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WENER STAATSOPER: WAS PLANT BOGDAN ROSCIC FÜR SEINE ERSTE SAISON? EINKAUFSBUMMEL IN DER REGIETHEATER-BOUTIQUE, BETRACHTUNGEN ZUM SPIELPLAN

EINKAUFSBUMMEL IN DER REGIETHEATER-BOUTIQUE

(Heinrich Schramm-Schiessl)

„Staatsoper 4.0“, das war das Schlagwort mit dem der damalige für Kultur zuständige Minister Thomas Drozda im Dezember 2016 den neuen Staatsoperndirektor Bogdan Roscic präsentiert hat. Es ist ihm damit zweifelsohne ein Überraschungscoup gelungen, denn den Chef von Sony-Classical hatte eigentlich niemand auf der Rechnung. Es wäre nicht Wien gewesen, hätte man sich nicht sofort daran erinnert, dass er einen für Opernfans dunklen Punkt in seiner Vita hat, nämlich den des Chefs des Popsenders Ö 3. Lange hüllte er sich in Schweigen. Auch ein Interview, das er Joan Holender für den Privatsender „Servus TV“ gab, brachte wenig Erhellendes. Insbesonders der Begriff „Staatsoper 4.0“ blieb weiter im Dunklen. Erst in Interviews für die Tageszeitungen „Kurier“ und „Presse“ gab er zu, damit selbst nichts anfangen zu können und dies offenbar ein Marketing-Gag Drozdas war.

Lange hielt er sich auch über seine Pläne bedeckt. Einzig drei Persionalentscheidungen gab er bekannt. Die erste, nämlich den Musikchef der Pariser Oper Philippe Jordan zum Musikchef des Hauses am Ring zu ernennen, war weitgehend unumstritten. Anders sieht es mit der Bestellung des Chefdramaturgen und des Ballettchefs aus. Ersterer wurde Sergio Morabito, langjähriger Assistent und Wegbegleiter des Regisseurs und ehemaligen Intendanten der Stuttgarter Oper Jossi Wieler, letzterer Martin Schläpfer, zuletzt Ballettchef der Deutschen Oper am Rhein. Mit Morabito ist nicht nur zu befürchten, dass einerseits das sogenannte Regietheater in seiner exzessiven Form Schwerpunkt der Neuinszenierungen sein wird und andererseits wir es vermehrt mit Inszenierungen von Wieler, die ja alles andere als unumstritten sind zu tun haben werden. Schläpfer hingegen gilt nicht gerade als Freund des klassischen Balletts, das gerade in Wien sehr beliebt ist. Da mich Ballett aber nur am Rande interessiert und meine Kenntnis darüber eher gering ist, werde ich darauf nicht weiter eingehen.

Nun ist es also soweit. Bogdan Roscic hat die Pläne für seine erste Saison präsentiert und zum Teil auch schon einen Ausblick auf spätere Spielzeiten gegeben. Ich möchte mich in diesem Artikel auf die Saison 2020/21 beschränken. Es gibt 10 Premieren, wobei nur zwei davon echte Neuinszenierungen, also speziell für das Haus erarbeitete Inszenierungen, sind (Das verratene Meer, Parsifal). Eine Produktion (L’incoronatione die Poppea) ist eine Koproduktion mit den Salzburger Festspielen, was durchaus Tradition hat. Die restlichen Produktionen sind zwar neue Inszenierungen für die Staatsoper.wurden aber bereits zum Teil mehrfach an anderen Häusern gezeigt. Man könnte das auch einen Einkaufsbummel in der Regietheater-Boutique bezeichnen. Mit einer Ausnahme  – Mozarts „Entführung“ – handelt es sich dabei um Werke, die aktuell im Repertoire stehen.

Das kommt an sich nicht überraschend, denn es war eine der ersten Ankündigungen von Roscic, dass er Regisseure ans Haus bringen wird, die weltweit tätig sind, aber noch nie in Wien gearbeitet haben. Dagegen ist ja grundsätzlich nichts einzuwenden – es handelt sich durchaus um Namen die die Augen der Regie-Affocinados zum Leuchten bringen – aber man könnte sich für ein Haus vom Rang der Wr. Staatsoper erwarten, dass diese Künstler hier Inszenierungen neu erarbeiten und wir nicht bereits an verschiedenen Häusern gespielte Produkte serviert bekommen.

Neben diesen Premieren gibt es auch noch drei Wiederaufnahmen und eine musikalische Neueinstudierung (Rosenkavalier). Besonders erfreulich ist, dass wir unsere alte Ponelle-Inszenierung von „Le nozze di Figaro“ wieder bekommen, die wahrscheinlich beste Inszenierung dieses Werkes die es je gegeben hat. Die beiden anderen Wiederaufnahmen betrifft die Kupfer-Inszenierung von „Elektra“ und den französischen „Don Carlo“ in der Konwitschny-Inszenierung. Zur kritisieren ist allerdings, dass zumindest in der kommenden Saison nur die französische Fassung des Werkes und nicht auch die beim Publikum viel beliebtere italienische gespielt wird.

Interessant ist, dass lediglich 41 Werke am Spielplan stehen, ca. um zehn weniger als bisher. Sehr spärlich das Angebot an Wagner-Opern. Die Neuinszenierung des „Parsifal“ sowie „Die Walküre“ und „Lohengrin“ – kein kompletter „Ring“ und auch nicht – schon länger vermisst – „Holländer“, „Meistersinger“, „Tristan“ und „Tannhäuser“.

Interessant auch, dass es, soweit ich es überblickt habe, erstmals seit der Wiedereröffnung des Hauses keinen „Fidelio“ gibt. Dass die Katastrophe der Urfassung nicht mehr kommt, war ja von Anfang an klar.

Musikchef Philippe Jordan wird fünf Werke dirigieren, ansonsten gibt es einige Wiederkehrer (Bertrand de Billy, Franz Welser-Möst, Cornelius Meister und Adam Fischer), einige Debutanten und zahlreiche schon in den letzten Jahren Tätige.

Bei den Sängern gibt es zahlreiche neue Namen und auch einige, die in den letzten Jahren selten bis gar nicht in Wien aufgetreten sind. Stellvertretend seien hier Tanja Ariane Baumgartner, Michael Spyres, Javier Camarena, Michael Fabiano, Georg Zeppenfeld und Albert Pesendorfer genannt.

Die absoluten derzeitigen Topstars sind größtenteils vertreten, zum Teil in zumindest für Wien neuen Rollen und auch die Fans von Placido Domingo dürfen sich freuen. Ob Günther Groissböck nach der Absage der Bayreuther Festspiele, wo er seinen ersten Wotan singen sollte, allerdings diese Rolle jetzt in Wien singen wird, bleibt abzuwarten.

Von den bisher den Wiener Spielplan bestimmenden Sängern sind viele auch weiter im Engagement, nicht wenige fehlen allerdings.

Die Premierenbesetzungen sind positiv durchschnittlich, wirkliche Knüller gibt es eigentlich nicht. Einen besonderen Stellenwert hat sicher der „Macbeth“ durch Anna Netrebko und am ausgeglichtesten erscheint der „Parsifal“ auch wenn man dem Debut von Elina Garanca als Kundry doch mit Ungewissheit entgegensehen muß.

Wie alle seine Vorgänger wird man Bogdan Roscic an dem zu messen haben, was man tatsächlich auf der Bühne hören und sehen wird. Er ist keinesfalls der Wunderwuzi als den ihn manche – ich nicht – schon gesehen haben aber man muss auch nicht in Verzweiflung verfallen. In jedem Fall ist noch ziemlich viel Luft nach oben.

Ein Anmerkung zum Schluss: Dieser Artikel ist unter der Voraussetzung geschrieben worden, dass das Programm in der vorgelegten Form stattfindet, was allerdings in Hinblick auf die Corona-Krise nicht sicher erscheint.

Heinrich Schramm-Schiessl

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Zum Spielplan der Wiener Staatsoper 2020/21. Betrachtungen von Dr. Klaus Billand


Bogdan Roscic. Copyright: Lalo Jodlbauer

Nun ist sie also bekannt, die erste Saison unter der neuen Staatsopern-Direktion von Bogdan Roščić. Und der erste Eindruck ist zumindest für mich ein rundum positiver. Meine folgenden  Kommentare basieren nur auf dem Saison-Buch 2020/21, da ich ORF III hier auf Teneriffa nicht empfangen kann. Zunächst einmal ist es erfreulich, dass ein Haus wie die Wiener Staatsoper nun mit zehn Premieren aufwartet, statt der mageren fünf bisher, auch wenn dabei einige keine Neuinszenierungen sind. Aber, was soll’s, warum kann man etwas anderswo Gelungenes nicht auch für das Gros des Wiener Publikums als Neues anbieten?! Das ist mir sogar viel lieber als eine Wiener Neuinszenierung, die so daneben geht wie neulich die „Leonore“ oder 2017 der „Parsifal“ von Alvis Hermanis, mit der man unter Wiener Normalbedingungen etwa zehn Jahre leben müsste. (Ich habe mich immer schon gefragt, warum man nicht mal nach Linz geschaut hat, die so viele Neuinszenierungen bringen und damit auch noch Erfolg haben).

Als Freund des Wagnerschen Oeuvres wäre ich damit auch schon bei meiner sicher eingeengten Betrachtung des Spielplans, zu dessen vollständiger Beurteilung andere sicher viel berufener sind. Es ist sehr zu begrüßen, dass der verklemmte, langweilig bis nervige und dennoch wohl sehr teuer gewesene Hermanis-Steinhof-„Parsifal“ nun wieder verschwindet, gegen den sogar der Mielitz-Vorläufer streckenweise eine szenische Offenbarung war – trotz der immer wieder aufscheinenden DDR-Aufarbeitung, die es damals allerdings auch schon fast 15 Jahre nicht mehr gab. Dass eine Produktion in Wien schon nach nur drei Jahren zurück gezogen wird, ist nicht mal in Bayreuth möglich, wo es frühestens nach vier Jahren geht, früher immer erst nach fünf oder sechs.

Erfreulich wäre es m.E. gewesen, statt des „Tristan“ in der folgenden Saison auch gleich den zweiten Steinhof-Wagner, den unsäglichen „Tannhäuser“ des auf verkopften Psycho-Inszenierungen mit regelmäßiger Personenverdoppelung stehenden Claus Guth zu entsorgen. Aber vielleicht hält man sich das ja für später vor. Erfreulich finde ich, dass der eigentlich auch nicht mehr anzusehende 08/15 „Ring“ von Sven-Eric Bechtolf langsam abgebaut zu werden scheint. Oder wie ist die alleinige Aufführung der „Walküre“ zu verstehen?! Bei mir ist natürlich der Vater des Gedankens, dass man begonnen hat, an einer Neuinszenierung des „Ring“ zu arbeiten – es wäre nur zu schön, um wahr zu sein. Denn es ist absolut wünschenswert. Ein Haus wie das am Ring kann bzw. sollte sich kaum eine oder zwei Saisonen ohne Wagners Tetralogie genehmigen, wo doch an vielen B-Häusern zum Teil recht gute zu sehen sind. Im Zuge der von Bogdan Roščić selbst so formulierten „Erneuerung des Wagner-Repertoires“ sollte er sodann auch mittelfristig an den Bierhumpen-„Lohengrin“ von Andreas Homoki gehen, den man auch nur noch aushalten kann, wenn die Ersten ihres Fachs auf der Bühne und am Pult stehen.

Das neue Team hat bei den Opernpremieren bedeutende Vertreter der ersten Liga der Regisseure verpflichtet, wie Neuenfels, Tcherniakov, Wieler/Morabito, Bieito, Stone, Kosky und Serebrennikov, der bekanntlich unter ungewöhnlichen Bedingungen arbeiten muss und dessen „Parsifal“ damit erst recht zu einem interessanten Interpretationsversuch werden könnte. Bei Frank Castorf für „Faust“ kann man sich auf seinen Ausstatter Aleksandar Denic freuen, ohne dessen Bühnenbilder, für die er völlig zurecht auch prämiert wurde, der letzte Bayreuther „Ring“ sich wohl nicht lange hätte halten können. Castellucci und Warlikowski würden sich noch empfehlen, aber das kann ja noch kommen…

Äußerst erfreulich ist, dass Günther Groissböck nun doch schon bald als „Walküre“-Wotan debutieren wird, nachdem es wegen der Covid 19-erzwungenen Absage der Bayreuther Festspiele ja nicht dazu kommen konnte und er damit auch endlich den Wiener „Haus-Wotan“ ablöst. Ob Martina Serafin eine „Walküre“-Brünnhilde sein kann, wäre wohl erst noch abzuwarten. Gespannt kann man natürlich sein auf die Kundry von Elina Garanca, den Amfortas von Ludovic Tézier und erfreulich natürlich der Parsifal von Jonas Kaufmann, der ihn ja schon in München 2018 und, wie ein eifriges Merker-Forums-Mitglied richtigerweise gleich heute früh anmerkte, auch schon in Zürich 2006, New York und Wien 2013, Sydney 2017 (konzertant) gesungen hat. Sein erneuter Wiener Parsifal ist also, de facto, keine Überraschung.

Sehr gespannt bin ich auch schon auf die Prudenskaya als Herodias und Evgeny Nikitin als Jochanaan. Mir fehlt unter den neuen Sängerinnen Elisabet Strid – aber was nicht ist, kann ja noch werden. Hocherfreulich ist jedenfalls, dass – wie eh schon bekannt war – die großartige „Elektra“-Produktion von Harry Kupfer wieder zurückkehrt. Sie hat das Zeug, eine Kult-Produktion ähnlich wie die Wallmann-„Tosca“, die Barlog-„Salome“ oder der Schenk-„Rosenkavalier“ zu werden. Gott allein weiß, warum die weg „musste“…

Was die Wallmann-„Tosca“ angeht, so kann es wohl nicht anders als ein Casting-Glanzstück des neuen Teams gewertet werden, dass es gelang, für drei „Tosca“-Serien gleich die Netrebko, die Yoncheva und die Harteros verpflichtet zu haben, Staatsopern-standesgemäß!

Und last but not least, ja alles andere als ast, die Staatsoper hat wieder einen Musikdirektor! Und zwar einen sehr guten, erfahrenen und dazu noch bescheidenen und sympathischen Künstler, Philippe Jordan. Das eröffnet nach vielen Jahren des Durchhängens auf diesem so wichtigen Gebiet wieder eine ganz neue Dimension. Kurzum, das neue Team verdient schon jetzt einiges Lob, und man sollte ihm mit ersten Beurteilungen weit mehr Zeit geben als die berühmten ersten 100 Tage, wohl eine ganze Saison!

Klaus Billand, 26.4.2020

 
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TODESFÄLLE – STAND MAI 2020

TODESFÄLLE – STAND MAI 2020

Zusammenstellung der Liste: Walter Nowotny

 Sir John TOOLEY ist am 18.3.2020 verstorben

 Geboren am 1. Juni 1924 in Rochester (Kent); Biographie des ehemaligen Generaldirektors der Covent Garden Oper London auf Englisch: https://en.wikipedia.org/wiki/John_Tooley

 

Edward H. TARR ist am 24.3.2020 in Rheinfelden (Baden) verstorben

 Geboren am 15. Juni 1936 in Norwich (Connecticut); er war Schüler der Orchestertrompeter Roger Voisin (Boston Symphony Orchestra) und Adolph Herseth (Chicago Symphony Orchestra). 1959 zog er nach Europa, um an der Universität Basel Musikwissenschaft zu studieren. 1972-2001 unterrichtete er sowohl an der Musikhochschule Basel als auch an der Schola Cantorum Basiliensis. 1985-2004 war er Direktor des Trompetenmuseums Bad Säckingen. Ab 2005 hatte er eine Professur an der Hochschule für Musik Karlsruhe inne. 2013 wurde ihm durch die Europäische Kulturstiftung Pro Europa der Europäische Solistenpreis verliehen. Edward H. Tarr lebte mit seiner Frau Irmtraud Tarr im Ortsteil Eichsel von Rheinfelden. Edward H. Tarrs Repertoire umfasste neben Schwerpunkten aus der Barockzeit und der Romantik auch zeitgenössische Kompositionen. Der Komponist Mauricia Kagel widmete ihm eine Reihe von Werken. Als Musikforscher war Tarr Herausgeber zahlreicher Urtextfassungen bekannter Trompetenkonzerte, sowie der Komplettausgabe der Trompetenwerke von Giuseppe Torelli. Weiterhin wirkte er an der Entwicklung neuer Instrumentenmodelle (mit Yamaha in Hamamatsu) und an der Rekonstruktion historischer Blechblasinstrumente (mit Meinl und Lauber in Geretsried sowie Adolf Egger und Sohn in Basel) mit. Als Autor hat er mehrere Bücher verfasst, darunter das Standardwerk „Die Trompete“. Über 50 Originalwerke aus dem Bereich Alte Musik gab Edward Tarr in der Reihe Brass Collection Edward H. Tarr, erschienen im Musikverlag Martin Schmid Blechbläsernoten, heraus.

 

Wolfgang MARSCHNER ist am 24.3.2020 verstorben

 Geboren am 23. Mai 1926 in Dresden; er entstammte einem alten Musikergeschlecht, dessen berühmtester Vertreter der Opernkomponist Heinrich Marschner (1795–1861) ist. Als Vierjähriger wurde er jüngstes Mitglied der Orchesterschule der Staatskapelle Dresden. Als er neun Jahre alt war, debütierte er mit Tartinis Teufelstriller-Sonate und setzte seine Studien mit vierzehn Jahren am Mozarteum Salzburg fort, wo er, inspiriert von Vása Príhoda, Clemens Krauss und Ermanno Wolf-Ferrari, sein 1. Divertimento für Streichquartett unter der Leitung des Ersten Konzertmeisters des Mozarteum-Orchesters aufführte. Mit knapp siebzehn Jahren wurde Marschner zum Kriegsdienst zwangsverpflichtet und konnte erst nach Kriegsende sein Studium in Hamburg bei Erich Röhn, dem exzellenten Konzertmeister der Berliner Philharmoniker, fortsetzen. Gleichzeitig wurde er mit neunzehn Jahren Solist, Konzertmeister und Zweiter Dirigent des Opernhaus-Orchesters Hannover und spielte das Violinkonzert von Brahms mit Franz Konwitschny, der ihn zu weiteren Konzerten mit der Staatskapelle Dresden und dem Gewandhausorchester Leipzig verpflichtete. 1947 wurde er Konzertmeister des WDR Sinfonie-Orchesters Köln, mit dem er die deutsche Erstaufführung des Violinkonzertes von William Walton spielte und über Nacht als Dirigent die Produktion der Operette Ein Walzertraum von Oscar Straus mit der Wiener Sängerin Gretl Schörg übernahm.

Mit sechsundzwanzig Jahren wurde Marschner Professor an der Folkwang-Hochschule Essen und lehrte 1958-63 an der Musikhochschule Köln. Als Primarius des Kölner Streichquartetts mit Maurits Frank, dem Cellisten des Amar-Hindemith-Quartetts verband er die weltweiten Engagements des Quartetts in universeller Manier mit seinen Aufgaben als Solist, Dirigent, Komponist und Pädagoge. Als ein Vertreter der deutschen Geigenschule war er auch Professor an der Tokio University of Fine Arts and Music und ab 1963/64 an der Musikhochschule Freiburg im Breisgau. Meisterkurse gab Marschner unter anderem in Peking, Ankara, London, Weimar, Warschau, auf Schloss Lancut in Polen und in St. Petersburg. Er war Juror vieler internationaler Wettbewerbe und gründete 1976 in Freiburg i.Br. den Internationalen Violin-Wettbewerb „Ludwig Spohr“. Er hatte in den 1970er Jahren sein eigenes „Kammerorchester Wolfgang Marschner“,. Marschner gründete die „Deutsche Spohr Akademie“ (internationale Meisterkurse für Violine, Viola, Violoncello), und im Schwarzwald gibt es seit 1976 das Marschner-Festival Hinterzarten zur Förderung junger Künstler mit der Aufführung wenig gespielter Meisterwerke der Kammermusik für Streicher. Diese findet seit 1992 in Verbindung mit einem drei-jährlichen Internationalen Marschner-Wettbewerb für Violine und Viola sowie mit dem von Marschner initiierten Internationalen Geigenbau- und Geigenklangwettbewerb „Jacobus Stainer“ statt. Marschner leitete weiter als Direktor die „Pflüger-Stiftung“, die eine Spezialschule in einem eigenen Gebäude mit eigenen Lehrkräften unterhält, und die jugendliche Streichmusiker bis zum 16. Lebensjahr unterrichtet und ihre Schüler sowie Gäste im kammermusikalischen Zusammenspiel fördert. Federführend war Marschner weiters im Freiburger Mario Musik Verlag. Ein dringendes Anliegen war es Marschner, sich dem Studium der vor 1945 in Deutschland verbotenen Neuen Wiener Schule mit dem Mittelpunkt Arnold Schönberg zu widmen. Sein Weg führte über den „Kranichsteiner Musikpreis“ 1954 zu vielen Werken der Vertreter dieses Kreises und ihren Nachfolgern.

 

Roberto ANDREOZZI ist am 30.3.2020 in der Nähe von Toulon verstorben

 Geboren am 17. August 1932 in La-Seyne-sur-Mer (Departement Var); er arbeitete zunächst als technischer Zeichner, ließ dann aber seine Stimme an den Konservatorien von Toulouse und Paris ausbilden. 1960 debütierte er unter dem Künstlernamen Robert Marviaux am Théâtre Mogador Paris als Ajax II. in der Offenbach-Operette »La belle Hélène«. Noch im gleichen Jahr 1960 wurde er an die Opéra-Comique Paris berufen, an der er (jetzt unter seinem wirklichen Namen) als Beppe im »Bajazzo« debütierte und für mehr als zehn Jahre blieb. Er verlegte sich hier vor allem auf die Interpretation von Buffo- und Charakterpartien für Tenor und sang den Basilio in »Le nozze di Figaro«, den Franz in »Hoffmanns Erzählungen«, den Bardolfo im »Falstaff« von Verdi, den Remendado in »Carmen« und den Schmidt in Massenets »Werther«. Hinzu kam eine große Karriere auf dem Gebiet der Operette, wobei er sich vor allem in Operetten von Jacques Offenbach auszeichnete und seine schauspielerische Begabung immer wieder bewundert wurde. Seit 1962 trat er auch an der Pariser Grand Opéra auf (Antrittsrolle: Wirt im »Rosenkavalier«). Regelmäßige Gastspiele führten ihn an die großen Theater in der französischen Provinz und an die Oper von Monte Carlo, wo er den Pedrillo in der »Entführung aus dem Serail«, aber auch Partien aus dem lyrischen Fachbereich übernahm, so u.a. den Ferrando in »Così fan tutte«, den Jean in »Le Jongleur de Notre-Dame« von Massenet und den Schuiskij im »Boris Godunow«. Er erhielt eine Professur am Konservatorium von Aix-en-Provence, setzte aber seine Bühnentätigkeit, in erster Linie im Bereich der Operette, noch bis Ende der achtziger Jahre fort.

Schallplatten: Philips (Opernquerschnitte), Adès (Gesamtaufnahme von Massenets »Werther«).

 

Zoltán PESKÓ ist am 31.3.2020 in Budapest verstorben

 Geboren am 15. Februar 1937 in Budapest; er stammte aus einer lutheranischen Kirchenmusikerfamilie, sowohl sein Vater (Zoltán Peskó senior, 1903–67) wie sein Bruder György Peskó (1933–2002) waren Organisten. Zoltán absolvierte ein Musikstudium in seiner Heimatstadt an der Franz-Liszt-Musikhochschule und arbeitete zunächst als Dirigent und Komponist von Film- und Bühnenmusiken beim ungarischen Nationaltheater und Fernsehen, daneben unterrichtete er an der Universität für Theater- und Filmkunst. Im Januar 1964 kehrte er von einer Konzertreise nicht mehr nach Ungarn zurück. Er besuchte in Italien und der Schweiz. An der römischen Accademia Nazionale di Santa Cecilia war er Kompositionsschüler von Goffredo Petrassi, im Dirigieren Schüler von Franco Ferrara und Sergiu Celibidache, danach studierte er 1965 in Basel bei Pierre Boulez. In Rom trat er 1965 erstmals ans Pult des römischen Sinfonieorchesters der RAI. 1966-73 wirkte er an der Deutschen Oper Berlin und bekleidete eine Dozentenstelle an der dortigen Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst. Sein Debüt 1970 an der Mailänder Scala (wo er im selben Jahr Odysseus von Dallapiccola, Prokofjews Der feurige Engel und Mozarts La finta giardiniera dirigierte) bildete den Auftakt zu einer internationalen Karriere. Diese begann bei den Berliner Philharmonikern, dem BBC Symphony Orchestra und dem Royal Concertgebouw-Orchester in Amsterdam. Zahlreiche Gastkonzerte führten Peskó durch Europa, nach Südamerika, in die damalige Sowjetunion sowie die Vereinigten Staaten. Im Jahr 1973 wurde er Chefdirigent des Teatro Comunale in Bologna, drei Jahre später übernahm er dieselbe Position am Teatro La Fenice in Venedig, und 1978-83 leitete er das Orchester des Italienischen Rundfunks RAI in Mailand. 1977-80 restaurierte er Salammbó, die erste (unvollendete) Oper von Modest Mussorgski, die er im November 1980 in Mailand konzertant uraufführte und deren erste szenische Aufführung unter der Regie von Juri Ljubimow im neapolitanischen Opernhaus San Carlo er leitete. Von 1995 bis zum August 1999 wirkte er als Generalmusikdirektor an der Deutschen Oper am Rhein; 2001-05 war er Musikdirektor des Portugiesischen Symphonischen Orchesters und des Lissaboner Opernhauses Sao Carlos. Dort dirigierte er unter anderem Die Zauberin, eine vielbeachtete Wiederausgrabung der fast nie gespielten Oper Tschaikowskis. Ab 2000 leitete er den Meisterkurs für junge Dirigenten des Bartók-Festivals von Szombathely, wo er 2007 mit der Ungarischen Nationalphilharmonie das Schlusskonzert dirigierte. 2009-11 leitete er die Pannonische Philharmonie in Pécs (Fünfkirchen). Eines seiner letzten Konzerte war die Aufführung von Liszts Oratorium Christus mit der Pannonischen Philharmonie im Wiener Stephansdom (2011). Regelmäßig wurde Peskó zu den großen europäischen Musikfestivals eingeladen und war in den Musikmetropolen Europas ein häufiger Gast. Seine Tätigkeit als Konzert- und Operndirigent umfasste das ganze Spektrum von der Renaissance bis zur zeitgenössischen Avantgarde. So dirigierte er, teilweise als Uraufführungen, Werke ungarischer Komponisten des 20. Jahrhunderts (Béla Bartók, Zoltán Kodály, Sándor Veress, György Ligeti, György Kurtág, András Szöllösy und Péter Eötvös) und die Avantgarde der europäischen und amerikanischen Musik (unter anderen Luigi Dallapiccola, Goffredo Petrassi, Bruno Maderna, Morton Feldman, Luciano Berio, Luigi Nono und Giacinto Scelsi).Die ungewöhnliche Vielseitigkeit des Dirigenten ist in zahlreichen Rundfunk- und Schallplattenaufnahmen dokumentiert. Er publizierte Aufsätze über Musik auf Deutsch und Ungarisch. Die Dirigentenkarriere Peskós endete abrupt mit einer Schulteroperation im Jahr 2012. In deren Folge erlitt er einen Schlaganfall mit halbseitiger Lähmung und kehrte von seinem Wohnsitz Neggio im Tessin wieder nach Budapest zurück. Zoltán Peskó war verheiratet mit Katalin („Tünde“) Peskó. Die beiden hatten sich schon in der Schule in Budapest kennengelernt. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor, Patrizia Ester (* 1968) und Susanna (* 1970). Tünde pflegte ihren Mann aufopferungsvoll die letzten Jahre, die er im Rollstuhl, nicht mehr ansprechbar, verbrachte. Sie starb am 1. Februar 2018.

