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TODESFÄLLE – STAND NOVEMBER 2019

TODESFÄLLE – Stand November 2019

Zusammenstellung der Liste: Walter Nowotny

 

Gija KANTSCHELI ist am 2.10.2019 in Tiflis verstorben

Geboren am 10. August 1935 in Tiflis; er wurde als Sohn eines Arztes geboren. Er studierte zunächst Geologie, bevor er 1959 an das Staatliche Konservatorium Tiflis wechselte. Dort studierte er bei Iona Tuskia Komposition. Anschließend arbeitete er als freischaffender Komponist, komponierte Film- und Bühnenmusik. Ab 1966 arbeitete er mit dem Chefregisseur des Staatlichen Akademischen Rustaweli-Theaters in Tiflis, Robert Sturua. Aufsehen erregte seine Musik für eine moderne Shakespeare-Inszenierung. 1971 wurde er musikalischer Leiter der Bühne, auf diesem Posten arbeitete er rund zwei Jahrzehnte. 1971-78 arbeitete er zudem als Lehrer für Komposition am Staatlichen Konservatorium Tiflis. 1984-89 war er Vorsitzender der Georgischen Komponistenunion. 1991 verließ Kantscheli Georgien. Seitdem lebte er in Westeuropa. 1991-92 wohnte er auf Einladung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) in Berlin. 1995 wechselte er als Komponist zur Königlich Flämischen Philharmonie nach Antwerpen. Seit 1996 lebte er freischaffend in Belgien. Er war verheiratet und hatte zwei Kinder.

Kantscheli komponierte bereits in seiner Studentenzeit Pop und Chansons. Zwischen 1967 und 1986 schrieb er sieben Symphonien und erwarb sich den Ruf eines Avantgardisten. Die Oper Musik für die Lebenden wurde 1984 in Tiflis uraufgeführt. Er komponierte Musik zu zahlreichen Filmen und Schauspielen, darunter zu Blaue Berge oder Eine unwahrscheinliche Geschichte (Eldar Schengelaja, 1984) und zu Der Kuss des Bären (Sergei Bodrow sen, 2002), sowie zu vielen Filmen des georgischen Regisseurs Georgi Danelija. Ab 1971 entstand Musik zu Theaterstücken wie Der kaukasische Kreidekreis von Bertolt Brecht (1975) und Richard III. von William Shakespeare (1979). Kantschelis Kompositionen verbinden moderne Elemente wie Cluster mit archaisierenden Melodiebögen und weisen meistens eine Atmosphäre auf, die von tiefer Trauer geprägt ist und empathisch von „der Nachtseite des menschlichen Lebens“ erzählt. Im Begleitheft zur 2015 von dem Musiklabel ECM Records veröffentlichten CD Chiaroscuro erläutert Kantscheli, dass er nicht an die Illusion glaube, dass Schönheit die Welt retten könne, und er nur für sich selber komponiere. Die Werke Chiaroscuro und Twilight des Tonträgers, eingespielt vom Kammerorchester Kremerata Baltica und Patricia Kopatchinskaja sowie Gidon Kremer an den Violinen, wurden in einer Kritik der Zeit demgemäß als „höchst intime Selbstgespräche“ beschrieben, „mit denen Kancheli unsere Realität als fatale, kaum mehr erlösbare Weltgeschichte reflektiert“.

 

Marcello GIORDANI ist am 5.10.2019 in Augusta (Sizilien) verstorben

Geboren am 25. Januar 1963 in Augusta (Sizilien); nach seiner Ausbildung, u.a. bei dem berühmten Tenor Carlo Bergonzi, sang er zuerst kleinere Partien, u.a. 1985 am Teatro Regio von Parma. Sei eigentliches Debüt erfolgte 1986 am Teatro Sperimentale von Spoleto als Herzog im »Rigoletto«. Bereits 1988 debütierte er als Rodolfo in »La Bohème« an der Mailänder Scala, an der dann auch 1998 den Gennaro in Donizettis »Lucrezia Borgia«, 2004 den Kalaf in »Turandot« von Puccini, 2009 das Tenor-Solo im Verdi-Requiem und 2010 den Faust von Gounod gesungen hat. Dann hatte er in Nordamerika beim Festival von Spoleto-Charleston, 1989 in Rio de Janeiro große Erfolge. In den USA sang er 1989 an der Oper von Seattle und 1990 am Opernhaus von Houston/Texas den Pinkerton in »Madame Butterfly«, 1990 in Chicago den Edgardo in »Lucia di Lammermoor«. Ebenfalls 1990 gastierte er bei der Canadian Opera Toronto wieder in der Rolle des Pinkerton.  In seiner italienischen Heimat hörte man ihn 1990 am Teatro Verdi Triest als Nemorino in »L‘Elisir d’amore«, 1991 bei den Festspielen in der Arena von Verona als Herzog im »Rigoletto«, bei den Festspielen von Macerata (wie auch an der Oper von Philadelphia) als Alfredo in »La Traviata«. Das Jahr 1991 brachte Auftritte bei der Portland Opera (Oregon) als Fernando in »La Favorita« von Donizetti, im kalifornischen Costa Mesa als Nadir in »Les pêcheurs de perles« von Bizet, in Philadelphia als Herzog im »Rigoletto« und an der Houston Opera als Rodolfo in »La Bohème«. 1991 debütierte er als Alfredo an der Oper von San Francisco, an der er dann auch 1994 den Edgardo, 1996 den Rodolfo in »La Bohème«, 1999 den Fernando, 2000 den Rodolfo in Verdis »Luisa Miller« und 2010 den Radames in »Aida« sang. 1992 debütierte er als Sänger im »Rosenkavalier« an der Wiener Staatsoper, an der er bis 2016 in insgesamt 72 Vorstellungen auch den Arturo in Bellinis »I Puritani«, den Nemorino, den Herzog im »Rigoletto«, den Alfredo, den Rodolfo in »La Bohème«, den Cavaradossi in »Tosca«, den Roméo in »Roméo et Juliette« von Gounod, den Arnold in »Guillaume Tell« von Rossini, den Alvaro in »La forza del destino«, den Gustavo in Verdis »Un ballo in maschera«, den Radames, den Des Grieux in »Manon Lescaut« von Puccini und den Kalaf. In Seattle war er 1992 als Edgardo, bei der Portland Opera als Tonio im Donizettis »La Fille du Régiment«, am Teatro Fenice Venedig als Alfredo zu Gast. 1993 sang er am Teatro Bellini Catania den Gualtiero in »Il Pirata« von Bellini, an der Staatsoper von München den Alfredo, beim Festival von Macerata wieder den Herzog im »Rigoletto«. Weitere Gastspiele an der Staatsoper von Hamburg (1995 als Rodolfo), in Berlin und Barcelona (als Nadir). 1995 debütierte er als Rodolfo in »La Bohème« an der Metropolitan Oper New York (nachdem er bereits 1993 bei Open-Air-Aufführungen der Metropolitan Oper in Parkanlagen in New York und New Jersey den Nemorino gesungen hatte). Bis 2016 sang er an diesem Haus in insgesamt 241 Vorstellungen auch den Alfredo, den Des Grieux sowohl in »Manon« von Massenet als auch in »Manon Lescaut« von Puccini, den Sänger im »Rosenkavalier«, den Lenski in »Boris Godunow«, den Gualtiero in Bellinis »Il Pirata«, den Titelhelden in »Benvenuto Cellini« von Berlioz, den Riccardo in Verdis »Un ballo in maschera«, den Cavaradossi, den Don José in »Carmen«, den Pinkerton, den Enzo in »La Gioconda« von Ponchielli, den Herzog im »Rigoletto«, den Gabriele Adorno in »Simon Boccanegra«, den Edgardo, den Roméo, die Titelhelden in »Ernani« von Verdi und »La damnation de Faust« von Berlioz, den Maurizio in »Adriana Lecouvreur« von Cilea, den Kalaf, den Dick Johnson in »La fanciulla del West«, den Radames, den Énée in »Les Troyens« von Berlioz, den Paolo in »Francesca da Rimini« von  Zandonai und den Manrico im »Troubadour«. 1995 trat er in Houston als Roméo, 1996 bei den Festspielen von Macerata als Foresto in Verdis »Attila« auf. Am 27.4.1996 sang er in der Eröffnungsvorstellung des neu erbauten Opernhauses von Detroit den Rodolfo in »La Bohème«. An der Opéra Bastille Paris gastierte er 1996 und 2001 als Faust von Gounod, 1998 als Des Grieux in »Manon« von Massenet, 1999 als Rodolfo in »La Bohème«, 2003 als Arnold, als Henri in Verdis »Les Vêpres Siciliennes« und als Cavaradossi und 2012 als Turiddu in »Cavalleria rusticana«. An der Covent Garden Oper London ist er u.a. als Gabriele Adorno und als Cavaradossi aufgetreten. 1997 sang er in Washington den Roméo, 1998 am Teatro Politeama in Palermo die gleiche Partie, an der Opera Pacific Costa Mesa den Rodolfo in »La Bohème«. Am Opernhaus von Zürich gastierte er u.a. als Edgardo, als Foresto, als Titelheld in »La damnation de Faust« von Berlioz, als Arrigo in Verdis »I Vespri Siciliani«, als Des Grieux in »Manon Lescaut« von Puccini, als Rodolfo in »La Bohème«, als Paolo in »Francesca da Rimini« und als Titelheld in »Andrea Chénier« von Giordano. An der Oper von Washington trat er 1998 als Gabriele Adorno auf, 1999 am Teatro Comunale Bologna als Foresto. 1999 sang er am Teatro Regio Parma den Roméo. Am Grand Théâtre Genf gastierte er 1999 als Edgardo und 2018 als Turiddu. 2000 hörte man ihn in der Carnegie Hall New York als Gennaro in einer konzertanten Aufführung von Donizettis »Lucrezia Borgia« (mit Renée Fleming in der Titelrolle), am Theater an der Wien als Werther von Massenet. Im gleichen Jahr gastierte er in Los Angeles als Faust von Gounod. 2001 sang er bei den Festspielen von Macerata den Cavaradossi. 2001 trat er in der New Yorker Carnegie Hall als Raoul in einer konzertanten Aufführung von Meyerbeers »Hugenotten« auf, an der Chicago Opera als Cavaradossi. Bei den Salzburger Festspielen sang er 2010 den Pollione in konzertanten Aufführungen von Bellinis »Norma« (mit Edita Gruberova in der Titelrolle) und 2010 den Rodolfo in »La Bohème«. 2012 sang er an der Oper von Chicago den Radames, am Gran Teatre del Liceu in Barcelona den Radames und den Alvaro, am Teatro Carlo Felice Genua den Turiddu. 2013 gastierte er am Teatro Massimo Palermo als Riccardo in Verdis »Un ballo in maschera«, beim Puccini-Festival in Torre del Lago und an der Oper von Rom als Kalaf, an der Semperoper Dresden als Don José. 2014 sang er an der Deutschen Oper Berlin den Cavaradossi, am Teatro Regio Parma den Canio im »Bajazzo«,  an der Bayerischen Staatsoper München gastierte den Don José und den Cavaradossi, an der Oper von Bilbao und am Teatro Lirico in Cagliari den Kalaf. 2015 gastierte er am Teatro San Carlo Neapel als Kalaf, 2016 am Teatro Carlo Felice Genua als Andrea Chénier, in Cincinnati und in Budapest als Cavaradossi, in Cagliari als Manrico. 2017 sang er am Teatro Bellini Catania den Des Grieux in »Manon Lescaut« von Puccini und am Teatro Massimo Palermo

den Cavaradossi, in der Arena von Verona den Pinkerton, an der Opéra Royal de Wallonie in Liège den Des Grieux in »Manon Lescaut« von Puccini, am Teatro Lirico Cagliari den Dick Johnson, in Cagliari 2018 den Turiddu, bei den Festspielen von St. Gallen den Titelhelden in  »Edgar« von Puccini, an der Opéra Royal de Wallonie in Liège den Cavaradossi. Er trat 2019 noch an der Opéra Royal de Wallonie in Liège als Radames und am Teatro Lirico Cagliari als Cavaradossi auf der Bühne.

Schallplatten: TIS (»Maria Egiziaca« von O. Respighi), Philips (Gaston in »Jérusalem« von Verdi).

Weitere Informationen auf seiner Homepage. https://marcellogiordani.com/en/

 

Erika WIEN ist am 10.10.2019 in Zürich verstorben

 Geboren am 2. September 1928 in Wien; nach dem „Anschluss“ Österreichs verbrachte sie einen Teil ihrer Jugendzeit auf der Flucht vor den Nazis in Polen und der Sowjetunion.  Gesangstudium an der Wiener Musikakademie bei Hans Duhan, Josef Witt und Wolfgang Steinbrück, Einführung in den Liedgesang durch Erik Werba. Sie begann ihre Bühnenkarriere 1951 an der Wiener Staatsoper (Debüt als Linetta in »Die Liebe zu den drei Orangen« von S. Prokofjew) und setzte sie am Theater von Bremen (1953-59) und an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg (1959-64) fort. Seit 1964 war sie bis 1980 am Opernhaus von Zürich tätig. Gastspiele an der Deutschen Oper wie an der Staatsoper Berlin, an den Staatsopern von Wien (1959 als Octavian im »Rosenkavalier«), München, Hamburg und Stuttgart, an den Opernhäusern von Frankfurt a.M., Hannover, Köln, Nürnberg, Wiesbaden und Wuppertal. Sie gastierte auch beim Holland Festival, beim Maggio Musicale von Florenz, in Brüssel und Bordeaux, in Lyon und Marseille, am Teatro Colón Buenos Aires, an der Grand Opéra Paris, an den Opernhäusern von San Diego und San Francisco (1964 u.a. als Zita in »Gianni Schicchi«, als Sonjetka in »Katerina Ismailowa«, als Flora in »La Traviata«, als Marcellina in »Le nozze di Figaro«, als eines der Blumenmädchen im »Parsifal« und als Hata in Smetanas »Die verkaufte Braut«), in Nantes, Rouen und Toulouse, in Turin und Genua. 1963 sang sie an der Oper von Nizza in der französischen Erstaufführung der Oper »Katerina Ismailowa« (»Lady Macbeth von Mzensk«). Ihr Rollenrepertoire für die Bühne gipfelte in Partien wie der Carmen, der Maddalena im »Rigoletto«, der Azucena im »Troubadour«, der Amneris in »Aida«, der Eboli in Verdis »Don Carlos«, der Ulrica in »Un Ballo in maschera«, der Mrs. Quickly im »Falstaff«, der Mary in »Der fliegende Holländer«, der Ortrud im »Lohengrin« der Erda und der Fricka im Nibelungenring, der Brangäne in »Tristan und Isolde«, der Venus im »Tannhäuser«, dem Orpheus in »Orpheus und Eurydike« von Gluck, der Marina im »Boris Godunow«, der alten Gräfin in »Pique Dame« von Tschaikowsky, der Milada in »Dalibor« von Smetana, der Hexe in »Rusalka« von Dvorák, der Klytämnestra in »Elektra« von R. Strauss und der Marie im »Wozzeck« von A. Berg. Am Opernhaus von Zürich wirkte sie in den Uraufführungen der Opern »Madame Bovary« von H. Sutermeister (26.5.1967) und »Ein Engel kommt nach Babylon« von Rudolf Kelterborn (5.6.1977) sowie in einer Anzahl von Schweizer Opernerstaufführungen mit: in »Die Liebe zu den drei Orangen« von S. Prokofjew (Spielzeit 1965-66 als Fata Morgana), »Bluthochzeit« von W. Fortner (1966-67 als Frau Leonardos), »Il Re Cervo« von H.W. Henze (1969 als Scolatella IV), »Karl V.« von E. Krenek (Spielzeit 1970-71 als Juana), »Bomarzo« von A. Ginastera (1970-71 als Diana Orsini), »Ein Stern geht auf aus Jakob« von Paul Burkhard (1972-73 als Elisabeth) und »Der Jakobiner« von A. Dvorak (1977-78 als Lotinka). Große Erfolge erzielte sie auch als Konzert- und Oratoriensolistin (in Werken von J.S. Bach, Beethoven und J. Brahms) sowie in ihren Liederabenden. Sie trat als Konzertsängerin in Deutschland und in der Schweiz, in Wien, Madrid, Granada und Paris auf.

Schallplatten: Auf Saga singt sie in Querschnitten durch die Opern »Rigoletto« (als Maddalena) und »Nabucco« (als Fenena) von Verdi; auch auf Amadeo zu hören.

 

Aleksandar ĐOKIĆ ist am 10.10.2019 in Belgrad verstorben

 Geboren am 19. Oktober 1933 in Belgrad; Gesangstudium an der Musikakademie von Belgrad und am Conservatorio Benedetto Marcello in Venedig. 1959 wurde er an die Belgrader Nationaloper berufen und ist deren Mitglied in einer jahrzehntelangen Karriere geblieben. Er sang hier die großen klassischen Bass-Partien wie den König Philipp in Verdis »Don Carlos«, den Zaccaria im »Nabucco«, den Bartolo wie den Basilio in Rossinis »Barbier von Sevilla«, den Dulcamara in Donizettis »L‘Elisir d’amore«, den Sarastro in der »Zauberflöte« und den Sancho Panza in »Don Quichotte« von Massenet. Mit dem Ensemble der Belgrader Nationaloper gastierte er 1964 auch an der Wiener Staatsoper (als Strelitze in »Chowanschtschina« von Mussorgsky und als dicker Engländer in Prokofjews »Der Spieler«). Der auch als Konzertsolist bekannte Künstler war mit der Sopranistin Olga Đokić (* 22.1.1936 Nis) verheiratet, die seit 1966 ebenfalls an der Nationaloper von Belgrad wirkte und dort u.a. als Gilda im »Rigoletto«, als Violetta in »La Traviata« und als Nedda im »Bajazzo« auftrat.

Von beiden Sängern sind Schallplattenaufnahmen auf der jugoslawischen Marke Jugoton vorhanden.

 

Leyna GABRIELE ist am 14.10.2019 in Tarrytown (New York) verstorben

Geboren am 25. März 1924 in Fairmont (West Virginia); Nachruf auf die amerikanische Sopranistin auf Englisch: https://www.nytimes.com/2019/10/24/arts/leyna-gabriele-dead.html

 

Lotte TOBISCH ist am 19.10.2019 in Baden bei Wien verstorben

 Geboren am 28. März 1926 in Wien; sie wurde als Tochter des Architekten Karl Tobisch-Labotyn (1897–1977) und dessen Ehefrau Nora Anna Josefine Maria Krassl von Traissenegg (1906–2002) geboren. Ihr Großvater Karl Anton Josef Tobisch (1860–1932) war Präsident des Landesschulrates von Böhmen und Mähren und wurde 1912 als Ritter Tobisch von Labotýn in den erblichen österreichischen Ritterstand erhoben. Als 1919 in Österreich die Aufhebung des Adels beschlossen wurde, betraf dies auch die Familie Tobisch von Labotýn. Ihr Stiefvater war Gustav David Lederer (1878–1951); ihre Tante Margarete (1901–1991) war in zweiter Ehe mit Karl Steinhoff, Innenminister der DDR, verheiratet.

Lotte Tobisch genoss eine Ausbildung an gehobenen Schulen, wie im Schloss Marquartstein in Oberbayern oder im Wiener Gymnasium Sacre Coeur. Sie absolvierte eine Ausbildung am Franz Schubert Konservatorium. Während die Familie gegen Kriegsende nach Bayern floh, blieb Tobisch allein in Wien, wo sie den 37 Jahre älteren Erhard Buschbeck kennenlernte. Mit ihm ging sie eine „skandalträchtige Beziehung“ ein, die bis zu seinem Tod 1960 andauerte. Ab 1967 lebte sie bis zu dessen Tod mit dem israelischen Botschafter in Wien, Michael Simon, zusammen. Als Schauspielerin war sie Schülerin von Raoul Aslan und gab ein frühes Debüt am Wiener Burgtheater, danach auch am Wiener Volkstheater sowie am Theater in der Josefstadt. 1981 trat sie auch an der Wiener Volksoper auf (als Maria Theresia in der Operette Die ungarische Hochzeit von Nico Dostal). Im Jahr 1986 erhielt Lotte Tobisch den Ehrenring des Burgtheaters. Aber auch als Filmschauspielerin war sie tätig. So spielte sie unter Georg Wilhelm Pabst die Rolle von Eva Braun im Film Der letzte Akt. Am Burgtheater war sie auch als künstlerischer Betriebsrat tätig. Der breiten Öffentlichkeit ist Lotte Tobisch vor allem als Organisatorin des Wiener Opernballs bekannt, den sie von 1981 bis 1996 leitete. Unter Wissenschaftsminister Rudolf Scholten, der 1990-97 amtierte, wurde ihr die Berufsbezeichnung Professor verliehen. Über mehrere Jahre führte Tobisch einen Briefwechsel mit dem Philosophen und Soziologen Theodor W. Adorno, der 2003 in Buchform veröffentlicht wurde. Am 1. Oktober 2007 wurde Tobisch im Wiener Rathaus von Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny die Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold verliehen. In den letzten Jahren engagierte sie sich verstärkt für soziale Projekte, unter anderem die Aktion Künstler helfen Künstlern und die Österreichische Alzheimer-Liga. Ab 1951 lebte sie am Opernring. Sie starb im Alter von 93 Jahren im Künstlerheim in Baden bei Wien.

 

Hans ZENDER ist am 22.10.2019 in Meersburg am Bodensee verstorben

 Geboren am 22. November 1936 in Wiesbaden; er absolvierte an den Musikhochschulen in Frankfurt und Freiburg Meisterklassen in den Fächern Komposition, Klavier und Dirigieren. Schon zu Studienzeiten arbeitete er als Kapellmeister an den Städtischen Bühnen Freiburg und wurde bereits im Alter von 27 Jahren Chefdirigent der Oper Bonn (1964–68). 1969-72 war er Generalmusikdirektor in Kiel, 1971-84 Chefdirigent des Rundfunk-Sinfonieorchesters Saarbrücken, 1984-87 Generalmusikdirektor der Hamburgischen Staatsoper und 1984-86 Generalmusikdirektor des Philharmonischen Staatsorchesters Hamburg. Danach war er Chefdirigent des Radio Kamer Orkest des Niederländischen Rundfunks (heute Radio Kamer Filharmonie) und Erster Gastdirigent der Opéra National, Brüssel, sowie 1999-2010 ständiger Gastdirigent des SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg. 1988-2000 war Zender Professor für Komposition an der Frankfurter Musikhochschule. 2004 gründete das Ehepaar Zender die „Hans und Gertrud Zender-Stiftung.“ Diese vergibt in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, der Musica Viva München und BR Klassik des Bayerischen Rundfunks seit 2011 alle zwei Jahre Preise, die der Förderung und Unterstützung der Neuen Musik dienen sollen. 2005/06 war er Composer-in-residence des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin und Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin. Er war Mitglied der Freien Akademie der Künste in Hamburg, der Akademie der Künste Berlin und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste.

Zenders jahrzehntelange internationale Dirigententätigkeit hat sich durch Wagemut und Breite des Repertoires ausgezeichnet. Seine Diskographie reicht von Bach bis Lachenmann, Mozart bis Feldman, Bruckner bis Yun, Riehm bis Rihm. Er liebte Schubert, Mendelssohn und Debussy, engagierte sich für Messiaen, Nono, Varèse und Bernd Alois Zimmermann, verlor dabei Reger und Hindemith nicht aus dem Blick; er engagierte sich für die „New York School“ und war Vorkämpfer der Musik Giacinto Scelsis. Zender sympathisierte sowohl mit Komponisten musikalischer „Architektur“ als auch mit Non-Konstruktivisten. Zender gastierte bei Festivals in Berlin und Wien, dirigierte Parsifal bei den Bayreuther und Dallapiccolas Ulisse bei den Salzburger Festspielen.

Hans Zenders kompositorische Tätigkeit ist einerseits nicht ohne die Einsichten des Interpreten Zender denkbar, andererseits von großer Eigenständigkeit. Er bediente sich in den frühen sechziger Jahren zunächst avantgardistischer, also zwölftöniger und serieller Methoden, die er in seinen Drei Rondels nach Mallarmé (1961) und den Drei Liedern nach Gedichten von Joseph von Eichendorff (1964) mit Prinzipien der mittelalterlichen Isorhythmie verband. Bald entstanden Partituren, die schon im Titel variable und offene Formen signalisierten (Schachspiel, 1969; Modelle, 1971–1973). Anfang der 70er Jahre war Zender mit seinen Cantos – einer Werkreihe, die bis heute (Logos-Fragmente = Canto IX) sein Werk durchzieht – bei der Nummer V angekommen. Das Denken in schöpferischen Zyklen ist typisch für Zender: andere seiner Werkserien heißen – im Ober- oder Untertitel – Hölderlin lesen (fünf Kompositionen), Kalligraphien (ebenfalls fünf) oder Lo-Shu (sieben). Der letztgenannte Zyklus gehört zur Gruppe der vom Komponisten abkürzend und nicht ohne Selbstironie so genannten „japanischen“ Stücke. Zender war auf Gastspielreisen mit fernöstlichem Denken in Berührung gekommen, einem vom Zen-Buddhismus herrührenden Zeitempfinden, das, auf die Musik übertragen, den Verzicht auf die abendländischen Traditionen strenger Werklogik zugunsten voneinander unabhängiger, nicht-linearer „Momentformen“ und den stärkeren Einbezug kontemplativer Strecken nahelegt – allerdings ohne Zugeständnisse an einen asiatischen Folklorismus. Die Dialektik von strengem Formbewusstsein und einer „musique informelle“ ist eine Konstante in Zenders Musikdenken. Er hat über Sinn und Aufgabe von Kunst gründlich nachgedacht, vor allem darüber, wie man heute noch komponieren kann, ohne sich (oder andere) zu wiederholen. Heute, das heißt in einer Zeit nach der Postmoderne, in der Mottos wie „anything goes“ ebenso viel Freiheit gebracht wie Unheil gestiftet hatten. Einheitliche Zeitstile oder Ästhetiken scheinen mit einer solchen Unwiderruflichkeit suspendiert, dass Zender zu dem Schluss kommt, Kunstausübende müssten sich heute radikaler und gründlicher als je zuvor neu und selbst definieren. Zu seiner persönlichen Neudefinition gehört der Entwurf einer mikrotonalen „gegenstrebigen Harmonik“, einer Art Harmonielehre, die die Oktave nicht in zwölf, sondern in 72 Kleinstintervalle dividiert. Die daraus resultierende subtile harmonische Farbigkeit kennzeichnet auch seine großangelegten, kantatenhaften „Opera magna“: die Vertonung des alttestamentlichen Hohelieds (Shir Hashirim; 1995–1997) und die Logos-Fragmente (2006–2009), eine Raumklangmusik als biblische und gnostische Texte deutende „Archäologie des Bewusstseins“. Zender bezog zahlreiche Anregungen aus den „Schwesterkünsten“ und der Philosophie. Er hat sich mit Texten von Joyce, Pound, Hölderlin, Meister Eckhart, Luther, Cervantes, Shakespeare, Michaux, Juan de la Cruz, T.S. Eliot, Hugo Ball, japanischen Lyrikern wie Ikkyū und Bashō und immer wieder der Bibel kompositorisch auseinandergesetzt, berief sich auf philosophische Gedanken von Heraklit bis Derrida, Platon bis Picht. Seine intellektuelle Regsamkeit machte ihn zu einem besonders geschichtsbewussten Künstler, den es, vergleichbar Bernd Alois Zimmermann, zu pluralistischen, mehrdimensionalen Konzepten drängte. Seine drei Werke fürs Musiktheater bieten komplexe Verschränkungen von Räumen, Zeiten und theatralischen Aktionen: Stephen Climax (1979/84) bringt simultan den biblischen Säulenheiligen Simeon und Stephen Daedalus aus Joyces „Ulysses“ auf die Bühne und durchquert anspielungsreich die Musikhistorie; Don Quijote de la Mancha (1989/81) ordnet „31 theatralische Abenteuer“ nach Cervantes in einer Art raffinierten Baukastenprinzips, und die „Indianeroper“ Chief Joseph (2005) ist eine Parabel auf die Unfähigkeit westlicher Zivilisationen zur Akzeptanz des Fremden. Eine Gattung hat Zender geradezu erfunden: die „komponierte Interpretation“, die instrumental-gedankliche Umwandlung und Neudeutung bedeutender Musik der Vergangenheit. Schuberts „Winterreise“ (1993), Schumann-Phantasie (1997) und 33 Veränderungen über 33 Veränderungen (2011) verbinden Liebeserklärungen ans Original mit dialektischem „Weiterdenken“ in die Neuzeit: historische Abstände werden aufgehoben und gleichzeitig klargemacht, Konturen geschärft und verschleiert, Formen dekonstruiert und neugeschaffen. Diese schöpferischen Veränderungen sind imstande, nachdrücklich auf die einstmals beunruhigende Wirkung der Originale hinzuweisen und damit auf die im heutigen „Musikbetrieb“ allzeit lauernde Gefahr, große Musik zu verharmlosen und zum Genussmittel zu degradieren. Der Essayist Hans Zender widmete sich musikexegetischen und -philosophischen Fragen, wobei seine Rhetorik an Schärfe gewann, wenn er den Malaisen und Miseren von Kunstbetrieb und -politik oder den deprimierendsten Äußerungen des globalen Unterhaltungsdeliriums zu Leibe rückte. Eine umfangreiche Sammlung seiner Texte erschien 2004 unter dem Titel Die Sinne denken; eine weitere Essay-Sammlung, Waches Hören, erschien 2014.

