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RESIDENT EVIL: RETRIBUTION

17.09.2012 | FILM/TV

Ab 21. September 2012 in den österreichischen Kinos
RESIDENT EVIL: RETRIBUTION
USA  /  2012
Regie: Paul W.S. Anderson
Mit: Milla Jovovich, Michelle Rodriguez, Sienna Guillory, Bingbing Li u.a.

Damals, im Jahre 2002, nahm man sich ein Videospiel her, und – wer hätte es geglaubt – Regisseur Paul W.S. Anderson und seine Gattin Milla Jovovich haben sich mit „Resident Evil“ einen wahren Langzeitjob gesichert. Nach Fortsetzungen 2004, 2007 und 2010 (man hat da nie viel anbrennen lassen), ist man nun bei der fünften Folge der offensichtlichen Endlos-Saga (denn am Schluß wird der nächste Teil geradezu angekündigt). Freilich werden nur die wahren Afficionados zu sagen vermögen, wie sich einer dieser Filme von den anderen unterscheidet. Für den Nicht-Fan sehen alle gleich aus. Und welche „Vergeltung“ (Retribution) diesmal geübt wird – das wissen vielleicht nicht einmal die Drehbuchautoren…

Zu Beginn erzählt Heldin Alice kurz ihre Geschichte, und das ist auch nötig, sonst kennt man sich nicht aus: Eine Organisation namens „Umbrella“ sind die Bösen, sie ist die Gute, die ewige Kämpferin. Diesmal haben die Umbrella-Leute – geführt von einer „Red Queen“, die eigentlich nur das Computerbild eines zornigen kleinen Mädchens ist – einen Virus entwickelt, der die Menschen zu Zombies macht. Also bricht Alice auf, die Welt zu retten.

Es ist überhaupt ein Frauen-Power-Film, oder genauer: Frau haut auch Frau, da werden die Weiber zu Hyänen, die Männer haben diesmal rein gar nichts zu vermelden. Um die Sache zu komplizieren, dürfen die Damen verschiedene Rollen spielen, weil sie als „Basic Models“ für computergenerierte Menschen dienen und solcherart tausendfach vervielfältigt werden können. Die schlichte Handlung möge also dadurch Spannung gewinnen, dass Heldin Alice (die auch als Mutter eines kleinen Mädchens fungiert, die ihr aus dem Gesicht geschnitten ist und in der Handlung eine zeitlang mitläuft), beispielsweise nicht weiß, ob sie Michelle Rodriguez vertrauen kann: Diese ist einmal als mitfühlende Freundin unterwegs, dann wieder als erbitterte Feindin, der man nicht im Dunkeln begegnen mag…

Im Prinzip funktioniert der Film so, wie man die anderen in Erinnerung hat: Milla Milla Jovovich rennt, in einer Art Latex-Anzug, der sich eng an ihre Formen schmiegt, durchs Geschehen, die Bösen hinterher, man kämpft (wobei ein paar chice Waffen geschwenkt werden), man siegt, weil man sich auf die Aufforderung „Surrender or die!“ natürlich nicht einlässt, man rennt weiter. Einmal ist draußen New York, dann sieht man die Kuppeln der Basilius-Kathedrale, also ist man wohl in Moskau gelandet, am Ende herrschen Eis und Schnee in Kamtschatka, wo die Bösen eine Virus-Fabrik eingerichtet haben.

Weil das Ganze enorm Sci-Fi ist, muss es auch die unappetitlichen Schleimmonster geben, die als Horror-Element einfach dazu gehören, aber am Ende ist man noch lange nicht am Ende, sondern gerade am „beginning of the end“, wie man erfährt: Da Alice, wie man ihr verkündet, die einzige ist, die sich erfolgreich mit dem Virus verbunden hat, wird sie dringend gebraucht, um die Menschheit jetzt wirklich zu retten (was hat sie eigentlich bisher getan?) – demnächst in diesem Theater.

Und das wird so lange weitergehen, als die mittlerweile 36jährige Milla Jovovich so schlank, gelenkig und attraktiv bleibt wie derzeit, und so lange, wie Regisseur Paul W.S. Anderson nicht müde wird, immer denselben Film noch einmal zu drehen. Und das Publikum nicht müde, ihn immer wieder zu sehen. Kämpfende Mädels – das macht den Männern einfach Spaß.

Renate Wagner   

 

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