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SAFE HOUSE

22.02.2012 | FILM/TV

Ab 24. Februar 2012 in den österreichischen Kinos
SAFE HOUSE
Regie: Daniel Espinosa
Mit: Ryan Reynolds, Denzel Washington, Vera Farmiga, Brendan Gleeson, Sam Shepard u.a.

Alles an diesem Film besteht aus klassischen Thriller-Zutaten: zwei attraktive Hauptdarsteller, einer der „Gute“, der andere der „Schlimme“, wobei die Wertigkeiten sich im Laufe des Geschehens sich durchaus ändern können und Gegner zu Verbündeten werden. Eine Reihe farbiger, interessanter Nebenfiguren, die für legitime Verwirrung im Geschehen sorgen.

Dazu ein attraktiver Schauplatz – hier ist es Kapstadt, das in Luftbildern gezeigt wird, die wahrlich Lust machen, dorthin zu fahren. Wenn man drinnen steckt, ist es schon problematischer. Zelebriert wird die Gedrängtheit der Stadt (Höhepunkt für Klaustrophobiker: ein überfülltes Football-Stadion während eines Matches), das pittoreske Elend der Townships mit einer Wellblech-Hütten-Siedlung, schließlich Fahrt durch eine herrliche, dramatische Landschaft, um in einem einsamen Haus im Nowhere zu landen, wo dann der Showdown stattfindet…

Ryan Reynolds, dem man stets seine Meisterleistung in „Buried“ gutschreiben wird, spielt Matt Weston, einen jungen Agenten am Abstellgeleis, der in Kapstadt gelangweilt und genervt ein „Safe House“ der CIA hütet, in das nie jemand eingeliefert wird. Bis die Sensation passiert – Tobin Frost, legendärer freier Agent zwischen den Fronten, ein hinreißend frecher Denzel Washington, anfangs mit wilder Negerkrause, begibt sich freiwillig in den „Schutz“ der USA. Was ihm nicht bekommt: Gleich unterzieht man ihn der aus Guantanamo so unrühmlich bekannten Wasserfolter („Dürfen wir denn das?“ fragt Matt Weston erschüttert und erweist sich solcherart als liebenswertes Greenhorn, das später allerdings zeigen darf, dass es seinen Agenten-Job beherrscht).

Frost, der auf einem Chip Informationen hat, die allerlei ins Wanken bringen können, steht offenbar auf der Abschussliste vieler, die ihre Profis losschicken, um ihn auszuschalten. Folglich muss Weston, um ihn für seine CIA zu bewahren, mit ihm fliehen. Von Langley aus betrachten eine Menge Agenten und Machthaber (Brendan Gleeson, Vera Farmiga, Sam Shepard) das Geschehen von außen, und dass sie selbst verdächtige Figuren sind und keine saubere Hände haben, dafür kann man die eigenen ins Feuer legen… Durchs Feuer müssen die beiden Agenten: Der Film bietet die altbekannte Jagd, immer wieder die Bösen auf den Fersen, kaum hat man ein paar ausgeschaltet (die Superhelden-Kampf-Qualitäten der Protagonisten gehören bei Filmen dieser Art einfach dazu), sind schon die nächsten da.

Und selbstverständlich muss sich Weston mit Frost irgendwann zusammen schließen, um zu überleben. Wenn es zwischen dem Hetzen von einem Ort zum anderen gelegentlich einen Ruhepunkt gibt, kann man ihnen zusehen, wie sie sich näher kommen – der ältere, abgebrühte Agent und das Greenhorn… Reynolds, der diesmal eher unbedarft wirken darf, und Washington, souverän bis in die Fingerspitzen, spielen das sehr, sehr schön. Und die „Bösen“ sind dann die anderen… Für eine Mädel-Geschichte (Nora Arnezeder bleibt ganz am Rande) ist da kaum Zeit.

Sicherlich ist das nur die obligate Routine, die Regisseur Daniel Espinosa über die Leinwand hetzt, aber auch das muss man können. Mehr als Thriller-Unterhaltung ist nicht beabsichtigt (und Besonderes ist dem Drehbuch nicht eingefallen), mehr bekommt man nicht, aber auch nicht weniger.

Renate Wagner

 

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