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TODESFÄLLE – STAND JULI 2019

TODESFÄLLE – Stand Juli 2019

Zusammenstellung der Liste: Walter Nowotny

 Eva-Maria MOLNÁR ist vor dem 8.6.2019 verstorben

 Geboren am 10. Oktober 1925 in Hejöcsaba (Ungarn); Gesangstudium am Konservatorium von Miskolc und an der Musikakademie von Budapest bei Alice Molnár, Abschluss der Ausbildung später bei W. Domgraf-Fassbaender in Nürnberg. Sie wirkte anfänglich als Gesangpädagogin an der Ungarischen Nationaloper in Budapest, betrat dort aber 1957 als Pamina in der »Zauberflöte« erstmalig die Opernbühne. Nach ihren Erfolgen in ihrer ungarischen Heimat sang sie in Deutschland zuerst in der Saison 1958-59 am Opernhaus von Dortmund, dann 1959-61 am Opernhaus von Nürnberg und 1961-80 am Nationaltheater Mannheim. Hier sang sie am 17.12.1961 in der Uraufführung von Hindemiths Oper »A Long Christmas Dinner« (»Das lange Weihnachtsmahl«). 1969 gastierte sie an der Oper von Santa Fé als Salome von R. Strauss, 1972 an der Hamburger Staatsoper als Gutrune in der »Götterdämmerung«. Sie gastierte auch an der Wiener Volksoper, an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an den Staatsopern von Stuttgart und München, in Frankfurt a.M., Nürnberg, Karlsruhe, Hannover und Graz, an der Grand Opéra Paris, an den Opernhäusern von Straßburg, Barcelona und Seattle. Auf der Opernbühne sang sie ein sehr umfängliches Repertoire, wobei die Schwerpunkte im Lirico Spinto-Fach lagen. In ihrem Repertoire für die Bühne fanden sich Partien wie die Abigaille in Verdis »Nabucco«, die Leonore im »Troubadour«, die Aida, die Leonore in »La forza del destino«, die Elisabetta im »Don Carlos«, die Traviata, die Amelia in »Simon Boccanegra«, die Amalia in »I Masnadieri« und die Desdemona im »Othello« von Verdi, die Mimi in »La Bohème«, die Butterfly, die Maddalena in »Andrea Chénier« von Giordano, die Frau Fluth in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor« und die Gräfin im »Capriccio« von R. Strauss. Vortreffliche Konzert- und Oratoriensängerin. Seit 1980 Professorin an der Musikhochschule Heidelberg-Mannheim.

Schallplatten: Sastruphon-Da Camera (Sopran-Solo in der Missa Solemnis von Beethoven).

 

Sven-David SANDSTRÖM ist am 10.6.2019 verstorben

 Geboren am 30. Oktober 1942 in Motala; er studierte an der Universität Stockholm Musikwissenschaft und Kunstgeschichte und 1968-72 bei Ingvar Lidholm an der Königlichen Musikhochschule Stockholm Komposition. Nach dem Studium unterrichtete er selbst an der Musikhochschule, 1985-95 als Professor für Komposition. Seit 1999 war er Kompositionsprofessor an der Indiana University in Bloomington. Er komponierte eine Oper, Orchesterwerke, darunter Bilder für Schlagzeug und Orchester, ein Konzert für Klarinette, Posaune, Cello und Schlagzeug, ein Gitarrenkonzert, kammermusikalische Werke, ein Requiem, eine Messe, ein Lamento, einen Gesang für Sopran, Fagott, Violine und Harfe und weitere Vokalwerke sowie Solostücke für verschiedene Instrumente, darunter ein Stück für Soloposaune. Darüber hinaus komponierte er eigene Umsetzungen der sechs Motetten von Johann Sebastian Bach. 2008 komponierte Sandström eine Neufassung des Messias, die auf der Textvorlage von Charles Jennens basiert, die bereits Georg Friedrich Händel vertont hatte. Im Februar 2014 wurde seine Neufassung der Matthäus-Passion auf den auch von Johann Sebastian Bach verwendeten Text Picanders uraufgeführt. 2016 wurden mit der Uraufführung seiner Johannes-Passion nach dem Libretto von Jakob Holtze die Thüringer Bachwochen in Erfurt eröffnet. 1984 erhielt Sandström den Musikpreis des Nordischen Rates für sein Requiem De ur alla minnen fallna.

 

Ib NØRHOLM ist am 10.10.2019 verstorben

 Geboren am 24. Januar 1931 in Soborg (Dänemark); er spielte im Alter von neun Jahren Klavier, im Alter von fünfzehn Jahren Orgel und debütierte achtzehnjährig als Komponist mit einer Kammeroper nach Hans Christian Andersen. Er studierte dann bis 1956 am Kongelige Danske Musikkonservatorium in Kopenhagen bei Vagn Holmboe, Finn Hoffding, Niels Viggo Bentzon und Bjorn Hjelmborg. Ab 1965 unterrichtete er am Fynske Musikkonservatorium in Odense, ab 1973 als Dozent und von 1981 bis zu seiner Emeritierung 2000 als Professor am Kongelige Danske Musikkonservatorium. Er war 1973-78 Leiter des dänischen Komitees der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik (IGNM) und war Vorstandsmitglied des dänischen Komponistenverbandes. Nørholms Werke der 1950er Jahre standen in der Tradition Carl Nielsens und Vagn Holmboes. Nachdem er 1960 – gemeinsam mit Per Nørgard, Helmer Nørgaard und Pelle Gudmundsen-Holmgreen – am Kölner Festival der ISCM teilgenommen hatte, wandte er sich unter dem Einfluss Stockhausens, Kagels, Boulez’ und Ligetis avantgardistischen Kompositionsstilen wie der seriellen Musik und der Aleatorik, der grafischen Notation und dem Einsatz mechanischer Musikautomaten zu. Sein Klaviertrio op. 22 gilt als erste serielle Komposition eines dänischen Komponisten. In seinen späteren Werken kehrte Nørholm zu einer stärker tonal geprägten Musiksprache zurück. Neben 13 Sinfonien komponierte er Instrumentalkonzerte, Opern, kammermusikalische und Chorwerke sowie Lieder. In Zusammenarbeit mit dem Gitarristen Ingolf Olsen komponierte er sein erstes größeres Werk für Gitarre Tavole per Orfeo (op. 42).

 

Elfriede OTT ist am 12.6.2019 in Wien verstorben

 Geboren am 11. Juni 1925 in Wien; sie wuchs im 1. Wiener Gemeindebezirk auf, wo ihr Vater, ein Uhrmachermeister, ein eigenes Geschäft führte. Sie hatte einen vier Jahre älteren Bruder, der im Krieg fiel. Kurze Zeit nach dem Tod des Bruders verlor Ott auch ihren Vater, als er sie von einem Bahngleis zog, in dem sie sich verhakt hatte, und er dabei von einem Zug angefahren wurde. Danach wandte sich die gelernte Uhrmacherin mit Unterstützung ihrer Mutter dem Theater zu. Nach privatem Schauspielunterricht bei der Burgschauspielerin Lotte Medelsky debütierte sie am 26. Mai 1944 in Gerhart Hauptmanns Die goldene Harfe am Wiener Burgtheater, wo sie fünf Jahre lang auf der Bühne stand. Danach war sie am Landestheater Graz (1949/50), bei verschiedenen Wiener Theatern und Kabaretts, am Operettenhaus Hamburg (1956) und wieder am Burgtheater (1957) tätig. 1958 wechselte sie an das Theater in der Josefstadt in Wien, dessen Ensemble sie seither angehörte. Ihr erster Mann war Ernst Waldbrunn, ebenfalls Ensemble-Mitglied. Ihre Hauptaufgabe sah sie in der Pflege der Wiener Komödie und der Förderung junger Talente. Mit ihrem Lebensgefährten und späteren Ehemann Hans Weigel – die Hochzeit war am 9. Jänner 1991, nur wenige Monate vor Weigels Tod – initiierte Ott 1983 die bis 2012 jährlich im Sommer stattfindenden Nestroy-Spiele auf der Burg Liechtenstein in Maria Enzersdorf bei Wien, bei denen sie selbst mitspielte und auch Regie führte. Dort gab sie vor allem ihren Schülern die Gelegenheit, erste Bühnenerfahrungen zu sammeln. Ab 2001 war Otts Adoptivsohn Goran David dort Co-Intendant und Produktionsleiter. Im Jahr 1985 wurde Ott Leiterin der Schauspielabteilung des Konservatoriums der Stadt Wien. Nach ihrem Ausscheiden gründete sie 2005 zusammen mit Gernot Haas die private Schauspielschule „Studio der Erfahrungen“. Im ORF war sie in Fernsehserien wie Die liebe Familie zu sehen. 2010 spielte sie in dem Film Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott unter der Regie von Andreas Prochaska sich selbst. Im Jahre 2013 kündigte Ott an, nicht mehr Theater zu spielen. Sie trat oft gemeinsam mit Fritz Muliar und Gerhard Bronner auf. Ott war Trägerin der österreichischen Berufstitel Professorin und Kammerschauspielerin. In der Ära von Herbert von Karajan trat sie in acht Vorstellungen der Fledermaus als Ida an der Wiener Staatsoper auf. Elfriede Ott starb im Juni 2019, einen Tag nach ihrem 94. Geburtstag. Am 28. Juni 2019 wurde sie im Ehrengrab ihres Ehemannes Hans Weigel (1908-1991) auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 33G, Nummer 79) beigesetzt.

 

Franco ZEFFIRELLI ist am 15.6.2019 in Rom verstorben


Mit Maria Callas

 Geboren am 12. Februar 1923 in Florenz; er wurde als nichteheliches Kind eines Stoffhändlers und einer Kostümbildnerin geboren. Wie im April 2016 bekannt wurde, war Zeffirelli weitläufig mit Leonardo da Vinci verwandt; so habe ein Vorfahre Zeffirellis im Jahre 1794 Teresa Alessandra da Vinci geheiratet, eine Nachfahrin von Leonardo da Vincis Schwester. Zeffirellis Mutter starb, als er sechs Jahre alt war, und sein Vater erkannte ihn erst mit 16 Jahren als legitimen Sohn an. Er wuchs im englischsprachigen Umfeld der Scorpioni auf. Zeffirelli besuchte die Accademia di Belle Arti und studierte in den Kriegsjahren Kunst und Architektur an der Universität Florenz. 1946 kam er zu der Theatertruppe von Luchino Visconti, Paolo Stoppa und Rina Morelli. Visconti übte großen Einfluss auf seinen Assistenten Zeffirelli aus und hatte auch privat eine Liebesbeziehung mit Zeffirelli. Dieser arbeitete später mit weiteren Regiegrößen wie Vittorio De Sica und Roberto Rossellini, ehe er sich selbst einen Namen machen konnte. Seit den 1950er-Jahren galt Zeffirelli als bedeutender Bühnenregisseur für Opern, bei denen er ebenfalls für Kostüme und Bühnenbild verantwortlich war. Er war unter anderem an der Mailänder Scala, der Wiener Staatsoper, der Metropolitan Opera, der Arena di Verona und der Comédie-Francaise tätig. Eine gute Freundin von ihm war die Opernsängerin Maria Callas, mit der er mehrfach zusammenarbeitete. Viele seiner Entwürfe für Opernproduktionen sind weltweit bekannt geworden und werden bis heute gespielt. Seine aufwendigen, eher klassisch gestalteten Produktionen erinnern an die Opulenz der römisch-katholischen Kirche und wurden Publikumserfolge, wenngleich sie bei Kritikern nicht unumstritten sind. Einige seiner Opern wurden auch für Kino und Fernsehen abgefilmt: Zusammen mit Gianni Quaranta wurde er 1984 mit dem British Academy Film Award in der Kategorie Bestes Szenenbild für seine Arbeit an der Opernverfilmung La Traviata ausgezeichnet. Seinen ersten Kinofilm inszenierte Zeffirelli bereits 1958. Als Filmregisseur wurde er gegen Ende der 1960er-Jahre durch zwei Shakespeare-Verfilmungen bekannt: 1967 inszenierte er Der Widerspenstigen Zähmung mit Elizabeth Taylor und Richard Burton in den Hauptrollen, ein Jahr später Romeo und Julia mit Leonard Whiting und Olivia Hussey. Letztere wird nicht selten als gelungenste Verfilmung von Romeo und Julia betrachtet. Für Romeo und Julia erhielt er eine Oscar-Nominierung für die Beste Regie sowie den David di Donatello und Nastro d‘Argento als Bester Regisseur. Große Aufmerksamkeit erweckte Zeffirelli darüber hinaus mit seiner starbesetzten Bibelverfilmung Jesus von Nazareth im Jahre 1977. Sein Ausflug nach Hollywood mit den Filmen Der Champ (1979) und Endlose Liebe (1981) wurde hingegen von der Kritik weitgehend negativ aufgenommen. 1990 inszenierte er Hamlet mit Mel Gibson in der Hauptrolle. Die letzten Langfilme unter Zeffirellis Regie, Tee mit Mussolini (1999) und Callas Forever (2002), waren autobiographisch geprägt. Zeffirelli engagierte sich auch politisch. Er saß zwei Legislaturperioden lang, von 1994 bis 2001, für Silvio Berlusconi Mitte-rechts-Partei Forza Italia im Senat. Obwohl Zeffirelli homosexuell war, unterstützte der bekennende Katholik die Aussagen der katholischen Kirche zur Homosexualität. Trotz gesundheitlicher Probleme war er praktisch bis zu seinem Tod noch als Regisseur tätig, er arbeitete an Inszenierungen in Verona im Sommer 2019 sowie am Royal Opera House in Oman Anfang 2020. Zeffirelli erhielt 1977 den Verdienstorden der Italienischen Republik, 2003 die Medaglia d’oro ai benemeriti della cultura e dell’arte und 2004 den britischen Verdienstorden Knight Commander of the Order of the British Empire (KBE).

 

Clementine OOMES ist am 23.6.2019 in Zutphen verstorben

 Geboren am 27. April 1928 in Hilversum; von der holländischen Altistin liegt leider keine Biographie vor.

 

Spiro MALAS ist am 23.6.2019 in New York verstorben


Spiro Malas (rechts) mit Joan Sutherland und Luciano Pavarotti (links)

 Geboren am 28. Januar 1933 in Baltimore; seine Familie stammte aus Griechenland. Ursprünglich wollte er Automechaniker werden, entschied sich dann aber für den Beruf des Lehrers und studierte am Teacher’s College in Tawson (Maryland). Er ließ jedoch gleichzeitig seine Stimme am Peabody Conservatory in Boston ausbilden. Er wurde durch die große Primadonna Rosa Ponselle in seiner Karriere gefördert. 1959 sang er an der Oper von Baltimore den Marco in Puccinis »Gianni Schicchi«. 1961 gewann er den Gesangwettbewerb Auditons of the Air der Metropolitan Oper New York. Im gleichen Jahr 1961 kam es zu seinem ersten Auftreten an der City Opera New York (als Spinelloccio in »Gianni Schicchi«). An diesem Haus hatte er 1963 große Erfolge in Benjamin Brittens »A Midsummer Night’s Dream«. An der City Opera New York sang er auch den Falstaff von Verdi wie in Nicolais Oper »Die lustigen Weiber von Windsor«, den General Boum in der Offenbach-Operette »La Grande-Duchesse de Gerolstein«, den Figaro in »Le nozze di Figaro«, den Leporello im »Don Giovanni« und den Frank in der »Fledermaus«. Am 22.2.1966 sang er in der Eröffnungsvorstellung des neu erbauten Hauses der City Opera im New Yorker Lincoln Centre den Teudiselo in der Oper »Don Rodrigo« von Ginastera. 1961 wirkte er im Theater des Herodes Atticus in Athen in der Uraufführung der Oper »Nausikaa« von Peggy Glenville-Hicks mit. 1964 trat er zusammen mit Joan Sutherland an der Oper von Boston in Bellinis »I Puritani« auf. 1965-66 begleitete er diese große Primadonna auf einer Australien-Tournee. Er trat als Gast auch an der Oper von Rom (1973) und beim Festival von Edinburgh (1967 als Creonte in J. Haydns »L’Anima del Filosofo«) auf. 1983 debütierte er an der Metropolitan Oper New York als Sulpice in »La Fille du Régiment« von Donizetti. Bis 1990 übernahm er an diesem Haus in insgesamt 156 Vorstellungen auch den Wirten sowohl in Puccinis »Manon Lescaut« als auch in Massenets »Manon«, den Mesner in »Tosca«, den Dorfrichter in Janáceks »Jenufa«, den Polizeikommissär im »Rosenkavalier«, den Haly in Rossinis »L’Italiana in Algeri«, den Bartolo in »Le nozze di Figaro«, den Zuniga in »Carmen«, den Capulet in Gounods »Roméo et Juliette«,  den Frank in der »Fledermaus«, den Benoit wie den Alcindoro in Puccinis »La Bohème«, den Dulcamara in »L’Elisir d‘amore«, den Luther in »Hoffmanns Erzählungen« und den Hauptmann im »Eugen Onegin«.  Er ist auch bei den Festspielen von Salzburg 1970 als Osmin in der »Entführung aus dem Serail« aufgetreten. Beim Wexford Festival sang er 1989 den Isaac in »The Duenna« von Prokofjew, in Vancouver 1990 den Baron Zeta in Lehárs »Die lustige Witwe«. 1989 trat er bei der Scottish Opera Glasgow in der englischen Erstaufführung von Kurt Weills »Street Scene« als Frank Maurrant auf. An der Oper von Boston wirkte er 1990 in der Uraufführung der Oper »The Balcony« von Robert De Domenica mit.

Lit: Q. Earon: Spiro Malas (in »Opera News«, 1969-70).

Schallplatten: Decca (»Semiramide« von Rossini, »La Fille du Régiment«, »L‘Elisir d’amore« zusammen mit Joan Sutherland, »Giselda« von Bononcini), RCA (»Giulio Cesare« von Händel), Troy (»The Crucible« von Ward); VAI-Video (»La Fille du Régiment«).

 

Ivan ERÖD ist am 24.6.2019 in Wien verstorben

 Geboren am 2. Januar 1936 in Budapest; mehrere Familienmitglieder von Iván Eröd wurden 1944 von den Nazis in ein Konzentrationslager deportiert. Sein Bruder und die Großeltern wurden in den Konzentrationslagern Buchenwald und Auschwitz ermordet. Nach dem Krieg studierte Iván Eröd 1951-56 an der Budapester Musikhochschule „Ferenc Liszt“ Klavier bei Pál Kadosa und Komposition bei Ferenc Szabó. Er besuchte auch die Vorlesung „Ungarische Volksmusik“ von Zoltán Kodály. Nach dem Scheitern des ungarischen Volksaufstandes 1956 emigrierte er im Dezember nach Österreich, kam als knapp 21-Jähriger nach Oberösterreich in ein Flüchtlingslager, riss jedoch nach einer Woche per Autostopp nach Linz aus und ging bald nach Wien, wo er bis 1975 blieb. Er setzte seine Ausbildung dank eines US-Stipendiums 1957-61 an der Wiener Musikakademie fort (Klavier bei Richard Hauser, Komposition bei Karl Schiske; Zwölftonmusik bei Hanns Jelinek). Außerdem besuchte er in dieser Zeit die Darmstädter Ferienkurse für Neue Musik. Seinen ersten Soloabend als Pianist im Nrahms-Saal der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien erlebte er 1960. Während fünf Jahrzehnten hatte Iván Eröd weltweit rund 500 Auftritte (Solorezitalkonzerte, Liedbegleitung von Rudolf Schock und anderen, Ensemblemitglied). Iván Eröd erwarb die österreichische Staatsbürgerschaft; nach 1993 erhielt er durch veränderte Passgesetze auch wieder die ungarische Staatsbürgerschaft. 1962-68 war er als Solokorrepetitor und Studienleiter an der Wiener Staatsoper und bei den Wiener Festwochen tätig. Nach der Übernahme eines Lehrauftrags an der Grazer Musikhochschule (1967-89) war Iván Eröd seit 1975 als ordentlicher Professor für Komposition und Musiktheorie in Graz tätig, wo er auch wohnte. Seine bekanntesten Schüler aus dieser Zeit sind Rudolf Hinterdorfer, Georg Friedrich Haas und Gerhard Präsent. 1969 erfolgte seine Heirat mit Marie-Luce Guy, mit der er fünf Kinder hat. Sein Sohn Adrian Eröd ist Opernsänger, sein Sohn Leonard Eröd Fagottist und sein Sohn Raphael Schlüsselberg Dirigent. Nach einer kurzzeitigen Gastprofessur an der Wiener Musikhochschule wurde Iván Eröd ab 1989 ordentlicher Professor für Tonsatz (Harmonielehre und Kontrapunkt) an der nunmehr Universität für Musik und darstellende Kunst Wien genannten Hochschule. Daraufhin zog er wieder nach Wien. Nachdem er 2004 eine Gastprofessur an der Budapester Liszt-Hochschule innehatte, wurde er 2009 zum Mitglied der Széchenyi Akademie der Künste (Széchenyi Irodalmi és Művészeti Akadémia). Iván Eröd starb im Alter von 83 Jahren in einem Wiener Krankenhaus.

 

 

 

16. JUNI 2019

 

Franco Zeffirelli. Foto: Youtube

IN MEMORIAM FRANCO ZEFFIRELLI
(Heinrich Schramm-Schiessl)

Man wird ihn wahrscheinlich immer im gleichen Atemzug mit einem der größten Wirbel nennen, die es je an der Wr. Staatsoper gegeben hat: Franco Zeffirelli. Er war der Regisseur jener Neuinszenierung von „La Boheme“, die am 3. November 1963 Premiere haben sollte, aber wenige Minuten vor Beginn infolge eines Streiks des technischen Personales wegen der Verwendung eines italienischen Maestro Suggeritore abgesagt werden musste. Der Online-Merker hat anlässlich des 50. Jahrestages dieses Ereignisse im Jahr 2013 ausführlich berichtet. Die Premiere fand dann am 9. November 1963 statt und war einer der größten Erfolge der Ära Karajan. An diesem Abend bejubelte man nicht nur den musikalischen Teil – unter der musikalischen Leitung Herbert von Karajans sangen Mirella Freni und Gianni Raimondi – sondern auch die Inszenierung. Spätestens als der Vorhang zum 2. Bild aufging und gewaltiger Applaus erschallte, wusste man, dass man es mit einer wunderbaren Realisierung dieses Werkes zu tun hat. Es war auch der Höhepunkt der von Karajan initiierten Zusammenarbeit der Wr. Staatsoper mit der Mailänder Scala, wo diese Inszenierung in der nahezu gleichen Besetzung im Jänner dieses Jahres Premiere hatte. Seit damals zählt diese Inszenierung ähnlich wie die Wallmann-Tosca zu Juwelen unseres Repertoires und jeder zukünftige Direktor wäre gut beraten, nicht daran zu rühren… (Den gesamten Nachruf lesen Sie in unseren „Infos des Tages/ Aktuelles“)

An der Wiener Staatsoper inszenierte Franco Zeffirelli drei Mal: 1963 La bohéme, 1972 Don Giovanni und 1978 Carmen. Seine legendären Inszenierungen von La bohéme (bisher 437 Vorstellungen) und Carmen (bisher 164 Vorstellungen) stehen nach wie vor im Repertoire der Wiener Staatsoper.

Keiner konnte das Tragische so genießerisch wie er
Der italienische Regisseur Franco Zeffirelli inszenierte Filme wie Opern. Er bereitete Shakespeare-Stoffen und Diven wie Maria Callas oder Liz Taylor die ganz große Bühne. Ein Nachruf.
Die Welt.de

Nachruf auf Zeffirelli: Der Überwältigungskünstler
Der italienische Regisseur war ein Perfektionist, der ästhetische Massstäbe in der Oper- und Filmwelt setzte. Immer wieder behandelten seine Arbeiten den Glauben und suchten die Göttlichkeit im Irdischen
.Neue Zürcher Zeitung
„Hamlet“ und „Tosca“Italienischer Regisseur Franco Zeffirelli ist tot
Franco Zeffirelli inszenierte Shakespeare-Kinodramen mit Stars wie Elizabeth Taylor und Opern mit Maria Callas. Später engagierte er sich politisch für Berlusconis Forza Italia. Nun ist er mit 96 Jahren gestorben.
Der Spiegel

Wiener Staatsoper: TOSCA am 15.6.2019

Nina Stemme. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

 

Nina Stemme, Piotr Beczala. Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Drei international als Erste Sänger gehandelte Künstler versammelten sich mit einem ebensolchen Dirigenten. Und doch reichten die Bemühungen nur zu einer jener »Nicht-Aufführungen«, wie sie tagaus, tagein an unseren Opernhäusern stattfinden. Die uns nicht berühren; uns unerfüllt wieder in den Alltag entlassen.
(So waren, in Kürze, die Begebenheiten.)

Zum Bericht von Thomas Prochazka/ www.dermerker.com

L’elisir d’amore an der Wiener Staatsoper – Besetzungsänderung

 Noch zwei Mal kann in dieser Spielzeit Donizettis L’elisir d’amore im Haus am Ring erlebt werden: Am Montag, 17. Juni 2019 (Reprise am 25. Juni) gibt Samuel Hasselhorn als Belcore sein Rollendebüt an der Wiener Staatsoper, Andrea Carroll singt die Adina, Saimir Pirgu bzw. René Barbera (25. Juni, Rollendebüt am Haus) den Nemorino und Mariam Battistelli die Giannetta. Den Dulcamara verkörpert am 17. Juni Paolo Rumetz anstelle des erkrankten Ambrogio Maestri, der hofft, die Vorstellung am 25. Juni singen zu können.

Es dirigiert: Guillermo García Calvo.

BUDAPEST/ Müpa: „Die Walküre“ und „Siegfried“. Kurzberichte online!

Stefan Vinke, Allison Oakes. Foto: János Posztór/Müpa / Budapest

Ein „Ring“ in nur vier Tagen! So schwebte es Richard Wagner einmal vor. Aber auch für Rezensenten, die noch Anderes zu tun haben, ja sogar etwas schlafen müssen, sind das für längere und überlegte Rezensionen grenzwertige Bedingungen. Deshalb nach der noch ausführlichen Rezension des „Rheingold“ heute nur ein Kurzbericht zum 1. und 2. Abend der am Palast der Künste (MÜPA) in Budapest face-gelifteten Inszenierung der Tetralogie durch Hartmut Schörghofer unter der musikalischen Leitung von Ádám Fischer, dem Spiritus Mentor der „Wagner-Tage“. Es stellt sich immer mehr heraus, dass er wie einst Gustav Kuhn in Erl die dynamische, treibende Kraft hinter diesem erlesenen Wagner-Festival ist. Mit seinem auch emotional beeindruckenden Engagement reißt er einfach alle Mitwirkenden in den Strom der unendlichen Melodie Richard Wagners hinein…

Zum Kurzbericht von Klaus Billand aus Budapest

Wiener Staatsoper: Donnerstag Premiere OTELLO

Diese Premiere wird in den nächsten Tagen unsere Berichterstattung zwar nicht beherrschen, aber wesentlicher Bestandteil sein.

 

Berlin/ Staatsopern Unter den Linden/ „Oper für alle“ bei drückender Hitze – und noch erschwerend dazu „Tristan und Isolde“

„Wagnerismus“ – Symbolbild. Abkühlung war gestern angesagt

Übertragung auf dem Bebelplatz. Doofer Name allerdings, denn Oper sollte ja immer „für alle“ sein. Dass die Sache sich #SOFA abkürzt und hashtaggt, macht sie aber wieder liebenswert. Tristan und Isolde also um 15 Uhr bei 30 Grad plus. Der Konzertgänger ist drinnen dabei. Heiß ist es im Saal, aber kühler als draußen: Olfaktorisch sind sowas schwierige Termine – ungeduscht, höchschte Luscht. Aber für Bayreuth-Veteranen pas de problème!

...Schnieke Anzüge statt kornwallschem Mummenschanz tragen Pape & Co auch in der Inszenierung von Dmitri Tcherniakov. Sie gewinnt bei der Wiederbegegnung knapp anderthalb Jahre nach dem entsetzten Erstkontakt ganz erheblich (vom ersten statt vom dritten Rang aus). Mit gehöriger Skepsis reinzugehen fördert wohl das überraschende Angetansein…

Je länger, desto schlüssiger wirkt vor allem, was einen zunächst regelrecht verärgert: wie Anja Kampe als Isolde und Andreas Schager als Tristan aneinander vorbeisingen. Schager kann einen ja auf die Palme bringen mit seinem, so eindrucksvoll sein Organ ist, permanent zu lauten Gesang und der oberflächlich wirkenden Gestaltung. Im ersten Aufzug mag der Tristan noch angehen als dreister Sunnyboy, der Isolde ins Gesicht bellt: Seligste Frau! Aber Verse wie Trug des Herzens, Traum der Ahnung werden in so pauschaler 08/15-Wiedergabe zu eben jenen Worthülsen, die sie vielleicht auch sind…

https://hundert11.net/allbadend/

Berlin/ Bebelplatz
Staatsoper für alle: Tristan, Isolde und viele Prominente
Hunderte Menschen besuchten die „Staatsoper für alle“ auf dem Bebelplatz. Auch am Sonntag wird Gratis-Klassik geboten.
Berliner Morgenpost

HEUTE an der Mailänder Scala:

Oper Frankfurt: Gestern war Premiere für „Das Medium/ Satyricon

Peter Marsh (Trimalchio; in der Bildmitte in goldenem Kostüm) und Ensemble. Foto: Barbara Aumüller

Wir werden natürlich berichten, wenn uns Material vorliegt.

Übrigens habe ich gestern den Deutschen Bühnenverein mit der deutschrachigen Opernkonferenz und damit Herrn Loebe mit Herrn Khuon verwechselt. Das bedaure ich, darf zu meiner Entschuldigung jedoch anführen, dass ich es für unmöglich gehalten habe, dass Herr Loebe wo nicht dabei ist.

Apropos: ZWEIERLEI MASS

 

 

Zweierlei Maß

Das ist eine Liste! Wusch! Die österreichischen Chefredakteure. Creme de la Creme. Vor allem, da Herr Fellner fehlt, den sie alle nicht so gern in ihren edlen Reihen wüssten. Also: die Herrn Chefredakteure halten es für nötig, nach Ibiza „eine gemeinsame Erklärung zur Bedeutung der Unabhängigkeit der Medien als vierte Macht der Demokratie“ abzugeben, also im Grunde eine Selbstverständlichkeit…

ZUM APROPOS

Renate Wagner kennt die Medienlandschaft samt Gepflogenheiten natürlich ganz genau. Natürlich spielt der Online-Merker in diesem illusten Konzert keine Rolle, gegen „Interventionitis“ sind wir aber auch nicht gefeit. Das ging sogar „ins Politische“. Geld darf keine Rolle spielen, ein anständiger Journalist würde auch um Gottes Lohn arbeiten! Dass man mit Geld aber den Hebel ansetzen kann, wissen auch die Anständigsten in der Szene. Es ist nicht zu glauben, dass der Online-Merker keinen Geldgeber hat, der letztlich – wie es guter Brauch ist – die Blattlinie vorgibt. Den gilt es herauszufinden, um ihn zu missionieren. Geht nicht, liebe Leute. Erstens haben wir keinen – und selbst wenn wir einen hätten, wüssten wir den so gut zu verstecken, dass ihre Dolme ihn nicht findet!

Apropos: Nach siebensemestrigem Studium konnte man an österr. Universitäten den akademischen Grad eines Dipl.Dolm. erwerben. Die Freude war sicher groß! (Wikipedia)

VIDEO – passend um Thema Unabhängigkeit der Presse

WIENER KAMMERORCHESTER IM KONZERTHAUS : MATINEE AM SONNTAG

 

So, 16.06.2019 10:30 12:30 Matinee 6 2018/19 Mozart-Saal
So, 16.06.2019 15:30 17:30 Matinee 6 2018/19 Mozart-Saal

Natalia Ushakova macht den Auftakt des neuen Kulturprogramms „Klassik am Thalhof“.

Am 24. August präsentiert sie im historischen Ballsaal des Thalhof die schönsten Arien und Melodien aus der Welt der Klassik mit Werken von G.Verdi, G.Puccini, J.Strauss, F.Lehar, R.Wagner, P.I.Tschaikowsky, G.Donizetti, V.Bellini, G.Rossini und viele mehr.

Natalia Ushakova am Thalhof. Foto: Maurizio Montani

Nirgendwo wird soviel gelogen wie an Friedhöfen bei Beerdigungen. Es gibt aber Bereiche, die Friedhöfe glatt in den Schatten stellen. Die nennt man dann Biographien!

Saudi-Zentrum KAICIID ortet „unglaubliche Heuchelei Österreichs“
Direktoriumsmitglied Rabbiner David Rosen rechnet mit der österreichischen Politik ab: „Es war ein Fehler, das Zentrum in Wien zu gründen.“
Profil

Na ja, so ganz möchte ich dem nicht widersprechen. „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass“ ist ein in Österreich beliebtes Gesellschaftsspiel. Mich stört das oft ungemein. offenbar kommt mein Jahrhunderte zurückliegender Migrationshintergrund manchmal durch.

Österreich
Kern: „Hoch gewinnt SPÖ nimmer“
Christian Kern distanziert sich von Pamela Rendi-Wagner
https://www.salzburg24.at/news/oesterreich/spoe-christian-kern

Herr Kern greift auf den legendären Satz von Fußballer Toni Pfeffer zurück, der einmal in einem Pauseninterview bei einen 0:5 Rückstand auf die Frage, wie es denn nun weitergehen würde, mit diesen geradezu historischen Worten konterte

Sebastian Kurz: Gegen uns soll es keine Mehrheiten geben – Bezahlartikel
Die Presse

Sie rechnen also mit der Absoluten, Herr Kurz? Bei allem unter 50 % gibt es eine (wohl nur theoretische) Mehrheit gegen Sie.. Fragen Sie doch Ihren Ex-Finanzminister, der kann rechnen!

Einen schönen Tag wünscht

A.C.