 

Raymond LEPPARD ist am 22.10.2019 in Indianapolis verstorben

 Geboren am 11. August 1927 in London; er wuchs in Bath auf und studierte ab 1948 Cembalo und Viola am Trinity College in Cambridge (bei Hubert Middleton und Boris Ord). Dort war er auch Chorleiter und musikalischer Leiter der Cambridge Philharmonic Society. 1952 hatte er sein Debüt in London als Dirigent in der Wigmore Hall. Er leitete sein eigenes Leppard Ensemble und war eng mit dem Goldsbrough Orchestra verbunden, aus dem 1960 das English Chamber Orchestra hervorging. Daneben trat er als Cembalist auf und wurde Fellow des Trinity College, wo er 1958-68 Lecturer war (1968 trat er als Director of Music des Trinity College zurück und folgte ihm Richard Marlow nach). In den 1960er Jahren war er regelmäßig Gastdirigent des English Chamber Orchestra. 1959 gab er sein Debüt als Operndirigent in Covent Garden. Beim Glyndebourne Festival leitete er 1964 und 1984 Claudio Monteverdis L’Incoronazione di Poppea, 1967-68 Francesco Cavallis L’Ormindo, 1970-71 und 1974 Cavallis La Calisto, 1972-73 und 1979 Monteverdis Il Ritorno d’Ulisse in Patria, 1975 Janáceks Das schlaue Füchslein und 1982 Glucks Orfeo ed Euridice. Am 19.7.1970 dirigierte er hier die Uraufführung von The Rising of the Moon von Nicholas Maw. Im November 1969 gab er sein Debüt als Dirigent in den USA mit dem Westminster Choir und den New York Philharmonic sowie als Solist in Haydns D-Dur Cembalo Konzert. 1973-80 war er Chefdirigent des BBC Northern Chamber Orchestra in Manchester. 1987-2001 war er musikalischer Leiter des Indianapolis Symphony Orchestra. 2004-06 war er musikalischer Berater des Louisville Orchestra. Gleichzeitig war er Artist in Residence an der University of Indianapolis. Daneben war Leppard u.a. Dirigent an der Metropolitan Opera in New York (wo er 1978-80 insgesamt 21 Vorstellungen von Benjamin Brittens Billy Budd  dirigierte), an der New York City Opera, der San Francisco Opera (1974 Cavallis L’Ormindo, 1975 und 1981 L’Incoronazione di Poppea, 1990 Il Ritorno d’Ulisse in Patria), der Oper in Paris (1980-81 Rameaus Dardanus), der Hamburger Staatsoper, den Opern in Santa Fe, Stockholm und Genf (1978 Glucks Iphigénie en Tauride). Er dirigierte u.a. das Chicago Symphony Orchestra, das Los Angeles Philharmonic Orchestra, Boston Symphony, Pittsburgh Symphony, Philadelphia Orchestra, das Symphonieorchester von St. Louis (wo er 1983 Principal Guest Dirigent war), das BBC Symphony Orchestra (incl. Last Night of the Proms). 1963 komponierte er die Filmmusik zu Lord of the Flies, der Verfilmung von William Goldings Roman durch Peter Brook. Außerdem schrieb er die Filmmusiken zu Hotel New Hampshire und Laughter in the Dark. Leppard erhielt den CBE und war Commendatore della Republica Italiana (1973). Er war Ehrendoktor der Purdue University, der University of Indianapolis und der Butler University in Indianapolis. Für seine Schallplattenaufnahmen erhielt er u.a. den Deutschen Schallplattenpreis, einen Grammy und den Edison Prize.

 

Rolando PANERAI ist am 23.10.2019 in Florenz verstorben

 Geboren am 17. Oktober 1924 in Campi Bisenzio bei Florenz; er studierte am Konservatorium von Florenz bei Raoul Frazzi, dann in Mailand bei Armani und bei Giulia Tess. Semiprofessionelles Debüt 1946 am Teatro Dante in seinem Heimatort Campi Bisenzio als Enrico in »Lucia di Lammermoor«. Er sang am Teatro San Carlo Neapel in der Spielzeit 1947-48 den Faraone in Rossinis »Mosè in Egitto«, den Grafen Luna im »Troubadour«, den Germont-père in »La Traviata« und den Figaro im »Barbier von Sevilla«. Nachdem er an mehreren großen italienischen Bühnen erfolgreich aufgetreten war, kam er 1952 an die Mailänder Scala (Antrittsrolle: Hohepriester in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns) und trat immer wieder, insgesamt während 26 Jahren, an der Scala auf. Hier hörte man ihn u.a. auch als Sharpless in »Madame Butterfly«, als Marcello in »La Bohème«, als Masetto in »Don Giovanni«, in Carl Orffs »Carmina burana«, als Lescaut in »Manon« von Massenet, als Carlo Catania in »Masaniello« von Jacopo Napoli, als Ottone in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«, als Enrico in »Lucia di Lammermoor«, als Figaro in »Le nozze di Figaro« wie im »Barbier von Sevilla«, als Ehemann in »Amelia al ballo« von G.C. Menotti, als Apollo in »Alceste« von Gluck, als De Guiche in »Cyrano de Bergerac« von F. Alfano, als Ser Matteo del Sarto in »Arlecchino« von Busoni, als Belcore in »L’Elisir d‘amore«, als Gevatter im »Jahrmarkt von Sorotschinzy« von Mussorgsky, als Guglielmo wie als Don Alfonso in »Così fan tutte«, als Ruprecht in Prokofjews »Der feurige Engel«,  als Tagliaferro in Piccinis »La Cecchina ossia La Buona Figliola«, als Ford im »Falstaff« von Verdi, als Enrico in Donizettis »Il Campanello«, in der Titelrolle von Hindemiths »Mathis der Maler«, als Raimbaud in Rossinis »Le Comte Ory«, als Doktor Malatesta in »Don Pasquale«, als Kruschina in Smetanas »Die verkaufte Braut«, als Arnolfo in »La Scuola delle Mogli« von Virgilio Mortari, als Peter in »Hänsel und Gretel«, als Don Domualdo in »Le Astuzie Femminili« von Cimarosa, als Protiere in »Macbeth« von E. Bloch, als Cantastorie in »Sette Canzoni« von G. Malipiero, als Giorgio in »Nina« von Paisiello, als Pellegrino in »Maria Egiziaca« von O. Respighi, als Tingoccio d‘Arno Nero in der Uraufführung der Oper »Il Calzare d‘Argento« von I. Pizzetti, als Arsamene in Händels »Serse«, als Tartaglia in »Turandot« von Busoni, in der Titelrolle von Guido Turchis »Il Buon Soldato Svejk« (in der Uraufführung dieser Oper), als Musiklehrer in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, als Lo Zio in der Uraufführung der Oper »Il linguaggio dei fiori« von Renzo Rossellini, als Giovanni in »Era Proibito« von. L. Chailly, als David in »L’Amico Fritz« von Mascagni, als Bill in »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« von K. Weill, als Dandini in Rossinis »La Cenerentola«, als Paolo in Verdis »Simon Boccanegra«, als Corbolone in »Il marito disperato« von Cimarosa und als Ping in Puccinis »Turandot«. Im April 1954 sang er in der ersten Opernsendung des Italienischen Fernsehens den Figaro im »Barbier von Sevilla«. Seit 1957 trat er mit großen Erfolgen bei den Festspielen von Salzburg auf. Hier sang er 1957 und 1981-82 den Ford im »Falstaff« von Verdi, 1958-59 den Guglielmo, 1960-61 und 1968-70 den Masetto, 1961 den Paolo in »Simon Boccanegra«. 1971-72 den Doktor Malatesta sowie 1972 und 1974-77 den Don Alfonso. 1957-97 gastierte er an der Wiener Staatsoper in insgesamt 128 Vorstellungen als Germont-père, als Ford, als Sharpless, als Amonasro in »Aida«, als Escamillo in »Carmen«, als Tonio im »Bajazzo«, als Figaro sowohl in »Le nozze di Figaro« als auch im »Barbier von Sevilla«, als Marcello, als Doktor Malatesta, als Masetto, als Enrico in »Lucia di Lammermoor« (den er an der Wiener Staatsoper bereits 1955 bei einem Gastspiel der Mailänder Scala an der Seite von Maria Callas unter Herbert von Karajan sang), als Don Alfonso, als Dandini, als Dulcamara in »L’Elisir d’amore« und als Lescaut in Puccinis »Manon Lescaut«. Gastspiele an der Covent Garden Oper London (1960 als Figaro im »Barbier von Sevilla«), in Paris und Brüssel. Große Erfolge hatte er auch beim Festival von Aix-en-Provence (als Figaro in »Le nozze di Figaro«), bei den Festspielen in der Arena von Verona (1979, 1983), beim Maggio Musicale Fiorentino und bei den Festspielen in den Thermen des Caracalla in Rom. 1955 wirkte er in Venedig in der Bühnen-Uraufführung von Prokofjews Oper »Der feurige Engel« (»L’Ange de feu«) mit. Er gastierte auch am Bolschoi Theater Moskau, an den Opern von Rio de Janeiro, Athen und Amsterdam, an der Deutschen Oper Berlin, an den Staatsopern von München und Stuttgart, in Barcelona, Lissabon, Monte Carlo, Zürich, Johannesburg, an der San Francisco Opera (1958 als Figaro im »Barbier von Sevilla« wie in »Le nozze di Figaro« und als Marcello) und an allen führenden italienischen Operntheatern. Seine Karriere dauerte ungewöhnlich lange. In den achtziger Jahren gastierte er an der Londoner Covent Garden Oper als Don Alfonso, als Don Pasquale, als Falstaff von Verdi und als Dulcamara. 1985 trat er am Teatro Comunale Bologna als Dulcamara, 1988 beim Maggio Musicale Florenz als Gianni Schicchi von Puccini auf, den er 1996 auch an der Oper von Chicago zum Vortrag brachte. 1990 gastierte er an der Deutschen Oper Berlin als Dulcamara, 1990 in Catania als Douglas in der Oper »Guglielmo Ratcliff« von Mascagni. 1998 sang er, inzwischen 74 Jahre alt, in Barcelona den Dulcamara, am Teatro Comunale Florenz den Gianni Schicchi. Den Don Alfonso sang er 2000 bei seinem Debüt (!) an der Grand Opéra Paris; im Fernsehen erschien er 2000 als Germont-père, am Opernhaus von Frankfurt a.M. 2001 als Dulcamara. Er betätigte sich auch als Opernregisseur (u.a. 1997 »Madame Butterfly« beim Puccini Festival in Torre del Lago). – Baritonstimme von hoher Musikalität und besonderer Wandlungsfähigkeit des Ausdrucks.

Schallplatten der Marken Columbia (»I Puritani«, »Pagliacci«, »Cavalleria rusticana«, »Così fan tutte«, »Amelia al Ballo«, »Il Trovatore«, »Falstaff«, »La Bohème«, »La Traviata«, »L’Elisir d’amore«), Ricordi (»Il barbiere di Siviglia« und »La cambiale di matrimonio« von Rossini), HMV (»La Traviata«, »Madame Butterfly«), RCA (Titelheld in Verdis »Falstaff«), Ariola-Eurodisc (Leporello im »Don Giovanni«, Titelheld in »Gianni Schicchi«), Philips (»Falstaff«), Melodram (»Alfonso und Estrella« von Schubert), Foyer (Amfortas im »Parsifal« mit Maria Callas auf Italienisch, Rom 1950), Replica (»Lucia di Lammermoor« mit Maria Callas), Cetra Opera Live (»Alceste« von Gluck, »Le nozze di Figaro«), Movimento Musica (»Don Giovanni« und »Simon Boccanegra« aus Salzburg), Cetra (»La Battaglia di Legnano« und »Aida« von Verdi), Decca (»La Bohème«, »L’Italiana in Algeri«, »L’Elisir d’amore«), DGG (»La Traviata«, »Pagliacci«, »Così fan tutte«), Orfeo (»Oberto« von Verdi), Bellaphon (»Rigoletto«), Teldec (Germont-père in »La Traviata«, 2000!) und Odeon.

 

 

 

INFOS DES TAGES (SAMSTAG, 26. OKTOBER 2019 – Österreichischer Nationalfeiertag)

INFOS DES TAGES (SAMSTAG, 26. OKTOBER 2019 – Österreichischer Nationalfeiertag)

WIENER STAATSBALLETT: PREMIERE „JEWELS“ am 2. NOVEMBER 2019

„Preziosen à la Mr. B.“ – zur Premiere und zum Abend


Ketevan Papava und Ensemble in „Rubies“. Copyrights: Wiener Staatsballett/Ashley Taylor

Drei funkelnde Edelsteine fügen sich am Samstag, 2. November 2019 in der Wiener Staatsoper zu einem Schmuckstück zusammen: zu George Balanchines dreiteiligem Abend Jewels mit den Stücken Emeralds, Rubies und Diamonds, der ersten Premiere des Wiener Staatsballetts in dieser Spielzeit.

Am 13. April 1967 mit dem New York City Ballet in New York zur Uraufführung gelangt, stellt Jewels das erste „abstrakte Ballett“ George Balanchines mit abendfüllender Gesamtdauer dar. Die drei Teile werden dabei lose durch die Idee der Edelsteine bzw. Juwelen verbunden: die Begegnung mit dem Juwelier Claude Arpels regte Balanchine maßgeblich zu seiner Choreographie an. Durch die Wahl der Komponisten Fauré, Strawinski und Tschaikowski bildet das Ballett auch eine Art geographischer Lebensrückschau von George Balanchine mit den Stationen Frankreich (Emeralds), USA (Rubies) und Russland (Diamonds).

Die drei „Juwelen“ der Ballettliteratur sind auf diese Weise ein „Wegweiser durch Balanchines Leben und Werk wie dessen historische Inspirationsquellen“, wie auch im Programmheft des Abends zu lesen sein wird, das Werk gerät auf diese Weise „zu einem einzigen, ebenso opulent wie mit größter Liebe zum Detail ausgestatteten Fest des (neo)klassischen Tanzes, bei dem es in jedem einzelnen kostbaren Moment unendlich viel zu entdecken gibt.“


Natascha Mair, Robert Gabdullin, Alice Firenze, Dumitru Taran, Ioanna Avraam, Roman Lazik und Madison Young in „Emeralds“. Copyright: Ashley Taylor/ Wiener Staatsballett

Zur Besetzung

In den insgesamt neun Vorstellungen (Premiere am 2. November; Reprisen am 4. und 5. November, 2., 5., 7. und 9. Dezember 2019 sowie am 27. und 29. Jänner 2020) tanzen alternierende Besetzungen. Am Premierenabend sind in Emeralds u. a. Natascha Mair und Robert Gabdullin, Madison Young und Roman Lazik sowie Ioanna Avraam, Dumitru Taran und Alice Firenze zu erleben; in Rubies u. a. Nikisha Fogo und Davide Dato sowie Ketevan Papava und in Diamonds u. a. Olga Esina und Jakob Feyferlik. Am Pult steht Paul Connelly, der dem Haus am Ring seit seinem Debüt 1991 mit einer BallettGala eng verbunden ist. Bisher leitete er an der Wiener Staatsoper weiters Il barbiere di Siviglia und Ballettvorstellungen von Schwanensee, Don Quixote, Giselle, Romeo und Julia, die Wiederaufnahmen von Dornröschen und La Fille mal gardée sowie die Premiere von Der Nussknacker.

Es spielt das Orchester der Wiener Staatsoper.
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WIEN/ Minoritenkirche: HEUTE Sa, 26.10.2019    Beginn 19:30 Ende 20:45

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 Concert Spirituel: „Erben der Klassik“ Minoritenkirche

Programm

Johann Sebastian Bach Konzert für zwei Violinen, Streicher und Basso continuo D-moll, BWV 1043
Francois Devienne Konzert für Flöte in F-Dur, Nr. 7
Felix Mendelssohn Bartholdy Sinfonie für Streicher Nr. 9 C-Dur „Schweizer Sinfonie“

Der Code „merker“ ist freigeschaltet für alle Konzerte in der Minoritenkirche bis 30.12.
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Philippe Bernold (Dirigent)
Mario Hossen (Violine)
Valerie Leopold (Violine
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HEUTE BEREITS UM 16 h PREMIERE IM KASINO DES WIENER BURGTHEATERS: „WIE VERSTECKT MAN EINEN ELEFANTEN?“ von Joel Horwood nach Gillian Cross


Markus Kiepe, Maresi Riegner, Elisabeth Augustin, Leonard Dick. Copyright: Barbara Zeininger

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SAVE THE DATE: 7. November 2019  16h30: WIENER RICHARD WAGNER-VERBAND

In bald zwei Wochen ist es wieder so weit: Am 11.11. beginnt der Fasching –   sein Höhepunkt wie jedes Jahr der Wiener Opernball . Nach dem Tod  von Lotte Tobisch, die 15 Jahre sein Gesicht nach außen prägte, steht dieses Ereignis wieder  verstärkt im Blickpunkt.  Wer sich näher für seine interessante und eng mit dem historischen Abläufen in Österreich verknüpfte Geschichte  interessiert, am 7.11. 2019  gestalten die frühere ORF-Journalistin   Ulrike Messer- Krol und ihr Mann  dazu wieder ihren Vortrag : Für alle Musik- Interessierten besonders interessant – es gibt eine enge Verbindung zwischen den ersten Bayreuther Festspiele 1876 und dem ersten Ball in der Wiener Hofoper im Jahr darauf.
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Am heutigen Nationalfeiertag zeigt MULATSCHAG TV in Kooperation mit OKTO ganze 6 Stunden Musik aus Österreich!

20:00-22:05Uhr

MADE IN AUSTRIA
Mit viel Herzblut ausgewähltes Liedgut aus Österreich,

mit Amandas Nadel, Jesus Messerschmitt, Drahdiwaberl, Kainrath & Mokesch, Cornerstone, Dystrust, Freigang, Rotzpipn, Bartolomey Bittmann, El Zwa, Die Jedleseer, Superschnauzer, Rammelhof, Ulli Bäer.

22:05-02:00Uhr

DIE LANGE NACHT DER AUSTROZONE

Moderator Eberhard Forcher zeigt Clips zeitgenössischer Österreichischer Popularmusik.

Mit Wanda, EAV, Ankathi Koi, Pizzera & Jaus, 5/8erl in Ehren, Deladap, Rainhard Fendrich, Die Mayerin, Melinda Stojka, u.v.a.

VORSCHAU:

Sa. 02. Nov.2019, 20:00Uhr

TV-Special „50 JAHRE DRAHDIWABERL – IN MEMORIAM STEFAN WEBER

aufgenommen am 05.Okt. 2019 im Gasometer Wien, anläßlich des

absolut letzten Konzerts der DRAHDIWABERL. LINK ZUR SENDUNG:
https://www.youtube.com/watch?v=Wy1i3kEwE-s

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FÜSSEN: „Die klassische Oper kehrt zurück in Ludwigs Festspielhaus!“

Giuseppe Verdi – Der Troubadour
Termin: Mo, 04.11.2019 19:00 Uhr

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Copyright: Ludwigs Festspielhaus

„Die klassische Oper kehrt zurück in Ludwigs Festspielhaus!“, freut sich Theaterdirektor Benjamin Sahler. Und das gleich mit einem Meisterwerk: „Der Troubadour“  von Guiseppe Verdi.  Für viele ist „Il trovatore“ seine beste Oper – eine verrückte Handlung, gespickt mit wunderbaren Arien, die sofort ins Ohr gehen. In Ludwigs Festspielhaus Füssen wird sie von einem der ältesten und erfolgreichsten musikalischen Tourneetheater Europas, der Compagnia d’Opera di Milano aufgeführt mit Chor und Live Orchester der Staatsoper Rousse.

Leidenschaftliche Liebe, tödliche Eifersucht und Rachsucht bis zur Selbstzerstörung sind die treibenden Kräfte der Handlung: Leonora, die Frau, die zwischen dem Außenseiter Manrico, dem Troubadour, und dessen erbitterten Feind Graf Luna steht, und die Zigeunerin Azucena, die ein düsteres Geheimnis birgt, entscheiden das Schicksal der beiden Männer. Guiseppe Verdi erreichte in dieser Oper seine musikalische Reife und Ausdruckskraft. Die Oper fesselt vom ersten Augenblick durch die außergewöhnliche Expressivität der Musik, die musikalisch-psychologische Vielschichtigkeit der Charaktere und die abwechslungsreichen Schauplätze.

Die Compagnia d’Opera di Milano darf sich mit Recht als das älteste und erfolgreichste musikalische Tourneetheater Europas bezeichnen, u.a. mit Auftritten selbst in Festspielstädten wie Edinburgh, Salzburg, Aix-en-Provence oder Bregenz. Ihre Verdienste um die Popularisierung des Belcanto-Repertoires wurden mehrfach von der italienischen Regierung ausgezeichnet. Der hervorragende Ruf der Compagnia d‘Opera Italiana di Milano lässt sie zum begehrten Karrieresprungbrett junger Sänger aus der ganzen Welt werden. Bei dem alljährlichen Vorsingen in Mailand sind Künstler und Künstlerinnen nicht nur aus Italien, sondern aus fast allen Kontinenten vertreten. Besonders erfreulich ist es, wenn junge Künstler, die erstmals und über Jahre im Tourneegebiet vorgestellt werden konnten, Karriere machen, wie etwa Miriam Gauci, Svetla Wassilewa oder Maria Luigia Borsi und viele, deren Wege von der Scala bis zur Metropolitan Opera, den Salzburger Festspielen und führenden Opernhäusern wie Wien, Stuttgart oder Zürich führten. Der Troubadour wird in Koproduktion mit der Staatsoper Rousse realisiert. Der Erfolg, den die Compagnia seit Jahrzehnten hat, wurde von der Süddeutschen Zeitung so zusammengefasst: „… wieder einmal restlos ausverkauft. Die alljährlichen Gastspiele der Compagnia sind jeweils Opernhöhepunkte mit Garantie.“

Auftakt der Winterclassics

Mit „Der Troubadour“ am 4.11. startet Ludwigs Festspielhaus die Reihe Winterclassics. Am 11.11. folgt die große „Verdi-Puccini-Gala“, ebenfalls mit der Compagnia d ́Opera Italiana di Milano. Am 3.12. folgt der Ballettklassiker „Schwanensee“, am 21.12. „Swinging Christmas feat. Kevin Tarte“ und am 6.01.2020 dann „Die Fledermaus“. Neu ist hier das Angebot eines Mini-Abos: 3 aus 6 Veranstaltungen können besucht werden und nur 2 müssen bezahlt werden.

https://das-festspielhaus.de/winterclassics/

Alle Tickets unter www.das-festspielhaus.de

Service-Hotline + 49 83 62 50 77 – 777
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Wien Modern: Start mit Vulkanausbruch

Eröffnungskonzert mit RSO Wien unter der Leitung von Marin Alsop, generationenübergreifendes Wochenende mit Arditti Quartet, Abschiedskonzert die reihe, Black Page Orchestra und Schallfeld, Modified Grounds in der Brigittenauer Brücke, abendfüllende Ur- und Erstaufführungen von Pierluigi Billone und Alberto Posadas u.v.a.

Rund um das Festivalthema Wachstum bewegt sich die 32. Ausgabe von Wien Modern in 100 Veranstaltungen auf einer Skala zwischen Minimalismus und Maximalismus. Gleich beides wird hörbar im Eröffnungskonzert mit dem RSO unter der Leitung der neuen Chefdirigentin Marin Alsop. Am darauffolgenden ersten Festivalwochenende kommt es mit dem Arditti Quartet, dem Abschiedskonzert des vor sechs Jahrzehnten gegründeten Ensembles die reihe und jungen Ensembles wie Black Page Orchestra und Schallfeld zu musikalischen Begegnungen über mehrere Generationen hinweg. Mehr denn je begibt sich Wien Modern hinaus in die Wiener Bezirke und bietet mit der Bespielung des Innenraums der Brigittenauer Brücke im Rahmen des Projekts Modified  Grounds ungewöhnliche Einblicke in die Stadtarchitektur Wiens und die Möglichkeit, zwei österreichische Künstlerinnen der jungen Generation kennen zu lernen.

Ausblick Woche 1

Mit Marin Alsop steht erstmals eine Frau an der Spitze eines österreichischen Orchesters. Aus diesem Anlass laden RSO Wien, mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, Wiener Konzerthaus und Wien Modern zu einem mehrtägigen Schwerpunkt zum Thema Gleichstellung in der Musik, mit Lectures, Workshops, Masterclasses und einer Podiumsdiskussion ein (Fifty-Fifty in 2030, Montag 28.–Mittwoch 30.10, Freitag 01.–Sonntag 03.11.).

Am Mittwoch 30.10. und Freitag  01.11. finden im echoraum die Noches de los muertos. Gimme more! statt. Seit ihrer Gründung 2012 sind die Noches weniger der Überlegung nach dem Größer-und-besser-Werden geschuldet als vielmehr der Intensivierung des Radikalen, dementsprechend kompromisslos und experimentell sind die Beiträge von Gimme More!

Wien Modern widmet sich diesmal der Aufgabe, den Begriff Wachstum mit den Mitteln der Musik ein klein wenig aus der Erstarrung zu befreien, in die er durch seine andauernde Verwendung in Wirtschaft, Stadtplanung und Politik geraten ist. Da kommt ein Vulkanausbruch zum Eröffnungskonzert am Donnerstag 31.10. gerade recht: Die existenzielle Erfahrung der gewaltigen Eruption des Vulkans Hekla 1947/1948 verarbeitete der isländische Komponist Jón Leifs zu einem der lautesten Orchesterstücke aller Zeiten. Luciano Berio brachte 1968 mit seiner umwerfenden Sinfonia die Frage auf den Punkt, zu welcher Dichte sich ein Orchesterwerk steigern lässt. Mit The Swingles steht dabei die seit der Uraufführung originale Solobesetzung auf der Bühne. Auch die drei neuen Werke im Programm spüren der Kunst nach, das richtige Maß zu finden. Mit Hilfe der abstrakten Malerei und flächigem weißen Rauschen begibt sich Peter Ablinger an den Punkt, wo Maximalismus und Minimalismus ineinander übergehen: Inspiriert von Gerhard Richters Gemäldeserie »8 Grau« lässt er ein dichtes orchestrales Geflecht unter Schichten von weißem Rauschen verschwinden. Clara Iannotta nähert sich mit Kassettenrekordern, Kazoos und anderen ungewöhnlichen Klangerzeugern behutsam der Hörschwelle. Agata Zubel, Gewinnerin des Erste Bank Kompositionspreises 2018, zündet dagegen schlicht ein Feuerwerk.

Die Reihe Minimal Night Music, die am Donnerstag 31.10. startet,  bietet im Kontrast zu allerlei Überbordendem zehn Augenblicke der Reduktion: das kürzeste Konzert des Festivals (23.11.), den kleinsten Raum (15.11.), das feinfühligste Duo (28.11.), kleinste Bewegungen (20.11.), einen einzigen Ton (10.11.), Franz Schubert (11.11.), Noise (17.11.) und sogar Minimal Music (08.+09.11.). Prelude: pass.age ist ein performatives Musikstück, das David Ender und Jack Hauser im Festival »Österreich heute« 1991 im Mozartsaal aufführten. Der damalige Mitschnitt kehrt nun mit Hilfe von zwei Plattenspielern zurück ins Wiener Konzerthaus. Der ergänzende Traumscore von Sabina Holzer ist Teil ihrer seit 2009 auf die (Nicht-)Bühne gebrachten performativen Praxis Miss Coochie träumt.

Das erste Festivalwochenende (Samstag 02.11. – Sonntag 03.11.) startet  mit dem außergewöhnlichen Projekt Modified Grounds der bildenden Künstlerin Katrin Hornek, der Komponistin Judith Unterpertinger und zehn SchlagwerkerInnen im Innenraum der Brigittenauer Brücke. Das Publikum bewegt sich unterhalb der Brücke auf einem begehbaren Gitter – schwebend zwischen Wasseroberfläche und Fahrbahn.

Weiter geht es mit einem Generationen umspannenden musikalischen Bogen im Wiener Konzerthaus: 1974 und 2014, 1958 und 2013 – vier bzw. fünfeinhalb Jahrzehnte liegen zwischen den Gründungsdaten der Ensembles, die an diesem Wochenende im Mozart-Saal zu hören sind. Das Arditti Quartet, diesmal u.a. mit Erstauführungen von Clara Iannotta, Younghi Pagh-Paan und Klaus Lang ist ganz auf Reduktion ausgerichtet (Samstag 02.11.). Das Black Page Orchestra, ein junges, experimentierfreudiges Wiener Kollektiv, agiert hingegen durchaus überbordend: Vom postdigitalen, binären Minimalismus bei Kaj Duncan David bis zum hart zugreifenden Punkrock-Gestus bei Hikari Kiyama beweist das Ensemble Mut zur Farbe (Samstag 02.11.). Am Sonntag 03.11. gibt das 1958 von Friedrich Cerha und Kurt Schwertsik gegründete und damit dienstälteste  Ensemble des Landes die reihe sein Abschiedskonzert. Die für das Programm ausgewählten Werke von Varèse, Webern und Weill wurden nach dem Zweiten Weltkrieg von der reihe erstmals in Wien gespielt. Eine Gelegenheit für Dank, für den Blick zurück und nach vorn – beispielsweise auf das junge Ensemble Schallfeld (Sonntag 03.11.), bei dem Diversität, innovative Konzertinszenierungen und eine experimentierfreudige KomponistInnenszene im Mittelpunkt stehen. Wie auch das Black Page Orchestra am Vorabend, zieht das bei „Professor Klangforum“ in Graz ausgebildete junge Ensemble für sein Debüt im Mozart-Saal des Wiener Konzerthauses alle Register.

