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TODESFÄLLE (STAND FEBRUAR 2017)

TODESMELDUNGEN – Stand Februar 2017

Zusammenstellung: Walter Nowotny

Claire FASSBENDER-LUZ ist am 8.10.2016 in Freudenstadt verstorben

Claire Fassbender-Luz als Königin der Nacht

Geboren am 6. März 1917 in Erfstadt bei Köln; zunächst besuchte sie nach dem Schulabschluss im Jahr 1933 die rheinische Imkerschule und erlernte den Beruf der Imkerin. Aber der Wunsch, Sängerin zu werden, war so stark, dass sie in Köln Gesang studierte. Eine äußerst erfolgreiche Gesangskarriere, die die junge Frau auf viele Bühnen im In- und Ausland führte, nahm so ihren Anfang. Sie wurde an großen Bühnen engagiert, als Königin der Nacht hatte die Koloratursängerin Auftritte an den Opern in Koblenz und Aachen. Ihr Repertoire umfasste nicht nur klassische Opernliteratur, auch in zahlreichen Oratorien und Requien war sie gerade auch in Freudenstadts Stadtkirche, in der Taborkirche und im Kurhaus zu hören. Nach dem Tod ihres Ehemannes Ernst Luz 1972 führte sie als Direktorin das Hotel ihres Mannes in Freudenstadt bis zu seiner Schließung. Im Hotel gab sie regelmäßig Liederabende. Unter dem Titel „Geschichten aus dem Posthotel Freudenstadt“ dokumentierte sie kenntnisreich auch die Kulturgeschichte ihrer Stadt. Im zweiten Buch „Ich will Sängerin werden“ beschrieb sie ihre Zeit als Interpretin großer musikalischer Werke und berichtete über Stationen ihres künstlerischen Werdegangs.

Gerti GORDON ist am 7.12.2016 in Wien verstorben
Gerti Gordon
Geboren am 10. November 1933 in Wien; sie nahm ab 1952 bei Dia Luca Ballettunterricht. 1955-59 tanzte sie im Ballett der Wiener Volksoper. Danach wendete sie sich verstärkt dem Schauspiel zu, wirkte in Filmen wie Am Sonntag will mein Süßer mit mir segeln gehen oder Apartment-Zauber mit und spielte im Theater in der Josefstadt bzw. den Kammerspielen (u.a. Dorli in der Komödie Katzenzungen mit Helene Thimig und Elfriede Ott) und im Volkstheater. 1967-74 war Gerti Gordon am Landestheater Salzburg engagiert. Sie spielte am Theater des Westens Berlin (die Titelrolle in dem Musical Sweet Charity), am Raimundtheater, bei den Salzburger Festspielen, Wiener Festwochen sowie im Kabarett Simpl. 1977-2002 war sie als Sängerin an der Volksoper engagiert. Sie war hier u.a. zu erleben als Fifi in Ein Walzertraum, Gräfin Kokozow in Der Graf von Luxemburg, Folle-Verdure in Pariser Leben, Mrs. Pearce in My Fair Lady, Hattie in Kiss Me, Kate, Salome und Betsy Wolkersdorfer in Zwei Herzen im Dreivierteltakt, Carla Schlumberger in Die Zirkusprinzessin und Fermina in Der Mann von La Mancha. Gelegentlich stand sie auch vor der Kamera, etwa für den US-Streifen The Boys from Brazil (Geheimakte Viertes Reich) mit Gregory Peck, Laurence Olivier, James Mason und Lilli Palmer (1985) oder für den TV-Film Gewitter im Mai von Xaver Schwarzenberger (1987).

Vilma BUKOVEC ist am 7.12.2016 in Ljubljana verstorben

Vilma_Bukovec

Geboren am 27. Februar 1920 in Trebnje (Slowenien); Ausbildung durch die Pädagogen Darianu und Leskovich in Ljubljana. Debüt März 1944 am Slowenischen Nationaltheater Ljubljana (Laibach) als Mimi in Puccinis »La Bohème«. Seitdem war sie eine der großen Sängerinnen dieses Opernhauses. 1955 Gewinnerin des internationalen Gesangwettbewerbs von Verviers. Im gleichen Jahr Gastspiele an führenden russischen Opernhäusern in Moskau, Leningrad, Odessa und Kiew. 1956 sang sie als Gast beim Holland Festival; auch in Westdeutschland, Österreich, Italien, Spanien, Griechenland, Ägypten und an jugoslawischen Operntheatern aufgetreten. Als ihre Glanzrollen galten die Tatjana im »Eugen Onegin« und die Lisa in »Pique Dame« von Tschaikowsky, die Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut«, die Rusalka von Dvorák, die Titelrolle in Janáceks »Katja Kabanowa«, die Magda Sorel in »The Consul« von Gian Carlo Menotti, die Aida, die Desdemona in Verdis »Otello«, die Manon und die Thaïs in den gleichnamigen Opern von Massenet und die Marguerite im »Faust« von Gounod. Dazu hatte sie eine bedeutende Konzertkarriere.
Schallplatten: Philips (»Die verkaufte Braut«, »Der Jahrmarkt von Sorotschinzy« von Mussorgsky).