 

INFOS DES TAGES (SONNTAG, 16. JUNI 2019)

INFOS DES TAGES (SONNTAG, 16. JUNI 2019)

IN MEMORIAM FRANCO ZEFFIRELLI

(Heinrich Schramm-Schiessl)


Franco Zeffirelli. Foto: Youtube

Man wird ihn wahrscheinlich immer im gleichen Atemzug mit einem der größten Wirbel nennen, die es je an der Wr. Staatsoper gegeben hat: Franco Zeffirelli. Er war der Regisseur jener Neuinszenierung von „La Boheme“, die am 3. November 1963 Premiere haben sollte, aber wenige Minuten vor Beginn infolge eines Streiks des technischen Personales wegen der Verwendung eines italienischen Maestro Suggeritore abgesagt werden musste. Der Online-Merker hat anlässlich des 50. Jahrestages dieses Ereignisse im Jahr 2013 ausführlich berichtet. Die Premiere fand dann am 9. November 1963 statt und war einer der größten Erfolge der Ära Karajan. An diesem Abend bejubelte man nicht nur den musikalischen Teil – unter der musikalischen Leitung Herbert von Karajans sangen Mirella Freni und Gianni Raimondi – sondern auch die Inszenierung. Spätestens als der Vorhang zum 2. Bild aufging und gewaltiger Applaus erschallte, wusste man, dass man es mit einer wunderbaren Realisierung dieses Werkes zu tun hat. Es war auch der Höhepunkt der von Karajan initiierten Zusammenarbeit der Wr. Staatsoper mit der Mailänder Scala, wo diese Inszenierung in der nahezu gleichen Besetzung im Jänner dieses Jahres Premiere hatte. Seit damals zählt diese Inszenierung ähnlich wie die Wallmann-Tosca zu Juwelen unseres Repertoires und jeder zukünftige Direktor wäre gut beraten, nicht daran zu rühren.

Noch zweimal arbeitete Zeffirelli für das Haus am Ring und zwar brachte er „Don Giovanni“ (1972) und „Carmen“ (1978) auf die Bühne und beide Produktionen waren große Erfolge. Während der Don Giovanni aus eigentlich nicht nachvollziehbaren Gründen 2001 aus dem Spielplan genommen wurde – vier Aufführungen im Jahre 2005 kann man hier nicht mitzählen, da sie nur in Rudimenten der ursprünflichen Ausstattung stattfanden – ist die Carmen noch heute im Repertoire, allerdings in einer, was das Personal auf der Bühne betrifft, stark reduzierten Form. Der große Sparmeister Joan Holender hat hier zahlreiche Statistenrollen gestrichen.

Zeffirelli hat praktisch in allen großen Häusern der Welt inszeniert und mit den größten Persönlichkeiten des Opernlebens zusammengearbeitet.

Er war aber nicht nur Opernregisseur sondern auch ein begandeter Filmemacher. Unvergessen seine Shakespeare-Verfilmungen von Romeo und Julia (mit Leonard Whiting und Olivia Hussey), Der Widerspenstigen Zähmung (mit Elizabeth Taylor und Richard Burton) sowie Hamlet (mit Mel Gibson). Auch zahlreiche seiner Operninszenierungen, so auch die einleitend erwähnte La Boheme hielt er für die Leinwand fest.

Auch wenn man in den letzten Jahren mit seinen Inszenierungen nicht immer glücklich war – manches wirkte oft schon etwas zu verspielt – wird er doch iimmer in Erinnerung bleiben.

Heinrich Schramm-Schiessl

Die Wiener Staatsoper zum Tod von Franco Zeffirelli

Die Wiener Staatsoper trauert um den großen italienischen Regisseur Franco Zeffirelli, der heute Samstag, 15. Juni 2019 in Rom im Alter von 96 Jahren verstorben ist.

Der 1923 in Florenz geborene Franco Zeffirelli gilt als einer der bedeutendsten Opernregisseure des 20. Jahrhunderts – mit Inszenierungen an vielen internationalen Opernhäusern, u.a. an der Wiener Staatsoper, der New Yorker Metropolitan Opera, der Mailänder Scala und der Arena di Verona – und machte sich auch als Theater- und Filmregisseur einen Namen – berühmt sind u.a. die Verfilmungen von „Der Widerspenstigen Zähmung“, „Romeo und Julia“, „Jane Eyre“ oder „Tee mit Mussolini“.

An der Wiener Staatsoper inszenierte Franco Zeffirelli drei Mal: 1963 La bohéme, 1972 Don Giovanni und 1978 Carmen. Seine legendären Inszenierungen von La bohéme (bisher 437 Vorstellungen) und Carmen (bisher 164 Vorstellungen) stehen nach wie vor im Repertoire der Wiener Staatsoper.

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L’elisir d’amore an der Wiener Staatsoper – Besetzungsänderung

 Noch zwei Mal kann in dieser Spielzeit Donizettis L’elisir d’amore im Haus am Ring erlebt werden: Am Montag, 17. Juni 2019 (Reprise am 25. Juni) gibt Samuel Hasselhorn als Belcore sein Rollendebüt an der Wiener Staatsoper, Andrea Carroll singt die Adina, Saimir Pirgu bzw. René Barbera (25. Juni, Rollendebüt am Haus) den Nemorino und Mariam Battistelli die Giannetta. Den Dulcamara verkörpert am 17. Juni Paolo Rumetz anstelle des erkrankten Ambrogio Maestri, der hofft, die Vorstellung am 25. Juni singen zu können.

Es dirigiert: Guillermo García Calvo.

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WIENER STAATSOPER: PREMIERE VON GIUSEPPE VERDIS „OTELLO“ AM 20. JUNI 2019


Zur Premiere und Produktion

Mit Otello steht am 20. Juni 2019 die letzte Premiere in dieser Spielzeit auf dem Programm der Wiener Staatsoper. Giuseppe Verdis auf Shakespeares gleichnamigem Theaterstück basierende Oper kam bereits kurz nach der Uraufführung 1887 an der Mailänder Scala im März 1888 erstmals zur Aufführung im Haus am Ring und ist seitdem – mit kurzen Unterbrechungen – ein Fixpunkt im Repertoire. Nach der letzten Premiere im Oktober 2006 (Dirigent: Daniele Gatti, Inszenierung: Christine Mielitz) kommt es nun zu einer weiteren Neuproduktion von Verdis „Dramma lirico in vier Akten“.

Am Pult steht der international renommierte Dirigent Myung-Whun Chung, der zurzeit u. a. Erster Gastdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden ist. Im Haus am Ring debütierte er 2011 mit Simon Boccanegra und dirigierte in weiterer Folge noch Vorstellungen von La traviata, die Premiere von Rigoletto (2014) sowie Don Carlo. Mit Otello wird er nun seine fünfte Verdi-Oper im Haus am Ring leiten.

Inszeniert wird die anstehende Neuproduktion von Adrian Noble, der mit Otello nach Alcina (2010) und Hänsel und Gretel (2015) seine dritte Arbeit an der Wiener Staatsoper präsentiert. Noble kehrt mit diesem Stück inhaltlich wieder einmal indirekt zu seinen Wurzeln zurück – der britische Theatermann war jahrelang Mitglied, künstlerischer Leiter und Intendant der Royal Shakespeare Company. Zu Beginn seiner Überlegungen standen zwei Aspekte: die bekannten, aber auch die weniger beachteten Veränderungen, die Giuseppe Verdi und Arrigo Boito für ihre Oper an der Shakespeare’schen Vorlage vornahmen und der Umstand, dass Shakespeare (sexuelle) Eifersucht als gefährlichste und in ihren grausamen Auswirkungen als zerstörerischste menschliche Emotion einstufte, die weit über Hass und Zorn hinausgeht. Beide Ausgangspunkte sollten für die Regie bestimmend werden. Zusätzliche Inspirationen fanden Noble und sein Ausstatter Dick Bird – dieser war bisher u. a. für die New Yorker Met, das Londoner Royal Opera House, die Opéra Comique, die Bregenzer Fstspiele, das Shakespeare’s Globe, das National Ballet of Japan und das English National Ballet tätig und präsentiert sich mit Otello erstmals im Haus am Ring – darüber hinaus in den Werken von Ibsen und Strindberg respektive in deren psychologischer Auslotung der Facetten der Eifersucht sowie in einigen Gemälden Edvard Munchs, die ebenfalls die Eifersucht thematisieren und das Verhältnis Otello-Desdemona-Cassio auf ideale Weise abzubilden scheinen, wie Staatsoperndramaturg Andreas Láng im Magazin „Prolog“ erläutert.

Der Shakespeare-Stoff musste natürlich von Verdi und Boito gestrafft und für Musiktheatererfordernisse komprimiert werden, u. a. wurde der originale erste Schauspiel-Akt in der Oper weggelassen, dessen Inhalt aber, so Adrian Noble, dennoch „im Bewusstsein der Sängerinnen und Sänger verankert sein muss und in ihre Aktion mitzunehmen ist.“ Besonders sticht allerdings das Hinzufügen des zentralen Credos von Jago in der Oper heraus: „Ich glaube“, so der Regisseur im Interview mit Andreas Láng lachend, „Verdi und Boito haben sich während vieler gemeinsamer Abendessen nur darüber unterhalten, warum Jago ist, wie er eben ist, warum er Otello das alles eigentlich antut?“ Tatsächlich erklärt Shakespeare Jagos Handeln nicht, zeigt vielmehr eine extrem vielschichtige, unnahbare Figur, die er nicht verurteilt. „Durch das Credo wird Jago in der Oper zweifelsohne etwas von seiner Ambiguität genommen, er wird schwärzer, böser, dadurch fassbarer und – operntauglicher.“ Und er wird Teil einer religiösen Struktur, die die Gesamthandlung durchzieht und von Noble aufgenommen und auch in diesem Sinne bebildert wird: Desdemona bekommt zum Beispiel in ihrer Reinheit die ikonographische Position der Madonna, der Sturm am Beginn etwas vom Jüngsten Gericht, wie Andreas Láng die kommende Neuproduktion beschreibt. Die Handlung von Otello wird in der Inszenierung von Adrian Noble und seinem Ausstatter an den Beginn des 20. Jahrhunderts verlegt, die Atmosphäre des Schauplatzes ist geprägt vom Gegensatz der venezianischen Besatzer auf der einen Seite und der lokalen (zum Teil muslimischen) Bevölkerung auf der anderen. So werden vor dem Hintergrund des Kolonialismus die Spannungen zwischen den fremden Machthabern und den ansässigen Beherrschten deutlich herausgearbeitet.

Für das Lichtdesign zeichnet, wie bereits in Adrian Nobles Staatsoperninszenierungen von Alcina und Hänsel und Gretel, Jean Kalman verantwortlich

Die Besetzung

In der Titelpartie ist Aleksandrs Antonenko zu erleben. Der weltweit gefragte lettische Tenor debütierte 2006 als Des Grieux (Manon Lescaut) an der Wiener Staatsoper und sang hier weiters noch Hermann (Pique Dame), Otello, Cavaradossi (Tosca) und Dick Johnson (La fanciulla del West) – der neue Otello ist seine erste Premierenproduktion am Haus.

Angesprochen auf das Erste, was ihm bei Otello ins Auge sticht, antwortet er im Gespräch mit Oliver Láng für den „Prolog“: „Die Liebe, die sehe ich zweifellos als Allererstes. Unbedingt! Natürlich erblicke ich auch vieles andere, aber an erster Stelle steht für mich in dieser Oper die Liebe. Als zweites dann aber gleich die Eifersucht. Diese beiden hängen bei Otello eng zusammen: die zentralen Emotionen, aus denen sich die Handlung des Otello speist“. Auf die Frage, ob Otello Desdemona zu wenig oder zu viel liebt, äußert er sich wie folgt: „Ich weiß nicht, ob man das einfach so beantworten kann. Er liebt sie sehr, das ist eine Tatsache. Dass er sie umbringt, weil er denkt, dass sie ihn betrügt: das ist eine andere Sache. Es geht ihm da auch, und er scheint hier wie ein Priester, darum, dass ihre Seele nicht verloren gehen soll. Wir dürfen nie vergessen: Otello ist eine Geschichte aus dem 16. Jahrhundert, Shakespeare brachte sie Anfang des 17. Jahrhunderts heraus; und dann wurde sie durch die Brille von Verdi, also aus dem 19. Jahrhundert, betrachtet. Wobei: Das Thema ’funktioniert’ so und so: Denn es sind zeitlose Themenstellungen und Motivationen, die wir erleben: Eifersucht und Neid. Das ist nicht etwas, was es nur in einer Epoche gegeben hätte. Daher können wir die Otello-Geschichte auch heute verstehen und sie ist ebenso aktuell, wie sie es zu Zeiten Shakespeares oder Verdis war. Nur sind die Umstände anders ausgestaltet. Ich weiß nicht, wie die Geschichte im Handy-Zeitalter verlaufen wäre …“

Die Desdemona verkörpert die international gefragte Staatsopern-Ensemblesängerin Olga Bezsmertna – sie ist dem Publikum des Hauses am Ring durch unzählige Auftritte, u. a. als Contessa d’Almaviva (Le nozze di Figaro), Rusalka, Tatjana (Eugen Onegin), Pamina (Die Zauberflöte), Mimì (La Bohème) und Rachel (La Juive) bestens bekannt. Die Desdemona verkörperte sie im Haus am Ring bereits 2017; Otello ist nun nach Ariadne auf Naxos (als Echo), Armide (als Phénice), Pelléas et Mélisande (als Mélisande) und zuletzt Dantons Tod (als Lucile) ihre fünfte Staatsopernpremiere.

Ihre ersten Gedanken zu Otello betreffen die „unglaubliche Musik. Ich stelle mir immer aufs Neue die Frage, wie Verdi das in seinem Alter, nach so einem reichen Schaffen zuvor, gelingen konnte? Otello war ja anfangs nicht unbedingt sein Lieblingsprojekt – und dann diese Musik! Mit so viel innerer Kraft. Und Spannung. Und Intensität. Natürlich kommt in dem Stück vieles vor, Liebe, Leidenschaft, Eifersucht. Aber die Musik, sie umfasst das alles und macht es zu einem Ganzen. Daher steht sie für mich immer im Vordergrund und auf sie fällt mein erster Blick. Damit meine ich nicht einmal nur meine Partie, sondern die gesamte Oper.“ Ihre Desdemona sieht sie in der Charakter-Farbigkeit komplementär zu Jago: „Sie ist ja engelsgleich. Das ist sie einfach!“, wie sie im Gespräch mit Oliver Láng bemerkt.

Als Jago gibt der aus Weißrussland stammende Bariton Vladislav Sulimsky sein Debüt im Haus am Ring. Er wurde 2004 Solist des Marrinskij-Theaters und gastierte bisher weiters u.a. in Malmö, Stockholm, Baden-Baden, am Theater an der Wien, in Moskau, Basel, Edinburgh, Paris, Madrid, Turin und Berlin sowie bei den Salzburger Festspielen.

In den weiteren Partien sind die Staatsopern-Ensemblemitglieder Margarita Gritskova als Emilia (Rollendebüt am Haus), Jinxu Xiahou als Cassio, Leonardo Navarro als Roderigo, Jongmin Park als Lodovico (anstelle von Ryan Speedo Green, Rollendebüt am Haus) und Manuel Walser als Montano (Rollendebüt am Haus) zu erleben; die Bianca verkörpert Katharina Billerhart.

Es spielen das Orchester der Wiener Staatsoper sowie das Bühnenorchester der Wiener Staatoper, es singen der Chor und der Extrachor der Wiener Staatsoper unter der Leitung von Thomas Lang sowie die Kinder der Opernschule der Wiener Staatsoper.

Otello im Livestream, im Radio sowie am Wiener Rathausplatz

Die Premiere am 20. Juni 2019 wird mit WIENER STAATSOPER live at home weltweit live in HD übertragen (www.staatsoperlive.com) sowie ab 19.30 Uhr live-zeitversetzt auf Radio Ö1 (+ EBU) ausgestrahlt.

Die Vorstellung am 30. Juni 2019 wird ab 21.30 Uhr live-zeitversetzt im Rahmen des Film Festivals auf den Wiener Rathausplatz übertragen.
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Apropos: ZWEIERLEI MASS

 

Zweierlei Maß

Das ist eine Liste! Wusch! Die österreichischen Chefredakteure. Creme de la Creme. Vor allem, da Herr Fellner fehlt, den sie alle nicht so gern in ihren edlen Reihen wüssten. Also: die Herrn Chefredakteure halten es für nötig, nach Ibiza „eine gemeinsame Erklärung zur Bedeutung der Unabhängigkeit der Medien als vierte Macht der Demokratie“ abzugeben, also im Grunde eine Selbstverständlichkeit…

ZUM APROPOS

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HEUTE AN DER MAILÄNDER SCALA

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OPER LEIPZIG: ERSTE FOTOS AUS DER PREMIERE „DIE VERKAUFTE BRAUT (15.6.)


„Die verkaufte Braut“: Foto: Kirsten Nijhof/ Oper Leipzig


„Die verkaufte Braut“: Foto: Kirsten Nijhof/ Oper Leipzig

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GRAFENEGG/ NÖ: FOTOS VON DER ERÖFFNUNGSGALA


Das traditionelle Feuerwerk. Foto: Thomas Jantzen/ORF


Emmanuel Tjeknavorian. Foto: Thomas Jantzen/ ORF

Emmanuel Tjeknavorian, Ludovic Tezier, Sonya Yoncheva, Yutaka Sado. Foto: Thomas Jantzen/ORF
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GESTERN WAR PREMIERE IN FRANKFURT: THE MEDIUM / SATYRICON

The Medium
Tragödie in zwei Akten von Gian Carlo Menotti
Text vom Komponisten
In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln


(The Medium): Meredith Arwady (Madame Flora; am Lampenschalter ziehend) und Ensemble. Foto: Barbara Aumüller

Satyricon
Oper in einem Akt von Bruno Maderna
Text vom Komponisten nach Satyricon (um 60 n. Chr.) von Petronius
Mehrsprachig mit deutschen Übertiteln


Peter Marsh (Trimalchio; in der Bildmitte in goldenem Kostüm) und Ensemble. Foto: Barbara Aumüller
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WIEN/ CAFE PRÜCKEL/“Belcanto Vienna Opera Company“: LUCREZIA BORGIA von Gaetano Donizetti

Mit Amanda Rocha (Lucrezia), Rafael Dicenta (Gennaro), Maryna Lopez (Orsini) u.a. Musik. Leitung un an Klavier. Daniel Strahlevitz (14.6.2019)

Titelblatt des Librettos, Mailand 1833


Amanda Rocha, Maryna Lopez. Foto: Screenshot

Ein mutiges Projekt der jungen Gruppe, getragen von Begeisterung für die Sache, auch wenn manches sehr improvisiert wirkte.

Daniel Strahlevitz hat Donizettis „Lucrezia Borgia“ auf die wesentlichen Szenen verkürzt und begleitete diese selbst am Klavier. Amanda Rocha , die Titelheldin, war der treibende Motor dieser Produktion im Kellertheater des Cafe Prückel. Ihrer Rolle näherte sie sich mit Vorsicht, um im Verlaufe immer besser in sie zu wachsen. Rafael Dicenta (Genarro) harmoniert gut mit seiner Partnerin. Maryna Lopez als Maffio Orsini dominiert mit fülligem, aber doch stets flexiblen Mezzo vor allem die Ensembles und agierte auch darstellerisch souverän.

In weiteren Rollen waren Ardalan Jabbari, Max Dietschold-Bojakowsky, André Angelendt, Vitaly Lutsiuk und Pavel Plavich zu erleben.

Das (noch quantitativ ausbaufähige) Publikum bedankte sich mit regem – auch Szenapplaus!

A.C


Maryna Lopez als „Orsini“. Foto Screenshot


Maryna Lopez (Orsini), Rafael Dicenta (Gennaro). Foto: Sreenshot

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WIEN/ Russisches Kulturinstitut: Übergabe des historischen Portraits Schaljapins dem Museum „Abramtsewo“

Weil die Formalitäten, die mit der Übergabe des einzigartigen Kunstwerkes zusammenhängen bis zuletzt dauerte, können wir leider nur jetzt die am Dienstag, 18. Juni stattfindende besondere Veranstaltung bekannt machen.

Am Dienstag, den 18. August um 15.00 Uhr findet im Russischen Kulturinstitut in Wien (Brahmsplatz 8) die Zeremonie der Geschenk-Übergabe an das Museum „Abramtsewo“ des Porträts des großen russischen Bass Fjodor Schaljapin, das 1927 während seiner sensationellen Auftritten an der Wiener Staatsoper gezeichnet wurde. Auf dem mit dem graphischen Bleistift geschaffenen Porträt wurde Schaljapin in Gestalt von Boris Godunow dargestellt. Auf dem Porträt ist ein weitläufiges Autogramm Schaljapins zu sehen und es ist vom bekannten österreichischen Graphikkünstler Arthur Stadler (1892-1937) signiert. Auf dem Porträt ist ebenfalls die Überschrift „Gastspiel Wiener Staatsoper” zu lesen.

Mit der Initiative das Porträt an das russische Museum zu übergeben, wandte sich die Bewohnerin von Baden Frau Ulrike Herzog an das Russische Kulturinstitut. In ihrer Familie wurde dieses Porträt des großen russischen Sängers die ganze Zeit aufbewahrt. Das Porträt, das von einem bedeutenden Moment in der künstlerischen Biografie des Sängers und in den russisch-österreichischen kulturellen Beziehungen zeugt, wurde vorher nicht ausgestellt und war weder einem breiten Publikum noch den Fachleuten bekannt.

Auftritte Schaljapins in der Wiener Staatsoper 1927 gingen in die Geschichte des Opernhauses am Ring ein und spiegeln sich in der Ausstellung zum 150. Jubiläum der Staatsoper wider. Diese Ausstellung ist in diesen Tagen im Opernhaus zu sehen. In der Ausstellung erfährt man, dass die Staatsoper gezwungen war die Preise für die Eintrittskarten zu erhöhen, um das Honorar des Sängers zu bezahlen und dennoch übernachteten die Menschen in der Schlange vor den Kassen, um die Aufführungen zu erleben.

ZEIT: 18. Juni 2019 15:00

ORT: Russisches Kulturinstitut in Wien. Brahmsplatz 8. 1040 Wien
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Natalia Ushakova macht den Auftakt des neuen Kulturprogramms „Klassik am Thalhof“.

Am 24. August präsentiert sie im historischen Ballsaal des Thalhof die schönsten Arien und Melodien aus der Welt der Klassik mit Werken von G.Verdi, G.Puccini, J.Strauss, F.Lehar, R.Wagner, P.I.Tschaikowsky, G.Donizetti, V.Bellini, G.Rossini und viele mehr.


Natalia Ushakova am Thalhof. Foto: Maurizio Montani

Die Geschichte des Thalhof, an den Hängen der Rax und umgeben von Wäldern und Wiesen, reicht 400 Jahre zurück. Einst war der Thalhof das gefragteste Spitzenhotel Europas und der angesagteste Rückzugsort von Denkern und Dichtern, von Adel und Gesellschaft unweit von Wien. An diesem Ort der Künste wurden Salons abgehalten, es wurde gedacht, gemalt, geschrieben und musiziert. Mit dem Schwerpunkt Klassik am Thalhof werden ab sofort im historischen Ballsaal mehrmals im Jahr klassische Konzerte stattfinden. Das Repertoire umfasst Oper, Operette, Klavierkonzerte und Kammerkonzerte. Bekannte Musikerinnen und Musiker aber auch Nachwuchstalente werden zu erleben sein. Ein einmaliger Musikgenuss in magischer Umgebung.

Der Thalhof wurde mit viele Liebe und Enthusiasmus umfassend saniert und erstrahlt nun in neuem Glanz. Ab sofort kann man neben dem Besuch von Kulturveranstaltungen auch Mietappartements für kurz- und langfristige Aufenthalte buchen. Geschichte und modernste Standards werden hier miteinander verwoben. Mondäne Eleganz trifft modernes Design und ursprüngliche Natur. Die Küche setzt auf Regionalität und Kreativität.

Natalia Ushakova beginnt ihr Gesangsstudium am Rimsky-Korsakov-Konservatorium in St.Petersburg. Sie erhält ein Stipendium für das Grazer Opernstudio, wo sie alle wichtigen Mozartpartien singt, setzt das Studium mit der Meisterklasse an der Hochschule für Musik in München und der „ Accademia di Perfezionamento” des Teatro alla Scala fort. Gewinnt den 1. Preis bei zwei der bedeutendsten italienischen Gesangswettbewerben, dem „Riccardo Zandonai” in Rovereto und „Voci Verdiane” in Busseto, der Geburtsstadt Verdis.

Im Anschluss daran debütiert sie als Violetta in Verdis “La Traviata” und macht ihr Debüt als Mimi in Franco Zeffirellis Inszenierung von “La Bohème” am Teatro alla Scala in Mailand. Seither tritt sie in den großen internationalen Opernhäusern und Konzertsälen auf und gehört dank ihrer wundervollen Stimme, Musikalität und ergreifenden Bühnenportraits zu den neuen Stars der Musikwelt.

Natalia Ushakova hat bereits ein Soloalbum und ein Doppelalbum mit Universal Music Austria herausgebracht. Außerdem Gesamtaufnahmen von Tschaikowskis Mazeppa unter der Leitung von Mstislaw Rostropowitsch an der Mailänder Scala, Strauß’ Zigeunerbaron unter Armin Jordan, Prokofievs Semen Kotko unter Valery Gergiev, Lehars Giuditta unter Rudolf Bibl und Ermanno Wolf-Ferraris ”I gioelli della Madonna”, World Première Recording unter der Leitung von Friedrich Haider.

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Neu von Accentus Music
Im Juni 2019 veröffentlicht Accentus Music zwei wirklich besondere Projekte: Die erste Aufnahme von Herbert Blomstedt mit den Bamberger Symphonikern und die ersten drei Veröffentlichungen der Académie France-Chine unter der Schirmherrschaft von Zhu Xiao-Mei.

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Mahler IX
Bamberger Symphoniker
Herbert Blomstedt

Symphony No 9 in D major

ACC30477 (CD)
Veröffentlichung: 7. Juni 2019

Es gibt nicht viele echte Überraschungen, die in der Welt der Klassik noch möglich sind. Aber eine ist sicherlich die Tatsache, dass Herbert Blomstedt und die Bamberger Symphoniker, die seit über 35 Jahren und fast 200 Konzerten miteinander musizieren, bisher niemals zusammen auf einer Einspielung zu hören waren. Auf Accentus Music wird nun genau diese Lücke deutscher Orchestergeschichte geschlossen.

Press release »
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Bamberger Symphoniker website »

Die Académie France-Chine bei Accentus Music

Im Jahr 2018 rief Zhu Xiao-Mei die Académie France-Chine ins Leben. Das Herzensprojekt der weltweit bekannten Pianistin leistet einen Beitrag zur Unterstützung und Förderung junger Musiker und Musikerinnen. Dabei geht es nicht nur um Wettbewerbe, sondern um nachhaltige Ausbildung und interkulturellen Austausch.
In Partnerschaft mit Accentus Music erscheinen nun drei Veröffentlichungen der Académie France-Chine.

Schumann
Zhang Cheng

Abegg Variations
Humoreske
Piano Sonata

ACC304652
Veröffentlichung: 7. Juni 2019

Zhang Cheng begann sein Studium an der Musikhochschule Shenzhen und setzte es an der Texas Christian University School of Music und der Universität der Künste in Berlin fort. Neben seinen Studien erhielt er zudem musikalische Impulse durch die Zusammenarbeit mit Menahem Pressler, Leon Fleisher, Paul Badura-Skoda, Dmitri Bashkirov und Elisso Virsaladze.
Er gewann 2011 den Clara-Haskil-Preis und 2016 den Schumann-Preis.

Chopin
Chen Xue-Hong

Sonatas
Barcarolle
Mazurkas
Ballade
Nocturne
Polonaise

ACC304651 (CD)
Veröffentlichung: 7. Juni 2019

Chen Xue-Hong ist mit seinen knapp 20 Jahren bereits Preisträger verschiedener hochkarätiger Wettbewerbe: Chopin-Wettbewerb von Peking, Wettbewerb von Astana, Horowitz-Wettbewerb und Klavierwettbewerb von Sankt Petersburg.
Chen Xue-Hong gilt schon jetzt als Pianist, bei dem sich seelische Tiefe und außergewöhnliche Technik verbinden. Es ist eine einmalige Kombination von Authentizität und Konzentration, die seinem Spiel zu Grunde liegt.

Scriabin
Chen Yunjie

Piano Sonata no. 6, op. 62
Piano Sonata no. 1, op. 6
Piano Sonata no. 8, op. 66
Piano Sonata no. 5, op. 53

ACC304652
Veröffentlichung: 7. Juni 2019

Chen Yunjie gewann im Alter von zwölf Jahren den ersten Preis im nationalen Klavierwettbewerb Chinas und 1994 den internationalen Klavierwettbewerb Chinas. 2011 wurde er der jüngste Professor für Klavier am Central Conservatory of Music in Peking. Er ist der bisher einzige chinesische Pianist, der alle zehn Klaviersonaten Scriabins komplett in einem Konzert spielte.

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Conchita singt die „Ode an die Freude“ von Ludwig van Beethoven

ZUM VIDEO

?????????. Wann kommt der große Komet?
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DRESDEN/ 42. MUSIKFESTSPIELE – TEIL II

Dresden: 42. DRESDNER MUSIKFESTSPIELE – TEIL II 26.5. – 10.6.2019

Nach 26 ereignisreichen Tagen mit 56 Veranstaltungen in einer großen Spannbreite an Interpretationen, Stilrichtungen und Künstlern gingen die 42. Dresdner Musikfestspiele zu Ende. In einem Rückblick sollen noch einmal besondere Ereignisse der zweiten „Halbzeit“  Revue passieren. Alles ist – auch im zweiten Teil – bei dieser Fülle und Vielfalt beim besten Willen nicht zu erfassen, aber jeder konnte sich aus der angebotenen Menge an Veranstaltungen das seinem Geschmack Entsprechende aussuchen.

Ein besonderes Highlight, das bei allen Besuchern, darunter zahlreichen Jugendlichen, viel Anklang fand, war die Begegnung mit ANNE-SOPHIE MUTTER & KAMMERORCHESTER WIEN-BERLIN in einer Matinee (26.5.), bei der sich diese Musiker der Extraklasse mit einem gut gewählten Programm ausschließlich dem (sehr) jungen W. A.  Mozart zuwandten. Im neuen Konzertsaal (Kulturpalast), der für Anne-Sophie Mutter „die Stradivari unter den Konzertsälen“ ist, spielte sie auf ihrer echten Stradivari drei geistreich-witzige, experimentierfreudige Violinkonzerte, die Mozart als 19jähriges Genie und bereits Kapellmeister der Salzburger Hofkapelle im gleichen Jahr (1775) schrieb, noch orientiert an barocken Stilelementen und direkt oder indirekt beeinflusst von den Violinkonzerten der berühmten Italiener (Vivaldi, Boccherini, Tartini, Geminiani). Mozart machte zu seinen Lebzeiten nicht nur als Pianist und Komponist seiner Klavierkonzerte Furore, sondern zunächst erst einmal als versierter Violinist, nicht zuletzt „vorbelastet“ und gefördert durch seinen Vater, den Violin-Virtuosen und Verfasser der damals berühmtesten Violinschule.

In der hochkarätigen Interpretation von Anne-Sophie Mutter und des kongenialen Kammerorchesters Wien-Berlin, das u. a. auf Wunsch von Simon Rattle aus Mitgliedern der Wiener und Berliner Philharmoniker gegründet wurde und damals eine kleine Sensation bedeutete, durfte sich das Publikum über eine liebevolle, in einzigartiger Klangsymbiose musizierte, Wiedergabe des heiteren „Violinkonzertes Nr. 2 D‑Dur“ (KV 211), des kontrastreichen „Violinkonzertes Nr. 3 in G‑Dur“ (KV 216) und des beliebten „Violinkonzertes Nr. 5 in A‑Dur“ (KV 219) mit seinem feurigen Finale „Alla turca“ freuen. Trotz Vormittagsstunde entfaltete sich an diesem heiteren Mai-Vormittag die heitere Musik in einer wirkungsvollen Tempo-Balance zwischen zügiger Frische und genügend Spielraum für die Entfaltung der Klangwirkung, einschließlich schöner Verzierungen.

Anne-Sophie Mutter ist unbestritten eine Vollblut-Musikerin und starke Persönlichkeit, die sich, immer strahlend schön und elegant, aber in schlichter Natürlichkeit, ganz in den Dienst der Musik stellt. Das Besondere ihres Geigenspiels ist ihr feiner Strich mit den sehr geschmeidigen Ansätzen, die Feinheit der Töne, der hinreißend schöne Klang, die versierte, makellose Technik, feinstes Piano bis zum lange ausgehaltenen, gerade noch hörbaren Pianissimo in höchsten Tönen und ihre Konzentration auf das, was sie gerade spielt. Ihr Violinspiel ist nicht übertrieben, nicht veräußerlicht, aber perfekt und erfrischend. Mit echt Mozartischem Esprit und „singendem“ Ton gestaltete sie die ausgiebigen virtuosen, von den Arien der ersten Opern, die Mozart zur gleichen Zeit schrieb, beeinflussten Solo-Kadenzen, ganz dem Charakter der Musik Mozarts verpflichtet, aber auch mit dem Gefühl unserer Zeit. Wenn auch die Violinkonzerte sehr bekannt sind, konnte man sie hier wieder neu entdecken. Das Publikum dankte es ihr und dem Orchester mit überaus herzlichem Applaus, für den sich die Musiker gemeinsam wiederum mit zwei passenden Zugaben bedankten.

Das kleine, überaus leistungsfähige Orchester, vereint die besten, mitunter sogar gegenteiligen Eigenschaften der Wiener und Berliner Philharmoniker, wie geschmeidige Eleganz und Noblesse der Wiener, zupackendes, leidenschaftliches Spiel der Berliner, seidigen Streicherklang und solistische Brillanz der Bläser – nur 17 Musiker, doch welcher Kang! Es war nicht nur ein kongenialer Partner und Begleiter, sondern steuerte seinerseits auch die hübsche, zehnminütige, nach damaligen Modellen dreisätzige, „Sinfonie Nr. 1 Es‑Dur (KV 16) bei, die Mozart auf seiner berühmten Reise als Wunderkind in London verfasste, ein erster Versuch des neunjährigen Mozart mit dieser Gattung, ein noch etwas jugendlich-naives Werk, das die Genialität des späteren Meisters aber schon ahnen lässt, und in diesem Sinne von den Musikern mit der Perfektion eines späteren Werkes wiedergegeben wurde. Sie brauchten keinen zusätzlichen Dirigenten. Bei den Violinkonzerten übernahm Anne-Sophie Mutter die Funktion in sehr dezenter Weise. Da funktionierte alles wie selbstverständlich, ohne große Gesten, ohne „Show“, nur mit einem freundlichen Kopfnicken zum 1. Konzertmeister, womit sie nicht nur für perfekte Einsätze sorgte. Man verstand sich im gemeinsamen Aufeinander-Hören und im gleichen Musikverständnis. Da störte keine Auffassung eines Dritten.