Ausblick Woche 2

Am Montag, 4.11. steht mit dem Programm Jetzt / Blackout von ascolta im Wiener Konzerthaus  die zweite große Uraufführung von Peter Ablinger im Rahmen des diesjährigen Festivals auf dem Programm – Beethovens Neunte trifft auf Al-Jazeera-TV. Mit der Uraufführung Boys Don’t Cry von Martin Schüttler und Erstaufführungen von Isabel Mundry, Anna Korsun und Márton Illés präsentiert sich das Stuttgarter Avantgarde-Ensemble bei seiner Rückkehr nach Wien mit einem sehr virtuosen, abwechslungsreichen Programm.

Eine herausragende Etappe der Wien Modern Gipfeltour 2019 folgt am Dienstag, 05.11. im Mozart-Saal – das Ensemble PHACE unter der Leitung von Emilio Pomárico und die beiden Sängerinnen Anna Clare Hauf und Annette Schönmüller präsentieren die große Uraufführung von Pierluigi Billones FACE Dia.De. Das abendfüllende Werk des in Wien lebenden Komponisten knüpft an das bei Wien Modern 2016 uraufgeführte FACE für eine Stimme und Ensemble an, das seither mit großem Erfolg auf Festivals von Berlin bis New York zu hören war: Sprachliche Urlaute und die hemmungslose Ausdruckspalette der griechischen Tragödie erweitern das Klangfeld der Stimme.

Zwei umfangreiche Werkzyklen des spanischen Komponisten Alberto Posadas bilden weitere herausragende Stationen: Erinnerungsspuren für Klavier solo am Mittwoch, 06.11. wird vom Widmungsträger des Stücks, dem Pianisten Florian Hölscher, erstmals gemeinsam mit den Referenzstücken auf die Bühne gebracht. Von Bach über Couperin und Debussy bis zu Scelsi und Stockhausen spannt Posadas einen weiten Bogen durch die weite Strecken der Musikgeschichte und überrascht mit einem unbekümmerten, frischen Umgang mit den Säulenheiligen des Klaviers. Poètica del espacio, sein soeben bei den Donaueschinger Musiktagen uraufgeführter hochvirtuoser Zyklus für Ensemble im Raum wird am Freitag 08.11. vom Klangforum Wien unter der Leitung von Sylvain Cambreling im Großen Saal des Wiener Konzerthauses gespielt. Eine ausgeklügelte Zeit- und Raumgestaltung bringt die im Raum verteilten MusikerInnen zum Abschluss des spielfilmlangen Werks gemeinsam auf die Bühne. Den Umgang mit Instrumenten treibt die Konstellation von Komponist und Ensemble hier gemeinsam zu neuen Stufen der Perfektion – von quasi elektronischen Sounds der Glasharmonika aus Mozarts Zeiten bis hin zu atemberaubenden Solos der Klangforum-MusikerInnen ist Poètica del espacio ein klangsinnliches Meisterwerk der Instrumentationskunst.

Am Donnerstag 07.11. feiert die Alban Berg Stiftung ihr 50-jähriges Jubiläum und präsentiert mit dem Boulanger Trio die jungen Preisträger des zu diesem Anlass ausgeschriebenen Kompositionswettbewerbs.

Das zweite Festivalwochenende beinhaltet zentral die vermutlich außergewöhnlichste künstlerische Grenzerfahrung des Festivals – sew me into a shroud of leaves von Michael Hersch am Samstag 09.11. im Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek, die von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang insgesamt 15 Stunden umfasst. Dazu kommen Salon Souterrain (Freitag 08.11.–Sonntag 10.11.) im Musikverein und im Sonnwendviertel, Josef Matthias Hauer revisited in der Alten Schmiede und die Minimal Night Music (Freitag 08. und Samstag 09.11.), u.a. in der Ruprechtskirche.

Wien Modern 32

Insgesamt präsentiert Wien Modern dieses Jahr 34 Tage lang 100 Veranstaltungen mit 109 Ur- und Erstaufführungen an 25 Spielstätten in 12 Wiener Gemeindebezirken. Mit dem Generalpass (€ 130 / € 85), der Vorteilskarte (30% Rabatt ab vier Veranstaltungen) sowie kostenlosen Angeboten ist das 1988 gegründete Festival eine günstige Gelegenheit zur Begegnung mit der aktuellen Vielfalt der Musik. Ermöglicht wird Wien Modern von der Stadt Wien Kultur und dem Bundeskanzleramt Kunst, den Festivalsponsoren Kapsch und Erste Bank, der Art Mentor Foundation Lucerne, der Ernst von Siemens Musikstiftung, den SKE der austro mechana, AKM und zahlreichen Koproduktions- und Kooperationspartnern. Das Programm ist online unter www.wienmodern.at.

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ORF / ORF III am Nationalfeiertagswochenende: TV-Premiere „I Am From Austria – Das Erfolgsmusical“ mit Iréna Flury & Lukas Perman

 Außerdem: Dokuvierteiler mit Heinz Fischer „Auf den Spuren der Republik“, „Ikonen in Rot-Weiß-Rot“ über Lamarr, Qualtinger, Conrads u. a. =

Wien (OTS) – ORF III setzt am Wochenende seinen dreitägigen ORF-III-Schwerpunkt zum Nationalfeiertag fort. Am Samstag, dem 26. Oktober 2019, ist im Hauptabend die vierteilige „zeit.geschichte“-Produktion „Auf den Spuren der Republik“ mit Altbundespräsident Heinz Fischer zu sehen. Am Sonntag, dem 27. Oktober, präsentiert ORF III die TV-Premiere von „I Am From Austria – Das Erfolgsmusical“ u. a. mit Iréna Flury und Lukas Perman.

Nationalfeiertag, Samstag, 26. Oktober

Am Nationalfeiertag erkundet ein mehrteiliges „ORF III Spezial“ ab 10.15 Uhr die vielseitigen Naturschätze Österreichs.

Im Hauptabend steht ab 20.15 Uhr der „zeit.geschichte“-Vierteiler „Auf den Spuren der Republik“ auf dem Programm, der 2018 anlässlich des 100. Republikjubiläums Premiere feierte. Altbundespräsident Heinz Fischer führt als Präsentator und Interviewer sowie als Zeitzeuge durch die Produktion. Den Auftakt macht ein Film über die Jahre 1918 bis 1938 (20.15 Uhr). Das Jahr 1918 bedeutete für Österreich das Ende des Ersten Weltkriegs und das Ende der Habsburger-Monarchie. Gleichzeitig läutete das Jahr aber auch den Beginn der bereits 100-jährigen Republiksgeschichte ein: Am 12. November wurde die Republik ausgerufen. Österreich wurde zum Rumpfstaat aus den Resten der Monarchie, auf den in den folgenden Jahren noch viele Turbulenzen zukommen sollten. Teil zwei „Auf den Spuren der Republik 1945–1966“ (21.00 Uhr): Das Ende der NS-Herrschaft und des Zweiten Weltkriegs ist die Geburtsstunde der Zweiten Republik. Wien und andere Städte sind zerstört, das Land von den alliierten Mächten besetzt. Der Wiederaufbau verläuft in den ersten Jahren schwierig. Der Staatsvertrag aber bringt die ersehnte Freiheit und Unabhängigkeit. Im dritten Teil „1966–1989“ (21.50 Uhr) geht es zunächst um die Wirtschaftswunderjahre. Eine heile Zeit für viele, aber auch eine Periode, in der die Menschen langsam vom Schatten ihrer eigenen Vergangenheit heimgesucht werden. 1968 ist das Jahr der Studentenunruhen sowie der Niederschlagung des Prager Frühlings, was auch Österreich die Härte des Kalten Kriegs spüren lässt. Anschließend ist die vierte und letzte Folge „1989–2018“ (22.40 Uhr) zu sehen. Ende der 1980er Jahre ist Österreich nach dem Fall Waldheim mit der Aufarbeitung der NS-Zeit beschäftigt. Die Rede von Bundeskanzler Vranitzky 1991, in der er die Mitverantwortung des Landes an den Verbrechen dieser Zeit betont, bringt eine nachhaltige Wende im Umgang mit der Vergangenheit. 1995 findet Österreich seinen Platz in der Europäischen Union. Innenpolitisch werden allerdings Wendezeiten eingeläutet, die das Ende der gewohnten Regierungsaufteilung zwischen SPÖ und ÖVP bedeuten.

Der Abend schließt um 23.30 Uhr mit der „Wienerlied-Gala“ aus dem Jahr 2018, bei der im Wiener Rathaus Publikumslieblinge wie Horst Chmela, Tini Kainrath und Andy Lee Lang auftraten.

Sonntag, 27. Oktober

Der Sonntag in ORF III ist ganz den „Ikonen in Rot-Weiß-Rot“ gewidmet. Ab 9.00 Uhr sind zwölf Porträts prägender Persönlichkeiten in Folge zu sehen, beginnend mit der Doku „Hedy Lamarr: Die österreichische Hollywood-Legende“ (9.00 Uhr). Des Weiteren folgen Filme über Fritz Eckhardt (9.55 Uhr), Romy Schneider (10.45 Uhr), Maxi Böhm (11.30 Uhr), Helmut Qualtinger (12.15 Uhr und 13.45 Uhr), Gerhard Bronner (15.20 Uhr), Fritz Muliar (16.10 Uhr), Karl Farkas (17.00 Uhr), Ernst Waldbrunn (17.50 Uhr), Alfred Böhm (18.40 Uhr) und Heinz Conrads (19.25 Uhr).

Um 20.15 Uhr steht mit der TV-Premiere von „I Am From Austria – Das Erfolgsmusical“ ein besonderes Highlight auf dem Programm. Keine Musikzeile steht so für Österreich wie Rainhard Fendrichs „I Am From Austria“. Dieser Song, der für viele die inoffizielle österreichische Hymne ist, stand Pate für den gleichnamige Publikumshit im Wiener Raimund Theater der Vereinigten Bühnen Wien. Eine mitreißende und schwungvolle Reise durch die größten Fendrich-Hits: Von „Macho Macho“ bis „Es lebe der Sport“ lässt diese Produktion den Fendrich-Soundtrack der 1980er und 1990er Jahre erklingen, verpackt in eine entzückende Handlung, die einen überaus unterhaltsamen Abend garantiert. In den Hauptrollen sind Iréna Flury, Lukas Perman, Elisabeth Engstler, Andreas Steppan, Martin Bermoser und Dolores Schmidinger zu erleben. Für die Bildregie zeichnete Felix Breisach verantwortlich.

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INFOS DES TAGES (MONTAG, 21. OKTOBER 2019)

INFOS DES TAGES (MONTAG, 21. OKTOBER 2019)

Buchbesprechumg: Brigitte Fassbaender: „KOMM’ AUS DEM STAUNEN NICHT HERAUS“

Brigitte Fassbaender:
„KOMM’ AUS DEM STAUNEN NICHT HERAUS“
Memoiren
382 Seiten, Verlag C.H.Beck, 2019

Sie wollte mit 44 Jahren sterben und hat doch erreicht, was man „Alter“ nennt: Brigitte Fassbaender, geboren am 3, Juli 1939 in Berlin, ist folglich 80 – da hat sie sich mit ihren Memoiren ohnedies Zeit gelassen für eine Frau, die so viel erlebt und geleistet hat wie sie. Nun hat sie sich der verlangten Zeitzeugenschaft gestellt, nicht oberflächlich geplaudert, sondern ernsthaft und ausführlich. Und ohne Ghostwriter, was ihr wohl nicht schwer gefallen ist, hat sie immer doch schon nebenbei geschrieben (und gemalt auch)…

ZUR BUCHSPRECHUNG

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OPER FRANKFURT: Premiere LADY MACBETH VON MZENSK

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Dmitri D. Schostakowitsch

Oper in vier Akten (neun Bildern) von Dmitri D. Schostakowitsch Text vom Komponisten und Alexander G. Preis nach Nikolai S. Leskow In russischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Musikalische Leitung: Sebastian Weigle
Regie: Anselm Weber
Bühnenbild und Kostüme: Kaspar Glarner
Licht: Olaf Winter
Video: Bibi Abel
Chor und Extrachor: Tilman Michael
Dramaturgie: Konrad Kuhn

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Anja Kampe. Copyright: Sasha Vasiljevj

Katerina Ismailowa: Anja Kampe
Axinja: Julia Dawson
Sergei: Dmitry Golovnin
Hausknecht: Mikołaj Trąbka
Boris Ismailow / Der alte Zwangsarbeiter: Dmitry Belosselskiy
Polizist / Wachposten: Dietrich Volle
Sinowi Ismailow: Evgeny Akimov
Lehrer / 1. Vorabeiter: Theo Lebow
Der Schäbige: Peter Marsh
Betrunkener Gast / 2. Vorabeiter: Michael McCown
Sonjetka: Zanda Švēde
3. Vorarbeiter: Hans-Jürgen Lazar
Pope: Alfred Reiter
Eine Zwangsarbeiterin: Barbara Zechmeister
Polizeichef: Iain MacNeil
Kutscher: Alexey Egorov
Verwalter / Sergeant: Anthony Robin Schneider
Mühlenarbeiter: Yongchul Lim
Chor, Extrachor und Statisterie der Oper Frankfurt; Frankfurter Opern- und Museumsorchester
Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper

Am 22. Januar 1934 wurde Lady Macbeth von Mzensk von Dmitri D. Schostakowitsch (1906-1975) im MalyTheater Sankt Petersburg mit durchschlagendem Erfolg uraufgeführt. Das Libretto zu seiner zweiten Oper verfasste der russische Komponist in Zusammenarbeit mit Alexander G. Preis, basierend auf der gleichnamigen Novelle von Nikolai S. Leskow (1865). Das 1936 von Stalin verhängte Aufführungsverbot ließ das Werk für viele Jahre von den sowjetischen Spielplänen verschwinden. Vor über einem Vierteljahrhundert kam Lady Macbeth von Mzensk zuletzt in der Regie von Werner Schroeter am 7. März 1993 an der Oper Frankfurt heraus.
Zum Inhalt: Katerina, Ehefrau des Kaufmanns Sinowi, betrügt diesen mit dem Arbeiter Sergei. Dies bemerkt ihr Schwiegervater Boris, der während der Abwesenheit seines Sohnes ebenfalls ein Auge auf die junge Frau geworfen hat. Der Alte verprügelt Sergei, woraufhin er von Katerina vergiftet wird. Sinowi weiß bereits um die Liaison seiner Frau, kehrt vorzeitig zurück und wird von den Liebenden umgebracht. Während die Hochzeit des neuen Paares im Gange ist, findet man die im Haus versteckte Leiche Sinowis. Katerina und Sergei werden zu Lagerhaft verurteilt, wo Sergei mit der Zwangsarbeiterin Sonjetka anbandelt. Daraufhin tötet Katerina ihre Nebenbuhlerin und sich selbst.
Die musikalische Leitung liegt bei GMD Sebastian Weigle, der damit seine erste Neuproduktion der Saison 2019/20 an seinem Stammhaus vorlegt. Der Frankfurter Schauspielintendant Anselm Weber führt erneut Regie im benachbarten Opernhaus, wo er zuletzt 2015 Weinbergs Die Passagierin inszenierte. Die deutsche Sopranistin Anja Kampe (Katerina Ismailowa) debütierte 2007/08 als Lisa in Tschaikowskis Pique Dame im Haus am Willy-Brandt-Platz. Als Katerina Ismailowa war sie bereits 2017 an der Bayerischen Staatsoper zu erleben. Internationale Gastengagements führen die Bayerische Kammersängerin zu den Bayreuther und den Salzburger Festspielen sowie u.a. an die Opernhäuser von Berlin, Hamburg, Wien und Paris. Der bereits mit der Partie vertraute Tenor Dmitry Golovnin (Sergei) ist erstmals in Frankfurt zu Gast. Grigori Otrepiev in Mussorgskis Boris Godunow an der Pariser Opéra Bastille zählt zu den künftigen Aufgaben des russischen Sängers. Die Partie des Pimen in eben dieser Produktion gehört zu den Plänen seines Landsmannes Dmitry Belosselskiy (Boris Ismailow). Kürzlich war der gefragte Bass als Philipp II. in Verdis Don Carlo am Teatro Real Madrid in einer Übernahme aus Frankfurt zu erleben. Der dem Mariinsky Theater in St. Petersburg verbundene russische Tenor Evgeny Akimov (Sinowi Ismailow) singt erstmals in Frankfurt. Fast alle weiteren Partien sind mit Ensemblemitgliedern und Chorsolisten besetzt, unter ihnen auch die Ensembleneuzugänge Iain MacNeil (Polizeichef) und Anthony Robin Schneider (Verwalter / Sergeant).

Premiere: Sonntag, 3. November 2019, um 18.00 Uhr im Opernhaus
Weitere Vorstellungen: 7., 10. (15.30 Uhr; mit kostenloser Betreuung von Kindern zwischen 3 und 9 Jahren), 14., 17. (18.00 Uhr), 22., 29. November, 8. (18.00 Uhr), 12. Dezember 2019 Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.00 Uhr

Preise: € 15 bis 165 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)
Karten sind bei unseren üblichen Vorverkaufsstellen, online unter www.oper-frankfurt.de oder im telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 erhältlich.

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 ORF / „kulturMontag“ über Marie-Antoinette in Paris, Friedenspreisträger Sebastião Salgado, Jonathan Safran Foers neues Buch

 Am 21. Oktober um 23.10 Uhr in ORF 2 =

Wien (OTS) – Auf Marie-Antoinettes Spuren in Paris begibt sich der von Martin Traxl präsentierte „kulturMontag“ am 21. Oktober 2019, der aufgrund der „Promi-Millionenshow“ zugunsten der Österreichischen Sporthilfe um 23.10 Uhr in ORF 2 startet. Außerdem widmet sich die Sendung umfangreich dem Engagement von Kunst- und Kulturschaffenden für Umwelt und Klima. So steht u. a. das Lebenswerk des brasilianischen Starfotografen und Naturschützers Sebastião Salgado im Rampenlicht, der für selbiges mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wird. Thema ist auch das neue Buch von US-Autor Jonathan Safran Foer, der darin der Klimakrise den Kampf ansagt.

Das schicksalhafte Leben der Marie-Antoinette – Ausstellung in der Pariser Conciergerie

Hochmütige Königin, Modeikone, kultivierte Dame, ausländische Verräterin, Teenager-Heldin, liebende Mutter oder Märtyrerin der Französischen Revolution? Sie war eine Frau mit vielen Facetten – geliebt, gehasst, unglücklich am französischen Hof und zum Schluss 1793 öffentlich geköpft. Das Leben der Marie-Antoinette, Tochter von Maria Theresia und Königin von Frankreich, liefert bis heute Stoff genug für Filme, Bücher und Ausstellungen. Aber wer war das Mädchen wirklich, das mit 14 Jahren verheiratet wurde, um später im revolutionären Frankreich in Spottversen der Verschwendungssucht und Frivolität beschuldigt und verachtet zu werden, wie kaum eine andere? In der Pariser Conciergerie, dem ehemals königlichen Gefängnis und prächtigem Palast an der Seine, wo Marie-Antoinette inhaftiert war, begibt sich eine spektakuläre Ausstellung auf Spurensuche. Der „kulturMontag“ berichtet.

Zwischen Hölle und Paradies – Friedenspreisträger Sebastião Salgado

Als Fotograf hat er Massaker, Kriege, Elend und Ausbeutung miterlebt – und ist darüber fast an der Menschheit verzweifelt. Als Naturschützer schöpfte Sebastião Salgado neuen Mut. Seit mehr als 40 Jahren kämpft der international bekannte brasilianische Bildkünstler und Umweltaktivist nicht nur mit seinen Fotos um eine bessere Welt. Seit langem schon setzt er sich vehement gegen die Abholzung im Amazonas-Gebiet ein und kritisiert lautstark die Umweltpolitik seines Heimatlandes. Auf der „Bulcão Farm“ seiner Eltern ließ er mittlerweile rund zweieinhalb Millionen Regenwaldbäume pflanzen, damit sich das lokale Klima und der Wasserhaushalt von der Versteppung wieder erholen können. Das Gelände schenkte er dem brasilianischen Staat als Nationalpark. Gemeinsam mit seiner Frau hat er das „Instituto Terra“ gegründet, das sich der Wiederaufforstung sowie dem Naturschutz verpflichtet hat. Salgado unterstützt auch die Kampagne der Menschenrechtsorganisation Survival International zum Schutz der indigenen Awá in Brasilien, die durch illegale Abholzung auf ihrem Gebiet bedroht sind. Filmemacher Wim Wenders porträtierte den engagierten Künstler in seinem Oscar-nominierten Dokumentarfilm „Das Salz der Erde“. Für sein Lebenswerk wird Sebastião Salgado nun auf der Frankfurter Buchmesse mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet.

Der wichtigste Krieg unseres Lebens – Jonathan Safran Foers neues Buch zur Rettung der Welt vor der Klimakatastrophe

Immer mehr Kunst- und Kulturschaffende engagieren sich für die Umwelt. Nach seinem internationalen Welterfolg „Tiere essen“ landet der US-amerikanische Autor Jonathan Safran Foer den nächsten globalen Bestseller. In „Wir sind das Klima!“ will der 42-Jährige nichts weniger, als die Welt vor der Klimakatastrophe retten. Denn kaum ein Tag vergeht, ohne neue Hiobsbotschaften und immer öfter ist zu lesen, der Untergang der Menschheit sei nicht mehr aufzuhalten. Der renommierte Schriftsteller Jonathan Franzen formulierte im „The New Yorker“ die These, der Kampf gegen die Klimakrise sei nur so lange sinnvoll gewesen, wie dieser hätte gewonnen werden können. Nun gehe es nur mehr darum, alle Ressourcen für die anstehenden Überflutungen, Brände und Massenfluchten einzusetzen. Es sind Zeiten, die zu Resignation und Rückzug einladen. Mit „Wir sind das Klima!“ hält Foer dagegen und appelliert an die Macht jedes Einzelnen.
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MÜNCHEN: KÜNSTLERGESPRÄCHE IBS

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LINZ/ LANDESTHEATER: „MARY UND MAX“ – UND IRGENDWO EIN LICHT (EUROPÄISCHE ERSTAUFFÜHRUNG) | MUSIK UND GESANGSTEXTE VON BOBBY CRONIN | BUCH VON CRYSTAL SKILLMAN


Celina dos Santos (Mary) und David Arnsperger (Max) © Robert Josipovic

PREMIERE FR 8. NOVEMBER 2019, 20.00 UHR, BLACKBOX MUSIKTHEATER

PREVIEW DO 7. NOVEMBER

WEITERE TERMINE 12., 15., 16., 20., 22., 26. November; 13., 14., 17., 21., 26., 28., 31. Dezember 2019

Wir weisen auf die Musicalpremiere „Mary und Max – Und irgendwo ein Licht“ am 8. November 2019 in der BlackBox des Linzer Musiktheaters hin. 2018 erhielt „Mary und Max“ den Medienpreis beim MUT-Wettbewerb für neue Musicals am Gärtnerplatztheater München, im gleichen Jahr fand die umjubelte Uraufführung im kanadischen Calgary statt, und schon 2019 kommt das bittersüße Musical nach dem vielfach preisgekrönten Stop-Motion-Film von Adam Elliot als Europäische Erstaufführung in die Linzer BlackBox im Musiktheater.

Regie führt Andy Hallwaxx.

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EX-ORF lerin im RTL-Imperium in Köln .

Dr. Ulrike Messer-Krol: Leicht verschüchtert, stark beeindruckt  -Foto: Erwin Messer

in der Pause der Premiere von TRISTAN UND ISOLDE  . Auf der ( erfolgreichen ) Suche nach einem Geldautomaten in der Nähe des  Staatenhauses – Ersatzquartier der Oper Köln.

Ca 21h, nur eine  Person außer uns sichtbar – eine Archiv-Mitarbeiterin auf dem Heimweg.

TV- Werbung bringt sichtbar mehr als Gebühren !
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NÄCHSTE AUSSTELLUNG IN DER GALERIE DES ONLINE-MERKER (5. DEZEMBER VERNISSAGE)

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JOHANNESBURG/ Südafrika: EIN TRIUMPH FUER DIE GROSSE FRANZOESISCHE OPER  (17.10.2019)

Suedafrika ist trotz seiner Vielzahl junger, talentierter Singer kein leichtes Feld  fuer die Oper. Man muss seine Zuhoerer finden, begeistern und ueberzeugen.

In dieser Lage geben private Sponsoren ihr bestes, um Opernabende zu unterstuetzen und zu organisieren.   In unserem Fall war dies nun ROCHE BOBOIS, ein fuehrendes franzoesisches Moebe-l und Interieurdesignunternehmen, weltweit und seit einigen Jahren auch in Suedafrika  etabliert. Um das zweijaehrige Bestehen ihrer Filiale in Johannesburg zu feiern, beschloss ROCHE BOBOIS ihren Kunden die grosse franzoesische Oper des 19. Jahrhunderts am 17.Oktober in ihren Raeumen zu presentieren. Meisterwerke von Jules Massenet, George Bizet, Giacomo Meyerbeer, Leo Delibes, Charles Gounod und Jacques Offenbach wurden vorgetragen und das Publikum mit Arien     aus  Werther, den Perlenfischern, Manon, Carmen, L’Africaine, Lakme, Romeo  et Juilette and Hofmann’s Erzaehlungen erfreut. Es war ein vollkommener Ueberblick ueber die the ‘grande Opera francaise” was uns mahnt, dasz diese Opern weit mehr aufgefuehrt werden sollten, nicht nur Carmen und die ueblichen zwei oder drei Ohrwuermer

Brittany Smith, Sopran, Tylor Lamani, Tenor, Thando Zwane, Bassbariton und Monica Mhangwana, Mezzosopran zeichneten sich aus und ueberzeugten sowohl stimmlich wie im Auftritt. Brittany Smith, Tylor Lamani und Thando Zwane ueberzeugten bereits im Mai dieses Jahres in der Produktion von “Montechi i Capuletti” der Oper Kapstadt und zeichneten sich nun in einem fordernden Programm mit 14 Arien aus, Brittany as Manon, Tylor als Rodrigo, Thando als Escamillo  die junge Monica Mhangwana als Carmen ueberzeugte zu Recht und schloss zu diesem Team auf. Laetitia Orlandi beindruckte, wie immer, am Klavier. Das Publikum war begeistert, Zugaben aus dem suedafrikanischen Musical IPI TOMBI beschlossen den Abend.  Ein grosser Abend fuer die Oper, erstklassige Musik und Gesang begegneten erstklassigem Design! Danke an ROCHE BOBOIS!

Harald Sitta/ Johannesburg

A bit about our Artists

Brittany Smith, Soprano Born in Cape Town she is a BMus graduate in Opera at UCT, introduced to the world of opera in high school. 2013 singing in the chorus of Don Giovanni, 2015 soloist with the Cape philharmonic orchestra, 2017 Cherubino in “Nozze di Figaro”. Award winning 2016 she performed prominent opera roles (Pamina, Adele, Norina) since two years and excelled as Giulietta in May this year with CT Opera production of Bellinis “I Capuleti e i Montecchi”
Tylor Lamani, Tenor Born in Port Elizabeth he is a 3rd year Opera student at the University of Cape Town. Early exposed to singing in Church and school choirs he is now a member of the Cape Town Opera’s Ensemble. Performed in various Opera projects in Cape Town such as ‘Porgy and Bess’, ‘Madame Butterfl’y, ‘La Clemenza di Tito’, and “Flying Dutchman” and also internationally. Recently impressed as Tebaldo in Cape Town Opera production of ‘I Capuleti e I Montechi”.
Thando Zwane, Bass-baritone Swazi by birth he studied at Tshwane University of Technology’s Vocal Art Department, beginning his journey into singing and opera when he was only 9-years old, now being one of South Africa’s most recognized bass-baritones, having excelled in a lot of competitions and performed roles like Don Giovanni, Mephistopheles, Count Almaviva and Cecil in Donizetti’s Maria Stuarda. Rightfully acclaimed in May this year as Capellio in Cape Town Opera production of Bellini’s ‘I Capuleti e I Montechi”.
Monica Mhangwana, Mezzo-soprano Monica Mhangwana was born and raised in Pretoria, starting as chorister in the UP Youth Choir for years, currently pursuing her BMus at the University of Pretoria. Solo debut 2015 at the Wakkerstroom music festival, touring nationally and internationally. May 2018 she sung as a soloist in St John’s Passion by JS Bach in Soweto and impressed same year with a concert at UP on her examination recital, organized by herself.
Laetitia Orlandi, Piano A graduate of the University of Pretoria, finishing her studies cum laude and has received numerous awards. Since 2010 a permanent member of this university Department of Performing Art/ Vocal Art. She has accompanied various Opera productions and acted as repetiteur for various international and South African singers, further playing at various musical events and competitions like the Hans Gabor Belvedere Singing Competition and excelled recently at the Brooklyn Theatre with Clara Schumann’s piano concerto.
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AUSSTELLUNG CHRISTA UND OSWALD SCHERBAUM


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INFOS DES TAGES (FREITAG, 18. OKTOBER 2019)

INFOS DES TAGES (FREITAG, 18. OKTOBER 2019)

HEUTE Internet-Übertragung von „DIE FRAU OHNE SCHATTEN“ aus der Wiener Staatsoper


Tomasz Konieczny, Nina Stemme. Foto: MichaelPöhn/ Wiener Staatsoper

Beginn am 18.10. um 18:00 CET (+ 71 Stunden) aus der Wiener Staatsoper.

