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PRAG/ Verdi-Festival: AIDA und DON CARLO

08.09.2013 | KRITIKEN, Oper

Prag Verdifestival 2013: AIDA Wiederaufnahme im Nationaltheater (Narodni Divadlo) am 5. Sept. 2013
DON CARLOS in der Staatsoper (Statni Opera) am 7. Sept. 2013

 Aida konnte man wieder einmal in einer ganz traditionellen Inszenierung von Steffen Piontek sehen. Nach seinen eigenen Worten wollte der Regisseur Zeit und Ort, die von Verdi und seinen Librettisten gewählt wurden, respektieren. Da die Musik das alte Ägypten so gut beschrieb, nahm man ganz bewusst Abstand von Regietheaterexperimenten.

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Jiri Sulzenko. Foto: Srdjan Stanojevic

In diesem Umfeld fühlten sich die Sänger sichtlich wohl und konnten sich zu Höchstleistungen aufschwingen. Michal Lehotsky ist ein idealer Radames mit runder, oft auch baritonal klingender Stimme mit feurig attackierenden , metallischen Höhen. Besonders eindrucksvoll war er in der großen Szene „Mortal, diletto ai Numi….Nume, custode e vindice“ gemeinsam mit dem Oberpriester Ramfis und dem Chor. Jiri Sulzenko als Ramfis ließ dabei mit einem edlen, wohltimbrierten Bass aufhorchen, der sich zudem durch eine eindrucksvolle Höhe auszeichnete. Eva Urbanova gestaltete die Amneris sehr klug und menschlich. Die große Szene, in der sie die Priester anfleht, Radames nicht zu verurteilen „Sacerdoti: compiste un delitto..“ gelang ihr besonders ergreifend.

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Eva Urbanova

In der großen Abschiedsszene „O terra addio..“ vereinigten sich dann die Stimmen von Radames und Aida, die mit rundem, großem und technisch gut geführtem Sopran von Anda-Louise Bogza gestaltet wurde, zu einem berührenden Finale. Mit „Pace t´imploro. Pace, pace, pace !“ von Amneris- Eva Urbanova-,jetzt ganz schwarz gekleidet über dem steinernen Grab stehend , gesungen, endete diese eindrucksvolle Vorstellung, umsichtig und musikalisch geleitet von Jaroslav Kyzlink. Das Orchester des Nationaltheaters und der Chor hatten daran einen vom Publikum gewürdigten entscheidenden Anteil.

 Nun noch kurz zu DON CARLO.

Auch hier Jaroslav Kyzlink am Pult, der diesmal das Orchester der Staatsoper auf bewährte Weise leitete.

Besonders hervorzuheben ist Jiri Sulzenko (der Ramfis der Aidavorstellung), der einen ganz ausgezeichneten Filippo sang und auch sehr überzeugend spielte. Er hat eine sehr schöne, edle Stimme, die er auch mit großer Musikalität und technischem Können führt. Dana Buresova stand ihm da als Elisabetta in Nichts nach. Ihre große Arie „Tu che la vanita“, die ja Auch zu einer der schönsten gehört, die Verdi geschrieben hat, war ein Höhepunkt des Abends.

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Dana Buresova

Es wäre doch schön, wenn man Sulzenko und Buresova auch einmal in Wien hören könnte. Oleg Korotkov war ein eindringlicher Großinquisitor. Don Carlo und Posa wurden von Marcelo Puente und Miguelangelo Cavalcanti gesungen.

 Christoph Karner

 

 

 

 

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