Anders verhielt es sich bei einem Konzert in der Frauenkirche (27.5.) mit der CAMERATA SALZBURG unter Andrew Manze und mit Joshua Bell als Solist, der sich bei dieser Gelegenheit über den diesjährigen „Glashütte Original MusikFestspielPreis“ (Originaltitel) freute, da er mit der Förderung junger Musiker verbunden ist, die auch ihm sehr am Herzen liegt und er außerdem alles schätzt und für die Zukunft erhalten möchte, „was besonders gut und wertvoll ist und besten Traditionen entspringt“, wozu für ihn auch die, in höchster Präzision in Handarbeit hergestellten, Glashütter Luxus-Uhren und z. B. auch das „Konzert für Violine und Orchester a‑Moll“ (op. 53) von Antonín Dvořák, das er in diesem Konzert spielte, gehören. Männlich-herzhaft, aber auch mit viel Gefühl und sehr feinen Kantilenen spürte er auf seiner Stradivari von 1713, der sogenannten Gibson ex Huberman (bekannt durch den Diebstahl 1936 aus der Künstlergarderobe der Carnegie-Hall) den musikalischen Linien des Werkes nach und „kostete“ mit frischem, klangvollem Ton die Schönheit der Musik, die auch den Orchesterpart prägt und mitunter seitens der „Camerata“ anklang, aus.

Unter Manzes Leitung, dem die böhmische (tschechische) Mentalität offenbar weniger vertraut ist, konnte ihm das Orchester jedoch nur bedingt folgen. Für Manze verbindet sich offenbar – wie für viele Menschen – Dvoraks Musik wie die auch anderer slawischer Komponisten mit robuster Lautstärke, was aber speziell für Dvořáks sensible Melancholie und Mischung aus nationaler und europäischer Kunstmusik ganz und gar nicht zutrifft, selbst wenn es sich um ausgelassene Tänze handelt. Joshua Bell hatte als Amerikaner dieses Wesen erfasst, sich von ihm inspirieren lassen und mit seinem sehr ansprechenden Spiel in die Tat umgesetzt, auch sehr virtuos temperament- und kraftvoll, aber immer in folgerichtiger Entwicklung der einzelnen Passagen. Schade, dass das Orchester da nicht so ganz „mitziehen“ konnte, obwohl es offenbar Bells Auffassung teilte, aber nicht nur einen sehr lauten, kraftvollen Anfang bot, sondern auch weiterhin, vor allem in solofreien Passagen „auftrumpfen“ musste bis zum vehementen, von Manze „durchgepeitschten“ Schluss. Dass das Orchester auch anders kann, bewies die sehr gefühlvolle Zugabe aus „Rosamunde“ von Franz Schubert, bei der Josua Bell, der 1. Konzertmeister und die Konzertmeisterin der 2. Violinen (und das Publikum) in Klängen schwelgten.

 Selbst bei der einleitenden, vom kühleren finnischen Naturell geprägten, Suite (op. 14) “Rakastava“ („Der –Liebende“) für Streichorchester von Jean Sibelius, einer Liebeserklärung an seine Frau (umgearbeitet aus der Fassung für Männerchor) vermisste man Wärme und Sentiment. Es war interessant, das Stück zu hören, aber hier schimmerte weder Liebe noch das Spezifische der finnischen Landschaft oder Mentalität durch.

Mit großen Gesten jagte Manze mit dem Orchester schließlich auch durch die „Sinfonie Nr. 2 D‑Dur op. 36) von Ludwig van Beethoven, sehr stark akzentuiert, beinahe euphorisch, im 2. Satz auch etwas beseelt, aber weniger „tiefschürfend“. Nur bei der Orchesterzugabe wurde eine schöne Klangfülle „zelebriert“. Kaum ein Dirigent hat noch den Mut, ein Orchester in eigener spezifischer Klangschönheit zur Geltung kommen zu lassen, die es von vielen amerikanischen Orchestern, die jetzt den Ton angeben, unterscheidet. Müssen es denn immer nur starke Kontraste und Virtuosität sein?

Ein „Experiment“ in der Gegenrichtung wagten das, 1972 gegründete, New Yorker ORPHEUS CHAMBER ORCHESTRA & JAN LISIECKI (28.5.), auch mit 31 Musikern ohne Dirigent im Kulturpalast aufzutreten – mit bewundernswertem Erfolg. Früher hieß es, ab neun Musiker geht es nicht ohne Dirigent, d. h, gerade noch bis zum Oktett. Hier ging es aber doch! Selbst die etwas ungewohnt „schrägen“ Klänge von „Records from a Vanishing City“ von Jessie Montgomery (*1981), einem „Tongedicht“, geprägt von vielen Eindrücken ihrer musikalischen Kindheit, mitunter verloren in der (Klang-)Welt, wurden sehr „durchsichtig“ und konform, von Musikalität geprägt, wiedergegeben. Die Musiker kennen einander, hören aufeinander und verstehen sich.

Es folgten zwei Werke von Felix-Mendelssohn-Bartholdy, zunächst das „Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 g‑Moll (op.25). Das Orpheus Chamber Orchestra begann mit großer Lautstärke, nahm aber bald zurück, um dem Pianisten Jan Lisiecki das Feld zu überlassen, der seinerseits danach mit viel Power und jugendlichem Temperament aufwartete. Zunächst stand bei ihm die Virtuosität mit ungeheurer Treffsicherheit im Vordergrund, aber wie selbstverständlich war auch seine Musikalität zu spüren, es gab neben jugendlich stürmischen Passagen auch ein sehr schönes „singendes“ „Adagio“ mit sensiblem Anschlag, bei dem er die Melodie(n) genussreich strömen ließ. Das Orchester schloss sich in gleicher Weise an, um danach in Gemeinsamkeit fortzufahren. Es gab virtuose und innige Klavier-Solo-Passagen, gut abgestimmt mit dem Orchester auf gleicher „Wellenlänge“. Dass sie alle drei Sätze quasi attacka aufeinander folgen ließen, betonte den internen logischen Zusammenhang zwischen den Sätzen, die sich folgerichtig – einer aus dem anderen – ergeben.

 Ebenfalls von Mendelssohn folgte danach seine „Sinfonie Nr. 4 A‑Dur (op. 90), die „Italienische“, von einigen kleinen Unstimmigkeiten einmal abgesehen, die auch mit Dirigent vorkommen, war kein Unterschied zu erkennen. Hier stand die Musikalität im Vordergrund. Es stimmte alles, Tempo, Phrasierung, guter Klang, einwandfreie Bläser und Stilempfinden. Das kann nicht jedes Orchester. So etwas geht nur, wenn alle Beteiligten das Werk genau kennen und die gleiche Auffassung teilen, aufeinander hören und sich verstehen. Dann kann keine dritte Auffassung eines Dirigenten das Konzept der Musiker beeinträchtigen. Auf einen “Taktschläger“ kann – wie man sehen bzw. hören konnte – auch ein größeres, sehr gutes Orchester verzichten, auf einen sehr guten Dirigenten, der die Musiker inspiriert, jedoch nicht.

Es war etwas Ungewöhnliches und kam natürlich beim Publikum gut an, für dessen enthusiastische Aufnahme sich das Orpheus Chamber Orchestra mit zwei Zugaben bedankte, einem „Rumänischen Volkstanz“ im typisch rumänischen Rhythmus von Bela Bartók und einer elegischen „Pavane“ von Gabriel Fauré „zum Abschied“.

Hinaus ins Grüne ging es zum Staatsweingut Schloss Wackerbarth in Radebeul in der Nähe von Dresden zu dem jungen, 2007 gegründeten, NOTOS QUARTETT (2.6.), das in der kurzen Zeit seines Bestehens schon zahlreiche Preise und Sonderpreise auf internationaler Ebene gewonnen hat. Es gilt als eine der „herausragenden kammermusikalischen Formationen unserer Zeit“ (Zubin Mehta). In die nüchterne Abfüllhalle mit erstaunlich guter Akustik, unter der der Qualitätswein und Sekt bis zum Abfüllen reift, brachten die vier sehr sympathischen jungen Musiker Enthusiasmus und Musizierfreude mit, sehr gut aufeinander eingespielt bei den Originalkompositionen für die klassische Klavierquartett-Besetzung aus sehr unterschiedlichen Stilepochen. Sie eröffneten den Reigen ziemlich unkonventionell mit dem unterhaltsamen, neoklassizistisch anmutenden „Divertissement“ („Zeitvertreib“) von Jean Françaix, bei dem das Klavier, aber auch die anderen Instrumente Gelegenheit haben, gelegentlich solistisch hervorzutreten, relativ schnell und mit jugendlicher Frische, ausgenommen den getragenen 3. Satz.

Mit der Frische der Jugend und Reife erfahrener Musiker brachten sie auch Wolfgang Amadeus Mozarts freundliches „Klavierquartett Es-Dur (KV 493) und Robert Schumanns einziges „Klavierquartett Es-Dur“ (op. 47) zu Gehör. Standen bei Mozart die pianistischen Qualitäten im Vordergrund, da er selbst ein ausgezeichneter und bewunderter Pianist war und seinerzeit auch als Quartettspieler in Wien Furore machte, hatte bei Schumann der Cellist mit seinem singenden Instrument ähnlich der menschlichen Stimme Gelegenheit für schöne solistische Passagen. Mit virtuoser Brillanz und technischer Perfektion, Ausgeglichenheit und Musikalität und ausgeprägtem Ensemblegeist brachten die vier Musiker jedes Detail der Kompositionen zum Klingen. Was mit Françaix‘ gehobenerem „Salonstück“ begann, wurde mit Fritz Kreislers berühmtestem „Ohrwurm“ „Liebesfreud“ als Zugabe abgerundet – ein vergnüglicher, niveauvoller Abend in recht launiger Atmosphäre mit hervorragenden jungen Musikern.

Noch sehr viel jünger waren die „Musiker“ der DEUTSCHEN STREICHERPHILHARMONIE (DSP), ein 1973 gegründetes, Auswahl-Streichorchester für talentierte junge Streichinstrumentalisten im Alter zwischen 11 bis 19 Jahren aus (fast) allen Bundesländern Deutschlands mit Sitz in Bonn, das bereits zum 2. Mal bei den Festspielen auftrat. Ehemalige Mitglieder spielen inzwischen bei den Wiener und Münchner Philharmonikern, bei der MET und der Sächsischen Staatskapelle. Das Konzert in der Hochschule für Musik (3.6.), bei dem das junge Orchester entsprechend seines breitgefächerten Repertoires eine Auswahl von geeigneten Werken von der Klassik bis zur Moderne gab, wurde geleitet von Wolfgang Hentrich, 1. Konzertmeister der Dresdner Philharmonie und Leiter des Philharmonischen Kammerorchesters, der 2013 die Leitung von Michael Sanderling übernahm.

Solist im „Konzert für Violine und Orchester“ von Joseph Haydn war der österreichische Violinist (und jetzt auch Radiomoderator mit charmanter Stimme) mit iranischen Wurzeln und armenischen und anderen Einflüssen, Emmanuel Tjeknavorian (*1995 in Wien). Ihm waren kurz vor dem Konzert zwei Saiten gerissen und eine Haftschale zersprungen. Da konnte es nur besser werden, und es wurde ein voller Erfolg. Er spielte auf „seiner“ Stradivari, über die er trotz seiner Jugend schon verfügt, mit sehr schönem, warmem Ton, makellos, mit jugendlichem Elan und Temperament, kraftvoll herzhaft, aber auch leicht und locker und geschmeidig und mit sehr schönen Doppelgriffen. Diese Präzision, dieses Filigrane liegt ihm. Es war ein Genuss, ihm zuzuhören, so jung und unverfälscht und ohne Äußerlichkeiten, nur ganz dem Werk gewidmet. Das Publikum honorierte es mit viel Applaus, wofür er sich wiederum mit einem „kleinen Lied“ seines Lieblingskomponisten und „-lehrers“ (wie er sagte), Ludwig van Beethoven bedankte: „Marmotte“ (Murmeltier) (op. 52 Nr. 7) nach Goethes Schwank „Das Jahrmarktsfest von Plundersweilern“, ursprünglich für Singstimme mit Klavierbegleitung, von ihm sehr sanft und „leichtfüßig“ gespielt, mitunter fast mehr angedeutet und mit witzigem Schluss-„Schwänzchen“.

Hentrich verstand es, die jungen Musiker aus den verschiedenen Musikschulen zusammenzuführen und jede aufgeführte Komposition zu einem harmonischen Ganzen zu formen, sei es bei Johann Sebastion Bachs „Brandenburgischem Konzert Nr. 3 G-Dur (BWV 1048), der „Serenade nach schwedischen Volksmelodien“ von Max Bruch, „Vivid“, einer (kleinen), nicht sehr langen, nicht sehr anspruchsvollen, aber sehr eingängigen, melodisch rhythmischen, vor 3 Jahren von Shir Ran Yinon (*1986) für die Deutsche Streicherphilharmonie verfassten Komposition mit Hang zu exotischen Klängen und zum Jazz, oder der „Kammersinfonie (op. 110a) von Dmitri Schostakowitsch (in einer Bearbeitung des 8. Streichquartetts von Rudolf Barschai).

Dafür wechselte die Orchesterbesetzung. Ein junger Musiker mit schon professionellem Können übernahm die Position des 1. Konzertmeisters und damit zahlreiche kleine Soli. Selbst als reines Streichorchester kam Schostakowitschs innere Zerrissenheit in starken Kontrasten zwischen Vehemenz und Wehmut, schönen Klängen, fast bis zur Verklärung, und dramatischer Wucht zum Ausdruck (man denkt gar nicht, wie laut auch ein reines Streichorchester spielen kann). Für den mehr als verdienten Applaus bedankte sich das Orchester mit einer klangschön gespielten Zugabe aus den „Enigma Variationen“ von Edvard Elgar

Ein besonderes Highlight brachten das ORCHESTER DES MARIINSKY-THEATERS & VALRY GERGIEV zu ihrem Konzert im Kulturpalast (5.6.) mit, zwei Poème von Alexander Skrjabin: „Poèm de l’extase (op. 54), nach russischen Geschmack zwischen derb und kraftvoll, monumental und gewaltig ausgeführt, von Blechbläsern und Schlaginstrumenten, aber zuweilen auch poetischen Sequenzen geprägt und technisch perfekt interpretiert, sowie „Prométée. Le Poèm du feu (op. 60), das letztendlich die Ära der Lichtinstallationen und Laser-Shows eingeleitet haben mag. In diesem, 1909/10 komponierten Werk für großbesetztes Orchester, Klavier, Orgel, Chor und Farbenklavier („Lichtklavier“) nimmt Skjabin Bezug auf den antiken Mythos des Prometheus, der den Menschen das Feuer brachte.

Für ihn bestand die Kunst als mystisch-religiöser Ritualvorgang in der Verbindung der sechs verschiedenen Künste – Musik, Wort und plastische Bewegung als dominierende Künste und „Spiel der Düfte, Licht und Malerei als begleitende Künste. Bei „Prométée“ beschränkte er sich auf die Verbindung von Musik und Licht und komponierte zu dem Part des Soloklaviers eine zweistimmige „Luce-Stimme“ („Tastiera per luce“) hinzu, bei der jedem Ton die (von ihm visionär „erkundete“) Farbe des Grundtons einer Tonart zugeordnet ist, für ein eigens dafür konstruiertes und gebautes „Farbenklavier“, zweistimmig, damit die Farben auch gemischt werden können, und notierte es in „mystischen Akkorden“. Das Licht soll zur Intensivierung der Musik beitragen. Auf das Wort verzichtete er und lässt einen vierstimmigen Chor am Ende nur eine Vokalise singen, hier gut realisiert von 12 Mitgliedern vom Chor des Mariinsky Theaters.

Damals war es gewiss eine Sensation, heute ist dieses Zusammenspiel von Klängen und Farbe nichts Ungewöhnliches mehr und in diesem Zusammenhang vor allem historisch interessant. Jetzt möchte man weitergehen und eine direkte Umsetzung der Töne in Farbe gleicher Wellenlänge erleben. So weit ging Skrjabin damals jedoch nicht. Die Uraufführung fand 1911 noch ohne „Lichtstimme“ statt und 1915 mit Farbenorgel und Leinwand über dem Orchester. Jetzt und hier war kein größerer technischer Aufwand erforderlich. In dem neuen Konzertsaal ist alles vorhanden. Die eine Farbe erschien auf dem Orgelprospekt, die andere tauchte das Orchester in unterschiedliches Licht. (Farbenklavier: Danae Dörken, Lichtdesign: Sebastian Marschner, Dramaturgie Farbenklavier: Jens Schubbe). Ohne Partitur bzw. Noten des Farbenklaviers war jedoch kaum etwas über die inneren Zusammenhänge zu erfahren. Vielleicht hätte ein zweiter Pianist die „mystischen Akkorde“ für das Farbenklavier in Töne auf einem zweiten Flügel oder Klavier umsetzen sollen, aber so weit ging Skjabin damals nicht.

Mit großem Aufwand wurde dieses monumentales Werk, monumental geboten, lautstark und in ständiger Ekstase, mit Ilya Rashkovsky am Klavier, der mit großem Kraftaufwand die erste, die „tönende“ Stimme interpretierte und als Zugabe dann sehr sanft die melodiöse „Etüde c‑Moll?“ (op. 2  Nr. 1) von Skrjabin, ein Werk vom Anfang seines kompositorischen Schaffens, noch romantisch und melodiös, ohne Orchester, ohne Farbe, aber keineswegs farblos, bot.

 Als Gegenstück folgte die „Sinfonie Nr. 4 f‑Moll (op. 36) von Peter I. Tschaikowsky, mit ebensolcher Monumentalität und Lautstärke, kraftvoll, sensationell, mit sehr hellem Blechbläserklang (wie auch schon bei Skrjabin), mitunter auch schönen lyrischen Passagen, feinsinnigen Soli der Streicher und bewundernswerten Pizzicati, alles in durchgängiger perfekter Klangeinheit, mit folgerichtigen Steigerungen von Piano bis Fortissimo (fff) in perfektem Zusammenklang, klassisch klar, die Pauke immer mit dem Orchester, von einer inneren Bewegung und Motorik durchdrungen, die sich bis zum überbordenden Schluss aufschaukelte – grandios, aber weniger sensibel. Gergiev betonte die großartigen sinfonischen Aspekte der Sinfonie, weniger Tschaikowskys persönliche Mentalität und Tragik, die unterschwellig in seinen Werken immer mitschwingt. Bei seiner Zugabe aus dem „Feuervogel“ von Igor Strawinsky ging das Orchester den umgekehrten Weg. Es begann monumental und wurde immer sensibler, immer feiner, getragener und versonnen bis zum leise verklingenden Schluss.

Traditionsgemäß gehört auch die Barockmusik zu Dresden und damit zu den Musikfestspielen. Mit dem LA FOLIA BAROCKORCHESTER (6.6.) unter Robin Peter Müller, 1. Konzertmeister und Leiter von der Violine aus und auch Solist in Personalunion, und zwei exquisiten Solisten zog italienisches Flair in die Frauenkirche ein. Das Orchester spielt in unterschiedlichen Besetzungen auf alten Instrumenten mit „authentischem“ Originalklang – nur 17 Musiker (bei der Begleitung der Arien noch weniger ), doch welche Klangfülle bei dem, u. a. mit dem weichen Klang der Blockflöten und dem Echo der Oboen eingangs gespielten „Concerto g‑Moll“ „Per l’Orchestra di Dresda“ (RV 577), das Antonio Vivaldi eigens für die damalige Dresdner Hofkapelle (jetzt Sächsische Staatskapelle) komponierte und etwas später im „Concerto con molti istromento d‑Moll (RV 566), bei dem der 1. Konzertmeister auf seiner Geige wahre musikalische Hexenkünste zeigen konnte, in furiosem Tempo, sehr facettenreich und mit echt barockem Flair.

Während des ganzen Abends war nur einmal ein Nachstimmen der Instrumente erforderlich (wenn auch mitten in der Kantate), was man bei diesem opulenten Schönklang gern in Kauf nahm. Hier hatte historisch orientierte Aufführungspraxis wirklich Sinn. Eine Arie begann später allerdings mit erschreckend lautem Paukenschlag – ein Ausrutscher oder hat die (Un‑)Sitte der Pauken-Überbetonung nun auch schon Eingang in die Alte Musik gefunden?

 Mit den beiden Barockspezialisten Sabina Puértolas, Sopran und Xavier Sabata, Countertenor, ging es in der „Kantate für Sopran, Alt und Orchester“ „Il duello amarosio“ (HWV 82), mit der der junge Georg Friedrich Händel seinerzeit in Rom für Furore sorgte, in ausgiebigen temperamentgeladenen Koloratur-Arien zur Sache im gegenwärtig oft zitierten Geschlechterkampf, der vermutlich damals mehr dem Komponisten Gelegenheit für spannungsreiche, dramatische Dialoge und den Sängern Gelegenheit für ausgiebige Temperamentsausbrüche und technische Raffinessen bot. Beide Sänger beherrschen die Belcanto-Technik so perfekt, dass sie genügend Spielraum für eine ausgiebige, augenzwinkernde Gestaltung haben. Trotz unterschiedlicher Timbres harmonierten ihre Stimmen auch im Duett ideal.

Xavier Sabata verkörperte den leidenschaftlich, bis zur Rücksichtslosigkeit liebenden, und am Ende zur Vernunft bekehrten Schäfer Daliso mit sehr sensibler, warmer, sehr klangvoller und ausdrucksstarker Stimme, sehr langem Atem und perlenden barocken Verzierungen, alles mit Leichtigkeit und auch als Wütender exzellent. Sabina Puértola musste sich mit ihrem etwas herzhafteren Naturell, guter Tiefe und etwas Vibrato und zunächst auch leichter Schärfe in der Höhe, aber viel Expressivität und mit sehr schönen, natürlichen Trillern und perfekter Technik erst freisingen, steigerte sich aber immer weiter in die Darstellung der in keuscher Zurückhaltung sich übenden, in leidenschaftlicher Entrüstung verteidigenden, holden Amaryllis. Die leichte Verkehrung der Charaktere tat dem Ganzen keinen Abbruch, so mühelos, perfekt, klangvoll und mit natürlichen, wie selbstverständlich wirkenden Verzierungen wurde hier gesungen. Ein paar Schritte, ein bisschen Mimik, Ab- und Zuwenden und die Handlung erstand in der Fantasie.

Mit gestochen scharfen Koloraturen „ohne Ende“ ging es niveauvoll weiter mit den eindrucksvollsten Arien aus Händel-Opern. Das Orchester konzentrierte sich mit der „Sinfonia“ auf die stilvolle Überleitung zu einer „Arie der Berenice“ aus der Oper „Scirpione“ und im weiteren die Begleitung der Arien, die von den beiden Sängern, unterstrichen und ergänzt durch ein paar leichte Gesten, und sei es nur ein Blickkontakt, mit viel gebändigtem Temperament, kraftvoller Empörung und sehr schönen getragenen, gefühls- und ausdrucksvollen Arien abwechslungsreich, kurzweilig und in atemberaubendem Tempo aus „Agrippina“, „Ariodante“ und „Rodelinda“ folgten.

Nach so vielen „Liebesduellen“ in Arienform, aber auch Kampfansage an Rivalen um Macht und Thron, näherten sich beide Sänger – nach barocker Manier – singend aus unterschiedlichen Richtungen mitten durch das Publikum aufeinander zu, um gemeinsam mit einem Duett voller Liebe und Zuneigung und drohender Trennung, ganz konform und in Hingabe dieses Feuerwerk der barocken Gesangskunst (leider schon nach zwei Stunden!) in schönster Harmonie zu beenden – atemlose Stille. Man brauchte einige Zeit, um aus der Barockzeit wieder aufzutauchen in die Neuzeit, so sehr war man versunken in diesem „Fest“ des ursprünglichen Belcanto und authentischen Instrumentalklanges, wurde aber mit der fast noch schöneren Wiederholung dieses letzten Duettes „getröstet“. Es war ein außergewöhnliches Konzert, eine „Wiederauferstehung“ barocker Gesangs- und Instrumentalkunst in sehr lebendiger, vitaler Weise.

Nach diesem Ausflug in die Barockmusik näherten sich YO-YO MA & KATHRYN STOTT im Kulturpalast (7.6.) mit ihrem Programm wieder mehr der Bauhauszeit, dem speziellen Motto der diesjährigen Musikfestspiele. Doch zuvor „gestalteten“ junge „Künstlerinnen“ in (trotz Mikro schlecht verständlichen) Worten, etwas Gesang, Klaviermusik und Bewegung in Form zweier junger „Tänzerinnen“, die nacheinander über den Fußboden rollten und drehten und nebenbei auch noch den „Roten Faden“ (als Band) ausrollten, eine der kurzen Performances, die jedes Jahr auch in den Foyers stattfinden und mit denen Intendant Jan Vogler auch jungen Künstlern ein Podium geben möchte, im abgedunkelten Raum „für Clara Schumann zum 100. Todestag“. Nach dem das „Räumkommando“ die Bühne wieder für das eigentliche Konzert vorbereitet hatte, wurde es Licht und die Orgel rot und gelb angestrahlt (gilt in Ostasien symbolisch für Gift).

Yo-Yo Ma und Kathryn Stott betraten forschen Schrittes den Raum und begannen sofort und unspektakulär mit der „Suite italienne“ aus dem Ballett „Pulcinella“ (Bearbeitung: Gregory Piatigorsky) von Ígor Strawinsky, doch welche Qualität! In der guten Akustik des Konzertsaales war jeder, noch so feine, noble, singende Celloton mühelos zu hören und das Klavier sowieso. Sie scheint auch für Kammermusik wie geschaffen, so dass vor allem die Melodik, aber auch die großen musikalischen Linien zur Geltung kamen. Beide Musiker gingen zuweilen individuelle Wege, fanden aber immer wieder zusammen zu schöner Gemeinsamkeit, was ihrer Interpretation eine außergewöhnliche Lebendigkeit verlieh, die auch die „Sonate für Violoncello und Klavier C‑Dur“ (op. 119) von Sergej Prokofjew in ihrer herberen Art sehr plastisch und die „Sonate für Violoncello und Klavier g‑Moll“ (op. 19) von Sergej Rachmaninow mit ihrem Melodienreichtum erstehen ließ. In seiner unaufdringlichen, natürlichen Art (nicht ohne Eleganz) ist Yo-Yo Ma immer ganz von Musik durchdrungen und lässt die Werke in ihrer Unmittelbarkeit für sich sprechen.

Der Abend hätte noch lange so weitergehen können, das begeisterte Publikum hätte gern noch mehr gehört, aber nach einer kurzen, feinen, leisen Zugabe, einer temperamentvollen, motorisch durchwirkten längeren zweiten und schließlich dem „Schwan“ aus dem “Karneval der Tiere“ von Camille Saint-Saëns, von beiden mit äußerster Feinheit vorgetragen, nahm Yo-Yo Ma demonstrativ sein Notenpult und sammelte alle Noten ein, auch die vom Klavier, und Kathryn Scott nahm ihren Klavierhocker, um mit ihm gemeinsam dem Ausgang zuzustreben. Humor haben die beiden eben auch.

Ganz nahe am Bauhaus war im Schauspielhaus (8.6.) „DAS TRIADISCHE BALLETT“ von OSKAR SCHLEMMER, einem Bauhauskünstler, Maler und Choreografen, der mit seinen Ideen und dem,1922 am Landestheater Stuttgart uraufgeführten, Ballett völlig neue Wege des Tanzes beschritt. Das Primäre sind hier die ungewöhnlichen, sehr fantasiereichen, „ausgeflippten“ Kostüme aus allen damals zu Gebote stehenden Materialien: Textil, Kunstsoff, Stahlspiralen, Draht, Glasfiber usw. mit Kugelrock. Klapprock, Scheiben, Spiralen, Plastik-„Muskelpaketen“ u. a., und skurrilen Kopfbedeckungen, kuriosen „Hüten“ und Helmen, deren Fantasie keine Grenzen gesetzt sind, ganz auf (neuartige) Schau gerichtet. Sie sind noch original erhalten, neun davon werden, sorgsam restauriert, in der Neuproduktion (2014), einer Auftragsproduktion der Akademie der Künste (UA: 1977) auf der Bühne wieder verwendet, andere nach vorhandenen Entwürfen genau nachgestaltet (Ulrike Dietrich).

Nur über die Musik, damals live mit Orchester eingespielt, gab es keine zuverlässigen Quellen. Paul Hindemith sollte einst dafür komponieren, aber dazu kam es nicht. Deshalb wurde die Musik für die „Bühnenshow“ jetzt neu und elektronisch von Hans-Joachim Hespos hinzugefügt – mit lang gedehnten Tönen und Klängen aus Geräuschen, „Schnarren“, „Scheppern“, „Grunzen“, „Prusten“, „Wiehern“, um den optischen Eindruck zu untermauern.

Es ist ein ständiges Gewimmel und Gewusel über 80 Minuten auf der Bühne, obwohl sich in den drei Abschnitten „Gelbe Reihe“ – „Rosa Reihe“ – „Schwarze Reihe“ immer nur zwei bis drei Tänzer auf der Bühne bewegen, ein Riesenspaß aus Harlekinade, Clownerie und Paarbeziehungen mit Witz und enormer optischer Wirkung, eine Einheit aus Tanz, Kostüm und viel Fantasie, nicht ohne künstlerischen Anspruch. Wirkt zunächst alles ungewohnt, irritierend, verwirrend, hat es doch Methode. Es folgt dem Gesetz der Form, bietet tänzerische Freiheit und Ausdruckmöglichkeiten, ein Gegenpol zum strengen klassischen Tanz. Jetzt, in der Nachfolge, ist diese Art zur Normalität geworden, damals war es revolutionierend und ist in seiner Art noch immer überzeugend.

In der Rekonstruktion und Choreografie von Gehard Bohner ließ sich das Bayrische Junior Ballett München (Leiter: Ivan Liška) die Sache sehr angelegen sein. Mit bedächtigem Schreiten, graziös gesetzten Füßen, mitunter in „Zeitlupe“, aber auch Sprüngen, Hebe- und anderen Figuren, gelegentlich auch Spitze, kamen die mitunter bewusst plumpen Kostüme trotz aller Skurrilität optimal zur Geltung, und das Ganze entbehrte nicht der Ästhetik, wenn auch einer etwas anderen als gewohnten.

Als quasi Abschluss des klassischen Teils der Musikfestspiele zog im frühbarocken Palais im Großen Garten mit seinem immer noch ruinösen Charme, aber guter Akustik, das BELCEA QUARTETT (10.6.), ein sehr gut eingespieltes Quartett aus mehreren Nationalitäten, Rumänin, Pole, zwei Franzosen, die sich in London zusammenfanden, trotz Vormittagsstunde die sehr zahlreich erschienenen Zuhörer in seinen Bann. Corina Belcea (1. Violine), Axel Schacher (2. Violine), Krysztof Chorzelski (Viola) und Antoine Lederlin (Violoncello) verstehen sich auf Augenhöhe, selbst ohne großen Blickkontakt, aber immer auf gleicher Wellenlänge. Sie hören aufeinander und empfinden gemeinsam, was sie spielen.

Die Primaria bringt mit zuweilen auch etwas energischem, kühlem Strich Frische in den sehr angenehmen, warmen Klang, kann aber auch mit zarter, gefühlvoller Tongebung, je nach Art und Inhalt der Komposition, Tiefe verleihen. Voller Leidenschaft für die Musik pendeln die vier mit ihren Programmen gern zwischen Klassik, Romantik und Moderne und hatten für die Matinee das „Streichquartett d‑Moll (Hob III:76), das „Quintenquartett“ und „G‑Dur (op. 33/5 Hob. III:41) von Joseph Haydn sowie die beiden „Streichquartett Nr. 1“ – „Kreutzersonate“ und Nr. 2 – „Intime Briefe“ von Leoš Janáček gewählt. Sie verstehen auch die sehr feinen Töne, die „im Raum stehen“. Mit der Zugabe, dem hinreißend schön, sehr getragen, sehr fein gespielten, 3. Satz aus dem „Streichquartett Dur“ (op. 135) von Ludwig van Beethoven verabschiedete sich das Quartett und beendete damit den „klassischen“ Teil der Dresdner Musikfestspiele.

Das (offizielle) ABSCHLUSSKONZERT MIT ERIC CLAPTON UND BAND in der Messe Dresden (10.6.) sorgte für eine besondere Überraschung, der Klassiker Jan Vogler spielte auf seinem Cello zusammen mit der Swing-Legende Eric Clapton an der Gitarre Swing, zunächst sich dezent einfühlend, dann in bewundernswerter Gemeinsamkeit, und 4000 Besuchern gerieten in Schwingungen. Damit hat sich der farbenfrohe Kreis einer sehr breitgefächerten Palette von Festspielveranstaltungen von der Romantik im Eröffnungskonzert über Klassik, Barock und Moderne an sehr unterschiedlichen Spielstätten bis zu Blues und Rock, Pop und Jazz geschlossen. Die 43. Dresdner Musikfestspiele werfen bereits ihre Schatten voraus, und die vier Palastkonzerte im Vorfeld, u. a. mit den Berliner Philharmonikern unter Kyrill Petrenko und ein Liederabend mit Renée Flemming und Jewgeni Kissin helfen die Wartezeit bis dahin zu verkürzen.