 

Silvano CARROLI ist am 4.4.2020 in Lucca an COVID-19 verstorben

 Geboren am 22. Februar 1939 in Venedig; er war Schüler des berühmten Heldentenors Mario del Monaco und von dessen Bruder Marcello del Monaco; er studierte auch in Meisterkursen bei Carlo Tagliabue und bei Alfredo Kraus. Er gewann bereits 1957 einen Gesangwettbewerb in Palermo, 1963 nach weiterer Ausbildung in der Opernschule des Teatro Fenice Venedig einen zweiten Concours in Venedig und debütierte 1963 am Teatro Fenice in der Partie des Schaunard in Puccinis »La Bohème«. 1972 fand sein US-Debüt an der Oper von Dallas als Tonio im »Bajazzo« statt. 1973 sang er bei den Festspielen in der Arena von Verona den Hohepriester in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns. Er hatte bedeutende Erfolge an den führenden italienischen Operntheatern, darunter auch an der Mailänder Scala, mit deren Ensemble er 1976 als Simon Boccanegra in Washington und 1981 als Jago in Verdis »Otello« (mit Placido Domingo als Partner) in Japan gastierte. Er debütierte an der Mailänder Scala 1975 als Scarpia in »Tosca« und sang hier auch 1976 den Amonasro in »Aida«, 1977 und 1982 den Jago, 1980 nochmals den Scarpia und 1984 den Pagano in Verdis »I Lombardi alla prima crociata«. 1977-78 sang er in Washington den Scarpia. An der Londoner Covent Garden Oper sang er als Antrittsrolle 1977 den Jack Rance in Puccinis »La Fanciulla del West«, später den Jago, den Montfort in Verdis »I Vespri Siciliani« und den Nelusco in Meyerbeers »Afrikanerin«, 1992 nochmals den Jack Rance und den Scarpia (beide Partien gehörten zu seinen großen Kreationen), zuletzt 2008 nochmals den Jack Rance. 1978 sang er an der Oper von Chicago den Ezio in Verdis Oper »Attila«. An der Hamburger Staatsoper gastierte er als Graf Luna im »Troubadour«. Zum belgischen Staatsjubiläum erschien er 1980 am Théâtre de la Monnaie von Brüssel in der Oper »Il Duca d’Alba« von Donizetti. An der Oper von San Francisco gastierte er 1982 und 1985 als Renato in »Un Ballo in maschera«, 1983 als Jago und 1986 als Graf Luna. 1983 sang er am Gran Teatre del Liceu in Barcelona den Escamillo in »Carmen«, 1984 den Titelhelden in Verdis »Nabucco«. 1984 trat er an der Grand Opéra Paris als Roger in Verdis »Jérusalem« auf, an der Oper von Rom 1984 als Don Giovanni. 1985 sang er in der Arena von Verona wieder den Ezio, 1986 den Renato, 1988 den Barnaba in »La Gioconda« von Ponchielli, 1989 den Alfio in »Cavalleria rusticana« und den Nabucco von Verdi (den er auch 1984-85 in den Thermen des Caracalla in Rom vortrug), 1990 den Amonasro und den Scarpia. 1987 wirkte er in den »Aida«-Aufführungen vor den Tempeln im ägyptischen Luxor als Amonasro mit. Beim Maggio Musicale Florenz hörte man ihn u.a. 1988 als Michele in Puccinis »Il Tabarro«, 1991 als Scarpia, bei den Festspielen in den Caracalla-Thermen in Rom 1988 als Jack Rance und als Amonasro, 1991 als Nabucco, 1992 einmal mehr als Amonasro. 1993 Gastspiel in Wiesbaden als Jago, 1994 in Hannover als Scarpia. 1997 trat er am Teatro Massimo Palermo, 1998 bei den Festspielen von Verona als Scarpia auf. 2000 hörte man ihn am Teatro Filarmonico Verona als Michele in Puccinis »Il Tabarro« und in der Titelrolle von dessen Oper »Gianni Schicchi«, bei den Festspielen in der dortigen Arena als Amonasro. Seine große internationale Karriere wurde abgerundet durch Auftritte an der Wiener Staatsoper (in den Jahren 1967-94 als Silvio im »Bajazzo«, als Jack Rance, als Scarpia, als Escamillo, als Alfio und als Jago in insgesamt 35 Vorstellungen), an der Deutschen Oper Berlin und schließlich an der Metropolitan Oper New York (1983 als Don Carlo in Verdis »La forza del destino« und 1987 als Jago). Er trat auch auf dem Gebiet des Konzertgesangs erfolgreich in Erscheinung.

Schallplatten: Mondo Musica (»Mosè in Egitto« von Rossini, Teatro Fenice Venedig 1974), MRF (vollständige Oper »Il Duca d’Alba«, Privataufnahme aus Brüssel), FND (vollständige Oper »Isabeau« von Mascagni), Nuova Era (Scarpia in »Tosca«); Topaz-Video (»I Lombardi« von Verdi).

 

Vincent LIONTI ist am 4.4.2020 in New York an COVID-19 verstorben

 Geboren am 9. April 1959 in Bethesda (Maryland); Nachruf auf den Violaspieler und Dirigenten auf Englisch: https://www.metopera.org/user-information/vincent-lionti/

 

Dmitri SMIRNOV ist am 9.4.2020 in Watford an COVID-19 verstorben

 Er wurde am 2. November 1948 in Minsk als Sohn von Opernsängern geboren. Die Familie zog zunächst nach Ulan-Ude, Burjatische Republik (Mittelasien), dann nach Frunse, Kirgisien, wo Smirnow seine Kindheit verbrachte. 1967 begann er ein Musikstudium am Moskauer Konservatorium. Dort lernte er Komposition bei Wladimir Fere, Nikolai Sidelnikow, Instrumentation bei Edison Denissow und Analyse bei Juri Cholopow. 1970 machte er die Bekanntschaft Philip Herschkowitzs, dem von Wien nach Moskau übergesiedelten Webern-Schüler. 1972 beendete Smirnow sein Studium und arbeitete ab 1973 als Redakteur im Verlag Sowetski Kompositor. 1976 gewann sein Solo für Harfe den ersten Preis beim Wettbewerb der Internationalen Harfenwoche in Maastricht und er wurde international bekannt. 1981-93 war Smirnow als freischaffender Komponist tätig. In dieser Zeit, 1991, siedelte er nach Großbritannien über. 1992 erhielt er dort ein Stipendium des St. John College und war 1993-97 Gastprofessor an der Universität Keele, so wie seine Ehefrau, die Komponistin Jelena Olegowna Firsowa. Dort war er auch Composer in Residence. Ab 1998 war Dmitri Smirnow wieder freischaffend tätig.

 

Richard TEITELBAUM ist am 9.4.2020 in Kingston (New York) verstorben

 Geboren am 19. Mai 1939 in New York; er studierte bei Allen Forte und Mel Powell und Mitte der 1960er in Italien bei Luigi Nono und Goffredo Petrassi. Während seines Italienaufenthalts war er einer der Mitbegründer des Ensembles Musica Elettronica Viva (gemeinsam mit Alvin Curran und Frederic Rzewski). Er hat auch mit Anthony Braxton, George Lewis (Concerto Grosso auf hatART, 1985) sowie mit Nam June Paik, Joan Jonas, Karl Berger, Dave Holland, Andrew Cyrille und Leroy Jenkins zusammengearbeitet. Er wurde insbesondere durch seine elektronische Live-Musik und sein Synthesizerspiel bekannt. Er beschäftigte sich auch mit Weltmusik und der Verwendung von japanischen und indischen Musikinstrumenten und Notationssystemen. Teitelbaum lehrte am Bard College. Er starb 80-jährig an den Folgen eines Schlaganfalls.

 

Kerstin MEYER ist am 15.4.2020 verstorben

 Geboren am 3. April 1928 in Stockholm; ihre Familie war ursprünglich polnischer Abkunft. Sie begann ihr Gesangstudium mit 14 Jahren, mit 16 kam sie in die Opernklasse des Königlichen Konservatoriums Stockholm und wurde Schülerin von Arne Sunnegard, Adelaide von Skilondz und Britta von Vegesack; weitere Studien in Mailand, Wien und New York bei Erik Werba, Giorgio Favaretto und Paola Novikova. 1952 debütierte die Künstlerin an der Königlichen Oper Stockholm als Azucena und hatte ihren ersten großen Erfolg bald darauf als Carmen. Sie war 1952-62 und wieder seit 1969 regelmäßiges Mitglied der Königlichen Oper Stockholm, der sie während ihrer ganzen Karriere verbunden blieb. Sie trat dort in einer Anzahl von schwedischen Erstaufführungen auf: 1958 als Didon in »Les Troyens« von Berlioz, 1959 als Bradamante in »Alcina« von Händel, 1961 als Türkenbaba in »The Rake´s Progress« von Strawinsky, 1969 als Eurilla in »Il pastor fido« von Händel, 1972 als Syphax in »Scipio Africanus« von Cavalli, 1976 als Claire Zachanassian im »Besuch der alten Dame« von G. von Einem, 1977 als Gräfin Geschwitz in »Lulu« von A. Berg. Am 24.5.1970 wirkte sie dort als Marcela in der Uraufführung der Oper »Hus med dubbel ingang« von Hilding Rosenberg mit. 1953 Gastspiel an der Oper von Rom. Sie sang 1956 in den Ring-Aufführungen am Teatro Fenice Venedig, 1957 am Gran Teatre del Liceu in Barcelona. Seit 1957 war sie bei den Festspielen im Barock-Theater von Drottningholm zu hören. Es folgten Gastspiele an der Wiener Staatsoper (1957-82 als Eboli, als Claire Zachanassian und als Principessa in »Suor Angelica« von Puccini in insgesamt 18 Vorstellungen), in München und Kopenhagen. Bei den Festspielen von Salzburg sang sie 1957 die 1. Magd in »Elektra« von R. Strauss, 1958 die Kartenaufschlägerin in »Arabella«, 1958, 1972 und 1976 die Marcellina in »Le nozze di Figaro«, außerdem trat sie dort 1957 in Konzerten (in Haydns Pauken-Messe und im Mozart-Requiem) auf. Am 6.8.1966 wirkte sie dort in der Uraufführung der Oper »Die Bassariden« von H.W. Henze als Venus (Agaue) mit. In den Jahren 1958-60 und 1964-69 gehörte sie der Staatsoper Hamburg als Ensemblemitglied an, wo man sie zumal als Wagner-Sängerin bewunderte, und wo sie 1966 in der Uraufführung der Oper »Die Heimsuchung« (»The Visitation«) von Gunther Schuller, 1969 in der der Oper »Die Reise« des schwedischen Komponisten Lars Johan Werle mitwirkte. 1959 unternahm sie eine Nordamerika-Tournee. 1959 gastierte sie am Gran Teatre del Liceu in Barcelona und in Vancouver. Beim Edinburgh Festival gastierte sie 1959 anlässlich eines Gastspiels der Stockholmer Oper als Fricka wie als Rossweisse in der »Walküre«, als Maddalena im »Rigoletto« und als Ulrica in Verdis »Maskenball«, 1963 bei einem Gastspiel der English Opera Group als Lucretia in B. Brittens »The Rape of Lucretia« und 1974 mit dem Ensemble der Stockholmer Oper als Kostelnicka in Janáceks »Jenufa«. 1959-64 war sie Mitglied der Deutschen Oper Berlin; hier wirkte sie am 22.9.1960 in der Uraufführung der Oper »Rosamunde Floris« von Boris Blacher mit. An der Covent Garden Oper London sang sie seit 1960 Partien wie die Didon in »Les Troyens« von Berlioz, den Octavian im »Rosenkavalier« und die Klytämnestra in »Elektra« von R. Strauss. 1960-63 sang sie sehr erfolgreich an der Metropolitan Oper New York (Antrittsrolle: Carmen). Sie trat an diesem Haus in insgesamt 16 Vorstellungen auch als Orpheus von Gluck und als Komponist in »Ariadne auf Naxos«von R. Strauss  auf. Bei den Festspielen von Glyndebourne war sie 1961 als Carolina in der englischen Erstaufführung von H.W. Henzes »Elegy for Young Lovers«, 1962 als Geneviève in »Pelléas et Mélisande«, 1964 als Ottavia in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«, 1970-71 als Frau Zastrow in der Uraufführung der Oper »The Rising of the Moon« von Nicholas Maw, 1973-74 als Claire Zachanassian sowie 1973 und 1976 als Clairon in »Capriccio« von R. Strauss zu erleben. 1961 gastierte sie am Teatro Colón Buenos Aires, 1962 an der Oper von San Francisco (als Octavian, als Meg Page im »Falstaff« von Verdi, als Siebel im »Faust« von Gounod, als Marquise de Berkenfield in »La fille du régiment« von Donizetti und als Türkenbaba). Bei den Festspielen von Bayreuth hörte man sie 1962-64 als Brangäne in »Tristan und Isolde«, 1965 als Wellgunde im Nibelungenring (in der »Götterdämmerung« zusätzlich auch als Waltraute). Am 24.3.1963 wirkte sie in Venedig in der Uraufführung von H.W. Henzes »Novae de infinito Laudes« mit. An der Mailänder Scala gastierte sie 1968 als Agaue in der italienischen Erstaufführung von H.W. Henzes »Die Bassariden«, 1969 als Orfeo in Glucks »Orfeo ed Euridice« und  1972 als Klytämnestra in »Elektra« von R. Strauss. Bei den Salzburger Osterfestspielen sang sie 1974-75 die Magdalene in »Die Meistersinger von Nürnberg«. 1974 gastierte sie beim Festival von Aix-en-Provence als Kostelnicka und an der Grand Opéra Paris als Marcellina in »Le nozze di Figaro«. 1979 gastierte sie bei der Scottish Opera Glasgow als Kabanicha in Janáceks »Katja Kabanowa«. Als ihre Glanzrolle galt die Titelrolle in »Carmen« von Bizet, die sie im Verlauf ihrer Karriere mehr als 200mal gesungen hat. 1963 wurde sie zur schwedischen Hofsängerin ernannt, 1963 Mitglied der Stockholmer Musikakademie, 1975 Verleihung des Ordens »Litteris et artibus«. Ihr Interesse für das zeitgenössische Opernschaffen bewies die auch als große Darstellerin geschätzte Altistin durch ihr Auftreten in Uraufführungen moderner Opern: 1959 in »Der rote Stiefel« von H. Sutermeister (Oper von Stockholm), 1967 »Arden muss sterben« von Goehr (Hamburg), 1968 »Hamlet« von Searle (Hamburg), 1975 »Le Grand Macabre« von György Ligeti (Stockholm). Weltweit gerühmte Konzert- und Oratorienaltistin. 1984 wurde sie Leiterin der Musikdramatischen Schule Stockholm.

Lit.: B. Berthelson: »Kerstin Meyer. hamtan i stora värdle« (Stockholm, 1969).

Schallplatten der Marken HMV, Columbia (Annina im »Rosenkavalier«), Electrola, BBC Records (Altsolo in der 3. Sinfonie und in der 8. Sinfonie von G. Mahler), Bella Voce (Principessa in »Suor Angelica«). Auf Cetra kam eine Salzburger »Elektra« von 1957 heraus, in der sie die 1. Magd singt, auf Columbia Liedaufnahmen, auf Decca »Oedipus Rex« von Strawinsky, auf HMV »Lulu« von A. Berg, auf BIS Maddalena in Verdis »Rigoletto« (Stockholm, 1959).

 

Jan TALICH ist am 16.4.2020 verstorben

 Der 1945 geborene Neffe des Dirigenten Vaclav Talich studierte am Konservatorium in Prag. Noch während seiner musikalischen Ausbildung gründete er 1964 das Talich Quartet, welches seither international auftritt. Talich selbst spielte dort bis 1970 die erste Geige, dann wechselte er zur Bratsche und trat bis zum Jahr 2000 auf. Über seine Arbeit mit dem eigenen Ensemble hinaus spielte er außerdem mit der Tschechischen Philharmonie, spielte Solokonzerte und lehrte in Meisterkursen. Talichs gleichnamiger Sohn ist ebenfalls als Violinist tätig und ersetzt seinen Vater seit 1997 im Talich Quartet an der ersten Geige.

 

Maksimilijan CENČIC ist am 16.4.2020 in Wien verstorben

 Er wurde 1951 in Rogaška Slatina im ehemaligen Jugoslawien geboren und erhielt seine musikalische Ausbildung an der Akademie für Musik in Zagreb. Meisterklassen absolvierte er u. a. bei Kurt Masur und Pierre Dervaux. 1978-91 arbeitete er am Kroatischen Nationaltheater in Zagreb, wo er bereits 1976 debütierte. 1976-78 war er Assistent von Václav Neumann bei der Tschechischen Philharmonie in Prag sowie 1981-83 Assistent von Lovro von Matačić bei mehreren Gastspielreisen. Am Prayner Konservatorium in Wien unterrichtete er seit 1998 Dirigieren und war musikalischer Leiter der Opernklasse. Er war 1991-2014 an der Wiener Staatsoper engagiert und dirigierte neben seiner Tätigkeit als Leiter der Bühnenmusik u. a. die Erstaufführung des Balletts Mythos in einer Choreographie von Renato Zanella im Großen Haus sowie zahlreiche Kinderopernvorstellungen von Wagners Nibelungenring für Kinder, Der 35. Mai und Die Omama im Apfelbaum.

 

Kenneth GILBERT ist am 16.4.2020 verstorben

 Geboren am 16. Dezember 1931 in Montreal; er studierte am Konservatorium in Montreal und Paris bei Gaston Litaize, Ruggiero Gerlin und Nadia Boulanger. Vier Jahre lang wirkte er an der italienischen Accademia MMusicale Chigiana in Siena. 1957 wurde er in Montreal zum Professor für Cembalo ernannt. 1969 unterrichtete er an der Laval-Universität in Québec, ab 1971 auch am Königlichen Konservatorium in Antwerpen. 1973 wurde Gilbert Nachfolger von Gustav Leonhardt an der Sommerakademie von Haarlem (NL). Ab 1981 unterrichtete er an der Hochschule für Musik Stuttgart. Er leitete die Abteilung für Alte Musik am Straßburger Konservatorium. Ab 1989 war Kenneth Gilbert ordentlicher Universitätsprofessor für Cembalo am Salzburger Mozarteum. Er war zudem Leiter des Cembalo-Seminars der Accademia Musicale Chigiana in Siena und der Fondazione Cini in Venedig. Er nahm Gastprofessuren an der Royal Cademy of Music und dem Royal College of Music in London wahr. Gilbert widmete sich überwiegend der historischen Aufführungspraxis und wurde als Interpret französischer Komponisten gerühmt. Gilbert musizierte auf historischen Instrumenten. Zum 300. Geburtstag von Francois Couperin spielte er dessen Gesamtwerk ein und bearbeitete eine entsprechende Neuausgabe des Komponisten (1969). 1971–84 erschien die von ihm herausgegebene erste kritische Gesamtausgabe der Sonaten von Domenico Scarlatti in der Reihe Le Pupitre beim Pariser Verlag Heugel.

 

Arlene SAUNDERS ist am 17.4.2020 in New York an COVID-19 verstorben

 Geboren am 5. Oktober 1930 in Cleveland; Ausbildung am Baldwin-Wallace College (North Carolina) und durch Florence Barbour in New York. Sie debütierte 1958 bei der National Opera Company als Rosalinde in der »Fledermaus«. Sie ging dann nach Italien und sang 1960 am Teatro Nuovo in Mailand. 1961 war sie zuerst bei der Cincinnati Opera Company (Debüt als Donna Elvira im »Don Giovanni«), dann an der New York City Oper (Antrittsrolle: Giorgetta in »Il Tabarro« von Puccini) zu hören. In Cincinnati sang sie dann 1962 die Fiordiligi in »Così fan tutte«, 1964 die Marschallin im »Rosenkavalier«, an der New Yorker City Oper 1961-62 auch die Micaela in »Carmen«, die Mimi in »La Bohème«, die Titelpartie in Charpentiers »Louise«, die Hanna Glawari in Lehárs »Die lustige Witwe« (und später 1963 die Donna Elvira, 1978 die Minnie in Puccinis »La Fanciulla del West«). An der Oper von Fort Worth trat sie 1961 als Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut«, beim Central City Festival 1962 als Mimi auf. 1963 wurde sie an die Staatsoper von Hamburg berufen, an der sie seitdem in einer langjährigen Karriere sehr große Erfolge hatte. Man bewunderte ihre Interpretation von Mozart- und Wagner-Partien, besonders aber ihre Gestaltung von Rollen im Opernwerk von Richard Strauss (Marschallin, Titelheldin in »Arabella«, Gräfin im »Capriccio«). 1965 sang sie in Hamburg in der Uraufführung der Oper »Jakobowsky und der Oberst« von G. Klebe, 1968 in der der Kinderoper »Help! Help! The Globolinks« von Gian Carlo Menotti, am 6.12.1970 in der Uraufführung von »Ein Stern geht auf aus Jakob« von Paul Burkhard. 1968 gastierte sie mit dem Hamburger Ensemble bei den Festspielen von Edinburgh als Ariadne in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss. 1966 hörte man sie bei den Festspielen von Glyndebourne als Pamina in der »Zauberflöte«, 1967-78 an der Wiener Staatsoper (als Marzelline im »Fidelio«, als Donna Elvira, als Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg« und als Elsa im »Lohengrin«). An der San Francisco Opera gastierte sie 1967 (als Louise von Charpentier, als Marguerite im »Faust« von Gounod und als Freia im »Rheingold«) und 1971 (als Eva). Weitere Gastspiele führten die Künstlerin an die Grand Opéra Paris (1974 als Tosca, 1977 als Marschallin, 1978 als Sieglinde in der »Walküre«), an die Berliner Staatsoper (1967 als Nedda im »Bajazzo«), an das Théâtre de la Monnaie Brüssel (1976 als Marschallin), an das Teatro San Carlos Lissabon (1978 als Tosca), an die Oper von Boston (1976 als Minnie, 1981 als Marschallin), an das Teatro Colón Buenos Aires (1979 als Minnie, 1980 als Santuzza in »Cavalleria rusticana«), an das Grand Théâtre in Genf (1980 als Elsa, 1981 als Marschallin), an die Oper von San Diego (1981 als Marchesa in Verdis »Un giorno di Regno«) und an die Covent Garden Oper London, wo sie 1980 einen ihrer größten Erfolge als Minnie in »La Fanciulla del West« hatte. 1971 sang sie in Washington in der Uraufführung der Oper »Beatrix Cenci« von A. Ginastera (zur Eröffnung des Opernhauses im Kennedy-Center), an der Oper von Boston 1974 in der amerikanischen Erstaufführung von »Krieg und Frieden« von Prokofjew und 1979 in der von »The Ice Break« von M. Tippett. 1976 sang sie an der New Yorker Metropolitan Oper als einzige Partie dreimal die Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg«. Sie sang auch bei den Festspielen von Florenz (1983 die Elisabeth im »Tannhäuser«) und 1979 bei der Opera North Leeds (die Senta in »Der fliegende Holländer«). 1983 gab sie ihr Hamburger Engagement auf. 1985 nahm sie am Teatro Colón Buenos Aires in der Partie der Marschallin ihren Bühnenabschied. Sie übte dann seit 1987 eine Lehrtätigkeit an der Rutgers University (New Jersey) und an der Abraham Goodman School New York aus. Sie trat in ihrer Hamburger Zeit in mehreren Opernsendungen des westdeutschen Fernsehens auf (»Die Hochzeit des Figaro«, »Der Freischütz«, »Die Meistersinger von Nürnberg«, »Arabella«). Auch als Konzertsopranistin hatte sie eine erfolgreiche Karriere.

Schallplatten: Electrola-HMV, Decca (»A Midsummer Night’s Dream« und »Death in Venice« von Benjamin Britten), RCA (»Il Re Pastore« von Mozart), Legendary Records (Elsa im »Lohengrin«).

 

Alexander WUSTIN ist am 19.4.2020 in Moskau an COVID-19 verstorben

 Geboren am 24. April 1943 in Moskau; er studierte ab 1960 Komposition, zuerst an einer Musikfachschule (bei G. Frid), dann bis 1969 am Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium (bei W. Ferè). Wustin lebte in Moskau und gehört der Gründer und Kerngruppe der russischen ASM (Gesellschaft für Neue Musik) an. Seit Mitte der 80-er Jahre stehen seine Werke auf den Programmen bedeutender westlicher Musikfestivals wie den Donaueschinger Musiktagen, dem Holland Festival, der Musik Biennale (Berlin), den Tagen für Neue Musik (Zürich) oder dem Kammermusikfest Lockenhaus (Österreich). Zu den Interpreten seiner Musik zählen Gidon Kremer, Reinbert de Leeuw, Eri Klas, Mark Pekarsky, Friedrich Lips und Ensembles wie das BBC Symphony Orchestra, das Schönberg Ensemble und die Nieuw Sinfonietta Amsterdam. Zweifellos war Alexander Wustin einer der eigenwilligsten Köpfe seiner Generation in Russland. Sein OEuvre ist sehr vielfältig und phantasievoll. Seine wichtigsten Werke sind die Oper Der verliebte Teufel (nach J. Cazotte, 1989), die Orchesterwerke Sinfonie (1969), Memoria 2 (1978), Hommage à Beethoven (1984), Sine Nomine (2000), Exposure of Eva (2004), ferner die Vokalkompositionen mit Orchester oder Ensemble Die Heimkehr (1981), Die Mußestunden des Kosma Prutkow (1982), Das Fest (1987), Selig sind die geistig Armen (1988) wie auch Kompositionen für Soloinstrumente und Kammerensemble (in denen häufig das Schlagzeug eine bedeutende Rolle spielt): Sonate für 6 (1973), Nocturnes (1982), Das Wort (1975), Musik für Zehn (1991), Postlude (2003), Evening Birds (2006), Musikalisches Opfer (2007).

 

Ellen CHICKERING ist am 19.4.2020 in Scarborough (Maine) verstorben

 Geboren am 26. Januar 1943 in Miami (Florida); Biographie der amerikanischen Sopranistin auf Englisch: https://www.pressherald.com/2020/04/25/ellen-chickering-opera-singer-and-longtime-teacher-at-usm-dies-at-77/

 

Baldo PODIĆ ist am 20.4.2020 in Lugano an COVID-19 verstorben

 Geboren am 4. September 1942 in Dubrovnik; er schloss 1965 sein Studium an der Musikakademie in Zagreb mit Auszeichnung ab und begann seine Dirigentenkarriere als Assistent der Zagreber Philharmonie. Schon drei Jahre später folgten Verpflichtungen an den bekanntesten Theaterhäusern Europas und in den USA. Eine langjährige Zusammenarbeit verband Podić mit dem Stadttheater Basel: 1983 begann er dort als Kapellmeister und blieb dem Theater bis 2007 eng verbunden. Auch an der Deutschen Oper am Rhein trat er während der Intendanz von Tobias Richter zwischen 1996 und 2009 häufig auf. Hier studierte eran der mit den Düsseldorfer Symphonikern und den Duisburger Philharmonikern Manon (Inszenierung Christof Loy), La Traviata (Inszenierung Karl-Ernst und Ursel Hermann), Otello (Inszenierung David Fielding), La Dame Blanche (Inszenierung Tobias Richter), Tristan und Isolde (Inszenierung Werner Schroeter), Carmen (Inszenierung Jérôme Savary), Hoffmanns Erzählungen (Inszenierung Christof Loy) und Rusalka (Inszenierung Jiři Nekvasil) ein.

 

Peter JONAS ist am 22.4.2020 in München verstorben

 Er wurde am 14. Oktober 1946 in London als Sohn eines Deutschen und einer Engländerin mit schottischen und spanisch-libanesischen Wurzeln geboren. Er besuchte zunächst die Benedicte Worth School. Danach studierte er zunächst an der University of Sussex Englische Literatur, schwenkte dann aber nach seinem ersten akademischen Grad auf Oper und Musikgeschichte um. Diese beiden Fächer studierte er am Royal Northen College of Music in Manchester und später am Royal College of Music in London. Ein letztes Jahr studierte er an der Eastman School of Music in Rochester (New York). 1974 ging er nach Chicago als Assistent des Generalmusikdirektors Sir Georg Solti, wo er zwei Jahre später künstlerischer Betriebsdirektor des Chicago Symphony Orchestra wurde. In seiner elfjährigen Amtszeit arbeitete er mit vielen bekannten Komponisten, Solisten und Dirigenten zusammen. 1984 wurde er zum Generaldirektor der English National Opera ernannt. Ein Jahr später trat er sein Amt an. In seiner Amtszeit verbesserte sich das internationale Ansehen der National Opera durch neue Stücke im Repertoire und die Aufführung von bekannten Stücken für ein breites Publikum. Am 1. September 1993 wurde Sir Peter Jonas zum Staatsintendanten der Bayerischen Staatsoper. Dieses Amt hatte er bis August 2006 inne. In dieser Zeit erweiterte er das Repertoire unter anderem um viele Barockopern. Außerdem setzte er sich energisch für das Projekt „Oper für alle“ und für Werke zeitgenössischer Komponisten mit vierzehn Uraufführungen ein. Seine Bemühungen galten stets den Hauptzielen der heutigen Oper: Zugänglichkeit und Qualität. Ab 2005 war er Stiftungsratsmitglied der „Oper in Berlin“ und Beiratsmitglied der Technischen Universität München. Jonas erlag im April 2020 im Alter von 73 Jahren den Folgen einer längeren Krebserkrankung (Hodgkin-Lymphom).

 

Vytautas BARKAUSKAS ist am 25.4.2020 in Vilnius verstorben

Geboren am 25. März 1931 in Kaunas; er machte 1949 sein Abitur in Rietavas und absolvierte dann an der Musikschule in Kaunas ein Klavierstudium. Es folgte ein Studium der Komposition am Konservatorium Vilnius bei Antanas Raciunas (1905–84), einem Schüler von Nadja Boulanger. Barkauskas studierte parallel dazu Mathematik am Pädagogischen Institut. Sein Musikstudium schloss er 1959 ab. Am Konservatorium Vilnius (damals Litauisches Staatskonservatorium) unterrichtete er 1961-74 Musiktheorie, anschließend Harmonielehre und Kontrapunkt und war ab 1989 Professor für Komposition. Barkauskas komponierte über einhundert Werke, darunter eine Oper, Sinfonien, ein Orgelkonzert, Orchesterstücke und Kammermusik. Er wurde von Krzysztof Penederecki und Witold Lutoslawski beeinflusst, seine Kompositionen halten sich aber stets im Rahmen der Tonalität. Barkauskas gilt neben Arvo Paert und Peteris Vasks als bedeutendster zeitgenössischer Komponist des Baltikums. Seine Werke gehören zum regelmäßigen Repertoire von europäischen, amerikanischen und asiatischen Musikfestivals und -wettbewerben. Sie wurden beim Schleswig-Holstein Musikfestival, dem Rheingau Musik Festival, dem Sibelius-Festival und dem Festival de musique de Toulon aufgeführt. Er erhielt den Litauischen Staatspreis und 2002 den Preis des Komponistenwettbewerbs Sinfonia Baltica.