*) Bitte bedenken Sie, dass die Vorstellung je nach Zeitzone zeitversetzt übertragen wird. Sie können Ihre Buchung und damit den genauen Übertragungsbeginn gerne jederzeit auch unter http://www.staatsoperlive.com prüfen. Die Übertragung beginnt immer 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn mit einem Vorprogramm. Wenn Sie die Übertragung mit einem Monats- oder Jahresabo sehen, steht sie live und für drei weitere Tage jederzeit zur Verfügung.

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HEUTE PREMIERE IN DER WIENER VOLKSOPER: MUSICAL „DAS GESPENST VON CANTERVILLE“

INFOS UND KARTEN

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Morten Frank Larsen als „Sir Simon“. Foto: Wiener Volksoper/ Barbara Palffy

Sir Simon ist nach Jahrhunderten des Spukens müde und würde sich am liebsten zur Ruhe setzen. Neue Schlossbewohner, ein Immobilienmakler und seine drei Kinder, ziehen ein; die rotznäsigen Zwillinge Leon und Noel spielen dem Gespenst allerhand Streiche. Nur die älteste Tochter Virginia hat ein Herz für den Hausgeist, der durch einen Fluch zum Spuken verdammt ist … Doch kann sie Sir Simon erlösen?

Oscar Wildes berühmte Gruselgeschichte aus dem Jahr 1887 wurde mehrfach für Theater, Oper und Film adaptiert. Der deutsche Komponist Marius Felix Lange hat den Stoff ins Heute versetzt; seine abwechslungsreiche Oper für Jung und Alt wurde 2013 in Zürich uraufgeführt und für Berlin 2014 grundlegend überarbeitet.

In der Inszenierung von Philipp M. Krenn (der zuletzt mit der Kinderoper „Pinocchio” an unserem Hause erfolgreich war) kommt das Werk nun zur Österreichischen Erstaufführung.

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Foto: Wiener Volksoper/ Barbara Palffy

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Foto: Wiener Volksoper/ Barbara Palffy

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WIEN: HERZLICHE EINLADUNG ZU FREIKARTEN FÜR DAS MOZART REQUIEM MIT CLEMENS UNTERREINER UND ZORYANA KUSHPLER

Montag, 4. November um 19:30 Uhr 

Wiener Konzerthaus 

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Heute wollen wir einmal Danke sagen, und Sie herzlich zu einem Konzert einladen. 

Aus Anlass des diesjährigen Jubiläums „150 Jahre Freundschaft Österreich-Japan“ singt Clemens UNTERREINER am 4.11. das Mozart Requiem (im 2. Teil des Konzertes) im Wiener Konzerthaus und schenkt Ihnen dafür FREIKARTEN.

W.A.Mozart : Requiem
Wiener Konzerthaus – Mozartsaal
Montag, 4.November 2019 um 19.30 Uhr

Infos: https://konzerthaus.at/konzert/eventid/57484 

Es spielt das Kulturverein Orchester Wien (Konzertmeister : Werner Hink), bestehend aus namhaften Mitgliedern der Wiener Philharmoniker, der Wiener Symphoniker, des Tonkünstler-Orchesters, des ROS Wien sowie der Staats-und-Volksoper Wien. Als Solisten hören Sie neben 2 japanischen Solisten die bekannten Staatsopernlieblinge Clemens Unterreiner und Zoryana Kushpler.

FREIKARTEN:

Zur Feier des Jubiläumsjahres dürfen wir Ihnen Freikarten zum Konzert anbieten.
Interessenten werden gebeten bis 25. Oktober an diese Emailadresse okabebarcelona@gmail.com
unter Angabe des Namens und der gewünschten Kartenanzahl zu schicken.

Wir bitten um Verständnis, dass die Plätze in der Reihenfolge des Eintreffens der Reservierungen vergeben werden.

Gerne können Sie diese Einladung an Freunde und Bekannte weiterleiten. Bitte beachten Sie, dass Reservierungen für Freikarten ausschließlich unter okabebarcelona@gmail.com entgegengenommen werden.
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WIEN/ Staatsoper: NACH DER „BUTTERFLY am 16.10.

Zum Bericht Madama Butterfly (Renate Wagner)


Jonathan Darlington nach der „Butterfly“ am 16.10.2019 mit Mag. Kohki Totsuka. Foto: Esther Hatzi


Mag. Kohki Totsuka mit seiner Ex-Mitschülerin Lara Kusztrich, die er nach der Vorstellung zufällig getroffen hat, als er auf Maestro Darlington wartete. Foto: Esther Hatzi

Die junge österreichische Geigerin Lara Kusztrich hat im Frühjahr das Probespiel für eine Stelle in der Gruppe der 1. Geigen im Staatsopernorchester / Wiener Philharmoniker gewonnen. Lara Kusztrich hat ihre Stelle mit 1. September 2020, die sich aufgrund der Pensionierung von Prof. Josef Hell ergab,, angetreten,

https://www.wiener-staatsoper.at/die-staatsoper/aktuelles/detail/news/lara-kusztrich-gewinnt-probespiel/

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WIENER KAMMERORCHESTER IN DER MINORITENKIRCHE: Sa, 19.10.2019    19:30 20:40

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Solisten des Wiener KammerOrchesters | Zykluskonzert F Minoritenkirche

Antonio Vivaldi: „Die vier Jahreszeiten“

Concerto No.1 in E-Dur, Op. 8, RV 269, „La primavera“ (Frühling)

Concerto No.2 in g-Moll, Op. 8, RV 315, „L’estate“ (Sommer)

Concerto No.3 in F-Dur, Op. 8, RV 293, „L’autunno“ (Herbst)

Concerto No.4 in f-Moll, Op. 8, RV 297, „L’inverno“ (Winter)


Der Code „merker“ ist freigeschaltet für alle Konzerte in der Minoritenkirche bis 30.12.
Kategorie 1 um € 39 + Kat 5 ist um € 55 kann mit dem Discount Code merker für alle Online Merker Leser auf unserer Buchungsseite https://viennaticketing.com/de/
konzerte-in-der-minoriten-kirche.html um jeweils € 5 Euro billiger gebucht werden
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STADTTHEATER KLAGENFURT: Simon Boccanegra

Bildergebnis für Stadttheater Klagenfurt: Simon Boccanegra
Copyright: Ines Doujak

Melodramma in einem Prolog und drei Akten von Giuseppe Verdi
Libretto von Francesco Maria Piave, Giuseppe Montanelli und Arrigo Boito
Koproduktion mit der Opéra de Dijon und der Opéra de Rouen Haute-Normandie
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Premiere 31. Oktober 2019, 19.30 Uhr

1363 fiel der Genueser Doge Simone Boccanegra einem Giftanschlag zum Opfer. Basierend auf seiner Geschichte entspinnt sich in Giuseppe Verdis Oper ein Thriller, in dem sich Liebe, familiäre Gefühle, Loyalität und Feindschaft vor dem Hintergrund eines politischen Komplotts zu einer unentwirrbaren Intrige verquicken.

Philipp Himmelmann kehrt mit dieser Inszenierung ans Stadttheater Klagenfurt zurück, die musikalische Leitung übernimmt Chefdirigent Nicholas Carter. Der italienische Bariton Vittorio Vitelli singt die Titelpartie.

Bildergebnis für vittorio vitelli
Vittorio Vitelli. Copyright: Vit

Nach dem Flop der Uraufführung in Venedig im Jahre 1857 arbeitete Verdi Simon Boccanegra über zwanzig Jahre später grundlegend um und führte das Werk 1881 an der Mailänder Scala zu einem Publikumserfolg. Zu diesem trug insbesondere der Librettist Arrigo Boito bei, mit dem Verdi fortan eine intensive Zusammenarbeit verband – aus seiner Feder stammen auch die Texte für Verdis Alterswerke Otello und Falstaff. Simon Boccanegra gipfelt in einer grandios ausgemalten Versöhnungsutopie und übt auch heute noch eine unwiderstehliche Faszination aus.

 

Musikalische Leitung Nicholas Carter
REGIE Phillip Himmelmann
Szenische Einstudierung Ludivine Petit, Sophie Springer
BÜHNE Etienne Pluss
Kostüme Kathi Maurer LICHT Fabrice Kebour
Choreinstudierung Günter Wallner
Simon Boccanegra Vittorio Vitelli
Maria Boccanegra/Amelia Grimaldi Selene Zanetti
Jacopo Fiesco / Andrea Luciano Batinić
Gabriele Adorno Robert Watson
Paolo Albiani Csaba Szegedi
Pietro Evert Sooster u.a.
Kärntner Sinfonieorchester, Chor und Extrachor des Stadttheaters Klagenfurt

Weitere Vorstellungen bis 29. November 2019
Einführungsmatinee 20. Oktober 2019, 11 Uhr, Bühne. Moderation Intendant Florian Scholz
Einführung 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn im Galeriefoyer (ausgenommen Premiere)
Gemeinsam ins Theater 12. November 2019, Austausch über den Theaterabend mit BesucherInnen

und MitarbeiterInnen des Hauses (Treffpunkt: 35 Minuten vor Vorstellungsbeginn, Foyer)

 Theaterkasse Tel +43 (0) 463 54 0 64, kartenkasse@stadttheater-klagenfurt.at

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VERSAILLES/Opéra: „RICHARD COEUR DE LION“ von André Modeste Grétry an der Opéra Royal de Versailles

Ich höre gerade dass die – ich finde – ganz wunderbare Aufführung durch das französische Fernsehen aufgenommen wurde und man sie noch ein Jahr lang mit folgendem Streaming auch im Ausland ansehen kann.  


Wutausbruch der temperamentvollen Gräfin Marguerite (Marie Perbost), fantastisch für Sänger (!) und Tänzer choreografiert durch Jeannette Lajeunesse Zingg. Copyright: Agathe Poupeney
https://onlinemerker.com/versailles-opera-richard-coeur-de-lion-von-andre-modeste-gretry-an-der-opera-royal-de-versailles/
Bericht von Waldemar Kamer

LINK ZUM STREAM:

https://www.france.tv/spectacles-et-culture/opera-et-musique-classique/1093427-richard-coeur-de-lion-de-gretry-a-l-opera-royal-de-versailles.html

Eine Info für den Online-Merker

Waldemar Kamer (Paris)
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WIEN/ AKADEMIETHEATER: MEISTER UND MARGARITA von Michail Bulgakow. Fotos aus der Premiere


Johannes Zirner, Felix Kammerer, Stefanie Dvorak, Mehmet Atesci, Hanna Binder, Marcel Heupermann, Norman Hacker.
Copyright: Barbara Zeininger.


Rainer Galke, Annamaria Lang. Copyright: Barbara Zeininger


Johannes Zirner, Norman Hacker, Stefanie Dvorak, Felix Kammerer. Copyright: Barbara Zeininger
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THEATER LÜBECK. Premiere RUSALKA am 15.OKTOBER 2019

Rusalka Lyrisches Märchen von Antonín Dvořák (1841–1904) Libretto von Jaroslav Kvapil (1868–1950) (Uraufführung 1901)

Der vielseitige Künstler Otto Katzameier, der sich dem Lübecker Publikum bereits als Bassbariton in der Rolle des Grafen Malaspina in »Luci mie traditrici (Die tödliche Blume)« vorstellte, inszeniert im Großen Haus.

Premiere Rusalka am Freitag, 15. November 2019, um 19.30 Uhr im Großen Haus

Rusalka wird zunächst als ein Wassergeist eingeführt, wie es ihn u. a. in der slawischen Mythologie gibt. Sie möchte ein Mensch sein, weil sie den »Prinzen« an den Ufern des Wassers gesehen hat – und um ihre Liebe zu leben, müsste sie ein »Mensch« sein. Im »Lied an den Mond« klingt die Verlorenheit eines Menschen an, der sich nicht »Mensch« nennen darf. – Ist »Mensch« nur ein Pseudonym?
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Kardinal König Kunstpreis 2019 an Angelika Loderer


Kunstwerk: Poems to Gadgets (Icicles), 2018, Messing, Metall, Ausstellungsansicht: Grazer Kunstverein, 2018, Graz, Foto: kunst-dokumentation.com

Die Erfindung der Natur – Angelika Loderer verändert in ihren Skulpturen Natur, Geschichte und Kunst In der prämierten Arbeit – einem Ensemble von balancierenden Metallstangen mit seltsamen Kopfformen – macht Angelika Loderer ephemere Vorgänge sicht- und haltbar: In Wasser getauchte Stäbe und Formen gefrieren durch Kälteeinwirkung, dann werden diese Eiszapfen in einem komplizierten Verfahren als Hohlformen in Messing gegossen. Gießverfahren, Metallguss und Vervielfältigung von Originalwerken sind in der Geschichte der Künste seit Jahrhunderten Standard. Am Beginn des 21. Jahrhunderts erfahren solche Strategien durch Internet, Copy-and-pasteTechniken, Immaterialität von Information und Globalisierung andere Ausrichtungen: Hier fügt Angelika Loderer der kunsthistorischen Entwicklung eine neue, gänzlich neu interpretierte Facette an. Sie wertet die Idee des Originals auf, kehrt Verfahrenstechniken um und kommt zu überraschenden, poetischrätselhaften Lösungen.


Portrait von Angelika Loderer: Fotocredit: Julian Mullan

Angelika Loderer, geb. 1984 in Feldbach/Stmk., studierte an der Universität für angewandte Kunst in Wien, am Wimbledon College of Art in London und am Hendrix College in den USA. Sie arbeitet vor allem im Bereich von Skulptur und Rauminstallation; ihre Werke waren u. a. in der Secession Wien, im Grazer Kunstverein und in namhaften Gruppenausstellungen vertreten, z.B. „all natural“ Museum der Moderne Salzburg (2019), Collaborative Network, Forum Stadtpark Graz (2016). 2016 wurde ihr der neu gegründete Dagmar Chobot Skulpturenpreis verliehen. Angelika Loderer lebt und arbeitet in Wien.

Begründung der Jury
Angelika Loderers Arbeiten kennzeichnet ein medienreflexiver Umgang mit dem Skulpturalen und Installativen. Sie nutzt etwa jene Werkstoffe, die für die Herstellung von Skulpturen in Metallgießereien benötigt werden, wie Sand und Wachs, und übersetzt sie in zentrale Werkmotive und -strukturen. Oder sie kehrt die in den Gußverfahren verborgenen Mechanismen und verworfenen Materialien ins Sichtbare und sinnlich Materielle. Damit vollzieht die Künstlerin Umstülpungen und Umwertungen konventioneller Vorstellungen und Abläufe. Ihr Affront gegen das Gewohnte zeigt sich in den ungewöhnlichen Material- und Formverbindungen, die sowohl mit der Geschichte der geometrischen Abstraktion wie auch mit jener des organisch Expressiven ihr Spiel treiben. Das Spannungsverhältnis zwischen dem Sichtbaren und Unsichtbaren, dem Fragilen und dem Stabilen durchzieht ihr Werk ebenso wie die prekäre Balance zwischen dem präzise Planbaren und dem Unvorhersehbaren und Zufälligem. Die in den Arbeiten spürbare Dynamik basiert auf dieser Verknüpfung des Konträren, wozu nicht zuletzt auch die Gleichzeitigkeit eines medienanalytisch-konzeptuellen Ansatzes mit einer eminent materialbezogenen Werkform zählt. Loderer spielt also auf konventionelle Formen und Herstellungsweisen der Skulptur an, bricht diese jedoch im Rückgriff auf die Traditionen der Avantgarde und eröffnet ihr damit zugleich neue und gegenwartsbezogene Perspektiven.

Die Jury 2019
Dr. Rainer Fuchs (Chefkurator mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien) MMag. Alois Kölbl (Hochschulseelsorger und Leiter der Kunstkommission der Diözese Graz-Seckau) MMMag. Hubert Nitsch (Kunstreferent und Diözesankonservator, Linz; Kurator im Kunstraum St. Virgil, Salzburg) Mag.a Hemma Schmutz (Direktorin, Museen der Stadt Linz) Dr. Margit Zuckriegl (Kunsthistorikerin und Ausstellungskuratorin Salzburg/Wien)

20 Einreichungen Zwölf Expert/innen für zeitgenössische Kunst in Österreich waren von der Jury des Kardinal König Kunstfonds eingeladen, vielversprechende künstlerische Talente vorzuschlagen. Die 20 für den Kardinal König Kunstpreis 2019 nominierten Künstler/innen stammen aus Österreich, Deutschland, Südkorea, Rumänien und China; sie leben in Österreich, haben hier studiert, ausgestellt und sind somit Teil der heimischen, aktuell sehr aktiven Kunstszene geworden. In der diesjährigen Auswahl zeigte sich ein weiteres Mal, dass mit der Beobachtung der Expert/innen ein kompetenter Überblick über das gegenwärtige Kunstschaffen in unserem Land gewährleistet ist. Bei den eingereichten Arbeiten springt die Thematisierung des Aktes der Wahrnehmung ins Auge: Wie wird Kunst heute gesehen, wo passiert Kunst, und wie wirken künstlerische Positionen auf den Betrachter/die Betrachterin? Und es fällt, neben konzeptuellen, installativen und plastischen Arbeiten, die Bedeutung von neuen Malereien auf. Sie eröffnen, einen sinnlichen Wahrnehmungsraum voll Erotik, Vehemenz und Körperlichkeit.

Der Festakt zur Preisverleihung findet traditionellerweise am 27. November in St. Virgil Salzburg statt. Zeitgleich wird die Ausstellung mit den eingereichten Werken aller nominierten Künstler/innen eröffnet, die bis zum 29.01.2020 zu sehen ist. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (Müry Salzmann Verlag), der ebenfalls im Rahmen des Festakts präsentiert wird. Ermöglicht wurde der Katalog durch die Unterstützung der Deutschen Bank und Würth Österreich.

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VERSAILLES/Opéra: „RICHARD COEUR DE LION“ von André Modeste Grétry an der Opéra Royal de Versailles


Der treue Diener Blondel (Rémy Mathieu) vor der Burg in Linz, in der Richard Löwenherz gefangen gehalten wird. Copyright: Agathe Poupeney

Versailles:

„RICHARD COEUR DE LION“ von André Modeste Grétry an der Opéra Royal de Versailles – 13. 10. 2019

Zum 250 Jubiläum der Hofoper eine wunderbare Wiederentdeckung als Anfang einer Grétry-Renaissance?

 Am 16. Mai 1770 wurde die wunderschöne königlicher Hofoper in Versailles eröffnet für die festliche Hochzeit das damals 16-jährigen „Dauphin“ mit der 14-jährigen Marie-Antoinette. Der Prunksaal war eigentlich eine Sparmaßnahme. Weil der französische Staat schon damals sehr verschuldet war – der Hauptgrund, der zu der französischen Revolution von 1789 führte – rechnete die Hofintendanz aus, dass es billiger sei, einen permanenten Saal für solche Festanlässe zu bauen, als dreimal in einem Jahr, wie bis dann üblich, die große Reithalle für die drei bevorstehenden Hochzeiten der drei Enkel von Ludwig dem XV. umzubauen. Kurz nach dem „Dauphin“ (der spätere Ludwig der XVIe) heirateten noch seine beiden Brüder „Provence“ und „d’Artois“ (die späteren Könige Louis XVIII und Charles X). Und in diesem Saal passierte einer der dümmsten politischen „faux-pas“ von Königin Marie-Antoinette, im Volksmund inzwischen „Madame Déficit“ genannt, als ihre Leibgarden in ihrer Anwesenheit die Arie ihres Lieblingskomponisten Grétry sangen, „O Richard ! O mon roi !“ und dabei die revolutionäre Trikolore-Fahne auf der Bühne zertrampelten. Dies führte zur „Verhaftung“ der Königsfamilie, die am 6. Oktober 1789 durch das „Volk“ nach Paris verschleppt wurde und ab dann de facto „Häftling“ war. Die Arie wurde s zum Versammlungslied aller Königsgesinnten und während der „Restauration“ 1814-1830 quasi die französische Nationalhymne.

Dieser politische Kontext hat meiner Meinung nach ganz verheerende Wirkungen auf die Rezeptionsgeschichte des Komponisten André Modeste Grétry (1741- 1813) ausgeübt, der bis heute immer noch (nur) mit Königin Marie-Antoinette assoziiert wird. Er war sicherlich ihr Lieblingskomponist – abgesehen natürlich von ihrem Musiklehrer „Papa Gluck“, den sie politisch sehr unklug für einige Jahre nach Paris holte. Grétry war quasi ihr Hofkomponist (sie war z.B. auch Patin seiner Tochter Antoinette) und hat wunderschöne Opern (eher „opéras comiques“ mit gesprochenem Text) komponiert, die quasi alle von den Spielplänen verschwunden sind. Seit über 30 Jahren haben wir nur 1994 „Zémire et Azor“ und 2010 „L’Amant Jaloux“ auf einer französischen Opernbühne gesehen. Nun folgt endlich seine bekannteste Oper „Richard Coeur de Lion“, die hier und dort noch regelmäßig durch königsgesinnte Amateure aufgeführt wird (was nicht despektierlich gemeint ist) und unseres Wissens zum letzten Mal 1978 in seiner Geburtsstadt Liège (Lüttich), wo es auch ein schönes Grétry-Museum gibt, auf einer größeren Opernbühne gespielt wurde.


Wutausbruch der temperamentvollen Gräfin Marguerite (Marie Perbost), fantastisch für Sänger (!) und Tänzer choreografiert durch Jeannette Lajeunesse Zingg. Copyright: Agathe Poupeney

Diese Wiederentdeckung – seit 1789 nicht mehr in Versailles gespielt und anscheinend nicht oder kaum in Paris – ist gleichzeitig auch das zehnjährige Jubiläum der Wiedereröffnung der Königlichen Hofoper in 2009 (der Raum diente im 20. Jahrhundert dem Senat), die nun auch zum ersten Mal eine eigene Produktion auf die Beine stellt (zehn Jahre lang waren es nur reisende Opernvorstellungen aus z.B. Drottningholm oder maßgeschneidert für z.B. Cecilia Bartoli oder Max Emanuel Cencic). Zu diesem Anlass holte man alte Bühnenbilder aus dem Centre de musique baroque de Versailles wieder hervor für eine musikalisch und szenisch historisch absolut einwandfreie Vorstellung.

Der kanadische Regisseur Marshall Pynkowski, der mit seiner Choreografin Jeannette Lajeunesse Zingg 2013 „Lucio Silla“ in Salzburg inszeniert hat, kennt die Bühne der Hofoper so gut wie der Bühnenbildner Antoine Fontaine. Fontaine weiß wie man alte (Ballett?)-Bühnenbilder restauriert und bespielt und schuf so eine herrliche „alte Burg in Linz“. Denn Grétrys Librettist Michel-Jean Sedaine (Freund von Favart und Diderot) verlegte die in Inhaftierung des englischen Königs Richard Löwenherz nach dem dritten Kreuzzug 1119 vom historisch korrekten Oberrhein nach „Lints“ (sic, so steht es im Libretto). Hier sehen wir, wie der eingesperrte König, durch seinen treuen Diener Blondel befreit wird, der sich als blinder Straßenmusikant verkleidet hat und ein kleines Liedchen spielt, das Richard Löwenherz einst für seine angebetete Gräfin Marguerite komponiert hat, die sich zufällig auch in Linz befindet, auf dem Weg ins Kloster, wo sie der Welt entsagen will. Nach nur anderthalb Stunden gibt es schon ein Lieto Fine und ist die Welt wieder in Ordnung.


Tanzeinlagen – in der französischen Hofkultur der Höhepunkt eines Opernabends – dort wo sie hingehören (Choreografie: Jeannette Lajeunesse Zingg). Copyright: Agathe Poupeney

Musikalischer Mentor dieser Aufführung – die leider nicht als Platte aufgenommen wurde – war der Dirigent Hervé Niquet, der schon fünf Mal den „Preis der deutschen Schallplattenkritik“ bekommen hat und der wenige Tage vor der Premiere auch das Gala Konzert des 10-jährigen Jubiläums des Palazzetto Bru Zane dirigiert hat (wir haben darüber berichtet). Er dirigierte hervorragend das durch ihn 1987 gegründete Concert Spirituel auf historischen Instrumenten, das diese Musik perfekt beherrscht. Besonders gefreut hat uns, dass die in den Aufnahmen immer gestrichenen Balletteinlagen nun endlich mal gespielt wurden und dazu noch so perfekt choreografiert (eben in die Handlung eingebunden) durch Jeannette Lajeunesse Zingg, die sich offensichtlich mit ihren elf Tänzern in die historischen Vorlagen von Maximien Gardel vertieft hatte. Dieser brachte 1774 bei der Uraufführung von „Richard“ z.B. einen der ersten „Walzer“ auf eine französische Opernbühne – ein österreichischer Tanz, der Marie-Antoinette natürlich besonders gut gefiel.

Die Sänger waren alle jung und spielfreudig und wurden durch den Dirigenten und Regisseur exzellent geführt in stilvollen Kostümen von Camille Assaf. Der Held des Abends war natürlich Rémy Mathieu als Blondel, auch wenn seine große Auftrittsarie „O Richard ! O mon roi !“ mit gerolltem „R“ etwas gewöhnungsbedürftig für uns klang (wozu später). Reinoud van Mechelen war ein wunderbarer, stimmkräftiger Richard Coeur de Lion, und man wunderte sich nicht, dass er sich in die temperamentvolle Gräfin von Marie Perbost verliebt hat, die gleichzeitig auch noch in der Hosenrolle des Antonio auftrat. Melody Louledjian sang die berühmte Arie der Laurette (wozu später) und durfte am Ende dann doch den bösen Gefängniswärter Florestan heiraten (Jean-Gabriel Saint-Martin, der gleichzeitig auch noch zwei andere Rollen übernahm). Auch die Comprimari sangen und spielten perfekt: Geoffroy Buffière (Sir Williams), François Pardailhé (Guillot & Charles), Charles Barbier (Sénéchal), Cécile Achille (Madame Mathurin), Agathe Boudet (Colette) und Virginie Lefèbre (Béatrix).


Happy End in der schönen Hofoper, mit dem Chor in den Prozeniumslogen und im Vordergrund der Dirigent Hervé Niquet mit dem Concert Spirituel (während der Generalprobe). Copyright: Agathe Poupeney

Ein wunderbarer Abend und Grétry mal ganz anders als auf den meisten Platten. Denn in der Referenz-Aufnahme (Edgar Doneux, Brüssel, 1977) klingt die bekannte Arie „O Richard ! O mon roi !“ mit großem modernen Orchester und einen halben Ton höher (Niquet wählte gezielt 415 Herz) sicher viel heroischer, doch verliert dafür die ganze restliche Oper an Feinheit und schillerndem Glanz. Und wie besonders dieser gewesen sein muss, hören wir jedes Mal in der „Pique Dame“. Denn dort singt die alte Gräfin in Erinnerung an ihre Jugendzeit am Hof in Versailles die oben genannte Arie der Laurette: „Je crains de lui parler la nuit… J’écoute trop tout ce qu’il dit… Il me dit „je vous aime“ et je sens malgré moi (…) mon coeur qui bat“. Das war für Tschaikowski der Inbegriff von Versailles vor der französischen Revolution. Hoffentlich werden sich nun auch andere auf Grétry besinnen und kommt sein Werk wieder auf unsere Opernbühnen, wo es absolut wieder hingehört. Waldemar Kamer

WaldemarKamer/ Paris

 

INFOS DES TAGES (SAMSTAG, 12. OKTOBER 2019)

INFOS DES TAGES (SAMSTAG, 12. OKTOBER 2019)

WIENER STAATSOPER: HEUTE MADAMA BUTTERFLY unter dem Dirigat von Jonathan Darlington

Dirigent Jonathan Darlington
Regie Josef Gielen
Ausstattung Tsugouharu Foujita
 
Cio-cio-san, genannt Butterfly Kristīne Opolais
B.F.Pinkerton Ivan Magrì
Sharpless Paolo Rumetz
Suzuki Monika Bohinec
Kate Pinkerton Lydia Rathkolb
Goro Herwig Pecoraro
Yamadori Hans Peter Kammerer
Onkel Bonze Alexandru Moisiuc
kaiserlicher Kommissär Igor Onishchenko

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WIENER STAATSOPER: DIE FRAU OHNE SCHATTEN. FOTOS (10.10.2019)


Tomasz Konieczny (Barak), Nina Stemme (Färberin). Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn


Marcus Pelz, Rafael Fingerlos, Tomasz Konieczny, Michael Laurenz. Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn


Mihoko Fujimura (Amme). Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn


Stephen Gould (Kaiser). Foto: Wiener Staatsoper/Michael Pöhn


Tomasz Konieczny (Barak). Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

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Solistenkonzert (27.11.) an der Wiener Staatsoper: Ludovic Tézier anstelle von Francesco Meli

Ludovic Tézier wird anstelle von Francesco Meli das Solistenkonzert am Mittwoch, 27. November 2019 im Haus am Ring gestalten.