 

Ingrid Gerk

 

DIE DONNERSTAG-PRESSE (13. JUNI 2019)

Für Sie in den Zeitungen gefunden: Die DONNERSTAG-PRESSE – 13.JUNI 2019

Basel
Der tragische Niedergang einer Powerfrau
Das Theater Basel hat eine lohnende Entdeckung gemacht: Es zeigt die Opernrarität «Didone abbandonata» von Niccolò Jommelli als kluge Parabel auf den immerwährenden Konflikt zwischen Liebe und Macht.
Neue Zürcher Zeitung

Don Pasquale an der Wiener Staatsoper: Kurzweilig, aber kein musikalischer Höhepunkt
Die Wiener Staatsoper steht für qualitativ hochwertigen Operngenuss. Da darf man sich von einem Don Pasquale einiges erwarten. Es ist eine von Donizettis wenigen Opere Buffe und gilt in der Musikwissenschaft als eines seiner Meisterwerke. Die Aufführung in der Staatsoper enttäuscht den Zuseher sicherlich nicht, aber vom Hocker reißt sie ihn auch nicht…
Julia Lenart berichtet aus der Wiener Staatsoper
Klassik-begeistert

„Konzertgänger in Berlin“
Hibbelig: Oistrakh-Quartett im Boulezsaal: Quartett-Aufstellung im Boulezsaal, in der Mitte die Musik
Das Klavierfestival im Konzerthaus kaum vorbei, steckste schon mittendrin in der Streichquartett-Woche im Pierre-Boulez-Saal. Dort hat die Woche zehn Tage, bereits als fünftes von elf Ensembles tritt das russische David Oistrakh String Quartet auf (sogar der Name Ойстрах wird englisch ausgesprochen im Boulezsaal, der wenigstens nicht Bullets Hall heißt).
https://hundert11.net/hibbelig/

Berlin
Staatskapelle Berlin: Die Glocke am Ende der Nacht
Diese Musik spricht ihre ganz eigenen Sprache: Die Staatskapelle Berlin unter Zubin Mehta mit einem reinen Strauss-Abend.
Tagesspiegel

Wien/ Helmut Deutsch-Wettbewerb
Helmut Deutsch Liedwettbewerb
16. – 21. September 2019
Schlosstheater Schönbrunn / Wien
https://www.hd-lied.net/index.html

Salzburg/ Pfingstfestspiele
Zwischen Himmel und Hölle – Cecilia Bartoli in der Welt der Kastraten
Die gefeierte Prinzipalin der Salzburger Pfingstfestspiele hat sich in dieser Saison ein besonders delikates Thema ausgesucht: Virtuose Oberflächenreize und erschütternde Einblicke stehen dabei unvermittelt nebeneinander.
https://www.nzz.ch/feuilleton/pfingstfestspiele-salzburg-ld.1486841

Kiel
Monteverdis „Die Krönung der Poppea“ im Stile einer Commedia dell’arte in Kiel
Neue Musikzeitung/nmz.de

Zürich
Ein exzentrischer Versicherungskaufmann aus Connecticut sprengt die Tonhalle Maag
Der gefeierte Dirigent Kent Nagano kehrt zum Tonhalle-Orchester zurück und bringt ein radikales Hauptwerk von Charles Ives nach Zürich, das ungewohnte Herausforderungen birgt, auch für das Publikum. Ein Besuch bei den Proben.
Neue Zürcher Zeitung

Berlin
Abschied und Jugend: Zubin Mehta beleuchtet zwei Seiten Richard Strauss‘
bachtrack

Karlsruhe
Eine wahrhaft phantastische Oper: „Hoffmanns Erzählungen“ am Badischen Staatstheater Karlsruhe
Badische Zeitung

Berlin
Gilbert Deflo’s charming Manon Lescaut brilliantly performed at Deutsche Oper
bachtrack

Halle
“Madness” with Karina Gauvin at the Halle Handel Festival
bachtrack

London
Weimar Berlin – Bittersweet Metropolis: Esa-Pekka Salonen conducts the Philharmonia Orchestra
http://www.operatoday.com/content/2019/06/weimar_berlin_b.php

The tamest nightclub in Berlin: Salonen goes to Weimar
bachtrack

Glyndebourne u. a.
Opera festivals 2019: From Glyndebourne to Buxton International Festival, the best to visit this summer
https://www.standard.co.uk/go/london/arts/summer-opera-festivals-2019

St. Louis
BWW Review: THE CORONATION OF POPPEA at Opera Theatre Of St. Louis
https://www.broadwayworld.com/bwwopera/article/BWW-Review

San Francisco
Handel’s Orlando Is Riveting at S.F. Opera
https://www.sfcv.org/reviews/san-francisco-opera/handels-orlando

San Francisco Opera 2018-19 Review: Orlando
https://operawire.com/san-francisco-opera-2018-19-review-orlando/

Queensland
Opera Queensland to present Tristan und Isolde in 2020
„Acclaimed New Zealand tenor Simon O’Neill will take on the role of Tristan, with American soprano Meagan Miller as his Isolde.“
https://www.limelightmagazine.com.au/news/opera-queensland-to

Ton- und Bildträger
Davidsen And Fleming: A Tale Of Two Sopranos Coming And Going
https://www.ludwig-van.com/toronto/2019/06/07/lebrecht-listens-davidsen

Sprechtheater

Josefstadt-Doyenne Elfriede Ott verstorben
Die Spezialistin des klassisch-wienerischen Genres wurde 94 Jahre alt.
Wiener Zeitung
Schauspielerin Elfriede Ott gestorben: Durchtriebenheit und Anmut

Die große Volksschauspielerin ist 94-jährig verstorben Als Tochter eines Uhrmachermeisters aus dem Ersten Wiener Gemeindebezirk wusste Elfriede Ott von früh an, was es geschlagen hatte. Wer das – wegen irgendwelcher szenischen Verwicklungen – nicht umgehend zur Kenntnis nehmen wollte, der bekam es, beinahe „handgreiflich“, mit ihr zu tun.
derstandard.at/2000104737322/Elfriede-Ott-gestorben

Elfriede Ott: Komödiantin mit großer Seele
Sie war volkstümliche Volksschauspielerin und Publikumsliebling, als Nestroy-und Raimund-Interpretin einmalig, aber auch in klassischen Rollen und Boulevard-Stücken beliebt. Nun ist Elfriede Ott gestorben.
Die Presse
Elfriede Ott 94jährig gestorben
Salzburger Nachrichten

Berlin/ Volksbühne
René Pollesch wird Leiter der Berliner Volksbühne
Der prägende Regisseur der Ära Frank Castorfs übernimmt das Theater – er will mit Florentina Holziner arbeiten und Schauspieler wie Wuttke, Rois, Angerer zurückbringen –
Der Standard
Rettet René Pollesch die Volksbühne?
Die Presse
René Pollesch wird neuer Intendant
Die Welt.de
René Pollesch zum Intendanten der Volksbühne berufen
Frankfurter Allgemeine
René Pollesch: „Ich habe nicht die Alleinherrschaft“
Berliner Morgenpost
Volksbühne Berlin muss sich neu erfinden – mit und ohne René Pollesch
Der Spiegel

Buch/ Literatur

Durch die Musikwelt mit Tinnitus und Pizza
Haben Sie sich schonmal gefragt, warum Sie eigentlich Klassk mögen? Vielleicht hatten Sie einen Schlüsselmoment und sind seitdem der Musik verfallen? Oder Sie haben eine ganze Reihe von Gründen und wissen gar nicht, wo Sie anfangen sollen? Jens Berger hat in seinem neuen Buch versucht, diese Gründe in Worte zu fassen. Das Ergebnis: eine humorvolle Liebeserklärung an die Klassische Musik.
BR-Klassik

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Unter’m Strich

München
Bayerische Staatsbibliothek: Gefundener Brief von Albert Einstein ist eine Kopie
Bei dem vor rund einem Jahr in München gefundenen Einstein-Brief handelt es sich nach Angaben der Bayerischen Staatsbibliothek um eine Kopie. Das Schreiben von Albert Einstein (1879-1955) an den jüdischen Wissenschaftler Julius Hirsch (1882-1961) sei mit einem Kopiergerät vervielfältigt worden, das um das Jahr 1930 herum und bis in das späte 20. Jahrhundert hinein gebräuchlich gewesen sei. Dieses Ergebnis teilte der Generaldirektor der Staatsbibliothek, Klaus Ceynowa, am Mittwoch in München mit.
Berliner Zeitung

Österreich
Er hielt Druck nicht aus: Ex-Schwimm-Präsident: Tod vor Prozess
Paul Schauer hat seinen Freitod lange geplant. Zwei Tage vor Prozessbeginn starb er. 
https://www.oe24.at/oesterreich/chronik/wien/Ex-Schwimm-Praesident-Tod-vor-Prozess/384303082

DIE MITTWOCH-PRESSE (12. JUNI 2019)

Für Sie in den Zeitungen gefunden: Die MITTWOCH-PRESSE – 12.JUNI 2019

Salzburg/ Festspiele
Entscheidung bei den Salzburger Festspielen: Cecilia Bartoli und Markus Hinterhäuser verlängern
Die Sopranistin Cecilia Bartoli wird ihre Tätigkeit als Intendantin der Salzburger Pfingstfestspiele bis 2026 fortsetzen. Auch der Vertrag des Intendanten der Sommerfestspiele, Markus Hinterhäuser, wurde bis 2026 verlängert.
BR-Klassik
Bartoli in die Verlängerung. Und überhaupt: Frauen vor!
DrehpunktKultur

Salzburg/ Pfingstfestspiele
Cecilia Bartoli mit Pergolesis Stabat Mater
Neues Barock-Repertoire für die Salzburger Pfingstfestspiele.
Wiener Zeitung

Salzburg/ Pfingstfestspiele
Von Jubel über Trauer zum Jubel
Monteverdi Choir und English Baroque Soloists unter Sir John Eliot Gardiner boten den würden Abschluss der Pfingstfestspiele 2019 im Dom zu Salzbur mit Werken von de Victoria, Monteverdi, Buxtehude, Purcell und Bach.
DrehpunktKultur

Italien
Kandidat für Intendanz in Mailand könnte in Rom bleiben
Der Intendant der römischen Oper, Carlo Fuortes, der laut Medienberichten zusammen mit dem Direktor der Wiener Staatsoper, Dominique Meyer, im Rennen um den Intendantenposten der Mailänder Scala ist, hat sich am Dienstag zu einer Verlängerung seines Mandats in Rom bereit erklärt. Er wolle seine Arbeit in der italienischen Hauptstadt fortsetzen, so der 59-jährige Römer laut Medien.
Salzburger Nachrichten

Regensburg
Pausenlose Klangwelten – Eindrücke von den Tagen Alter Musik Regensburg 2019
Neue Musikzeitung/nmz.de

Berlin
Karajan-Akademie der Philharmoniker: Musik von Kopf bis Fuß
In dieses Ensemble zu gelangen ist der Traum vieler Hochschulabsolventen: Die Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker unter Pablo Heras-Casado.
Tagesspiegel

Berlin
Auftakt der Quartett-Woche: Es flirrt von leichter Hand
Triumphaler Auftakt der Quartett-Woche: Im Pierre Boulez Saal begeistert das französische Streichquartett Quatuor Ébène
Tagesspiegel

Berlin/ Gendarmenmarkt
Christoph Eschenbach will auf seine Musiker hören
Setzt auf die Tradition am Gendarmenmarkt: Der 79-jährige Christoph Eschenbach wird Chefdirigent des Konzerthausorchesters.
Berliner Morgenpost

Köln
Piff, Paff, Puff in Köln: Die Großherzogin von Gerolstein zum Offenbach-Jubiläum
bachtrack
OPER KÖLN – LA GRANDE-DUCHESSE DE GÉROLSTEIN
https://www.concerti.de/oper/opern-kritiken/oper-koeln-la-grande

Wien/ Festwochen
„Pneuma“ feiert bei Wiener Festwochen Premiere
Einatmen, ausatmen: Eine Komposition. Bei den Wiener Festwochen feiert am Freitag (14. Juni) ein unübliches Projekt Premiere. „Pneuma“ in den Gösserhallen will zugleich Konzert, Installation und „kollektiver Akt des Atmens“ sein. Das belgische Avantgarde-Ensemble Ictus spielt in einer luftgefüllten Membran – unter anderem Musik von Sofia Gubaidulina, der auch ein Konzerthaus-Fokus gewidmet ist.
https://www.vn.at/newsticker/pneuma-feiert-bei-wiener-festwochen-premiere/1397355

Salzburg
Alcina’s Hotel California: Bartoli mesmerizes in Michieletto’s new Salzburg production
bachtrack

Caldara’s La Morte d’Abel rediscovered at Salzburg Whitsun festival
bachtrack

London
Un Ballo in Maschera review – ingenious Verdi update is beautifully sung
The Guardian

A superb Un ballo in maschera at Investec Opera Holland Park
http://www.operatoday.com/content/2019/06/a_superb_un_bal.php

New York
New York Opera Fest 2019 Review: Dido & Aeneas
http://operawire.com/new-york-opera-fest-2019-review-dido-aeneas/

Art song trees grow in Brooklyn with three varied premieres
http://newyorkclassicalreview.com/2019/06/art-song-trees-grow-in-brooklyn

Boston
Boston Early Music Festival opens 20th season with Steffani’s lavish “Orlando”
http://bostonclassicalreview.com/2019/06/boston-early-music-festival-opens-20th

San Francisco
“Orlando’ makes victorious return to War Memorial Opera House
https://www.sfexaminer.com/entertainment/orlando-makes-victorious-return

Sold-Out Opera America Conference in San Francisco
https://www.sfcv.org/music-news/sold-out-opera-america-conference

Feuilleton
Why Do I Sing?
https://www.wqxr.org/story/why-do-i-sing/

Ton- und Bildträger
DVD: Emmanuel Chabrier: L’Etoile (Dutch National Opera and Ballet, Amsterdam, 2014)
http://www.concertonet.com/scripts/dvd.php?ID_cd=4302

Sprechtheater

Wien/ Akademietheater
Festwochen: „Suite Nr. 3“: Im Phrasen-Hades
Ein Liederabend der kunstvollen Kakophonie im Akademietheater.
Wiener Zeitung

Berlin/ Volksbühne
René Pollesch soll neuer Chef der Volksbühne werden
Es wird schon länger spekuliert, dass René Pollesch neuer Intendant an der Volksbühne wird. Morgen soll Kultursenator Klaus Lederer die Neuigkeit verkünden.
Tagesspiegel

Literatur/ Buch

Wien
Torberg-Medaille für Kehlmann und Föttinger
Die Auszeichnung dient dem Andenken an den streitbaren Autor und Publizisten Friedrich Torberg
Wiener Zeitung

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Unter’m Strich

Brexit ohne Deal rückt näher: Presse zur Nachfolge von May
„Die Chancen, dass die EU-27-Führer bereitwillig ihre Meinung zugunsten von jemandem ändern werden, der schon droht, bevor er überhaupt eine Verhandlungsposition bekommen hat, kann sogar ein Vorschüler richtig abschätzen“, schreibt eine Zeitung über die Aussichten im Brexit-Streit.
Tiroler Tageszeitung

11. JUNI 2019 – Dienstag

Salzburg/ Pfingstfestspiele: Zoff im Hause Adam und Eva: La mort d’Abel (1791) by the contemporary French painter François-Xavier Fabre

Vom ersten Mord der Menschengeschichte
Pfingstfestspiele: LA MORTE D’ABEL
Auch die erste Familie dieser Welt musste sich mit pubertären Söhnen herumschlagen. Zoff also im Hause Adam und Eva. Mit Kain kann man einfach nicht vernünftig reden! So etwa ging der Librettist Pietro Metastasio das biblische Thema Kain und Abel an, für Antonio Caldaras Oratorium La morte d’Abel.
DrehpunktKultur

Gestern an der Wiener Staatsoper: 15 Minuten Schlussapplaus nach der letzten Vorstellung „Die Frau ohne Schatten“ am Pfingstmontag


Das Damentrio war – so scheint es –  gestern wieder gesundet und komplett. Foto: Fritz Krammer

Wiener Staatsoper: MANON am Pfingstsonntag – bei drückender Hitze

Dominik Troger besuchte die „Staatsopern-Sauna“: In Anbetracht der herrschenden Temperaturen sollte sich das Interesse vielleicht mehr mit dem starken Einflug von Vanessa cardui Anfang Juni nach Mitteleuropa befassen und weniger mit Oper. Aber ist Manon nicht auch so ein lepidopterologisches Geschöpf, dass lebenslustig von Blüte zu Blüte flattert bis es ausgelaugt verstirbt?

Die aktuelle Aufführungsserie an der Wiener Staatsoper – an dieser Stelle wird deren dritte Vorstellung besprochen – wusste schon allein durch zwei Staatsopern-Rollendebüts Aufmerksamkeit zu erregen: Nino Machaidze als Manon und Juan Diego Flórez als Des Grieux…

Wenn im Orchestergraben zum erotischen Lyrismus von Massenets Musik der „Holzhammer“ geschwungen wird, dann lässt sich der subtile, historisierende Esprit dieser Komposition dem Auditorium kaum vermitteln – doch das mag (zumindest nach der Pause) als ein Mittel gegen aufkommende Langeweile sogar positiv gewirkt haben. Schlussendlich wurde diese pfingstsonntägliche Vorstellung seitens des Publikums mit rund sechs Minuten langem Applaus bedacht. 

Zum Bericht von Dominik Troger:

http://www.operinwien.at/werkverz/massenet/amanon8.htm

St.Petersburg: „AIDA am Samstag vor Pfingsten in „russischer Besetzung“

Ekaterina Semenchuk, Yusif Eyvazov, Valery Gergiev, Anna Netrebko und der gewiss auch russische Amonasro. Foto: Instagram

Weitere Fotos/ Teil 1
 https://www.instagram.com/p/ByfFdLGHAun/?utm_source=ig_web_button_share_sheet
 
Weitere Fotos/ Teil 2

https://www.instagram.com/p/ByemvYzoAAC/?utm_source=ig_web_button_share_sheet

Konzertgänger in Berlin“
Hochkulti und Subkulti – Klicknse ruff, könnse rinkieken
Die leichte und die allerhöchste Muse nah am Grauen gebaut, Subkultis im eingemauerten Laboratorium und das neue Berlinlied mit Migrationshintergrund: Berlin in der Musik – von Frau Luna und dem in Auschwitz vergasten Tauentzien-Besinger Willy Rosen über Nina Hagen und David Bowie bis zu avantgardistischem Nachtigalltrapsen und dem Stadtaffen Peter Fox.
https://hundert11.net/hochkulti-und-subkulti/

Kiel/ „Die Krönung der Poppea“: Amor mit der Peitsche
https://www.kn-online.de/Nachrichten/Kultur/Claudio-Monteverdis-Kroenung-der

Würzburg/ Mainfrankentheater: Götterdämmerung. Reicher Fundus in Museumslandschaft (9.6.)

Paul McNamara, Akiho Tsujii, Silke Evers und Hiroe Ito.Foto-Copyright: Nik Schölzel/Fotograf Mainfrankentheater Würzburg

In der Inszenierung von Tomo Sugao (Bühnenbild: Paul Zoller; Kostümbild: Carola Volles) wird die Welt von Wagners „Götterdämmerung“ in eine Museumslandschaft getaucht. Der Tod des Helden Siegfried führt die Erzählung um Walhall, Wotan und die Walküren zu ihrem Ende. Der von Brünnhilde entfachte Weltenbrand sühnt die Schuld des Nibelungen Alberich, nämlich den Raub des Rheingolds. Auf der Bühne sieht man große silberne Skulpturen in überdimensionalen Kästen mit der Aufschrift „Siegfried“, „Brünnhilde“, „Wotan“ oder „Weltesche“. Das ganze mythologische Geschehen bekommt eine kaleidoskopartige Aura…

Zum Berichtvon Alexander Walther

Mannheim/ Nationaltheater: TOSCA – Wiederaufnahme (9.6.)

…In der aktuellen Wiederaufnahme sang Elisabeth Teige die Titelpartie. Sie zeigte vor allem ein Portrait der liebenden, leidenschaftlichen Frau. Die Primadonna trat bei ihr völlig in den Hintergrund. Mit viel Engagement betonte sie das Natürliche des Rollencharakters. Dazu passte es auch, dass ihr Gesang die große musikalische Geste eher verweigerte. Und doch konnte ihre Stimme alle Herausforderungen souverän bedienen. So geriet vor allem das „Vissi d‘arte“ besonders anrührend. Lediglich in den sehr knapp gesungenen hohen C‘s war zu erkennen, dass die Tosca für sie noch eine neue Partie ist.

An ihrer Seite agierte der albanische Tenor Adrian Xhema als Cavaradossi. Sein solider Tenor erreichte mühelos alle geforderten Töne. Leider mangelte es der Stimme an Größe und Schmelz, um wirklich zu begeistern…

Zum Berichtvon Dirk Schauß

Rohrau/ Niederösterreich: Bosnischer Bariton gewinnt Haydn-Wettbewerb in Rohrau
Neven Crnic kann auch den Publikumspreis für sich verbuchen.
Wiener Zeitung
In Graz ausgebildeter Bass-Bariton Neven Crnic gewann Haydn-Wettbewerb in Rohrau
Kleine Zeitung

GESAMTE OPERN IM RUNDFUNK 11. –17. JUNI 2019

 

(Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern bezieht sich ausschließlich auf die untenstehenden Sender). Kurzfristige Programmänderungen der Sender vorbehalten!
Alle Zeiten MEZ.

11.6. LA CENERENTOLA (Live aus Rom) RAI 3-20 Uhr
13.6. VIVA LA MAMMA (aus Genf, Aufnahme v. 21.12.2018) BBC 3-15 Uhr
15.6. CHOWANSCHTSCHINA (aus Mailand, Aufnahme v. 27.2.) RNE Classica Madrid-19 Uhr
OCEANE (aus Berlin, Aufnahme v. 17.5.) Deutschlandradio-19.05 Uhr
MANON (aus Wien, Aufnahme v. 5.u.9.6.) ORF Ö1-19.30 Uhr
UN BALLO IN MASCHERA (aus Bristol, Aufnahme v. 8.2.) BBC 3-19.30 Uhr
TRISTAN UND ISOLDE (aus Brüssel, Aufnahme v. 2.5.) VRT Klara-20 Uhr
CAVALLERIA RUSTICANA-PAGLIACCI (aus Wien, Aufnahme v. 23.3.) HR 2-20.04 Uhr
16.6. LUCIA DI LAMMERMOORE (aus Wien, Aufnahme v. 9.2.) France Musique-20 Uhr
PIQUE DAME (aus London, Aufnahme v. 28.1.) SWR 2-20.03 Uhr
LA CLEMENZA DI TITO (Gluck) (aus Leverkusen, Aufnahme v. 3.11.2013) WDR 3-20.04 Uhr

Opera review: Cendrillon at Glyndebourne Festival
https://www.express.co.uk/entertainment/theatre/1138739/cendrillon

London: Un ballo in maschera, Opera Holland Park review – evocative and sensationally sung
https://theartsdesk.com/opera/un-ballo-maschera-opera-holland-park

Un ballo in maschera showcases Opera Holland Park at its best
https://bachtrack.com/de

Morgen/ Mittwoch: Abschied von der Gatterburggasse mit Galakonzert

Ich erinnere Sie morgen nochmals, ich gebe keine Ruhe! Den Besuch der letzten von ihr organisierten Konzerte sind wir Elena schuldig!

Erinnerung! 23.6. im „Haus der Ingenieure“ /Wien/Palais Eschenbach

 

Rennen um Mays Nachfolge eröffnet: Alle gegen Boris Johnson
Neun Konkurrenten schießen sich auf den Favoriten ein Der Startschuss ist gefallen: Zehn Frauen und Männer haben Anspruch auf die Nachfolge Theresa Mays als Chefin der britischen Konservativen und damit automatisch auch als Premierministerin erhoben. Dazu mussten sie bis zum späten Montagnachmittag die Hürde von mindestens sieben Unterstützern in der eigenen Fraktion meistern. –
Der Standard

Formel 1: „Nicht der Sport, in den ich mich verliebt habe“
Sebastian Vettel rechnete nach Lewis Hamiltons umstrittenem Sieg am grünen Tisch in Kanada frustriert ab.
Die Presse

Ich bin kein Fan des „goscherten Vettel“, aber ich bleibe dabei: Die Zeitstrafe in Kanada war ein Skandal. Hamilton ist nämlich „auch kein Waserl“! Das ist Rennsport, kein Autokorso. Ferrari hat dagegen protestiert.

In der Formel 1 gibt es offenbar ein Statut, das da lautet:

Punkt 1: Lewis Hamilton muss gewinnen!

Punkt 2: Sollte durch eine Verkettung unglücker Umstände Lewis Hamilton ein Rennen nicht gewinnen, sind alle Möglichkeiten auszuschöpfen, Herrn Hamilton doch noch zum Sieg zu verhelfen. Somit tritt de facto Punkt 1 automatisch in Kraft!

Das ändert freilich nichts daran, dass Vettels Verhalten nach Ende des Rennens eher in einen Kindergarten gepasst hätte.Das umstellen der Tafeln hätte er sich sparen können, dafür wäre ich an seiner Stelle nie und nimmer zu Lewis Hamilton auf das Siegespodest gestiegen. Das wirkte unsicher und vor allem unreif. Unbedingt nötiges Zeremoniell: Gratulation durch Handschlag – wenn nicht verhinderbar, ansonsten keinerlei Blickkontakt!

New York
Helikopter auf Hochhaus in New York gestürzt

Vermutlich ein Unfall, kein Terroranschlag
https://www.oe24.at/welt/New-York-Helikopter-kracht-auf-Gebaeude

Das war zum Glück kein Anschlag, lässt uns aber darüber nachdenken, dass ein socher jederzeit passieren kann.

Starten Sie gut in die ohnedies verkürzte Arbeitswoche!

A.C.

 

DIE DIENSTAG-PRESSE (11. JUNI 2019)

Für Sie in den Zeitungen gefunden: Die DIENSTAG-PRESSE – 11. JUNI 2019

Salzburg/ Pfingstfestspiele
Vom ersten Mord der Menschengeschichte
Pfingstfestspiele: LA MORTE D’ABEL
Auch die erste Familie dieser Welt musste sich mit pubertären Söhnen herumschlagen. Zoff also im Hause Adam und Eva. Mit Kain kann man einfach nicht vernünftig reden! So etwa ging der Librettist Pietro Metastasio das biblische Thema Kain und Abel an, für Antonio Caldaras Oratorium La morte d’Abel.
DrehpunktKultur

Salzburg
Pfingstfestspiele: Sängerische Spitzenklöppeleien in Salzburg Bezahlartikel
Jubelstürme für Cecilia Bartoli und viele andere auf den künstlerischen Spuren der Kastraten in Oper und Oratorium.
Die Presse

Wien/ Staatsoper
„Manon am Pfingstsonntag“
In Anbetracht der herrschenden Temperaturen sollte sich das Interesse vielleicht mehr mit dem starken Einflug von Vanessa cardui Anfang Juni nach Mitteleuropa befassen und weniger mit Oper. Aber ist Manon nicht auch so ein lepidopterologisches Geschöpf, dass lebenslustig von Blüte zu Blüte flattert bis es ausgelaugt verstirbt?
http://www.operinwien.at/werkverz/massenet/amanon8.htm

„Konzertgänger in Berlin“
Hochkulti und Subkulti – Klicknse ruff, könnse rinkieken
Die leichte und die allerhöchste Muse nah am Grauen gebaut, Subkultis im eingemauerten Laboratorium und das neue Berlinlied mit Migrationshintergrund: Berlin in der Musik – von Frau Luna und dem in Auschwitz vergasten Tauentzien-Besinger Willy Rosen über Nina Hagen und David Bowie bis zu avantgardistischem Nachtigalltrapsen und dem Stadtaffen Peter Fox.
https://hundert11.net/hochkulti-und-subkulti/

Berlin/ Staatsoper
Lautstark und antiquiert – „Rigoletto“ an der Berliner Staatsoper Unter den Linden
https://www.nmz.de/online/lautstark-und-antiquiert

Kiel
Amor mit der Peitsche
https://www.kn-online.de/Nachrichten/Kultur/Claudio-Monteverdis-Kroenung-der

Rohrau/ Niederösterreich
Bosnischer Bariton gewinnt Haydn-Wettbewerb in Rohrau
Neven Crnic kann auch den Publikumspreis für sich verbuchen.
Wiener Zeitung
In Graz ausgebildeter Bass-Bariton Neven Crnic gewann Haydn-Wettbewerb in Rohrau
Kleine Zeitung

London
Un ballo in maschera, Opera Holland Park review – evocative and sensationally sung
https://theartsdesk.com/opera/un-ballo-maschera-opera-holland-park

Un ballo in maschera showcases Opera Holland Park at its best
https://bachtrack.com/de

“The spirit of Margot” celebrated in The Royal Ballet’s Fonteyn gala
bachtrack

Darcey Bussell makes surprise return to the Royal Ballet stage on the anniversary of her retirement
https://www.standard.co.uk/go/london/arts/darcey-bussell-return-royal

Glyndebourne
Opera review: Cendrillon at Glyndebourne Festival
https://www.express.co.uk/entertainment/theatre/1138739/cendrillon

Cendrillon review: Cinders goes to the ball in fine voice at Glyndebourne
https://www.standard.co.uk/go/london/arts/cendrillon-review-glyndebourne-opera

Aldeburgh
The Hunting Gun at Aldeburgh Festival — violent eruptions and experimental rumbles
https://www.ft.com/content/89beedc6-8b64-11e9-b8cb-26a9caa9d67b

West Horsley
Porgy and Bess, Grange Park Opera review – good versus evil in Catfish Row
https://theartsdesk.com/opera/porgy-and-bess-grange-park-opera-review-good

Porgy and Bess @ Grange Park Opera, West Horsley
https://www.musicomh.com/classical/reviews-classical/porgy-and-bess-grange

Le nozze di Figaro @ The Grange Festival, Northington
https://www.musicomh.com/classical/reviews-classical/le-nozze-di-figaro-the

New York
Pavarotti on Film: The Week in Classical Music
https://www.nytimes.com/2019/06/09/arts/music/pavarotti-music-youtube-spotify.html

Rhiannon Giddens Is Writing an Opera
https://www.nytimes.com/2019/06/10/arts/music/rhiannon-giddens-opera.html

Musical

Linz/ Musiktheater
„Chess“: Nur Schachfiguren im garstigen Spiel der Mächtigen
Das Musical „Chess“ von Tim Rice und den „B’s“ aus ABBA konnte im Landestheater Linz nicht wirklich überzeugen
Kurier

Tanz/ Ballett

Gelsenkirchen – Musiktheater im Revier
Noch einmal die aufregende Bandbreite der Bridget Breiner
Sieben Jahre lang hat Bridget Breiner in Gelsenkirchen starke tänzerische Zeichen gesetzt. Nun verabschiedet sich sich mit einem furiosen Abend.
https://www.nrz.de/kultur/noch-einmal-die-aufregende-bandbreite

Sprechtheater

Wien/ Festwochen/ Gösserhallen
„Le Metope del Partenone“: Aus dem Leben gerissen
Romeo Castelluccis Gastspiel überzeugte nur phasenweise.
Wiener Zeitung

Ausstellungen/ Kunst

Vaduz/Liechtenstein
Ein unermüdlicher, großzügiger Förderer gestorben
Der liechtensteinische Kunstsammler und Mäzen Herbert Batliner ist am Pfingstsamstag im Alter von neunzig Jahren in Vaduz verstorben. Dem Papst hat er eine Orgel spendiert, eine weitere den Festspielen und auch eine der Stiftung Mozarteum. Aber das Wesentlichste ist Batliners Kunstsammlung, die zuerst in Salzburg war und dann in die Albertina nach Wien kam.
DrehpunktKultur
Kunstsammler und Finanztreuhändler Herbert Batliner gestorben
Der liechtensteinische Rechtsanwalt, Finanztreuhänder und Kunstsammler Herbert Batliner starb 90-jährig in Vaduz.
Kurier

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Unter’m Strich

GB
Rennen um Mays Nachfolge eröffnet: Alle gegen Boris Johnson

Neun Konkurrenten schießen sich auf den Favoriten ein Der Startschuss ist gefallen: Zehn Frauen und Männer haben Anspruch auf die Nachfolge Theresa Mays als Chefin der britischen Konservativen und damit automatisch auch als Premierministerin erhoben. Dazu mussten sie bis zum späten Montagnachmittag die Hürde von mindestens sieben Unterstützern in der eigenen Fraktion meistern. –
Der Standard

Österreich
Nationalratswahl: Verschiedene Wege führen ins Parlament
Entscheiden die Delegierten oder der Chef? Gibt es ein Hearing, Geschlechterquoten und einen internen Konkurrenzkampf? Bald bestimmen die Parteien ihre Wahllisten. Auf höchst unterschiedliche Art und Weise.
Die Presse

Formel 1: „Nicht der Sport, in den ich mich verliebt habe“
Sebastian Vettel rechnete nach Lewis Hamiltons umstrittenem Sieg am grünen Tisch in Kanada frustriert ab.
Die Presse

New York
Helikopter auf Hochhaus in New York gestürzt

Vermutlich ein Unfall, kein Terroranschlag
https://www.oe24.at/welt/New-York-Helikopter-kracht-auf-Gebaeude

9. JUNI 2019 – Pfingstsonntag

HEUTE/ 9.6. Ileana COTRUBAS wird 80

 1948 kam sie in den Kinderchor der Bukarester Nationaloper und wirkte in Aufführungen von »La Bohème«, »Tosca«, »Carmen« und anderen Opern mit. Ausbildung zur Solistin durch Emanuel Elenescu und am Konservatorium von Bukarest durch Constantin Stroescu. Bühnendebüt 1964 an der Nationaloper von Bukarest als Knabe Yniold in »Pelléas et Mélisande« von Debussy. 1964 war sie Gewinnerin des Enesco-Preises in Bukarest…

Zu unseren JUBILÄEN (Geburtstage im Juni 2019)

HEUTE ALS STREAM AUS DER WIENER STAATSOPER
Jules Massenet: Manon
Dirigent: Frédéric Chaslin, Inszenierung: Andrei Serban
Mit Nino Machaidze, Juan Diego Flórez, Dan Paul Dumitrescu, Adrian Eröd

https://www.staatsoperlive.com/de/live/

Nur heute (noch bis 23 59 h). Der ALCESTE STREAM aus der Bayerischen Staatsoper wird auch uns Österreichern gegönnt.

http://www.operlive.de/

INTERNATIONALE BAROCKTAGE STIFT MELK – DAS PROGRAMM PFINGSTEN 2019

Bildergebnis für stift melk barocktage

https://www.wachaukulturmelk.at/de/barocktagemelk/barocktage-melk

Wiener Staatsoper: DON PASQUALE am 8.6.

Irina Lungu (Norina) und Orhan Yildiz (Malatesta) Foto: Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

..Die Aufführung passt gut in die Zeit kurz vor dem Urlaubsbeginn. Unbeschwertheit ist Trumpf. Geboten wird italienische Hausmannskost, liebenswert serviert und insgesamt durchaus sehens- und hörenswert. Gedankt wird mit herzlichem Applaus. So nah war Italien in Bad Ischl – pardon: Wien – schon lange nicht mehr.

Zum Bericht von Mandred A. Schmid

SALZBURG/ PFINGSTFESTSPIELE: ALCINA. Heute 2. und letzte Vorstellung im Rahmen der Pfingstfestspiele 2019

Cecilia Bartoli. Foto: Matthias Horn

„Alcina“: Verwirrungen mit einer kräftigen Prise Erotik
In Zürich und Paris wurde Cecilia Bartoli als Alcina schon umjubelt, nun steht die Diva in dieser Rolle in Salzburg auf der Bühne – in einer Inszenierung von Damiano Michieletto. Doch der Italienische Regisseur verkompliziert die an sich simple Geschichte der gut vierstündigen Händel-Oper unnötig.
BR-Klassik
„Alcina“ in Salzburg: Hotel zur schlechten Aussicht
Das Drama einer Diva, die sich gegen die Vergänglichkeit stemmt. Cecilia Bartoli gibt in Salzburg Händels Alcina einen anderen Dreh. Hier die Festspiel-Kritik:
Münchner Merkur
Bartolis Liebeshotel der Illusion
Händels „Alcina“ als subtiles Psychodrama bei den Salzburger Pfingstfestspielen
Der Standard
Alcina als Glücksfall für das Musiktheater
Wiener Zeitung

BERLIN/ Komische Oper: DER ROSENKAVALIER (Wiederaufnahme am 8.6.)