 

Jeannette PILOU ist am 27.4.2020 in Athen verstorben


Als Melisande

 Geboren am 11. Juli 1937 in Alexandria (Ägypten); sie entstammte einer griechischen Familie; ihr eigentlicher Name war Joanna Pilós. Sie begann ihr Gesangstudium 1956 und erhielt ihre Ausbildung u.a. durch Carla Castellani in Mailand. Sie debütierte 1959 am Teatro Smeraldo in Mailand als Violetta in »La Traviata«. Sie trat dann in Cremona, in Lausanne und in Lissabon auf. Ihre Bühnenkarriere nahm eine schnelle Entwicklung. Sie erregte bald Aufsehen beim Wexford Festival und 1965 bei ihrem ersten Gastspiel an der Staatsoper von Wien als Mimi in »La Bohème«; bis 1979 war sie an der Wiener Oper in insgesamt 185 Vorstellungen als Traviata, als Micaela in »Carmen«, als Nedda im »Bajazzo«, als Butterfly, als Nannetta im »Falstaff« von Verdi, als Mélisande in »Pelléas et Mélisande« von Debussy, als Marguerite im »Faust« von Gounod, als Susanna in »Le nozze di Figaro«, als Liu in Puccinis »Turandot«, in den drei Frauenrollen in Gottfried von Einems Oper »Der Prozess«, als Zerline wie als Donna Elvira im »Don Giovanni« und in der Titelrolle in Massenets »Manon« zu hören. Sie trat an der Mailänder Scala (1974 als Marzelline im »Fidelio« und 1977 als Marguerite im »Faust« von Gounod), am Teatro Regio Turin (1972 als Manon von Massenet, 1975 als Micaela), am Teatro Massimo Palermo (1965 als Butterfly, 1974 als Marguerite), am Teatro Fenice Venedig (1963 als Mimì), am Teatro Comunale Bologna (1971 als Magda in Puccinis »La Rondine«) und am Teatro Margherita Genua (1967 als Leila in »Les pêcheurs de perles« von Bizet) auf. Weitere Gastspiele an der Grand Opéra Paris (1973 als Eurydice in »Orphée et Eurydice« von Gluck, 1974 als Mimì und 1974-75 als Manon von Massenet), am Théâtre de la Monnaie Brüssel (1965), an der Oper von Marseille (1979), am Gran Teatre del Liceu in Barcelona, am Teatro San Carlos von Lissabon, an der Opernhäusern von Köln, Hannover, Hamburg und an der Niederländischen Oper Amsterdam (1964 als Traviata und als Suzel in »L’Amico Fritz«  von Mascagni). Sie gastierte in den Jahren 1966-72 häufig an der Oper von Budapest, auch am Teatro Colón Buenos Aires. An der Oper von San Francisco hörte man sie in der Spielzeit 1968-69 als Zerline im »Don Giovanni«, als Butterfly, als Traviata und als Mélisande. Große Erfolge bei den Festspielen von Aix-en-Provence, Wiesbaden, Verona (1977 als Juliette in »Roméo et Juliette« von Gounod) und Athen. 1967 erfolgte ihr Debüt an der Metropolitan Oper New York als Juliette in »Roméo et Juliette« von Gounod. Bis 1986 sang sie in acht Spielzeiten elf Partien in 79 Vorstellungen: die Traviata, die Nannetta, die Susanna, die Micaela, die Marguerite, die Nedda, die Butterfly, die Zerline im »Don Giovanni«, die Mimì und die Mélisande. 1968 gastierte sie als Zerline im »Don Giovanni« auch bei den Salzburger Festspielen. 1971 erfolgte dann auch ihr Debüt an der Londoner Covent Garden Oper als Butterfly. 1972 gastierte sie an der Opera Scotland als Mélisande. 1973 sang sie an der Oper von Monte Carlo in der Uraufführung der Oper »La Reine morte« von Renzo Rosselini die Partie der Ines de Castro, 1974 die Adina in »L’Elisir d‘amore«, 1976 die Micaela und 1977 die Manon von Massenet. In Nordamerika gastierte sie auch an den Opernhäusern von Chicago, New Orleans, Houston (Texas) und Philadelphia. 1998 sang sie in der Megaron Mousikis Halle in Athen die Mélisande. Aus ihrem Repertoire für die Bühne ist ergänzend die Titelrolle in »Manon Lescaut« von Puccini zu nennen. Bedeutende Karriere auch als Konzertsopranistin.

Ihre vor allem im lyrischen Repertoire, aber auch in dramatischen Szenen geschätzte Stimme ist auf Schallplatten der Marke Erato zu hören (Micaela in »Carmen«), auf Myto in der Titelrolle von Massenets »Manon«.

 

Lynn HARRELL ist am 27.4.2020 in Santa Monica (Kalifornien) verstorben

Geboren am 30. Januar 1944 in New York; aus musikalischem Elternhaus stammend (der Vater Mack Harrell war Sänger, die Mutter Marjorie Fulton Geigerin) entschied sich Harrel im Alter von acht Jahren für das Violoncello. Zu seinen Lehrern an der Juilliard School of Music in New York gehörten Lev Aronson, Leonard Rose und Orlando Cole. Danach besuchte er Meisterklassen von Pablo Casals und Gregor Piatigorsky. Sein Debüt gab er 1961 mit dem New York Philharmonic Orchestra in der New Yorker Carnegie Hall. Im Alter von 18 Jahren bekam er 1962 eine Stelle als Cellist im Cleveland Orchestra (Dirigent: George Szell), dessen Solocellist er 1964-71 war. 1971 begann er seine internationale Karriere als Solist und Kammermusikpartner. Außerdem unterrichtete er an zahlreichen renommierten Instituten, wie der Royal Academy of Music (London), dem Cleveland Institute of Music, der New Yorker Juilliard School sowie dem Aspen Music Festival. 1988-92 war er musikalischer Direktor des Los Angeles Philharmonic Institute, 1986-93 war er Inhaber des „Gregor Piatigorsky Endowed Chair in Violoncello“ an der „USC Thornton School of Music“, ebenfalls in Los Angeles und damit direkter Nachfolger von Gregor Piatigorsky in dieser Position. Zuletzt unterrichtete Harrell an der „Shepherds School of Music“ der Rice University in Houston/Texas. Er spielte ein Montagnana-Cello von 1721 sowie ein Antonio-Stradivari-Cello von 1673, das zuvor der britischen Cellistin Jacqueline du Pré gehört hatte.

 

Martin LOVETT ist am 29.4.2020 in London verstorben

Geboren am 3. März 1927 in London; der Cellist spielte 1947-87 im Amadeus-Quartett. Auftritte mit dem Quartett machten Lovett auf der ganzen Welt bekannt, es entstanden etwa 200 Aufnahmen. Nach der Auflösung des Amadeus-Quartetts in den 1980er Jahren trat Lovett mit anderen Ensembles auf. Er war Mitglied in zahlreichen Jurys und wurde international geehrt, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz.

Rosalind ELIAS ist am 2.5.2020 gestorben

Rosalind Elias (Mezzo-soprano) - Short Biography

Rosalind Elias, 90, American Mezzo Who Invested Every Role with Vocal Beauty, Dramatic Truth and Grace of Spirit, has Died https://www.operanews.com/Opera_News_Magazine/2020/5/News/Rosalind_Elias,_90,_American_Mezzo_Who_Invested_Every_Role_with_Vocal_Beauty,_Dramatic_Truth_and_Grace_of_Spirit,_has_Died.html

INFOS DES TAGES (MONTAG, 27. APRIL 2020)

INFOS DES TAGES (MITTWOCH, 27. APRIL 2020)

EINKAUFSBUMMEL IN DER REGIETHEATER-BOUTIQUE

(Heinrich Schramm-Schiessl)

„Staatsoper 4.0“, das war das Schlagwort mit dem der damalige für Kultur zuständige Minister Thomas Drozda im Dezember 2016 den neuen Staatsoperndirektor Bogdan Roscic präsentiert hat. Es ist ihm damit zweifelsohne ein Überraschungscoup gelungen, denn den Chef von Sony-Classical hatte eigentlich niemand auf der Rechnung. Es wäre nicht Wien gewesen, hätte man sich nicht sofort daran erinnert, dass er einen für Opernfans dunklen Punkt in seiner Vita hat, nämlich den des Chefs des Popsenders Ö 3. Lange hüllte er sich in Schweigen. Auch ein Interview, das er Joan Holender für den Privatsender „Servus TV“ gab, brachte wenig Erhellendes. Insbesonders der Begriff „Staatsoper 4.0“ blieb weiter im Dunklen. Erst in Interviews für die Tageszeitungen „Kurier“ und „Presse“ gab er zu, damit selbst nichts anfangen zu können und dies offenbar ein Marketing-Gag Drozdas war.

Lange hielt er sich auch über seine Pläne bedeckt. Einzig drei Persionalentscheidungen gab er bekannt. Die erste, nämlich den Musikchef der Pariser Oper Philippe Jordan zum Musikchef des Hauses am Ring zu ernennen, war weitgehend unumstritten. Anders sieht es mit der Bestellung des Chefdramaturgen und des Ballettchefs aus. Ersterer wurde Sergio Morabito, langjähriger Assistent und Wegbegleiter des Regisseurs und ehemaligen Intendanten der Stuttgarter Oper Jossi Wieler, letzterer Martin Schläpfer, zuletzt Ballettchef der Deutschen Oper am Rhein. Mit Morabito ist nicht nur zu befürchten, dass einerseits das sogenannte Regietheater in seiner exzessiven Form Schwerpunkt der Neuinszenierungen sein wird und andererseits wir es vermehrt mit Inszenierungen von Wieler, die ja alles andere als unumstritten sind zu tun haben werden. Schläpfer hingegen gilt nicht gerade als Freund des klassischen Balletts, das gerade in Wien sehr beliebt ist. Da mich Ballett aber nur am Rande interessiert und meine Kenntnis darüber eher gering ist, werde ich darauf nicht weiter eingehen.

Nun ist es also soweit. Bogdan Roscic hat die Pläne für seine erste Saison präsentiert und zum Teil auch schon einen Ausblick auf spätere Spielzeiten gegeben. Ich möchte mich in diesem Artikel auf die Saison 2020/21 beschränken. Es gibt 10 Premieren, wobei nur zwei davon echte Neuinszenierungen, also speziell für das Haus erarbeitete Inszenierungen, sind (Das verratene Meer, Parsifal). Eine Produktion (L’incoronatione die Poppea) ist eine Koproduktion mit den Salzburger Festspielen, was durchaus Tradition hat. Die restlichen Produktionen sind zwar neue Inszenierungen für die Staatsoper.wurden aber bereits zum Teil mehrfach an anderen Häusern gezeigt. Man könnte das auch einen Einkaufsbummel in der Regietheater-Boutique bezeichnen. Mit einer Ausnahme  – Mozarts „Entführung“ – handelt es sich dabei um Werke, die aktuell im Repertoire stehen.

Das kommt an sich nicht überraschend, denn es war eine der ersten Ankündigungen von Roscic, dass er Regisseure ans Haus bringen wird, die weltweit tätig sind, aber noch nie in Wien gearbeitet haben. Dagegen ist ja grundsätzlich nichts einzuwenden – es handelt sich durchaus um Namen die die Augen der Regie-Affocinados zum Leuchten bringen – aber man könnte sich für ein Haus vom Rang der Wr. Staatsoper erwarten, dass diese Künstler hier Inszenierungen neu erarbeiten und wir nicht bereits an verschiedenen Häusern gespielte Produkte serviert bekommen.

Neben diesen Premieren gibt es auch noch drei Wiederaufnahmen und eine musikalische Neueinstudierung (Rosenkavalier). Besonders erfreulich ist, dass wir unsere alte Ponelle-Inszenierung von „Le nozze di Figaro“ wieder bekommen, die wahrscheinlich beste Inszenierung dieses Werkes die es je gegeben hat. Die beiden anderen Wiederaufnahmen betrifft die Kupfer-Inszenierung von „Elektra“ und den französischen „Don Carlo“ in der Konwitschny-Inszenierung. Zur kritisieren ist allerdings, dass zumindest in der kommenden Saison nur die französische Fassung des Werkes und nicht auch die beim Publikum viel beliebtere italienische gespielt wird.

Interessant ist, dass lediglich 41 Werke am Spielplan stehen, ca. um zehn weniger als bisher. Sehr spärlich das Angebot an Wagner-Opern. Die Neuinszenierung des „Parsifal“ sowie „Die Walküre“ und „Lohengrin“ – kein kompletter „Ring“ und auch nicht – schon länger vermisst – „Holländer“, „Meistersinger“, „Tristan“ und „Tannhäuser“.

Interessant auch, dass es, soweit ich es überblickt habe, erstmals seit der Wiedereröffnung des Hauses keinen „Fidelio“ gibt. Dass die Katastrophe der Urfassung nicht mehr kommt, war ja von Anfang an klar.

Musikchef Philippe Jordan wird fünf Werke dirigieren, ansonsten gibt es einige Wiederkehrer (Bertrand de Billy, Franz Welser-Möst, Cornelius Meister und Adam Fischer), einige Debutanten und zahlreiche schon in den letzten Jahren Tätige.

Bei den Sängern gibt es zahlreiche neue Namen und auch einige, die in den letzten Jahren selten bis gar nicht in Wien aufgetreten sind. Stellvertretend seien hier Tanja Ariane Baumgartner, Michael Spyres, Javier Camarena, Michael Fabiano, Georg Zeppenfeld und Albert Pesendorfer genannt.

Die absoluten derzeitigen Topstars sind größtenteils vertreten, zum Teil in zumindest für Wien neuen Rollen und auch die Fans von Placido Domingo dürfen sich freuen. Ob Günther Groissböck nach der Absage der Bayreuther Festspiele, wo er seinen ersten Wotan singen sollte, allerdings diese Rolle jetzt in Wien singen wird, bleibt abzuwarten.

Von den bisher den Wiener Spielplan bestimmenden Sängern sind viele auch weiter im Engagement, nicht wenige fehlen allerdings.

Die Premierenbesetzungen sind positiv durchschnittlich, wirkliche Knüller gibt es eigentlich nicht. Einen besonderen Stellenwert hat sicher der „Macbeth“ durch Anna Netrebko und am ausgeglichtesten erscheint der „Parsifal“ auch wenn man dem Debut von Elina Garanca als Kundrxy doch mit Ungewissheit entgegensehen muß.

Wie alle seine Vorgänger wird man Bogdan Roscic an dem zu messen haben, was man tatsächlich auf der Bühne hören und sehen wird. Er ist keinesfalls der Wunderwuzi als den ihn manche – ich nicht – schon gesehen haben aber man muss auch nicht in Verzweiflung verfallen. In jedem Fall ist noch ziemlich viel Luft nach oben.

Ein Anmerkung zum Schluss: Dieser Artikel ist unter der Voraussetzung geschrieben worden, dass das Programm in der vorgelegten Form stattfindet, was allerdings in Hinblick auf die Corona-Krise nicht sicher erscheint.

Heinrich Schramm-Schiessl

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Zum Spielplan der Wiener Staatsoper 2020/21. Betrachtungen von Dr. Klaus Billand

Nun ist sie also bekannt, die erste Saison unter der neuen Staatsopern-Direktion von Bogdan Roscic. Und der erste Eindruck ist zumindest für mich ein rundum positiver. Meine folgenden  Kommentare basieren nur auf dem Saison-Buch 2020/21, da ich ORF III hier auf Teneriffa nicht empfangen kann. Zunächst einmal ist es erfreulich, dass ein Haus wie die Wiener Staatsoper nun mit zehn Premieren aufwartet, statt der mageren fünf bisher, auch wenn dabei einige keine Neuinszenierungen sind. Aber, was soll’s, warum kann man etwas anderswo Gelungenes nicht auch für das Gros des Wiener Publikums als Neues anbieten?! Das ist mir sogar viel lieber als eine Wiener Neuinszenierung, die so daneben geht wie neulich die „Leonore“ oder 2017 der „Parsifal“ von Alvis Hermanis, mit der man unter Wiener Normalbedingungen etwa zehn Jahre leben müsste. (Ich habe mich immer schon gefragt, warum man nicht mal nach Linz geschaut hat, die so viele Neuinszenierungen bringen und damit auch noch Erfolg haben).

Als Freund des Wagnerschen Oeuvres wäre ich damit auch schon bei meiner sicher eingeengten Betrachtung des Spielplans, zu dessen vollständiger Beurteilung andere sicher viel berufener sind. Es ist sehr zu begrüßen, dass der verklemmte, langweilig bis nervige und dennoch wohl sehr teuer gewesene Hermanis-Steinhof-„Parsifal“ nun wieder verschwindet, gegen den sogar der Mielitz-Vorläufer streckenweise eine szenische Offenbarung war – trotz der immer wieder aufscheinenden DDR-Aufarbeitung, die es damals allerdings auch schon fast 15 Jahre nicht mehr gab. Dass eine Produktion in Wien schon nach nur drei Jahren zurück gezogen wird, ist nicht mal in Bayreuth möglich, wo es frühestens nach vier Jahren geht, früher immer erst nach fünf oder sechs.

Erfreulich wäre es m.E. gewesen, statt des „Tristan“ in der folgenden Saison auch gleich den zweiten Steinhof-Wagner, den unsäglichen „Tannhäuser“ des auf verkopften Psycho-Inszenierungen mit regelmäßiger Personenverdoppelung stehenden Claus Guth zu entsorgen. Aber vielleicht hält man sich das ja für später vor. Erfreulich finde ich, dass der eigentlich auch nicht mehr anzusehende 08/15 „Ring“ von Sven-Eric Bechtolf langsam abgebaut zu werden scheint. Oder wie ist die alleinige Aufführung der „Walküre“ zu verstehen?! Bei mir ist natürlich der Vater des Gedankens, dass man begonnen hat, an einer Neuinszenierung des „Ring“ zu arbeiten – es wäre nur zu schön, um wahr zu sein. Denn es ist absolut wünschenswert. Ein Haus wie das am Ring kann bzw. sollte sich kaum eine oder zwei Saisonen ohne Wagners Tetralogie genehmigen, wo doch an vielen B-Häusern zum Teil recht gute zu sehen sind. Im Zuge der vom Bogdan Roscic selbst so formulierten „Erneuerung des Wagner-Repertoires“ sollte er sodann auch mittelfristig an den Bierhumpen-„Lohengrin“ vom Homoki gehen, in den man auch nur noch aushalten kann, wenn die Ersten ihres Fachs auf der Bühne und am Pult stehen.

Das neue Team hat bei den Opernpremieren bedeutende Vertreter der ersten Liga der Regisseure verpflichtet, wie Neuenfels, Tcherniakov, Wieler/Morabito, Bieito, Stone, und Serebrennikov, der bekanntlich unter ungewöhnlichen Bedingungen arbeiten muss und dessen „Parsifal“ damit erst recht zu einem interessanten Interpretationsversuch werden könnte. Bei Frank Castorf für „Faust“ kann man sich auf seinen Ausstatter Aleksandar Denic freuen, ohne dessen Bühnenbilder, für die er völlig zurecht auch prämiert wurde, der letzte Bayreuther „Ring“ sich wohl nicht lange hätte halten können. Castellucci und Warlikowski würden sich noch empfehlen, aber das kann ja noch kommen…

Äußerst erfreulich ist, dass Günther Groissböck nun doch schon bald als „Walküre“-Wotan debutieren wird, nachdem es wegen der Covid 19-erzwungenen Absage der Bayreuther Festspiele ja nicht dazu kommen konnte und er damit auch endlich den Wiener „Haus-Wotan“ ablöst. Ob Martina Serafin eine „Walküre“-Brünnhilde sein kann, wäre wohl erst noch abzuwarten. Gespannt kann man natürlich sein auf die Kundry von Elina Garanca, den Amfortas von Ludovic Tézier und natürlich den Parsifal von Jonas Kaufmann, der ihn ja schon in München 2018 und, wie ein eifriges Forums-Mitglied richtigerweise gleich heute früh anmerkte, auch schon in Zürich 2006, New York 2013, Wien 2013, Sidney 2017 (konzertant) gesungen hat. Sein erneuter Wiener Parsifal ist also de facto keine Überraschung.

Sehr gespannt bin ich auch schon auf die Prudenskaya als Herodias und Evgeny Nikitin als Jochanaan. Mir fehlt unter den neuen Sängerinnen Elisabet Strid – aber was nicht ist, kann ja noch werden. Hocherfreulich ist jedenfalls, dass – wie eh schon bekannt war – die großartige „Elektra“-Produktion von Harry Kupfer wieder zurückkehrt. Sie hat das Zeug, eine Kult-Produktion ähnlich wie die Wallmann-„Tosca“ oder der Schenk-„Rosenkavalier“ zu werden. Gott allein weiß, warum die weg „musste“…

Und last but not least, ja alles andere als least, die Staatsoper hat wieder einen Musikdirektor! Und zwar einen sehr guten, erfahrenen und dazu noch bescheidenen und sympathischen Künstler, Philipp Jordan. Das eröffnet nach vielen Jahren des Durchhängens auf diesem so wichtigen Gebiet wieder eine ganz neue Dimension. Kurzum, das neue Team verdient schon jetzt einiges Lob, und man sollte ihm mit erste Beurteilungen weit mehr Zeit geben als die ersten 100 Tage, wohl eine ganze Saison!

Klaus Billand, 26.4.2020

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WIENER STAATSOPER: SAISON 2020/2021

WIENER STAATSOPER: SAISON 2020/2021 (für uns gesichtet und geordnet von Renate Wagner)

MADAMA BUTTERFLY
Premiere 7. September 2020
InszenierungAnthony Minghella
Musikalische Leitung  Philippe Jordan

Erste Serie
Cio-Cio-San  Asmik Grigorian
Suzuki  Virginie Verrez
Pinkerton  Freddie De Tommaso
Sharpless  Boris Pinkhasovich
Goro  Thomas Ebenstein

Zweite Serie

Musikalische Leitung  Philippe Jordan
Cio-Cio-San  Asmik Grigorian
Suzuki  Noa Beinart
Pinkerton  Marcelo Puente
Sharpless  Boris Pinkhasovich
Goro  Andrea Giovannini

Dritte Serie

Musikalische Leitung  Joana Mallwitz
Cio-Cio-San  Hui He
Suzuki  Noa Beinart
Pinkerton  Roberto Alagna
Sharpless   Boris Pinkhasovich
Goro  Andrea Giovannin

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DIE  ENTFÜHRU NG  AUS DEM SERAIL
Premiere: 12. Oktober 2020

Inszenierung  Hans Neuenfels
Musikalische Leitung  Antonello Manacorda

Die Sänger:

Konstanze  Lisette Oropesa
Blonde  Regula Mühlemann
Belmonte  Daniel Behle
Pedrillo  Michael Laurenz
Osmin  Goran Jurić

Die Schauspieler
Bassa Selim  Christian Nickel
Konstanze  Emanuela von Frankenberg
Blonde  Stella Roberts
Belmonte  Christian Natter
Pedrillo  Ludwig Blochberger
Osmin  Andreas Grötzinger

→ In der Juni-Serie singt Brenda Rae die Partie der Konstanze

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EUGEN  ONEGIN
Premiere:  15.Oktober 2020

Musikalische  LeitungTomáš Hanus
Inszenierung, Bühne  Dmitri Tcherniakov

Tatjana  Tamuna Gochashvili
Olga  Anna Goryachova
 Eugen Onegin  Andrè Schuen
Lenski  Bogdan Volkov
Fürst Gremin  Dimitry Ivashchenko

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DAS  VERRATENE MEER

Musikdrama in zwei Teilen Musik Hans Werner Henze
Text Hans-Ulrich Treichel nach Yukio Mishima
Uraufführung 13. Dezember 2020

Inszenierung  Jossi Wieler,  Sergio Morabito
Musikalische Leitung  Simone Young

Fusako Kuroda   Vera-Lotte Boecker
Noboru, auch Nummer Drei genannt  Josh Lovell
Ryuji Tsukazaki  Bo Skovhus
Nummer Eins, der Anführer  Erik Van Heyningen
Nummer Zwei  Kangmin Justin Kim
Nummer Vier  Stefan Astakhov
Nummer Fünf  Martin Hässler

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 CARMEN
Premiere:  6. Febriar 2020

Inszenierung  Calixto Bieito
Musikalische Leitung  Andrés Orozco-Estrada

Erste  Serie

Carmen  Anita Rachvelishvili
Don José  Charles Castronovo
Escamillo  Erwin Schrott
Micaëla  Olga Kulchynska

Zweite  Serie

Carmen  Michèle Losier
Don José  Dmytro Popov
Escamillo  Sergey Kaydalov
Micaëla  Vera-Lotte Boecker

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 LA TRAVIATA
Premiere: 4. März 2021

Musikalische Leitung  Giacomo Sagripanti
Inszenierung  Simon Stone

Violetta Valéry  Pretty Yende
Alfredo Germont  Frédéric Antoun
Giorgio Germont  Igor Golovatenko

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PARSIFAL
Premiere: 1. April 2021

Musikalische Leitung  Philippe Jordan
Inszenierung, Bühne, Kostüme  Kirill Serebrennikov

Amfortas  Ludovic Tézier
Gurnemanz  Georg Zeppenfeld
Titurel  Peter Kellner
Parsifal  Jonas Kaufmann
Klingsor  Wolfgang Koch
Kundry  Elīna Garanča

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FAUST
Premiere: 23. April 2021

Musikalische Leitung  Bertrand de Billy
Inszenierung  Frank Castorf

Faust  Juan Diego Flórez
Marguerite  Nicole Car
Méphistophélès  Adam Palka
Valentin  Boris Prýgl
Wagner  Peter Kellner
Siébel  Virginie Verrez
Marthe  Monika Bohinec

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L’INCORONAZIONE DI POPPEA
Premiere: 22. Mai 2021

Musikalische Leitung  Pablo Heras-Casado
Concentus Musicus Wien
Inszenierung, Bühne, Choreographie  Jan Lauwers

Nerone  Kate Lindsey
Poppea  Slávka Zámečníková
Ottone  Xavier Sabata
Ottavia  Christina Bock
Seneca  Willard White

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MACBETH
Premiere: 10. Juni 2021

Musikalische Leitung  Philippe Jordan
Inszenierung  Barrie Kosky

Macbeth  Luca Salsi
Banquo  Roberto Tagliavini
Lady Macbeth  Anna Netrebko
Macduff   Freddie De Tommaso

Alternativ singt Martina Serafi n die Partie der Lady Macbeth.