Der französische Bariton ist ab dem 25. November wieder in der Titelpartie von „Don Giovanni“ an der Wiener Staatsoper zu erleben.

Das Programm sowie Pianist/in für das Solistenkonzert werden in Kürze bekannt gegeben.

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OPERETTENPREMIERE IN LINZ: DER BETTELSTUDENT (11.10.)

Zum Premierenbericht von Petra und Helmut Huber


Gotho Griesmeier und Ensemble. Foto: Linzer Landestheater/ Sakher Almonem


Theresa Wagner und Matthias Frey. Foto: Linzer Landestheater/ Sakher Almonem

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HÖHEPUNKTE IM SPIELPLAN DER OPER FRANKFURT IM NOVEMBER 2019

Sonntag, 3. November 2019, um 18.00 Uhr im Opernhaus Premiere
LADY MACBETH VON MZENSK Oper in vier Akten von Dmitri D. Schostakowitsch In russischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln Musikalische Leitung: Sebastian Weigle; Regie: Anselm Weber Mitwirkende: Anja Kampe (Katerina Ismailowa), Dmitry Golovnin (Sergei), Dmitry Belosselskiy (Boris Ismailow / Der alte Zwangsarbeiter), AJ Glueckert (Sinowi Ismailow), Peter Marsh (Der Schäbige), Zanda Švēde (Sonetka), Alfred Reiter (Pope), Iain MacNeil (Polizeichef), Anthony Robin Schneider (Verwalter / Sergeant), Julia Dawson (Axinja), Mikołaj Trąbka (Hausknecht), Dietrich Volle (Polizist / Wachposten), Theo Lebow (Lehrer / 1. Vorarbeiter), Michael McCown (Betrunkener Gast / 2. Vorarbeiter), Hans-Jürgen Lazar (3. Vorarbeiter), Barbara Zechmeister (Eine Zwangsarbeiterin), Alexey Egorov (Kutscher), Pavel Smirnov (Mühlenarbeiter) Weitere Vorstellungen: 7., 10. (15.30 Uhr; mit kostenloser Betreuung von Kindern zwischen 3 und 9 Jahren), 14., 17. (18.00 Uhr), 22., 29. November, 8. (18.00 Uhr), 12. Dezember 2019 Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.00 Uhr Preise: € 15 bis 165 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Am 22. Januar 1934 wurde Lady Macbeth von Mzensk von Dmitri D. Schostakowitsch (1906-1975) im Maly-Theater Sankt Petersburg mit durchschlagendem Erfolg uraufgeführt. Das Libretto zu seiner zweiten Oper verfasste der russische Komponist in Zusammenarbeit mit Alexander G. Preis, basierend auf der gleichnamigen Novelle von Nikolai S. Leskow (1865). Das 1936 von Stalin verhängte Aufführungsverbot ließ das Werk für viele Jahre von den sowjetischen Spielplänen verschwinden. Vor über einem Vierteljahrhundert kam Lady Macbeth von Mzensk zuletzt in der Regie von Werner Schroeter am 7. März 1993 an der Oper Frankfurt heraus. Zum Inhalt: Katerina, Ehefrau des Kaufmanns Sinowi, betrügt diesen mit dem Arbeiter Sergei. Dies bemerkt ihr Schwiegervater Boris, der während der Abwesenheit seines Sohnes ebenfalls ein Auge auf die junge Frau geworfen hat. Der Alte verprügelt Sergei, woraufhin er von Katerina vergiftet wird. Sinowi weiß bereits um die Liaison seiner Frau, kehrt vorzeitig zurück und wird von den Liebenden umgebracht. Während die Hochzeit des neuen Paares im Gange ist, findet man die im Haus versteckte Leiche Sinowis. Katerina und Sergei werden zu Lagerhaft verurteilt, wo Sergei mit der Zwangsarbeiterin Sonetka anbandelt. Daraufhin tötet Katerina ihre Nebenbuhlerin und sich selbst. Die musikalische Leitung liegt bei GMD Sebastian Weigle, der damit seine erste Neuproduktion der Saison 2019/20 an seinem Stammhaus vorlegt. Der Frankfurter Schauspielintendant Anselm Weber führt Regie im benachbarten Opernhaus, wo der Theater- und Opernregisseur zuletzt 2015 Weinbergs Die Passagierin inszenierte. Die deutsche Sopranistin Anja Kampe (Katerina Ismailowa) debütierte 2007/08 in Pique Dame im Haus am Willy-Brandt-Platz. In der Partie der Kaufmannsgattin war sie bereits 2017 an der Bayerischen Staatsoper zu erleben. Internationale Gastengagements führen die Bayerische Kammersängerin zu den Bayreuther und den Salzburger Festspielen sowie u.a. an die Opernhäuser von Berlin, Hamburg, Wien und Paris. Zu ihren Plänen gehört Senta in Der fliegende Holländer an der New Yorker Metropolitan Opera. Der bereits mit der Partie vertraute Tenor Dmitry Golovnin (Sergei) ist erstmals in Frankfurt zu Gast. Grigori Otrepiev in Mussorgskis Boris Godunow an der Pariser Opéra Bastille zählt zu den aktuellen Aufgaben des russischen Sängers. Eben diese Produktion gehört auch zu den Plänen seines Landsmannes Dmitry Belosselskiy (Boris Ismailow). Verdis Simon Boccanegra führt den weltweit gefragten Bassisten erneut an die Metropolitan Opera in New York. Angeführt von AJ Glueckert (Sinowi) sind fast alle weiteren Partien mit Ensemblemitgliedern und Chorsolisten der Oper Frankfurt besetzt, unter ihnen auch die beiden Ensembleneuzugänge Iain MacNeil (Polizeichef) und Anthony Robin Schneider (Verwalter / Sergeant).

Donnerstag, 7. November 2019, um 19.30 Uhr im Bockenheimer Depo
t Premiere TAMERLANO
Dramma per musica in drei Akten von Georg Friedrich Händel In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln Musikalische Leitung: Karsten Januschke; Regie: R.B. Schlather Mitwirkende: Lawrence Zazzo (Tamerlano), Yves Saelens (Bajazet), Elizabeth Reiter (Asteria), Brennan Hall (Andronico), Cecelia Hall (Irene), Liviu Holender (Leone) Weitere Vorstellungen: 9., 11., 14., 16., 20., 22., 24. November 2019 Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins – Sektion Oper Alle diese Vorstellungen beginnen um 19.30 Uhr Preise: € 20 bis 80 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

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Lawrence Zazzo. Copyright: Justin Hyer

Tamerlano, die 18. Oper des Barockkomponisten Georg Friedrich Händel (1685-1759), wurde erstmals am 31. Oktober 1724 im King’s Theatre am Londoner Haymarket gezeigt. In seiner Premieren-Spielzeit (1724/25) fand das Werk jedoch nur elf weitere Aufführungen. Das Libretto stammt von Nicola Francesco Haym, der für nahezu ein Dutzend der den Händel-Opern zugrunde liegenden Texte verantwortlich zeichnete. Es geht auf Libretti von Agostino Piovene und Ippolito Zanelli zurück, welche wiederum auf einem Stück Jacques Pradons (1675) basieren. Nachdem die Oper Frankfurt die aktuelle Spielzeit bereits mit Händels Radamisto eröffnete, knüpft sie nun mit Tamerlano daran an. Zum Inhalt: Nachdem er den türkischen Sultan Bajazet besiegt hat, hält der Tatarenfürst Tamerlano diesen sowie dessen Tochter Asteria gefangen. Trotz seiner eigenen Verlobung mit Irene hält Tamerlano um die Hand der Emirstochter an und verlangt von seinem Vasallen Andronico, dem Geliebten Asterias, Irene zu heiraten. Doch Bajazet will seine Tochter nicht dem Tyrannen überlassen. Asteria ist entschlossen, Tamerlano zu heiraten und umzubringen. Als die Vermählung scheitert, versucht sie erfolglos, ihn zu vergiften. Andronico kann die Geliebte davon abhalten, das Gift selbst zu nehmen. Tamerlano befiehlt die Enthauptung des Sultans und Asterias Versklavung. In Folge dessen vergiftet sich Bajazet. Davon berührt, lässt Tamerlano Asteria frei. Der Heirat von Tamerlano und Irene sowie von Andronico und Asteria steht nichts mehr im Wege. Die musikalische Leitung liegt bei Karsten Januschke, der bis 2015 der Oper Frankfurt – zuletzt als Kapellmeister – verbunden war. Hier gastierte er daraufhin u.a. 2018 mit Olga Neuwirths Lost Highway im Bockenheimer Depot. Zu seinen aktuellen Aufgaben gehören Engagements an den Staatsopern von München und Stuttgart. Der amerikanische Künstler und Opernregisseur R.B. Schlather hat sich mit einem experimentellen Stil und der Vorliebe für die Werke Händels in seiner Heimat einen Namen gemacht: Er inszenierte bereits 2018 im Rahmen des Opera Omaha ONE Festivals Ariodante. Zu seinen aktuellen Projekten gehören aber auch zwei Mozart-Opern: Don Giovanni (Opera Philadelphia) und Così fan tutte (Santa Fe Opera). Der amerikanische Countertenor Lawrence Zazzo (Tamerlano) ist regelmäßiger Gast an der Oper Frankfurt, wo er zuletzt 2018/19 als Arsamene in Händels Xerxes zu erleben war. Aktuelle Aufgaben führen ihn u.a. als Händels Giulio Cesare an die Staatsoper Dresden. Auch der belgische Tenor Yves Saelens (Bajazet) ist in Frankfurt kein Unbekannter. Hier gastierte er 2013/14 u.a. als Ferdinand in Adès’ The Tempest. Zu seinen Plänen gehören u.a. Valzacchi in Strauss’ Der Rosenkavalier am Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel. Der junge amerikanische Countertenor Brennan Hall gibt als Andronico sein Europa-Debüt. Alle weiteren Partien sind mit Ensemlemitgliedern der Oper Frankfurt besetzt, darunter Elizabeth Reiter (Asteria), Cecelia Hall (Irene) und „Neuzugang“ Liviu Holender (Leone).

Freitag, 8. November 2019, um 19.30 Uhr im Opernhaus
Erste Wiederaufnahme MARTHA ODER DER MARKT ZU RICHMOND
Romantisch-komische Oper in vier Akten von Friedrich von Flotow In deutscher Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

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Copyright: Barbara Aumüller – Oper Frankfurt

Musikalische Leitung: Sebastian Weigle; Regie: Katharina Thoma Mitwirkende: Kateryna Kasper / Juanita Lascarro (Lady Harriet Durham), Katharina Magiera (Nancy), Iain MacNeil / Barnaby Rea (Lord Tristan Mickleford), Gerard Schneider / AJ Glueckert (Lyonel), Gordon Bintner (Plumkett), Franz Mayer (Der Richter von Richmond) u.a. Weitere Vorstellungen: 16., 24. (18.00 Uhr) November, 14., 21., 23., 25. (18.00 Uhr), 31. Dezember 2019 Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr Preise: € 19 bis 115 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Die Neuinszenierung der romantisch-komischen Oper Martha von Friedrich von Flotow (1812-1883) wagte in der Frankfurter Spielzeit 2016/17 einen amüsanten Blick auf ein Werk, dem viele Zuschauer glauben mit Vorurteilen begegnen zu müssen. Aber schon 1986 hatte Vicco von Bülow alias Loriot in Stuttgart den Staub vom Notenpapier geblasen, und auch diesmal sollte die Rechnung aufgehen. Damals wie heute waren Presse und Publikum begeistert, so dass man im Fachmagazin Das Opernglas lesen konnte: „Regisseurin Katharina Thoma hat in Frankfurt die Gelegenheit lustvoll am Schopfe gepackt, das Biedermeier-Juwel unter heutigem Blickwinkel auf die Bühne zu bringen.“ Partnervermittlung per iPad, zwischen Mini-Austin und Wohnwagen ausgetragene Liebeshändel sowie der leibhaftige Auftritt von Königin Elisabeth II. als dea ex machina fegten jegliche Bedenken des Frankfurter Publikums beiseite. Auch die musikalische Ausführung wurde äußerst positiv aufgenommen: „Die Krone gebührt Sebastian Weigle, dessen animierte und intensive Lesart, gemeinsam mit dem Opern- und Museumsorchester, die Referenzaufnahmen vergessen macht“, schrieb die Frankfurter Rundschau. Höchste Zeit also, dass der kluge Wurf, erneut unter der Leitung des Generalmusikdirektors, erstmals auf den Spielplan zurückkehrt. Übrigens wird das Team Sebastian Weigle / Katharina Thoma auch für die Neuinszenierung von Wagners Tristan und Isolde verantwortlich zeichnen, die in dieser Saison am 19. Januar 2020 Premiere im Opernhaus feiern wird. Hier nun ein paar Worte zum Inhalt von Martha: Lady Harriet Durham fühlt sich von ihrem High SocietyLeben nicht ausgefüllt. Ihre Vertraute Nancy rät, sie müsse sich verlieben. In Verkleidung mischen sie sich unter die Mägde, die beim Markt zu Richmond Arbeit und vielleicht auch einen Mann suchen. Die Pächter Plumkett und Lyonel sind angetan. Zu Hause angelangt, wird schnell klar, dass die Herren ernsthafte Absichten hegen. Da flüchten die beiden „Mägde“, die sich als „Martha“ und „Julia“ vorgestellt haben. Erst nach einigen Verwicklungen finden sich die Paare. Die Besetzung der ersten Wiederaufnahme weist zahlreiche neue Namen ausschließlich aus dem Frankfurter Ensemble auf: Die ukrainische Sopranistin Kateryna Kasper sang kürzlich Pamina in Mozarts Die Zauberflöte im österreichischen St. Margarethen (Oper im Steinbruch) und wechselt sich als Martha mit ihrer kolumbianischen Fachkollegin Juanita Lascarro ab. Zu deren aktuellen Frankfurter Aufgaben gehört die Titelrolle in der Wiederaufnahme von Martinůs Julietta. Der kanadische Bariton Iain MacNeil übernimmt erstmals die Partie des Lord Tristan. Zu seinen jüngsten Frankfurter Aufgaben als neues Ensemblemitglied gehören Der Baron in Schrekers Der ferne Klang und Figaro in Mozarts Le nozze di Figaro. Für den österreichisch-australischen Tenor Gerard Schneider (Lyonel), seit 2018/19 Ensemblemitglied der Oper Frankfurt, stehen 2019/20 mit dem Herzog von Mantua (Rigoletto) und Narraboth (Salome) wichtige Debüts an. Auch der Bariton Gordon Bintner (Plumkett) stammt aus Kanada. Er gastierte bei den Salzburger Festspielen 2019 in einer Neuproduktion von Enescus Oedipe in der Partie des Phorbas. Weitere Frankfurter Aufgaben warten mit Mozarts Don Giovanni und Escamillo in Bizets Carmen auf ihn. Mit der Produktion seit ihrer Premiere am 16. Oktober 2016 vertraut sind die Alternativbesetzungen des Lord Tristan mit Barnaby Rea und des Lyonel mit AJ Glueckert. Auch Franz Mayer ist als Richter von Richmond wieder mit von der Partie.

Dienstag, 26. November 2019, um 19.30 Uhr im Opernhaus Liederabend STANISLAS DE BARBEYRAC, Tenor ALPHONSE CEMIN, Klavier Das Programm wird baldmöglichst bekannt gegeben. Preise: € 15 bis 95 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

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Stanislas de Barbeyrac. Copyright: Gerome H. Belloque.

Wenn sich Stanislas de Barbeyrac für einen Komponisten entscheiden müsste, dessen Musik er auf eine einsame Insel mitnehmen würde, dann wäre es die von Francis Poulenc: „Das ist meine Musik, das sind meine Harmonien!“ Die Partie des Chevalier de la Force aus Dialogues des Carmélites hat der Franzose bereits in Amsterdam, Brüssel und München gesungen. Und auch in Liederprogrammen darf Poulenc nicht fehlen. Letztere sind jedoch bei der Vielzahl an Opernengagements beinahe eine Rarität. Seine bedachte Rollenauswahl und der Sinn für den richtigen Zeitpunkt zahlen sich aus: Nach zwei Jahren im Opernstudio der Opéra National de Paris ist der Tenor auf den Bühnen in Wien, München, Berlin, Salzburg, London und New York angekommen. Partien von Mozart und Gluck bilden derzeit noch die Basis seines Repertoires – jüngste Rollendebüts als Debussys Pelléas und Verdis Alfredo lassen ahnen, dass Werther, Don José oder auch Berlioz’ Faust und Wagners Lohengrin sich bereits am Horizont abzeichnen. Ein spannendes Debüt an der Oper Frankfurt.

Karten für die genannten Veranstaltungen sind bei unseren bekannten Vorverkaufsstellen, online unter www.oper-frankfurt.de oder im telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 erhältlich.

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FÜSSEN/ LUDWIGS FESTSPIELHAUS: 55 x Ludwig im 5. Jahr!

 LUDWIG2 – Das Musical 

am Originalschauplatz in Ludwigs Festspielhaus Füssen

Zugabe 2020 in Füssen: Der Mythos des bayerischen Märchenkönigs als packendes Musical weitere 55 x in Ludwigs Festspielhaus

Endlich ist es fix: Ludwig2 wird auch 2020 in Füssen zu sehen sein. Nachdem das geplante Hotelprojekt zur Unterstützung des Festspielhauses aufgrund eines Bürgerbegehrens nicht verwirklicht wird, war es die letzten Monate unklar, ob das Erfolgsmusical auch 2020 wieder gespielt wird. Nun aber hat Theaterdirektor Benjamin Sahler eine klare Aussage getroffen: „Der Zuspruch unserer Fans in den letzten Wochen und die extrem guten Verkaufszahlen haben uns bestärkt – wir bleiben unserem König treu und es wird auch 2020 unser Lieblingsmusical Ludwig2 geben!“ Neu ist, dass es 2020 jeden Monat Ludwig-Vorstellungen geben wird. „Wir haben unser Besucherverhalten analysiert und in jeder Jahreszeit sind andere Gäste in der Region und im Theater. Wir wollen für alle Ludwig spielen und haben deshalb von Januar bis November jeden Monat einige Vorstellungen im Spielplan.“ 

Das Team in Ludwigs Festspielhaus gehe gestärkt aus der beendeten Diskussion um das Hotel  und man besinnt sich in Füssen auf seine Wurzeln. „Hier steht ein Theater, das für Ludwig gebaut wurde!“, so Sahler. 2016 hatte er schon durch die erfolgreichste Crowdfunding-Aktion im europäischen Kulturbereich dem König wieder nach Füssen zurückkehren lassen, an den Originalschauplatz des Märchenkönigs, in seine Heimat. Nun wird das Musical im fünften Jahr in Folge zu sehen sein und endgültig zum Aushängeschild des Festspielhauses werden.

Die europäischen Musicalstars Jan Amman und Matthias Stockinger sowie vorraussichtlich auch weitere der bisherigen Ludwig Darsteller wie Jan Rekeszus und Oedo Kuipers werden dem König wieder ihre Stimme verleihen und lassen das Publikum mitleiden und feiern. Sei es beim inneren Ringen des jungen Königs um seine eigenen Wertvorstellungen, bei der energischen Auseinandersetzung mit bornierten Beratern und Politikern oder den gefühlvollen Duetten mit seinem Bruder Otto und Kaiserin Sisi.  

Der Vorverkauf beginnt am Freitag, 11.10.2019. Bis Ende Oktober gibt es Frühbucherrabatte, ganz nach dem Motto: Wer früher bucht sitzt besser!

www.das-festspielhaus.de

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Heute in Salzburg: Gedenkkonzert mit OLGA BLANCO


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RECHNUNGSHOFBERICHT 2019: Stellungnahme der Österreichischen Nationalbibliothek zum Rechnungshofbericht

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Copyright: Österreichische Nationalbibliothek

Der Rechnungshof überprüfte die Österreichische Nationalbibliothek von Dezember 2017 bis April 2018. Das Prüfungsergebnis enthält insgesamt 33 Empfehlungen. Davon richten sich 7 an das Bundeskanzleramt, von den restlichen 26 Empfehlungen wurde von der Österreichischen Nationalbibliothek fast die Hälfte bereits umgesetzt. Weitere 6 Empfehlungen befinden sich derzeit in Arbeit bzw. werden geprüft, bei 8 Empfehlungen hat sich die Österreichische Nationalbibliothek entschlossen, sie nicht umzusetzen, da sie der bibliothekarischen Praxis widersprechen bzw. der erforderliche Aufwand in keiner Relation zum erwartbaren Nutzen stünde.

Generaldirektorin Dr. Johanna Rachinger: „Der Rechnungshof überprüfte die Geschäftsjahre 2013 bis 2016. Die Zusammenarbeit mit dem Prüfungsteam verlief ausgezeichnet. Der 96 Seiten starke Endbericht, der heute veröffentlicht wurde, stellt unserem Haus insgesamt ein sehr gutes Zeugnis aus und ich freue mich, dass wir von den 26 Empfehlungen bereits knapp 50 Prozent erfolgreich umsetzen konnten. An unseren großen Strategieprojekten und der Vision 2025 hatte der Rechnungshof nichts auszusetzen, weshalb wir hier in großen Schritten weiterarbeiten können.“

Der Rechnungshof spricht 4 zentrale Empfehlungen aus, 2 Empfehlung hat die Österreichische Nationalbibliothek bereits umgesetzt, 2 wird sie aus guten Gründen nicht umsetzen. Die Empfehlungen im Einzelnen:

Empfehlung: Die Bundesvermögensverwaltungsverordnung sowie die Bibliotheks- und Museumsordnung wären einzuhalten, sämtliches Sammlungsgut wäre zu inventarisieren und damit das Eigentum des Bundes vor einem etwaigen Abgang dokumentieren.
Stellungnahme: Die Österreichische Nationalbibliothek erhält auf Basis des Mediengesetzes von allen in Österreich erscheinenden Druckschriften je 2 Exemplare. Selbstverständlich werden diese Druckschriften ordnungsgemäß aufgenommen und katalogisiert. Lediglich bei wenigen ausgewählten Werkkategorien (Jahresberichte, Kataloge, Kochbücher etc.) wird aus Gründen der Zweckmäßigkeit, Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit darauf verzichtet, beide Exemplare zu inventarisieren und im Archiv aufzustellen. Die langjährige Erfahrung zeigt, dass diese Werkkategorien in einer wissenschaftlichen Archivbibliothek nie parallel nachgefragt werden.

Konkret heißt das: Exemplar 1 wird nach allen Regeln der bibliothekarischen Kunst vollumfänglich erfasst und katalogisiert, im Archiv aufgestellt und für die Benützung in den Lesesälen zur Verfügung gestellt. Das Exemplar 2 wird lediglich durch die Signatur des Exemplars 1 diesem zugeordnet, aber in einem sogenannten Dublettenlager verwahrt. Die Exemplare dieses Dublettenlagers stehen für mindestens 10 Jahre zum Austausch des ersten Exemplars sowie zum Tausch mit anderen Bibliotheken und öffentlichen Institutionen im In- und Ausland zur Verfügung. Wenn die Dubletten innerhalb dieser 10 Jahre nicht benötigt werden, werden sie nach einem entsprechenden internen Genehmigungsverfahren entsorgt. Dieses Vorgehen ist mit dem zuständigen Bundeskanzleramt und auch mit dem Finanzministerium abgestimmt und von den genannten Stellen für rechtens erklärt worden. Eine Inventarisierung und Archivierung sämtlicher Zweitexemplare würde einen beträchtlichen Mehraufwand in der Verwaltung und langfristig höhere Lagerungskosten nach sich ziehen ohne irgendeinen Nutzen für die BenützerInnen, weshalb die Österreichische Nationalbibliothek diese Empfehlung nicht umsetzen wird.

Empfehlung: Erträge und Aufwendungen wären – wie in § 196 Unternehmensgesetzbuch festgeschrieben – in der Gewinn- und Verlustrechnung unverkürzt auszuweisen.

Stellungnahme: Diese Empfehlung bezieht sich auf die Kooperation zwischen der Österreichischen Nationalbibliothek und Google zur Digitalisierung des kompletten historischen, urheberrechtsfreien Druckschriftenbestands im Umfang von 600.000 Werken. Dieses Projekt (Austrian Books Online) wurde 2018 erfolgreich abgeschlossen, seitdem sind die Inhalte dieser 600.000 Werke online kostenlos weltweit abrufbar. Diese Kooperation sah vor, dass beide Partner ihre jeweiligen Kosten selbst tragen. Diese Kosten wurden einvernehmlich als gleichwertig beurteilt, weshalb die Leistungen auch unbar abgewickelt wurden, d.h. es kam zu keinen wechselseitigen Geldflüssen, die Leistungen wurden aber wechselseitig korrekt fakturiert. Eine nicht saldierte Darstellung dieser Kooperation hätte zu einer irreführenden Aufblähung der Gewinn- und Verlustrechnung geführt: Der Ausweis der Erlöse hätte die Erträge der Österreichischen Nationalbibliothek auf dem Papier mehr als verdoppelt und damit den Eigendeckungsgrad doppelt so hoch erscheinen lassen – eine der wichtigsten wirtschaftlichen Kennzahlen für eine öffentliche Kulturinstitution wäre damit verfälscht gewesen. Gleiches gilt für die nur auf dem Papier bestehenden Ausgaben, die zu einer irreführenden Verzerrung der Betriebskosten geführt hätten.
Selbstverständlich wurden sämtliche Leistungen steuerlich korrekt bewertet und abgerechnet und selbstverständlich war dieses Vorgehen mit den Wirtschaftsprüfern abgestimmt. Im Anhang zum Jahresabschluss wurde jeweils auf diese Form der Kooperation hingewiesen. Diese Empfehlung ist also bereits umgesetzt.

Empfehlung: In einem ganzheitlichen Konzept wären die Strategien und Ziele für das Marketing der Österreichischen Nationalbibliothek zu formulieren, daraus die von ihr einzusetzenden Marketinginstrumente abzuleiten, um somit über einen langfristigen und nachhaltigen Entwicklungsplan zum Marketing zu verfügen.

Stellungnahme: Die seit Jahren steigenden Besucherzahlen stellen der Österreichischen Nationalbibliothek und ihrem Marketing ein gutes Zeugnis aus: Im Jahr 2018 kamen rd. 720.000 BesucherInnen in die Bibliothek und die Museen. Wie schon während der Prüfung durch den Rechnungshof angemerkt, wurde die Empfehlung einer ausformulierten Marketingstrategie bereits umgesetzt.

Empfehlung: Eine Befragung der TeilnehmerInnen an den Vermittlungsveranstaltungen wäre durchzuführen, um somit auch zu einer aussagekräftigen Kosten-Nutzen-Analyse zu kommen.

Stellungnahme: Die seit Jahren steigenden Besucherzahlen der Österreichischen Nationalbibliothek spiegeln sich auch in der steigenden Nachfrage nach Führungsangeboten. Ergänzend ist festzuhalten, dass im Bereich der Kulturvermittlung für Kinder und Jugendliche eine reine Kosten-Nutzen-Kalkulation wenig sinnvoll ist und auch dem kulturpolitischen Auftrag der Österreichischen Nationalbibliothek widerspricht.
Selbstverständlich gibt es auf der Website der Österreichischen Nationalbibliothek unter „Kontakt“ ein Feedback-Formular, das nicht nur für bibliothekarische Belange, sondern auch für Fragen und Beschwerden rund um die Museen und Kulturvermittlungsangebote verwendet werden kann. Die äußerst geringe Anzahl an Beschwerden zeigt uns, dass wir hier auf einem guten Weg sind. Eine zusätzliche Befragung der TeilnehmerInnen an Vermittlungsangeboten ist daher nicht geplant, die Österreichische Nationalbibliothek wird diese Empfehlung bis auf weiteres nicht umsetzen.

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ORF III am Wochenende: Themenabend „Naher Osten“ u. a. mit Auftakt zur ORF-III-Reihe „Die großen Weltkonflikte“

Außerdem: „Don Carlo“ von den Salzburger Festspielen u. a. mit Jonas Kaufmann, Thomas Hampson und den Wiener Philharmonikern =

Wien (OTS) – ORF III Kultur und Information führt am Samstag, dem 12. Oktober 2019, in einem dreiteiligen „zeit.geschichte“-Abend in das krisengeschüttelte Gebiet des Nahen Ostens – beginnend mit dem Auftakt zur neuen ORF-III-Dokureihe „Die großen Weltkonflikte“. Am Sonntag, dem 13. Oktober, übernimmt Jonas Kaufmann in „Erlebnis Bühne“ die tragische Titelrolle in „Don Carlo“ – eine Inszenierung von den Salzburger Festspielen unter der musikalischen Leitung von Antonio Pappano aus dem Jahr 2013.

Samstag, 12. Oktober

Bereits um 15.40 Uhr lädt Andreas Jäger zu einer neuen Ausgabe der „Berggespräche“ mit „Roland Düringer im Kamptal“. Gemeinsam mit Jäger wandert der Kabarettist, Schauspieler und Autor von Gars nach Schönberg.