Schluss-Szene. Foto: Monika Rittershaus

Man kommt aus dem Staunen nicht heraus. Eine in Berlin zu selten gespielte Oper, Strauss‘ Rosenkavalier,  kehrt für nur vier Aufführungen an die Komische Oper zurück. Und kann als einer der sängerisch und szenisch größten Berliner Operntrümpfe der ganzen Saison angesehen werden.

Die Inszenierung von Andreas Homoki stammt aus dem Jahr 2006, zuletzt wurde die Produktion 2013 gespielt. Eine intelligente und überzeigende “klassische” Arbeit mit Puderperücke und Kostümen aus der Zeit des Rokoko. Das Einheitsbühnenbild, ein kahler herabgekommener barocker Raum im ersten Akt, bekommt eine Schieflage im zweiten Akt im Moment, wo die Hochzeit platzt und Faninal Sophie droht, den Ochs auch “als Toten” heiraten zu müssen…

Zum Bericht von Dr. Ingobert Waltenberger

BADEN-BADEN/ Festspielhaus/ Pfingstfestspiele 2019: Filarmonica della Scala Dirigent: Riccardo Chailly, Emanuel Tjeknavorian (Sibelius, Dvorak

Was für ein Programm! Drei beliebte Meisterwerke der Spätromantik, vorgetragen vom Philharmonischen Orchester der Mailänder Scala unter Leitung von deren Musikdirektor, Riccardo Chailly. Dazu ein vorzüglicher Nachwuchsgeiger, Emanuel Tjeknavorian. Beste Voraussetzungen für ein besonderes Konzerterlebnis…..und so kam es auch!

Zum Bericht von Dirk Schauß

Linz:„CHESS“– Premiere am Musiktheater des Landestheaters, Großer Saal, 08. 06.2019

Darian Anderson Worrell und Ensemble. Foto: Sakher Almonem/ Landestheater

Musical in zwei Akten auf ein Libretto von Tim Rice und Björn Ulvaeus, Musik von Benny Andersson und Björn Ulvaeus;

1970 traten die zwei Damen und zwei Herren, die nachmals als ABBA als die poppigste aller Popgruppen weltberühmt werden sollten, erstmals gemeinsam auf. Sie hatten zuvor und bis zu ihrem Durchbruch als Sieger des 19. Eurovision Song Contest, 1974 in Brighton abgehalten, in vielen unterschiedlichen Bereichen der Unterhaltungsmusik Erfahrungen gesammelt, auch Auftritte in Musicals waren drunter – beispielsweise war Agnetha Fältskog die schwedische Maria Magdalena in „Jesus Christ Superstar“.

Dessen Texter, Tim Rice, wollte eine neue Geschichte um ein weltpolitisch aufgeladenes Schachduell, so wie zuvor das überaus erfolgreiche Jesus-Musical, mit Andrew Lloyd Webber auf die Bühne bringen. Dieser war allerdings zu der Zeit tief in T. S. Elliotts Katzengedichte vergraben, machte bekanntlich auch daraus einen gewaltigen Bühnenhit. Über Umwege und die Vermittlung des Broadway-Produzenten Richard Vos, der Rice auf „Arbour“ (sic!) aufmerksam machte, kam schließlich die vorliegende Zusammenarbeit zustande.

Zum Premierenbericht von Petra und Helmut Huber

 

Hamburg: In der Elbphilharmonie rauscht es: Störgeräusche bei Konzert verärgern Besucher
Es rauschte in hohem Ton: Konzertbesucher der Hamburger Elbphilharmonie hörten am Freitagabend während eines Konzerts immer wieder störende Geräusche. Inzwischen räumte ein Sprecher den Fehler ein.
https://www.stern.de/kultur/musik/in-der-elbphilharmonie-rauscht-es
Hohes Rauschen: Defekte Klimaanlage in Elbphilharmonie
Hamburger Abendblatt

Die Elbphilharmonie macht in letzter Zeit sehr viel mit Pannen von sich reden

OPER FRANKFURT: Erste Wiederaufnahme NORMA.

Erste Wiederaufnahme NORMA Tragedia lirica in zwei Akten von Vincenzo Bellini
Text von Felice Romani nach der Tragödie Norma ou L’Infanticide (1831) von Alexandre Soumet
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

Elza van den Heever (Norma). Foto: Barbara Aumüller/ Oper Frankfurt

Wiederaufnahme: Freitag, 7. Juni 2019, um 19.30 Uhr im Opernhaus
Weitere Vorstellungen: 17., 20., 23. (18.00 Uhr), 28. Juni 2019 Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr
Preise: € 15 bis 105 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Karten sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, im Telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 oder online unter www.oper-frankfurt.de erhältlich.

MERKER-KUNSTSALON am Mittwoch, 12. Juni. Abschied vom Festssaal Gatterburggasse

 

WIEN – die neuen Theaterdirektoren im Blickwinkel

Kalt lassen uns als Opernfreunde die neuen Theaterdirektoren und ihre Pläne nicht. Es wäre nicht gut, wenn sich unsere Wiener Theaterkritikerin dazu aäußern würde, denn dann wirft man ihr Voreingenommen heit vor.

Heinrich Schramm-Schiessl schreibt keine Wiener Theaterkritiken, darf also seine Meinung über Kusejs und Voges Pläne kundtun.

GIBT ES NOCH EIN ÖSTERREICHISCHES THEATER?
(Heinrich Schramm-Schiessl)

Die letzten Tage in Österreich waren durchaus turbulent – keine Sorge das wird kein Artikel über die aktuelle Innenpolitik – denn einerseits stellte der neue Burgtheaterdirektor seine erste Saison vor und andererseits wurde das Kasperltheater rund um die Bestellung der neuen Leitung des Volkstheaters beendet. A.C. hat in seinem Tageskommentar am Freitag die Frage gestellt, ob es notwendig ist, dass die Direktoren der drei wichtigsten Wiener Bühnen aus Deutschland kommen. Diese Frage muss man relativieren, denn die Direktoren der Josefstadt und der Burg* sind ja Österreicher, aber sie schwören wie wahrscheinlich auch der neue Volkstheater-Direktor auf die deutsche Intendantenschule – und das ist das Schlimme. Die deutsche Intendantenschule gehört nach Deutschland, wir in Österreich wollen in erster Linie österreichisches Theater sehen. Das hat erstens nichts mit Chauvinismus zu tun – oder glaubt jemand im Ernst, dass die Royal Shakespeare Company in London oder die Comédie-Francais in Paris Theater wie in Deutschland machen würde – und zweitens natürlich nicht, dass in Österreich nur österreichische Dichter, sondern natürlich die gesamte Weltliteratur von der Antike bis heute,  gespielt werden soll. Ebenso wollen wir nicht nur österreichische Schauspieler sehen, entsprechende gute Darsteller aus Deutschland  und der Schweiz waren und sind natürlich immer willkommen…

Geradezu urig kam Kay Voges bei der Pressepräsentation rüber: Allein die Absichtserklärung, das Theater auch in die Bezirke zu führen, bestätigt, dass Herr Voges sich nicht viel mit seiner künftigen Wirkungsstätte befasst hat. Das macht das Volkstheater nämlich schon seit über 50 Jahren! Anna Badora hat auch hier einen Kahlschlag eingeleitet, treueste Abonnenten wie meine Frau und meine Schwägerin aus dem Haus vertrieben.

Mehr darüber in den heutigen Infos des Tages

Viel ist in letzter Zeit von der Digitalisierung des Theaters die Rede. Kay Voges hat darüber besonders geschwollen dahergeredet, Tim Theo Timm stellt die Frage, ob der Herr Neo-Intendant überhaupt weiß, was „Digitalisierung des Theaters“ bedeutet.

Auch hier gilt: Mehr in den Infos des Tages!

Österreich: Kulturpolitik unter Schallenberg: Nicht viel zu erwarten
Kunst und Kultur wird für die Übergangsregierung den Stellenwert von Fußnoten haben. Außenminister Schallenberg übernahm die Agenden von Gernot Blümel
Der Standard

Geht schon an in Österreich – das war auch zu erwarten. Dabei ist Minister Schallenberg Opernfreund – aber sicher nicht dazu da, seiner Vorliebe monetären Ausdruck auf Kosten der Steuerzahler zu verleihen. Der neue Verteidigungsminister übt sich im Streichen von Schulprojekten, die die vorige Regierung auf den Weg gebracht hat – er selbst ist erst wenige Tage im Amt! Dieses Land ist nicht leicht regierbar!

Das Verschwinden der Krawatte

…„Die Krawatte war für meine Familie neben dem Maßhemd ein wichtiger Geschäftszweig, aber die Krawatte ist sehr, sehr stark zurückgegangen“, sagt Hemdenmacher Niko Venturini gegenüber dem ORF-Wirtschaftsmagazin Eco. Seit 1926 lassen sich Politiker, Manager, Politiker und wohlsituierte Herren in seinem Geschäft in der Wiener Innenstadt ihre Hemden anmessen und haben bis zuletzt auch gleich mehrere seidige Schlipse dazugekauft. Das hat sich radikal geändert. „Ich möchte nicht sagen, dass die Krawatte tot ist, viele Herren tragen gerne noch Krawatte, aber die Krawatte ist im Geschäftsleben eigentlich fast verschwunden“, so Venturi...

Banker ohne Krawatte? Minister mit offenem Hemd? Was früher undenkbar war, ist inzwischen kein Problem mehr. Der Umsatzrückgang bei Krawatten ist massiv, bestätigt ein Wiener Hemdenmacher die Lockerheit im Geschäftsleben.
https://wien.orf.at/news/stories/2986021/

Ich wünsche einen schönen Pfingst-Sonntag

A.C.

 

GEBURTSTAGE IM JUNI 2019

GEBURTSTAGE IM JUNI 2019

Berücksichtigt wurden runde und halbrunde Geburtstage ab dem 60er.

Zusammenstellung der Liste: Walter Nowotny

1.6. Gérard GARINO wird 70

 Er studierte Medizin (mit Erwerb seines Diploms 1977), zugleich aber auch Gesang am Conservatoire von Bordeaux und bei Arrigo Pola. 1973 gewann er den Gesangwettbewerb Enrico Caruso, 1975 den ersten Preis des Konservatoriums von Bordeaux. 1977 kam es zu seinem Bühnendebüt am Opernhaus von Bordeaux in der Rolle des Grafen Almaviva im »Barbier von Sevilla« von Rossini. Er sang dann am Opernhaus von Toulouse den Ferrando in »Così fan tutte«, bei den Festspielen von Aix-en-Provence den Nadir in »Les pêcheurs de perles« von Bizet und gastierte in Amsterdam. 1981 Gastspiel an der Opéra de Wallonie Lüttich als Ernesto im »Don Pasquale«, 1982 als Titelheld in »Idomeneo« von Mozart, 1987 in »Zémire et Azor« von Grétry, in Lüttich in der Offenbach-Operette »Robinson Crusoé«. 1984 wirkte er in der Verfilmung der Oper »Carmen« (als Remendado) mit, bei der Julia Migenés und Placido Domingo die Hauptrollen übernahmen. 1984 zu Gast bei den Festspielen von Orange und Verona. An der Grand Opéra Paris gastierte er 1984 als Heinrich der Schreiber im »Tannhäuser« und 1987 als Macduff in Verdis »Macbeth«. An der Opéra-Comique Paris sang er 1984 den Paolino in Cimarosas »Il matrimonio segreto«, 1986 die Titelpartie in der Offenbach-Operette »Robinson Crusoé« und 1988 den Nicias in »Thais« von Massenet. An der Opéra Bastille sang er 1995 den Arturo in »Lucia di Lammermoor« und wirkte hier am 16.5.1998 in der Uraufführung der Oper »Salammbô« von Philippe Fénelon mit. Weitere Gastspiele führten ihn an die Opernhäuser von Monte Carlo (u.a. 1989 Armand in »Thérèse« von Massenet und Tiberge in »Le portrait de Manon«, ebenfalls von Massenet). Metz (1984 in »I Pescatrici« von J. Haydn) und Quebec, an das Gran Teatre del Liceu in Barcelona und an italienische Bühnen. 1988 trat er an den Opern von Nancy und Toulouse (wo er seit 1978 immer wieder sang, ebenso seit 1980 in Nizza) als Nicias auf. In der gleichen Spielzeit sang er in Bordeaux den Tonio in »La Fille du Régiment« von Donizetti und den Ismaele in Verdis »Nabucco«. 1985 in Madrid, 1988 in Monte Carlo und Budapest aufgetreten. 1990 hörte man ihn an der Opéra de Wallonie Lüttich als Belmonte in der »Entführung aus dem Serail« und als Zéphoris in »Si j’étais Roi« von Adam, an der Opéra-Comique 1991 als Nadir, in Tours als Gérald in »Lakmé« von Delibes, in Nancy als George Brown in »La Dame blanche« von Boieldieu. An der Oper von Rom sang er, immer noch 1991, den Pylade in »Iphigénie en Tauride« von Gluck, an der Oper von Marseille den Masaniello in »La Muette de Portici« von Auber. 1994 Gastspiel am Theater von St. Gallen als Nicias, an der Oper von Warschau als Werther von Massenet. 1999 gastierte er an der New Israeli Opera in Tel Aviv als Werther. Auch als Konzertsolist wurde er in großen Aufgaben herausgestellt.

Schallplatten: Arion (»L’Abandon d’Ariane« von D. Milhaud), Hungaroton (»Don Sanche« von Liszt, »Il Pittore Parigino« von Cimarosa), KRO (»St. François d’Assise« von O. Messiaen), RCA-Erato (Remendado in »Carmen«, »Clovis et Cothilde« von Bizet), Rodolphe Records (»Zémire et Azor« von Grétry), Enpreinte digitale/Helikon (»Gwendoline« von E. Chabrier), Sunny Moon (Requiem von Théodore Gouvy), Denon (Kantaten von H. Berlioz).

 

1.6. John DEW wird 75

Er wuchs in New York auf und studierte dort Kunstgeschichte und Bühnenbild. Im Rahmen der Meisterklassen Friedelind Wagners kam er 1966 nach Bayreuth. 1967 hospitierte er bei Walter Felsenstein an der Komischen Oper Berlin. 1968 entwarf er das Bühnenbild für Die Zauberflöte in Durban (Südafrika). Am Stadttheater Ulm führte er 1973 bei Igor Strawinskys The Rake’s Progress erstmals Regie. Überregionale Aufmerksamkeit erlangten zuerst seine Wagner-Inszenierungen am Theater Krefeld/Mönchengladbach (Tristan und Isolde 1978, Die Meistersinger von Nürnberg 1980 und Der Ring des Nibelungen 1981-85). 1982-95 war Dew Oberspielleiter in der Oper am Stadttheater Bielefeld. Dort prägte er mit dem Intendanten Heiner Bruns und dem Dramaturgen Alexander Gruber die „Bielefelder Dramaturgie”, die sich der Wiederentdeckung von Opern verschrieb, die durch die nationalsozialistische Kulturpolitik aus dem Bewusstsein verdrängt worden waren. So gelangten zahlreiche Opern aus der Zeit der Weimarer Republik, aber auch selten gespielte Werke der französischen Grand Opéra auf die Bielefelder Bühne. Spektakuläre Neudeutungen auch von Opern des Kernrepertoires sowie Ur- und Erstaufführungen zeitgenössischer Werke kamen hinzu.
Mit der Inszenierung von Giacomo Meyerbeers Die Hugenotten an der Deutschen Oper Berlin gelang Dew der Sprung an die großen Opernhäuser. Es folgten Arbeiten unter anderem für Hamburg, Leipzig, Zürich, die Wiener Staatsoper, Royal Opera Covent Garden, Opéra Comique Paris, Houston Grand Opera, Operan Göteborg und das Teatro Real Madrid. Der Zyklus der drei Mozart/da Ponte-Opern, den Dew 1991-94 an der Oper Leipzig erarbeitete, erreichte durch Fernsehübertragungen ein großes Publikum. 1995-2001 leitete Dew als Generalintendant das Theater Dortmund. Als Schwerpunkt seiner Arbeit widmete er sich dort vergessenen Werken des französischen Repertoires des 19. und 20. Jahrhunderts. 2004-14 war John Dew Intendant des Staatstheaters Darmstadt, wo er mit Monteverdis L’Orfeo und L’Incoronazione di Poppea, der Kálmán-Operette Gräfin Mariza sowie Rameaus Platée große Erfolge beim Publikum und bei den Kritikern erzielte. Bei den Salzburger Festspielen 2006 inszenierte er mit Apollo et Hyacinthus/Die Schuldigkeit des Ersten Gebots die beiden frühesten musiktheatralischen Werke Mozarts. Zur Wiedereröffnung des Großen Hauses des Staatstheaters Darmstadt brachte Dew Janáčeks Schicksal zusammen mit Lélio oder Die Rückkehr ins Leben von Berlioz als Doppelabend auf die Bühne. Die beiden Orff-Opern Oedipus der Tyrann und Antigonae hatten in Dews Inszenierung Anfang Dezember 2006 Premiere und erregten weithin Aufmerksamkeit und erhielten einhelliges Lob der Kritik. In der Spielzeit 2007/08 setzte Dew seine Beschäftigung mit den Werken Orffs fort und brachte dessen Märchenoper Die Kluge auf die Bühne. Weiterhin inszenierte er Debussys Pelléas et Mélisande und Wagners Parsifal. In der Spielzeit 2008/09 folgten Inszenierungen von Halévys La Juive, Wagners Die Meistersinger von Nürnberg und Puccinis Turandot, in der Spielzeit 2009/2010 dann von Janáčeks Katja Kabanowa, des Orff-Doppelabends Gisei – Das Opfer/De temporum fine comoedia, der die posthume Uraufführung von Orffs erstem Musiktheaterstück beinhaltete, sowie des Musicals Anatevka. Anschließend inszenierte er Beethovens Fidelio und Puccinis La Bohème. Das Großprojekt der Spielzeiten 2010/11 und 2011/12 bildete die komplette Neuinszenierung von Wagners Bühnenfestspiel Der Ring des Nibelungen, innerhalb derer Das Rheingold, Die Walküre, Siegfried und Götterdämmerung in dichter Folge zur Premiere gelangten. Nach der Fortsetzung des Darmstädter Orff-Zyklus mit der Märchenoper Der Mond, nach Offenbachs Hoffmanns Erzählungen und Puccinis Madama Butterfly inszenierte Dew zu Beginn der Spielzeit 2012/13 das Musical La cage aux folles. In Darmstadt folgten im Herbst 2014 La Bohème und La Traviata. Außerdem inszeniert er an der Staatsoper Wien I Puritani

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.john-dew.com/

 

1.6. Yehudi WYNER wird 90

 Der Sohn des russisch-jüdischen Komponisten Lazar Weiner wuchs in New York auf und schloss 1946 ein Studium an der Juilliard School of Music mit einem Diplom im Fach Klavier ab. Er studierte danach an der Yale University bei Richard Donovan und Paul Hindemith und an der Harvard University bei Walter Piston. Der Gewinn eines Rompreises ermöglichte ihm 1953-56 ein Studium an der American Academy in Rome. Nach seiner Rückkehr in die USA wirkte Wyner als Klaviersolist, Kammermusiker und Klavierbegleiter, dirigierte verschiedene Kammer- und Vokalensemble und war musikalischer Leiter der Turnau Opera und der New Haven Opera Society. 1963-77 unterrichtete er (u. a. Komposition) an der Yale University, 1975-97 am Berkshire Music Center in Tanglewood. Daneben war er 1978-89 Professor an der State University of New York und mehrere Jahre Dekan der Musikfakultät. Als Gastprofessor unterrichtete er 1986–87 an der Cornell University und 1987–88 an der Brandeis University, wo er anschließend bis 1991 die Walter-W.-Naumburg-Professur für Komposition innehatte und die Brandeis Contemporary Chamber Players leitete. Als Composer-in-Residence wirkte er 1991 an der American Academy in Rom und 1998 am Rockefeller Center in Bellagio. Zu seinen Schülern zählten u. a. Robert Beaser, Chester Biscardi, Martin Brody, Donald Wheelock, Yu-Hui Chang, Laurie San Martin, Tom Johnson, Lewis Spratlan, Craig Walsh und Michael H. Weinstein. Wyner komponierte mehr als 60 Werke, darunter Stücke für Orchester, Kammermusik, Lieder und Werke für Soloinstrumente sowie liturgische Werke. 1998 erhielt er den Elise Stoeger Award der Lincoln Center Chamber Music Society für sein kammermusikalisches Werk. Für sein Klavierkonzert Chiavi in mano, ein Auftragswerk des Boston Symphony Orchestra, das 2005 mit Robert D. Levin uraufgeführt wurde, erhielt er 2006 den Pulitzer-Preis für Musik. Seit 1999 ist er Mitglied der American Academy of Arts and Letters. 2008 wurde er mit der Aufnahme in die American Academy of Arts and Sciences geehrt. Wyner ist seit 1967 mit der Sängerin Susan Davenny-Wyner verheiratet.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.yehudiwyner.com/

 

1.6. Laura SARTI wird 95

 Sie kam früh nach England und studierte in London bei Lucie Manen und bei Emmy Heim. Sie durchlief eine ganz englische Karriere. Sie hatte ihre ersten Erfolge dort bei den Festspielen von Glyndebourne (1961 Berta im »Barbier von Sevilla«) und trat dann bei der Scottish Opera Glasgow (1962-68 Geneviève in »Pelléas et Mélisande«, Suzuki in »Madame Butterfly«, Emilia in Verdis »Otello«, Stimme in der englischen Erstaufführung von Dallapiccolas »Volo di notte«, Siebel im »Faust« von Gounod, Meg Page in Verdis »Falstaff«, Siegrune und 2. Norn im Nibelungenring), bei der Kent Opera und bei der Sadler’s Wells Opera London (u.a. Lucia in Rossinis »La gazza ladra«) auf. Sie gastierte bei den Festspielen von Drottningholm und Aix-en-Provence. Auf der Bühne waren ihre großen Partien die Ottavia in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«, die Dido in »Dido and Aeneas« von Purcell und die Principessa in »Suor Angelica« von Puccini. Die auch als Konzertsolistin bedeutende Künstlerin arbeitete später als hoch geschätzte Gesangpädagogin.

Schallplatten: HMV (Berta im »Barbier von Sevilla«).

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.lampsatis.com/laura_sarti.html

 

2.6. Neil SHICOFF wird 70

 Er erhielt seine erste Ausbildung durch seinen Vater, der in New York Synagogenkantor war. Eigentliches Gesangstudium an der Juilliard Music School in New York, vor allem bei Jennie Tourel. Hier wirkte er (noch als Student) am 20.4.1972 in der Uraufführung der Oper »Lord Byron« von Virgil Thomson mit. 1975 kam es zu seinem Debüt im Kennedy Centre in Washington als Narraboth in »Salome« von Richard Strauss. Im gleichen Jahr ersetzte er den kurz zuvor verstorbenen Richard Tucker bei den Mai-Festspielen von Cincinnati als Titelhelden in Verdis »Ernani« und gastierte an der Santa Fé Opera als Paco in »La vida breve« von M. de Falla. Darauf wurde er 1976 an die Metropolitan Oper New York berufen (Antrittsrolle: Rinuccio in »Gianni Schicchi« von Puccini). Seitdem konnte er an diesem Opernhaus eine große Karriere entwickeln; er sang dort in insgesamt 208 Vorstellungen den Rodolfo in Puccinis »La Bohème«, den Herzog im »Rigoletto«, den italienischen Sänger im »Rosenkavalier« von R. Strauss, den Lenski im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky, den Titelhelden in »Werther« von Massenet, den Maurizio in »Adriana Lecouvreur« von Cilea, den Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, den Macduff in Verdis »Macbeth«, den Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen«, den Roméo in »Roméo et Juliette« von Gounod, den Des Grieux in »Manon« von Massenet, den Don Carlos in der Oper gleichen Namens von Verdi, den Alfredo in »La Traviata«, den Alfred in der »Fledermaus« von J. Strauß, den Faust von Gounod, den Don José in »Carmen«, den Manrico im »Troubadour«, den Rodolfo in Verdis »Luisa Miller« und den Eléazar in »La Juive« von Halévy. 1976 gastierte er erstmals in Europa; hier sang er in Amsterdam den Don Carlos. Er debütierte an der Covent Garden Oper London 1978 als Pinkerton in »Madame Butterfly« und trat dort als Rodolfo in »La Bohème«, als Macduff, als Alfredo, als Herzog im »Rigoletto«, als Hoffmann (seine große Glanzrolle, die er auch in Florenz, in Hamburg, in Barcelona, in Zürich und am Gran Teatre del Liceu in Barcelona vortrug) und an anderen englischen Opernbühnen auf. In seiner zweiten großen Rolle, dem Werther von Massenet, hörte man ihn in Houston/Texas, Zürich und beim Festival von Aix-en-Provence. An der Oper von Chicago sang er 1979 als Antrittsrolle den Rodolfo in »La Bohème«, an der San Francisco Opera 1981-87 den Edgardo, den Don Carlos von Verdi und den Hoffmann. In Paris gastierte er an der Grand Opéra (1982 als Romeo und als Lenski, 1984 als Werther), an der Opéra-Comique (1982 als Hoffmann) und an der Opéra Bastille (1992 und 2002 als Hoffmann, 1996 als Cavaradossi in »Tosca«, 1997-98 als Don José, 1998 als Don Carlos, 2004 als Manrico, 2007 als Eléazar). 1987 trat er an der Oper von Seattle erstmals in der Partie des Don José auf, den er an der Oper von Nîmes, bei den Festspielen von Macerata, beim Festival von Orange, in der Arena von Verona, am Teatro Colón Buenos Aires und am Teatro Real Madrid wiederholte. 1991 gastierte er in Amsterdam als Rodolfo in Verdis »Luisa Miller«. Weiter erregte er Aufsehen bei Auftritten an den Staatsopern von Hamburg (Peter Grimes in der gleichnamigen Oper von B. Britten), Stuttgart (Cavaradossi), München (Alfredo, Maurizio, Don José, Cavaradossi), an der Deutschen Oper Berlin (Riccardo in Verdis »Maskenball«, Don José) sowie bei den Festspielen von Florenz. Im englischen Fernsehen BBC trat er als Macduff, im französischen Fernsehen als Roméo auf. An der Mailänder Scala gastierte er 1986 als Lenski, 1995 als Hoffmann und 1997 als Cavaradossi. Den Lenski sang er auch am Teatro Fenice Venedig und in Chicago. Am Opernhaus von Zürich sang er 1996 den Manrico,  1997 den Ernani, 1999 den Riccardo in Verdis »Un ballo in maschera«, 2000 den Edgardo. Bei den Salzburger Festspielen gastierte er 1998 und 2001 als Don Carlos sowie 2003 als Hoffmann. 2000 hörte man ihn am Teatro Real Madrid als Ernani. Besonders verbunden war er der Wiener Staatsoper, an der er 1979 als Herzog in »Rigoletto« debütierte und bis 2015 in insgesamt 247 Vorstellungen auftrat: als Rodolfo in »La Bohème«, als Werther, als Cavaradossi, als Don José, als Pinkerton, als Hoffmann, als Edgardo, als Peter Grimes, als Lenski, als Don Carlos, als Ernani, als Eléazar, als Captain Vere in »Billy Budd« von B. Britten, als Gustavo in Verdis »Un ballo in maschera«, als Roméo, als Des Grieux in Puccinis »Manon Lescaut«, als Idomeneo von Mozart, als Hermann in Tschaikowskys »Pique Dame« und als Canio im »Bajazzo«. An der Wiener Volksoper gastierte er 2014 als Kalaf in Puccinis »Turandot«. 2015 feierte er an der Wiener Staatsoper in einer großen Galaveranstaltung sein 40-jähriges Bühnenjubiläum. 1998 wurde er Österreichischer Kammersänger, 2003 zum Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper ernannt. Angesehener Konzertsänger. 2015-16 war er Direktor des Michailowski-Theaters in St. Petersburg. Er ist verheiratet mit der Sopranistin Dawn Kotoski (* 1965).

Lit: C.D. Lipton: Playing to Win (in »Opera News«, 1983-84).

Schallplatten: HMV (Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen«, Foresto in »Attila« von Verdi), Teldec (Edgardo in »Lucia di Lammermoor«), Philips (Macduff in »Macbeth« von Verdi, Herzog im »Rigoletto«, Lenski im »Eugen Onegin«, Puccini-Arien, Titelrolle in »Aroldo« von Verdi), HRE (»La Bohème«), EMI (Luigi in Puccinis »Il Tabarro«); Teldec-Video (»La Traviata«), Warner-Video (Alfredo in »La Traviata«, Venedig 1992).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.shicoff.com/html/e/bio_e.html

 

2.6. Szymon KAWALLA wird 70

 Er bekam im Alter von fünf Jahren den ersten Violinunterricht von seinem Vater. Er besuchte dann die Geigenklasse von Eugenia Uminska am Staatlichen Musikgymnasium seiner Heimatstadt Krakau und studierte bis 1970 am Moskauer Konservatorium bei David Oistrach. Bis 1972 war er an der Staatlichen Musikhochschule Warschau Schüler von Tadeusz Wrónski, Krzysztof Jakowicz und Zenona Bakowski. An der Universität Warschau studierte er Dirigieren bei Stanislas Wislocki (bs 1973) sowie Komposition bei Marian Borkowski, Piotr Perkowski und Wlodzimierz Kotonski (bis 1974). Schließlich vervollkommnete er seine Ausbildung bei Pawel Klecki und Igor Markevitch (Dirigieren) und Mathilde Graf (Kammermusik). 1975–80 lehrte er an der Musikakademie in Bydgoszcz, 1980–86 an der Pädagogischen Hochschule in Zielona Góra. Ab 1986 leitet er die Dirigierklasse an der Musikakademie in Warschau. 1992 erhielt er den Titel eines Musikprofessors. Er gab auch internationale Meisterkursen in Żagań, Łańcut, Taegu und Jeju in Südkorea. Er leitet die Abteilung für Musikpädagogik und Literatur und das Musiklabor am Institut für Kunstpädagogik an der Fakultät für Bildungswissenschaften der Akademie der Sonderpädagogik in Warschau. Seit 1966 gibt Kawalla regelmäßig Konzerte im In- und Ausland, in Ländern wie England, Österreich, Belgien, Weißrussland, Bulgarien, Tschechische Republik, Dänemark, Finnland, Frankreich, Spanien, den Niederlanden, Iran, Jugoslawien, Kanada, Südkorea, Kuba, Luxemburg, Deutschland, Norwegen, Russland, Rumänien, der Slowakei, den USA, der Schweiz, Schweden, der Ukraine, im Vatikan, in Ungarn und Italien. 1974-78 leitete Kawalla die Pommersche Philharmonie in Bydgoszcz. Als geschäftsführender und künstlerischer Leiter sowie Chefdirigent arbeitete er für das Staatliche Kammerorchester in Torun (1979–80), die Philharmonie Zielona Gora und die Kammeroper Żagańska (1980–86), sowie das Sinfonieorchester und den Chor des Polnischen Rundfunks und Fernsehens in Krakau (1985-91). 1992-95 war er künstlerischer Berater und Chefdirigent der Philharmonie Koszalin, 1995-2001 künstlerischer Leiter und Chefdirigent der Philharmonie in Kielce sowie der Opernbühne Kielce. Seit 2001 ist er künstlerischer Leiter und Erster Dirigent des Kammerchores der Warschauer Kammeroper. Kawalla erhielt viele Auszeichnungen, darunter das Silberne Verdienstkreuz der Republik Polen (1985), das Ritterkreuz und das Offizierskreuz des Ordens Polonia Restituta (1996 und 2004) sowie die Medaille Bene Meritus der Gesellschaft der Freunde der Bildenden Künste.

 

4.6. Christoph STEPHINGER wird 65

 Als Knabe sang er vom 8. bis zum 15. Lebensjahr in dem berühmten Chor der Regensburger Domspatzen. Er ließ seine Stimme in einem fünfjährigen Gesangstudium an der Musikhochschule München ausbilden. 1981 gewann er den Mozart-Wettbewerb in Würzburg und wurde Mitglied des Opernstudios der Bayerischen Staatsoper München. Seit 1981 setzte er seine Ausbildung bei Kurt Moll in München fort; bereits in dieser Zeit kam es zu Rundfunk- und Fernsehauftritten. 1982 wurde er an das Stadttheater von Bielefeld verpflichtet, dem er bis 1986 angehörte, um dann einem Ruf an das Staatstheater von Hannover Folge zu leisten. Gastspiele führten den Künstler an die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an das Opernhaus von Dortmund, an die Staatstheater von Karlsruhe und Braunschweig, an die Oper von Nizza und zum Festival von Spoleto. 1993 sang er bei den Festspielen von Eutin den Kaspar im »Freischütz«, 1995 in Hannover den Plumkett in Flotows »Martha«, 1996 am Opernhaus von Frankfurt a.M. den Ochs im »Rosenkavalier«. 1997 sang er in Hannover den Claggart in »Billy Budd« von Benjamin Britten und den Pogner in »Die Meistersinger von Nürnberg«, am Gärtnerplatztheater in München den Oger in »Melusine« von Aribert Reimann, 1998 dort den Baculus im »Wildschütz« von Lortzing, im Prinzregententheater München den La Roche im »Capriccio« von R. Strauss, 1999 am Opernhaus von Leipzig den Kezal in Smetanas »Die verkaufte Braut«. 1999 sang er am Theater am Gärtnerplatz in München den Leporello im »Don Giovanni«, 2000 den Lothario in »Mignon« von A. Thomas. 2008-16 war er Ensemblemitglied der Bayerischen Staatsoper München. Seine großen Bühnenpartien waren der König Heinrich im »Lohengrin«, der Daland in »Der fliegende Holländer« und der van Bett in »Zar und Zimmermann« von Lortzing; weiter sind zu nennen: der Masetto im »Don Giovanni«, der Osmin in der »Entführung aus dem Serail«, der Don Alfonso in »Così fan tutte«,der Zacharias in Meyerbeers »Der Prophet« und der Jim in »Maschinist Hopkins« von Max Brand. Neben seiner Bühnenkarriere entwickelte sich eine nicht weniger erfolgreiche Konzerttätigkeit, namentlich als Solist in Oratorien. So sang er 1989 bei einer Konzertreise mit der Gächinger Kantorei unter H. Rilling den Herodes in »L’Enfance du Christ« von Berlioz.

