Online Merker Logo

Die internationale Kulturplattform

POMPEII

25.02.2014 | FILM/TV

FilmPlakat Pompeii

Ab 28. Februar 2014 in den österreichischen Kinos
POMPEII
USA  /  2014 
Regie: Paul W.S. Anderson
Mit: Kit Harington, Kiefer Sutherland, Emily Browning, Adewale Akinnuoye-Agbaje, Jared Harris, Carrie-Anne Moss u.a.

Zu Zeiten von Spartacus, Quo vadis, Ben Hur oder Cleopatra  waren die großen Historienfilme aus der Antike fester Bestandteil des Hollywood-Repertoires. Darüber hinaus produzierten die Italiener „Sandalenfilme“ im großen Stil (in der Quantität, nicht der Qualität). Im Jahre 2000 brachte Russell Crowe die Welt als „Gladiator“ zum Weinen und holte sich den „Oscar“, aber trotz „Troja“ (2004) konnte von einem Wiederaufleben des Genres nicht die Rede sein. Nur im Fernsehen hat „Rome“ Freunde gefunden…

Tatsächlich tröpfeln „Römerfilme“ nur als Ausnahme in die Kinos. Und sie müssten viel, viel besser sein als nun „Pompeii“, um hier zu reüssieren und das Publikum wieder auf den Geschmack zu bringen, wie spannend und pittoresk Geschichte ist… Und man dürfte auch nicht in der Besetzung so zweitrangig agieren: Paul W.S. Anderson hat hauptsächlich die „Resident Evil“-Horror-Sci-Fi-Filme mit seiner Gattin Milla Jovovich gedreht, und ein männliches Nachwuchs-Sternchen, das es bisher nur zu „Game of the Thrones“ gebracht hat, verfügt nicht über das Kaliber, als Hauptdarsteller einen großen historischen Katastrophenfilm zu tragen…

Immerhin bemüht sich das Drehbuch, dem großen Ausbruch des Vesuvs im Jahre 79 n.Chr. ein bisschen römischen Background zu geben. Die Handlung beginnt gut ein Dutzend Jahre davor, als die Römer in Britannien wüten und alle, die sie nicht ermorden, in die Sklaverei verschleppen. Auch einen kleinen Jungen, dem man dann – Schnitt über mehr als ein Jahrzehnt – als Gladiator wieder begegnet. Der Schauplatz ist dann schon die luxuriöse Provinzstadt Pompeii, und alle nötigen Figuren kommen gleich zu Beginn zusammen.

Milo (Kit Harington, wie gesagt nicht sehr fesselnd) sieht die reiche Kaufmannstochter Cassia (hübsch, aber nicht sonderlich einprägsam: Emily Browning), sie wirft die Blicke zurück – aber der hochmütige römische Senator, den sie abweisen will, der sie aber durch Erpressung zur Frau begehrt, ist genau jener Mann, der in Britannien Milos Eltern ermordet hat… Gespielt wird er von Kiefer Sutherland, der seit seiner einzigen großen Zeit als „Verlobter“ von Julia Roberts fast von der Leinwand verschwunden ist, als Sprecher für Animationsfilme und dann im Fernsehen Unterschlupf fand und hier in seiner ersten größeren Filmrolle seit langem einen fiesen, aber nicht sehr eindrucksvollen Bösewicht abgibt.

Nun läuft die Handlung auf zwei Ebenen – die unmögliche Liebe zwischen Gladiator/Sklaven und edler Römerin und die Szenen rund um die Arena, wobei Milo und der Schwarze Atticus (vollmundig und kraftvoll: Adewale Akinnuoye-Agbaje) eine Zelle teilen und nach anfänglichen Macho-Positionskämpfen einander freundschaftlich begegnen – und dann in der Arena auf Leben und Tod gegeneinander kämpfen sollen…

Aber wozu gibt es denn den Vesuv, der erst bedrohlich grumpelt und dann jenen grauenvollen Ausbruch inszeniert, der einen echten Katastrophenfilm mit einstürzenden Neubauten und auseinander brechenden Straßen bietet, was eben dazu gehört. In 3 D natürlich… das ist dann auch mit ein paar starken Effekten inszeniert.

Und wenn es unser Pärchen – so sehr man es auch hoffen mag und es auch den Anschein hat – doch nicht ins Überleben schafft, so wenigstens in die Unsterblichkeit: Sie hat man in der Lava, so erzählt der Film am Ende, als eng umschlungenes Liebespaar gefunden…

Komisch, früher waren Römerfilme schöner.

Renate Wagner

 

Diese Seite drucken