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Wiederaufnahmen/ Repertoire

ELEKTRA
Wiederaufnahme  8. September 2020

Musikalische Leitung  Franz Welser-Möst
Inszenierung  Harry Kupfer

Erste Serie

Klytämnestra  Doris Soffel
Elektra  Ricarda Merbeth
Chrysothemis  Camilla Nylund
Aegisth  Jörg Schneider
Orest  Derek Welton

Zweite Serie:
Klytämnestra  Michaela Schuster
Elektra  Aušrinė Stundytė
Chrysothemis  Camilla Nylund
Aegisth  Jörg Schneider
Orest  Derek Welton

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DON CARLOS
Französische Fassung
Wiederaufnahme 27. September 2020

Musikalische Leitung  Bertrand de Billy
Inszenierung  Peter Konwitschny

Philippe II.  Ildar Abdrazakov
Don Carlos  Jonas Kaufmann
Rodrigue  Igor Golovatenko
Großinquisitor  Roberto Scandiuzzi
Elisabeth de Valois  Malin Byström
EboliE  Eve-Maud Hubeaux

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LE NOZZE DI FIGARO
Ab 24. Jänner 2021

Musikalische Leitung  Philippe Jordan
Inszenierung, Bühne, Kostüme  Jean-Pierre Ponnelle

Graf Almaviva  Andrè Schuen
Gräfin Almaviva  Federica Lombardi
Susanna  Louise Alder
Figaro  Philippe Sly
Cherubino  Virginie Verrez

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DER ROSENKAVALIER
Musikalische Neueinstudierung
Ab 16. Dezember 2020

Leitung  Philippe Jordan
Inszenierung  Otto Schenk

Erste Serie:

Die Feldmarschallin  Krassimira Stoyanova
Baron Ochs auf Lerchenau  Günther Groissböck
Octavian  Daniela Sindram
Herr von Faninal  Jochen Schmeckenbecher
Sophie  Erin Morley
Ein Sänger  Piotr Beczała

Zweite Serie:

Feldmarschallin  Martina Serafin
Baron Ochs auf Lerchenau  AlbertPesendorfer
Octavian  Jennifer Holloway
Herr von Faninal  Adrian Eröd
Sophie  Louise Alder
Ein Sänger  Freddie De Tommas

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SIMON BOCCANEGRA
Ab  9. September 2020

Musikalische Leitung Evelino Pidò
Inszenierung  Peter Stein

Simon Boccanegra  Plácido Domingo
Jacopo Fiesco  Günther Groissböck
Amelia Grimaldi  Hibla Gerzmava
Gabriele Adorno  Najmiddin Mavlyanov

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L’ ELISIR  D’AMORE
Ab 14. September 2020

Musikalische Leitung  Giacomo Sagripanti
Inszenierung Otto  Schenk

Erste Serie:

Adina  Pretty Yende
Nemorino  Liparit Avetisyan
Belcore  Sergey Kaydalov
Doktor Dulcamara  Nicola Alaimo

Zweite Serie:

Adina  Rosa Feola
Nemorino  Frédéric Antoun
Belcore  Clemens Unterreiner
Doktor Dulcamara Paolo Rumetz

Dritte Serie:

Musikalische Leitung Pier Giorgio Morandi

Adina  Joanna Kędzior
Nemorino  Levy Sekgapane
Belcore  Clemens Unterreiner
Doktor Dulcamara  Ambrogio Maestri

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LA FILLE DU RÉGIMENT
Ab 20. September 2020

Musikalische Leitung Giacomo Sagripanti
Inszenierung, Kostüme Laurent Pelly

Marie  Jane Archibald
Tonio  Javier Camarena
Sulpice  Carlos Álvarez
Herzogin von Crakentorp  Maria Happel

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SALOME
Ab 2. Oktober 2020

Musikalische Leitung Alexander Soddy
Inszenierung Boleslaw Barlog

Erste Serie:

Herodes  Vincent Wolfsteiner

Herodias  Marina Prudenskaya
Salome  Vida Miknevičiūtė
Jochanaan  Tomasz Konieczny

Zweite Serie:

Herodes  Jörg Schneider
Herodias  Tanja Ariane Baumgartner
Salome  Malin Byström
Jochanaan  Evgeny Nikitin

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DON PASQUALE
Ab 13. Okrober 2020

Inszenierung Irina Brook

 

Erste Serie:

Musikalische Leitung  Marco Armiliato
Don Pasquale  Erwin Schrott
Norina  Slávka Zámečníková
Doktor Malatesta  Boris Pinkhasovich
Ernesto  Dmitry Korchak

Zweite Serie;

Musikalische Leitung Evelino Pidò
Don Pasquale  Michele Pertusi
Norina  Rosa Feola
Doktor Malatesta  Sergey Kaydalov
Ernesto  Dmitry Korchak

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A MIDSUMMER NIGHT’SDREAM
Ab 4. November 2020 

Musikalische Leitung Simone Young
Inszenierung Irina Brook

Oberon  Lawrence Zazzo
Tytania  Erin Morley
Puck  Théo Touvet
Lysander  Josh Lovell
Demetrius Benedict Nelson
Hermia  Margaret Plummer
Helena  Slávka Zámečníková
Bottom  Matthew Rose

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CAVALLERIA RUSTICANA
Ab 30. Oktober 2020

Musikalische Leitung Marco Armiliato
Inszenierung, Bühne, Kostüme  Jean-Pierre Ponnel

Santuzza  Eva-Maria Westbroek
Turiddu  Brian Jagde
Lucia  Mara Zampieri
Alfio  Ambrogio Maestri

PAGLIACCI

Canio  Roberto Alagna
Nedda  Aleksandra Kurzak
Tonio  Ambrogio Maestri

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ROMÉO ET  JULIETTE
Ab 8. November 2020 

Musikalische Leitung  Evelino Pidò
Inszenierung  Jürgen Flimm

Juliette  Irina Lungu
Stéphano  Virginie Verrez
Roméo  Michael Spyres
Mercutio   Sergey Kaydalov
Frère Laurent  Dan Paul Dumitrescu

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ARIADNE AUF NA XOS
Ab 15. November 2020

Inszenierung  Sven-Eric Bechtolf

Erste Serie:

Musikalische Leitung  Christian Thielemann
Der Haushofmeister  Herbert Föttinger
Ein Musiklehrer  Boaz Daniel
Der Komponist  Jennifer Holloway
Tenor / Bacchus  Stephen Gould
Ein Tanzmeister  Thomas Ebenstein
Zerbinetta  Erin Morley
Die Primadonna / Ariadne  Camilla Nylund

Zweite Serie

Musikalische Leitung  Bertrand de Billy
Der Haushofmeister  Herbert Föttinger
Ein Musiklehrer  Adrian Eröd
Der Komponist  Angela Brower
Tenor / Bacchus  Brandon Jovanovich
Ein Tanzmeister  Thomas Ebenstein
Zerbinetta  Erin Morley
Die Primadonna / Ariadne  Lise Davidsen

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ARABELLA
Ab 17. November 2020

Musikalische Leitung  Sebastian Weigle
Inszenierung  Sven-Eric Bechtolf

Graf Waldner  Wolfgang Bankl
Arabella  Hanna-Elisabeth Müller
Zdenka  Jane Archibald
Mandryka  Michael Volle
Matteo  Michael Laurenz
Fiakermilli  Daniela Fally

Im November singt Bo Skovhus die Partie des Mandryka.

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WERTHER
Ab 28. November 2020

Musikalische Leitung  Bertrand de Billy
Inszenierung  Andrei Serban

Werther  Piotr Beczała
Albert  Clemens Unterreiner
Charlotte  Gaëlle Arquez
Sophie  Daniela Fally

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LA BOHÈME
Ab 29. Nobemver 2020-04-25

Musikalische Leitung  Eun Sun Kim
Inszenierung, Bühne  Franco Zeffirelli

Rodolfo  Atalla Ayan
Mimì  Ruzan Mantashyan
Marcello  Andrè Schuen
Schaunard  Attila Mokus
Colline  Peter Kellner
Musetta  Slávka Zámečníková

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TOSCA
Ab 11. Dezember 2020 

Inszenierung  Margarethe Wallmann

Erste Serie:

Musikalische Leitung  Bertrand de Billy
Floria Tosca  Anna Netrebko
Mario Cavaradossi  Yusif Eyvazov
Baron Scarpia  Wolfgang Koch

Zweite Serie:

Musikalische Leitung  Pier Giorgio Morandi
Floria Tosca  Sonya Yoncheva
Mario Cavaradossi  Roberto Alagna
Baron Scarpia  Alexey Markov

Dritte Serie;

Musikalische Leitung  Pier Giorgio Morandi
Floria Tosca  Anja Harteros
Mario Cavaradossi  Massimo Giordano
Baron Scarpia  Luca Salsi

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HÄNSEL UND GRETEL
Ab 26. Dezember 2020

Inszenierung  Adrian Noble
Musikalische Leitung  Cornelius Meister

Peter Besenbinder  Boaz Daniel
Gertrud  Regine Hangler
Hänsel  Szilvia Vörös
Gretel  Vera-Lotte Boecker
Die Knusperhexe  Monika Bohinec

Cornelius Meister
Peter Besenbinder  Clemens Unterreiner
Gertrud  Stephanie Houtzeel
Hänsel  Virginie Verrez
Gretel  Slávka Zámečníková
Die Knusperhexe  Thomas Ebenstein

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DIE FLEDERMAUS
Ab 30. Dezember 2020 

Musikalische Leitung  Cornelius Meister
Regie  Otto Schenk

Gabriel von Eisenstein  Jörg Schneider
Rosalinde  Laura Aikin
Gefängnisdirektor Frank  Hans Peter Kammerer
Prinz Orlofsky Stephanie Houtzeel
Alfred  Thomas Ebenstein
Dr. Falke  Clemens Unterreiner
Adele  Daniela Fally
Frosch  Peter Simonischek

Gabriel von Eisenstein  Georg Nigl
Rosalinde  Camilla Nylund
Gefängnisdirektor Frank  Jochen Schmeckenbecher
Prinz Orlofsky  Christina Bock / Stephanie Houtzeel
Alfred  Michael Laurenz
Dr. Falke  Martin Hässler
Adele  Regula Mühlemann
Frosch  Peter Simonischek

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RUSALKA
Ab 6. Jänner 2021

Musikalische Leitung  Tomáš Hanus
Inszenierung  Sven-Eric Bechtolf

Prinz  Piotr Beczała
Fremde Fürstin  Elena Zhidkova
Rusalka  Kristīne Opolais
Wassermann  Evgeny Solodovnikov
Ježibaba  Monika Bohinec

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NABUCCO
Ab 11. Jänner 2021

Musikalische Leitung  Paolo Carignani
Inszenierung  Günter Krämer

Nabucco  Plácido Domingo
Ismaele  Freddie De Tommaso
Zaccaria  Riccardo Zanellato
Abigaille  Anna Pirozzi
Fenena  Szilvia Vörös

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LA CENERENTOLA
Ab 19. Februar 2021

Musikalische Leitung  Gianluca Capuano
Inszenierung  Sven-Eric Bechtolf

Don Ramiro  Edgardo Rocha
Dandini  Vito Priante
Don Magnifico  Renato Girolami
Angelina  Marianne Crebassa
Alidoro  Luca Pisaroni

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MANON
Ab 14. März 2021 

Musikalische Leitung  Evelino Pidò
Inszenierung  Andrei Serban

Manon Lescaut  Louise Alder
Chevalier Des Grieux  Michael Fabiano
Graf Des Grieux  Dan Paul Dumitrescu
Lescaut  Adrian Eröd

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RIGOLETTO
Ab 21. März 2021

Musikalische Leitung  Paolo Carignani
Inszenierung  Pierre Audi

Herzog von Mantova  Liparit Avetisyan
Rigoletto  Quinn Kelsey
Gilda  Nina Minasyan
Sparafucile  Evgeny Solodovnikov
Maddalena  Monika Bohinec

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TURANDOT
Ab 12. April 2021

Musikalische Leitung  Giampaolo Bisanti
Inszenierung, Bühne, Licht  Marco Arturo Marelli

Turandot Anna Pirozzi
Timur  Evgeny Solodovnikov
Calaf  Fabio Sartori
Liù  Tamuna Gochashvili

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IL BARBIERE DI SIVIGLIA
Ab 16. April 2021

Musikalische Leitung  Stefano Montanari
Inszenierung  Günther Rennert

Graf Almaviva  Cyrille Dubois
Don Bartolo  Paolo Rumetz
Rosina  Kate Lindsey
Figaro  Boris Pinkhasovich
Don Basilio  Michele Pertusi

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DIE   WALKÜRE
Ab 18. April 2021

Inszenierung  Sven-Eric Bechtolf
Musikalische Leitung  Adam Fischer

Siegmund  Andreas Schager
Hunding  Mika Kares
Wotan    Günther Groissböck
Sieglinde  Camilla Nylund
Brünnhilde  Martina Serafin
Fricka  Okka von der Damerau

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DIE ZAUBERFLÖTE
Ab 24. April 2021 

Musikalische Leitung  Adam Fischer
Inszenierung  Moshe Leiser, Patrice Caurier

Sarastro  René Pape
Tamino  Long Long
Sprecher /  Priester  Adrian Eröd
Königin der Nacht  Sabine Devieilhe
Pamina  Regula Mühlemann
Papageno  Andrè Schuen

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LES CONTES D’HOFFMANN
Ab 9. Mai 2021

Musikalische Leitung  Axel Kober
Inszenierung  Andrei Serban

Hoffmann  Juan Diego Flórez
Muse / Nicklausse  Michèle Losier
Lindorf / Coppélius / Miracle / Dapertutto  Erwin Schrott
Andrès / Cochenille / Frantz / Pittichinaccio  Thomas Ebenstein
Olympia  Sabine Devieilhe
Antonia  Tamuna Gochashvili
Giulietta  Louise Alder

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LOHENGRIN
Ab 19. Juni 2021

Musikalische Leitung  Cornelius Meister
Inszenierung  Andreas Homoki

Heinrich der Vogler  Kwangchul Youn
Lohengrin  Klaus Florian Vogt
Elsa von Brabant  Sara Jakubiak
Friedrich von Telramund  Johan Reuter
Ortrud  Tanja Ariane Baumgartner
Der Heerrufer des Königs  Adrian Eröd

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Premieren Ballett 2020/21
Staatsoper

MAHLER, LIVE
Hans van Manen,
Martin Schläpfer
Mahler, Live
Premiere Ballett Staatsoper
24 November 2020

LIVE
Musik Franz Liszt
Choreographie Hans van Manen

Video Henk van Dijk
Kostüme Keso Dekker
Licht und Produktionsleitung Bert Dahlhuysen
Einstudierung Rachel Beaujean

Klavier Schaghajegh Nosrati

4 (Uraufführung)
Musikalische Leitung Axel Kober

Musik Gustav Mahler
Choreographie Martin Schläpfer

Bühne Florian Etti
Kostüme Catherine Voeffray
Licht Thomas Diek

Sopran Slávka Zámečniková

Eine Frau allein auf der großen Bühne, mit dem Rücken uns zugewandt. Sie trägt ein leuchtend rotes Kleid und Spitzenschuhe. Auf ihre Füße ist eine auf dem Boden liegende Kamera gerichtet. Ein Mann kommt dazu. Er hebt die Kamera auf und lässt sie über uns – die Zuschauer – schweifen. Riesengroß auf eine Leinwand geworfen, sind wir es, die sich unerwarteter Weise als Protagonisten in jenem Vexierspiel wiederfinden, das Hans van Manen im ersten Videoballett der Tanzgeschichte entwirft: ein raffiniertes Ausloten von Perspektiven, Distanz und Nähe. Kein anderes Werk aus dieser Zeit spielt derart meisterhaft mit den Mechanismen der Wahrnehmung und öffnet zugleich den Raum – wenn nämlich die Tänzerin, von der wir zunächst nur den Rücken sehen, während sie uns von der Leinwand anschaut, gegen Ende des Stücks die Bühne verlässt, im Foyer der Wiener Staatsoper einen Danseur Noble zum Pas de deux trifft und schließlich in die Wiener Nacht enteilt.

Hans van Manen, 1932 im holländischen Nieuwer-Amstel geboren, zählt mit seiner einzigartigen Ästhetik zu jenen stilprägenden Tanzschöpfern der Moderne, die einen immer wieder staunen lassen. Seine Choreographie »Live« zu Klaviermusik von Franz Liszt ist eine Ikone der Tanzgeschichte und gehörte bisher ausschließlich der Compagnie, für die Hans van Manen sie 1979 geschaffen hat: Het Nationale Ballet Amsterdam. Für seine erste Premiere in der Wiener Staatsoper vertraut der Niederländer sein Werk nun Martin Schläpfer an und macht damit eine Aufführung durch ein weiteres Ensemble möglich. Eine Eröffnung wie eine Initiation, das Erlebnis eines historischen Werks, das heute aktuell wie damals ist – nicht nur, weil wir Zuschauer selbst Teil des Ganzen sind.

Der intimen, mit nur zwei Tänzern, einem Kameramann und einer Pianistin besetzten Hans van Manen-Miniatur antwortet Martin Schläpfer auf kontrastierende Weise. »Um meinen Einstand als neuer Direktor und Chefchoreograph des Wiener Staatsballetts zu geben, möchte ich kein Risiko scheuen, nach vorne gehen, mit dem gesamten Ensemble und dem großartigen Staatsopernorchester arbeiten und so den tänzerischen und musikalischen Bereich von Beginn an verbrüdern«, erläutert er. Als musikalische Basis seines neuen Werks wählte er sich Gustav Mahlers im Januar 1901 als Abschluss der »Wunderhorn«-Trias vollendete 4. Symphonie – eine Komposition, deren Heiterkeit eine nur scheinbare ist, ist die Idylle doch von Beginn an gestört und auch das Finale mit seinen »himmlischen Freuden« ganz und gar keine transzendierende Vision eines himmlischen Paradieses, sondern vielmehr ein bitterböser Scherz.

Die Musik Gustav Mahlers begleitet Martin Schläpfer seit jungen Jahren und rahmte seine Karriere als Tänzer mit zwei herausragenden Produktionen: 1979 schrieb ihm Heinz Spoerli in seinem Ballett »Wendung« zu Mahlers »Rückert-Liedern« die erste große Hauptrolle auf den Leib; zum Abschluss seiner Solistenlaufbahn tanzte Martin Schläpfer 1989 dann die von Maurice Béjart für Rudolf Nurejew kreierten »Lieder eines fahrenden Gesellen«. Wissend, welch eine Herausforderung es ist, den symphonischen Riesenarchitekturen auf Augenhöhe mit dem Tanz zu begegnen, machte der Choreograph Martin Schläpfer dann viele Jahre einen Bogen um den Komponisten.

Als er sich im Herbst 2013 schließlich entschied, für das Ballett am Rhein Mahlers 7. Symphonie zu choreographieren, entstand ein tänzerisches Welttheater über die Sehnsüchte, Verlorenheiten und Verwerfungen des modernen Menschen, das mit Gastspielen in Taiwan, Moskau, Bilbao, München sowie beim Edinburgh International Festival ein großes Publikum begeisterte. Dass ihn die faszinierenden Klangwelten auf der Schwelle zwischen Romantik und Moderne mit all ihren Brüchen, Auftürmungen, aber auch Entrückungen in traumverlorene Gegenwelten, die der Realität nicht nur diametral entgegengesetzt erscheinen, sondern immer auch gefährdet sind, so schnell nicht wieder loslassen würden, stand für Martin Schläpfer seither fest. Mit der Uraufführung »4« zur 4. Symphonie folgt nun ein weiteres Gustav Mahler-Ballett, erscheint ihm die Partitur »mit ihrer hintergründigen Schönheit und Noblesse, ihrer teils verfänglichen Suggestion von Paradies und dann geradezu hinterlistig auch Neuland aufreißend, doch prädestiniert« für seine erste Wiener Arbeit.

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A SUITE OF DANCES
Jerome Robbins,
George Balanchine
A Suite of Dances
Neueinstudierung
Ballett Staatsoper
23 Mai 2021

Glass Pieces
Musikalische Leitung Benjamin Pope

Musik Philip Glass
Choreographie Jerome Robbins

Bühne Jerome Robbins

Ronald Bates
Kostüme Ben Benson
Licht Ronald Bates
Einstudierung Jean-Pierre Frohlich

Duo Concertant
Musik Igor Strawinski
Choreographie George Balanchine

Licht Ronald Bates
Einstudierung Ben Huys

A Suite of Dances
Musik Johann Sebastian Bach
Choreographie Jerome Robbins

Kostüm Santo Loquasto
Licht Jennifer Tipton
Einstudierung Jean-Pierre Frohlich

Violoncello Ditta Rohmann

The Concert
Musikalische Leitung Benjamin Pope

Musik Frédéric Chopin in einer Orchestrierung von Clare Grundman
Choreographie Jerome Robbins

Bühne Saul Steinberg
Kostüme Irene Sharaff
Licht Jennifer Tipton
Einstudierung Ben Huys

Klavier Igor Zapravdin

Ein Tanzfest der amerikanischen Neoklassik mit Werken von George Balanchine und Jerome Robbins – neu kombiniert aus dem Wiener Repertoire und ergänzt um die Staatsballett-Erstaufführung von »A Suite of Dances«!

Verwurzelt in der Ballettwelt des zaristischen Sankt Petersburg wurde für George Balanchine die Vergangenheit zu einem Sprungbrett in die Zukunft. In Paris schloss er sich in den 1920er Jahren den Ballets Russes an – und damit der Avantgarde. Ab 1934 machte er New York zur neuen Heimat des Balletts. Mit seinem 425 Werke umfassenden Œuvre entwickelte Balanchine den klassisch-akademischen Tanz für das 20. Jahrhundert weiter und gründete mit dem New York City Ballet eine der bedeutendsten modernen Compagnien. Als er 1949 Jerome Robbins zum Associate Artistic Director berief, begann auch für diesen eine über 40-jährige Bindung an Balanchines Ensemble. Mit seinen Balletten und seinen Arbeiten für den Broadway gelang es Robbins auf faszinierende Weise, hohe Kunst und kommerzielle Unterhaltung zusammenzudenken. Musicals wie »West Side Story«, »Fiddler on the Roof« oder »The King and I« sind mit seinem Namen ebenso verbunden wie subtile choreographische Studien über den modernen Menschen.

Robbins war einer der ersten Choreographen, die sich von der Musik des heute für den Tanz so beliebten und oft genutzten amerikanischen Minimalisten Philip Glass inspirieren ließen. 1983 kreierte er mit seinen »Glass Pieces« zu Ausschnitten aus »Glassworks« und der Oper »Akhnaten« ein Ballett, das von den Energien urbanen Lebens angetrieben wird. Wie unter Starkstrom gesetzt entfalten 42 Tänzerinnen und Tänzer durch die Verschmelzung von Athletik und Eleganz, klassischem Ballett, Modern Dance und Alltäglichem eine Architektur aus Körpern und Bewegungen. Zu den repetitiven Strukturen der Musik, die in einem Millimeterpapier-ähnlichen Gitterwerk als Backdrop ihr visuelles Pendant finden, entwirft Robbins von den Grundelementen menschlicher Fortbewegung wie einfaches, alltägliches Gehen, stilisierte Schritte, Laufen und Rennen ausgehend, eine Bewegungsstudie über die Entindividualisierung und das Getriebensein des Menschen. Nur für einen Moment steht die Welt in diesem atem(be)raubenden Geschehen still: einem für die beiden NYCB Principals Maria Calegari und Bart Cook geschaffenen Pas de deux, mit dem Robbins mit großer Innigkeit, aber ohne alle Sentimentalität den Fokus von der Masse weg auf den Einzelnen lenkt – Mann und Frau, ein Paar, sich auf Augenhöhe begegnend.

Das Zentrum des Programms bilden zwei kammerspielartige Miniaturen der amerikanischen Neoklassik: In Balanchines »Duo Concertant« (1972) zum gleichnamigen Werk für Violine und Klavier von Igor Strawinski stehen eine Tänzerin und ein Tänzer zunächst als stille Zuhörer hinter einem Konzertflügel und lauschen der Musik. Doch bald schon mischen sie sich in die konzertante Aufführung ein und verlieren sich mit einer Fülle raffiniertester choreographischer Ideen in einem Paartanz, der sich zu einem berührenden Kammerspiel über Liebe und Verlangen verdichtet.

Eine intime »Unterhaltung« ist Robbins’ 1994 für Mikhail Baryshnikov kreierte »Suite of Dances«. Zu mehreren Sätzen aus Johann Sebastian Bachs Suiten für Solo-Violoncello entspinnt sich voller Natürlichkeit und feiner Nuancen ein ebenso geistreich-witziger wie nachdenklicher Dialog zwischen einem Tänzer und einer Cellistin.

Eines der komischsten Werke der Ballettgeschichte ist »The Concert« (1956). Mit geradezu heiligem Ernst lässt Robbins einen Pianisten Chopin spielen und das Ballettensemble zu den Klängen der Musik nicht nur in die raffiniertesten Spiele der Fantasie, sondern auch in eine irrwitzige Folge von Pannen und Slapstick-artigen Nummern geraten. Ballerinen in Tutus werden wie leblose Schaufensterpuppen über die Bühne getragen, verheddern sich in einem chaotischen Wirrwarr und versuchen vergeblich in dem berühmten »Mistake Waltz« ihre Schritte in Einklang zu bringen. Ein frustrierter Ehemann schleicht voller Mordgelüste um seine gelangweilte Ehefrau und steigert sich in peinliche Männlichkeitsfantasien hinein, nachdem eine »Mad Ballerina« ihm die »Schmetterlinge im Bauch« geweckt hat. Das flatterhafte Vergnügen geht schließlich sogar dem Pianisten zu weit: Mit einem Netz bewaffnet versucht er all die Phantasmagorien, die er mit Chopins Musik beschworen hat, wieder einzufangen.
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TÄNZE BILDER SINFONIEN
George Balanchine,
Alexei Ratmansky,
Martin Schläpfer
Tänze Bilder Sinfonien
Premiere Ballett
Staatsoper 26 Juni 2021

Symphony in Three Movements
Musik Igor Strawinski
Choreographie George Balanchine

Licht Mark Stanley
Einstudierung Ben Huys

Musikalische Leitung Robert Reimer

Pictures at an Exhibition
Musik Modest Mussorgski
Choreographie Alexei Ratmansky

Kostüme Adeline André
Licht Mark Stanley
Projection Design Wendall K. Harrington nach Wassily Kandinsky

Klavier Alina Bercu

Balanchine – Ratmansky – Schläpfer: three masters of contemporary ballet come together with works set to music by Russian and Soviet composers. If they are connected through their roots: in the case of the choreographers, through the Danse d’école as the basis for a contemporary interpretation of the art of ballet; and in the case of the composers, Stravinsky, Mussorgsky and Shostakovich, through the musical culture of their homeland, their paths were to lead them in very different directions.
In his 1874 work »Pictures at an Exhibition«, Modest Mussorgsky, the most radical representative of the group known as »The Five«, expressed an overflowing fullness of life and visionary sound pictures. The sophisticated cosmopolitan Igor Stravinsky, who had a highly developed capacity for constantly changing the musical face he presented to the world, reacted to the horrors of the Second World War with his »Symphony in Three Movements«, created between 1942 and 1945. The great social and political questions of the 20th century are reflected in the works of Dmitri Shostakovich, which are balanced on a knife edge between conformity and protest in a system that had no respect for artistic freedom and simply used art as a means of propaganda. His 15th Symphony, which was first performed in Moscow in 1972, appears to be a cheerful scherzo at the outset, but the apparently light-hearted humour soon tips over into the grotesque, with joyful fanfares changing into threatening scenarios and virtuosic figures into a breathless frenzy. Like beacons, quotations from other musical works, ripped out of their context, flare up in a musical climate which moves inexorably, with sounds of grief and mourning, towards a deeply disturbing epilogue.
George Balanchine and his hugely important artistic partner Igor Stravinsky had already talked about the »Symphony in Three Movements« in the 1940s. However, it wasn’t until 1972 that Balanchine finally set a ballet to this symphony; it was one of several works he choreographed for the New York Stravinsky Festival, a major homage to the composer’s life after Stravinsky had passed away in 1971. »Symphony in Three Movements« is a perfect example of Balanchine’s art: its elegant athleticism, virtuosic step sequences and complex spatial formations, which are deeply rooted in the music and fully in accordance with the principle that »composers combine notes, choreographers combine movements«.
Alexei Ratmansky, a world star of classical dance, is now for the first time entrusting a work to the Wiener Staatsballett.
Like Balanchine, Ratmansky’s path led him from St. Petersburg to New York, where he was appointed Artist in Residence at American Ballet Theatre in 2009, after having brought Moscow’s Bolshoi Ballet to new heights during his five year tenure. His extensive body of work has led him in two directions. On the one hand, he was instrumental in shedding new light on the 19th century Russian classics by basing his reconstruction attempts on the meticulous and intensive study of archival material. On the other hand, Ratmansky is very much a creative spirit. His own works include »Pictures at an Exhibition«, which was premiered in 2014 by the New York City Ballet.
Set to the design of Wendall K. Harrington, which brings to life a colour study by the Russian pioneer of abstract art Vassily Kandinsky – »Squares with Concentric Circles« – it is with great effortlessness that ten male and female dancers breathe new energy into the shapes, steps and positions of classical ballet.
»Every ballet evening is also about the music, and I have great things in mind for the great Wiener Staatsoper Orchestra.« It was with these words that Martin Schläpfer justified his choice of Shostakovich’s 15th Symphony, with which he and his ensemble are once again immersing themselves in an intensive creative process following the world premiere of »4«. For Schläpfer himself, however, this is also about a further exploration of the energies, imaginative ideas and movement inspirations that can be derived from Shostakovich’s music.
For months on end before the project begins, he witnesses images emerge and associations arise, such as »mysteriously creeping closer«, »nowhere and everywhere«, »unapproachable«, »unfathomable«, »fleeing«, »leaping«, »untameable«. A piece of music which is not only the closing point of Shostakovich’s œuvre as a composer of symphonies, but also a summary of his entire life – with all its joy and sadness, its hopes and rejections, its lightness and its vulnerability – creates the fundamental impulses for a new dance work. A work which places the artists of the Wiener Staatsballett – and therefore humanity itself – at the centre.