Weitere Informationen auf seiner Homepage : http://www.christoph-stephinger.de/  

 

5.6. Michèle CLAVERIE wird 80

 Tochter des bekannten französischen Bassisten Jean Claverie (1902-63). Sie studierte zunächst Philosophie und Klavierspiel, ließ dann aber ihre Stimme am Pariser Conservatoire National ausbilden. 1965 konnte sie an der Opera-Comique Paris als Olympia in »Hoffmanns Erzählungen« von Offenbach debütieren. Seitdem beachtliche Erfolge als Koloratrice an den beiden großen Opernhäusern von Paris, der Grand Opéra wie der Opéra-Comique bis 1971, seitdem an den großen französischen Provinztheatern tätig, in Marseille, Nizza, Lille, Toulouse, am Théâtre de la Monnaie in Brüssel und an der Oper von Lüttich. Im französischen Fernsehen erschien sie als Titelheldin in einer Aufnahme der Oper »Lakmé« von Delibes. Ihr Repertoire enthielt die klassischen Partien aus dem Koloraturfach, wobei sie sich auch als begabte Darstellerin erwies. Zu nennen sind: die Rosina im »Barbier von Sevilla«, die Gilda im »Rigoletto«, der Page Oscar in Verdis »Un ballo in maschera«, die Norina im »Don Paquale«, die Sophie im »Werther« von Massenet, die Leila in »Les pêcheurs de perles« von Bizet und die Juliette in »Roméo et Juliette« von Gounod. Dazu erfolgreiche Konzertkarriere. Seit 1984 wirkte sie als Pädagogin, zuerst in Straßburg, dann in Paris. – Verheiratet mit dem bekannten Bariton Claude Calès (* 1934).

Schallplattenaufnahmen bei RCA, darunter »Les Noces de Jeannette« von V. Massé, zusammen mit ihrem Gatten.

 

6.6. Sulie GIRARDI wird 60

 Sie erwarb an der Indiana University ihren Bachelor sowie das Master of Music Diplom. Seit 1988 lebt die Mezzosopranistin in Wien, wo sie sich neben dem traditionellen Opernrepertoire intensiv der modernen Musik widmet. Verschiedene Engagements führten die Sängerin u. a. an die Opera de Monte Carlo, an die Opéra National du Rhin, an die Opéra National de Lyon, an das Opernhaus Bergen, an das Staatstheater Saarbrücken, an die Wiener Kammeroper, an das Stadttheater Baden, an die Opéra de Lausanne sowie zu den Bregenzer Festspielen (2002 in Julietta von B. Martinù), zum Festival „Mozart in Schönbrunn“ und zum Niederösterreichischen Operettenfestival. Sie hat ein großes Repertoire von Opernrollen, z. B. Concepcion (Die spanische Stunde), Suzuki (Madame Butterfly), Frau Reich (Die lustigen Weiber von Windsor), Filipjewna (Eugen Onegin) und Lucia (Cavalleria rusticana). Ihr zeitgenössisches Repertoire umfasst Werke von Henze, Strawinsky, Britten, Schostakowitsch, Busoni, Martinù, Riehm, Menotti und Gerd Kühr. Ihre Konzerttätigkeit konzentriert sich hauptsächlich auf Musik des 20. Jahrhunderts. Sulie Girardi arbeitet häufig mit bekannten Ensembles dieses Genres, u. a. dem Austrian Art Ensemble, dem Ensemble Modern Frankfurt und dem Ensemble Kontrapunkt. Sie hat mit namhaften Regisseuren und Dirigenten gearbeitet, u. a. mit Boris Pokrowsky, Giorgio Marini, Stephan Grögler, Robert Herzl, Nicola Raab und Philippe Arlaud, Leonard Bernstein, David Lloyd-Jones, Gennady Rozhdestvensky, Dietfried Bernet, Markus Stenz, Shao Chia Lu und Peter Keuschnig. Die Künstlerin hat mehrere Aufnahmen moderner Kompositionen eingespielt und wirkte bei der CRI-Aufnahme von John Eatons Vierteltonoper „Danton and Robespierre“ mit. An der Volksoper Wien debütierte Sulie Girardi 2002 als Adelaide in Der Vogelhändler. Seit der Saison 2004/05 ist sie fixes Ensemblemitglied der Volksoper und stand seither auf der Bühne u. a. als Marcellina in Die Hochzeit des Figaro, Annatante in Die feuerrote Friederike, Tisbe in La Cenerentola, Schwester Margarethe in The Sound of Music, Hata in Die verkaufte Braut, Gertrude in Die Ausflüge des Herrn Broucek, Aiblers Frau in Der Evangelimann, Mirabella in Der Zigeunerbaron, Zweite und Dritte Dame in Die Zauberflöte, Manja in Gräfin Mariza, Peronella in Boccaccio, Rosalia in Tiefland, Praskowia in Die lustige Witwe, Frumah Sarah in Anatevka, Berta in Der Barbier von Sevilla, Ernestina Money in Hello, Dolly!, als Lady Pamela Cookburn in Fra Diavolo, Sorge in Antonia und der Reißteufel, Hattie in Kiss me, Kate, Zita in Gianni Schicchi, Hamsterin in Der Mantel, Giovanna in Rigoletto, Waltraute in Wagners RING an einem Abend, Mrs. Herring in Albert Herring, Mme Folle-Verdure in Pariser Leben, als Agricola in Eine Nacht in Venedig, in der österreichischen Erstaufführung von Friedrich Cerhas Onkel Präsident als Mummy Moneymaker, als Miss Krumholtz in Wie man Karriere macht, ohne sich anzustrengen, als Mutter in Vivaldi – Die fünfte Jahreszeit, als Witwe Browe in der Neuproduktion von Zar und Zimmermann und als Lily in „Porgy and Bess“ (konzertant) zu erleben.

 

6.6. Christian CHRISTIANSEN wird 75

 Er erhielt seine Ausbildung in Aarhus durch den Pädagogen Peer Birch. 1981 wurde er als erster Bassist an das Königliche Opernhaus Kopenhagen verpflichtet, dessen Mitglied er dann blieb. Zu den Partien, die er hier sang, gehörten der Sarastro in der »Zauberflöte«, der König Philipp in Verdis »Don Carlos«, der Procida in »Die sizilianische Vesper« vom gleichen Komponisten (1991) und der Titelheld in »Herzog Blaubarts Burg« von B. Bartók. 1995 trat er an der Oper von Kopenhagen als Osmin in der »Entführung aus dem Serail«, als Claudius in »Hamlet« von A. Thomas und als Timur in Puccinis »Turandot« auf; im gleichen Jahr gastierte er mit dem Ensemble dieses Hauses an der Covent Garden Oper London in der Partie des Königs in Prokofjews »L’Amour des trois oranges«; ebenfalls 1995 sang er beim Maggio Musicale von Florenz den Charlemagne in »Fierrabras« von Schubert, 1996 in Kopenhagen den Pater Guardian in Verdis »La forza del destino«. 1996 trat er an der Kopenhagener Oper als Pogner in »Die Meistersinger von Nürnberg« auf, 1998 als König Marke in »Tristan und Isolde«, 1997 am Opernhaus von Helsinki als Rocco im »Fidelio«. 2000 wirkte er bei den Festspielen von Ludwigsburg sowie bei den Salzburger Festspielen in einer konzertanten Aufführung der Oper »Saul og David« des dänischen Komponisten Carl Nielsen als Samuel mit; im gleichen Jahr sang er am Stora Theater Göteborg den König Heinrich im »Lohengrin«. Er wurde durch weitere Gastspiele und Konzertauftritte allgemein bekannt.

Schallplatten: Chandos (»Saul og David« von C. Nielsen, »Drot og Marsk« von Heise, »Der Rose Pilgerfahrt« von R. Schumann).

 

6.6. Louis ANDRIESSEN wird 80

Er ist der Sohn des Komponisten und Dirigenten Hendrik Andriessen und jüngster Bruder des Komponisten Jurriaan Andriessen. Er studierte am Königlichen Konservatorium in Den Haag bei seinem Vater Hendrik Andriessen und bei Gerard Hengeveld (Piano) sowie bei Kees van Baaren. Weitere Studien absolvierte er 1962-63 in Mailand bei Luciano Berio sowie in Berlin 1964-65 (Stipendium der Ford-Stiftung). Seit 1974 lehrt er selbst am Königlichen Konservatorium in Den Haag Instrumentation und Komposition und ist freischaffender Komponist. 1977 erhielt er für seine Komposition De Staat einen ersten Preis des von der UNESCO ausgeschriebenen Kompositionswettbewerbs. Andriessen ist ein Künstler, dessen Entwicklung entscheidend von den politischen Umbrüchen der sechziger Jahre beeinflusst wurde. So war er Mitglied eines Komponisten-Kollektivs, das 1969 die antiimperialistische Oper Rekonstruktion (Reconstructie) schrieb. Mit diesem Kollektiv, zu dem Misha Mengelberg, Peter Schat, Jan van Vlijmen und Reinbert de Leeuw gehörten, aber auch mit Willem Breuker und Harry Mulisch führte er während eines Konzertes von Bernard Haitink und dem Concertgebouw-Orchester die Notenkrakersactie durch, um die Aufführung zu verhindern. Er ist Mitbegründer der Ensembles Orkest De Volharding (Bläser-Ensemble) (für das er 1972-76 schrieb) und Hoketus (1976); mit den Ensemblestücken De Volharding und Hoketus fand er zugleich die Namen für die beiden Instrumentalensembles, mit denen er seine Vorstellungen der Produktion von Musik realisieren konnte – als Einheit von Schöpfer und Ausführenden. In seinem Kompositionsstil lassen sich Einflüsse von Strawinsky wie auch der Minimal Music bemerken. Er beschäftigte sich mit unterschiedlichen musikalischen Gattungen und Kunstformen – auch mit Musiktheater und Film. So entstand in Zusammenarbeit mit Peter Greenaway der Film M is for Man, Music, Mozart. Sein kompositorisches Schaffen hat Maja Trochimczyk einer ausführlichen Analyse unterzogen (Buch: The Music of Louis Andriessen von Maja Trochimczyk, 2002, Routledge). Sein Werk ist von der Überzeugung geprägt, dass Musik nicht vom gesellschaftlichen und politischen Kontext, in dem sie entsteht und erklingt, abzukoppeln ist. Zahlreiche Artikel tragen seinen Namen, zumeist veröffentlicht in The Art of Stealing Time, und zusammen mit Elmer Schönberger verfasste er 1982 das Buch Het Apollinisch Uurwerk (übersetzt von Jeff Hamburg als The Apollonian Clockwork, Oxford University Press) eine Studie über Igor Strawinsky. 1994 war er künstlerischer Direktor des Meltdown Festival in London. Des Weiteren leitet er das jährlich durchgeführte International Young Composers Meeting in Apeldoorn (Niederlande).

 

6.6. Giacomo ARAGALL wird 80

 Er sang mit neun Jahren in Barcelona in einem Kirchenchor, mit 20 Jahren nahm er das Gesangstudium bei dem Pädagogen Francesco Puig in Barcelona auf. Zuvor hatte er bereits große Erfolge als Sportler gehabt und sollte als Fünfkämpfer in die spanische Olympiamannschaft aufgenommen werden. 1962 erhielt er den zweiten Preis beim Gesangwettbewerb von Bilbao und damit ein Stipendium für eine weitere Ausbildung in Italien. Diese erfolgte durch Vladimiro Badiali in Mailand. Bühnendebüt 1963 am Teatro Fenice Venedig als Gastone in »Gerusalemme« (»I Lombardi«) von Verdi. 1963 gewann er den Verdi-Concours in Busseto und wurde noch für die Spielzeit 1963-64 für die Mailänder Scala verpflichtet. Er sang dort 1963 als Antrittsrolle die Titelpartie in Mascagnis »L‘Amico Fritz«. Nachdem er hier bis 1972 sehr große Erfolge erzielt hatte (1964 Kavalier in »Cardillac« von P. Hindemith, 1964-65 und 1969 Rodolfo in »La Bohème«, 1966-68 Romeo in Bellinis »I Capuleti e i  Montecchi«, 1968-69 Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, 1970 Herzog in »Rigoletto« und 1971 Pinkerton in »Madame Butterfly«), begann er eine weltweite Gastspieltätigkeit. 1964 gastierte er an der Bayerischen Staatsoper München, an der er seit 1974 oft anzutreffen war, seit 1965 Gastspiele an der Deutschen Oper Berlin. 1966 großer Erfolg an der Staatsoper von Wien bei seinem Debüt als Rodolfo in »La Bohème« von Puccini. An diesem Haus sang er in den folgenden 34 Jahren in insgesamt 164 Vorstellungen außerdem noch den Herzog im »Rigoletto«, den Pinkerton, den Alfredo in »La Traviata«, den Des Grieux in »Manon« von Massenet, den Cavaradossi in »Tosca«, den Faust von Gounod und den Don Carlos von Verdi. Er gastierte auch an der Wiener Volksoper (als Edgardo). 1967 sang er in Venedig in Verdis »I Lombardi«, dann am Teatro Massimo von Palermo, am Teatro San Carlo von Neapel, an den Opern von Rom, Turin und Bologna, 1966 bei den Festspielen in der Arena von Verona. Am Gran Teatre del Liceu in Barcelona trat er in den sechziger Jahren als Edgardo, als Pinkerton, als Herzog im »Rigoletto«, als Alfredo und als Fernando in Donizettis »La Favorita« auf. Seine steil aufwärts führende Karriere führte ihn an die Deutsche Oper Berlin und an die Hamburger Staatsoper. An der Covent Garden Oper London sang er nach seinem Debüt 1966 als Herzog im »Rigoletto« als weitere Partien den Edgardo, den Rodolfo in »La Bohème«, den Cavaradossi, den Werther von Massenet und den Riccardo in Verdis »Un ballo in maschera«. Wichtige Erfolge erzielte er bei den Festspielen von Edinburgh (1965 als Frisellino in J. Haydns »Le Pescatrici« und 1967 als Romeo in Bellinis »I Capuleti e i  Montecchi«) und beim Wexford Festival (1964 in »Lucia di Lammermoor«), 1970 am Teatro Colón Buenos Aires (als Rodolfo in »La Bohème«). 1968 debütierte er an der Metropolitan Oper New York als Herzog im »Rigoletto«. Hier trat er außerdem bis 1977 als Alfredo, als Edgardo, als Roland in »Esclarmonde« von Massenet, als Rodolfo in »La Bohème« und als Pinkerton in insgesamt 38 Vorstellungen auf. An der San Francisco Opera trat er 1973-89 als Herzog im »Rigoletto«, als Roland, als Pinkerton, als Werther, als Cavaradossi, als Maurizio in »Adriana Lecouvreur« von Cilea, als Faust von Gounod, als Rodolfo in »La Bohème«, als Don Carlos und als Riccardo in Verdis »Un ballo in maschera« auf. Er wirkte 1972 am Teatro San Carlo Neapel in einer Premiere der vergessenen Donizetti-Oper »Caterina Cornaro« mit. 1984 sang er bei den Festspielen von Bregenz (Cavaradossi), Verona (ebenfalls Cavaradossi) und Orange (Don Carlos), wo er auch 1990 zu hören war. Er gastierte oft am Opernhaus von Zürich, u.a. 1991 als Cavaradossi zusammen mit Grace Bumbry. In Hamburg sang er 1991 den Don Carlos, beim Las Palmas Festival des gleichen Jahres den Riccardo, 1993 am Teatro Colón Buenos Aires den Cavaradossi. Er nahm in einem späteren Abschnitt seiner Karriere ein umfangreiches Lied-Programm in sein Repertoire auf, das er u.a. 1997 in einer großen Deutschland-Tournee vortrug. Am 11.10.1997 sang er in der Eröffnungsvorstellung des wiederhergestellten Teatro Real Madrid den Paco in »La vida breve« von M. de Falla. 2000 gastierte er an der Wiener Staatsoper noch einmal mit einem Liederabend. Er betätigte sich schließlich auch als Gesangspädagoge. – Die ausdrucksreiche, klangschöne Tenorstimme des Sängers erreichte ihre bedeutendsten Leistungen im italienischen Repertoire.

Auf der Marke Decca sang er den Alfredo in einer integralen Aufnahme von Verdis »La Traviata«, den Gennaro in Donizettis »Lucrezia Borgia«, den Gabriele Adorno in »Simon Boccanegra« sowie den Roland in »Esclarmonde« von Massenet, auf MRF in »Caterina Cornaro« von Donizetti und in »I Capuleti e i Montecchi« von Bellini; auf RCA sang er die Titelpartie in Gounods »Faust«, auf Ariola-Eurodisc in »Rigoletto« und ein Recital, auf Naxos in »Cavalleria rusticana«, auch Solo-Aufnahmen und Duette. auf TIS in »Lucrezia Borgia« von Donizetti, auf Melodram in »Le Pescatrici« von J. Haydn, auf Capriccio in »Madame Butterfly«, auf Discover/Koch den Rodolfo in »La Bohème«, den Gabriele Adorno in »Simon Boccanegra« und den Cavaradossi in »Tosca« (1995).

 

6.6. Alberto RINALDI wird 80

 Sein Vater war ein angesehener Musiklehrer. Studium an der römischen Accademia di Santa Cecilia bei Armando Piervenanzi. Er gewann 1963 den Gesangwettbewerb von Spoleto und debütierte dort als Titelheld in Verdis »Simon Boccanegra«. Er sang dann an den führenden italienischen Theatern, zumal an der Oper von Rom und am Teatro San Carlo von Neapel. Seit 1965 trat er immer wieder am Teatro Comunale Bologna auf, u.a. als Ford in Verdis »Falstaff«, als Billy Budd in der gleichnamigen Oper von Giorgio Federico Ghedini und als Amonasro in »Aida«. Seit 1964 gastierte er am Teatro Fenice Venedig (u.a. 1970 als Figaro im »Barbier von Sevilla«), seit 1965 auch am Teatro Massimo Palermo (u.a. als Gianni Schicci von Puccini, als Enrico in »Lucia di Lammermoor« und in »Il Campanello« von Donizetti). Beim Maggio Musicale von Florenz sang er 1965 den Billy Budd, 1970 den Ford, am Teatro Comunale Florenz 1970 den Prosdocimo in Rossinis »Il Turco in Italia«. An der Mailänder Scala war er 1967 als Ottono in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea« zu hören, 1970 als Lescaut in »Manon« von Massenet, 1970 und 1988 als Belcore in »L’Elisir d’amore«, 1971 und 1984 als Figaro im »Barbier von Sevilla«, 1975 als Haly in Rossinis »L’Italiana in Algeri«, 1976 als Albert im »Werther« von Massenet, 1981 und 1984 als Silvio im »Bajazzo«, an der Piccola Scala 1973 als Slook wie als Tobia Mill in »La Cambiale di matrimonio« von Rossini, 1975 als Carbolone in »Il marito disperato« von Cimarosa. 1987 war er mit dem Ensemble der Scala an der Berliner Staatsoper als Dandini zu Gast. Bei den Festspielen von Aix-en-Provence hatte er 1967 einen großen Erfolg als Guglielmo in »Così fan tutte«. 1970 gastierte er an der Oper von San Francisco als Guglielmo. Am Grand Théâtre in Genf gastierte er 1970 als Dandini, 1986 als Ford, 2010 und 2012 als Bartolo im  »Barbier von Sevilla«. Am Teatro Regio Turin gastierte er in den Jahren 1971-2000 u.a. als Ford, als Graf Robinson in Cimarosas »Il matrimonio segreto«, als Graf in »Le nozze di Figaro«, als Taddeo in »L’Italiana in Algeri« von Rossini und als Jupiter in der Offenbach-Operette »Orphée aux enfers«. 1971 sang er an der Oper von Monte Carlo den Masetto im »Don Giovanni«, 1974 den Ford. In den Jahren 1972-88 trat er häufig als Gast am Teatro Margherita in Genua auf. 1973-74 wirkte er bei den Festspielen von Edinburgh als Masetto mit. 1975 erschien er bei den Festspielen von Bregenz als Malatesta im »Don Pasquale«. Beim Glyndebourne Festival sang er 1980 den Ford, 1981 und 1984 den Figaro in »Le nozze di Figaro« sowie 1983 den Dandini. 1981 gastierte er an der Londoner Covent Garden Oper als Belcore. An der Wiener Staatsoper debütierte er 1982 als Enrico und trat bis 2009 hier außerdem noch als Belcore wie als Dulcamara in »L’Elisir d’amore«, als Dandini in »La Cenerentola«, als Sharpless in »Madame Butterfly«, als Figaro wie als Bartolo im »Barbier von Sevilla«, als Figaro in »Le nozze di Figaro«, als Germont in »La Traviata«, als Lescaut sowohl in Puccinis »Manon Lescaut« als auch in Massenets »Manon«, als Silvio, als Marcello in »La Bohème«, als Taddeo, als Marchese in Donizettis »Linda di Chamounix« und als Gianni Schicchi auf. 1986 nahm er an der Japan-Tournee der Wiener Staatsoper teil, bei der er den Titelhelden in »Le nozze di Figaro« vortrug. Sehr erfolgreich gastierte er an der Opéra-Comique Paris (1984 als Graf Robinson), am Théâtre des Champs-Élysées Paris (1988 als Gottardo in Rossinis »La Gazza ladra«) und an der Opéra Bastille Paris (2005 und 2009-10 als Bartolo im »Barbier von Sevilla«, 2006 als Dulcamara), in Prag, Leningrad, Chicago und Rio de Janeiro. Beim Maggio Musicale von Florenz und bei den Festspielen von Aix-les-Bains bewunderte man seine Interpretation von Mozart- und Rossini-Partien. 1987 sang er am Opernhaus von Köln in Rossinis »L’Italiana in Algeri«, 1988 bei seinem einzigen Auftritt an der Metropolitan Oper New York den Belcore und bei den Rossini-Festspielen von Pesaro in »Il Signor Bruschino«, 1989 in Köln und bei den Festspielen von Schwetzingen in »La cambiale di matrimonio«, wiederum von Rossini; 1990 trat er bei diesen Festspielen in »La scala di seta« von Rossini auf. 1991 Gastspiel am Opernhaus von Bonn als Figaro im »Barbier von Sevilla«, an der Opéra de Wallonie Lüttich als Nabucco von Verdi, 1993 am Teatro San Carlos Lissabon als Podestà in Rossinis »La gazza ladra«. 1993 gastierte er an der Staatsoper München als Leporello im »Don Giovanni«, 1994 als Dandini, 1995 als Figaro in »Le nozze di Figaro«, ebenso 1995 am Théâtre de la Monnaie Brüssel als Geronio in Rossinis »Il Turco in Italia«. 1997 sang er an der Staatsoper von Dresden die Titelrolle in der Oper »Il Re Teodoro in Venezia« von Paisiello, an der Covent Garden Oper London wieder den Belcore, 1998 am Staatstheater Wiesbaden den Falstaff von Verdi, in Brüssel den Don Pasquale von Donizetti. 2000 gastierte er an der Münchner Staatsoper als Dandini, 2001 am Teatro Costanzi in Rom als Rambaldo in Puccinis »La Rondine«. Sein lyrischer Bariton wurde besonders in Mozart- und Rossini, allgemein in Belcanto-Partien, geschätzt. Er übernahm in einem späteren Abschnitt seiner Karriere auch Bassbuffo-Rollen.

Schallplatten: HMV (Masetto in vollständigem »Don Giovanni«), DGG (»Il matrimonio segreto« von Cimarosa, »Il Campanello« von Donizetti), Philips (»Pagliacci«), Capriccio (»Madame Butterfly«), Melodram (»L’Africaine« von Meyerbeer), Fonit-Cetra (»La gazza ladra« von Rossini, »La Rondine« von Puccini), Ricordi/BMG (Rospolone in »La Molinara« von G. Paisiello), Frequenz (»Madame Butterfly«); Warner-Video (»La cambiale di matrimonio«, »Il Signor Bruschino« und »La scala di seta« von Rossini).

 

6.6. Bogusław SCHAEFFER wird 90

Er studierte zunächst in Opole Violine, später an der Staatlichen Musikhochschule Krakau Komposition bei Artur Malawski. Bis 1953 studierte er an der Jagiellonen-Universität Musiktheorie bei Zdzislaw Jachimecki. 1952-57 war er Musikredakteur beim Polnischen Rundfunk in Krakau, danach unterrichtete er 1954-58 an der Jagiellonen-Universität Musikwissenschaft. 1963-98 war Schaeffer Lehrer, ab 1989 Professor für Komposition an der Musikhochschule Krakau. Daneben gab er 1967-73 die Zeitschrift Forum Musicum heraus. 1986 erhielt er eine Gastprofessur, 1989 eine ordentliche Professur am Mozarteum in Salzburg, die er bis 2002 innehatte. Neben mehr als 400 Kompositionen verfasste Schaeffer auch Bücher zur Musiktheorie und -geschichte des 20. Jahrhunderts sowie etwa dreißig Theaterstücke.

 

7.6. Eva Maria STRAUSSOVA wird 85

 Mit sieben Jahren kam sie nach Leipzig. Sie hatte eine schwere Kindheit; ihr Vater wurde in das KZ Auschwitz verschleppt und kam dort um. Zuerst studierte sie Klavierspiel, dann Gesang bei Elisa Stünzner, vor allem aber bei Rudolf Dittrich im Dresdner Opernstudio in den Jahren 1956-59. Debüt 1959 am Landestheater Dessau als Helmwige in der »Walküre« kurz darauf erfolgreiches Auftreten als Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg«. Nach zweijähriger Tätigkeit in Dessau war sie 1962-63 Mitglied der Staatsoper von Dresden. 1963 kam sie an die Berliner Staatsoper, der sie durch einen Gastspielvertrag verbunden blieb, bis sie nach ihrer Heirat 1972 ihren Wohnsitz in die Schweiz verlegte. Erfolgreiche Gastspiele an den Opernhäusern von Zürich und Bern, an Bühnen in Westdeutschland, in Österreich und in der Sowjetunion. Am Stadttheater von Aachen sang sie als Gast die Isolde in »Tristan und Isolde«, neben der Elisabeth im »Tannhäuser«, der Senta in »Der fliegende Holländer« und der Gutrune im Nibelungenring ihre wichtigste Wagner-Partie. Weitere Hauptrollen in ihrem Repertoire waren die Amelia in Verdis »Maskenball«, die Donna Anna im »Don Giovanni«, die Turandot in Puccinis gleichnamiger Oper, die Titelrollen in »Elektra« von R. Strauss und »Fidelio« von Beethoven, die Titelfigur in »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch und die Fiordiligi in »Così fan tutte«.

Einige Aufnahmen bei Eterna.

 

7.6. Philippe ENTREMONT wird 85

Er ist der Sohn eines Operndirigenten und einer Pianistin. Nachdem ihm seine Mutter den ersten Klavierunterricht erteilt hatte, lernte er bei Marguerite Long und Jean Doyen. Er besuchte bereits im Alter von 12 Jahren das Conservatoire de Paris und debütierte als 16-Jähriger in Barcelona. Das war der Auftakt zu zahlreichen Konzertreisen in Europa und in den Vereinigten Staaten. In den 1970er-Jahren begann seine Karriere als Dirigent. 1976-91 leitete er das Wiener Kammerorchester als Chefdirigent, später dirigierte er zahlreiche international renommierte Orchester in den USA und in Europa. Seit 1991 ist er Ehrendirigent des Wiener Kammerorchesters auf Lebenszeit. Seit der Konzertsaison 2004/05 ist er Erster Gastdirigent der Münchner Symphoniker. Philippe Entremont ist auch als Musikpädagoge tätig. Er war 1972-79 Direktor der Ravel-Akademie in Saint-Jean-de-Luz in Südfrankreich. Zurzeit leitet er das Konservatorium von Fontainebleau.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: https://www.philippeentremont.com/

 

9.6. Georg TICHY wird 75

 Er wollte ursprünglich Maschinenbauingenieur werden, ließ dann aber seine Stimme ausbilden. Seine hauptsächliche Lehrerin war die berühmte Sopranistin Hilde Zadek in Wien. Er debütierte sogleich 1973 an der Staatsoper von Wien als Seemann in Wagners »Tristan und Isolde«. Länger als 35 Jahre (bis 2010) ist er Mitglied der Wiener Staatsoper geblieben, an der er in mehr als 1000 Vorstellungen kleinere, aber auch größere Aufgaben aus dem lyrischen Fachbereich übernahm, u.a. den Harlekin wie den Musiklehrer in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, den Moralès in »Carmen«, den Alfio in »Cavalleria rusticana«, den Alberich im Nibelungenring, den Faninal im »Rosenkavalier«, den Dr. Falke in der »Fledermaus« von J. Strauß, den Kothner in »Die Meistersinger von Nürnberg«, den Fritz in Korngolds »Die tote Stadt«, den Papageno wie den Sprecher in der »Zauberflöte«, den Posa in Verdis »Don Carlos«, den Malatesta in »Don Pasquale«, den Don Carlo in Verdis »Ernani«, den Valentin im »Faust« von Gounod, den De Siriex in Giordanos »Fedora«, den Hérode in Massenets »Hérodiade«, den Tony in Menottis »Hilfe, Hilfe, die Globolinks«, den Figaro sowohl in Rossinis »Barbier von Sevilla« als auch in Mozarts »Le nozze di Figaro«, den Grafen Luna im »Troubadour«, den Belcore in »L’Elisir d‘amore«, den Haly in Rossinis »L’Italiana in Algeri«, den Marcello in »La Bohème«, den Germont-père in »La Traviata«, den Antonio in Donizettis »Linda di Chamounix«, den Heerrufer im »Lohengrin«, den Enrico in »Lucia di Lammermoor«, den Sharpless in »Madame Butterfly«, die Titelrolle in Verdis »Nabucco«, den Silvio wie den Tonio im »Bajazzo«, den Rigoletto, den Wolfram im »Tannhäuser«, den Ping in Puccinis »Turandot« und den Renato in Verdis »Un ballo in maschera«. Auch an der zweiten Wiener Opernbühne, der Wiener Volksoper, trat er ständig auf. 1983 Gastspiel an der Oper von Lüttich als Figaro im »Barbier von Sevilla«. 1984 sang er beim Maggio Musicale von Florenz den Titelhelden in »Rigoletto«, nachdem Piero Cappucilli wegen der Art der Inszenierung der Oper sich geweigert hatte, darin aufzutreten. 1984 gastierte er an der Mailänder Scala als Wolfram. Er wirkte auch bei den Festspielen von Bregenz (1986 als Papageno) mit und war ein erfolgreicher Konzert- und Oratoriensänger. Bei den Salzburger Festspielen sang er 1979-80 den Perückenmacher in »Ariadne auf Naxos«, 1980 in Kurt Weills »Die sieben Todsünden der Kleinbürger«, am 7.8.1984 in der Uraufführung von »Un Re in ascolto« von L. Berio. An der Oper von Frankfurt a.M. gastierte er als Alberich im Nibelungenring, 1996 als Vater Miller in Verdis »Luisa Miller«. 1995 sprang er an der Covent Garden Oper London in der Partie des De Siriex ein; 2000 gastierte er an der Covent Garden Oper London als Faninal.

Schallplatten: Decca (»Ariadne auf Naxos«), DGG (»Parsifal«), Pan (»Alfonso und Estrella« von Schubert), Naxos (»La Traviata«, »Madame Butterfly«, »Die Zauberflöte«), Arte Nova (Germont sr. in »La Traviata«), Col legno (»Un Re in ascolto« von L. Berio), Nightingale (»Die Fledermaus«).

 

9.6. Ileana COTRUBAS wird 80

 1948 kam sie in den Kinderchor der Bukarester Nationaloper und wirkte in Aufführungen von »La Bohème«, »Tosca«, »Carmen« und anderen Opern mit. Ausbildung zur Solistin durch Emanuel Elenescu und am Konservatorium von Bukarest durch Constantin Stroescu. Bühnendebüt 1964 an der Nationaloper von Bukarest als Knabe Yniold in »Pelléas et Mélisande« von Debussy. 1964 war sie Gewinnerin des Enesco-Preises in Bukarest, 1965 des Concours von s’Hertogenbosch, 1966 des Gesangwettbewerbs der westdeutschen Rundfunkanstalten. Sie blieb bis 1966 an der Bukarester Oper und hatte nach kurzem weiteren Studium in Wien 1967 aufsehenerregende Erfolge am Théâtre de la Monnaie von Brüssel als Konstanze in der »Entführung aus dem Serail« und als Pamina in der »Zauberflöte«. Bei den Salzburger Festspielen sang sie 1967-68 den 2. Knaben in der »Zauberflöte«, 1969-70 die Bastienne in »Bastien und Bastienne« von Mozart, 1978-79 und 1982-84 die Pamina und 1980-81 die Konstanze; sie trat bei diesen Festspielen auch vielfach als Konzertsolistin in Erscheinung (1968-70 in Mozart-Konzerten und in Mozarts C-Moll-Messe, 1981 in Haydns »Jahreszeiten« sowie 1978 mit einem sehr erfolgreichen Liederabend). 1968-71 Mitglied der Oper von Frankfurt a.M. Sehr erfolgreich war sie beim Glyndebourne Festival (1969 Mélisande in »Pelléas et Mélisande«, 1970 Pamina, 1970-71 Titelrolle in »La Calisto« von Cavalli, 1973 Susanna in »Le nozze di Figaro«, 1981 Tytania in B. Brittens »A Midsummer Night’s Dream«). Ihre Rollen an der Staatsoper von Wien waren nach ihrem Debüt 1969 (als Pamina) die Sophie im »Rosenkavalier«, die Traviata, die Zerlina im »Don Giovanni«, die Gilda im »Rigoletto«, die Mimì in »La Bohème«, die Susanna, die Micaela in »Carmen«, die Adina in »L’Elisir d’amore«, die Nedda im »Bajazzo«, die Amelia in »Simon Boccanegra«, die Tatjana im »Eugen Onegin« und die Charlotte im »Werther« von Massenet. Insgesamt sang sie 109 Vorstellungen an der Wiener Staatsoper, zu deren Ehrenmitglied sie ernannt wurde. Seit 1971 an der Covent Garden Oper London in einer Vielzahl von Partien aufgetreten (Debüt als Tatjana, später sang sie an diesem Haus u.a. die Adina, die Norina im »Don Pasquale«, die Amina in Bellinis »La Sonnambula« und die Antonia in »Hoffmanns Erzählungen« sowie 1986 sehr erfolgreich die Traviata). Durch Gastspielverträge mit der Staatsoper von München verbunden. Seit 1973 sang sie an der Oper von Chicago ihre Glanzrollen: die Mimi, die Norina, die Eurydice in »Orfeo ed Euridice« von Gluck, die Traviata und die Gilda. An der Grand Opéra Paris sang sie 1974-75 die Titelfigur in »Manon« von Massenet, 1980 die Mélisande und die Susanna, 1983 und 1986 die Mimi sowie 1983 die Rosaline in der »Fledermaus«. 1975 erregte sie bei ihrem Debüt als Mimi an der Mailänder Scala großes Aufsehen. Die Mimi sang sie auch 1976 beim Gastspiel der Mailänder Scala in Washington und wiederholte diese Partie an der Scala 1977 und 1979; dort sang sie auch 1979 in einem Konzert unter Claudio Abbado und gab 1977 und 1982 glanzvolle Liederabende. 1977 debütierte sie als Mimì an der Metropolitan Oper New York und sang an diesem Haus bis 1987 in insgesamt 51 Vorstellungen außerdem die Gilda, die Traviata, die Ilia in »Idomeneo« von Mozart, die Tatjana und die Micaela. 1984 sang sie an der Oper von Köln die Ninetta in »La gazza ladra« von Rossini. Gastspiele an der Deutschen Oper Berlin, in Amsterdam, Lissabon und Hamburg sowie bei den Festspielen von Edinburgh (1975 als Susanna und 1978 als Micaela). 1986 Gastspiel am Teatro San Carlo Neapel als Amelia in »Simon Boccanegra«, 1987 an der Oper von Monte Carlo als Alice Ford im »Falstaff«, 1988 in Barcelona als Desdemona in Verdis »Otello«. Nachdem sie 1989 beim Maggio Musicale von Florenz die Mélisande gesungen hatte, gab sie im folgenden Jahr ihre Bühnenkarriere auf. Ihre Abschiedsvorstellung gab sie im November 1990 an der Wiener Staatsoper als Mimì. 1996 wirkte sie an der Metropolitan Oper New York noch einmal in einem Galakonzert für James Levine mit. – Neben der Schönheit ihrer Stimme und der geschmackvollen, nuancenreichen Art des Vortrages rühmte man ihre eminente darstellerische Begabung. Hervorragende Konzert- und Oratoriensängerin. Sie gab ein aufsehenerregendes, kritisches Buch »Opernwahrheiten« (Wien, 1998) heraus.

