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STAATZ/ Felsenbühne: DER GRAF VON MONTE CHRISTO. Musical von Frank Wildhorn

Vom Gewitter bedroht

27.07.2019 | Operette/Musical

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Staatz/ Felsenbühne: „DER GRAF VON MONTE CHRISTO“-MUSICAL: ERFOLGREICH ABER GEWITTERBEDROHT (26.7.2019)

Man könnte glauben der umtriebige Intendant der Felsen-Bühne von Staatz, Werner Auer, habe einen Pakt mit dem Wetter geschlossen. Jedenfalls war die österreichische Erstaufführung von „Der Graf von Monte Christo“  mit Musik von Frank Wildhorn (Jahrgang 1959 und Komponist von Broadway-Erfolgen wie Jackill and Hyde oder Dracula) erfolgreich und zugleich Gewitter-bedroht wie selten. Nach ca. einer halben Stunde sah es ganz nach Abbruch aus, es fielen erste Tropfen und einige Zuschauer begannen zu flüchten. Doch dann suchte sich das Gewitter einen anderen Weg und „Der Graf von Monte Christo“ mit einer Partitur von Frank Wildhorn und mit Texten von Jack Murphy endete als Modell-Aufführung.

Die Stärke (und auch die Schwäche) ist die Bekanntheit des Stoffes. Kaum ein anderer Roman wie jener von Alexandre Dumas ist so oft gelesen, verfilmt oder als TV-Serie produziert worden. Und dadurch fällt auch die Nähe zum viel später geschriebenen Victor Hugo – Les Miserables – auf. Wie auch immer – „Der Graf von Monte Christo“ – wird in der Musical-Version als Spiel um Rache und Gerechtigkeit, als Abenteuer-Roman und Sieg der Liebe über die Vergeltungssucht inszeniert. Wobei der Regisseur Werner Auer diesmal besonders stark auf filmische Einschübe setzt; da schwimmt ein leibhaftiges Piraten-Schiff quasi auf die Bühne; und Phantasie und Wirklichkeit beginnen zu verschwimmen. Die Besetzung  unter der musikalischen Leitung von Gregor Sommer ist exzellent wie immer, wobei im Mittelpunkt der Aufführung der „Graf von Monte Christo“ – Darius MersteinMacleod – steht, der als junger Edmond Dantes ins Gefängnis kam um eine Missetat seiner Freunde zu „verdecken“. Und außerdem geht es um eine schöne Frau -Mercedes wird von Anna Burger mit viel Herzblut ausgestattet. Sehr eindrucksvoll die Gruppe der „Intriganten“: Christoph Apfelbeck als Gerard de Villefort, Werner Auer als Baron Danglars und  Florian Fetterle als Ferdinand Mondego. Gute Figur machen auch das junge Paar: Clemens Bauer als Albert Mondego und Valentine de Villefort-Lisa-Marie Sonderegger. Andre Bauer ist ein köstlicher Abbé Faria, der dem Mitgefangenen einen Weg zu unermesslichem Reichtum verschafft. Mit Totaleinsatz wieder das seit ein paar Jahren überdachte Orchester; die Choristen tanzen auch (Choreographie Eva Klug) und der ganze Ort scheint in die Herstellung der Kulissen etc. involviert zu sein.

Und noch etwas fällt auf : Staatz hat ein bunt gemischtes aber auch wirklich junges Publikum. Seit 20 Jahren gibt es die Musical- Bühne in Staatz – Werner Auer hat sich eine besonders gelungene Jubiläums-Produktion beschert, die mit Recht den Wettergott zur Nachsicht verführte.

Peter Dusek

 

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