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Staatsballett in der Wiener Volksoper
20. September 2020
Hollands Meister
Premiere
Skew-Whiff von Paul Lightfoot
Adagio Hammerklavier von Hans van Manen
Symphony of Psalms von Jiří Kylián

Besetzung
Skew-Whiff
• Choreographie, Bühne und Kostüme Paul Lightfoot
• Choreographie, Bühne und Kostüme Sol León
• Komponist Gioachino Rossini
• Licht Tom Bevoort
• Einstudierung Jorge Nozal
• Realisierung Kostüme Hermien Hollander
• Realisierung Kostüme Joke Visser
Adagio Hammerklavier
• Choreographie Hans van Manen
• Komponist Ludwig van Beethoven
• Bühne und Kostüme Jean-Paul Vroom
• Licht Jan Hofstra
• Einstudierung Kerstin Feig
Symphony of Psalms
• Choreographie Jiří Kylián
• Komponist Igor Strawinski
• Bühne William Katz
• Kostüme Joop Stokvis
• Licht Kees Tjebbes nach Jiří Kylián und Joop Caboort
• Technische Supervision Bühne und Kostüme Kees Tjebbes
• Einstudierung Patrick C. Delcroix
Unter dem Titel „Hollands Meister“ vereint die erste Premiere des Wiener Staatsballetts drei Werke der ehemaligen Leiter des Nederlands Dans Theaters, mit dessen Gründung 1959 in der Geschichte des Balletts ein neues Kapitel aufgeschlagen wurde: Bis heute kommen wesentliche Impulse für den Tanz aus Holland.
„Skew-Whiff“ bedeutet so viel wie „windschief“ und setzt der Fantasie, verschiedenste Fortbewegungen spielerisch auszuprobieren oder aus unsanften Stürzen erhebend komische Situationen zu machen, keine Grenzen. Ein großer Spaß des Choreographenduos Sol León & Paul Lightfoot. Hans van Manens Beethoven-Ballett „Adagio Hammerklavier“ ist dagegen in seiner Konzentration und Klarheit ein sublimes Meisterstück: „federleicht schwebend, ein Hauch, ein Traum von Ballett“, so der Tanzkritiker Jochen Schmidt. Und Jiří Kylián schuf mit seiner „Symphony of Psalms“ zu Strawinskis gleichnamiger Komposition ein Schlüsselwerk des 20. Jahrhunderts. In seiner charakteristischen temporeich-fließenden Bewegungssprache entfaltet er vor unseren Augen eine faszinierende spirituelle Architektur.
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Volksoper
30. Jänner 2021
Ein Deutsches Requiem
Premiere
Ballett von Martin Schläpfer

Besetzung
• Choreographie Martin Schläpfer
• Komponist Johannes Brahms
• Bühne Florian Etti
• Kostüme Catherine Voeffray
• Licht Volker Weinhart
• Choreinstudierung Holger Kristen
Der Tod ist Trennung vom Anderen und zugleich Annäherung an das Unerforschliche, Kommunikation mit den Quellen des Seins und dem Unendlichen. Johannes Brahms schuf mit seinem „Deutschen Requiem“ op. 45 eine der ungewöhnlichsten Versionen der Totenmesse: Über alle Grenzen von Religionen, Konfessionen und Nationen wollte er sich erheben und hätte im Titel entsprechend „recht gern auch das ‚deutsch‘“ fortgelassen und „einfach den ‚Menschen‘ gesetzt“.
Mit Martin Schläpfers Ballett „Ein Deutsches Requiem“ kommt eines der international erfolgreichsten Werke des neuen Wiener Staatsballett-Direktors in die Volksoper. Hin- und hergeworfen zwischen Oben und Unten, Himmel und Erde, kämpfen die Tänzerinnen und Tänzer gegen ihr Sein an. Aber auch Momente von unbeschreiblicher Leichtigkeit kennt die Welt dieses Tanzstücks: in den freudigen Sprüngen, im kraftvollen Schleudern der Arme, dem subtilen Ausloten von Balancen oder der filigranen Entdeckung des Göttlichen im menschlichen Gegenüber. Ein „zutiefst berührender und begeisternder Ballettabend“ (Ulrike Burgwinkel, WDR).
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Volksoper
15. Mai 2021
Promethean Fire
Premiere
Promethean Fire von Paul Taylor
Lontano von Martin Schläpfer
Ramifications von Martin Schläpfer
Beaux von Mark Morris

Promethean Fire
• Choreographie Paul Taylor
• Komponist Johann Sebastian Bach in der Orchestrierung von Leopold Stokowski
• Bühne und Kostüme Santo Loquasto
• Licht Jennifer Tipton
• Einstudierung Richard Chen See
Lontano
• Choreographie Martin Schläpfer
• Komponist György Ligeti
• Bühne und Kostüme Keso Dekker
Ramifications
• Choreographie Martin Schläpfer
• Komponist György Ligeti
• Bühne und Kostüm Thomas Ziegler
Beaux
• Choreographie Mark Morris
• Komponist Bohuslav Martinu
• Bühne und Kostüme Isaac Mizrahi
• Licht Michael Chybowski
• Einstudierung Megan Williams
Mit der Premiere „Promethean Fire“ präsentiert das Wiener Staatsballett zwei herausragende Künstler des American Modern Dance: Paul Taylor und Mark Morris.
Taylors „Promethean Fire“ soll als direkte Reaktion auf die Anschläge von „Nine-Eleven“ entstanden sein. Und wenn der Choreograph diese konkrete Assoziation später auch wieder zurückzog, so liegt doch eine katastrophische Grundstimmung im Raum: Konflikte brechen aus, Emotionen stoßen aufeinander – am Ende siegt jedoch die Hoffnung in diesem bewegenden Tanzdrama.
Mark Morris bringt dagegen mit seinem wunderbaren Humor neun Beaux auf die Bühne: schöne Männer, echte Kerle, aber auch Kumpel, Kavaliere und unschuldige Engel. Zugleich ist „Beaux“ aber auch ein in seiner Leichtigkeit höchst anspruchsvolles, luzides „Musizieren mit dem Körper“.
Der kräftigen Modern Dance-Sprache der beiden Amerikaner antwortet Martin Schläpfer mit zwei Miniaturen: subtile, in feinen Farben leuchtende Bewegungsstudien, Tänze wie „das Pulver auf den Schmetterlingsflügeln“.
Ein Ballett-Programm, das an den äußeren Rändern des Prometheus-Motivs angesiedelt ist, zwischen Hybris und Menschlichkeit, Katastrophe und Schönheit, Schöpfung und Vergänglichkeit.

Petra und Hemut Huber:

Noch ein à propos zur Spielplan Veröffentlichung der StOp: irgendwie klingt das wie Günter Schabowski in der PK am 9. 11. 1989: „… also das müßte, äh also sofort…“ Immerhin hat er mit diesem Lapsus das Sowjetimperium gekillt. Der Saisonspielplan ist ein paar Nummern kleiner (auch wenn man das nicht glaubt, wenn man ins Merker-Forum schaut oder in Foyers die Ohren spitzt), aber die Bilder gleichen sich in… Wie in der Tosca auf Deutsch.
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DIE AT-HOME-GALA DER METROPOLITAN OPERA

Die gesamte Gala (über 4 Stunden)


ZUM YOUTUBE-VIDEO

METROPOLITAN AT HOME-GALA – aus den Proben – eine echte Viecherei!

 

https://www.facebook.com/timesofmalta/videos/joseph-calleja-and-his-adorable-dog-mars/1340228149498624/

eine echte Viecherei im Umfeld der „Virtuellen Gala der Met“!!

 


Die sieben Top-Momente der Met-GALA
https://operawire.com/the-top-7-moments-from-the-metropolitan-operas-at-home-gala/

Nur Wasser!

Es war nur Wasser, nicht Bier – wie „The Guardian“ schrieb!


Eine diskrete Message gegen die Maskenpflicht, die ja sogar unsere Politiker im März noch als Unsinn abtaten, bevor sie – weiß Gott wer – „erleuchtet“ hat. 

Günther Groissböck sang „Sir Mourosus“ aus „Die schweigsame Frau“ von Richard Strauss: Wie schön ist doch die Musik, aber noch schöner ist, wenn sie vorbei ist“!

Was soll man darauf antworten?

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Köstlicher Beczala: Während der MET Übertragung dirigiert er Va pensiero

ZU INSTAGRAM

 

Mehr von der Met-Gala morgen!

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DIE STREAMS DER METROPOLITAN OPERA – 27.4.- 3.5.2020

Week 7

Supplementary content—including synopses, articles, and more—is available here.

Monday, April 27
Donizetti’s Anna Bolena

Metropolitan Opera | Anna Netrebko
Starring Anna Netrebko, Ekaterina Gubanova, Stephen Costello, and Ildar Abdrazakov, conducted by Marco Armiliato. From October 15, 2011.

Tuesday, April 28
Donizetti’s Maria Stuarda
Starring Elza van den Heever, Joyce DiDonato, and Matthew Polenzani, conducted by Maurizio Benini. From January 19, 2013.

Wednesday, April 29
Donizetti’s Roberto Devereux
Starring Sondra Radvanovsky, Elīna Garanča, Matthew Polenzani, and Mariusz Kwiecien, conducted by Maurizio Benini. From April 16, 2016.

Thursday, April 30
Nico Muhly’s Marnie
Starring Isabel Leonard, Iestyn Davies, and Christopher Maltman, conducted by Roberto Spano. From November 10, 2018.

Friday, May 1
Viewers’ Choice: Verdi’s Aida
Starring Leontyne Price, Fiorenza Cossotto, James McCracken, and Simon Estes, conducted by James Levine. Transmitted live on January 3, 1985.

Saturday, May 2
Verdi’s Luisa Miller
Starring Sonya Yoncheva, Piotr Beczała, and Plácido Domingo, conducted by Bertrand de Billy. From April 14, 2018.

Sunday, May 3
Borodin’s Prince Igor
Starring Oksana Dyka, Anita Rachvelishvili, and Ildar Abdrazakov, conducted by Gianandrea Noseda. From March 1, 2014.

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THEMA „VERSICHERUNG FÜR SELBSSTÄNDIGE SÄNGER“

Heinrich Schramm-Schiessl war/ist Versicherungsfachmann. Er meint zum derzeit oft strapazierten Thema:

Die Überlegungen von TTT hinsichtlich einer Versicherung für selbsstständige Sänger sind nicht von der Hand zu weisen. Schließlich gibt es so etwas für Gewerbetreibende auch : Die sogenannte Betriebsunterbrechungs-Versicherung, die z.B. zum Tragen kommt, wenn der Betrieb infolge Krankheit geschlossen werden muß. So ein Produkt müßte man für freischaffende Künstler entwickeln. Es käme natürlich darauf an, wie hoch die Prämie in so einem Fall sein müßte.

Aber, und jetzt kommt das große Aber: Neben dem Einwand der „Höheren Gewalt“, den es in allen Versicherungsverträgen gibt, gibt es noch einen zweiten Deckungsausschluß, der ebenfalls in jedem Versicherungsvertrag enthalten ist, aber auf Grund des Umstandes, daß er eigentlich nie zur Anwendung kommt, nicht beachtet wird: Es handelt sich um den Deckungsausschluß für Versicherungsfälle die „auf Grund hoheitsrechtlicher Anordnungen“ eintreten.

Kann man über die „Höhere Gewalt“ vielleicht diskutieren, der andere Ausschluß ist im aktuellen Fall praktisch unbestritten.
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AB HEUTE WIEDER KURZPARKZONEN IN WIEN

Wir sind eindeutig über dem Berg! Dabei haben sie gesagt: 1. Mai. Aber mit diesem Volk kann man ja alles machen!

Kurzparkzone

Kurzparkzonen ab Montag wieder in Kraft
Ab Montag, 27. April, ist das Parken in der Stadt wieder kostenpflichtig. Mit dem Inkrafttreten der Kurzparkzonen läuft auch das Angebot für vergünstigte Stellplätze in den Garagen aus. Ab Montag gelten in diesen Garagen wieder die regulären Tarife.

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What do you want to do ?

New mail

Wien/Staatsoper: PARSIFAL- (Stream April 2020 der Aufführung am 13. April 2017)

Wien/Staatsoper: Parsifal – 13. April 2017 (Stream April 2020)

In der Tat: Zeit für eine Neuinszenierung!

Man sagt ja oft, wenn man an Veränderungen oder gar Erneuerungen denkt, „es komme nichts Besseres nach“. Selten wurde mir in den letzten Jahren an der Wiener Staatsoper die Relevanz dieser Ansicht offenbarer vor Augen geführt (und die Betonung liegt in der Tat auf dem Sehen) als bei der Ersetzung des auch nicht gerade begeisternden, da sich zu sehr mit der DDR-Aufarbeitung beschäftigenden Mielitz-„Parsifal“ von 2004, durch eine Neuinszenierung von Alvis Hermanis im Jahre 2017. Obwohl ich die Produktion erst im Jahre 2018 sah, konnte ich mich noch nicht dazu durchringen, sie zu rezensieren. In der momentanen Covid 19-bedingten Saure-Gurken-Zeit, in der leider nahezu kein Politiker an die Schäden für den Kultur- und Kunstbetrieb denkt, die durch die flächendeckenden Maßnahmen des sog. lock downs entstehen (werden), bzw. dessen Bedeutung im gesellschaftlichen Leben überhaupt zu erkennen scheint, treten natürlich die streams in den Vordergrund. Der deutsche Bundespräsident Steinmeier hat jedoch erfreulicherweise am 1. Mai anlässlich des Tages der Arbeit bei einem Konzert in der Berliner Philharmonie unter Kirill Petrenko vor leeren Rängen explizit auf die Bedeutung von Kultur und Kunst hingewiesen, ja sie seien ein „Lebensmittel“. Wie wahr!! Diese Erkenntnis würde man nun auch gern in der weiteren politischen Umsetzung erleben. Auch die Wiener Staatsoper bietet ja nun streams in großer Fülle und sogar kostenlos – wie andere große Häuser schon seit langem – an. Sie bieten sich als temporäre Alternative für nicht zu ersetzende Live-Opernerlebnisse an.


Foto: Michael Pöhn

Zwar bin ich mit der musikalischen Besprechung solcher streams wie auch von Kino-Übertragungen immer sehr skeptisch. Es kann einfach an allzu vielen Knöpfen gedreht werden und wird es auch, wie ich selbst feststellen konnte. Aber ich habe exzellente Kopfhörer, high end. Und sehen kann man ohnehin das, meist ja noch besser wegen guter Nahaufnahmen, was tatsächlich auf der Bühne zu sehen ist und abgeht, oder auch nicht. So habe ich mir die Aufführung vom 13. April 2017 neulich im stream angesehen und möchte hiermit posthum, denn die Produktion wird ja GsD von Bogdan Roščić aus dem Programm genommen, noch eine Rezension verfassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Foto: Michael Pöhn

Alvis Hermanis, mir durchaus in bester Erinnerung mit einer bestechenden Inszenierung von Zimmermanns „Soldaten“ bei den Salzburger Festspielen, kam nach Wien und machte sich Gedanken, wie man Richard Wagners „Parsifal“ interpretieren könnte. Er kam auf den berühmten Wiener Jugendstil-Architekten Otto Wagner mit seiner ebenso berühmten Kirche und der seit Oktober 1907 betriebenen Niederösterreichischen Landes-Heil- und Pflegeanstalt für Nerven- und Geisteskranke am Steinhof, obwohl der Architekt außer dem ohnehin geläufigen Namen nichts, aber auch rein gar nichts mit Richard Wagner zu tun hat. Und dabei war die Idee gar nicht einmal originell. Denn diese hatte schon zuvor an der Wiener Staatsoper, der ohnehin auf geistig verkopfte Wagner-Interpretationen spezialisierte, deutsche Regisseur Claus Guth für seinen damals neuen „Tannhäuser“. In der Direktion Meyer landete Wien also gleich zwei Steinhof-Versionen bedeutender Wagner-Werke, die beide nicht den Herausforderungen ihres Schöpfers und der von ihm beabsichtigten Werkaussage, seiner eigentlichen Botschaft also, gerecht werden – der „Parsifal“ von Hermanis noch weit weniger als der „Tannhäuser“ von Guth.

Wenn der Vorhang hochgeht, ist jeder natürlich zunächst einmal beeindruckt vom imposanten Bühnenbild, welches ebenfalls der Regisseur, ganz im Einklang mit seiner Steinhof-Besessenheit, schuf, also Alvis Hermanis selbst. In Bayreuth waren alle noch von den fantasievollen und beeindruckenden und auch prämierten Bühnenbildern von Aleksandar Denic in der Castorf-Inszenierung des „Ring des Nibelungen“ fasziniert, ohne die diese Produktion wohl kaum fünf Jahre auf dem Spielplan zu halten gewesen wäre. Hier aber starren wir den ganzen Abend auf dasselbe, ja nicht einmal das gleiche Bühnenbild, wenn man von dem Einschieben einer steril-weißen Kachelwand (die immerhin sehr sängerfreundlich ist) in der Pathologie des 2. Aufzugs und ein paar Wandverschiebungen hier und da einmal absieht. Ein Bühnenbild, an dem man sich entsprechend schnell satt gesehen hat, zumal es praktisch keine Lichtregie gibt, die vielleicht den einen oder anderen Zauber hätte erzeugen können.


Foto: Michael Pöhn

Das Bild wird beherrscht von den vier Engeln vor dem Portal der Kirche am Steinhof und den entsprechenden Jugendstil-Verzierungen der Frontverglasung und Innenarchitektur. Wir sehen die Nerven- und Geisteskranken, freilich ebenso Gralsritter wie Herren mit Business-Anzug und Krawatte, die zahlenmäßig weit über eventuell zu vermutendes Krankenhauspersonal hinausgehen, also als Gralsritter ebenso unerklärlich bleiben wie die Kranken. Ihre Assoziation zur Gralsgesellschaft wirkt eher an den Haaren herbeigezogen, denn sinnhaft dargestellt. Gleichwohl werden werkgetreu Brot und Trank verabreicht… Eindrucksvoll geriet aber der lange Blick, den Amfortas nach der Zeremonie auf Parsifal wirft. Das hatte jedoch schon Frau Mielitz erfunden, unvergesslich damals mit Thomas Quasthoff als Amfortas! Im 2. Aufzug wimmelt es natürlich von den üblichen weißen Krankenhaus-Stahlbetten, in denen man bereits Verstorbene zu gewahren glaubt. Aber nein, es sind die „Zaubermädchen“, die sich im passenden Moment völlig unerotisch aus ihrer Horizontale erheben und eine Altherren-Nummer mit Parsifal veranstalten, bzw. verunstalten… Hätte sich Hermanis doch mal angesehen, wie Stefan Herheim das in Bayreuth gemacht hat!

Allein Gurnemanz, freilich durchgängig im weißen Oberarzt-Kittel, hat eine kleine Ecke für sich, mit Schreibtisch, Telefon, Grammophon und einem Bücherregal mit Föten in Chloroform in Gläsern, wie sie in der St. Petersburger Kunstkammer von Zar Peter I. zu sehen sind. Diese Ecke des Gurnemanz ist mit einer gegen das grelle Weiß der Heil- und Pflegeanstalt abgehobenen gelblichen und damit eine gewisse Heimeligkeit vermittelnden Beleuchtung versehen. Hier wird diese also einmal dramaturgisch wahrnehmbar. Gurnemanz ist der Gute. Seine „gemütliche“ Ecke kann beliebig ein- und ausgeschoben werden, unabhängig vom jeweiligen Aufzug…


Foto: Michael Pöhn

Inszenierungsgemäß vermitteln die Kostüme von Kristine Jurjane durchgängig simple Krankenhaus-Ästhetik vornehmlich in Weiß und Beige, abgesehen von den Herren in Anzügen und der wilden Reiterin Kundry, die im 2. Aufzug ein prachtvolles orientalisches Gewand tragen darf, also einmal nicht im Schador aufkreuzen muss. Parsifal kommt mit einem goldenen Sixpack-Brustpanzer daher, der an die Römerzeit erinnert. Meines Erachtens ein glatter Kostüm-Ausrutscher, zumal er sich im Dialog mit Kundry alles andere als kämpferisch gibt, ja sich zum Kuss sogar ganz brav auf die Krankenbahre legt, auf der sie kurz zuvor vom Pathologen Klingsor noch mit Elektroschock erweckt wurde…


Foto: Michael Pöhn

Und damit wären wir bei der Personenregie, die sich Hermanis dazu hat einfallen lassen und die alles noch viel schlimmer macht. Wenn man so sehr ins Detail der bekannten Niederösterreichischen Landes-Heil- und Pflegeanstalt für Nerven- und Geisteskranke am Steinhof einsteigt, wird man schnell zum Gefangenen seines eigenen Regiekonzepts. Und genau das ist Hermanis hier passiert, bis hin zur Groteske. Damit meine ich insbesondere das unprofessionelle Herumfummeln des männlichen medizinischen Personals unter oberärztlicher Aufsicht (Klingsor!) mit Elektroschocks in der Pathologie von Steinhof an einer offenbar bereits Verstorbenen zu Beginn des 2. Aufzugs. Möglicherweise war es Herzeleide, die da nicht mehr aufwachte. Aber was hat die da zu suchen…?“! Mit diesem Aktionismus wird das ganze herrliche Vorspiel völlig über“spielt“ und geht somit verloren. Nur um zu zeigen, dass es dem Magier Klingsor im Arztkittel – selbstredend – gelingt, nach mehrmaligem Hochfahren der Ampère-Zahl Kundry tatsächlich aus ihrem Schlaf zu erwecken, mit dem berühmten Schrei, den allein Wagner von diesem ganzen Zirkus angeordnet hat.


Foto: Michael Pöhn

Der Gral ist ein großes gläsernes Gehirn, dessen Erhebung der vollverbundene Amfortas mit Kopf(!)wunde (deshalb das Gehirn?!) im 1. Aufzug völlig unkoordiniert mit der Musik vollzieht. Im zweiten Aufzug ist es ein Megahirn, in dem der Speer steckt – eine absurde Assoziation der beiden mythischen komplementären Elemente christlichen Glaubens, der Longinus-Lanze und des Grals. Und offenbar in keiner Hinsicht ausgedacht, wenn man mal davon absieht, dass in einer Anstalt wie dieser vornehmlich gehirnbezogen „behandelt“ wird. Was sollte das?!

Bild 9

Kundry muss zunächst in einen Gitterkäfig gesperrt werden, womit man der Rolle die ganze Substanz ihres ersten Auftritts nimmt. Wieder sind dazu zwei Krankenschwestern im Spiel, die sich auch schon bei Christine Mielitz um Kundry kümmerten… Und dann immer das emsige Getue der Krankenschwestern um Amfortas herum mit dem Bettbeziehen und der Pfleger mit anderen Kranken! Es ist nervend, jedenfalls für mich. Auf der anderen Seite sieht Amfortas gemütlich zu, wie Parsifal dem Hirn den Speer entzieht. Es macht ihn wie Kundry, die sich nach ihren Verführungsversuchen wieder auf der Chaiselongue niedergelassen hat, allenfalls etwas nachdenklich. Dass noch drastischer an der Musik vorbei inszeniert wird, ohne dass es ausdrücklich, wie es Frank Castorf 2013 für seinen „Ring“ noch tat, postuliert wird, habe ich noch nie erlebt. Man muss sich fragen, ob sich der Regisseur jemals mit der Partitur des „Parsifal“ und ihren Aussagen beschäftigt hat. Es war einfach nur ärgerlich, das zu gewahren. So möchte ich gar nicht auf weitere solch unausgegorene Ungereimtheiten eingehen. Sie haben es gar nicht verdient…

Umso Erfreulicheres ist vom Sängerensemble zu berichten, welches an diesem Abend angetreten war. Kwangchul Youn sang einen klangvoll balsamischen Gurnemanz mit exzellenter Diktion und Phrasierung, leider dramaturgisch stark eingeschränkt. Nina Stemme glänzte mit einer eindringlichen Kundry und ihrem vollen Sopran bei guter Attacke und auch dramatischen Höhen mit guter Wortdeutlichkeit, damals noch weit besser als zuletzt in der Wiener „Frau ihne Schatten“. Christopher Ventris war immer schon ein guter und einfühlsamer Parsifal, der seine besondere Verinnerlichung der Rolle auch an diesem Abend wieder unter Beweis stellte. Bei ihm sind die Zwischentöne wichtiger als dramatische Ausbrüche. Gerald Finley gab einen eher gesangsbetonten, etwas zurückhaltenden Amfortas mit bester Phasierung, vokal durchaus passend zu seiner unscheinbaren Optik unter den vielen anderen Kranken. Auch er sang äußerst wortdeutlich. Jongmin Park gab einen prägnanten Titurel mit vollem Bass. Jochen Schmeckenbecher, sonst Alberich vom Dienst, sang den Klingsor mit einer nicht immer ganz schönen, aber umso besser zur Boshaftigkeit der Partie passenden Stimme, wenn die Partie nur boshaft dargestellt worden wäre… So kam er als langweiliger Pathologe mit blutverschmiertem Kittel herüber. Die ganz unzauberhaften Zaubermädchen waren mit Ileana Tonca, Olga Beszmertna und Margaret Plummer in der ersten und mit Hila Fahima, Caroline Wenborne und Ilseyar Khayrullova in der zweiten Gruppe gut besetzt. Monika Bohinec sang klangvoll die Altstimme. Benedikt Kobel, Clemens Unterreiner, Ulrike Helzel, Zoryana Kushpler, Thomas Ebenstein und Bror Magnus Tødenes waren gute Gralsritter und Knappen, absolut auf Staatsopernniveau wie die Zaubermädchen.


Foto: Michael Pöhn

Semyon Bychkov dirigierte das Staatsopernorchester mit klarer Akzentuierung und viel Sinn für Stimmungen, die sich bei dieser Inszenierung nicht, aber beim Bühnenweihfestspiel „Parsifal“ im Allgemeinen einstellen. Großartig gelangen somit auch die Verwandlungsmusiken und die Einbindung des bestens und transparent singenden Staatsopernchores, der von Martin Schebesta einstudiert worden war. Musikalisch war es also ein guter „Parsifal“, szenisch ein entbehrlicher. Und so darf man sich freuen, dass nun ein neuer kommt – nach nur drei Jahren! Das sagt eigentlich an einem Haus wie der Wiener Staatsoper alles…

Fotos: Wiener Staatsoper / Michael Pöhn                                                                                          

Klaus Billand

 
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19. APRIL 2020 (Sonntag)

Trailer ORF für den heutigen  Stream / TV-Mix ORF und Staatsoper

ZU INSTAGRAM

https://tv.orf.at/orf3/stories/3001468/

Opernstars singen heute in Wien
http://www.musik-heute.de/20878/opernstars-singen-in-wien-live-uebertragung-im-netz/

Beczala-Aufbau im Wohnzimmer für das ORF III-Ding heute abend
 
 
 
„… Auf tvthek.orf.at steht Sendung nach der TV-Ausstrahlung 7 Tage weltweit zur Verfügung. “ W.B.

HEUTE AUF „ARTE“: OPERNDIVEN / OPERTUNTEN

 

Es ist ein Klischee: schwule Männer und ihre Liebe zur Oper. Doch hinter dem Stereotyp verbirgt sich eine lebendige Geschichte. Mit dem Journalisten Tilman Krause und dem Musikwissenschaftler Kevin Clarke zeigt Rosa von Praunheim großartige Protagonisten, die als schwule Männer über ihre Begeisterung für bestimmte Operndiven mit großer Leidenschaft berichten.

Nächste Ausstrahlung am Sonntag, 19. April um 23:05

Rosa von Praunheim: Ekstase, Fummel, spitze Töne
Rosa von Praunheim zeigt im Film „Operndiven – Operntunten“, warum schwule Männer Musikdramen so mögen.
Berliner Morgenpost

Ich habe es lange Zeit nicht begriffen und mich gewundert, dass sich in den Kreisen, in denen ich mich bewegt habe – also in der eher rauen Arbeits- und Geschäftswelt aber auch beim Fußball – die Menschen über meine Theaterleidenschaft gewundert, sie manchmal belächelt haben. Wer weiß, was sie sich dabei gedacht haben. Diverse Missionierungsversuche für Oper sind allesamt kläglich gescheitert – und darüber habe wiederum ich mich gewundert.
Als ich mich durch mein Engagment für den „Merker“ – und das gegann so um 1993 herum – näher mit den Menschen rund um die „Branche“ befassen musste, habe ich es auch „geschnallt“ –  sehr spät.

Ich habe beschlossen, es für mich zu keinem Thema zu machen. Ich war nie ein Angriffsziel – zumindest habe ich es selbst nicht bemerkt. In meiner pubertären Stehplatzzeit haben mir meine Eltern den Umgang mit einer Stehplatzbekanntschaft verboten – und ich habe es nicht verstanden. Heute weiß ich, was sie gemeint haben!
 

Fidelio mit Anja Silja (1968) im Streaming-Angebot der Staatsoper Hamburg – ab 20.4.

 
Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Staatsoper Hamburg unter www.staatsoper-hamburg.de
 

Wiener Staatsopernchef zu Proben-Erlass: „Man muss sich halt was einfallen lassen“
Bei den großen österreichischen Bühnen sorgen die Regelungen für die künftige Probenarbeit aufgrund des Coronavirus für höchst unterschiedliche Reaktionen.
Kurier

Stimmforscher erklärt: Was verleiht einer Stimme Zauber?
Wir hören eine Stimme – und sind sofort gefesselt. Selten, aber es kommt vor. Es gibt Jahrhundertstimmen, die uns selbst noch nach Jahrzehnten faszinieren: etwa die von Maria Callas oder Fritz Wunderlich. Woran liegt das eigentlich? Alles nur Mythos? BR-KLASSIK hat den Stimmforscher Thomas Seedorf gefragt.
BR-Klassik

Buchbesprechung Gregor Hauser: MAGISCHE TÖNE
Österreichische Tenöre der Nachkriegszeit
254 Seiten, Verlag Der Apfel, 2020

 

Man kennt Opernfreunde. Sie gehen nicht nur unermüdlich in Vorstellungen und wollen mit Gleichgesinnten stundenlang über das Gesehene reden, diskutieren und streiten, sie wollen auch alles wissen. Natürlich auch über die Sänger. Und obwohl von Callas bis Netrebko die Primadonnen ihren Rang einnehmen – Tenöre sind ja doch etwas Besonderes. Tenöre! Gregor Hauser, in Salzburg lebend, von Beruf Lehrer, ist offenbar ein solcher Aficionado. Was er unter dem Titel „Magische Töne“ zusammen getragen hat, sind „Österreichische Tenöre der Nachkriegszeit“. Und es gibt eine Menge (und um einige mehr, als er behandelt – aber dafür wurde schon eine zweiter Band angedeutet…)

Das Buch hat seine Qualitäten in den oft überaus ausführlichen Biographien der Künstler, wobei man schon merkt, wo der Autor von den Sängern selbst oder Überlebenden reiches Material zur Verfügung gestellt bekam. Er zeichnet Lebenswege so genau wie möglich nach, versucht in Anhängen unter dem Motto „Persönlichkeit und Anekdoten“ auch den Menschen auf die Spur zu kommen, zitiert signifikante Kritiken…

Zur Buchbesprechung von Renate Wagner

KULTURLOS.  Von Thomas Prochazka

Pieter Bruegel d. Ä. (um 1525/30 – 1569 Brüssel): »De parabel der blinden«, 1568 (Ausschnitt). Tempera auf Leinwand, 86 × 154 cm. Napoli, Museo Nazionale di Capodimonte. Public Domain

Eine Erregung (nach Thomas Bernhard).

