sie auftritt. Soll man sich darüber wundern? Auf keinen Fall, denn ich gehöre auch zu denen, die wieder mit großer Freude ihren Spuren folgten, um diesmal ein ganz anderes Repertoire zu hören. Und weil Opernsänger zufälligerweise meine nächsten Sitznachbarn im Zuschauerraum waren, stellt dieser Bericht unsere gemeinsame Meinung dar.

Schon vom ersten Moment, als Aleksandra Kurzak auf der Bühne auftauchte, zog sie zwangsläufig die Aufmerksamkeit der Zuschauer an sich – und zwar nicht nur mit ihrer Stimme, über die bereits viel gesagt wurde, oder mit ihrer Interpretation, sondern zum wiederholten Mal faszinierte sie mit ihrer außerordentlichen Fähigkeit, verschiedene weibliche Figuren ideal zu schaffen und dabei ihre unterschiedlichen Charaktereigenschaften sowie begleitende Emotionen zu zeigen. Und das alles vollbrachte sie auf demselben Platz der Bühne stehend. Wie ist das möglich?…

Wir wurden also mit Arien aus den Opern von G. Donizetti bezaubert: Norina aus „Don Pasquale“, „Lucia“ aus „Lucia di Lammermmor“ sowie mit Michaela-Arie aus „Carmen“ von G. Bizet, mit Arien aus den Opern von G. Puccini: Lauretta-Arie aus „Gianni Schicchi“ und Mimi-Arie aus „La Boheme“. Die Adriana-Arie aus „Adriana Lecouvreur“ von F. Cilea, Nedda-Arie aus „Pagliacci“ von R. Leoncavallo aber vor allem Liu-Arie aus der Oper „Turandot“ sorgten für unseren Eindruck, dass sich die vokalen Perlen auf der Bühne verstreuten…

Das war kein Konzert, sondern ein virtuelles Spektakel, in welches wir auf einem magischen Weg hineingezogen wurden und die Zuschauer konnten ihrer Begeisterung kein Ende setzen…

Aleksandra Kurzak 2 w Filharmonii w Szczecinie, 22.04.2016, fot. Kamila Kozioł
Aleksandra Kurzak, Bassem Akiki. Copyright: Kamila Koziol

Die hervorragende Sängerin wurde von dem Orchester der Stettiner Philharmonie unter Leitung von Bassem Akiki begleitet.

„Dieser Dirigent hat sehr viel Energie“. Die Energie war die Ausdruckskraft des Künstlers während dieses Konzerts und sie wurde ausgezeichnet in dem Präludium „Carmen“ von G. Bizet gezeigt – wir waren von dieser Ouvertüre hingerissen, und nachdem der letzte Ton ausgeklungen war, wollte man sagen: der Dirigent war wie ein Toreador – der Stier wurde besiegt. Zweifelsohne war das eine musikalische Perle des Freitagsabends.

Wir bemerkten die Einzigartigkeit der Ausführung von dem „Cavalleria rusticana“-Intermezzo von P. Mascagni sowie von der „Nabucco“-Ouvertüre von G. Verdi. An dieser Stelle verdienten die Solisten ein großes Danke schön. „Hat dieser Dirigent bereits diese Opern schon geleitet?“ – Natürlich. Hätte der Maestro zu der Einführung in den vierten und dritten Akt von „Carmen“ von G. Bizet etwas Feinheit und Finesse oder aber eine andere Komponente hinzugefügt, so wie das während der Posener Prämiere im Jahr 2014 der Fall war, wäre es ideal gewesen. Wobei meinen Sitznachbarn auch diese präsentierte Version sehr gut gefiel.

„Nur die Ouvertüre aus dem „Barbier von Sevilla“ war doch ein wenig zu schnell und ganz anders gelöst. Eine außerordentliche Verständigung zwischen der Solistin und dem Dirigenten. Ich muss mehr Aufmerksamkeit auf diesen jungen Dirigenten lenken“. Und das zu Recht.

Als ich die Begeisterung auf den Gesichtern der jubelnden Zuschauern beobachtete, die mehr Zugabe forderten, kann ich nur eines feststellen – das war ein sehr gelungener Abend.

Iwona Karpińska/ Wrocław

 

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