Lit: A. Blyth: Ileana Cotrubas (in »Opera«, 1976).

Schallplatten: Philips (»La fedeltà premiata« von Haydn, »Così fan tutte«, »Mitridate, Re di Ponto«, »Der Schauspieldirektor« und »La finta giardiniera« von Mozart, 8. Sinfonie von G. Mahler, Bach-Kantaten), Electrola (C-Moll Messe von Mozart), HMV (»Les pêcheurs de perles« von Bizet, »Manon« von Massenet, »Hoffmanns Erzählungen«), Decca (»La Calisto« von Cavalli, »Le nozze di Figaro«, 2. Sinfonie von G. Mahler), CBS (»Hänsel und Gretel« von Humperdinck, »Louise« von Charpentier, »Rinaldo« von Händel, »Gianni Schicchi«), DGG (»Rigoletto«, »La Traviata«, »Mitridate, Re di Ponto« von Mozart, »Carmen«, »Béatrice et Bénédict« von Berlioz), Orfeo (»La Damoiselle élue« von Debussy, »Paride ed Elena« von Gluck), RCA (Pamina in der »Zauberflöte«), Sony (»Rinaldo« von Händel), Chandos-Helikon (Italienisches Liederbuch von H. Wolf), Thorn-Video (Elisabetta in Verdis »Don Carlos«); Pickwick-Video (»Le nozze di Figaro« aus Glyndebourne), Castle-Video (»La gazza ladra« von Rossini).

 

12.6. Wolfgang EQUILUZ wird 65

 Informationen über den österreichischen Bassisten auf seiner Homepage:  http://www.wolfgang.equiluz.at//

 

13.6. David DAVIES wird 65

 Biographie des britischen Dirigenten und Komponisten auf Englisch: https://en.wikipedia.org/wiki/David_Davies_(musician)  

 

13.6. Kurt EQUILUZ wird 90

 Er gehörte zum Chor der Wiener Sängerknaben und war deren Altsolist. 1944-50 studierte er an der Österreichischen Staatsakademie für Musik und darstellende Kunst in Wien Musiktheorie, Harfe und Gesang, letzteren bei Adolf Vogel. Seit 1945 gehörte er dem bekannten Akademie-Kammerchor an. 1947-48 gewann er den internationalen Gesangwettbewerb von Llangollen (England), 1949 den Wiener Mozart-Wettbewerb. 1950 wurde er als Chorist, 1957 als Solosänger an die Wiener Staatsoper verpflichtet (Debüt als Parpignol in »La Bohème«); als erste größere Rolle sang er dort den Pedrillo in Mozarts »Entführung aus dem Serail«. Seither hatte er in Wien vor allem als Interpret der Bufforollen für Tenor große Erfolge. Er trat an der Wiener Staatsoper allein 154mal als Don Curzio in »Figaros Hochzeit«, 123mal als Scaramuccio in »Ariadne auf Naxos« und 112mal als 3. Jude in »Salome« von R. Strauss auf, weiters hörte man ihn oft als Monostatos wie als 1. Priester wie als 1. Geharnischter in der »Zauberflöte«, als Wirt wie als Haushofmeister der Marschallin wie als Haushofmeister bei Faninal im »Rosenkavalier«, als Nathanael in »Hoffmanns Erzählungen«, als Borsa im »Rigoletto«, als Remendado in »Carmen«, als Balthasar Zorn und als Augustin Moser in »Die Meistersinger von Nürnberg«, als Spoletta in »Tosca«, als Kaiser Altoum und als Pang in Puccinis »Turandot«, gelegentlich auch in größeren Rollen wie dem Gottesnarren im »Boris Godunow«, dem Jaquino im »Fidelio«, dem Beppe im »Bajazzo« und dem Ottokar im »Zigeunerbaron« von J. Strauß, insgesamt in 68 Partien in mehr als 1900 Vorstellungen. Bis 1983 gehörte er dem Ensemble dieses Hauses an. Bei den Salzburger Festspielen sang er in den Uraufführungen der Opern »Penelope« von Liebermann (17.8.1954) den 2. Boten, in »La Mystère de la Nativité« von F. Martin (15.8.1960) den Ysambert und in »Das Bergwerk zu Falun« von Wagner-Régeny (16.8.1961) den Sohn des alten Fischers, 1956 sowie 1961-62 einen der Trojaner in Mozarts »Idomeneo«, 1960-61 und 1963-64 den Tierhändler im »Rosenkavalier«, 1962-63 den Boten im »Troubadour«, 1964-65 den Offfizier sowie 1979-82 den Scaramuccio in »Ariadne auf Naxos« von Richard Strauss, vor allem aber in Konzerten (u.a. 1959 in der Mozart-Bearbeitung von Händels »Alexanderfest«, 1962 in einem Mozart-Konzert, 1967 in Mozarts »Davidde penintente« und 1971 in Mozarts Dominicus-Messe). Er galt als einer der führenden Bach-Interpreten seiner Epoche und hatte auf dem Konzertpodium große Erfolge zu verzeichnen. 1964 erhielt er einen Lehrauftrag, 1971 eine Professur an der Musikhochschule von Graz, seit 1982 bekleidete er eine Professur an der Wiener Musikakademie.

Die schön gebildete, in der Stilistik ihrer Ausdruckskunst hervorragende Tenorstimme ist durch zahlreiche Schallplatten erhalten. Einmal handelt es sich, zumeist um kleinere Partien in vollständigen Opern auf Decca (»Fidelio«, »Die Zauberflöte«, »Ariadne auf Naxos«, »Der Rosenkavalier«, »Salome«, »Tannhäuser«) und Telefunken (»L’Orfeo« und »II Ritorno d’Ulisse in patria« von Monteverdi), dann um große Aufgaben aus dem Bereich des Oratoriums und der geistlichen Musik, vor allem auf Telefunken (Evangelist in Matthäus- und Johannespassion von J.S. Bach, H-Moll-Messe vom gleichen Meister, viele Bach-Kantaten, Marienvesper von Monteverdi), auch auf Nixa (Matthäuspassion), Electrola (Johannespassion), DGG (»Rappresentatione di Anima e di Corpo« von Cavalieri, »Mord in der Kathedrale« von I. Pizzetti, Heinrich der Schreiber im »Tannhäuser«), Philips, Vanguard, BASF, Vox, Harmonia mundi, Pan (»Alfonso und Estrella« von Schubert), Christophorus-Verlag (»Winterreise« von Schubert), Bella Voce (»La Rondine« von Puccini, Radio-Aufnahme von 1952) und MMS.

 

16.6. Edith THALLAUG wird 90

 Sie war seit 1948 für zehn Jahre als Schauspielerin am Nationaltheater Oslo tätig, ließ dann aber ihre Stimme bei Giurgja Leppée und bei Joel Berglund in Stockholm ausbilden. 1959 gab sie ihren ersten Liederabend in Oslo. Bühnendebüt am Stora Theater von Göteborg 1960 als Dorabella in »Così fan tutte«. Sie blieb bis 1964 in Göteborg engagiert und sang hier u.a. 1963 die Carmen und die Venus im »Tannhäuser«, 1964 die Tisbe in Rossinis »La Cenerentola«. Seit 1964 wurde sie als Mitglied der Königlichen Oper Stockholm bekannt, wo sie als Orest in Offenbachs »Die schöne Helena« debütierte und 1965 in der schwedischen Erstaufführung von Verdis »Nabucco« als Fenena auftrat. Sie wirkte seit 1964 bei den Festspielen von Drottningholm und 1971 beim Glyndebourne Festival (Dorabella) mit; erfolgreiche Gastspiele an den Opern von Oslo und Kopenhagen und am Moskauer Bolschoi Theater. Als Konzertsängerin gab sie u.a. Liederabende in London und Berlin und wirkte 1976 in Basel in einer Aufführung der »Gurrelieder« von Schönberg mit. Geschätzte Oratorien-, Lieder- und Operettensängerin. Im schwedischen Fernsehen erschien sie in einer Aufführung von Bizets »Carmen« in der Titelpartie, 1990 in »Kronbruden« von Ture Rangström. Sie beherrschte neben dem Standardrepertoire ihres Faches auch die technisch schwierigen Partien für Koloratur-Contralto. Ihre großen Rollen waren der Cherubino in »Figaros Hochzeit«, die Rosina im »Barbier von Sevilla«, die Bradamante in »Alcina« von Händel, die Maddalena im »Rigoletto«, die Eboli im »Don Carlos«, die Azucena im »Troubadour«, die Amneris in »Aida«, die Fricka im Nibelungenring, der Octavian im »Rosenkavalier« und der Komponist in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss. 1989 sang sie an der Stockholmer Oper die Judith in »Herzog Blaubarts Burg« von Béla Bartók. 1976 wurde sie schwedische Hofsängerin, 1983 mit dem Orden »Litteris et artibus« ausgezeichnet, im gleichen Jahr 1983 vom norwegischen König zum Ritter des St. Olavsordens ernannt. – Zeitweilig verheiratet mit dem Tenor Ulf Björkegren (1937-2017).

Schallplatten: Philips, HMV. Arienplatte auf der schwedischen Marke Caprice; weitere Aufnahmen auf NFK-Disco-Centre (Lieder von E. Grieg), Simax/GDN (Lieder von Monrad Johansen), Aurora (»Gespenster« von Bibalo) und auf BIS (Lieder und Duette mit Gösta Winbergh).

 

17.6. Gwion THOMAS wird 65

 Er arbeitete in den Jahren 1972-80 als Bankangestellter, konnte dann aber 1980-85 am Northern College of Music seine Stimme durch Patrick McGuigan ausbilden lassen. 1985 debütierter er bei der Kent Opera als Baron Douphol in »La Traviata«. 1984 gewann er einen Belcanto-Wettbewerb in Belgien. 1986 hatte er einen seiner ersten großen Erfolge an der Welsh Opera Cardiff als Figaro im »Barbier von Sevilla«; dort wirkte er 1990 in der Uraufführung der Oper »Tornrak« von John Metcalf mit, bereits 1986 an der Kent Opera in der Uraufführung von »A Night at the Chinese Opera« von Judith Weir. 1986 gastierte er beim Festival von Aldeburgh in »Punch and Judy« von H. Birtwistle (als Punch), beim Buxton Festival des gleichen Jahres als Alfonso in Donizettis »Torquato Tasso«. An der Kent Opera hörte man ihn auch als Escamillo in »Carmen«, als Ananias in »The Burning Fiery Furnace« von B. Britten und als Ned Keene in »Peter Grimes« vom gleichen Komponisten, bei der Travelling Opera als Schaunard in »La Bohème«. Bekannt wurde er auch durch Konzertauftritte. – Verheiratet mit der Sopranistin und Gesanglehrerin Chloë Willson-Thomas.

Schallplatten: NMC (»A Night at the Chinese Opera« von Judith Weir).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.gwionthomas.com/

 

17.6. Branka BERETOVAC wird 75

 Schülerin von Zlatko Sir an der Musikhochschule von Zagreb. Preisträgerin im Milka Ternina-Concours und im Wettbewerb des jugoslawischen Kultusministeriums. Bühnendebüt 1964 an der Kroatischen Nationaloper Zagreb als Jelena in der Oper »Nikola Subic Zrinjski« von Ivan Zajc. Sie hatte an diesem Opernhaus wie auch bei Gastspielen an der Belgrader Nationaloper und bei den Festspielen von Dubrovnik eine bedeutende Karriere. Sie gastierte auch an der Oper von Monte Carlo (1977 als Marzelline im »Fidelio«), an der Wiener Volksoper, in Madrid, in Frankreich und in Ost- wie in Westdeutschland, hier u.a. am Theater von Bonn. Sie gestaltete auf der Bühne namentlich lyrische Partien wie die Pamina in der »Zauberflöte«, die sie auch in einer Aufführung im jugoslawischen Fernsehen sang, die Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut«, die Mimi in Puccinis »Bohème«, die Gräfin in »Figaros Hochzeit«, die Adina in »L‘Elisir d’amore« oder die Adele in der »Fledermaus«. Auch als Konzertsopranistin hatte sie eine bedeutende Karriere und wirkte als Pädagogin an der Musikhochschule von Zagreb.

Schallplatten: Jugoton, Preiser (Nelson-Messe von J. Haydn).

 

18.6. Brigitte BALLEYS wird 60

 Sie studierte am Conservatoire von Sion bei Oscar Lagger (1976-78), dann am Konservatorium von Bern (1978-84) bei Jakob Stämpfli und wurde auch durch Elisabeth Schwarzkopf und Elisabeth Glauser unterrichtet. 1976 begann sie eine ausgedehnte Konzertkarriere. Im Konzertsaal bewältigte sie ein sehr umfangreiches Repertoire mit Werken aus dem Bereich des Oratoriums wie der religiösen Vokalmusik; Höhepunkte darin waren die großen Passionen, die Hohe Messe und das Kantatenwerk von J.S. Bach, die Alt-Rhapsodie von J. Brahms, Messen von Mozart, Haydn, Bruckner, Dvorák, Schubert und Rossini, der »Messias« von Händel, »Paulus« von Mendelssohn, R. Schumanns »Paradies und die Peri«, Oratorio de Noël von Saint-Saëns, »In Terra Pax« von Frank Martin und die »Lieder eines fahrenden Gesellen« von Gustav Mahler. Sie gab ihre Konzerte in den Musikmetropolen in der Schweiz und in Westdeutschland, in Paris, Nizza und Rouen, beim Festival von La Chaise Dieu, in Florenz und Siena, in Granada und Madrid, in Lissabon und London, in Buenos Aires und Brno (Brünn), bei den Internationalen Festwochen von Zürich und Luzern. Als begabte Liedersängerin erwies sie sich im Vortrag des deutschen wie des französischen Liedes, der Lieder von M. de Falla, Schostakowitsch, Othmar Schoeck und E. Wolf-Ferrari. Sie begann dann auch eine Bühnenkarriere; 1984 trat sie in kleineren Partien am Grand Théâtre Genf auf, in der Spielzeit 1985-86 war sie dann am Stadttheater von Freiburg i. Br. engagiert und ging von ihrem Wohnort Münchenbuchsee (im Kanton Bern) einer internationalen Gastspieltätigkeit nach. Sie war am Opernhaus von Zürich, an der Wiener Staatsoper (1987 als Cherubino in »Le nozze di Figaro«), am Grand Théâtre Genf (1988 als 2. Dame in der »Zauberflöte«), bei den Schwetzinger Festspielen, in Lausanne und Basel, in Paris (1994 an der Opéra Bastille als Fragoletto in der Offenbach-Operette »Les Brigands«), Avignon und Montpellier zu hören. Von den Partien, die sie dort sang, seien der Orpheus in »Orpheus und Eurydike« von Gluck, der Octavian im »Rosenkavalier« (1990 Bern, 1991 Montpellier), die Charlotte im »Werther« von Massenet, (1990 Karlsruhe), der Nicklausse in »Hoffmanns Erzählungen« (1993 Lyon), die Pauline in »Pique Dame« von Tschaikowsky, die Meg Page in Verdis »Falstaff«, die Zerline im »Don Giovanni« (1991 Prag) und der Prinz Orlofsky in der »Fledermaus« genannt. Sie sang 1992 in Amsterdam den Fragoletto, in Monte Carlo den Ramiro in dem Pasticcio »Montezuma« von Vivalid/Malgoire. 1997 trat sie am Opernhaus von Lausanne in der Titelrolle der Barock-Oper »L‘ Argia« von Pietro Antonio Cesti auf, 1998 an der Opéra-Comique Paris als Geneviève in »Pelléas et Mélisande«, 1999 am Opernhaus von Montpellier als Sesto in »Giulio Cesare« von Händel. 2000 sang sie am Opernhaus von Montpellier die Isadora in »Le Fou« von Marcel Landowski.

Schallplatten: DGG (»La Damoiselle élue« von Debussy, »Tagebuch eines Verschollenen« von Janácek, »Fierrabras« von Schubert), Cascavelle (»Judith« von A. Honegger, Werke von Frank Martin, »Die erste Walpurgisnacht« von Mendelssohn), RCA-Erato (»Paulus« von Mendelssohn), Claves (Requiem von J.D. Zelenka, »La canzone dei ricordi« von Giuseppe Martucci, Vokalmusik von Gino Martinucci), Novalis (Zerline im »Don Giovanni«), Astrée (»Montezuma« von Vivaldi/ Malgoire), Decca (Symphonie von Hans Krása), Timpani/Note 1 (Lieder von A. Honegger), Harmonia mundi (»Les nuits d‘été« von Berlioz).

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: https://www.brigitte-balleys.ch/

 

18.6. Paul LANSKY wird 75

 Informationen über den amerikanischen Komponisten auf Englisch: https://en.wikipedia.org/wiki/Paul_Lansky

 

18.6. Jörg FAERBER wird 90

Er absolvierte 1949 sein Abitur an einem Humanistischen Gymnasium in Stuttgart und legte 1953 an der Staatlichen Hochschule für Musik Stuttgart die Kapellmeisterprüfung ab. Bis 1962 bekleidete er das Amt des Musikalischen Oberleiters des Theaters Heilbronn. Kurz nach der Gründung 1960 wurde er künstlerischer Leiter und Geschäftsführer des WKO, das er bis Februar 2002 als Dirigent und Geschäftsführer künstlerisch sowie wirtschaftlich leitete und mit dem er Tourneen in die USA, nach Kanada, Japan und Südafrika unternahm. Die Solisten Anne-Sophie Mutter, Alfred Brendel oder Gidon Kremer arbeiten regelmäßig mit dem WKO zusammen. Faerber wurde zu Gastdirigaten mit Orchestern der englischen BBC und dem English Chamber Orchestra eingeladen. 1976 wurde Faerber mit der Goldenen Münze der Stadt Heilbronn, 1979, 1984 und 2000 mit der Verdienstmedaille der Heilbronner Partnerstadt Béziers in Frankreich, 1984 mit dem Bundesverdienstkreuz, 1986 mit dem Professoren-Titel und 1999 mit dem Ehrenring der Stadt Heilbronn ausgezeichnet. Seit 2002 ist er Ehrendirigent des Württembergischen Kammerorchesters Heilbronn.

 

19.6. Anders ANDERSSON wird 65

 Er erhielt seine Ausbildung in der Ingesunds Musikhögskolan in Stockholm, die er in den Jahren 1974-81 besuchte, und wo er sein Diplom als Sänger und Gesanglehrer erwarb. 1987-88 setzte er seine Studien an der Stockholmer Opernhochschule fort. Bei Aufführungen dieses Instituts erregte er als Grimoaldo in »Rodelinda« von Händel und als Max im »Freischütz« (1989) erstes Aufsehen. 1989 debütierte er an der Königlichen Oper Stockholm als Erland in »Singoalla« von de Frumeries und sang diese Partie im gleichen Jahr bei den Festspielen von Savonlinna. Er trat dann in Stockholm in der zeitgenössischen Oper »Tranfjädrarna« von Sven-Erik Bäck auf und sang 1992 dort die Titelpartie in »Gustaf Wasa« von Naumann, die er in einer konzertanten Aufführung dieser schwedischen Barock-Oper in Dresden wiederholte. In der Immanuelskirche in Stockholm trat er als Kaspar in Menottis »Amahl and the Night Visitors« auf, im Schlosstheater Ulriksdal 1989 als Gunnar in »Den fredlöse« von Inger Wikström, an der Norrlandsoperan 1990 als Gudmund in »Gildet på Solhaug« von Stenhammar, an der Stockholmer Folkoperan u.a. als Samson in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns und 1993 als Kaiser in Puccinis »Turandot«. Neben einer Tätigkeit im Konzertsaal wirkte er als Gesangpädagoge.

Schallplatten: Virgin (»Gustaf Wasa« von Johann Gottlieb Naumann), Caprice (Requiem von Olsson), BIS (Lieder).

 

19.6. Donald BELL wird 85


Als „Nachwächter“

 Er erhielt seine Ausbildung zuerst in Kanada, dann am Royal College of Music in London und 1955-60 in Berlin bei Weißenborn. Er begann seine Konzerttätigkeit bereits 1954; 1958 gab er ein sehr erfolgreiches Konzert in der Londoner Wigmore Hall. 1957 debütierte er im Opernstudio der Städtischen Oper Berlin in »Hin und zurück« von P. Hindemith. 1964-67 war er am Opernhaus von Düsseldorf fest engagiert, wo er bereits 1958 gastweise aufgetreten war. 1958-61 wirkte er bei den Festspielen von Bayreuth mit, und zwar 1958-59 als einer der Gralsritter im »Parsifal«, 1958-61 als Nachtwächter in »Die Meistersinger von Nürnberg«, 1959 als einer der Edlen im »Lohengrin« und als Steuermann in »Tristan und Isolde« und 1960 als Heerrufer im »Lohengrin«. Er lebte dann in Basel und gab Gastspiele, u.a. an den Theatern von Basel und Mainz. Er hatte jedoch vor allem seine Erfolge als Konzert- und Oratorienbassist und unternahm Konzert-Tourneen in England, Irland, Nordamerika, Russland, Österreich und Italien. In New York sang er in einem Gala-Konzert bei der Eröffnung des Lincoln-Center unter Leonard Bernstein. Beim Glyndebourne Festival wirkte er  1963 als Sprecher in der »Zauberflöte«, 1973-74 als Alfred Ill in »Der Besuch der alten Dame« von G. v. Einem, 1974-75 als Kommerzienrat in »Intermezzo« von R. Strauss, 1981 als Starveling in B. Brittens »A Midsummer Night’s Dream« und als Musiklehrer in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss mit. Bei der Glyndebourne Touring Opera sang er 1974 den Robert Storch in »Intermezzo« von R. Strauss. Am Grand Théâtre Genf gastierte er 1971 als Brise de Lilas in »Hilfe! Hilfe! Die Globolinks« von G.C. Menotti, 1972 als Pong in »Turandot« von Puccini und als Hémon in »Antigone« von A. Honegger, 1975 als Dreieinigkeitsmoses in »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« von K. Weill und 1976 als Ottokar im »Freischütz« von C.M. von Weber.

Schallplatten der Marken Victor, CBS (Bass-Solo in der 9.Sinfonie von Beethoven), Capitol und Unicorn (»Wuthering Heights« von B. Herrmann).

 

20.6. Stephen RICHARDSON wird 60

 Sein Musik- und Gesangstudium fand 1975-81 an der Universität von Manchester, 1981-83 am Northern College of Music Manchester bei Patrick McGuigen, später bei David Keren, statt. 1983 sang er im Festspielchor in Glyndebourne. 1984 trat er bei der English National Opera London als König in Verdis »Aida«, bei der Welsh Opera Cardiff als Colline in »La Bohème« auf. Zu den Partien, die er an der Welsh Opera sang, gehörten auch der Oroveso in »Norma« und der Priam in »Les Troyens« von Berlioz. Seit 1984 wirkte er beim Aldeburgh Festival mit (u.a. 1990 als Manolis in Martinùs »Griechische Passion«). Man hörte ihn 1984 bei der Glyndebourne Touring Opera und 1985 beim Glyndebourne Festival als Bruno in »Where the Wild Things Are« und als Löwe in »Higglety Pigglety Pop!« von O. Knussen, bei der Glyndebourne Touring Opera 1990 auch als Minister im »Fidelio«. Er gastierte bei der Kent Opera als Commendatore im »Don Giovanni«, bei der Northern Ireland Opera als Osmin in der »Entführung aus dem Serail« und als Sarastro in der »Zauberflöte«. Den Sarastro sang er auch 1985 bei der Opera North Leeds. Bei der Scottish Opera Glasgow trat er 1986 als Private Willis in »Iolanthe« von Gilbert & Sullivan, als Ferrando im »Troubadour« und als Johann im »Werther« von Massenet, 1987 als Mr. Ratcliffe in »Billy Budd« von B. Britten und 2016 als Mikado von Japan in »The Mikado« von Gilbert & Sullivan auf. Beim Edinburgh Festival wirkte er 1987 als Brander in »La Damnation de Faust« von Berlioz, 1990 als Grigoris in Martinùs »Griechische Passion« und als Minister im »Fidelio«, beim Almeida Festival 1990 in der Uraufführung der Oper »The Intelligence Park« von J. Cramer mit. 1995 gastierte er bei den Festspielen von Salzburg als Dr. Grenvil in »La Traviata« und als Polizeikommissär im »Rosenkavalier«. 1997 trat er bei der English National Opera London als Daland in »Der fliegende Holländer« auf, 1998 an der Welsh Opera Cardiff als Mr. Flint in »Billy Budd« von B. Britten. 1999 gastierte er bei der Garsington Opera als Osmin, bei der English National Opera London als Ochs im »Rosenkavalier« und als Swallow in »Peter Grimes« von B. Britten. 2000 hörte man ihn beim Festival von Aspen in der Titelrolle der Oper »The Golem« von John Casken. An der Mailänder Scala gastierte er 2000 als Swallow und 2012 als Hobson in »Peter Grimes«. An der Londoner Covent Garden Oper sang er 2000 den Mr. Flint, am Muziektheater Amsterdam den Hobson in »Peter Grimes«, 2001 an der English National Opera London den Fafner im »Rheingold«. An der Opera North gastierte er 2010 in der Oper »The Adventures of Pinocchio« von J. Dove und 2016 als Dansker in »Billy Budd« von B. Britten. Er hatte dazu eine bedeutende Karriere als Konzert- und Oratoriensänger (u.a. 1983 Titelrolle im »Elias« von Mendelssohn-Bartholdy bei der Aberdeen Choral Society) und betätigte sich im pädagogischen Fach.

Schallplatten: Arabesque (»Where the Wild Things Are« von O. Knussen), Unicorn (»Where the wild Things Are«), Deno (Requiem von Mozart), DGG (»Odes for Queen Mary« von Purcell), Chandos (»Fall and Resurrection« von Taverner); Video-Aufnahmen vom Glyndebourne Festival.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.stephenrichardson.net/

 

20.6. Jenny HILL wird 75

 Sie wurde in der National School of Opera und im Opera Centre in London ausgebildet. Sie debütierte 1964 bei der Sadler’s Wells Opera London in der englischen Erstaufführung von Janáceks »Die Sache Makropoulos« in der Partie der Kristina. In London und bei einer Tournee in Sowjetrussland sang sie dann zusammen mit der English Opera Group die Lucia in »The Rape of Lucretia« von Benjamin Britten. In London wie bei der Weltausstellung in Montreal gastierte sie 1967 als Titania in Brittens »A Midsummer Night’s Dream«. Beim Aldeburgh Festival hörte man sie am 8.6.1968 in der Uraufführung der Oper »Punch and Judy« von Harrison Birtwistle in der Rolle der Pretty Polly, die sie dann auch beim Edinburgh Festival übernahm. Sie gastierte an den führenden englischen Opernbühnen in Partien wie der Lucia di Lammermoor von Donizetti, der Amina in »La Sonnambula« von Bellini, der Gilda im »Rigoletto«, der Violetta in »La Traviata«, der Susanna in »Le nozze di Figaro«, der Königin der Nacht in der »Zauberflöte« und der Olympia in »Hoffmanns Erzählungen«. Beim Brighton Festival wirkte sie in der Uraufführung eines weiteren Bühnenwerks von H. Birtwistle, »Down by the Greenwood Side« (8.5.1969), mit. In der Royal Festival Hall London trat sie als Konzertsolistin im Magnificat von Goffredo Petrassi auf; sie sang in der St. Pauls Kathedrale London das Sopransolo in der H-Moll-Messe von J.S. Bach unter Carlo Maria Giulini zur Eröffnung des City of London Festivals. Zahlreiche Auftritte in Radio- und Fernsehsendungen kennzeichnen den Fortgang der Karriere der Künstlerin, die sich auch im pädagogischen Bereich betätigte.

Schallplatten: Decca (»The Rape of Lucretia«, Szenen aus »Faust« von R. Schumann, Johannespassion von J.S. Bach unter Benjamin Britten), BBC Music (H-Moll-Messe von J.S. Bach, 1972).

 

20.6. Serge MAURER wird 85

 Ausbildung am Conservatoire von Genf bei Fernando Carpi, am Conservatoire von Lyon bei Dumoulin und bei Eva Liebenberg in Hilversum (Holland). 1957 begann er seine Karriere als Konzertsänger, wandte sich dann aber auch dem Operngesang zu. 1962-67 war er Mitglied des Staatstheaters von Karlsruhe, doch wurde er hauptsächlich durch seine Gastspiele bekannt, die ihn u.a. an das Opernhaus von Zürich, an die Theater von Bern, Basel und Lausanne, an die Oper von Lyon, an das Grand Théâtre Genf (u.a. 1969 in der Titelrolle von Rameaus »Platée«), an die Stuttgarter Staatsoper, an die Theater von Hannover, Freiburg i. Br., Heidelberg und Duisburg und das Theater am Gärtnerplatz in München führten. Er sang dort vorwiegend Partien aus dem lyrischen Stimmfach in Opern von Mozart, Rossini, Cimarosa, Puccini, R. Strauss, Verdi und Wagner. Im Konzertsaal trat der Künstler in einem noch vielseitigeren Repertoire in Erscheinung, das sich sowohl auf den Oratoriengesang wie auf den Liedvortrag erstreckte und seine Höhepunkte in Vokalwerken von J.S. Bach, Händel, Beethoven, Haydn, Mozart, von A. Schönberg, Strawinsky und Frank Martin erreichte. Er gab Konzerte in der Schweiz wie in Deutschland, in Mailand, Rom, Palermo, Monte Carlo und Paris, beim Holland Festival, im Haag und Groningen, in Straßburg, Avignon und Antwerpen, in Gdansk (Danzig) und Warschau.

Schallplatten: Erato (Petite Messe solennelle von Rossini), VDE-Gallo (Operetten von Offenbach), CT (»Die schwarze Spinne« von H. Sutermeister).

 

20.6. Der belgische Tenor Hans HASSEN wird 95

 

22.6. Chris de MOOR wird 70

 Er studierte zunächst Klassische Wissenschaften vor allem Sprachen, wurde dann aber in Brüssel als Kunstgeschichtler und Graphiker ausgebildet und brachte dieses akademische Studium zum Abschluss. Er entschloss sich schließlich jedoch zur Sängerkarriere, besuchte 1976-79 das Konservatorium von Brüssel und studierte auch bei der Pädagogin Vera Berning. Bereits während dieser Ausbildung war er am Théâtre de la Monnaie Brüssel als Chorist beschäftigt. An diesem Haus, dessen Mitglied er bis 1982 blieb, wurde er zunehmend in kleineren Solopartien eingesetzt. Er gewann Preise bei einer Anzahl von Gesangwettbewerben in Antwerpen (1973 und 1978), Paris (1978, 1980), Ostende (1981), Vercelli (1984) und Barcelona (1984). Er kam dann an den Opern von Antwerpen und Lüttich in tragenden Partien zu seinen ersten Erfolgen. Es folgten Gastspiele beim Holland Festival, in Paris, Nancy und Lille, in Bordeaux, Nizza und Cannes, in Berlin und in weiteren deutschen Städten, am Teatro Comunale Bologna und am Gran Teatre del Liceu in Barcelona. 1990 sang er an der Opéra de Wallonie Lüttich die Titelrolle in Massenets »Don Quichotte«, an der Oper von Antwerpen den Gremin in Tschaikowskys »Eugen Onegin«, am Theater von Metz den Claudius in »Hamlet« von A. Thomas. 1991 hörte man ihn im Palais des Sports in Lüttich als Zaccaria in Verdis »Nabucco«, 1992 und 1994 in Lausanne als Arkel in »Pelléas et Mélisande«, 1993 in Marseille in »Le Roi d’Ys« von Lalo und als Bertrand Marin in »Montségur« von Landowski, 1995-96 in Antwerpen als Frère Laurent in »Roméo et Juliette« von Gounod und als Titurel im »Parsifal«. 1998 gastierte er am Grand Théâtre Genf in Prokofjews »Verlobung im Kloster« (als Pater Benedict), an der Oper von Lyon als Barbe-Bleue in »Ariane et Barbe-Bleue« von Dukas. Auftritte in Radio- und Fernsehsendungen runden das Bild seiner internationalen Karriere ab. Von seinem Wohnsitz in Braine-L’Alleud in Belgien aus ging er seiner umfangreichen Bühnen- und Konzerttätigkeit nach.