Zum Auftakt des Themenabends „Naher Osten“ präsentiert „zeit.geschichte“-Moderator und ORF-Auslandschef Andreas Pfeifer die neue ORF-III-Dokureihe „Die großen Weltkonflikte“. Im ersten Teil „Der Nahe Osten“ (20.15 Uhr) spürt Pfeifer den Auslösern der politischen und kriegerischen Verwerfungen nach: Durch die Auflösung des Osmanischen Reiches nach dem Ersten Weltkrieg wird das Gebiet ungeachtet der Religions-, Kultur- und Stammeszugehörigkeit von den Siegermächten aufgeteilt. Während des Zweiten Weltkriegs fliehen Hunderttausende Juden aus Furcht vor dem Holocaust nach Palästina, um sich dort anzusiedeln – der Ausgangspunkt für einen der gewaltsamsten Konflikte des 20. Jahrhunderts. Anschließend thematisiert eine ORF-III-Neuproduktion von Gerhard Jelinek „Blutige Linien – Die Grenzziehung von Sykes-Picot im Nahen Osten“ (21.05 Uhr). Die Region ist ein politischer Dauer-Brandherd der Welt. Gelegt wurde das Feuer bereits während des Ersten Weltkriegs, als England und Frankreich die Landkarten zwischen Damaskus und Bagdad im Handstreich neu zeichneten. Die Dokumentation ortet die von Sykes und Picot gezogenen Grenzen als Wurzeln der späteren Konflikte im Nahen Osten. „Nasser – Die Entstehung des neuen Ägypten“ (22.00 Uhr) von Michal Goldman befasst sich mit dem Ministerpräsidenten und späteren Staatspräsident Ägyptens – Gamal Abdel Nasser. Dieser träumte vom Panarabismus, der Idee eines nationalen Zusammenschlusses aller arabischer Staaten. Doch der Traum platzte und die Ernüchterung ebnete den Weg für den Islamismus.

Wiener Soul sowie Humor, Tiefgang und herausragende Lieder gibt es zum Abschluss des Programmabends in „Soundcheck Österreich“ mit „5/8erl in Ehr’n“ (23.05 Uhr) aus dem ORF RadioKulturhaus. Das vierfach mit dem Amadeus Award ausgezeichnete Quintett bewegt sich in den unterschiedlichsten Musikszenen und ist im Jazzmilieu ebenso beheimatet wie auf Kleinkunstbühnen oder Pop-Festivals. Feinsinnigkeit, Poesie und Power, in Wort wie in Klang, ergeben ein einzigartiges Konzerterlebnis, das das Konzertpublikum von den Sitzen gerissen hat.

Sonntag, 13. Oktober

Musikalisch wird es auch am Sonntag in ORF III. „Operette sich wer kann“ zeigt „Gasparone“ (18.40 Uhr) nach der Operette von Carl Millöcker, 1956 verfilmt von Karl Paryla. In der kleinen Stadt Dioppo führt Bürgermeister Nasone (Wolfgang Heinz) ein tyrannisches Regiment. Eines Tages wird es den Bewohnerinnen und Bewohnern zu bunt und so lassen sie den Räuber Gasparone wiederauferstehen. Im Hauptabend steht Jonas Kaufmann im Mittelpunkt: Am 14. Oktober präsentiert der Startenor im Wiener Konzerthaus seine brandneue CD „Wien“. Aus diesem Anlass zeigt „Erlebnis Bühne mit Barbara Rett“ Verdis „Don Carlo“ (20.15 Uhr) von den Salzburger Festspielen 2013. An der Seite von Jonas Kaufmann in der Titelpartie sind mit Thomas Hampson als Rodrigo, Matti Salminen als Philipp II., Anja Harteros als Elisabetta und Ekaterina Semenchuk als Eboli eine ganze Reihe weiterer Opernstars zu erleben. Es spielen die Wiener Philharmoniker unter Antonio Pappano.

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INFOS DES TAGES (FREITAG, 11. OKTOBER 2019)

INFOS DES TAGES (FREITAG, 11. OKTOBER 2019)

Wiener Staatsoper/ Umbesetzung heute :

Besetzungsänderung in „Ariadne auf Naxos“ an der Wiener Staatsoper

Daniela Fally springt in der heutigen (11. Oktober 2019) Vorstellung von „Ariadne auf Naxos“ für die erkrankte Hila Fahima als Zerbinetta ein.

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WIENER STAATSOPER: Eiserner Vorhang 2019/2020: „Das Trojanische Pferd“ von MARTHA JUNGWIRTH

Sonderausstellungen, Edition und Auktion

Im Rahmen einer Pressekonferenz in Anwesenheit der Künstlerin wurde am Donnerstag, 10. Oktober 2019, in der Wiener Staatsoper der temporäre Eiserne Vorhang 2019/2020 vorgestellt: „Das Trojanische Pferd“ der international renommierten österreichischen Malerin Martha Jungwirth. Vorgestellt wurde auch ein Text zum neuen „Eisernen Vorhang“ von der legendären Autorin Friederike Mayröcker, den die Autorin bei der Pressekonferenz vortrug.


Martha Jungwirth, Das trojanische Pferd, Eiserner Vorhang, Wiener Staatsoper, 2019/2020, © museum in progress (www.mip.at)

Durch die Ausstellungsreihe Eiserner Vorhang – von museum in progress (www.mip.at) konzipiert und seit 1998 in Kooperation mit der Wiener Staatsoper und der Bundestheater-Holding realisiert – wird der an sich statische Eiserne Vorhang (176 m2) jeweils für einen festgelegten Zeitraum einer Spielzeit in einen dynamischen Ausstellungsraum zeitgenössischer Kunst verwandelt, in dieser Saison nun bereits zum 22. Mal. Martha Jungwirths „Das Trojanische Pferd“ kann bis Saisonende vom Publikum vor und nach den Aufführungen sowie in den Pausen wahrgenommen werden.

Im Donizetti-Salon in der Wiener Staatsoper zeigt museum in progress Originalwerke der Künstlerin, die motivisch mit dem Eisernen Vorhang verbunden sind und im Rahmen eines Vorstellungsbesuchs besichtigt werden können. Auch eine signierte Lithographie von Martha Jungwirth mit dem Sujet des Eisernen Vorhangs ist zu sehen: Durch den Erwerb dieses Drucks aus der Werkstätte Kurt Zein leisten Kunst- und Opernfreunde einen wichtigen Beitrag zur Fortsetzung der Ausstellungsreihe von museum in progress in der Wiener Staatsoper.

Am 27. November 2019 wird im Auktionshaus im Kinsky das Hauptwerk „Das Trojanische Pferd“ von Martha Jungwirth versteigert, das im Eisernen Vorhang seine Entsprechung findet. Schätzwert: € 60.000 – 100.000. Die Hälfte des Verkaufserlöses geht an das Kunstprojekt Eiserner Vorhang.

Kurzbiografie

 Martha Jungwirth

Martha Jungwirth wurde 1940 in Wien geboren. Ihr Werk bewegt sich an der Schnittstelle zwischen abstrakter und gegenständlicher Malerei. Als Malgrund bevorzugt die Künstlerin meist das Papier. Ihre vielschichtigen Farbkompositionen zeugen von einer sensiblen Wahrnehmung der Wirklichkeit. Jungwirth, deren Werk lange unterschätzt wurde, zählt heute zu den bedeutendsten zeitgenössischen Künstler/innen, weit über Österreich hinaus.

Einzel- und Gruppenausstellungen fanden unter anderem in der Albertina in Wien, an der documenta in Kassel, in der Galerie Fergus McCaffrey in New York, in der Kunsthalle Krems, im Kunstmuseum Ravensburg, im mumok in Wien, im Museo de Arte Contemporáneo de Monterrey in Mexiko, im Museum Moderner Kunst Wörlen in Passau, im Museum der Moderne in Salzburg und im 21er Haus statt. 2012 wurde Martha Jungwirth mit dem Österreichischen Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst und 2018 mit dem Oskar-Kokoschka-Preis ausgezeichnet.

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Jonas Kaufmann spricht über Wien und sein neues Album mit den Wiener Philharmonikern

ZUM VIDEO

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LA MONNAIE DE MUNT: JEANNE D’ARC AU BÛCHER VON ARTHUR HONEGGER. Ab 5.11.2019

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© Céline Bodin

Musikalische Leitung: KAZUSHI ONO
Regie, Bühnenbild, Kostüme, Licht : ROMEO CASTELLUCCI

Produktion von Opéra National de Lyon (2017)
Coproduktion mit la Monnaie,
Perm State Opera & Ballet Theater, Theater Basel

Premiere 5 November 2019 20:00
6, 7, 8, 12 November 20:00
10 November 15:00

Im Rahmen unseres Zweiteilers über die ikonische Jungfrau von Orléans präsentiert das Théâtre Royal de la Monnaie im November 2019 Jeanne d’Arc au bûcher. Dieses dramatische Oratorium von Arthur Honegger zu einem Libretto von Paul Claudel ist ein ausgesprochen originelles
Werk. Mit Gesang, Sprechpartien und Musik führt es in einer Art Fiebertraum zu den zentralen Stationen im Leben der Jeanne, als diese im Angesicht des Todes die einsame Konfrontation mit sich und Frankreich angehen muss. Aus den mystischen Visionen und dem emotionalen Ringen dieser jungen Frau webt Romeo Castellucci ein sublimes Bühnengeschehen. Dabei hat der italienische Gesamtkünstler unseren früheren Musikdirektor Kazushi Ono neben sich, der nach zehn Jahren wieder im Orchestergraben der Monnaie steht. Es betrifft eine Koproduktion mit dem Theater Basel, dem Staatlichen Opern- und Ballett-Theater Perm (Russland) und der Opéra de Lyon, wo die Inszenierung 2017 uraufgeführt wurde und sowohl Presse als auch Publikum überwältigte. 
 
Den Auftrag zu „Johanna auf dem Scheiterhaufen“ hatte Ida Rubinstein (1885-1960) erteilt, 
eine russische Ballerina, Schauspielerin und Mäzenin, die in Frankreich vor und nach dem Ersten Weltkrieg zum Beispiel Maurice Ravel, Igor Strawinsky, André Gide und Sergei Djagilew zu
ihrem Freundeskreis rechnete. Inspiriert durch einige Vorstellungen von Les Théophiliens,
 einer Theatergruppe, die an der Pariser Sorbonne mittelalterliche Mysterienspiele aufführte, unterbreitete sie 1934 dem Schweizer Komponisten Arthur Honegger (1892-1955) die Idee zu einem Drama über Jeanne d’Arc. Für den Text war ursprünglich Jehanne d’Orliac vorgesehen, aber als deren Werk für zu leicht befunden wurde, kam das literarische Schwergewicht Paul Claudel (1868-1955) ins Bild. Der Franzose fühlte sich als gläubiger Katholik von dem spirituell-historischen Stoff angezogen. Gleichwohl ging er anfänglich nicht auf den Libretto-Auftrag ein. Als er dann aber während einer Zugfahrt nach Brüssel (wo er im diplomatischen Dienst tätig war) ein Zeichen von oben empfing, akzeptierte der Autor von Der seidene Schuh und Mariä Verkündigung das Angebot.
 
Honegger war begeistert von Claudels Text und dessen poetischer Musikalität. Er nahm seine Komposition am 3. Januar 1935 in Angriff und beendete sie gemäß der Angabe auf der letzten Seite des Autografs am 30. August desselben Jahres. Die Instrumentation war am 30. Dezember fertig. Honeggers Musik spiegelt nicht nur die verschiedenen Stilregister des Librettos wieder, sondern auch die turbulent-hitzige Stimmung der 1920er und 1930er Jahre. Geistige Choräle im Stil von Bach wechseln sich ab mit zeitgenössischer französischer Musik, kubistischen Tonblöcken und sogar einem subversiven Schuss Jazz und Varieté. Infolgedessen ist Jeanne d’Arc au bûcher nicht leicht zu klassifizieren. Rein äußerlich weist das Werk mit großem Orchester und Chor die Merkmale eines Oratoriums auf, aber die Hauptpersonen sprechen ihre Rolle. Vom Aufbau erinnert es an eine antike Tragödie oder ein mittelalterliches Mysterienspiel, aber dann mit einer chromatischen und polytonalen Musiksprache. 
 
Visionär, beladen, vielschichtig: Honeggers mystère lyrique verlangt geradezu nach einem Regisseur wie Romeo Castellucci. Der Italiener, der an der Monnaie mit Parsifal (2011), Orphée et Eurydice (2013) und Die Zauberflöte (2018) bereits gewagte Deutungen vorlegte, weiß, wie man zum Kern der grundlegenden Mythen des Westens vordringt und daraus kompromissloses, innovatives Theater schmiedet. Auch der Person der Jeanne d’Arc blickt er direkt und ohne Vorurteil in die Augen. Castellucci situiert das Geschehen in einem radikal anderen Kontext, um Jeanne von allem historischen Ballast befreien zu können. Der profane Schauplatz ist eines jener Klassenzimmer,
die früher als Vermittlungsorte für die französisch-republikanische Mythenbildung dienten. Alles beginnt mit dem Ende eines ganz normalen Schultags. Es klingelt, die Schüler verlassen fröhlich den Raum und ein Hausmeister betritt das Klassenzimmer. Er ist zum Aufräumen gekommen, aber es wird lange dauern, ehe er mit allem im Reinen ist … 
 
Der Japaner Kazushi Ono war von 2002 bis 2008 Musikdirektor der Monnaie und anschließend bis 2017 Chefdirigent der Opéra de Lyon. Jetzt kehrt er nach über zehn Jahren wieder ans Brüsseler Pult zurück und dirigiert das Sinfonieorchester der Monnaie und den von Chorleiter Christophe Talmont einstudierten Chor der Monnaie, für Jeanne d’Arc verstärkt vom Kinder- und Jugendchor der Monnaie sowie von der MM Academy, beide unter Benoît Giaux. Kazushi Ono dirigierte diese Produktion bereits mit viel Beifall in Lyon. Er kennt also Regisseur Romeo Castellucci, der wie üblich auch für die Kostüme und das Bühnenbild sorgt. Wie bei seinen früheren Monnaie-Regiearbeiten unterstützen ihn die Dramaturgin Piersandra Di Matteo und Silvia Costa.

Die französische Schauspielerin Audrey Bonnet ist als Jeanne d’Arc fast anderthalb Stunden lang nahezu allein auf der Bühne. In Lyon tat sie das so großartig, dass von einer Sensation gesprochen werden darf. Ein Mann steht ihr manchmal zur Seite: Frère Dominique, verkörpert durch Sébastien Dutrieux. Der Belgische Schauspieler war zuletzt noch an der Monnaie zu Gast für die Rollen des Étranger und Médecin in der Uraufführung von Le Silence des ombres.
 
Unter den Sängern, die alle ausnahmslos hinter den Kulissen singen, befinden sich zwei belgische Sopranistinnen.
 Ilse Eerens stand unter anderem als Amanda (Le Grand Macabre, Ligeti), Antigone (Œdipe, Enescu), Noémie (Cendrillon, Massenet), Oscar (Un ballo in maschera, Verdi) sowie als zweite Tochter in Philippe Boesmans’ Au Monde und unlängst noch als Celia in Lucio Silla (Mozart) auf der Brüsseler Bühne. Ihre Stimme bietet genau jene ätherische Klangfarbe, die wir von La Vierge erwarten dürfen. Tineke Van Ingelgem hat an der Monnaie bereits in zwei Produktionen von Romeo Castellucci mitgewirkt. Die belgische Sopranistin war beim Parsifal (Hausdebüt) mit von der Partie und sang 2018 eine der drei Damen in der Zauberflöte. Jetzt leiht sie ihre Stimme der Sainte Marguerite. Die andere Himmelsstimme, die der Sainte Catherine, stammt von Aude Extrémo, die erstmals an der Monnaie zu hören ist. Die französischen Mezzosopranistin gastierte unlängst im Festpielhaus Baden-Baden als Muse und Nicklausse in Les Contes d’Hoffmann (Offenbach) und interpretierte
an der Pariser Oper die Anna in Dmitri Tcherniakovs aufsehenerregender Inszenierung von Les Troyens (Berlioz). 

Die restlichen Figuren sind über zwei Männerstimmen verteilt. Der französische Tenor Jean-Noël Briend (Hausdebüt) singt Une Voix sowie Porcus, Héraut I und Le Clerc.
 Sein Landsmann Jérôme Varnier (Bass) interpretiert die Rollen von Une Voix, Héraut II und Paysan
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WIENER KAMMERORCHESTER: MATINÉE AM SONNTAG, 13. 10 um 10,30 h und 12,30 h

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So, 13.10.2019    10:30 12:30   
  Mozart-Saal
 
Matinee 1 2019/2020             

Matinee 1 2019/2020
Wiener Konzerthaus

Tickets

Repertoirevielfalt, die begeistert: Das Wiener KammerOrchester reist mit barocken Schätzen und zeitgenössischen Perlen von Zentraleuropa bis Japan. Im Mittelpunkt stehen indes klassisch-romantische Symphonien wie Mendelssohns »Italienische« und Konzerte der Wiener Klassik, bei denen etwa mit Simon Höfele und Sharon Kam aufstrebende Talente wie internationale Stars solistisch glänzen. Ihre Pultdebüts geben u.a. Emmanuel Tjeknavorian, der Italiener Enrico Onofri und die Französin Claire Levacher. An vier Terminen führt zudem Christoph Wagner-Trenkwitz durchs Programm.

Quelle: www.konzerthaus.at

Aufführungen

So, 13.10.2019 10:30 Mozart-Saal
Programm

Joseph Haydn Ouvertüre zu „Armida“, Hob. Ia/14, B-Dur
Antonio Vivaldi Konzert für 2 Violoncelli, Streicher und Basso continuo, RV 531, g-moll
Konzert für Violine, Violoncello, streicher und Basso continuo, RV 547, B-Dur
Pause
Toru Takemitsu Three Film Scores
Franz Schubert Symphonie Nr. 5, D 485, B-Dur

Dirigent

Jōji Hattori , Dirigent und Violine

Solisten

Julia Hagen, Violoncello

Tsuyoshi Tsutsumi, Violoncello

Christoph Wagner-Trenkwitz, Präsentation

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WIENER KAMMERORCHESTER IN DER MINORITENKIRCHE

Bildergebnis für wiener kammerorchester

Sa, 12.10.2019      19:30   20:45

Solisten des Wiener KammerOrchesters – Zykluskonzert B

Der Code „merker“ ist freigeschaltet für alle Konzerte in der Minoritenkirche bis 30.12.
Kategorie 1 um € 39 + Kat 5 ist um € 55 kann mit dem Discount Code merker für alle Online Merker Leser auf unserer Buchungsseite https://viennaticketing.com/de/
konzerte-in-der-minoriten-kirche.html um jeweils € 5 Euro billiger gebucht werden

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WIEN/ Theater in der Josefstadt: „EINEN JUX WILL ER SICH MACHEN“. Premiere gestern, 10.10.2019

Zum PREMIERENBERICHT von Renate Wagner

Inszenierung: Stephan Müller

Couplets von Thomas Arzt

Ich mach mir einen Jux! Gerade jetzt, auf der Grenze zwischen Knechtschaft und Herrschaft mach ich mir einen Jux. Für die ganze Zukunft will ich mir die leeren Wände meines Herzens mit Bildern der Erinnerung schmücken, – ich mach mir einen Jux!

Weinberl

Tobias Reinthaller, Anna Laimanee, Johannes Krisch. Martin Zauner, Alexandra Krismer, Robert Joseph Bartl, Julian Valerio Rehrl.
Copyright: Barbara Zeininger

Alexandra Krismer, Robert Joseph Bartl, Martina Stilp. Copyright: Barbara Zeininger

Martina Stilp, Alexandra Krismer, Julian Valerio Rehrl, Johannes Krisch, Alexander Strömer, Martin Zauner. Copyright: Barbara Zeininger
 

Anna Laimanee, Tobias Reinthaller, Martin Zauner.. Copyright: Barbara Zeininger
 
Weitere 50 Fotos IM ALBUM BARBARA ZEININGER/ SPRECHTHEATER 47
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STREAMS „ARTE OPERA“ (Zusammenfassung für Online-Merker-Leser: Renate Wagner)

Einiges ist interessant an arte Opera:
Etwa, dass das Teatro Real / Madrid und die Bayerische Staatsoper alte Produktionen beisteuern.
Dass es sicherlich die Sensation für Opernfreunde in aller Welt sein wird, dort dem Thielemann-„Don Carlos“ aus Dresden mit Netrebko (Debut aus Elisabeth) zu begegnen.
Dass mit dem „Falstaff“ aus Hamburg (Regie: Calixto Bieito) sicher eine seht interessante Produktion bevorsteht.
Dass „unser“ Adam Plachetka für den „Dalibor“ nach Prag heimkehrt.
Und dass die Wiener Staatsoper sich mit der „Leonore“ beteiligt (weshalb dieser Abend dann auch von Culturall gratis angeboten werden muss).

15-10-2019 – 20.00 Uhr – LIVE
Giacomo Puccini – Turandot
Gran Teatre del Liceu, Barcelona
Musikalische Leitung – Josep Pons
Inszenierung – Franc Aleu
Mit Iréne Theorin, Alexander Vinogradov, Jorge de León, Ermonela Jaho
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15-11-2019 – 20.00 Uhr
Astor Piazzolla – María de Buenos Aires
Opéra national du Rhin, Straßburg
Musikalische Leitung – Nicolas Agullo
Inszenierung und Choreografie – Matias Tripodi
Mit Ana Karina Rossi, Stefan Sbonnik, Alejandro Guyot
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29-11-2019 – 20.00 Uhr
Karlheinz Stockhausen – Aus Licht
De Nationale Opera, Amsterdam
in Zusammenarbeit mit dem Königlichen Konservatorium Den Haag und Holland Festival
Musikalische Leitung – Kathinka Pasveer
Inszenierung – Pierre Audi
Mit Netherlands Chamber Choir, Cappella Amsterdam, Nationaal Kinderkoor, Nationaal Vrouwen Jeugdkoor, Nationaal Gemengd Jeugdkoor
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Alte Produktion
01-12-2019 – 20.00 Uhr
Giuseppe Verdi – La Traviata
Teatro Real Madrid
Musikalische Leitung – Renato Palumbo
Inszenierung – David McVicar
Mit Ermonela Jaho, Francesco Demuro, Juan Jesús Rodríguez, Marifé Nogales
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19-01-2020 – 18.00 Uhr – LIVE
Giuseppe Verdi – Falstaff
Staatsoper Hamburg
Musikalische Leitung – Axel Kober
Inszenierung – Calixto Bieito
Mit Ambrogio Maestri, Oleksiy Palchykov, Jürgen Sacher, Tigran Martirossian
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01-02-2020 – LIVE
Ludwig van Beethoven – Leonore (Fidelio)
Wiener Staatsoper
Musikalische Leitung – Tomáš Netopil
Inszenierung – Amélie Niermeyer
Mit Jennifer Davis, Benjamin Bruns, Yvonne Gebauer, Tobias Kehrer
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04-03-2020 – 19.00 Uhr – LIVE
Bedřich Smetana – Dalibor
Národní divadlo, Prag
Musikalische Leitung – Jaroslav Kyzlink
Inszenierung – Jiří Nekvasil
Mit Adam Plachetka, Peter Berger, Jiří Brückler, Dana Burešová
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April 2020
Leoš Janáček / Annelies Van Parys – Tagebuch eines Verschollenen
Armel Opera Festival, Budapest
Inszenierung – Ivo van Hove
Piano Jonathan Ware
Mit Marie Hamard, Andrew Dickinson, Wim van der Grijn
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Mai 2020
Giuseppe Verdi – Don Carlo
Semperoper Dresden
Musikalische Leitung – Christian Thielemann Inszenierung – Vera Nemirova
Mit Ildar Abdrazakov, Anna Netrebko, Yusif Eyvazov, Ekaterina Semenchuk, Franco Vassallo
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Alte Produktion
Juni 2020
Christoph Willibald Gluck – Alceste
Bayerische Staatsoper, München
Musikalische Leitung – Antonello Manacorda
Inszenierung – Sidi Larbi Cherkaoui
Mit Dorothea Röschmann, Charles Castronovo, Michael Nagy, Noa Beinart

Was die Bayerische Staatsoper betrifft, die immer Anfang der Saison ihre Streams bekannt gegeben haben, so hält man sich diesmal bedeckt: Nur bis Weihnachten ist das Programm mit zwei Übertragungen bekannt:

23. November 2019: WOZZEK
Alban Berg
WOZZEK
Musikalische Leitung: Hartmut Haenchen
Inszenierung: Andreas Kriegenburg
mit Christian Gerhaher, John Daszak und Gun-Brit Barkmin
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28. Dezember 2019: THE SNOW QUEEN
Hans Abrahamsen
THE SNOW QUEEN
Musikalische Leitung: Cornelius Meister
Inszenierung: Andreas Kriegenburg
mit Peter Rose, Barbara Hannigan und Caroline Wettergreen

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ANDRÉ RIEU FEIERT SEINEN SIEBZIGER MIT EINEM KINOEVENT

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Der legendäre Violinist André Rieu feiert seinen 70. Geburtstag mit einem einmaligen Kinoevent in etwa 300 Kinos in Deutschland und Österreich am Samstag, 4. Januar, und Sonntag, 5. Januar 2020. Dabei feiert er mit seinem Publikum seine unglaubliche Karriere. “Andre Rieu: 70 Jahre – Ein Feuerwerk der Musik” nimmt das Publikum mit auf eine Reise zu den spektakulärsten Auftritten des Walzerkönigs, persönlich ausgewählt von André Rieu.

Mit seinem Johann Strauss Orchester spielt der Maestro einige seiner bekanntesten Stücke an den schönsten Plätzen auf der ganzen Welt, darunter Schloss Schönbrunn in Wien, die Radio City Music Hall in New York und das Krönungskonzert in Amsterdam. Dazu gibt es viele unveröffentlichte Aufnahmen von seiner letzten Welttournee. Die perfekte Art, das Neue Jahr zu beginnen!
In einem exklusiven Interview spricht André Rieu über sein Leben, die Liebe und die Musik, während er das Kinopublikum durch sein traumhaftes Schloss in seiner Heimatstadt Maastricht führt.

Der weltberühmte Violinist Rieu ist nach einem unglaublichen Leben voller musikalischer Leistungen heute einer der größten Weltstars unserer Zeit. Mit über 40 Millionen verkauften Tonträgern und mehr als 700.000 verkauften Konzerttickets pro Jahr – ganz zu schweigen von seinen Kinorekorden mit dem Maastricht-Konzert im Juli – ist es kein Wunder, dass er von der New York Times als “Maestro der Massen” bezeichnet wurde.
Produziert und im Verleih von Piece of Magic Entertainment, folgt “André Rieu: 70 Jahre – Ein Feuerwerk der Musik” auf den Erfolg von “André Rieu – Maastricht-Konzert 2019: Lasst uns tanzen!”, das im Juli in den Kinos gezeigt wurde.

Alle teilnehmenden Kinos und Tickets auf andreincinemas.com
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INFOS DES TAGES (MONTAG, 7. OKTOBER 2019)

INFOS DES TAGES (MONTAG, 7. OKTOBER 2019)

PRAG: „LOLITA“: Tschechische Erstaufführung einer russischen Oper nach einem amerikanischen Roman: Rodion Schtschedrins „Lolita“ in Prag

Rodion Shchedrins Oper „Lolita“ erlebte erst wenige Produktionen. 1992 als Auftragswerk des weltberühmten Cellisten und Dirigenten Mstisilav Rostropovich komponiert, ließ sich die Uraufführung an der Pariser Bastille-Oper nicht realisieren, so dass das Werk 1994 an der Königlichen Oper in Stockholm (in schwedischer Sprache, unter Rostropovich) erstmalig zu sehen war. Zu hören war es dann in konzertanter Form 2008 beim Rostropovich-Festival in Samara und am Mariinsky-Theater, beide Male unter Leitung Valery Gergievs, bevor es erst 2011 die nächste szenische Produktion in Wiesbaden gab (in deutscher Sprache). Erstaunlicherweise unterschlägt der deutsche Verleger des Komponisten, dass es zwei weitere Inszenierungen gab: 2003 in Perm und 2004 an der Novaya Opera, Moskau. Somit ist die Prager Produktion außerhalb Russlands erst die dritte und die erste in russischer Sprache.

In einem Interview erzählte Rodion Shchedrin, dass für die Stockholmer Premiere die Bewerberinnen für die Titelrolle ihm und dem Dirigenten im Badeanzug vorsingen mussten. Verständlich, dass man für Lolita, die in Vladimir Nabokovs Romanvorlage zu Beginn der Handlung 12 Jahre alt ist, keine Sängerin mit der Figur einer Wagner-Heroine haben wollte. Diesbezüglich brauchte man bei der Prager Lolita keine Bedenken zu haben.


Pelageya Kurennaya (Lolita) und Piotr Sokolov (Humbert). Foto: Petr Hornik


Piotr Sokolov (Humbert) und Pelageya Kurennaya (Lolita). Foto: Petr Hornik

Zum Premierenbericht von Sune Manninen

 


Pelagaya Kurennaya (links) mit ihrer Mutter zu Besuch in der Galerie des Online-Merker. Foto: Herta Haider

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LEIPZIG: TRISTAN UND ISOLDE. Erster Premierenbericht online

…Im Zuge seiner Pflege der Werke Richard Wagners präsentierte die Oper Leipzig eine Neuproduktion des Musikdramas „Tristan und Isolde“. Eine sehenswerte Produktion, die vor allem durch ein spektakuläres Bühnenbild und eine der Musik folgende Inszenierung zu überzeugen weiß.