Um halb zwölf Uhr mit Reger im Volksgarten verabredet, strebte ich, aus lauter Eile beim Aussteigen aus der Straßenbahn meine Atemschutzmaske verlierend, diese, solcherart für mich nutzlos geworden, auch nicht aufhebend, der vereinbarten Parkbank zu, sagte Atzbacher. Die jungen Polizeibeamten, angetan mit ebensolchen Atemschutzmasken, den Eingang zum verwaisten Volksgarten sichernd, ließen mich grüßend passieren. Mich der mir von Reger bezeichneten Bank von hinten nähernd, saß dieser bereits an deren einem Ende. Zu meiner Verwunderung war auch Irrsigler zugegen, den ich im Burgenland glaubte, nicht in Wien, waren doch die Bundesmuseen und mit ihnen auch das Kunsthistorische Museum geschlossen und das Personal auf fremde Rechnung in Kurzarbeit geschickt worden…

http://www.dermerker.com/index.cfm?objectid=8CBAECD0-80E8-11EA-9223005056A64872

VIDEO CLIP ZUR CORONA-ZEIT: Corina Koller und Stefan Tanzer mit „Figaro“

Corina Koller in Isolation – W. A. Mozart: „Cinque… dieci… venti“, Le nozze di Figaro

 

ZUM YOUTUBE-VIDEO

Ganz schön mutig, zu Corona-Zeiten Corina zu heißen!

ORTHODOXE OSTERN: MARYNA LOPEZ GIBT AM SONNTAG AB 17 h AUF FACEBOOK EIN KONZERT

 

https://www.facebook.com/maryna.garasymchuk

Corona Österreich und Welt: Millionen orthodoxe Christen feiern Osterfest mit Mundschutzmaske

 

10 Fragen an die Mezzosopranistin Nadine Weissmann:„Ich kümmere mich um meine Mutter“…
 2013 begeisterte sie das Publikum in Bayreuth als Erda in Frank Castorfs »Ring« unter der Leitung von Kirill Petrenko. Zu ihrem Repertoire gehören die Mezzo-Partien in Opern von Ponchielli, Mozart, Wagner, Verdi, Camille Saint-Saëns.
Interview: Jolanta Lada-Zielke, Hamburg
Klassik-begeistert

10 Fragen an die Sopranistin Eleonore Marguerre: „Wenn der Shutdown länger als fünf Monate gehen sollte, weiß ich nicht, wie es weitergeht“
Eleonore Marguerre ist auf vielen europäischen Bühnen ein gerngesehener Gast. Egal ob in Dresden, Mailand, Wien, Genf, Brüssel oder Venedig – die gebürtige Heidelbergerin hat bereits an vielen großen Häusern mit ihrer außergewöhnlichen Stimme und ihrer ausdrucksstarken Bühnenpräsenz einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Ingo Luther
Klassik-begeistert

Perspektivwechsel des Publikums: Abschied von der Aura
Konserven-Konsum statt Live-Genuss: Wie geschlossene Theater den Perspektivenwechsel des Publikums erzwingen.
https://www.concerti.de/oper/perspektivenwechsel-des-publikums/

„Verbotshedonistin Lunacek“: Kritik an Plänen im Kulturbereich
Das Kulturministerium sei mit der momentanen Situation überfordert, sagen die Neos. Die SPÖ fordert bessere Regeln für Theaterproben. Und die FPÖ ortet „schwarz-grüne Verbotskultur gegen Konsumenten“.
Die Presse

Fünf Gründe für den Spielbetrieb: „Theater und Opern sind keine nette Beigabe“
Während Geschäfte und Schulen schrittweise wieder geöffnet werden, fühlen sich viele Kultureinrichtungen vergessen. Dabei wäre es nur eine Frage guter Organisation, den Spielbetrieb wieder aufzunehmen, findet unser Autor.
DeutschlandfunkKultur

Infektiologe: Normaler Alltag frühestens 2022 möglich
Christoph Wenisch geht in einem Interview davon aus, dass eine Coronavirus-Impfung vor 2022 oder 2023 nicht zu erwarten ist.
Die Presse

Dr. Wenisch ist nicht „irgendein“ Infektiologe, er ist in Österreich als Leiter der Spezialabteilung im Kaiser Franz Josephs-Krankenhaus sozusagen die Nummer 1.

Bis 2022 halten wir das nicht aus, das werden Wirtschaftsexperten wie auch Psychiater bestätigen. Bis dahin ist erstens alles kaputt und zweitens haben wir uns alle gegenseitig „aufgefressen“

Beispiel gefällig: Feindseligkeiten im Saarland : „Franzosen wurden wie Aussätzige behandelt“
Im Saarland kam es nach der Grenzschließung offenbar zu unschönen Szenen: Franzosen sollen beschimpft, auf der Straße angehalten und mit Eiern beworfen worden sein. 
Frankfurter Allgemeine

Situation im Saarland seit Wochen problematisch:

https://www.sr-mediathek.de/index.php?seite=11&tag=Grenzkontrolle

So wird es also nicht weitergehen, das wissen auch unsere Politiker. Ich bin kein Mediziner, deshalb sollte ich besser den Mund halten – was andere angeht. Was mich persönlich angeht, darf ich mir aber schon Gedanken machen.  Ich wäre bereit, mich absichtlich mit dem Virus anstecken zu lassen, um dann meine Ruhe zu haben. So oder so!  Ich wäre also bereit, diese Krankheit durchzustehen, um dann ihr gegenüber immun zu sein, ein normales Leben weiterhin zu führen – und auch niemand anstecken zu können! Ich will mich nicht zu Tode fürchten, denn das ist gleichbedeutend mit gestorben. Angriff ist die beste Verteidigung (gilt aber nicht für Fußball!), deshalb will ich das Virus angreifen, nicht vor ihm davonlaufen. Ich will dabei aber überleben – aber wenn es eben nicht so laufen würde, wäre ich vermutlich sowieso innerhalb von zwei Jahren eben an einer schwereren, bisher womöglich an mir unerkannten Erkrankung gestorben. Dann besser jetzt – ohne immensen Schaden für die Nachfolgegeneration anzurichten. Es sind Menschen schon sinnloser gestorben!

Ich habe das Gefühl, dass wir weltweit falsch abgebogen sind! Wie gesagt, ich weiß es nicht. Aber so viel wie die Politiker wissen, weiß ich wohl auch!

Und dass es so nicht noch Monate weitergehen kann, wissen wir vermutlich alle!

Lokalaugenschein vor dem Haupteingang Schloss Schönbrunn – heute um 11 h: Tore geöffnet, im riesigen Areal habe ich gerade mal 3 Spaziergänger gesichtet! Im Normalfall sind dort mindestens 1000 Besucher.

Ich glaube also nicht, dass die Menschen Opernhäuser und Festspiele stürmen werden, zumindest so lange nicht, als den Leuten Angst gemacht wird. Österreich als Tourismusland Nr. 1 wird es also sehr hart treffen. Stellen wir uns also darauf ein, dass wir uns nicht um Opernkarten werden raufen müssen!

Jazz

Hilfe, ich brauche ein Dirndl!

Barbara Hauter (Kontrabass), Dr. Petra Spelzhaus (Trompete).

Vor sechs Jahren verschlug es mich als eingefleischte Bremerin in die ländliche Idylle Oberbayerns, nicht weit von Rosenheim. Ich ließ fast alles im Norden zurück: Meine Familie, meine Freunde, meine Arbeitsstelle, meine Wohnung im Bremer Szeneviertel, meinen hoch geschätzten Trompeten-Meister, meine Jazzcombo. Begleitet wurde ich von meiner Trompete, meinem äußerst launischen gelben Skoda und ein paar Möbeln, von denen ich mich nicht trennen mochte.
Von Dr. Petra Spelzhaus, München
Klassik-begeistert

KYPARISSI EIN KLEINER ORT 300 km SÜDWESTLICH VON ATHEN, BESITZT EINE SCHULE, DIE VON EINEM ASSISTENTEN VON THEOPHIL HANSEN GEBAUT WURDE
Recherchiert von Dimitra Helioti
Bearbeitet von Esther Hatzi

 

https://en.wikipedia.org/wiki/Kyparissi,_Laconia

 

Der Name des Architekten ist Ernst Ziller

https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Ziller
Esther Hatzi

CORONA-SPRÜCHE (gefunden von Ursula Wiegand)

 

Was Sie oben über mich und Corona lesen, ist keineswegs als Ratschlag zu verstehen, denn jeder Mensch muss so reagieren, wie er es für richtig hält, muss dem Vertrauen, den er für vertrauenswürdig hält. Ich vertraue meinem Gefühl, meinem Instinkt.

Genießen Sie einen schönen Sonntag!

A.C.

 

 

DIE SONNTAG-PRESSE (19. APRIL 2020)

Für Sie in den Zeitungen gefunden: Die SONNTAG-PRESSE – 19. APRIL 2020

Rosa von Praunheim: Ekstase, Fummel, spitze Töne
Rosa von Praunheim zeigt im Film „Operndiven – Operntunten“, warum schwule Männer Musikdramen so mögen.
Berliner Morgenpost

„Verbotshedonistin Lunacek“: Kritik an Plänen im Kulturbereich
Das Kulturministerium sei mit der momentanen Situation überfordert, sagen die Neos. Die SPÖ fordert bessere Regeln für Theaterproben. Und die FPÖ ortet „schwarz-grüne Verbotskultur gegen Konsumenten“.
Die Presse

Fünf Gründe für den Spielbetrieb: „Theater und Opern sind keine nette Beigabe“
Während Geschäfte und Schulen schrittweise wieder geöffnet werden, fühlen sich viele Kultureinrichtungen vergessen. Dabei wäre es nur eine Frage guter Organisation, den Spielbetrieb wieder aufzunehmen, findet unser Autor.
DeutschlandfunkKultur

Wiener Staatsopernchef zu Proben-Erlass: „Man muss sich halt was einfallen lassen“
Bei den großen österreichischen Bühnen sorgen die Regelungen für die künftige Probenarbeit aufgrund des Coronavirus für höchst unterschiedliche Reaktionen.
Kurier

Stimmforscher erklärt: Was verleiht einer Stimme Zauber?
Wir hören eine Stimme – und sind sofort gefesselt. Selten, aber es kommt vor. Es gibt Jahrhundertstimmen, die uns selbst noch nach Jahrzehnten faszinieren: etwa die von Maria Callas oder Fritz Wunderlich. Woran liegt das eigentlich? Alles nur Mythos? BR-KLASSIK hat den Stimmforscher Thomas Seedorf gefragt.
BR-Klassik

Sommer ohne Großevents, Theater ohne Liebesszenen
Großveranstaltungen bleiben bis Ende August verboten. Die Museen öffnen Mitte Mai wieder, für die Festspiele in Salzburg und Bregenz bleibt alles offen.
Die Presse

Wiens Musik-Theater bringen Stars in ORF III
Netrebko, Kaufmann, Forez am Sonntag im Live-Stream aus dem RadioKulturhaus.
https://www.diepresse.com/5801671/wiens-musik-theater-bringen-stars-in-orf-iii

Der Pianist Grigory Sokolov wird 70: Farbexplosion im Ohr
Es hätte ganz anders kommen können. Ursprünglich, so erzählte Grigory Sokolov einmal im Interview – ursprünglich wollte er Dirigent werden. Mit vier Jahren stand er vor dem heimischen Plattenspieler und dirigierte weg, was die elterliche Plattensammlung so hergab. Dann wurde er fünf, bekam ein Klavier und war für das Pult verloren. Seit 65 Jahren sind die Tasten sein Metier. Und das beherrscht Grigory Sokolov so fabelhaft, dass er zu den größten Pianisten unserer Zeit zählt. Heute feiert er seinen 70. Geburtstag.
BR-Klassik

Menacés, les artistes lyriques créent le collectif UNiSSON et appellent l’Etat à l’aide
Auch die französischen Opernsänger wollen mehr Geld vom Staat
https://www.francemusique.fr/musique-classique/menaces-les-artistes-lyriques

10 Fragen an die Sopranistin Eleonore Marguerre: „Wenn der Shutdown länger als fünf Monate gehen sollte, weiß ich nicht, wie es weitergeht“
Eleonore Marguerre ist auf vielen europäischen Bühnen ein gerngesehener Gast. Egal ob in Dresden, Mailand, Wien, Genf, Brüssel oder Venedig – die gebürtige Heidelbergerin hat bereits an vielen großen Häusern mit ihrer außergewöhnlichen Stimme und ihrer ausdrucksstarken Bühnenpräsenz einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Schon früh in ihrer Karriere debütierte Eleonore Marguerre als Venus in Mozarts Ascanio in Albaan der Mailänder Scala (2006), auch im Teatro La Fenice in Venedig stellte sie sich 2009 als Juliette in Korngolds Die Tote Stadt vor. Von 2011 bis 2017 avancierte die Sängerin mit den belgisch-französischen Wurzeln am Dortmunder Opernhaus zum gefeierten Publikumsliebling. Insbesondere mit ihren Interpretationen der Violetta in Verdis La Traviata, der Marguerite in Gounods Faust und der Titelrolle in Arabella von Richard Strauss konnte sie wahre Triumphe feiern.
Von Ingo Luther
Klassik-begeistert

10 Fragen an die Mezzosopranistin Nadine Weissmann:„Ich kümmere mich um meine Mutter“…
In Berlin geboren, absolvierte Nadine Weissmann ihr Studium in London und an der Indiana University in Bloomington / USA bei Virginia Zeani. Ihr erstes Festengagement trat sie 2002 am Theater Osnabrück an, wo sie besonders als Carmen einen großen Erfolg feierte. Sie ist Preisträgerin der Kammeroper Schloss Rheinsberg 2002, des Francisco Viñas Wettbewerbs 2006 in Barcelona und des Seattle-Wagner-Wettbewerbs 2008. Engagements führten sie zum Glyndebourne und Edinburgh Festival, nach Barcelona, Madrid, Paris, Marseille, Lissabon, Helsinki, Berlin, München, Frankfurt und Amsterdam. 2013 begeisterte sie das Publikum in Bayreuth als Erda in Frank Castorfs »Ring« unter der Leitung von Kirill Petrenko. Zu ihrem Repertoire gehören die Mezzo-Partien in Opern von Ponchielli, Mozart, Wagner, Verdi, Camille Saint-Saëns.
Interview: Jolanta Lada-Zielke, Hamburg
Klassik-begeistert

Rachmaninoff, mon Amour – Teil 4
Der in Hamburg lebende Journalist und Publizist Harald N. Stazol liebt klassische Musik, Oper und Ballett. Besonders schätzt er die Musik des russischen Komponisten Sergei Wassiljewitsch Rachmaninoff (* 20. März jul./ 1. April 1873 greg. auf dem Landgut Semjonowo bei Staraja Russa im Gouvernement Nowgorod, Russisches Kaiserreich; † 28. März 1943 in Beverly Hills, Kalifornien, USA). Dies ist der vierte Teil einer siebenteiligen Serie über den Ausnahmemusiker.
http://klassik-begeistert.de/rachmaninoff-mon-amour-teil-4-klassik-begeistert-de/

Perspektivwechsel des Publikums: Abschied von der Aura
Konserven-Konsum statt Live-Genuss: Wie geschlossene Theater den Perspektivenwechsel des Publikums erzwingen.
https://www.concerti.de/oper/perspektivenwechsel-des-publikums/

Sehnsucht nach Unerreichbarem – Die Menschendarstellerin Anja Silja feiert ihren 80.Geburtstag
Neue Musikzeitung/nmz.de

Künstler in der Krise: Gespräch mit der Fuldaer Sopranistin Christina Rümann
https://www.lokalo24.de/lokales/fulda/kuenstler-krise-gespraech-fuldaer

St. Gallen
«Die Saison ist für uns gelaufen» «Es ist ein Planen im Blindflug“
Ostschweizer Kulturschaffende suchen nach Lösungen im Corona-Debakel
Tagblatt

München
Münchner Opernfestspiele: Kultur auf dem Abstellgleis
Münchner Abendzeitung

Hamburg
Brosda: „Hamburgs Theater bleiben geschlossen“
https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Corona-Hamburgs-Theater

Links zu englischsprachigen Artikeln

Streams
10 Essential Madama Butterfly Clips to Enjoy (At Home)
https://www.operanews.com/Opera_News_Magazine/2020/4/Departments

10 Essential Le Comte Ory Clips to Enjoy (At Home)
https://www.operanews.com/Opera_News_Magazine/2020/4/Departments/

Opera San José to Stream Its Grand Idomeneo
https://www.sfcv.org/music-news/opera-san-jose-to-stream-its-grand-idomeneo

VIDEO: Lyric Opera of Chicago Orchestra Performs ‚Ride of the Valkyries‘
https://www.broadwayworld.com/chicago/article/VIDEO-Lyric-Opera-of-Chicago

Top 10 places to find string music concerts online
https://www.thestrad.com/playing-and-teaching/top-10-places-to-find

The National Ballet Of Canada Offers Free Dance Classes To Would-Be Home Ballerinas
https://www.ludwig-van.com/toronto/2020/04/16/the-scoop-the-national-ballet

Minsk
Why the Bolshoi theatre of Belarus has entered the top three theatres of the CIS
http://www.kxan36news.com/why-the-bolshoi-theatre-of-belarus-has

Brisbane
Harpist Jill Atkinson on her 46 years with QSO
The veteran Queensland Symphony Orchestra musician recalls the memorable moments of nearly five decades in Brisbane.
https://www.limelightmagazine.com.au/features/harpist-jill-atkinson-on

CD/DVD
Classical CD Reviews: Wagner’s “Die Walküre,”Johann Strauss’s “Blindekuh,” and Mendelssohn’s “Die erste Walpurgisnacht”
https://artsfuse.org/200146/classical-cd-reviews-wagners-die-walkurejohann

Sony’s Beethoven’s World CDs Celebrate the Master’s Contemporaries
https://www.sfcv.org/reviews/none/sonys-beethovens-world-cds-celebrate

Ethel Smyth: Songs and Ballads – a new recording from SOMM
In 1877, Ethel Smyth, aged just nineteen, travelled to Leipzig to begin her studies at the German town’s Music Conservatory, having finally worn down the resistance of her father, General J.H. Smyth.
http://www.operatoday.com/content/2020/04/ethel_smyth_son.php

Feuilleton
Opera Quiz: Which Opera Star Is It – April Edition?
https://operawire.com/opera-quiz-which-opera-star-is-it-april-edition/

Q & A: Soprano Sawsan Al-Bahiti On Her Journey to Becoming the First Saudi Opera Singer
https://operawire.com/q-a-soprano-sawsan-al-bahiti-on-her-journey-to-becoming

Jazz

Hilfe, ich brauche ein Dirndl!
Vor sechs Jahren verschlug es mich als eingefleischte Bremerin in die ländliche Idylle Oberbayerns, nicht weit von Rosenheim. Ich ließ fast alles im Norden zurück: Meine Familie, meine Freunde, meine Arbeitsstelle, meine Wohnung im Bremer Szeneviertel, meinen hoch geschätzten Trompeten-Meister, meine Jazzcombo. Begleitet wurde ich von meiner Trompete, meinem äußerst launischen gelben Skoda und ein paar Möbeln, von denen ich mich nicht trennen mochte.
Von Dr. Petra Spelzhaus, München
Klassik-begeistert

Ausstellungen/Kunst

Wiens Kulturstadträtin: Termin für Museumsöffnung „unabgesprochen“
Veronica Kaup-Hasler von Museumsplänen der Regierung „überrascht“.
Kurier

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Unter’m Strich

Infektiologe: Covid-19 dauert noch bis 2023
Experte warnt vor voreiligen Schlüssen und lehnt das Ausspielen Gesundheit gegen Wirtschaft ab.
Kurier

Infektiologe: Normaler Alltag frühestens 2022 möglich
Christoph Wenisch geht in einem Interview davon aus, dass eine Coronavirus-Impfung vor 2022 oder 2023 nicht zu erwarten ist.
Die Presse

Österreich
Diese Lockerungen kommen auf ältere Menschen und Vorerkrankte zu
Senioren und Personen mit relevanten Vorerkrankungen werden immer noch strikt dazu angehalten, zu Hause bzw. in Pflegeeinrichtungen zu bleiben und jeglichen Kontakt zu anderen zu meiden. Ein Zustand, der sich bald ändern wird.
Die Presse

Feindseligkeiten im Saarland : „Franzosen wurden wie Aussätzige behandelt“
Im Saarland kam es nach der Grenzschließung offenbar zu unschönen Szenen: Franzosen sollen beschimpft, auf der Straße angehalten und mit Eiern beworfen worden sein. Vertreter beider Länder äußern sich besorgt und setzen sich für Lockerungen im Grenzverkehr ein.
Frankfurter Allgemeine

Corona Österreich und Welt: Millionen orthodoxe Christen feiern Osterfest mit Mundschutzmaske
Kleine Zeitung

Matthias SCHORN, Soloklarinettist der  Wiener Philharmoniker und des Orchesters der Wiener Staatsoper

Interview mit Matthias Schorn

Soloklarinettist der  Wiener Philharmoniker und des Orchesters der Wiener Staatsoper

„5 Bälle gleichzeitig in der Luft halten“

Karl Masek (16.4. 2020)

Copyright: MuTh

Bedingt durch die Pandemiekrise muss unser Interview knapp nach Ostern  „von Home Office to Home Office“ stattfinden. Dank an die Pressesprecherin des „MuTh“ im Augarten, Katharina Schicht, welche die Mailverbindung hergestellt hat! Welche Vorstellung war Ihr letzter „Operndienst“ an der Wiener Staatsoper, was war Ihr letztes „Philharmonisches“ vor der Pandemiesperre?

Meine letzte Opernvorstellung war das Ballett „Macmillan“ am 22. Februar, danach fuhren wir mit Andris Nelsons auf Europa Tournee, um in Paris, Köln, Hamburg und Baden-Baden alle Beethoven Symphonien zu spielen. Die Tournee wurde dann in München, bezeichnenderweise nach der 5. Beethoven,  abgebrochen. Die sogenannte „Schicksalssymphonie“ war somit mein bisher letztes „Philharmonisches“.

Ihr Silvester-Programm im „MuTh“ lautete: Das Beste zum Schluss“ und war ein fulminantes musikalisches Finale des Kalenderjahres 2019 mit jeder Menge kreativer Zuversicht für das Jahr 2020 und dem Motto: Die Zukunft ist besser als ihr Ruf.  Das Corona-Virus hat da zukunftstechnisch Schlimmes bewirkt. Wie gehen Sie mit dieser Situation (die sich zum Jahreswechsel noch kein Mensch vorstellen konnte) um?

Die momentane Situation ist für jeden von uns eine völlig neue und auch ernstzunehmende. Ich versuche allerdings, diese „Fermate“ in ganzheitlicher Hinsicht als Chance zu begreifen und bin optimistisch, dass wir als Gesellschaft diese Chance auch nützen werden können. Diese Haltung gefällt mir und entspricht eben genau dem Motto „Die Zukunft ist besser als ihr Ruf“.

Wie kann man sich Ihr Home Office vorstellen? Wo befinden Sie sich derzeit? Üben Sie jetzt regelmäßig für sich allein? Gibt es die Möglichkeit, etwa über Skype mit KollegInnen zu musizieren?

Ich habe das große Glück in einem Haus in Niederösterreich (ca. 40 km  von Wien entfernt) zu wohnen und verbringe die Zeit hier. Natürlich übe ich für mich alleine, außerdem musiziere ich mit meiner Frau. In den ersten beiden Wochen des „Shutdown“ habe ich mit meinem philharmonischen Kollegen Christoph Gigler (Tuba), welcher nicht weit von mir wohnt, eine „tägliche Musikstunde“ über Internet aus meinem „Kulturbahnhof Altenmarkt-Thenneberg“ gestreamt. Außerdem nütze ich die Zeit für Aktivitäten in der Natur soweit dies möglich ist.

Ich kann mir denken, dass ein Vollblutmusiker wie Sie unter dieser Zwangspause leidet – oder nützen Sie diese Zwangspause verstärkt für Ihre anderen vielfältigen Tätigkeiten? Man hört, Sie sind in Ihrer Wahlheimat im Triestingtal in Niederösterreich Hobby-Imker und bauen selbst Obst und Gemüse an! Die Arbeit mit den Bienen stelle ich mir faszinierend vor…

Ich musiziere ja trotzdem weiterhin, dennoch fehlt mir das „Gemeinsame“ in jeder Hinsicht. Ich freue mich auf die Zeit, in der ich wieder gemeinsam mit anderen Musizieren, Essen, Trinken, Wandern, Feiern, einfach „Leben“ kann. Mein Garten freut sich momentan über meine besondere Zuneigung, vor allem das Beobachten und Betreuen meiner Bienen ist höchst spannend, lehrreich und faszinierend.

Sie haben eine Klarinettenklasse an der Konservatorium Privatuniversität Wien. Können Sie während dieser Zeit Kontakt mit Ihren StudentInnen halten? Gibt es sozusagen Unterricht über die neuen Medien?

Ich leite seit 2013 auf eigenen Wunsch keine eigene Klasse mehr an der Musik und Kunst Privatuniversität Wien, sondern betreue Studenten projektweise.

Gehen wir zurück zu den Anfängen: Sie sind Geburtsjahrgang 1982. Aufgewachsen bei Hallein in Salzburg. Wie ging das los mit der Musik? Wurden Sie in eine Musikerfamilie hineingeboren? Gab es frühe musikalische Prägungen?

Meine musikalischen Prägungen gehen zurück auf meine Eltern und Großeltern, die zwar keine professionellen Musiker, aber leidenschaftliche Amateure im besten Sinne waren und sind. Mein Großvater war Chorleiter, Organist, Theatermacher, Mundartdichter, Flügelhornist, Zitherspieler, einfach der „Kulturmensch“ in unserem kleinen Ort im Tennengau. Über ihn hab ich auch meine Abschlussarbeit am Institut für Volksmusik und Ethnomusikologie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien geschrieben. Meine Eltern spielten beide in der Blasmusikkapelle und haben uns Kinder immer sehr gefördert. Mein Vater spielte Klarinette und eines Tages lag auch für mich eine Klarinette unter dem Weihnachtsbaum …

Bereits mit 16 Jahren übersiedelten Sie nach Wien. Wie ging es dort ausbildungsmäßig weiter? In welcher Schule waren Sie da? Einer Ihrer Lehrer an der Klarinette war da schon ein Wiener Philharmoniker? Wie wurden die Verbindungen gelegt?

Ich wechselte mit 16 Jahren ans Musikgymnasium Neustiftgasse in Wien und begann gleichzeitig mein Klarinettenstudium an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Meinen dortigen Lehrer, Johann Hindler, lernte ich durch Vermittlung des Soloklarinettisten des Mozarteumorchesters Salzburg, Ferdinand Steiner, kennen. Hans Hindler war mir Lehrmeister und Vaterfigur zugleich und ich bin glücklich und dankbar, danach noch einige Jahre an seiner Seite im Orchester der Wiener Philharmoniker musiziert zu haben. Wir sind bis heute sehr gute Freunde.

Seit 2007 sind Sie Soloklarinettist im Wiener Staatsopernorchester und Wiener Philharmoniker. Da hatten Sie schon in ganz jungen Jahren Erfahrungen in mehreren anderen Orchestern gesammelt, vom ORF – Radiosymphonieorchester Wien (2004) über das Deutsche Symphonieorchester Berlin (2005) bis zu den Münchner Philharmonikern (2006), damals war dort Christian Thielemann Chefdirigent. Dies alles substituierend, freischaffend oder im Fixengagement? Gab es in dieser Zeit Dirigenten, die Sie besonders geschätzt, die Sie vielleicht auch bereits geprägt haben?

Die von Ihnen aufgezählten Orchester waren alles Fixengagements, bevor ich ins Wiener Staatsopernorchester bzw. zu den Wiener Philharmoniker gewechselt bin. Zu dieser Zeit durfte ich außerdem bei vielen weiteren Orchestern wie den Berliner Philharmonikern, der Staatskapelle Dresden, u. v. a. als Soloklarinettist unbezahlbare Erfahrungen sammeln. Zu den für mich prägendsten Dirigenten dieser Zeit würde ich neben Christian Thielemann, sicherlich auch Georges Pretre, Mariss Jansons oder den damaligen Chefdirigenten im DSO Berlin, Kent Nagano, zählen.

Waren Sie im Staatsopernorchester und bei den Philharmonikern als Soloklarinettist Nachfolger des legendären Peter Schmidl, einem Ausnahmemusiker, der zum Beispiel von Karajan immer wieder auch für die Berliner Philharmoniker „ausgeborgt“ wurde? Und wie war für den jungen Newcomer die erste Zeit mit so illustren Kollegen wie dem leider so früh verstorbenen Weltklasse-Klarinettisten Ernst Ottensamer?

Genaugenommen folgte ich Horst Hajek nach, der sich in den Ruhestand verabschiedete und durch den Wechsel von Norbert Täubl auf die 2. Klarinette/Bassklarinette wurde die Solostelle vakant. Die ersten Jahre waren vor allem im Opernbetrieb sehr fordernd, weil ich (wie alle anderen Kollegen vor mir) ganz viel neues Repertoire zu lernen hatte und durch meine Tätigkeiten davor in diversen Symphonieorchestern zwar mit dem symphonischen Repertoire relativ gut vertraut war, aber die Opernwelt doch eine komplett neue für mich war. Meine Kollegen haben mich aber gerade in diesem für mich unbekannten Kosmos immer sehr unterstützt!

