Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

RAVENNA: FESTVAL RESÜMEE (Juni/ Juli)

RAVENNA/FESTIVAL: Resümee

Juni/Juli

IMG_8235
Mandela-Trilogy. Copyright: Ravenna-Festival

Das hochtrabenden und poetischen Motti noch nie abhold gewesene Ravenna Festival hatte sich diesmal ein Zitat von Nelson Mandela ausgewählt: “ Ho camminato sulla lunga strada per la libertà.“ (Ich bin den langen Weg für die Freiheit gegangen.) Diesem Motto entsprechend gab es heuer ein Gastspiel der legendären südafrikanischen Chorgruppe Ladysmith Black Mambazo, die Cape Town Opera präsentierte ihr Musical “ Mandela Trilogy “ und das italienische Jazz-Orchester MinAfric seinen Tribut “ For Mandela „.

IMG_8239

Batsheva Dance Company. Copyright: Ravenna-Festival

Es wäre aber nicht das Ravenna Festival, wenn es nicht wie immer ein extrem heterogenes, ja nahezu desperat unterschiedliches Programm geboten hätte: viel Kammermusik (Sciarrino, Foresi, Ratoci, Nono, Morton Feldmann, Bartók, Sollima etc.), Tanz (Twyla Tharp, Batsheva Dance Company und Mischa van Hoeckes Piaf-Hommage „La chanteuse des Rues“ sowie Popularmusik aus der Romagna, Apulien und Irland).

IMG_8237
Riccardo Muti mit seinen zwei Orchestern. Copyright: Ravenna Festival

Für Klassikfans stellten natürlich – trotz Konzerten von Ivan Fischer, Daniel Harding und Kent Nagano – die Auftritte des „Hausherrn“ Riccardo Muti die absoluten Höhepunkte des Festivals dar: sowohl mit seinem „eigenen“ Orchestra Giovanile Luigi Cherubini (Beethoven, Mozart, Schubert,Cappa) als auch gemeinsam mit dem Tokyo Harusai Festival Orchestra (Verdi und Boito).

Einen kuriosen nostalgischen Schlusspunkt bildete der Auftakt der Italientournée von Joan Baez im Palazzo de André.

Die Heroine der Friedensbewegung ist, wenn auch schon 75, immer noch sehr schön und erstaunlich gut bei Stimme. Die Zuschauer in der ausverkauften Arena erinnerten sich wohl auch hauptsächlich an ihre revolutionäre Jugendzeit, und sangen meistens lauthals mit. Ein wenig enttäuscht war man, dass die Bardin so gar keinen Wert auf die optische Gestaltung ihrer Darbietung zu legen schien, so dass man sich letztendlich eher wie bei einer Probe für eine kommunistische Solidaritätsveranstaltung in einer „roten Cooperative“ fühlte, als bei einem regulären Konzert.

Aber was soll’s, man hatte schließlich eine Protest-Ikone live miterlebt.

Robert Quitta, Ravenna

 

Diese Seite drucken