Regisseur Enrico Lübbe erzählt, gemeinsam mit seinem Co-Regisseur Torsten Buß die Handlung, ohne große Verfremdung oder Aktualisierung…

Zum Premierenbericht von Dirk Schauß

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Barbara Kozelj (Brangäne), Daniel Kirch (Tristan), Meagan Miller (Isolde). Copyright: Tom Schulze/ Oper Leipzig)

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Copyright: Tom Schulze/ Oper Leipzig)

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Copyright: Tom Schulze/ Oper Leipzig)

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THEATER ERFURT: DAS MÄRCHEN VOM ZAREN SALTAN. Premiere am 5.102019

 Man will sich doch verzaubern lassen

„Das Märchen vom Zaren Saltan“ gehört wohl zu den sonnigsten Werken der Opernliteratur. Die Musik beleuchtet die Geschichte mit wolkenloser Freude und sanftem Humor. Sie fließt leicht und natürlich. Rimski-Korsakows zauberhafte und farbenprächtige Oper „Das Märchen vom Zaren Saltan“ wurde 1900 in Moskau uraufgeführt und bildet den Anfang einer Reihe weiterer Märchenopern im späten Schaffen des Komponisten. Die Musik der Oper erlangt durch ihre erzählerische Komposition und die Schlichtheit in der Melodieführung eine traumhafte Atmosphäre und bildet schließlich eine Einheit mit Puschkins Erzählung…

Zum Premierenbericht von Larissa Gawritschenko und Thomas Janda


Copyright: Lutz Edelhoff

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ZÜRICH/ Free Opera Company Zürich im Theater im Seefeld: IL VENTAGLIO (Pietro Raimondi 1786 – 1853)

Witzige Verwechslungskomödie


Zu der vergnüglichen Strand-Geschichte auch das dazugehörende Strandfoto mit dem ganzen «Ventaglio»-Ensemble. © FREE OPERA COMPANY– Ingo Höhn

Zum Bericht von John H. Mueller

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WIESBADEN: GRÄFIN MARIZA . Premiere am 5.10.2019

Um es vorwegzunehmen, die Mehrheit des Publikums und der Rezensent sind sich diesmal nicht einig.

Der Leiter des Operettenfestivals  Bad Ischl THOMAS ENZINGER  hat inszeniert. Dass heißt, man müsste im besten Fall sagen: arrangiert.


Copyright: Karl und Monika Forster

Zum Bericht von Christian Konz

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MUSIKVEREIN FÜR STEIERMARK/GRAZ: 1. LIEDERABEND – So 13.10.2019

Der für 13. Oktober 2019 geplante Liederabend mit Piotr Beczała muss wegen einer Erkrankung des Künstlers leider verschoben werden.

Ein Ersatztermin wird schnellstmöglich bekannt gegeben.

Bereits gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit. Weitere Informationen erhalten Sie an der Konzertkasse unter 0316/82 24 55.

Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Uhrzeit: 19:30 Uhr
Ort: Stefaniensaal

PIOTR BECZAŁA Tenor
HELMUT DEUTSCH Klavier

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Piotr Beczala. Foto: Anja Frers

Lieder von
Stanisław Moniuszko | Mieczysław Karłowicz
Pjotr I. Tschaikowsky | Richard Strauss

Piotr Beczała ist ein gern gehörter Gast in Graz. Der in Polen geborene Tenor, der erst im Juni dieses Jahres mit dem Titel Österreichischer Kammersänger geehrt wurde, begeistert mit einem umfangreichen Repertoire in zahlreichen Opern- und Konzerthäusern von der Mailänder Scala bis zur Staatsoper München. Bei seinem Auftritt im Stefaniensaal ist Helmut Deutsch an seiner Seite zu erleben. Der zu den erfolgreichsten Liedbegleitern der Welt zählende Pianist ist dem Grazer Musikverein seit beinahe 50 Jahren eng verbunden und bekommt im Rahmen dieses Konzertes die Ehrenmitgliedschaft des Musikvereins verliehen. Als Programm wurden Lieder aus Beczałas Heimat gewählt: Stanisław Moniuszko wird als Schöpfer der polnischen Nationaloper gesehen und auch Mieczysław Karłowicz ist mit seinen Kompositionen fest in der nationalen Musiktradition verankert, obgleich der Vertreter der frühen Moderne international einen geringen Bekanntheitsgrad hat. Des Weiteren werden russische Lieder aus der Feder von Pjotr I. Tschaikowsky zu hören sein. Zwei der vier Lieder op. 27, die Richard Strauss seiner Pauline 1894 als Geschenk zum Hochzeitstag widmete, runden den Abend ab.

  1. FESTKONZERT (AUSVERKAUFT)

Mi 16.10.2019

Uhrzeit: 19:30 Uhr
Ort: Stefaniensaal

ANDRÉS OROZCO-ESTRADA
WIENER PHILHARMONIKER

YUJA WANG Klavier

Sergej Rachmaninow
Klavierkonzert Nr. 3 in d-Moll, op. 30
Antonín  Dvořák
Symphonie Nr. 9 in e-Moll, op.95, Aus der neuen Welt

Stark und einzigartig: Mit Yuja Wang gibt eine der außergewöhnlichsten Pianistinnen unserer Zeit ihr Debüt im Stefaniensaal. Im Rahmen des Konzerts wird unter der Leitung des kolumbianischen Dirigenten Andrés Orozco-Estrada die jahrzehntelange Zusammenarbeit des Musikvereins mit den Wiener Philharmonikern fortgeführt. Die Veranstaltung ist bereits ausverkauft, Stehplatzkarten (€10,-) sind an der Abendkasse ab 18:30 Uhr erhältlich.

 TICKETS

Konzertkasse
Sparkassenplatz 2, 8010 Graz
Mo. 9-18 Uhr, Di.-Fr. 9-15 Uhr
0316 82 24 55, tickets@musikverein-graz.at

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Verleihung der Hugo-Wolf-Medaille an Gundula Janowitz in der Staatsoper Stuttgart (6.10.)

„DU HOLDE KUNST, ICH DANKE DIR“

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Die Hugo Wolf-Medaille

Verleihung der Hugo-Wolf-Medaille an Gundula Janowitz am 6.10.2019 in der Staatsoper/STUTTGART Juliane Banse (Sopran) und Benjamin Appl (Bariton) gestalteten zusammen mit Wolfram Rieger (Klavier) in eindrucksvoller Weise den musikalischen Teil dieser Matinee. Juliane Banse verlieh den Liedern „Ständchen“, „Die Mainacht“ und „Unbewegte laue Luft“ von Johannes Brahms mit einer reichen dynamischen Klangfarbenskala ungeahnte Lebendigkeit. Die leidenschaftliche Emphase dieser Musik kam dann auch im Duett „Vergebliches Ständchen“ mit Benjamin Appl in überzeugender Weise zu Gehör. Lyrisch-intime Charakterzüge und expansive Gestaltungsweise wechselten sich hier facettenreich ab. Benjamin Appl interpretierte dann Robert Schumanns „Frühlingsfahrt“, „Meine Rose“ und „Belsazar“ mit nie nachlassender gesanglicher Strahlkraft. Intime romantische Seelengründe blitzten hier immer wieder in geheimnisvoller Weise auf, wobei sich die tönenden Arabesken und Girlanden in ein reizvolles Melos verwandelten. Chromatische Fortschreitungen, Vorhaltwirkungen mit raschem Moll-Dur-Wechsel oder kontrapunktierende Linien zeigten sich bei dieser ausdrucksvollen Wiedergabe in beglückender Weise. Das Duett „Unterm Fenster“ zeigte Juliane Banse und Benjamin Appl zusammen mit dem einfühlsam begleitenden Pianisten Wolfram Rieger als ein überaus versiertes Künstlerduo, das den Klängen sensibel nachlauschte. Pathos und chromatische Ausdruckssteigerung lebten auch bei der subtilen Interpretation von Hugo Wolfs „Italienischem Liederbuch“ mit Juliane Banse, Benjamin Appl und Wolfram Rieger auf, die sich bei den einzelnen Liedern sehr gut ergänzten. Der Ausdruck differenzierter subjektiver Empfindungen bestätigte sich bei „Ein Ständchen Euch zu bringen“, „Heut Nacht erhob ich mich“, „Gesegnet sei, durch den die Welt entstund“ oder „Ihr seid die Allerschönste weit und breit“ – Lieder, die Benjamin Appl mit innigem Ausdruck und weichem Timbre vortrug. Auch Juliane Banse interpretierte die Lieder „Mein Liebster singt am Haus im Mondenscheine“, „O wär dein Haus durchsichtig wie ein Glas“, „Gesegnet sei das Grün und wer es trägt“ oder „Du denkst, mit einem Fädchen mich zu fangen“ voller gesanglicher Reinheit und Klarheit, wobei auch hier die feinen dynamischen Abstufungen positiv ins Gewicht fielen. Rhythmische Präzision und kantable Passagen vereinigten sich zudem bei Juliane Banses Wiedergabe von „Verschling‘ der Abgrund meines Liebsten Hütte“, „Du sagst mir, dass ich keine Fürstin sei“, „Nun lass uns Frieden schließen“ und „Ich hab in Penna einen Liebsten wohnen“. Benjamin Appl gestaltete die weiteren Nummern „Geselle, woll’n wir uns in Kutten hüllen“, „Hoffärtig seid Ihr, schönes Kind“, „Sterb‘ ich, so hüllt in Blumen meine Glieder“ und „Wir haben beide lange Zeit geschwiegen“ mit leidenschaftlicher Erregung und reizvollen Modulationen.

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Gundula Janowitz. Foto: Katharina Janowitz

Der Vorstandsvorsitzende der Internationalen Hugo-Wolf-Akademie Prof. Dr. Hansjörg Bäzner betonte, dass die Preisverleihung bereits zum achten Mal stattfinden würde. Die Interpretationen von Gundula Janowitz seien oft mit einem „Gesang der Engel“ verglichen worden. Darauf ging auch der Wiener Musikkritiker Dr. Wilhelm Sinkovicz in seiner Laudatio ein, der daran erinnerte, dass Hugo Wolf auch ein scharfzüngiger Musikkritiker gewesen sei. Er selbst habe eine Gundula-Janowitz-Biografie schreiben wollen, die diese beim Mittagessen jedoch in einem Halbsatz abgelehnt habe. Sinkovicz stellte die besonderen menschlichen Qualitäten von Gundula Janowitz bei seiner Rede in den Vordergrund. Sie sei eine in Berlin geborene Grazerin. In der Schule habe sie im Singen nur die Note „befriedigend“ erhalten, was aber ihren Ehrgeiz nur angestachelt habe. So habe sie dann unter Hans Knappertsbusch bei den Bayreuther Festspielen gesungen – und  Herbert von Karajan habe ihr Talent an der Wiener Staatsoper entdeckt und gefördert. Sie sei eine berühmte Kaiserin in Richard Strauss‘ „Frau ohne Schatten“ gewesen – und die „Vier letzten Lieder“ von Richard Strauss würden zu ihren besten Interpretationen zählen.

Gundula Janowitz selbst bedankte sich beim Publikum mit dem berührenden Satz: „Du holde Kunst, ich danke dir“.    

Alexander Walther

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BITTE VORMERKEN: DIENSTAG, 15. Oktober um 20 h beim Online-Merker

Eintritt und Konsumation frei, Sie sind unser Gast! Kurzparkzone nur bis 19 h, ich empfehle aber die Anfahrt mit U6, 62er oder Badner-Bahn (alles Station Bahnhof Meidling, Ausgang Meidlinger Hauptstraße)

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HEUTE: ORF „kulturMontag“: Cleese meets Niavarani, Kehrtwende im KHM, Köhlmeier wird 70 und Premiere der exklusiven ORF-„Bilderbuch“-Doku

Am 7. Oktober ab 22.30 Uhr in ORF 2 =

Wien (OTS) – Mit Ex-„Monty Python“ John Cleese und Österreichs Starkomiker Michael Niavarani treffen zwei Humor-Kapazunder im „kulturMontag“ am 7. Oktober 2019, um 22.30 Uhr in ORF 2 aufeinander. Mit Clarissa Stadler sprechen die beiden Schmähbrüder über ihr gemeinsames Projekt im Globe Wien, wo sie gemeinsam zu einer besonderen Doppelconférence laden. Themen der Sendung sind weiters u. a. auch der überraschende Rückzug des designierten KHM-Direktors Eike Schmidt und dessen kulturpolitischen Folgen sowie die jüngsten Projekte von Schriftsteller Michael Köhlmeier, der demnächst 70 wird. Anschließend an das Kulturmagazin feiert das von Didi Petschl und Siegfried Steinlechner gestaltete exklusive Filmporträt „Bilderbuch – Ein österreichisches Popmärchen“ (23.15 Uhr) über die musikalischen Überflieger Premiere.

„Hopeless but not serious“: John Cleese & Michael Niavarani im Doppelpack im Wiener Globe

Er gilt als Humor-Haudegen der britischen Extraklasse: John Cleese, das hierzulande wohl bekannteste Gesicht der glorreichen Monty-Python-Truppe. Mit der Lizenz zum „Richtig-Dumm-Sein“ feierten die Anarchos aus dem vereinigten Königreich vor genau 50 Jahren mit ihrer Comedy-Show „Monty Python‘s Flying Circus“ in der BBC ihre ersten Erfolge. Mit Filmen wie „Das Leben des Brian“, „Ritter der Kokosnuss“ oder „Ein Fisch namens Wanda“ besiegelte Cleese, der an der renommierten Universität von Cambridge Jus studierte, seinen eigenen Kultstatus. Seit 2017 tourt er mit seinem Programm „Last Time To See Me Before I Die” durch die Lande und das so erfolgreich, dass er heuer sogar in die Verlängerung gegangen ist. Und weil er nicht im Geringsten vorhat, schon zu sterben, will der launige Show-Biz-Opa in Wien Neues ausprobieren. Gemeinsam mit dem österreichisch-persischen Urgestein Michael Niavarani, der kürzlich das legendäre Simpl als Intendant übernommen hat, lädt er zu einer Doppelconférence à la „Denglish“ ins Globe Wien ein. „Hopeless but not serious“ – hoffnungslos, aber sicher nicht seriös lassen sich die beiden Schmähbrüder auf der Bühne des Globe Wien über die Allmacht der Political Correctness, über Probleme ein Hotel zu finden, über den Tod und die Angst vor dem Sterben gründlich aus. Gemeinsam sind Niavarani und Cleese auch bei Stermann und Grissemann in „Willkommen Österreich“ am Dienstag, dem 8. Oktober, um 22.00 Uhr in ORF 1 zu Gast.

Kehrtwende im KHM: Eike Schmidt pfeift auf Wien, Sabine Haag bleibt

Knall-Effekt in der österreichischen Museumslandschaft: Einen internationalen Eklat löste der überraschende Rückzug des designierten KHM-Direktors Eike Schmidt aus. Noch in der Vorwoche bestätigte der deutsche Kunsthistoriker seinen Amtsantritt in Wien für Anfang November. Seine plötzliche Absage sickerte am Dienstag durch ein undichtes Loch an die Medien durch. Als „höchst unprofessionell und beispiellos“ nannte Kulturminister Alexander Schallenberg das Vorgehen, denn Schmidt hatte bis dato nur das Kuratorium des renommierten Museums über seine Absage informiert. In der internationalen Museumswelt löst diese Jobquittierung Kopfschütteln aus, Wien zeigt sich brüskiert. Obwohl schon seit Schmidts Bestellung durch den damaligen Kulturminister Thomas Drozda vor zwei Jahre immer wieder Gerüchte aufgetaucht waren, dass der Chef der Uffizien Florenz gar nicht verlassen wolle, gab er dies erst Mittwoch bekannt. Grund dafür scheint die politische Wende in Italien zu sein, sind doch die Sozialdemokraten zurück in der Regierung und Kulturminister Franceschini, der Schmidt einst als Leiter der Uffizien bestellt hatte, seit kurzem wieder in Amt und Würden. Kühle Berechnung oder klassische Poker-Strategie? Ende dieser Woche wird ein Treffen zwischen Minister Schallenberg und Schmidt stattfinden. Die noch amtierende KHM-Direktorin Sabine Haag wurde mittlerweile um eine erneute interimistische Verlängerung gebeten. Ob Eike Schmidt mit rechtlichen Konsequenzen oder Pönalen rechnen muss, wird sich weisen.

Zwischen Eskapismus und Engagement: Michael Köhlmeier wird 70

Den einen gilt er als „Märchenonkel der Nation“, den anderen als „Tanzbär der linken Schickeria“: Michael Köhlmeier, ein virtuoser Geschichtenerfinder und hellwacher, streitbarer Geist, der sich nicht scheut Haltung zu zeigen, wird am 15. Oktober 70. In der idyllischen Gegend des Bodensees ist der Sohn eines Journalisten in einem kulturaffinen Elternhaus aufgewachsen, in dem Humanismus großgeschrieben wurde. Köhlmeier studierte Politikwissenschaften und Germanistik, verdiente sich schon als erst 20-Jähriger seine ersten Sporen mit Hörspielen, gründete mit seinem Freund Reinhold Bilgeri eine Band. Mit ihrem Lied „Oho Vorarlberg“ landete das Duo 1973 seinen ersten Erfolg. Und er begann Sagen des klassischen Altertums, das Alte Testament, die Nibelungen und Märchen der Gebrüder Grimm nachzuerzählen. Märchen, die ihm schon seine Großmutter vorgelesen hat, sind seine lebenslange Liebe. In seinen mehrfach preisgekrönten Romanen und Novellen stellt er Fragen nach Herkunft und Wertbeständigkeit und beschäftigt sich mit zentralen Problemen der heutigen Gesellschaft, wie Migration und Gewalt. Sein politisches Engagement reicht weit über sein literarisches Schaffen hinaus. Regelmäßig meldet er sich zu politischen Themen öffentlich zu Wort. Zu seinem 70. Geburtstag schenkt Michael Köhlmeier seinem Publikum Märchen unserer Zeit. Keine Nacherzählung bekannter Stoffe, sondern verstörende und faszinierende Geschichten. Und „9 Songs“ auf Vinyl. Dass er musikalisch nach wie vor was draufhat, stellt er mit „Da Liebe Gott und i“ fulminant unter Beweis, spielt er doch sämtliche Instrumente selbst.

Dokupremiere „Bilderbuch – Ein österreichisches Popmärchen“ (23.15 Uhr)

2005 begannen sie als Schülerband, in ihren ersten Songs vertonten sie Bilderbücher wie „Struwwelpeter“. Von den ersten musikalischen Gehversuchen ist nur der Bandname geblieben: Bilderbuch. Nach zwei Alben, die nur moderaten Zuspruch in der Indie-Community fanden, hat die Band aus Kremsmünster 2013 mit dem Song „Maschin“ einen einschneidenden Stilwechsel vollzogen – seitdem gelten die vier Oberösterreicher nicht nur als einer der erfolgreichsten Acts, sondern auch als innovativste deutschsprachige Band der Gegenwart. Ihr 2017 veröffentlichter Hit „Bungalow“ darf inzwischen schon als Klassiker der heimischen Pop-Geschichte gelten. Im Mai 2019 hat Bilderbuch mit zwei Open-Air-Konzerten in der barocken Kulisse des Schlossgartens Schönbrunn einen weiteren Meilenstein ihrer aufregenden Karriere gesetzt. Die ORF-Filmemacher Dietmar Petschl und Siegfried Steinlechner begeben sich in diesem neuen ORF-Porträt auf filmische Spurensuche und bieten exklusive Einblicke in die Welt der Band.

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OPERNCLUB MÜNCHEN e.V.: OKTOBER UND NOVEMBER-VERANSTALTUNGEN

Hiermit dürfen wir unsere Oktober-Novemberveranstaltungen bekannt geben:
Hansa-Haus München, Brienner Str. 39,
Sonntag, 20. Oktober 2019, 16.00 Uhr
Christa Mayer
 Moderation Irene Stenzel –
Die Mezzosopranistin ist durch ihre großartigen Leistungen als Richard-Wagner-Interpretin vor allen Dingen in Bayreuth ein Begriff, derzeitige Partie an der Bayerischen Staatsoper
Juana in Karl V. (Ernst Krenek).

Bratwurstherzl am Viktualienmarkt, Dreifaltigkeitsplatz 1
Sonntag, 27. Oktober 2019, 14.00 Uhr,
die weltberühmte Sopranistin der Vergangenheit
KS Felicia Weathers
– Moderation Marcus Schneider, Staatstheater am Gärtnerplatz –

Alle weiteren Veranstaltungen im November

Hansa-Haus München, Brienner Str.39,
Mittwoch, 6. November 2019,19.30 Uhr,
Tim Kuypers
– Moderation Michael Füting –
Der Bassbariton tritt in verschiedenen Rollen an der Bayerischen Staatsoper auf. Derzeitige Partie Marullo in Rigoletto.

Samstag, 9. November 2019, 19.00 Uhr,
Marina Viotti
– Moderation Michael Füting-
Die Mezzosopranistin singt an der Bayerischen Staatsoper die Partien der Maddalena und Giovanna in Rigoletto.

Mittwoch, 13. November 2019, 20.00 Uhr,
Anett Fritsch
– Moderation Irene Stenzel –
Frau Fritsch ist im 2. Sonntagskonzert des Bayerischen Rundfunks
in Lortzings Zum Gross-Admiral konzertant im Prinzregententheater zu erleben.

Die Kostenbeteiligung beträgt bei allen Gesprächen für Sie 5 Euro, Gäste zahlen 10 Euro, Mitglieder der Theatergemeinde zahlen 7 Euro.
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 ORF : 389.075 Besucher/innen beim 20-Jahr-Jubiläum der „ORF-Langen Nacht der Museen“

Spitzenreiter Wien, Steiermark und Kärnten – Kultur-Hotspot: Albertina mit 16.575 Besuchen =

Bereits zum 20. Mal fand die auf Initiative des ORF-Marketings ins Leben gerufene „ORF-Lange Nacht der Museen“ in ganz Österreich und in Teilen von Slowenien, Liechtenstein, der Schweiz und Deutschland (Lindau am Bodensee und Tettnang) statt. Am Samstag, dem 5. Oktober 2019, in der Zeit von 18.00 bis 1.00 Uhr Früh, präsentierten rund 730 Museen, Galerien und Kulturinstitutionen ihre Sammlungen und Ausstellungen.

389.075 Besuche konnten in der Nacht von Samstag auf Sonntag bei Österreichs jährlichem Kulturhighlight insgesamt verzeichnet werden. Die meisten Besuche gab es in Wien (189.032 Besuche), gefolgt von Steiermark (42.368 Besuche) und Kärnten (39.362 Besuche). Das am meisten besuchte Haus war in diesem Jahr die Albertina mit 16.575 Besuchen. Seit dem Jahr 2000 weist die „ORF-Lange Nacht der Museen“ somit insgesamt rd. 7 Millionen Besuche auf.

ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz: „20 Jahre ‚ORF-Lange Nacht der Museen‘ – Rund 7 Millionen Besucherinnen und Besucher haben unsere Einladung zu einem nächtlichen Streifzug durch die Museumslandschaft in dieser Zeit wahrgenommen. Ein Publikumserfolg, auf den wir stolz sein dürfen. Der ORF in seiner Vielfalt ist der wichtigste Kulturträger des Landes, die ‚ORF-Lange Nacht der Museen‘ ein jährlicher Höhepunkt, der aus dem österreichischen Kulturkalender nicht mehr wegzudenken ist. An dieser Stelle möchte ich mich bei allen Kultureinrichtungen, bei den Sponsoren und Partnerinnen und Partnern bedanken, die jedes Jahr einen großen Beitrag zum Erfolg dieser Initiative leisten. Ich freue mich auf die 21. ‚ORF-Lange Nacht der Museen‘!“

Die Zahlen der Besuche der 20. „ORF-Langen Nacht der Museen“ im Überblick:

Gesamt: 389.075

Burgenland: 7.508

Kärnten: 39.362

Niederösterreich: 16.755 Oberösterreich: 11.096

Salzburg: 34.331

Steiermark und Slowenien: 42.368

Tirol: 25.315

Vorarlberg, Liechtenstein, Schweiz und Deutschland (Lindau am Bodensee und Tettnang): 23.308

Wien: 189.032

Die meistbesuchten Museen in den Bundesländern:

Burgenland:

1) Schloss Esterházy: 1.075

2) Landesmuseum Burgenland: 575

3) Burgenländisches Feuerwehrmuseum: 568

Kärnten:

1) Stadtgalerie Klagenfurt: 4.535

2) Minimundus – die kleine Welt am Wörthersee: 2.514

3) Stadthaus Klagenfurt Foyer: 2.113

Niederösterreich:

1) Nostalgiewelt Eggenburg: 903

2) Landesgalerie Niederösterreich: 715

3) Karikaturmuseum Krems: 609

Oberösterreich:

1) Ars Electronica Center: 1.479

2) LENTOS Kunstmuseum Linz: 885

3) OÖ. Kulturquartier Sinnesrausch: 697

Salzburg:

1) DomQuartier Salzburg: 3.947

2) Festung Hohensalzburg: 3.786

3) Haus der Natur: 3.575

Steiermark (mit Slowenien): 42.368

1) Schloss Eggenberg, Prunkräume, Universalmuseum Joanneum: 6.468

2) Kunsthaus Graz, Universalmuseum Joanneum: 2.624

3) Museum für Geschichte, Universalmuseum Joanneum: 2.193

Tirol:

1) Kaiserliche Hofburg: 3.358

2) Tiroler Volkskunstmuseum: 1.935

3) Museum Goldenes Dachl: 1.634

Vorarlberg (mit Liechtenstein, Schweiz und Deutschland)

1) Kunsthaus Bregenz: 1.346

2) vorarlberg museum: 1.271

3) Museum der Mohren Biererlebniswelt: 1.049

Wien:

1) Albertina: 16.575

2) Naturhistorisches Museum Wien: 13.959

3) Kunsthistorisches Museum Wien: 9.505

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INFOS DES TAGES (FREITAG, 4. OKTOBER 2019)

INFOS DES TAGES (FREITAG, 4. OKTOBER 2019)

NEU IN UNSEREN INTERVIEWS:

AUSRINE STUNDYTE (heute „Salome“ an der Wiener Staatsoper)


Ausrine Stundyte. Foto: Barbara Zeininger

Der erste Aufenthalt der Sängerin in Wien fand schon im Jahre 2006 beim 25.Belvedere Gesangswettbewerb statt. Sie hat sich damals bei diesem bedeutenden Award den 2.Platz ersungen, allerdings nicht, wie man auf Grund der bis heute im dramatischen Opernfach verlaufenden Karriere glauben möchte, im Operngesang, sondern ganz im Gegenteil im Fach Operette.

Frau Stundyte stammt aus der Hauptstadt Litauens, dem auch „Rom des Nordens“ genannten Vilnius. Der Vergleich mit Rom hat seinen Grund in den vielen Barockbauten im Zentrum der Stadt. Und der Vorname der Künstlerin, nämlich Ausrine, der stammt aus der litauischen Mythologie und bedeutet der Name der Göttin der Morgenröte.

ZUM INTERVIEW mit Peter Skorepa

Dirigent Dennis Russell Davies
Regie Boleslaw Barlog
Ausstattung Jürgen Rose
 
Herodes Jörg Schneider
Herodias Linda Watson
Salome Ausrine Stundyte
Jochanaan Alan Held

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Ariadne auf Naxos an der Wiener Staatsoper. Ab Sonntag, 6.10.

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Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Am Sonntag, 6. Oktober 2019 wird Strauss’ Ariadne auf Naxos im Haus am Ring wiederaufgenommen: KS Adrianne Pieczonka singt die Titelpartie, KS Stephen Gould den Tenor/Bacchus, Kate Lindsey den Komponisten, Hila Fahima die Zerbinetta und Jochen Schmeckenbecher den Musiklehrer. Ihre Staatsopern-Rollendebüts geben Samuel Hasselhorn als Harlekin, Leonardo Navarro als Brighella und Peter Kellner als Truffaldin. KS Hans Peter Kammerer verkörpert den Haushofmeister.

Es dirigiert: Michael Boder.

Reprisen: 8. und 11. Oktober

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Jochen Schmeckenbecher (Musiklehrer). Foto: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Die Vorstellung am 11. Oktober 2019 wird mit WIENER STAATSOPER live at home weltweit live in HD gestreamt: www.staatsoperlive.com.

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HEUTE: LIVE-STREAM AUS DER ELBPHILHARMONIE

 Das ausverkaufte Konzert des Wolfgang Muthspiel Large Ensemble am Freitag, den 4. Oktober 2019 im Großen Saal der Elbphilharmonie kann im kostenlosen Live-Stream auf www.elbphilharmonie.de mitverfolgt werden. 

