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SOFIA/Lake Pancharevo: Kurzbericht LA DONNA DEL LAGO – Neuinszenierung

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Foto: Klaus Billand

SOFIA/Lake Pancharevo: Kurzbericht LA DONNA DEL LAGO – NI am 15. Juli 2021

 Das Sommer-Wagner-Festival der Sofia Opera and Ballet unter der Leitung von Prof. Plamen Kartaloff, „Die Musen des Wassers“ geht in diesem Jahr auf dem Lake Pancharevo mit der Rossini-Oper „La donna del lago“ – also see- bzw. wassergerecht – weiter. Kartaloff hat hier in seiner schier unbegrenzten Phantasie, ständig neue open air-Spielstätten für seine Opern-Neuinszenierungen und das Repertoire zu entdecken, eine ganz formidable neue Bühne gefunden. Der Hauptsponsor hat seit dem ohnehin schon beachtlichen „Rheingold“ des Vorjahres (Bericht in merker online) die Spielstätte auf dem Ponton am Ufer des Sees Pancharevo durch erhebliche Umbauten in eine feste Seebühne umgestalten lassen, mit einer bequemen Zuschauertribüne, die während der ersten vier Aufführungen der „Donna del lago“ und auch heute Abend praktisch ausverkauft war.

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Foto: Klaus Billand

Das selten gespielte Stück Rossinis, welches 1816 am Teatro San Carlo di Napoli seine Uraufführung erlebte, kommt in der Inszenierung Kartaloffs sehr intensiv und bildhaft eindrucksvoll daher. Kartaloff ist mit Boryan Belchev auch für das phantasievolle und der Umgebung der schottischen Highlands, hier also der den See umgebenden Hügellandschaft angepasste Bühnenbild, verantwortlich, das mit den teils opulenten Kostümen von Hristina Mihaleva-Zorbalieva die Besucher dieser romantischen Spielstätte vor den Toren Sofias beeindruckten. Lang war der Applaus.

Maria Radoeva als Gast, BBC Cardiff Singer of the World 2011, sang eine wunderbar verinnerlichte Donna del lago mit einem äußerst farben- wie facettenreichen sowie tief timbrierten Sopran, neben einer auch schauspielerisch voll überzeugenden Leistung. Die Carmen des Vorjahres in Tsari Mali Grad, Violeta Radomirska, sang und spielte einen engagierten Malcolm als Hosenrolle, mit einem auch im tieferen Register bestens ansprechenden Mezzo. Hrisimir Damyanov war ein vor allem tenoral überzeugender Uberto bzw. König Jakob V., mit leichter Anstrengung in den Spitzentönen. Besonders beeindrucken konnte der Gast Valerio Borgioni aus Italien, der den Rodrigo mit atemberaubenden Spitzentönen in den herausfordernden Arien gab. Stefan Vladimirov gab den Vater der Donna, Douglas, mit einem charaktervollen und prägnanten Bass. Unter den Chören machten besonders die Damen guten Eindruck.

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Schlussapplaus. Foto: Klaus Billand

Der bei den sommerlichen open air-Veranstaltungen Kartaloffs bereits bewährte Francesco Rosa leitete das Orchester der Sofia Opera und Ballett mit viel Rossini-Verve aus einer nun auch fest gebauten Box neben der Bühne. Akustische Anpassungen könnten die Leistungen des Klangkörpers sicher noch besser zur Geltung bringen. Ein in guter Erinnerung bleibender Abend am Lake Pancharevo, das man nun als das kleine bulgarische Bregenz bezeichnen könnte. Weitere Aufführungen am 16., 17. und 18. Juli 2021.

Klaus Billand aus Sofia

 

 

 

 

 

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