Nach reinen Konzertorchestern: War Oper dann eine neue Erfahrung? Wie haben Sie sich das umfangreiche Opernrepertoire erarbeitet, wer waren dabei Mentoren? Haben Sie in diesem Repertoire besondere Vorlieben – oder spielen Sie alles gleich gerne?

Diese Antwort habe ich oben bereits zum Teil vorweggenommen. Mein wichtigster Mentor war sicherlich mein Lehrer Hans Hindler, der ja oft neben mir saß und, 2. Klarinette spielend, mich mit wichtigen Tipps versorgte. Besondere Vorlieben habe ich keine, aber natürlich habe ich das Gefühl, dass mir gewisse Werke besonders gut liegen, andere vielleicht weniger …

Wie ist für Sie das vielzitierte „Mitatmen“ mit den Sängern im Opernalltag? Die Fähigkeit des Antizipierens von Situationen?

Das Zuhören, Begleiten und Reagieren spielt im Opernalltag eine unheimlich wichtige Rolle, in die ich auch erst hineinwachsen musste. Eine unbezahlbare, tägliche Schule, welche die Wiener Philharmoniker mitunter zu diesem einzigartigen, unverwechselbaren Klangkörper formt!


Pianistin Iren Seleljo, Fedor Rudin, Matthias Schorn, August Zirner. Foto: Andrea Masek

Sie sind ein Musiker, der immer auf der Suche nach einem eigenen Musizierideal ist, der Genre-Grenzen sprengt, der nicht nur in der Klassik, sondern auch in der alpenländischen Blasmusik, im Jazz, bei Klezmer und Tango,  im Wienerischen, gleichermaßen zu Hause ist. Breit gefächert sind hier die Partnerschaften mit dem  Jazzbassisten Georg Breinschmid und Willi Resetarits, dem vormaligen „Kurt Ostbahn“ bis zum Crossover Ensemble „Faltenradio“. Und dann auch „Woodmaster“ beim „Woodstock der Blasmusik“ in Ort im Innkreis! Erzählen Sie bitte ein bisschen darüber!

Schubladen oder Genres haben mich nie interessiert. Ich kann so vieles (noch) nicht und möchte lernen und genießen, mich aus meiner eigenen Komfortzone rausbewegen. Von mir aus auch scheitern. Hauptsache nicht stehenbleiben und vor allem das Feuer nicht verlieren. Musik bzw. die Bühne scheinen „mein“ Medium dafür zu sein. Das fühlt sich gut an.

 Otto Schenk sagte immer, wenn es um seine vielen künstlerischen Standbeine ging, er erhole sich als Intendant des Theaters in der Josefstadt vom Theaterspielen, beim Theaterspielen vom Regieführen, beim Regieführen von seinen Lesungen, bei den Lesungen  vom Filmen, beim Filmen vom Intendantendasein,…  Ist das für Sie ähnlich? Ganz diszipliniert mit philharmonischem Samt-Ton im Orchester (jetzt eben bei einer Wiedergabe im Fernsehen beobachtet, Konzert in Macao mit Antonin Dvořaks „Neuer Welt“), ein Kraft- und Temperamentsbündel, das auch gelegentlich „die Sau rauslässt“ bei den „nicht-klassischen“ Aktivitäten. Oder Ihre Aktivitäten für die „Haltestelle für Kunst aus allen Richtungen“ im ehemaligen Bahnhof Altenmarkt-Thenneberg im Triestingtal! Und Sie brauchen diese ständige Abwechslung!

Ich mach all das gerne, es zwingt mich ja keiner. Das eine befruchtet das andere. Vielleicht bin ich einfach jemand, der gerne 5 Bälle gleichzeitig in der Luft hält. Manchmal fällt einer runter, dann muss man ihn halt wieder aufheben, abwischen und weiterspielen … Mir macht das Spaß und ich bin dankbar das alles tun zu dürfen.

Abschließend der Blick auf eine „Zeit nach Corona“:  Die Wiener Staatsoper spielt bis 30. Juni betrüblicherweise nicht mehr. Hofft man immer noch, dass die Salzburger Festspiele 2020 stattfinden können – Intendant Markus Hinterhäuser war da schon vor Wochen pessimistisch – Entscheidung soll aber nach Wissensstand Mitte April erst Ende Mai fallen? Was wären die Aktivitäten so ab Herbst 2020 im Crossover-Bereich, etwa auch im „MuTh“, für die nächste Saison? Welche Tourneen sind bei den Philharmonikern geplant? Welche Herausforderungen kommen in der Wiener Staatsoper der Direktion Bogdan Roščić und mit Philippe Jordan?

Niemand von uns weiß momentan ob wir die diesjährigen Salzburger Festspiele so bestreiten können, wie wir uns das alle wünschen. Vielleicht können wir in absehbarer Zeit zumindest proben oder in kleineren Besetzungen spielen … wir werden sehen. Im Herbst ist eine große philharmonische Asien-Reise geplant, außerdem soll unsere „Faltenradio-Tour“ fortgesetzt werden und natürlich würde ich lieber heute als morgen meinen Kulturbahnhof in Altenmarkt-Thenneberg wieder aufsperren. Im Muth spiele ich nächste Saison ein ganz spezielles Konzert mit meinem „musikalischen Blutsbruder“ Christoph Gigler (Tuba) und gestalte einen Stummfilmabend aus der Zeit des Europäischen Jahrmarktkinos. Darüberhinaus beginnt in der Staatsoper die Ära Bogdan Roscic, der wir alle mit großer Spannung entgegensehen … alles fließt und bleibt aufregend. Schön!

Ich bedanke mich sehr herzlich für das Interview unter besonderen Umständen und wünsche Ihnen alles Gute für „die Zeit danach“!

 

INFOS DES TAGES (MONTAG, 13. APRIL 2020 – Ostermontag)

INFOS DES TAGES (MONTAG, 13. APRIL 2020 – OSTERMONTAG)

So geht das nicht, meine Herren. Das melden wir dem Kanzler und seinem Spezl, dem Innenminister!

Aus dem Obaboarischen Dialekt übersetzt:

A Spezl, aa Spezi, is a Mo, mit dem wo a andara Mo befreindet is. Fraun san (in da Regl) koane Spezln und hom koane Spezln.

Heit is a Spezl oft a Synonym fia an guadn Bekanntn und ned fia an guadn Freind. Da „spezielle Freind“ hod sogor aa no a negative Bedeitung dazua kriagt. Freindalwirtschoft (Vettanwirtschoft, Hawarei) in da Politik nennt ma aa Spezlwirtschoft.


Freischaffende Operngrößen fordern runden Tisch

Gefordert: Ein „runder Tisch“

Runder Tisch: Was kann Türkis-Grün?" - tv.ORF.at

Zahlreiche prominente Sänger und Sängerinnen der Opernwelt haben sich zu einer gemeinsamen Petition an die Bundesregierung zusammengeschlossen. Die Forderung der Unterzeichner und Unterzeichnerinnen, darunter Elisabeth Kulman, Tomasz Konieczny und Günther Groissböck: einheitliche, rechtskonforme, europaweite Regelungen für die Bezahlung freischaffender Künstler.

„Bis dato waren wir Einzelkämpfer, jetzt aber müssen wir den Hebel auf Solidarität umschalten“, umriss Tenor Wolfgang Ablinger-Sperrhacke im Interview mit dem „Kurier“ (Sonntag-Ausgabe) die Idee. Viele Kollegen hätten Angst, sich öffentlich gegen die Willkür der Veranstalter zu positionieren, obwohl die Kunstfreiheit ein verfassungsrechtliches Grundrecht sei.

„Die Ungleichstellung zwischen fix Angestellten und freien Künstlern ist enorm“, so Ablinger-Sperrhacke. Die Conclusio der Petitionsverfasser: „Uns schwebt eine Art ‚Runder Tisch‘ vor. In Österreich bestehend aus Vertretern der Bundestheater, der Festivals, der Agenturen, der Politik und der Künstler.“ Hier könne aus Österreich ein Impuls für Europa ausgehen. Es gehe etwa nicht an, dass sich Institutionen wie die Osterfestspiele in Salzburg auf den Paragrafen der „höheren Gewalt“ in Bezug auf freischaffende Künstler berufen würden.

https://orf.at/stories/3161608/

Immerhin haben die Veranstalter Förderungszusagen und Zugang zur Kurzarbeit! Warum die „Freischaffenden“ unter den Tisch“ – ob der nun rund oder anders geformt ist – fallen sollen, ist nicht einzusehen!

Die spontanen Versprechungen der Regierung waren ja sehr vollmundig!

Waren sie zu spontan? Oder bloß zu vollmundig?

 

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WIR BESIEGEN DAS VIRUS

Zeichnung: KS. Benedikt Kobel
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OSTERFESTSPIELE SALZBURG – die beiden letzten Streams

Arabella, 2014

Florentine Klepper, Inszenierung · Martina Segna, Bühnenbild · Anna Sofie Tuma, Kostüme
Mit Renée Fleming, Thomas Hampson, Albert Dohmen, Gabriela Beňačková, Hanna-Elisabeth Müller, Daniel Behle, Daniela Fally u. a.
Verfügbar: 12. April, 12:00 Uhr bis 14. April, 12:00 Uhr     

Parsifal, 2013

Deutung ohne Bedeutung - Parsifal in Salzburg (Archiv)
Johan Botha /Parsifal. Copyright: Forster/ Salzburger Osterfestspiele

 

Michael Schulz, Inszenierung · Alexander Polzin, Bühnenbild und Kostüme
Mit Milcho Borovinov, Wolfgang Koch, Johan Botha, Stephen Milling und Michaela Schuster
Verfügbar: 14. April, 12:00 Uhr bis 16. April, 12:00 Uhr

 

Alle Produktionen:
Christian Thielemann, Musikalische Leitung · Sächsische Staatskapelle Dresden

Dauerhaft zu sehen auf fidelio, der Streaming-Plattform von ORF und UNITEL
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KLAUS FLORIAN VOGT IST 50!

Klaus Florian Vogt studierte zunächst Horn und war nach seiner Diplomprüfung 1988–1997 als Hornist im Philharmonischen Staatsorchester Hamburg tätig. Währenddessen studierte er Gesang an der Musikhochschule Lübeck und erhielt 1997 ein Engagement am Landestheater Flensburg.

Foto: Theaterarbeit in Brunsbüttel: Opernsänger Klaus Florian Vogt (2. v. re.), seine Frau Silvia und ihre Söhne (von links) Bosse, Thore, Lasse und Kalle Michel auf einem Balkon im Bühnenbild der Operette „Im weißen Rössl“.
Foto: Theaterarbeit in Brunsbüttel in der Kulisse von „Das weiße Rössl“ : Die Söhne heißen Bosse, Thore, Lasse und Kalle Michel, Frau Vogt heißt Silvia.

1998 wechselte Vogt an die Dresdner Semperoper, wo er unter anderem von dem damaligen Generalmusikdirektor Giuseppe Sinopoli gefördert wurde. Zunächst war er lyrischer Tenor, erweiterte aber sein Repertoire über den Tamino in Mozarts Zauberflöte auf etwas dramatischere Partien wie den Hans in Bedřich Smetanas Verkaufter Braut und Matteo in Richard Strauss’ Arabella.

Einen Durchbruch bedeutete für Vogt das Rollendebüt als Lohengrin am Theater Erfurt im Jahr 2002. Mit dieser Partie gastiert er seitdem in der ganzen Welt und hat sein Repertoire inzwischen um weitere Partien des jugendlichen Heldentenor-Fachs erweitert, wie den Stolzing in Richard Wagners Meistersingern von Nürnberg und den Parsifal.

Seit 2003 ist Vogt als freischaffender Künstler tätig. 2007 gab der Sänger sein Debüt als Stolzing bei den Bayreuther Festspielen.

Seit 2011 ist er Exklusivkünstler bei Sony Classical. Im Januar 2012 erschien seine Debüt-CD Helden mit Arien von Wagner, Mozart, Weber und Korngold.

Klaus Florian Vogt lebt mit seiner Frau und seinen vier Söhnen in Dithmarschen in Schleswig-Holstein und in Bayreuth

https://www.youtube.com/watch?v=sSj46Vh0qeA.
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INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Jonas Kaufmann wünscht einen schönen Rest des Osterfestes

ZU INSTAGRAM

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Die Besprechung dieser wundervollen Aufnahme der »Cavalleria rusticana« hatte einige Resonanz seitens der Leserschaft zur Folge, darunter auch von erfahrenen Opernsängern.
 

 

http://www.dermerker.com/index.cfm?objectid=E160DAD0-7BF0-11EA-B014005056A64872
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Richtigstellung: Nikolaus Bachler ist nicht „Generalintendant“

Systemrelevant- Generalintendant Nikolaus Bachler geht durch die leere Oper

Das Kulturleben steht still – äußerlich. In den Stuben und Köpfen geht es weiter. Die Serie „Kunst der Pause“ befragt die Kreativen ohne Bühne, Dirigenten ohne Orchester, Kuratoren ohne Galerien. Nikolaus Bachler ist Generalintendant der Bayerischen Staatsoper.
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/kunst-der-pause-systemrelevant-1.4873861
Das spricht ja nicht für die Journalistin, sie kann noch nicht mal den Berufstitel richtig einorden.
 
Der letzte Generalintendant in München war August Everding.
 
Nikolaus Bachler ist „Staatsintendant“
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OPERETTA IN CORONA-TIMES – „Brüder Tanzer“
 
 
ZUM VIDEO
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SERVUS-TV: DER WEGSCHEIDER

Intendant Dr. Ferdinand Wegscheider zur aktuellen Lage!

 

ZUM VIDEO – Servus TV – „Der Wegscheider“

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The Gran Canaria Philharmonic Orchestra unites with Garanca and Chichon to perform Mahler’s Second Symphony „Resurrection“ on Easter Sunday during Spain’s mandatory quarantine

Fundación Tutelar Canaria - Quiénes somos - Colaboradores

  • 79 musicians, together with mezzo-soprano Elina Garanca and conductor Karel Mark Chichon record from their homes and with their own means a selection from Mahler’s Second Symphony, including Organist Angel Hortas live from Jerez Cathedral in Spain, in a project of great technical complexity that is being transmitted via social media via the youtube link https://youtu.be/8UyvnRG787Y

12 April 2020, Las Palmas de Gran Canaria

With this ambitious recording all of these artists unite to send a message through the universal power of music, that despite the Covid-19 crisis and the strict confinement to their homes the power of human resolve and culture is at the forefront of the island of Gran Canaria and its people.

The production of this recording has presented enormous technical difficulties, with 80 separate audio/video tracks all recorded with mobile phones being mixed into one whole, with recordings taking place from homes in Gran Canaria, Malaga (Garanca & Chichon) and Jerez de la Frontera (Hortas, organist). Particularly difficult has been the access to certain instruments such as timpani and percussion during the severe lockdown rule in Spain.

We wish to acknowledge the fantastic audio and video production work that Toni Hernandez Marrero has realised to produce this final result.

For further information please contact:-

Jose Sanchez – jsanchez@ofgrancanaria.com
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Vandalismus und Diebstahl bei Rave The Planet
+++ Siegessäule gestohlen +++ Fundraving-Modell schwer beschädigt +++ Schaden beträgt mind. 20.000 € +++

RAVE THE PLANET (@ravetheplanet) | Twitter

Berlin, 12.04.2020 – Unbekannte haben am Samstag, den 11.04.2020 gegen 03:45 Uhr am Morgen das Fundraving-Modell der gemeinnützigen Rave The Planet gGmbH in der Mall of Berlin schwer beschädigt: Miniaturfiguren wurden platt getrampelt, die Siegessäule zerbrochen und die obere Hälfte samt Goldelse gestohlen.

Am Ostersonntag gegen 10:00 Uhr stellte ein Mitarbeiter beim Rundgang den Schaden fest, der nach einer ersten Schätzung mindestens 20.000 € beträgt. Die Überwachungsvideos werden gerade ausgewertet, Fotos und Videos von Tätern und Tat bald auf der Website von Rave The Planet veröffentlicht: www.ravetheplanet.com/news/

Das Modell ist das Herzstück des sogenannten „Fundraving“, der Fundraising-Kampagne für den Neustart der Rave The Planet Parade, die bereits für den 10. Juli 2021 in Berlin angemeldet ist und legitimer Nachfolger der legendären Berliner Loveparade werden möchte.

Das 48 Meter lange Fundraving-Modell der Straße des 17. Juni wurde am 13. Januar 2020 zunächst leer eröffnet. Mittels Spenden ab 5 € können Unterstützer noch bis Ende des Jahres kleine, handgefertigte Mini-Raver-Figuren über den Online-Spendenshop von Rave The Planet spenden: shop.ravetheplanet.com/fundraving (Weitere Infos zum Fundraving: www.ravetheplanet.com/startseite/fundraving)

Da diese Aktion nicht nur ärgerlich ist, sondern auch einen schweren finanziellen Schaden für die gemeinnützige Gesellschaft bedeutet, betont einer ihrer Geschäftsführer, Loveparade-Erfinder Dr. Motte:

Als gemeinnützige Gesellschaft, die nicht nur die Parade zu neuem Leben erwecken möchte, sondern mit den gespendeten Geldern auch andere gemeinnützige Organisationen unterstützt, wie z. B. den „Zug der Liebe“, bedeutet diese dumme Zerstörungsaktion eine Tat gegen die gesamte elektronische Musik- und Clubkultur. Zum Glück ist das Areal ein Privatgelände und sehr gut videoüberwacht. Wir sind deshalb zuversichtlich, dass die Täter bei ihrer Tat gefilmt wurden und geschnappt werden können.“

Fotos des beschädigten Modells, sowie von dessen Eröffnung, können Sie HIER downloaden.

Rave The Planet bittet um Mithilfe
Rave The Planet hat den Schaden bereits zur Anzeige gebracht und bittet nun um Mithilfe aus der Bevölkerung. Die Tat ereignete sich in der Piazza der Mall of Berlin, Leipziger Straße 130 in Berlin-Mitte, am Samstagmorgen, 11. April 2020 gegen 03.45 Uhr.

Wer etwas beobachtet hat oder Hinweise zu den möglichen Tätern geben kann, wird gebeten, sich direkt bei Rave The Planet zu melden und die E-Mail-Adresse info@ravetheplanet.com zu nutzen.

Spendenaktion

Wer die gemeinnützige Arbeit von Rave The Planet unterstützen möchte, wie z. B. die Anerkennung der elektronischen Musikkultur als Immaterielles Kulturerbe der UNESCO und die neue Parade, kann dies entweder über Fundraving tun oder gerne auch direkt etwas auf das Spendenkonto überweisen:

Berliner Sparkasse
IBAN: DE34 1005 0000 0190 8305 49
BIC: BELADEBE
Verwendungszweck:
„Spende“
Zahlungsempfänger:
Rave The Planet gGmbH

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INFOS DES TAGES (SAMSTAG, 11. APRIL 2020)

INFOS ES TAGES (SAMSTAG, 11. APRIL 2020)

Hier im Wienerwald  eine vorbildliche Osterhasen – Familie.  Alle tragen  Maske, selbst gemacht  und  bleiben zu Hause.


Gesichtet von Dr. Ulrike Messer-Krol
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DIE WIENER STAATSOPER GIBT DAS STREAM-PROGRAMM BIS ENDE APRIL BEKANNT

https://www.wiener-staatsoper.at/die-staatsoper/aktuelles/detail/news/die-wiener-staatsoper-ist-geschlossen-spielt-aber-taeglich-online/

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STREAM-PROGRAMM METROPOLITAN OPERA (13.- 19.4. 2020)

Tickets Met Opera | musement

Monday, April 13
Dvořák’s Rusalka
Starring Renée Fleming and Piotr Beczała, conducted by Yannick Nézet-Séguin. From February 8, 2014.

Tuesday, April 14
Mussorgsky’s Boris Godunov
Starring René Pape, conducted by Valery Gergiev. From October 23, 2010.

Wednesday, April 15
Puccini’s La Rondine
Starring Angela Gheorghiu and Roberto Alagna, conducted by Marco Armiliato. From January 10, 2009.

Thursday, April 16
Rossini’s Le Comte Ory
Starring Diana Damrau, Joyce DiDonato, and Juan Diego Flórez, conducted by Maurizio Benini. From April 9, 2011.

Friday, April 17
Viewers’ Choice: Puccini’s Madama Butterfly
Starring Patricia Racette, Marcello Giordani, and Dwayne Croft, conducted by Patrick Summers. From March 7, 2009.

Saturday, April 18
Cilea’s Adriana LecouvreurStarring Anna Netrebko, Anita Rachvelishvili, Piotr Beczała, and Ambrogio Maestri, conducted by Gianandrea Noseda. From January 12, 2019.

Sunday, April 19
Strauss’s Der Rosenkavalier
Starring Renée Fleming, Elīna Garanča, Erin Morley, and Günther Groissböck, conducted by Sebastian Weigle. From May 13, 2017.

Da ist auch die Puppen Butterfly dabei, die angeblich nach Wien kommen soll:

https://www.metopera.org/user-information/nightly-met-opera-streams/week-5/opera-streams-weekly-guide/

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HEUTE AUS LINZ IM STREAM: DER HASE MIT DEN BERNSTEINAUGEN

Landestheater Linz IM STREAM: DER HASE MIT DEN BERNSTEINAUGEN ...
Der komplette Video-Mitschnitt des umjubelten Musicals | Samstag, 11. April, 19.30 Uhr auf YouTube
Von dem Song „Halt sie fest, die Geschichte“ gibt es nun auch eine Homeoffice Version.


Am kommenden Samstag, den 11. April, bringt das Landestheater Linz ab 19.30 Uhr (CET) einen kompletten Video-Mitschnitt des Musicals „Der Hase mit den Bernsteinaugen“ in Ihr Zuhause. Das Video wird 48 Stunden lang abrufbar sein.

Vor fast genau einem Jahr, am 6. April 2019, feierte „Der Hase mit den Bernsteinaugen“ seine umjubelte Uraufführung. Das restlos ausverkaufte Schauspielhaus wurde Schauplatz einer ergreifenden Familiengeschichte. Beim Deutschen Musical Theater Preis 2019 räumte „Der Hase mit den Bernsteinaugen“ die Hauptpreise ab. Die Produktion gewann in vier Kategorien: „Bestes Musical“, „Beste Komposition“ (Thomas Zaufke), „Beste Liedtexte“ (Henry Mason) und „Bestes Musikalisches Arrangement“ (Markus Syperek).

Die Familiengeschichte von Edmund de Waal war vor einigen Jahren ein Bestseller, dessen durchschlagenden Erfolg der britische Keramiker selbst wohl am wenigsten erwartet hatte. Er schildert darin das Leben seiner Vorfahren, der Familie Ephrussi, einst einer der reichsten und mächtigsten Clans jüdischer Geschäftsleute in Europa. Viele Familienmitglieder liebten und sammelten leidenschaftlich Kunstgegenstände. Die Familienbiografie wird anhand eines Erbstücks aufgerollt: einer Sammlung von „netsuke“, kleinen japanischen Schnitzereien, die sogar die Schrecken der Weltkriege und der Judenverfolgung überdauert haben.

Alle Vorstellungen im Schauspielhaus waren restlos ausverkauft. Nun haben Sie die Möglichkeit, das Erfolgsmusical „Der Hase mit den Bernsteinaugen“ nochmals oder erstmals zu sehen.

YouTube Premiere | Sa, 11. April, 19.30 Uhr
YouTube Landestheater Linz
LINK zum kompletten Mitschnitt
Das Video ist 48 Stunden abrufbar.

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„Halt sie fest, die Geschichte“ aus dem Musical „Der Hase mit den Bernsteinaugen“ in der Homeoffice Version!
Link zum Video der Home Office Version

Für diesen Videoteaser haben wir zwölf Ensemblemitglieder, Librettist Henry Mason und Komponist Thomas Zaufke jeweils #zuhause zusammengetrommelt, Tom Bitterlich hat die Tonspuren gemixt und Jonatan Salgado Romero die Videogestaltung übernommen. Viel Spaß mit: Henry Mason (Linz), Thomas Zaufke (Berlin), Christian Fröhlich (Linz), Riccardo Greco (Hamburg), Hanna Kastner (Linz), Carsten Lepper (Wien), Wei-Ken Liao (Wien), Anaïs Lueken (Wien), Christof Messner (Wien), Myrthes Monteiro (Hamburg), Gernot Romic (Linz), Ariana Schirasi-Fard (Wien), Lynsey Thurgar (Linz) und Angela Waidmann (Linz).
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ORF : „fidelio“ streamt die Volksoper Wien in Ihr Wohnzimmer

Umfangreicher Programmschwerpunkt mit zahlreichen Volksopern-Produktionen wie „Tannhäuser in 80 Minuten“, „Axel an der Himmelstür“, „Antonia und der Reißteufel“ u. v. m. =

Das Coronavirus hat große Bereiche des privaten und öffentlichen Lebens weiter fest im Griff. Auch die Auswirkungen im Kulturbetrieb nehmen immer größere Dimensionen an und stellen die kleinen wie großen Bühnen dieses Landes vor neue Herausforderungen. Kultur und Klassik wandern daher zunehmend in den digitalen Raum und finden dort ein neues „Zuhause auf Zeit“. Auch die Volksoper Wien ist von einer vorübergehenden Schließung betroffen. „fidelio“, der digitale Klassik-Treffpunkt von ORF und Unitel, widmet dem zweitgrößten Opernhaus Wiens ab heute Donnerstag, dem 9. April 2020, daher einen umfassenden Programmschwerpunkt mit zahlreichen Highlights und schwungvollen Klassikern vergangener Jahre.

Auf dem Programm stehen insgesamt acht Erfolgsproduktionen, alleine sieben davon aus der Direktionszeit von Kammerschauspieler Robert Meyer. Mit den Operetten „Axel an der Himmelstür“, „Die Csárdásfürstin“ und „Der Zigeunerbaron“ werden gleich drei Meisterwerke dieses Genres aus den letzten Jahren gezeigt. Auch die Kinderoper „Antonia und der Reißteufel“, der legendäre Ballettabend „Max und Moritz“ und die „BaRock-Oper“ „Vivaldi – Die fünfte Jahreszeit“ versprechen ein abwechslungsreiches Programm für Jung und Alt. Ebenfalls gibt es ein Wiedersehen mit Klaus Maria Brandauers Inszenierung von „Das Land des Lächelns“ aus dem Jahr 1996 mit Johan Botha als Sou Chong. Und für viel Heiterkeit sorgt die Opernparodie „Tannhäuser in 80 Minuten“, ein Soloabend, den Direktor Meyer gemeinsam mit den Neuen Wiener Concert Schrammeln viele Abende in der Volksoper gespielt hat.

Mag. (FH) Georg Hainzl, Geschäftsführer von „fidelio“: „Wir sind sehr stolz auf die Möglichkeit, einem so wunderbaren Haus wie der Volksoper Wien mit ‚fidelio‘ eine Ersatzbühne bieten zu können. Auch wenn es nur ein Auszug des umfassenden Programms der vergangenen Jahre ist, soll es unser Engagement für die heimische Kulturszene unterstreichen und Abwechslung in die heimischen Wohnzimmer bringen.“

Robert Meyer, Direktor der Volksoper Wien: „Wie alle anderen Theater hat auch die Volksoper Wien alle Vorstellungen bis Ende Juni abgesagt. Umso mehr freue ich mich, dass die Streaming-Plattform ‚fidelio‘ der Volksoper Wien einen Themenschwerpunkt widmet, bei dem zahlreiche Erfolgsproduktionen meiner Direktionszeit auf dem Programm stehen, die unser Publikum auch zu Hause vor dem Fernseher begeistern werden.“

Volksoper @ fidelio – die Produktionen im Überblick:

— „Der Zigeunerbaron“ (2020) Die schwungvolle Operette von Johann Strauß in der Regie von Peter Lund.

— „Die Csárdásfürstin“ (2019) Der Operetten-Klassiker von Emmerich Kálmán in der Regie von Peter Lund.

— „Vivaldi – Die fünfte Jahreszeit“ (2017) Eine „BaRock-Oper“ von Christian Kolonovits.

— „Axel an der Himmelstür“ (2016) Die preisgekrönte Operette von Ralph Benatzky in einer Inszenierung von Peter Lund.

— „Tannhäuser in 80 Minuten“ (2013) Ein Soloabend mit Volksopern-Direktor Robert Meyer und den Neuen Wiener Concert Schrammeln.

— „Antonia und der Reißteufel“ (2012) Eine Pop-Oper für Kinder und Erwachsene von Christian Kolonovits.

— „Max und Moritz“ (2012) Lebhaftes Ballett von Ferenc Barbay und Michael Kropf zur Musik von Gioacchino Rossini.

— „Das Land des Lächelns“ (1996) Romantische Operette von Franz Lehár in einer Inszenierung von Klaus Maria Brandauer.

„fidelio“ – der digitale Klassik-Treffpunkt

Der digitale Klassik-Treffpunkt „fidelio“ (www.myfidelio.at) von ORF und Unitel ist das Ticket zu spektakulären Konzert- und Opernveranstaltungen, zeigt Großereignisse der Musikgeschichte und vermittelt Hintergrundwissen auf höchstem Niveau. Jederzeit auf allen Endgeräten abrufbar, bietet „fidelio“ Top-Live-Events, regelmäßige Premieren, eine umfangreiche Klassithek und einen kuratierten 24-Stunden-Kanal. blog.myfidelio.at bietet darüber hinaus wissenswerte Anekdoten und Neuigkeiten aus der Welt der Klassik sowie Möglichkeiten zum Mitdiskutieren.