Nachdem Wolfgang Muthspiel, in Österreich aufgewachsener Jazzgitarrist von Weltrang, bereits zwei Mal mit unterschiedlich besetzten Quintetten im Kleinen Sal der Elbphilharmonie das Publikum begeistert hat, bringt er nun erstmals sein Large Ensemble in den Großen Saal des Konzerthauses. Ambrose Akinmusire, der Trompeter seines US-amerikanischen Quintetts, ist der Star-Solist unter weiteren glänzenden Solisten der groß besetzten Band, die eigene Stücke von Muthspiel in Arrangements und unter der Leitung des Argentiniers Guillermo Klein präsentieren wird. Das Large Ensemble ist alles andere als eine handelsübliche Bigband, denn es besteht neben einer erlesenen Bläser-Sektion, zu der auch ein Hornist gehört, und Rhythmusgruppe auch aus einem Streichquartett. Die 16 Musiker stammen aus neun unterschiedlichen Nationen.

Die Links zu allen Live-Streams sowie zu Video-on-Demand-Angeboten sind hier zu finden:

www.elbphilharmonie.de/blog/tag/livestream

BESETZUNG

Wolfgang Muthspiel guitar
Ambrose Akinmusire trumpet
Colin Vallon piano
Dominique Girod double bass
Jorge Rossy drums
Matthieu Michel trumpet
Sergio Wagner french horn
Shannon Barnett trombone
Reto Suhner alto saxophone
Julian Arguelles tenor saxophone
Domenic Landolf tenor saxophone
Florian Willeitner violin
Aoife Ní Bhriain violin
Aurore Cany viola
Florian Eggner violoncello
conductor Guillermo Klein

Das Programmheft zum Download:

https://d3c80vss50ue25.cloudfront.net/media/filer_public/27/46/2746ab9d-67db-4f0e-944f-bfbe4263f437/2019-10-04_programheft_muthspiel_large_ensemble.pdf


WIENER KAMMERORCHESTER: SAMSTAG IN DER MINORITENKIRCHE UND IM STEPHANSDOM (Sonntag in Kittsee/Bgld.)

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Sa, 05.10.2019 19:30 20:45 Solisten des Wiener KammerOrchesters – Zykluskonzert A Minoritenkirche

Leonard Furda (Violine)

Mit den Konzerten in der Wiener Minoritenkirche setzt das Wiener KammerOrchester einen wichtigen Akzent in der eigenen Stadt. Die Spieltradition des renommierten Ensembles ist somit nicht nur im Konzertsaal, sondern auch in einer der bedeutenden Kirchen Wiens zu hören. Das Wiener KammerOrchester versteht sich nicht als kleines Symphonieorchester, obwohl es in den großen Sälen der Welt mit bis zu 60 Musikern auftritt. Es versteht sich als großes Streichquartett. Mit dieser Geisteshaltung gestaltet es seine Musik. Und genau dieser Ursprung, der den Stil und das Verständnis der gespielten Werke ausmacht, wird bei den Konzerten in der Minoritenkirche in Reinkultur greifbar. 

Höchstes Niveau, reduziert auf das Wesentliche. 

Sa, 05.10.2019 20:30 21:30 „Die vier Jahreszeiten“ im Stephansdom Wiener Stephansdom
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DIE DEUTSCHE OPER BERLIN IM NOVEMBER

Die Deutsche Oper Berlin setzt die Reihe ihrer Uraufführungen im großen Haus – nach zuletzt Aribert Reimanns L’INVISIBLE (Okt. 2017) und Detlev Glanerts OCEANE (April 2019) – mit einer weiteren großen Komponistin fort: Chaya Czernowin, eine der international prägenden Künstlerpersönlichkeiten unserer Zeit, hat mit HEART CHAMBER ihr neuestes Musiktheaterwerk geschaffen. Die 1957 in Haifa geborene Komponistin ist geografisch wie musikalisch eine Reisende. Sie hat in Tel Aviv, Berlin und New York studiert, lebte in Paris, Tokio und Wien und lehrt seit 2009 als Professorin an der Harvard University in Massachusetts. Ihre Uraufführungen im Musiktheater wurden stets als besondere Ereignisse gefeiert: Sowohl PNIMA … INS INNERE aus dem Jahr 2000 (Münchener Biennale) als auch 17 Jahre später INFINITE NOW (Opera Vlaanderen Gent) zeichnete die Kritikerumfrage der Zeitschrift „Opernwelt“ als „Uraufführungen des Jahres“ aus.

Alle Musiktheaterwerke Chaya Czernowins gestalten eine emotionale Schutzlosigkeit und Fragilität des Individuums. Die Komponistin schürft nach verborgenen Schichten menschlicher Erfahrungen, nach Traumata, einer „inneren Dunkelheit“, wie sie dies im Zusammenhang mit PNIMA einmal notiert hat. Auch in HEART CHAMBER steht die Frage nach der Identität und Flüchtigkeit des Subjekts im Zentrum, erfahrbar in einer Liebesbeziehung zweier Menschen.

Kongenialer Partner dürfte dafür Regisseur Claus Guth sein, der nach PNIMA und ZAIDE/ADAMA, uraufgeführt bei den Salzburger Festspielen 2005, nun zum dritten Mal ein neues Werk von Chaya Czernowin in Szene setzt.

Die Gesangsparts hat Chaya Czernowin für zwei höchst profilierte Opernstimmen geschrieben, Patrizia Ciofi und Dietrich Henschel, sowie für die drei Vokalartisten der Neuen Musik Noa Frenkel, Terry Wey und Frauke Aulbert. Die musikalische Leitung übernimmt der Dirigent und Komponist Johannes Kalitzke, Uraufführung ist am 15. November.

Vom 15. bis 17. November veranstalten wir ein Symposion zum Thema „Neues Musiktheater“, das in Vorträgen, Diskussionen, Werkstatteinblicken mit Komponist*innen und Sänger*innen eine Standortbestimmung des Musiktheaters der Gegenwart versucht. Darüber hinaus bieten wir eine Reihe an Gesprächen, Probeneinblicken und Kammerkonzerten an, beginnend am 7. Oktober um 19.30 Uhr: Dann vermitteln Chaya Czernowin und Claus Guth gemeinsam erste Eindrücke von Musik und Inszenierungskonzept, Ausstatter Christian Schmidt zeigt Skizzen und Entwürfe zu Bühne und Kostümen. (Weitere Veranstaltungen siehe angefügtes PDF.)

Uraufführung DIE SCHNEEKÖNIGIN von Samuel Penderbayne 22.11.

Seit Generationen ist Hans Christian Andersens Kunstmärchen aus den Kinderzimmern nicht mehr wegzudenken – und hat Autoren und Komponisten inspiriert. Jetzt verwandelt sich im November und Dezember die Tischlerei der Deutschen Oper Berlin in die eisig-kalte Welt der Schneekönigin. Komponist Samuel Penderbayne, Librettist Christian Schönfelder und die Regisseurin Brigitte Dethier gehen mit einer Schauspielerin, drei Sänger*innen und fünf Musiker*innen auf Gerdas Reise. Mit Witz und Schauer erzählen sie gemeinsam einen Road-Movie: Musizierende Blumen, eine krächzende Klarinette, ein Tuba-Rentier und die schaurig-schöne Synthesizer-Welt der Schneekönigin sind nur einige Zutaten für dieses Musiktheater, bei dem die Zuschauer*innen ab 8 Jahren hautnah am Geschehen sind.

Mit Hanna Plaß (Schneekönigin), Sophia Körber / Larissa Wäspy (Gerda), Marlene Gaßner / Alexandra Ionis (Räubermädchen/Blume/Prinzessin), Martin Gerke / Jonas Böhm (Kay/Prinz) u. a. Auch zu dieser Uraufführung am 22. November um 18 Uhr laden wir Sie schon heute ein!

Besetzungs-Highlights: Puccinis TOSCA (400. Vorstellung!) und Brittens DEATH IN VENICE

Wir freuen uns, die 400. Vorstellung ‚unserer‘ TOSCA am 16. November mit einer herausragenden Besetzung feiern zu können: Unter musikalischer Leitung von Generalmusikdirektor Donald Runnicles sind in der Titelpartie Nina Stemme, Fabio Sartori als Cavaradossi und Ambrogio Maestri als Scarpia zu erleben. (Auch am 20. und 23. November.)

Am 22. November gibt der britische Ausnahmetenor Ian Bostridge sein Hausdebüt an der Deutschen Oper Berlin und übernimmt die Partie des Aschenbach in Benjamin Brittens DEATH IN VENICE. Die viel gerühmte Inszenierung von Graham Vick kehrt unter dem Dirigat von Markus Stenz zurück auf den Spielplan, Aschenbachs Gegenspieler interpretiert, wie schon in der Premiere, Seth Carico. Weitere Vorstellungen am 27. November und 5. Dezember.
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HEUTE BEIM ONLINE-MERKER: MARYNA LOPEZ/ ADOLFO LOPEZ SINGEN „MEXIKANISCHES“

Heute Freitag, 4.5. findet in Meidling die vom Bezirksamt initiierte Aktion „Mitten in Meidling“ statt. 33 Meidlinger Geschäfte und Institutionen laden von 10-18 h ein, der Online-Merker stellt neue Werke von Charlotte Pohl und Artzak aus.

Ab 18 h bieten wir im Rahmen der Vernissage Charlotte Pohl ein Konzert an: Maryna Lopez, auf der Gitarre begleitet begleitet von Adolfo Lopez, singt „Mexikanisches“.  Ende offen, solange es Spaß macht! Zu Getränken und Brote/ Naschereien sind Sie herzlichst eingeladen und unsere Gäste.

Der Online-Merker befindet sich in der Zeleborgasse 20, Ecke Vivenotgasse in Meidling.

Ich empfehle eine Anreise mit der U 6 (oder Straßenbahn 62, oder Badner Bahn etc. Station Bahnhof Meidling, Ausgang Meidlinger Hauptstraße. Aber gleich die Vivenotgasse 3 Minuten bis 2. Quergasse gehen. Dort sehen Sie bereits das Portal des Online-Merker

18 h Vernissage Charlotte Pohl

 und KONZERT MARYNA LOPEZ (Mezzosopran)

Bildergebnis für maryna lopez

„Mexikanisches“begleitet mit  der Gitarre!

Eintritt frei, Getränke frei!
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

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WIENER VOLKSOPERNFREUNDE: DIE NÄCHSTEN VERANSTALTUNGEN

Freitag, 11. Oktober:  Soirée der Wiener Volksopernfreunde mit Überraschungsgast, Gasthaus Lechner (Extrazimmer) Wilhelm-Exner-Gasse 28, 1090 Wien, Beginn: 16:30 Uhr

Nächste Soiréen bis Jahresende: 8.11., 13.12.

 

Sonntag, 13. Oktober: Künstlerporträt mit KS Kurt Rydl,  Matinée 11:00 Uhr, Gesellschaft für Musiktheater, Türkenstraße 19, 1090 Wien

 

(mit zahlreichen musikalischen Einspielungen!)

Gesellschaft für Musiktheater, Türkenstraße 19, 1090 Wien

Große Stiege links – Lift (Ausstieg 2); Karten: € 15.- (Mitglieder), € 25.- (Nicht-Mitglieder), € 25.- gilt dann als Eintritt für alle Monats-Veranstaltungen der Gesellschaft für Musiktheater)

Kartenreservierung: Tel: (01) 317 06 99 – 0; Fax: 310 82 92 – 3;

e-mail:  musiktheater@iti-arte.at oder volksopernfreunde@outlook.com

Vorschau:  Sonntag: 17.November: Künstlerporträt mit KS Josef Luftensteiner und Martina Dorak, Martinée 11:00 Uhr, Gesellschaft für Musiktheater

 Tipp:  16.Oktober: „ Ur-Wienerisches – Im fließenden Übergang von Franz Schubert zum klassischen Wienerlied“ –  Mit Michael C. Havlicek (Bariton, Volksoper Wien), Istvan Bonyhadi (Klavier).

Altes Rathaus, Wipplinger Str.6-8, 1010 Wien, Beginn: 20:00 Uhr

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THEATER BREMEN: Premiere Musiktheater: Don Giovanni

 Von Wolfgang Amadeus Mozart. Text von Lorenzo Da Ponte. Dramma giocoso in zwei Akten. Musikalische Leitung: Hartmut Keil, Inszenierung von Tatjana Gürbaca. Premiere am 20. Oktober 2019 um 18 Uhr im Theater am Goetheplatz.

 Bis zum Hals ist er verstrickt in Liebesabenteuer. Überall ist er übermäßig gierig, beim Fressen, beim Saufen, bei den Frauen. Er sucht den Abgrund, das Abenteuer, die Kehrseite. Don Giovanni: Die Geschichte dieses Wüstlings ist ein jahrhundertealter Mythos, der auch Mozart faszinierte. Gemeinsam mit Da Ponte entwarf er 1787 einen diabolisch-lustvollen Reigen um einen, der selbst vor dem Tod nicht Halt macht.

„Ich glaube, es gibt ein großes Missverständnis über das Stück. Häufig denkt man Don Giovanni sei allein der Typ, der viele Frauen verführt und sich schuldig macht. In Wahrheit geht es aber um viel größere und existentiellere Fragen über das menschliche Leben. Wir werden auf den Planeten geworfen, müssen Zeit füllen, unserem Leben einen Sinn geben und wissen nicht, ob es außerhalb unserer Sphäre irgendetwas Höheres gibt, was unser Leben bestimmt.“, sagt die Regisseurin Tatjana Gürbaca, die „Don Giovanni“ auf die Bühne des Theaters Bremen bringt.

Viele Male wurde ihr der Stoff zur Inszenierung bereits angeboten, doch bisher hat sie immer abgelehnt. Am Theater Bremen wagt sie sich gemeinsam mit Hartmut Keil, der die Musikalische Leitung innehat, an dieses zwischen ernster und komischer Oper pulsierende Kammerspiel. Sein Debüt als Don Giovanni gibt Birger Radde, an seiner Seite, ebenfalls als Debüt, singt Christoph Heinrich die Partie des Leporello. Mima Millo gibt als Donna Anna ihren Einstand als Sängerin im Bremer Musiktheaterensemble.

Der 1978 geborene Hartmut Keil war von 2002 bis 2016 an der Oper Frankfurt engagiert. Dort hat er neben allen großen Mozart-Opern ein breites Repertoire dirigiert, das von „La Traviata“ und „Un ballo in maschera“ (Verdi), „Hänsel und Gretel“ (Humperdinck), „La Bohème“ und „Tosca“ (Puccini) bis zu „Lohengrin“ (Wagner) und „Ariadne auf Naxos“ (Strauss) reichte. 2003 bis 2012 war er musikalischer Assistent und Studienleiter bei den Bayreuther Festspielen, wo er auch mehrere Wagneropern in Kinderfassungen aufführte. Bei den Bregenzer Festspielen leitete er Mozarts „Die Zauberflöte“, „Così fan tutte“, „Don Giovanni“ und „Le nozze di Figaro“. Regelmäßige Gastdirigate führten ihn an das Theater Basel. Im September 2016 dirigierte er an der Oper Frankfurt die Premiere „Der Sandmann“ von Andrea Lorenzo Scartazzini. Seit Beginn der Spielzeit 2017/18 ist er als Erster Kapellmeister am Theater Bremen engagiert und gab im November 2017 seinen Einstand mit der Premiere von Dvoráks „Rusalka“. Außerdem gab er mehrere Konzerte mit dem Ensemble Modern, der Staatskapelle Halle, dem Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt (Oder) und gastierte an den Theatern Kassel, Bonn, Heidelberg und St. Gallen.

Tatjana Gürbaca studierte Regie an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin und besuchte Meisterkurse u. a. bei Ruth Berghaus und Peter Konwitschny. 2000 gewann sie den internationalen Regiewettbewerb „Ring Award“ in Graz, woran sich ihre Inszenierung von Puccinis „Turandot“ an der Oper Graz anschloss. Es folgten Engagements an Häusern wie der Staatsoper Unter den Linden, Deutschen Oper Berlin, Volksoper Wien, Oper Graz, Oper Leipzig, Deutschen Oper am Rhein, Norske Opera in Oslo, dem Prinzregententheater München, Festspielhaus Baden-Baden und den Schwetzinger Festspielen. Für die Inszenierung von Wagners „Parsifal“ an der Vlaamse Opera Antwerpen wurde sie 2013 von der Zeitschrift Opernwelt zur „Regisseurin des Jahres“ gekürt und 2014 in London mit dem International Opera Award in der Kategorie „Anniversary Production (Wagner)“ ausgezeichnet. Von 2011 bis 2014 war Tatjana Gürbaca Operndirektorin am Staatstheater Mainz, wo sie u. a. bei Smetanas „Die verkaufte Braut“, Sciarrinos „Macbeth“, Verdis „Un ballo in maschera“ und Scarlattis „Il Primo Omicidio overo Cain“ Regie führte. In den vergangenen Spielzeiten inszenierte sie „Rigoletto“, „Aida“ und „Die Zauberflöte“ am Opernhaus Zürich, Schrekers „Der ferne Klang“ am Nationaltheater Mannheim, „Arabella“ an der Deutschen Oper am Rhein, Johann Adolf Hasses „Leucippo“ und Walter Braunfels’ „Jeanne d’Arc – Szenen aus dem Leben der Heiligen Johanna“ an der Oper Köln, „Capriccio“ am Theater an der Wien, „Der fliegende Holländer“ an der Vlaamse Opera Antwerpen sowie „Lohengrin“ am Aalto-Musiktheater Essen. Nach Tschaikowskys „Mazeppa“ und „Eugen Onegin“ sowie Ligetis „Le Grand Macabre“ kehrte Tatjana Gürbaca 2016/17 für die Inszenierung von Karl Amadeus Hartmanns „Simplicius Simplicissimus“ an das Theater Bremen zurück und setzt mit „Don Giovanni“ ihre Arbeit in dieser Spielzeit fort.

Premiere am Freitag, dem 20. Oktober, 18 Uhr im Theater am Goetheplatz

Musikalische Leitung:                     Hartmut Keil
Inszenierung:                                    Tatjana Gürbaca
Bühne und Licht:                             Klaus Grünberg
Kostüme:                                           Silke Willrett
Dramaturgie:                                    Isabelle Becker

 Mit: Birger Radde, Mima Millo, Hyojong Kim, Loren Lang, Patricia Andress, Christoph Heinrich, Stephen Clark, KaEun Kim. Chor des Theater Bremen. Statisterie des Theater Bremen.

 Es spielen die Bremer Philharmoniker.
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Jonas Kaufmann: Buch-Präsentation am 15.10 in Wien

Mit einer „Bilderreise“ dokumentiert das vorliegende Fotobuch Höhepunkte im künstlerischen Schaffen des Ausnahmesängers und zeichnet die wichtigsten Stationen in seinem Leben nach. Ergänzt und gespiegelt werden diese Bilder durch Jonas Kaufmann selbst: Erstmals hat er eigene Fotografien veröffentlicht, lässt den Betrachter teilhaben an seinen Eindrücken von seinen Reisen und an seinem Leben außerhalb der Bühne.

49,00 €

https://vfmk.org/de/shop/jonas-kaufmann?fbclid=IwAR3kasKAnJFOprzlr7IjDCOG-RpK-W7BgCUu_DEElbmJI8CdNDrspSjA4OA

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WIEN /Burgtheater: BIRGIT MINICHMAYR ALS TOSCA


Birgit Minichmayr. Foto: Soskic/ Burgtheater

Die Proben für die Inszenierung Tosca in der Regie des ungarischen Film- und Theaterregisseurs Kornél Mundruczó am Burgtheater haben begonnen. In der Uraufführung des Stückes von Kata Wéber nach dem Drama von Victorien Sardou werden u.a. Birgit Minichmayr als Tosca, Franz Pätzold als Cavaradossi und Oliver Nägele als Scarpia zu erleben sein.

Für Autorin und Regisseur, beide aus Budapest, ist das Erfolgsstück Tosca ein Drama über Kunst und Künstler*innen unter den Bedingungen politischer Repression und „die Essenz meiner Erfahrungen der letzten zehn Jahre“ (Mundruczó).

Zur Premiere kommt die Inszenierung im Akademietheater nicht wie geplant im November, sondern am 21. Februar 2020.

Grund dafür ist die kurzfristige Verschiebung eines Filmprojektes, bei dem Kornél Mundruczó Regie führt. Es ist das erste amerikanische Filmprojekt des CannesPreisträgers, dem ein Drehbuch von Kata Wéber zugrunde liegt. Es ist für Kata Wéber, die auch als Schauspielerin und Dramaturgin tätig ist, ebenfalls der erste Auftrag für ein amerikanisches Filmprojekt.

Besetzung

Tosca Birgit Minichmayr
Cavaradossi Franz Pätzold
Scarpia, Polizeichef Oliver Nägele
Angelotti Markus Meyer
Königin Maria Happel
Attavanti Trevilhac Branko Samarovski Deleila Piasko

Regie Kornél Mundruczó
Bühne Anna Viebrock/Torsten Köpf
Kostüme Sophie Klenk-Wulff

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IAÇANÃ CASTRO – Odette/Odile in Deutschlands Norden

Kurz nach der umjubelten Flensburger Schwanensee-Premiere und kurz vor ihrem eigenen Debüt als Odette/Odile traf ich die aus Rio de Janeiro stammende Balletttänzerin Iaçanã Castro zum Interview.

Iaçanã Castro © Andreas Zauner

Ihre erste Begegnung mit dem Ballett lief nicht ganz so wie geplant, denn bei den ersten Ballettstunden war Iaçanã im Alter von vier Jahren von den anderen Mädchen, die lieber spielen als tanzen wollten, genervt und brach das Experiment daher sehr schnell wieder ab. Erst mit 13 Jahren gab es eine erneute Begegnung mit dem heute geliebten Beruf:  

Ich begann meine Ausbildung 2010 an der staatlichen Maria Olenewa Ballettschule in Rio. Im selben Jahr nahm ich an einer Audition der Ballettschule des Bolschoi-Theaters in Santa Catarina im Süden Brasiliens teil. Dies ist die einzige Schule des Bolschoi Theaters außerhalb Moskaus. Im Alter von 14 Jahren bin ich mit meiner Großmutter dorthin umgezogen. Es gibt in der Bolschoi-Schule natürlich auch Wohnmöglichkeiten für die Studenten, aber meiner Mutter gefiel der Gedanke nicht, dass ich alleine dort wohnen sollte. So war ich sehr glücklich, dass meine Oma sich zur Erfüllung meines Wunsches zur Verfügung gestellt hat. Ich stieg also in der vierten Klasse dort in die Ausbildung ein und blieb bis zum Abschluss vier Jahre später.

Ende 2013 kam Peter Breuer, der Ballettdirektor des Salzburger Landestheaters, in unsere Schule, um 15 Studenten für seine Schwanensee-Produktion nach Österreich einzuladen.  Auf diesem Wege kam ich im Alter von 17 Jahren nach Salzburg, wo ich vier Monate blieb. Dies war mein allererster Besuch in Europa und ich war mir sofort sicher, dass ich wiederkommen wollte. Damals war mein Studium noch nicht abgeschlossen, deshalb ging ich zunächst nach Brasilien zurück. Mein Ziel war es jedoch seitdem, nach Europa auszuwandern.

Gegen Ende der Ausbildung erhielten einige der Studenten das Angebot, als Nachwuchstänzer für die Ballettschule zu arbeiten und mit der Company durch Brasilien zu touren, aber Iaçanā war klar, dass das für sie nicht der richtige Weg war.

In Brasilia gibt es jedes Jahr einen Tanzworkshop, den ich ebenfalls besucht habe. Dort habe ich den deutschen Professor Hans Tappendorf kennengelernt, der mich dem Ballett St. Pölten empfohlen hat. Im Dezember 2015 habe ich meinen Abschluss gemacht und im Januar 2016 war ich wieder in Österreich. Dort haben wir in Bahnhöfen, teilweise an sehr kleinen Bühnen, manchmal aber auch an sehr großen Bühnen getanzt. Viele der Orte, an denen wir aufgetreten sind, waren äußerst ungewöhnlich. Ich habe in dieser Zeit eine ganze Fülle an Bühnenerfahrungen machen dürfen. Ich war auch an einer Opernproduktion der Salzburger Festspiele beteiligt. Einiges an dieser Zeit war schön, andere Dinge waren weniger schön. Wir haben mit 13 Personen in einem Haus gewohnt und das Zusammenleben war nicht immer ganz einfach.

Wie kamen Sie dann schließlich von Österreich in Deutschlands äußersten Norden?

Als ich das erste Mal von Flensburg hörte, war ich mir nicht mal sicher, ob die Stadt noch zu Deutschland gehört. Beim ersten Besuch habe ich mich sofort in die Stadt verliebt. Die Förde und die direkte Anbindung ans Meer haben mich an zu Hause erinnert und ich habe mich von Anfang an wohl gefühlt. Während meiner ersten Audition bei Ballettdirektorin Katharina Torwesten konnte sie mir noch keinen Vertrag anbieten, weil keine Stelle frei war. Sie bat mich also im folgenden Jahr wieder zu kommen. Im Oktober 2017 besuchte ich Flensburg erneut und zu diesem Zeitpunkt stand bereits fest, dass jemand zum Ende der Spielzeit das Ensemble verlassen würde. In der Zwischenzeit kam ich erneut nach Salzburg, denn Peter Breuer lieh sich für seine Cinderella Produktion am Landestheater fünf Paare aus St. Pölten aus. Ich war die einzige Tänzerin, die in Schwanensee dabei war und auch in Cinderella erneut bei ihm gastierte.

Iaçanã Castro und ihr Partner Denison Pereira da Silva als Prinz Siegfried (ganz rechts im Bild) posieren kurz vor der Aufführung in Flensburg für den Neuen Merker © Marc Rohde

War es für Sie schwer, sich von der südamerikanischen Lebensart auf Ihr neues Leben in Europa umzustellen?

Zwischen Brasilien und dem deutschsprachigen Raum gibt es große Unterschiede. Aus meiner Sicht ist hier alles viel besser.  Schon in Salzburg habe ich die Erfahrung gemacht, dass alles gut organisiert war, es viel zu lernen gab und ich mich auf Abmachungen verlassen konnte. Als ich noch mal die eineinhalb Jahre nach Brasilien zurückkehrte empfand ich dort alles als weniger schön, als langweiliger und auch als relativ chaotisch. Kulturell sind mir gar nicht so viele Unterschiede aufgefallen. Ich selbst bin für brasilianische Verhältnisse ein eher kühler Typ und kann nicht behaupten, dass die Leute hier in Norddeutschland weniger warmherzig als die in Brasilien sind. Für mich gab es kaum einen Kulturschock, sondern ich habe mich sowohl in Österreich als auch in Deutschland sofort wohlgefühlt.

Können Sie mir noch etwas mehr über den Bolschoi-Ableger in Brasilien erzählen?

Die erste Generation Lehrer an der Bolschoi-Schule waren alle Russen und es galten und gelten immer noch strenge Regeln. Es gab kein „vielleicht“, sondern klare Anweisungen, die wir Schüler einzuhalten hatten. Vielleicht hatte ich da schon eine eher deutsche Ausrichtung mit auf den Weg bekommen, denn andernorts gibt es in Brasilien immer einen Weg, etwas zu mauscheln oder zu improvisieren. Durch die strenge Schule tickte ich von Anfang an schon sehr europäisch. Inzwischen ist die Bolschoi-Schule schon mehr als 20 Jahre alt und es unterrichten auch ehemalige Schüler, also Brasilianer. Diese sind aber durch die russische Schule gegangen und haben alle ein Praktikum in Moskau absolviert.

In St. Pölten habe ich nach der sehr klassischen Ausbildung am Bolschoi auch zeitgenössischen Tanz gelernt und bin dadurch deutlich vielseitiger geworden, so dass ich ganz gut ins Flensburger Ensemble passe. Direkt nach meinem Abschluss hätte ich vermutlich nicht die Dinge am Schleswig-Holsteinischen Landestheater tanzen können, die ich momentan hier mache.

Iaçanã Castro als Odette © Marc Rohde

In Flensburg tanze ich jetzt wahrhaftig Odette / Odile obwohl ich bei meiner Größe von nur 1,60 Metern und meinem etwas dunkleren Teint von Anbeginn meiner Karriere davon überzeugt war, niemals diese Rolle verkörpern zu können. Ich war sehr überrascht als Katharina mich fragte, ob ich es machen möchte. Ich dachte mir, wenn sie mir dieses Vertrauen schenkt, gibt es auch eine reelle Chance, dass ich diesen Charakter gut auf der Bühne umsetzen kann. Es geht ja nicht nur um die körperliche Konstitution, sondern auch um meine Seele, um das was ich bereits erlebt habe und um das, was ich Dank dieser Komponenten zum Ausdruck bringen kann.

Ich liebe an der Arbeit mit Katharina, dass sie uns Tänzern immer eine Erklärung dafür gibt, warum was wie zu erfolgen hat. Odette ist nicht einfach Odette, weil sie Odette ist. Sie ist Odette, weil in ihrer Vergangenheit etwas passiert ist, das sie zu der Persönlichkeit gemacht hat, die sie ist. Auch Rotbart hat in seiner Kindheit eine Art Trauma erlebt, das ihn zum bösen Gegenpol hat werden lassen. In der Schule haben wir Unterrichtseinheiten in Ballettliteratur gehabt und natürlich gelernt, dass Rotbart ein böser Magier ist, aber wir haben dort nie thematisiert, warum dies so ist.

Ich werde mein Bestes geben, dass ich dem Publikum die Geschichte gut vermitteln kann und dass ich diese Emotionen mit ihnen teilen kann (lacht).

Dass dies gelungen ist, bewiesen die Standing Ovations nach Iaçanā Castros Debüt.

 

Marc Rohde 10/2019