Schallplatten: Erato (Werke von Dukas, E. Chabrier und Heinrich Schütz), Edition Schwann, Astrée (»Messias«), Cascavelle (»Mireille« von Gounod).

 

22.6. Pierre AMOYAL wird 70

 Bereits im Alter von zwölf Jahren erhielt er einen ersten Preis im Fach Violine am Pariser Konservatorium. Anschließend studierte er fünf Jahre bei Jascha Heifetz in Los Angeles. Mit 22 Jahren gab er mit dem Orchestre de Paris unter der Leitung von Georg Solti sein Europa-Debüt. Amoyal spielte unter Dirigenten wie Herbert von Karajan, Pierre Boulez und Lorin Maazel mit den bekanntesten Orchestern der Welt. Mit den Berliner Philharmonikern spielte er unter Maazel die deutsche Erstaufführung des Violinkonzertes von Henri Dutilleux. Er ging als jüngster Professor des Pariser Konservatoriums in die Geschichte des Hauses ein. Derzeit unterrichtet er am Conservatoire de Lausanne in Lausanne und leitet das auf seine Anregung hin gegründete Kammerorchester Camerata de Lausanne. Amoyal spielt die „Kochanski“ Stradivari von 1717. Das Instrument wurde 1987 gestohlen, 1991 aber wiederaufgefunden. Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://amoyal.com/

 

23.6. Robert CARSEN wird 65

An der Canadian Opera Company war er Lotfi Mansouris Regieassistent bei der Produktion von Tristan und Isolde (1979). Danach studierte er Schauspiel an der York University in Toronto und an der Bristol Old Vic Theatre School, England. Nach Regieassistenzen beim Glyndebourne Festival und seinem gefeierten Debüt am Grand Théâtre Genf (1987 Hänsel und Gretel) ist er an den großen Häusern Europas und weltweit gefragt: der Genfer Oper (1988 Mefistofele, 1990 I Capuleti e i Montecchi, 1994 Lohengrin und La Bohème, 1995 Faust, 1999 Macbeth, 2012 Richard III. von Battistelli und JJR von Philippe Fénelon, 2014 Rigoletto und Eugen Onegin), der Pariser Oper (1991 Manon Lescaut, 1995 I Capuleti e i Montecchi und Nabucco, 1996 Lohengrin, 1999 Alcina, 2000 Les Contes d’Hoffmann, 2002 Rusalka, 2003 Les Boréades, 2004 Capriccio mit Renée Fleming als Gräfin, 2007 Tannhäuser, 2013 Elektra, 2014 Die Zauberflöte), dem Teatro alla Scala in Mailand (2000 Dialogues des Carmélites, 2006 Katja Kabanowa, 2007 Candide, 2009 Alcina und A Midsummer Night’s Dream, 2011 Don Giovanni, 2012 Les Contes d’Hoffmann, 2013 Falstaff, 2015 CO2 von Giorgio Battistelli, 2016 La Fanciulla del West), dem Maggio Musicale Fiorentino, am Het Muziektheater in Amsterdam (1997 Dialogues des Carmélites), der New Yorker Metropolitan Opera (1997 Eugen Onegin, 1999 Mefistofele, 2013 Falstaff, 2017 Der Rosenkavalier), dem Festival Aix-en-Provence (2013 Rigoletto), dem Glyndebourne Festival (2008 L’Incoronazione di Poppea, 2011 Rinaldo), der Covent Garden Opera in London (2007 Iphigénie en Tauride, 2012 Falstaff), der Wiener Staatsoper (1995 Jérusalem, 1999 Die Frau ohne Schatten, 2005 Manon Lescaut), der Bayerischen Staatsoper München (1991 Lucia di Lammermoor mit Edita Gruberova, Ariadne auf Naxos), dem Opernhaus Zürich (Pique Dame), den Salzburger Festspielen (2004 Der Rosenkavalier), in Tokio (Elektra) usw. Zur Sicherung der Qualität seiner Inszenierungen hat er sich vorgenommen, bei nicht mehr als drei bis fünf Opern pro Jahr die Regie zu übernehmen. Wichtige Inszenierungen: u. a. Benjamin Brittens A Midsummer Night’s Dream (Festival d’Aix-en-Provence, Wiederaufnahmen auch an der Opéra de Lyon, dem Gran Teatre del Liceu in Barcelona, der English National Opera usw.), La Traviata zur Wiedereröffnung des Teatro la Fenice in Venedig (2004), die Uraufführung von Giorgio Battistelli/Ian Burtons Opern-Adaption von Richard III. in Antwerpen (2005), Il Trovatore bei den Bregenzer Festspielen, My Fair Lady am Théâtre du Châtelet Paris, Bernsteins Candide am Théâtre du Châtelet und an der English National Opera und Brittens The Turn of the Screw am Theater an der Wien (2011). Erfolgreich war auch Der Ring des Nibelungen an der Kölner Oper, der 2010 in Köln wiederaufgeführt und im September zweimal nacheinander vom deutschen Pavillon in Shanghai auf der EXPO 2010 gegeben wurde. Besonders gerühmt wurde sein Janácek-Zyklus an der Opéra National du Rhin. 2012 inszenierte Carsen die Sonderausstellungen L’impressionnisme et la mode. Le défilé des peintres im Pariser Musée d‘Orsay (25. September 2012 bis 20. Januar 2013) sowie Bohèmes (26. September 2012 bis 14. Januar 2013) in den Galeries nationales du Grand Palais. 2014 feierte er einen nachhaltigen Erfolg bei Publikum und Presse mit seiner Inszenierung von Jean-Philippe Rameaus Ballettkomödie Platée am Theater an der Wien, die mit der Opéra-Comique in Paris koproduziert wurde. Für das Theater an der Wien erarbeitete er auch Händels Agrippina und Alban Bergs Wozzeck.

 

23.6. Peter BARCZA wird 70

 Er kam bereits frühzeitig nach Kanada, wo er bis 1971 seine Gesangsausbildung an der Toronto University absolvierte, die er dann in Italien zum Abschluss brachte. 1972-73 war er bei der Canadian Touring Opera engagiert und wurde darauf Mitglied der Canadian Opera Toronto, an der er bis gegen Ende der achtziger Jahre wirkte. Hier sang er Partien wie den Guglielmo in »Così fan tutte«, den Papageno in der »Zauberflöte«, den Enrico in »Lucia di Lammermoor«, den Germont-père in »La Traviata«, den Marcello in »La Bohème« und den Sharpless in »Madame Butterfly«. Er trat auch regelmäßig bei den anderen kanadischen Operngesellschaften in Erscheinung und seit Beginn der achtziger Jahre zugleich an Opernhäusern in den USA. Hier gastierte er in Memphis (1981), New Orleans (1985 und 1988), an der Oper von Seattle und seit 1990 an der City Opera New York. In Europa war er als Gast an der Opéra de Wallonie Lüttich, in Paris (1981 an der Opéra-Comique in »Le Bal masqué« von Poulenc) und bei den Festspielen von Bad Hersfeld (als Titelheld in Monteverdis »Il ritorno d’Ulisse in patria«) zu hören. Von seinen Rollen sind noch der Figaro im »Barbier von Sevilla«, der Malatesta in Donizettis »Don Pasquale«, der Graf Luna im »Troubadour«, der Ping in Puccinis »Turandot«, der Valentin im »Faust« von Gounod, der Rangoni im »Boris Godunow«, der Blondel in »Richard Coeur-de-Lion« von Grétry und der Silvio im »Bajazzo« zu erwähnen.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.peterbarcza.com/

 

23.6. Erwin STEPHAN wird 70


Als Otello

 Er erhielt als Kind Klavierunterricht und sang in einem Knabenchor. Seine Ausbildung zum Sänger erfolgte am Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt a.M., im Gesangstudio Enck in Osnabrück, bei Lisa Hagenau in Frankfurt a.M. und bei Lucretia West an der Musikhochschule Karlsruhe. Dazu absolvierte er Meisterkurse bei dem bekannten amerikanischen Heldentenor James King. 1978 begann er seine Bühnenkarriere am Theater von Flensburg und sang darauf am Stadttheater von Lüneburg, am Landestheater Coburg und bis 1984 am Stadttheater von Gießen vor allem Operetten-Partien, verlegte sich dann aber auf das heldische und das Wagner-Stimmfach. 1984-86 war er als erster Heldentenor am Staatstheater Saarbrücken engagiert (Antrittsrolle: Florestan im »Fidelio«). Sehr erfolgreich war er in Saarbrücken als Don José in »Carmen«. Bereits 1985 sang er den Titelhelden im »Tannhäuser« an den Theatern von Mainz und Dortmund, in Bremen und 1986, alternierend mit René Kollo, am Grand Théâtre Genf. 1986 hörte man ihn in dieser Partie bei den Festspielen von Orange, wobei Grace Bumbry, Leonie Rysanek und Bernd Weikl seine Partner waren. 1987 sang er erstmals den Titelhelden in Verdis »Otello« am Stadttheater von Freiburg i. Br., 1988 mit großem Erfolg dann an der Staatsoper von Dresden. Am Teatro Bellini von Catania begeisterte er sein Publikum als Hüon im »Oberon«, an der Oper von Köln als Max im »Freischütz« von Weber; in Paris gastierte er als Ismaele in Verdis »Nabucco«, 1989 an der Oper von Seattle (USA-Debüt) als Walther von Stolzing in »Die Meistersinger von Nürnberg«. Seit 1990 dem Landestheater Dessau verbunden (Antrittsrolle: Tannhäuser). 1991 Gastspiel am Theater von Klagenfurt als Bacchus in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, am Theater von Halle/Saale als Florestan, 1992 in Prag und in Dessau als Rienzi von R. Wagner. 1994 sang er am Teatro Colón Buenos Aires den Tannhäuser. Zu seinen Opern-Gastspielen traten zahlreiche Konzertverpflichtungen; 1987 unternahm er eine große Konzerttournee durch mehrere Länder. Er trat in seiner internationalen Konzertkarriere in Frankreich und Österreich, in der Schweiz, in Japan und in Südamerika auf.

Schallplatten der Marke Wadko (Opernarien, Ausschnitte aus Lehár-Operetten, Weihnachtslieder), auf Touringia Classics in Querschnitten durch die Opern »Otello« von Verdi und »Tannhäuser«. Auf Moro Titelheld in vollständigem »Tannhäuser«.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.richtigsingen.de/

 

24.6. Emmy GREGER wird 75

 Nachdem sie zuerst als Dekorateurin gearbeitet hatte, entschloss sie sich zur Ausbildung ihrer Stimme, die sie bei Maria Hoving van Driel und Carlo Bini in Amsterdam vornahm. Bühnendebüt 1968 an der Oper von Brüssel (Théâtre de la Monnaie) als Hexe in »Hänsel und Gretel«. Sie hatte dann eine erfolgreiche Karriere vor allem in Brüssel und an der Niederländischen Oper Amsterdam. Sie gastierte an den Opern von Lyon, Straßburg, Toulouse, Genf (1969 als Junon in »Platée«  von Rameau und 1972 in der Titelrolle von A. Honeggers »Antigone«) und am Teatro San Carlos von Lissabon. Sie gab auch Gastspiele an den Opernhäusern von Marseille und Tours. 1969 wirkte sie an der Oper von Lyon in der Uraufführung der Oper »Les Hussards« von Joseph Kosma mit, 1971 sang sie in Amsterdam in der Uraufführung der Oper »Spinoza« von de Kruyff die Partie der Hendrikje Stoffels. Ihr Bühnenrepertoire enthielt Partien wie die Carmen, die Charlotte im »Werther« von Massenet, die Dorabella in »Così fan tutte«, die Lucretia in Brittens »The Rape of Lucretia« und die Türkenbaba in »The Rake’s Progress« von Strawinsky.

Einige Aufnahmen bei HMV und Pathé-Marconi (kleine Partien in »Manon Lescaut« von Auber und in »Les Troyens« von Berlioz).

 

24.6. Leonore LANZILLOTTI wird 80

 Sie arbeitete zuerst für eine große Versicherungsgesellschaft, studierte dann aber Gesang bei der berühmten Karin Branzell, bei Marienka Michna und bei Carlo Moresco in New York. Ihr Bühnendebüt fand bei der Hawaii Opera Honolulu als Prinz Orlofsky in der »Fledermaus« von J. Strauß statt. Sie kam in den USA an den Opern von San Antonio, Philadelphia, Newark, Hartford und an der City Opera New York zu einer Karriere von Bedeutung. Höhepunkte in ihrem Opernrepertoire waren Partien wie die Carmen, die Amneris in »Aida«, die Azucena im »Troubadour«, die Ulrica in Verdis »Un ballo in maschera«, die Gräfin wie die Madelon in »Andrea Chénier« von Giordano, die Suzuki in »Madame Butterfly«, der Siebel im »Faust« von Gounod, der Beppe in Mascagnis »L‘Amico Fritz« und die Lola in »Cavalleria rusticana«. Auch als Konzertsängerin aufgetreten.

 

25.6. Bogdan OLĘDZKI wird 70

 Biographie des polnischen Dirigenten auf Polnisch: http://www.e-teatr.pl/pl/osoby/7622.html

 

25.6. Jane MARSH wird 75


Als Tannhäuser-Elisabeth in Rom

 Gesangstudium am Oberlin College bei Ellen Repp, dann bei Lili Wexberg und Otto Guth in New York sowie im Merola Center in San Francisco. Debüt 1965 beim Spoleto Festival als Desdemona im »Otello« von Verdi. Im gleichen Jahr gewann sie eine Goldmedaille beim Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau. 1968-73 war sie an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg engagiert. Sie gastierte an der Hamburger Staatsoper und am Opernhaus von Essen, am Nationaltheater Prag, am Bolschoi Theater Moskau, in Neapel, Triest und Johannesburg. In ihrer amerikanischen Heimat hörte man sie an den Opernhäusern von Pittsburgh, San Antonio und San Francisco (1967-70 als Pamina in der »Zauberflöte«, als Liu in Puccinis »Turandot«, als Micaela in »Carmen« und als Ann Trulove in  »The Rake’s Progress« von Strawinsky, 1991 nochmals als Madame Peronskaya in »Krieg und Frieden« von Prokofjew). Am 20.8.1973 wirkte sie bei den Festspielen von Salzburg in der Uraufführung von Carl Orffs »De temporum fine comoedia« mit. Als weitere Partien sang sie dort 1974 die 1. Dame in der »Zauberflöte«, 1976 das Sopransolo im War Requiem von B. Britten und 1982 die Prothoë in einer konzertanten Aufführung von Othmar Schoecks »Penthesilea«. Sie gastierte 1977 in Genua, 1978 an der Staatsoper von Wien (als Fiordiligi in »Così fan tutte«). Aus ihrem Repertoire für die Bühne seien noch die Traviata und die Mimi in »La Bohème« genannt. Sie gehörte zu den selten anzutreffenden Koloratursopranistinnen, die in der Lage sind, die Koloraturen in dramatischer Intensität zum Vortrag zu bringen. Geschätzt vor allem als Mozart-Interpretin, aber auch als Konzert und Oratoriensängerin.

Schallplatten: DGG (»De temporum fine comoedia«), Polydor, Vox (»La clemenza di Tito« von Mozart, »Das Märchen von der unsichtbaren Stadt Kitesch« von Rimsky-Korssakow), Edition Schwann (»Penthesilea« von Schoeck), Pan (»Alfonso und Estrella« von Schubert), Voce (»Der Vampyr« von H. Marschner).

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.janemarsh.com/

 

27.6. Andrea BOLTON wird 60

 Sie studierte am Royal Northern College of Music Manchester und vervollständigte diese Ausbildung im National Opera Studio London. Bereits während ihres Studiums trat sie 1984-85 in Koloraturpartien auf der Bühne auf. Seit 1985 sang sie bei der Welsh Opera Cardiff u.a. die Despina in »Così fan tutte«, die Susanna in »Le nozze di Figaro«, das Blondchen in der »Entführung aus dem Serail«, die Adele in der »Fledermaus«, den Pagen Oscar in Verdis »Un ballo in maschera« und die Echo in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss. 1986 gastierte sie beim Festival von Batignano in der wieder neu aufgeführten Oper »Il Re Teodoro in Venezia« von Paisiello in der Rolle der Lisette. In der Spielzeit 1987-88 sang sie bei der Opera North Leeds die Valencienne in Lehárs »Die lustige Witwe«. Bei der Scottish Opera Glasgow gastierte sie 1988 als Cunegonde in Bernsteins »Candide« und 1990 als Ascanius in »Les Troyens« von Berlioz. Beim Wexford Festival hörte man sie 1988 als Donna Elvira im »Don Giovanni« von Gazzaniga, an der Covent Garden Oper London (1990) als Ascanius. Auch als Konzert- und Oratoriensängerin kam sie zu einer erfolgreichen Karriere, vor allem in Werken von J.S. Bach, Händel, Haydn, Mendelssohn und Charpentier.

Schallplatten: Opera Rara.

 

27.6. Alexander OLIVER wird 75

 Er studierte Gesang an der Royal Scottish Academy of Music bei Margaret Dick, dann an der Wiener Musikhochschule bei Anton Dermota und bei dem Pädagogen Rupert Bruce-Lockhart. Noch während seines Studiums wirkte er bereits bei der Royal Scottish Academy als HRH Prince Philippe in einer Aufführung von Lennox Berkeleys »The Dinner Engagement« mit. Er debütierte offiziell 1967 an der Wiener Kammeroper in »La Molinara« von Paisiello. 1967-69 sang er im Chor des Glyndebourne Festivals. Bei der Glyndebourne Touring Opera sang er 1968 den Don Ottavio im »Don Giovanni« und den Monostatos in der »Zauberflöte«, 1969 den Pedrillo in der »Entführung aus dem Serail«,  1970 und 1979 den Ferrando in »Così fan tutte«, 1971 den Narciso in Rossinis »Il Turco in Italia« und 1989 den Mr. Upfold in B. Brittens »Albert Herring«. 1969 sang er den Tancredi in Monteverdis »Il Combattimento di Tancredi e Clorinda« beim Edinburgh Festival, wo er 1978 nochmals als Arnalta in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea« (im Rahmen eines Gastspiels des Opernhauses Zürich) auftrat. 1970 sang er an der Welsh Opera Cardiff den Alfred in der »Fledermaus«. Am 19.7.1970 sang er den Brother Timothy in der Uraufführung der Oper »The Rising of the Moon« von Nicholas Maw. Diese Partie wiederholte er auch 1971 beim Glyndebourne Festival, wo man ihn auch 1970 und 1973 als Monostatos, 1971-72 und 1981 als Tanzmeister (1981 zusätzlich auch als Scaramuccio) in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, 1972-73 und 1979 als Iro in »Il Ritorno d’Ulisse in patria« von Monteverdi, 1974 als Arbace im Mozarts »Idomeneo«, 1974-75 als Baron Lummer in »Intermezzo« von R. Strauss, 1985 als Mr. Upfold und 1989 als Sellem in »The Rake’s Progress« von Strawinsky erlebte. An der Scottish Opera Glasgow gastierte er 1970 als Jaquino im »Fidelio«, 1973 als Ernesto in »Don Pasquale«, 1978 als Wenzel in Smetanas »Die verkaufte Braut«, 1980 als Narr in A. Bergs »Wozzeck« und als Flute in B. Brittens »A Midsummer Night’s Dream«, 1981 als Lenski in »Eugen Onegin« und 1986 als Fatty in »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« von K. Weill. 1971 trat er an der Niederländischen Oper Amsterdam in Prokofjews »L’Amour des trois oranges«, dann in »Intermezzo« von Richard Strauss, in »Peter Grimes« von Benjamin Britten, in »L’Ormindo« von Francesco Cavalli und in »The Turn of the Screw« von B. Britten auf. Bei der Opera North Leeds erregte er als Nemorino in »L’Elisir d’amore« Aufsehen. An der Covent Garden Oper London (Debüt 1971 als Kunz Vogelgesang in »Die Meistersinger von Nürnberg«) war er in »Eugen Onegin«, in »Le nozze di Figaro« (als Don Curzio), in »Andrea Chénier« von Giordano, in Massenets »Manon« und in »Albert Herring« (1989) sowie 1976 in der Uraufführung von H.W. Henzes »We come to the River« zu Gast. Seit 1978 Gastspiele am Opernhaus von Zürich (»L’Incoronazione di Poppea« von Monteverdi, »Hoffmanns Erzählungen«), seit 1982 am Théâtre de la Monnaie Brüssel (Arbace, 1984 Basilio in »Le nozze di Figaro«, 1991 Monostatos). Hier wirkte er auch in den Uraufführungen der Opern »La Passion de Gilles« von Philippe Boesmans (18.10.1983) und »Das Schloss« von André Laporte (14.12.1986) mit. 1983 hatte er an der Oper von Antwerpen und an der Canadian Opera Toronto seine Erfolge in »L’Incoronazione di Poppea« wie in »Death in Venice« von B. Britten. 1987 sang er an der Mailänder Scala (an der er 1978 erstmals als Arnalta anlässlich eines Gastspiels des Opernhauses Zürich auftrat) in der Premiere der Oper »Riccardo III.« von Flavio Testi den König Eduard IV., 1990-91 in Brüssel wie in Antwerpen in Janáceks »Aus einem Totenhaus«, an der Covent Garden Oper den Mime im Nibelungenring. Bei den Salzburger Festspielen sang er 1988 in A. Honeggers »Jeanne d’Arc au bûcher«, 1991-92 den Don Curzio in »Le nozze di Figaro« sowie 1992 den Kedril in Janáceks »Aus einem Totenhaus«, beim Holland Festival 1992 in »Der Schatzgräber« von Fr. Schreker, in Amsterdam 1995 den Monostatos. 1999 gastierte er an der Opéra du Rhin Straßburg als Pastor Adams in »Peter Grimes« von B. Britten. Hinzu trat eine große Konzertkarriere. Er sang zusammen mit dem Concertgebouw Orchester Amsterdam in der Matthäus- und in der Johannes-Passion von J.S. Bach und in Strawinskys »Pulcinella«, mit den Sinfonie-Orchestern von Houston/Texas und Chicago und trat mit dem Vokalensemble »Songmaker’s Almanac« auf.

Schallplatten: CBS (»Il ritorno d’Ulisse in patria«), Telefunken (L’Incoronazione di Poppea), HMV (Don Curzio in »Le nozze di Figaro«), MRF (»Sapho« von Massenet), Philips (»Ariodante« von Händel, »Il Corsaro« von Verdi), RCA (»Samson« von Händel), Decca (»Macbeth« und »Un ballo in maschera« von Verdi), Argo (»Il retablo de Maese Pedro« von M. de Falla), Opera Rara (»Dinorah« von Meyerbeer); Walker-Video (Operetten von Gilbert & Sullivan).

 

29.6. Lilian SUKIS wird 80

 Ihr Vater war Schiffskapitän und starb während des Zweiten Weltkrieges. Nach Kriegsende flüchtete sie mit ihrer Mutter nach Westeuropa und musste jahrelang warten, bis sie die Einwanderungsgenehmigung für Kanada erhielt. Sie wohnte dann in Toronto und studierte hier an der Universität Literatur. Gleichzeitig ließ sie ihre Stimme durch Irene Jessner ausbilden. 1964 debütierte sie in Toronto als Lady Billows in »Albert Herring« von Benjamin Britten. Bereits 1966 kam sie an die Metropolitan Oper New York (Antrittsrolle: eines der Blumenmädchen im »Parsifal«), wo sie bis 1970 kleinere Partien sang, u.a. die Gräfin Ceprano im »Rigoletto«, die Priesterin in »Aida«, die Alisa in »Lucia di Lammermoor«, die Annina in »La Traviata«, das Sandmännchen in »Hänsel und Gretel«, die Frasquita in »Carmen« und die Woglinde im »Rheingold«. Hier wirkte sie auch am 17.3.1967 in der Uraufführung der Oper »Mourning Becomes Electra« von Marvin Levy als Helen mit. Dann ging sie nach Europa und wurde 1969 an die Bayerische Staatsoper in München engagiert. Ihre Karriere entwickelte sich nun sehr schnell; durch Gastspielverträge war sie mit den Opernhäusern von Hamburg, Frankfurt a.M. und Köln verbunden. 1970 debütierte sie als Violetta in »La Traviata« an der Wiener Staatsoper und sang hier bis 1984 außerdem noch die Pamina in der »Zauberflöte«, die Titelrolle in Verdis »Luisa Miller«, die Liù in Puccinis »Turandot«, die Mimì in »La Bohème«, die Micaela in »Carmen«, die Gräfin in »Le nozze di Figaro«, die Marguérite im »Faust« von Gounod, die Servilia in »La clemenza di Tito« und die Fiordiligi in »Così fan tutte« in insgesamt 67 Vorstellungen. 1972 gastierte sie nochmals für eine Saison an der Metropolitan Oper New York, diesmal in größeren Partien (als Euridice in »Orfeo ed Euridice«, als Nedda im »Bajazzo« und als Pamina). Insgesamt sang sie an der Metropolitan Oper in 140 Vorstellungen. 1972 kreierte sie an der Münchner Oper die Titelrolle in der Uraufführung der Oper »Sim Tjong« des koreanischen Komponisten Isang Yun.

Schallplatten: Philips (»Der Graf von Luxemburg« von Lehár, »Ascanio in Alba« von Mozart), Decca (»Die lustigen Weiber von Windsor« von Nicolai), DGG (»La finta giardiniera« von Mozart).

 

29.6. Isabel GARCISANZ wird 85

 Schülerin der berühmten spanischen Sopranistin Angeles Ottein, dann von Erik Werba in Wien, nachdem sie ursprünglich die Absicht gehabt hatte Pianistin zu werden. Bühnendebüt als Adèle in »Der Graf Ory« von Rossini 1964 an der Wiener Volksoper, an der sie bis 1966 engagiert war und wo sie u.a. auch das Kind in Ravels »L’Enfant et les Sortilèges« sang. Die Künstlerin hatte ihre größten Erfolge in Frankreich, wo sie in Paris ihren Wohnsitz nahm, und an der Grand Opera wie der Opéra-Comique der französischen Metropole auftrat. Sie sang auch an den Opern von Bordeaux, Lyon, Marseille, Nancy, Nizza und Toulouse, am Opernhaus von Köln, am Gran Teatre del Liceu in Barcelona und an der Oper von Miami. Bei den Festspielen von Glyndebourne trat sie 1966 als Concepcion in »L’Heure Espagnole« von Ravel, 1967-68 als Nerillo in »L‘Ormindo« von Cavalli (mit dieser Produktion gastierte sie 1968 auch beim Flandern Festival und 1969 in München), 1969 (beim Flandern Festival) als Dorabella in »Così fan tutte« und 1970 als Zaida in Rossinis »Il Turco in Italia« sehr erfolgreich auf. 1968 sang sie beim Wexford Festival die Mab in »La jolie fille de Perth« von Bizet, 1969 (mit dem Ensemble der Kölner Oper) an der Sadler’s Wells Opera London die Traviata. 1976 trat sie in Albi als Florise in der Oper »La coquette trompée« von Dauvergne auf, 1995 am Theater von Tourcoing als Marcellina in »Le nozze di Figaro«. Sehr oft an der Opéra du Rhin Straßburg zu Gast, u.a. als Serpetta in Mozarts »La finta giardiniera« und 1974 in der Uraufführung von »Médies et Alessio« von Delerue. An der Oper von Toulouse sang sie in den Uraufführungen von »Le Bonheur dans le crime« von Casanova (1972) und »Les Noces d’ombre« von Nikiprowetzky (1973), in Montpellier in der Uraufführung von »Le Château des Carpathes« von Philippe Hersant (1992 konzertante, 27.10.1993 szenische Uraufführung). In ihrer spanischen Heimat trat sie oft in Konzerten und am Rundfunk auf. Sie beherrschte ein umfassendes Repertoire, das sowohl lyrische als auch Koloraturpartien, nicht zuletzt Aufgaben aus dem Fachgebiet der Soubrette, enthielt. Partien aus ihrem Repertoire für die Bühne: die Rosina im »Barbier von Sevilla«, die Susanna, die Gräfin und der Cherubino in »Figaros Hochzeit«, die Zerline und die Donna Elvira im »Don Giovanni«, die Fiordiligi in »Così fan tutte«, die Adina in »L’Elisir d‘ amore«, die Salud in »La vida breve« von M. de Falla, die Blanche in »Dialogues des Carmélites« von F. Poulenc, die Titelrolle in der Offenbach-Operette »La Périchole«. Gern trat sie auch in zeitgenössischen Opern- und Konzertwerken hervor. Am französischen Rundfunk kreierte sie 1972 die 5. Sinfonie von Mihalovici, 1973 »Aliana« von P. Ancelin, in Avignon 1976 »Sybille« und »Messe« von Ohana. Sie gab Liederabende mit Klavier-, Cembalo- und Gitarrenbegleitung.

Schallplatten: Decca (»L’Ormindo« von Cavalli), Barclay Inédits (»Le maître de chapelle« von Paër), RCA-Erato (Alexina in »Le Roi malgré lui« von Chabrier), Ades (»Le Château des Carpathea« von Ph. Herrant), Arion (»Tres siglos de canciones españolas«, Arien aus Opern von Martín y Soler).

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://isabelgarcisanz.free.fr/Home_Page.html

 

29.6. Michio MAMIYA wird 90

Bereits 1940 bekam er Kompositionsunterricht von Moroi Saburo. Er war ein Schüler von Hiroshi Tamura im Fach Klavier und von Tomojiro Ikenouchi im Fach Komposition an der Tokyo National University of Fine Arts and Music. Sein besonderes Interesse gilt der ursprünglichen japanischen Musik. Dennoch versucht er in seinen Werken eine Synthese der europäischen Musik und der traditionellen japanischen Musik zu verwirklichen. Auch mit der authentischer Musik aus Afrika, Skandinavien sowie zahlreichen asiatischen Staaten und nicht zuletzt Japans hat er sich intensiv auseinandergesetzt. Als Referent und Dozent wirkte er bei Workshops und sogenannten Clinics in Finnland, der ehemaligen Sowjetunion, Kanada, den Vereinigten Staaten von Amerika, Ungarn und China. Er wirkte als Dozent an der Tokyo National University of Fine Arts and Music sowie an der Toho Gakuen School of Music. Seine Werke wurden mit zahlreichen Preisen und Auszeichnungen im In- und Ausland versehen.

 

30.6. Stephen BARLOW wird 65

 Biographie des englischen Dirigenten auf Englisch: http://en.wikipedia.org/wiki/Stephen_Barlow_(conductor)

 

30.6. Edward COOK wird 65

Er erhielt seine Ausbildung zum Sänger 1974-76 am New England Conservatory in Boston, 1976-80 an der Indiana University Bloomington. Er begann zunächst eine Bühnenkarriere als Bariton und sang Partien wie den Michele in »Il Tabarro« und die Titelrolle in »Gianni Schicchi« von Puccini sowie den Figaro im »Barbier von Sevilla«. Er wurde jedoch 1984-85 durch den berühmten Heldentenor James King zum Tenor umgeschult und begann nun eine Karriere im heldischen Tenorfach. So sang er 1988 an der Metropolitan Oper New York in seiner einzigen Vorstellung dort den Froh im »Rheingold«. 1990 hörte man ihn an der Miami Opera als Siegmund in der »Walküre«. 1991 wurde er an das Opernhaus von Wuppertal verpflichtet, dem er bis 1994 als Mitglied angehörte (dort erfolgte 1991 sein europäisches Debüt als Offizier in »Cardillac« von Hindemith). Er kam nun zu einer großen Karriere, namentlich im Wagner-Fach. So sang er in Wuppertal 1994, am Staatstheater Schwerin 1995 (hier mit Renata Scotto als Kundry) den Parsifal, in der Spielzeit 1995-96 am Staatstheater Braunschweig den Erik in »Der fliegende Holländer«, in Wiesbaden (1994), Essen (1995-97) und Saarbrücken (1996) den Siegmund in der »Walküre«, in Essen 1996 auch den Siegfried im Nibelungenring. Großes Aufsehen erregte er als Siegmund wie als Siegfried in den Ring-Aufführungen des Staatstheaters Karlsruhe 1994-95. Am Staatstheater Darmstadt wirkte er in der Uraufführung der Oper »Morels Erfindung« von Reinhard Felbel mit (6.11.1994). An der Oper von Rom wie am Teatro Regio Turin war er als Orestes in Glucks »Iphigenie auf Tauris« zu hören, in der Royal Festival Hall London als Florestan im »Fidelio«. 1997 sang er bei dem Gastspiel der Oper von Oslo am Theater Royal in Norwich den Siegfried im Nibelungenring, den er auch 1998 bei den Ring-Aufführungen im australischen Adelaide übernahm. In seinem Repertoire für die Bühnen fanden sich weiter Partien wie der Idomeneo von Mozart, der Bacchus in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss und der Edwin in der »Csárdásfürstin« von E. Kálmán. Im Konzertsaal sang er u.a. das Tenorsolo in der Missa C-Dur von Beethoven mit dem San Francisco Symphony Orchestra.

Schallplatten: Bella Musica (Siegmund in der »Walküre« und Siegfried in der »Götterdämmerung«).

 

30.6. Othmar MÁGA wird 90

Er wurde als Sohn deutsch-ungarischer Eltern in Brünn (Tschechien) geboren. Er absolvierte ein Violin- und Dirigierstudium in Stuttgart (1948-52), studierte Musikwissenschaft und deutsche Literatur an der Universität Tübingen (1952-58) und vervollkommnete seine dirigentische Ausbildung bei Paul von Kempen (1954-55), Ferdinand Leitner (Oper) und Sergiu Celibidache (1960-62). Mága war Chefdirigent in Göttingen (1963-67), Nürnberg (1968-70) und 1971-82 Generalmusikdirektor der Stadt Bochum und übernahm eine Professur an der Folkwang Hochschule für Musik in Essen. 1983-87 war Mága Chefdirigent der Pomeriggi Musicali in Mailand/Italien, in Odense/Dänemark (1987-91) und 1992-96 Leiter des Sinfonie-Orchesters des Staatlichen Koreanischen Rundfunks (KBS) in Seoul. 2002-03 leitete er als kommissarischer GMD die Niederrheinischen Symphoniker an den Vereinigten Bühnen Krefeld und Mönchengladbach. Viele Jahre war Mága regelmäßig Gastdirigent führender Orchester in Europa, Asien und Amerika. Er machte zahlreiche Schallplatten-, Rundfunk- und Fernsehproduktionen im In- und Ausland. Nach über 60 Jahren Dirigierpraxis umfasst Mágas Repertoire weit über 2000 Werke, Musik von der Renaissance bis zu Werken zeitgenössischer Komponisten und zahlreiche Opern.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.othmar-maga.de/