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Corona-Krieg“ in Frankreich : das Orchestre Philharmonique de Marseille spielt „Corona Wars“

BULLETIN D’INFORMATION DE L’OPÉRA ET L’ODÉON

UN ORCHESTRE CONFINÉ MAIS PAS MUET !
DÉCOUVREZ CORONA WARS par l’ORCHESTRE PHILHARMONIQUE DE MARSEILLE
Nous vous avions prévenu, voici une nouvelle surprise de l’Orchestre Philharmonique de Marseille et vous ne serez pas déçu !
Découvrez et partagez la vidéo en hommage aux héros du Corona Wars, réalisée par les musiciens de l’Orchestre Philharmonique de Marseille.

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Das Duo „Kurz & Kogler“ – Fang das Licht (am Ende des Tunnels) [DeepFakeSatire]

Zum Youtube-Video

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INSTAG(K)RAMEREIEN – gefunden von Fritz Krammer

Anna N. hat die Terrassensaison eröffnet, Wein aus Österreich, Literatur aus Russland und ein schöner Rundblick über die Dächer der Wiener Innenstadt

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Übrigens, das Buch, dem sich Anna Netrebko in ihrem Instagram-Video von der Terasse am Franziskanerplatz widmet, ist die vor wenigen Wochen erschienene Gedichtsammlung von Alesia Shapovalova – und die ist mit dem Dirigenten Michael Güttler verheiratet. Insofern ist es genau genommen keine Literatur aus Russland , Alesia Shapalova ist weißrussische Staatsbürgerin und lebt seit 12 Jahren in Deutschland . ) https://www.amazon.de/Ипостаси-любви-Russian-Шаповалова-Алеся-ebook/dp/B084Q8C7QL/ref=mp_s_a_1_1?keywords=алеся+шаповалова&qid=1583181335&sr=8-1

Die Netrebko bei Heiligenkreuz. Wurde nicht vor Ausflügen dringend abgeraten?

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Franco Corelli: Vier Videoclips für alle, die ihn nie gehört haben:

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Absage des Sommerfestivals ROSSINI IN WILDBAD

klassik.com : Festivals im Portrait - Rossini in Wildbad

 Mit folgenden Worten wendet sich Intendant Jochen Schönleber an das Publikum und die Bevölkerung von Bad Wildbad:

„Liebes Publikum von ROSSINI IN WILDBAD, liebe Wildbader!
Wie gerne hätten wir  uns in diesem Sommer in Bad Wildbad getroffen, um gemeinsam zu feiern, Rossini zu hören, den Schwarzwald zu genießen. Die grausame Logik der Corona-Pandemie aber macht uns einen Strich durch die Rechnung. Wir müssen das Festival um ein Jahr auf den 8. bis 25. Juli 2021 verschieben. Doch auch in der derzeit schwierigen Lage möchten wir die Hoffnung nicht sinken lassen. Sollte sich die Lage im Spätsommer stabilisieren, werden wir alles daran setzen, einige Projekte der Akademie BelCanto in Krakau und Bad Wildbad durchzuführen und es könnten die Abschlusskonzerte, sowie Konzerte von Solisten des Festivals in entsprechend kleinerem Rahmen stattfinden. Da aufgrund der Beschränkungen nicht jeder dieses Jahr nach Bad Wildbad kommen kann, werden wir diese Events zunächst  für die Mitglieder bzw. Spender des Rossini-Freundeskreises live im Internet übertragen. Näheres dazu wird im ROSSINI Newsletter (kostenloses Abonnement über die Homepage) rechtzeitig mitgeteilt.“ Wir werden uns wiedersehen!

Mit freundlichen Grüßen – bleiben Sie gesund! FROHE OSTERN.
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Einige Tipps von Sandra Warnung: Das Wiener Konzerthaus beschert uns zu Ostern Gustav Mahlers 8. Symphonie:

Mahlers Symphonie Nr. 8  mit Franz Welser-Möst und den Wiener Philharmonikern
Ostersamstag, den 11. April, möchten wir Sie einladen, um 20 Uhr auf www.konzertzuhaus.at oder via Facebook dabei zu sein, wenn wir eine Aufführung von Gustav Mahlers Symphonie Nr. 8 mit den Wiener Philharmonikern unter Franz Welser-Möst streamen. Dieses prachtvolle Konzert, mit dem im Wiener Konzerthaus am 11. Mai 2019 das 39. Internationale Musikfest eröffnet wurde, können Sie nur einmalig, zu dem angegebenen Datum anhören.

Ostergrüße der Deutschen Oper Berlin:

https://v.culturebase.org/o/s/t/e/r/ostergruss_2020_mit_dietmar_schwarz_und_donald_runnicl.2020.film.lang_de.1.mp4.mp4

Berliner Ensemble: STREAM DER WOCHE: „DIE BLECHTROMMEL“ ab 10. April 2020

https://www.berliner-ensemble.de/be-on-demand

Ab Freitag zeigen wir in unserem wöchentlichen Online-Stream auf „BE at home“ Günter Grass’ „Die Blechtrommel“ (mit englischen Untertiteln). Regisseur und Bearbeiter Oliver Reese erzählt die Geschichte des ewigen Trommlers in einer ganz auf die Perspektive der Hauptfigur zugeschnitten Fassung, gespielt von Nico Holonics. Für New York Times-Feuilletonredakteur Matthew Anderson zählt diese Inszenierung zu den Theaterhighlights 2019. Die Aufzeichnung entstand in der allerletzten Vorstellung, die noch vor Corona am 12. März gespielt werden konnte, und dokumentiert einen besonderen Abend.

und dann noch etwas Kurioses für Bastler (allerdings für ältere Semester, denn jüngere werden Video- und Audiokassette bestenfalls aus den Beständen ihrer Großeltern kennen):

Hacker bringt Videos auf alte Audio-Kassetten

Zwar eine mehr als bescheidene Qualität, aber „beeindruckende technische Leistung“

https://www.pressetext.com/news/20200409004

und dazu das Video;

https://www.youtube.com/watch?time_continue=640&v=D5zV1mC4E3w&feature=emb_logo
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WIEN/ Kostenlose Hilfe für bildende Künstler: Verein RED CARPET bietet Showrooms, Ateliers und Lagerräume an

Kostenlose Hilfe für bildende Künstler: RED CARPET bietet ...

Die Maßnahmen gegen die Verbreitung von COVID-19 trifft die heimische Kunstszene besonders hart. Da alle Museen und Galerien den Betrieb eingestellt haben, wurde den bildenden Künstlern die Möglichkeit genommen, ihre Werke der Öffentlichkeit zu präsentieren. Der von dem Künstler Manuel Gras geführte Verein RED CARPET steuert hiergegen. Im einzigen noch für die Öffentlichkeit zugänglichen Kulturbetrieb in Österreich können bildende Künstler in den vier Showrooms, die sich in den U-Bahn-Stationen Karlsplatz, Schottentor, Volkstheater und Altes Landgut befinden, ihre Werke kostenlos ausstellen. Auch Lagerräume und Ateliers werden in der Zeit der Krise unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Bewerbungen und Infos: www.redcarpetartaward.com

Honorarfreies Bildmaterial und Antragsformulare, Copyright siehe Dateinamen, unter FOTOLINK

Wien, 23. März 2020. Mit 500 Ausstellungen in zehn Jahren zählt der Verein RED CARPET zu einem der wichtigsten Kulturbetriebe für aufstrebende bildende Künstler in Wien. Herzstück des 2009 von den Künstlern Manuel Gras, Karl Kilian und dem Direktor der Wiener Bildungsakademie Mag. Marcus Schober gegründeten Fördervereins sind vier Showräume in den U-Bahn-Stationen Karlsplatz, Schottentor, Volkstheater und Altes Landgut. Da aufgrund der COVID-19-Pandemie sämtliche Museen, Galerien etc. den Betrieb eingestellt haben, sind diese Showrooms eine der letzten Möglichkeiten, Gemälde, Installationen oder Skulpturen im öffentlichen Raum zu präsentieren. „Der RED CARPET ist wahrscheinlich der letzte Kulturbetrieb, der bildenden Künstlern eine Bühne samt realem Publikum bieten kann. Mit ca. einer Million Passanten pro Woche vor der Ausgangsbeschränkung, die unsere Schauräume sehen, bieten wir Kunstschaffenden eine einzigartige Chance, sich in der Öffentlichkeit Gehör und Aufmerksamkeit zu verschaffen“, so Gras.

Kostenlose Ateliers und Lager für Kunstwerke bis Sommer

Wer das kostenlose Angebot in Anspruch nehmen möchte, sollte sich möglichst rasch beim Verein melden, denn die Slots sind begrenzt. Gras: „Geplant ist, dass die U-Bahn-Showrooms bis Juni im Wochentakt von Künstlern bespielt werden. Solange die U-Bahnen im Betrieb sind, haben wir ein Publikum! Das gilt es zu nützen!“ Neben den Showrooms bietet der RED CARPET zwei weitere, ebenfalls kostenlose Serviceleistungen an. So verfügt der Verein über mehrere Kunstlagerhallen in der Brigittenau und drei Ateliers in Floridsdorf, die allen, die sich kein Atelier mehr leisten können oder ihre Ausstellungen zurückbekommen haben, in den kommenden Monaten gratis zur Verfügung gestellt werden. „In Notfällen können wir bis Sommer mit dieser Infrastruktur dienen, denn Corona mag zwar das öffentliche Leben lähmen, aber nicht unsere Kreativität. Kunst ist jetzt wichtiger denn je, auch wenn wahrscheinlich weniger Mittel als jemals zuvor vorhanden sein werden“, so Gras.
Bewerbungen für den Showroom und andere Anfragen senden Sie bitte an: office@redcarpetartaward.com

Über den RED CARPET und den RED CARPET ART AWARD

Der Verein RED CARPET ART widmet sich der langfristigen Förderung junger KünstlerInnen und zeichnet Künstler mit dem RED CARPET ART AWARD aus. Darüber hinaus werden Werke von KünstlerInnen seit 10 Jahren in einer eigenen Sammlung angekauft und an private Sammlungen, wie die Blue Mountain Collection, Levin Foundation, Sammlung der Gesellschaft der Freunde der bildenden Künste oder der Sammlung Cserni vermittelt. Der Verein betreibt vier Showrooms in den U-Bahn-Stationen Karlsplatz, Schottentor, Volkstheater und Altes Landgut, drei Ateliers am Schlingermarkt in Floridsdorf und ein Kunstlager in der Brigittenau mit mehr als 30.000 Werken. Damit werden u.a., mehrere Spitäler des KAV und das Hanusch-Krankenhaus kostenlos mit Kunstwerken ausgestattet. Zusätzlich kuratiert der Verein zahlreiche Ausstellungen, wie z.B. jene im Zwei-Jahres Rhythmus im Verteidigungsministerium. Im Herbst startet in Kooperation mit dem Bundesheer der neue „Future Award“ an allen Schulen des Landes. Der Verein RED CARPET ist auch im benachbarten Ausland, wie z.B. in Deutschland, Kroatien und Bulgarien aktiv, wo ebenfalls Projekte erarbeitet werden.
Infos: https://www.facebook.com/groups/Red.Carpet.Art.Award
www.redcarpetartaward.com

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ORF III am Osterwochenende: Umfassender Stephansdom-Schwerpunkt mit Dokupremieren und „Gottesdienst der Osternacht“

Außerdem: „Erlebnis Bühne“ im Zeichen der Salzburger Osterfestspiele, Wim Wenders’ Papst-Franziskus-Porträt, Toni Faber in „Das ganze Interview“ =

Wien (OTS) – Von Karsamstag, dem 11. April 2020, bis Ostermontag, dem 13. April, widmet sich ORF III Kultur und Information in einem Schwerpunkt dem wohl wichtigsten Gotteshaus Österreichs: dem Wiener Stephansdom. So überträgt ORF III am Karsamstag den Gottesdienst der Osternacht live aus dem Stephansdom und erinnert am Ostermontag in mehreren Neuproduktionen an den 75. Jahrestag der beinahe völligen Zerstörung des Doms. Der Ostersonntag am 12. April steht außerdem ganz im Zeichen der Osterfestspiele Salzburg, die heuer aufgrund der Corona-Krise nicht stattfinden können.

Karsamstag, 11. April

Am Karsamstag stimmt eine Folge „Cultus – Der Feiertag im Kirchenjahr“ (9.00 Uhr) auf das bevorstehende Osterfest ein. Um 20.15 Uhr überträgt ORF III mit dem „Gottesdienst der Osternacht aus dem Wiener Stephansdom“ (20.15 Uhr) erstmals einen Gottesdienst live im Hauptabend. Im Zentrum der Messe zur Feier der Auferstehung, die von Kardinal Christoph Schönborn abgehalten wird, steht die Botschaft, dass Leid und Tod im Leben nicht das letzte Wort haben. Danach zeigt ORF III Wim Wenders’ Dokumentarfilm „Papst Franziskus – Ein Mann seines Wortes“ (22.05 Uhr) aus dem Jahr 2018. In „Kabarett im Turm“ präsentieren anschließend Günter Tolar und Christoph Prückner „Jüdisches zum Lachen“ (23.35 Uhr).

Ostersonntag, 12. April

Mit einer „Feier.Stunde“ eröffnet ORF III um 9.00 Uhr das Programm am Ostersonntag. Darin spenden Gebete und Gesänge der griechisch-orthodoxen Kirche sowie Lehren und Weisheiten aus dem Koran Trost und Hoffnung.

Im Hauptabend präsentiert „Erlebnis Bühne mit Barbara Rett“ einen Abend mit glanzvollen Produktionen der Osterfestspiele 2015 – topbesetzt mit Startenor Jonas Kaufmann. Auf dem Programm stehen zwei veristische Opern, die in der Aufführungspraxis gerne für einen Opern-Abend hintereinander gereiht werden und zutiefst geprägt sind von Liebe, Eifersucht und Rache: „Cavalleria rusticana“ (20.15 Uhr), angesiedelt in einem sizilianischen Dorf am Ostermorgen, und „Pagliacci“ (21.40 Uhr) über ein umherziehendes Schauspielgespann der Commedia dell’arte. Es dirigiert Christian Thielemann. Danach gibt es ein ebenfalls von Thielemann geleitetes „Osterkonzert im Vatikan“ (23.05 Uhr), das 2005 zu Ehren Papst Benedikt XVI. veranstaltet wurde. Die Münchner Philharmoniker musizieren mit den Regensburger Domspatzen.

Ostermontag, 13. April

Den Tag der Auferstehung läutet ORF III mit einer neuen Ausgabe „Das ganze Interview: Sandra Szabo im Gespräch mit Dompfarrer Toni Faber“ (9.00 Uhr) ein. Angesichts der Corona-Krise erzählt der Dompfarrer, wie er mit der ungewohnten Einsamkeit umgeht, welche Bedeutung Ostern heuer für ihn hat und welche Hoffnungen ihn begleiten.

Am Abend erinnert ORF III als Höhepunkt des Fests der Auferstehung an den 75. Jahrestag der Zerstörung des Stephansdoms, der bis heute ein Symbol für das nach dem Krieg wiedererstandene Österreich ist. Im Vorabend erzählt die ORF-III-Neuproduktion „Eine Riesenorgel für den Stephansdom“ (19.10 Uhr) von Rainer Keplinger, wie die alte, baufällige Orgel abgebaut und Schritt für Schritt instandgesetzt wurde. Anschließend äußern prominente Stimmen der Republik ihre „Gedanken zum Stephansdom“ (20.00 Uhr). Die folgende ORF-III-Neuproduktion „Brandakte Stephansdom – Rekonstruktion einer Katastrophe“ (20.15 Uhr) von Manfred Corrine – der bereits sechste Teil der ORF-III-Dokureihe über das Wiener Wahrzeichen – zeichnet die Verkettung jener widrigen Umstände nach, die zur beinahe völligen Zerstörung des Bauwerks beitrugen. Danach führt der „ORF III Themenmontag“ in drei weiteren Dokumentationen an andere christliche Andachtsorte in Österreich: nach „Admont – Ein Stift in den steirischen Alpen“ (21.05 Uhr), „St. Paul im Lavanttal – Paradies in den Kärntner Alpen“ (21.55 Uhr) und zum „Stift Seitenstetten – Im himmlischen Garten vom Mostviertel“ (22.45 Uhr).

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DAMIT ES NICHT VERLOREN GEHT: Österreichische Nationalbibliothek sammelt das Coronavirus im Internet

Datei:ÖNB Logo.svg – Wikipedia

Die Österreichische Nationalbibliothek sammelt derzeit österreichische Internetseiten zum Thema Coronavirus und archiviert sie in ihrem Webarchiv für die Zukunft. Erstmals seit dem Start dieses Archivs im Jahr 2009 wird damit ein sogenannter „Event Crawl“ für ein nicht vorhergesehenes Ereignis angewendet – bislang wurden bei anlassbezogenen Web-Dokumentationen ausschließlich politische und gesellschaftliche Großveranstaltungen wie etwa Wahlen festgehalten. Über 1.500 Webseiten mit Bezug auf die COVID19-Krise wurden bereits gespeichert und täglich kommen neue hinzu. Alle Interessierten können weitere Seiten mit entsprechendem Österreichbezug für die Archivierung vorschlagen.

Event Crawl zu Corona
Die aktuelle COVID19-Pandemie, die durch das Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht wird, beeinflusst das Leben aller ÖsterreicherInnen seit Wochen massiv. Dies zeigt sich auch im österreichischen Webspace, in dem derzeit zahlreiche spezifische Webseiten die Bevölkerung hinsichtlich der Viruserkrankung informieren. Die Österreichische Nationalbibliothek hat bisher über 1.500 in ihrem Webarchiv Österreich gesammelt und archviert. Damit stehen diese Seiten auch in Zukunft für alle Interessierten zur Verfügung.

Zu den dokumentierten Seiten zählt beispielsweise Heimflug des Bundesministeriums für europäische und internationale Angelegenheiten, auf der sich im Ausland gestrandete ÖsterreicherInnen für einen sogenannten „COVID19-Virus Evakuierungsflug“ der Austrian Airlines registrieren können. Das Europäische Verbraucherzentrum in Österreich informiert zum Thema „Corona und Reiserecht“ mit einer umfangreichen Auflistung häufig gestellter Fragen (FAQs). Auch das amtliche Dashboard COVID 19 des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz mit tagesaktuellen Informationen zur Gesamtzahl aller positiv getesteten Personen findet sich im Webarchiv wieder. Viele dieser Webseiten werden laufend aktualisiert, was bedeutet, dass heute die Information vom Vortag nicht mehr ersichtlich ist – außer die Seite wird laufend archiviert.

Eine vollständige Liste aller aktuell dokumentierten Internetadressen ist auf webarchiv.onb.ac.at unter Kollektionen > Event Crawls > Coronavirus 2020 ersichtlich. Begonnen wurde mit dem Sammeln bereits am 11. März 2020. Um die Vielfalt zu gewährleisten, können Interessierte auch selbst relevante Webseiten mit Österreichbezug für die Archivierung vorschlagen.

Webarchiv Österreich
Webinhalte zählen zum Kulturgut und bilden einen integralen Bestandteil der modernen Informationsgesellschaft. Seit einer Novelle des Mediengesetzes im Jahr 2009 ist die Österreichische Nationalbibliothek ermächtigt, die gesamte .at-Domäne und ausgewählte Webseiten mit Österreichbezug zu sammeln und dauerhaft zu archivieren.

Damit das Webarchiv regelmäßig befüllt wird, verwendet die Österreichische Nationalbibliothek sogenannte „Crawler“. Diese gehen von ausgewählten Webadressen (sogenannten „Seeds“) aus, speichern deren Inhalte und nutzen gleichzeitig dort vorhandene Links, um weitere Webseiten zu finden und zu speichern. Mit dieser Methode werden einerseits „thematische“ Crawls durchgeführt (täglich z. B. die Webseiten großer Online- und Printmedien), aber auch einmal jährlich breit angelegte „Domain Crawls“, um möglichst viele Momentaufnahmen österreichischer Webseiten zu erfassen. Zusätzlich werden in eigenen „Event Crawls“ wichtige Großereignisse festgehalten wie z. B. Wahlen oder auch der Eurovision Songcontest 2015 in Österreich.

Bisher wurden vom Webarchiv Österreich über 142 Terabyte von über 2,1 Millionen Domains gesammelt – die Inhalte setzen sich aus über 3,7 Milliarden Einzeldateien zusammen.
Die Anzeige der archivierten Ergebnisse ist aus urheberrechtlichen Gründen nicht online, sondern ausschließlich an speziellen Terminals in den Lesesälen der Österreichischen Nationalbibliothek möglich.

Der Wiener Städtische Versicherungsverein unterstützt das Webarchiv Österreich seit vielen Jahren.
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DIE MONTAG-PRESSE (6. APRIL 2020

Für Sie in den Zeitungen gefunden: Die MONTAG-PRESSE – 6. APRIL 2020

Kulturbetrieb ohne Alte?
Wie kommen wir da bloß wieder raus, wird jetzt allerorten gefragt. Eine naheliegende Antwort lautet: Wir sperren nicht mehr alle ein, sondern nur noch jene mit hohem Risiko. Zwar sterben an Corona auch Junge und Gesunde, aber nicht so beängstigend viele wie Alte und an Vorerkrankungen Leidende. Zweitens bringt es eine Gesellschaft auch um, wenn sie zur Untätigkeit verdammt wird. Wir haben schließlich nichts davon, eine Pandemie zu überleben, wenn wir danach unseren ökonomischen und emotionalen Ruin bilanzieren müssen. Drittens ist Solidarität keine Einbahnstraße: Von gefährdeten Menschen sollte man erwarten dürfen, dass sie sich selbst aus der Schusslinie des Virus nehmen, statt die Widerstandsfähigeren in die Pflicht zu nehmen, auf ihre Bewegungsfreiheit, Geschäfte und Vergnügungen zu verzichten.
Die Welt.de

Bayreuther Festspiele: „De facto ein Berufsverbot“
Unmittelbar vor den Proben zum neuen Bayreuther „Ring“ fallen die Festspiele Corona zum Opfer. Der Regisseur Valentin Schwarz sagt, wie er sich jetzt fühlt
Münchner Abendzeitung

Bayreuther «Ring»-Regisseur Schwarz im Interwiev: «Ein Jahr ohne Sommer»
Neue Musikzeitung/nmz.de

Berlin
Allegro con brio: Vorschau auf das Musikfest Berlin 2020
Das traditionelle Musikfest Berlin will dieses Jahr als ein Fest für Beethoven und die Musik unserer Zeit verstanden werden. Die Ehrungen für Beethoven im Jahr seines 250. Geburtstages waren zahlreich geplant, nicht wenig davon ist aber der Stilllegung des Kulturbetriebes in diesen Wochen zum Opfer gefallen. Man kann Beethoven durchaus als ein spätes Corona-Opfer betrachten.
Peter Sommeregger berichtet aus Berlin
Klassik-begeistert

München
Kein neuer Callas-Tod – Schließzeit an der Bayerischen Staatsoper verhindert Abramović-Uraufführung
Neue Musikzeitung/nmz.de

Berlin/ Stream auch noch heute bis 12 h
Freie Liebe und Spießigkeit
Doris Dörrie inszenierte Mozarts „Così fan tutte“.
Vom 5. bis 6. April, 12 bis 12 Uhr, wird die Staatsoper Berlin ihre Erfolgsproduktion „Così fan tutte“ streamen, mit der Filmregisseurin Doris Dörrie erstmals an einem Opernhaus Regie führte. Während die meisten Feuilletonisten kein gutes Haar an dieser Version der Mozart-Oper ließen, wurde die Aufführung ein echter Kassenknüller. Ganz offensichtlich fand das Publikum Spaß daran, dass Dörrie die Oper aus dem Barock in die Zeit de „Flower Power“ verlegte und dabei von Daniel Barenboim und seiner Staatskapelle unterstützt wurde.
https://abendblatt-berlin.de/2020/04/04/freie-liebe-und-spiessigkeit/

39. Bayernrätsel: Die dritte Frage
Mitspielen und traumhafte Preise gewinnen beim 39. Bayernrätsel: Bei der dritten Frage unseres beliebten Gewinnspiels geht es um den Sängersaal in Schloss Neuschwanstein.
Münchner Merkur

Masken sind omnipräsent: Ihre Rolle in Kunst und Kultur
Die Maske hatte in allen Kulturen von jeher vielfältige Funktionen. Ihrer bedienen sich auch die Künste: Theater, Popmusik, Kunst und Film
Der Standard

Corona-Krise: Kulturmanager spenden Teil ihres Gehalts
Spitzen von ÖNB und Bundestheater-Holding unterstützen so laut Salzburger Nachrichten Mitarbeiter und Kulturstiftung.
Kurier

Empfehlungen für die Corona-Zeit: Klassische Musik hat stärkste Heilkraft
Tiroler Tageszeitung

Frankfurt
Frankfurter Kantorei: Stets der Arbeit am Klang verpflichtet
Frankfurter Allgemeine

Essen
Kunsttipps für Zuhause „Der Freischütz“ aus Essen als Live-Mitschnitt
Tagesspiegel

Rudolf Buchbinder reist durch den Beethoven-Kosmos
Und gerade die 1823 fertiggestellten „Diabelli“-Variationen sind ein Werk, das der Pianist als „Magnum Opus“ bezeichnet. „Dieses Werk ist sozusagen eine Zusammenfassung des ganzen Musikschaffens Beethovens“, sagte Rudolf Buchbinder im Telefongespräch. Anton Diabelli, dessen Vater noch Demon hieß, italienisierte seinen teuflischen Namen passend auf Diabelli. Offenbar war es schon um 1820 ein Phänomen, dass sich exotisch klingende Namen besser verkaufen ließen, als konventionelle Alltagsnamen.
Herbert Hiess berichtet aus Wien
Klassik-begeistert

Links zu englischsprachigen Artikeln

Streams
Orchestra in Quarantine
Los Angeles Philharmonic conductor Gustavo Dudamel offers a sublime online show.
https://www.city-journal.org/conductor-gustavo-dudamel-online-show

Opera, orchestras and museums online, from Bulgaria and abroad – the details
https://sofiaglobe.com/2020/04/05/opera-theatre-and-museums-online-from

New, Classical Music Online Channel And Streaming Service Kicks Off Tonight
https://www.forbes.com/sites/janelevere/2020/04/04/new-classical-music-online

Feuilleton
How well do you know your Wagner? – quiz
The Guardian

Carmen and the Staging of Spain
(Michael Christoforidis & Elizabeth Kertesz) How the Belle Époque saw Bizet’s free-spirited heroine.
https://www.limelightmagazine.com.au/reviews/carmen-and-the-staging-of-spain

Obituary
Metropolitan Opera Orchestra Member Vincent Lionti Dies of COVID-19
https://operawire.com/obituary-metropolitan-opera-orchestra-member-vincent

Ausstellungen/ Kunst

Raffael, der Sonnyboy der Renaissance
Am Montag begehen wir das große Jubiläum zum 500. Todestag des Malers Raffael unter traurigen Umständen.
Voriges Jahr war Leonardos 500. Todestag, heuer ist der von Raffaello Sanzio da Urbino, genannt Raffael: Am kommenden Montag, 6. April, feiern wir ihn unter traurigen Umständen – musste die große Retrospektive in der Scuderie del Quirinale in Rom doch schon nach drei Tagen geschlossen werden.
https://www.diepresse.com/5795640/raffael-der-sonnyboy-der-renaissance

Wien
Schönberg Center: Der Geist der Nachtmalerei
Die Ausstellung „Mit Schönberg in die Natur“ ist digital eröffnet worden.
Wiener Zeitung

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Unter’m Strich

Österreich
Kanzler Kurz sieht uneingeschränkte Reisefreiheit erst wieder, wenn es Impfung gibt
Der Kanzler bereitet die Österreicher darauf vor, dass sie auch ihre Urlaubsgewohnheiten ändern müssen. „Die uneingeschränkte Reisefreiheit, wie wir sie gekannt haben, wird es nicht geben, solange es keinen Impfstoff gibt“.
Kurier

Österreich
Sobotka rudert zurück: „Wir setzen bei der Stopp-Corona-App auf Freiwilligkeit“
Gestern noch meinte Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka, dass er sich eine Anti-Viren-App verpflichtend vorstellen kann. Am Sonntag meint er dazu: „Setzen weiter auf Freiwilligkeit“.
Kurier

Genua und Neapel: Probleme mit der Ausgangssperre
Boom di multe: da Genova a Napoli, di nuovo tanta gente in strada
Segnali d’allentamento: negli ultimi due giorni sono state multate oltre 14mila persone
Huffington Post

Berlin/ Neukölln
Gebet wurde vorzeitig beendet. 300 Menschen versammeln sich trotz Kontaktverbot vor Moschee in Berlin-Neukölln
Focus.de

Kurz, Kogler und der teure Boulevard
Die türkis-grüne Bundesregierung will auch den Printmedien mit einer Sonderförderung aus der Krise helfen. Gut so! Aber warum werden ausgerechnet jene Massenblätter bevorzugt, die am häufigsten den journalistischen Anstand verletzen?
http://www.diepresse.com/5795986/kurz-kogler-und-der-teure-boulevard

Englands Spitzenfußballer wollen nicht auf Gehalt verzichten
Die Premier-League-Profis lehnen es ab, dass ihre Gehälter wegen der Coronakrise gekürzt werden. Dadurch würden auch Steuern wegfallen, begründen sie. Für Wayne Rooney ist die Debatte „eine Schande“.
Die Presse