Georges PRÊTRE ist am 4.1.2017 in Navès (Dpt. Tarn, Frankreich) verstorben
Georges Prêtre
Geboren am 14. August 1924 in Waziers bei Douai (Frankreich); er studierte Musik mit den Hauptfächern Klavier und Trompete in Douai und ließ sich anschließend bei André Cluytens am Pariser Konservatorium zum Dirigenten ausbilden. Er debütierte als 22-Jähriger 1946 an der Oper in Marseille. Prêtre war Generalmusikdirektor der Pariser Oper, wo er u.a. »Don Quichotte« von Massenet, »Les Contes d‘Hoffmann«, »Don Carlos« von Verdi, »Samson et Dalila« von Saint-Saens, »Madame Butterfly«, »Moise« von Rossini, »Werther« und »Macbeth« von Verdi dirigierte. 1962 debütierte er mit »Capriccio« von Richard Strauss an der Wiener Staatsoper, an der er bis 1964 auch die Opern »Carmen«, »Rigoletto«, »Faust« von Gounod, »Madame Butterfly«, »La Bohème« und »Otello« von Verdi leitete; 1990 kehrte er nochmals für eine Neuproduktion von »Samson et Dalila« an die Wiener Staatsoper zurück. 1964 debütierte er mit »Samson et Dalila« an der Metropolitan Opera in New York. In insgesamt 101 Vorstellungen dirigierte er hier bis 1977 auch Aufführungen der Opern »Faust« von Gounod, »Arabella« von Richard Strauss, »Il Trovatore«, »Parsifal« und »Tristan und Isolde«. 1966 dirigierte er die letzte Aufführung (Farewell-Gala) in der alten New Yorker Metropolitan Opera und wenig später nach Eröffnung des Neubaus die Neuproduktion von »La Traviata«. 1966 debütierte er mit Gounods »Faust« an der Mailänder Scala, an der er neben vielen Konzerten bis 2011 auch die Opern »Turandot«, »Die Walküre«, »Roméo et Juliette« von Berlioz, »Samson et Dalila«, »Carmen«, »Pelléas et Méliosande«, »La Bohème«, »Werther«, »Madame Butterfly«, »Manon Lescaut« von Puccini, die beiden Ravel-Einakter »L’Heure Espagnole« und »L’Enfant et les sortilèges«, »Cavalleria rusticana« und »I Pagliacci« sowie »Les Troyens« von Berlioz dirigierte. 1986-91 war er „Erster Gastdirigent“ der Wiener Symphoniker. 1989 dirigierte er bei den Salzburger Festspielen Puccinis »Tosca«, 1997 an der Pariser Opéra Bastille Puccinis »Turandot« sowie 2009 beim Festival von Orange »Cavalleria rusticana« und »Pagliacci«. 2012 dirigierte er bei der Eröffnung des Wiener Opernballs. Er leitete regelmäßig die großen Orchester Europas und Amerikas, darunter die Berliner Philharmoniker (Waldbühnen-Konzert 1992) und die Wiener Philharmoniker. Prêtre galt als Spezialist der Musik seiner Heimat, insbesondere setzte er sich für die Werke von Francis Poulenc ein. 1959 dirigierte er die Uraufführung von dessen Monooper »La voix humaine«. Maria Callas schätzte ihn besonders, Herbert von Karajan förderte ihn. In jungen Jahren trat er auch unter dem Pseudonym Georges Dhérain auf. 2008 dirigierte er – mit 83 Jahren bis dahin der älteste Dirigent – das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker, 2010 dirigierte er es zum zweiten Mal. 2005 und 2009 leitete er das Neujahrskonzert am Teatro La Fenice in Venedig.

Géori BOUÉ ist am 5.1.2017 in Paris verstorben

Geori Boue

Geboren am 16. Oktober 1918 in Toulouse; sie studierte am dortigen Konservatorium bei Claude Jean und debütierte 1935 am Opernhaus von Toulouse als Page Urbain in den »Hugenotten« von Meyerbeer. Sie sang dann in Toulouse Partien wie den Siebel im »Faust« von Gounod, die Hilda in »Sigurd« von Reyer, die Mathilde in Rossinis »Wilhelm Tell«, die Micaela in »Carmen« sowie Operettenrollen. Sie schloss ihre Ausbildung in Paris bei Reynaldo Hahn und Henri Busser ab, sang an Operettentheatern der französischen Hauptstadt und kam 1938 an die Opéra-Comique Paris (Antrittsrolle: Mimi in »La Bohème«). Seitdem große Erfolge an den beiden führenden Operntheatern von Paris, an der Opéra-Comique wie an der Grand Opéra, an der sie seit 1941 (Antrittsrolle: Marguerite im »Faust« von Gounod) regelmäßig sang, so auch 1953 in der Premiere von Rameaus »Les Indes galantes«. An der Grand Opéra hatte sie ihre großen Erfolge als Rosenn in »Le Roi d’Ys« von Lalo, als Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg«, als Desdemona in Verdis »Otello«, als Salomé in »Hérodiade« und als Thaïs von Massenet. 1941 gastierte sie bei den Vorstellungen in der Arena von Arles als Mireille in der Originalfassung der gleichnamigen Oper von Gounod. 1944 trat sie am Grand Théâtre in Genf auf. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zu einer internationalen Gastspielkarriere. Sie erschien als Gast an der Oper von Nizza, am Teatro Liceu von Barcelona und an der Oper von Mexico City. 1946 gastierte sie am Opernhaus von Zürich, 1954 am Théâtre de la Monnaie in Brüssel, 1949-50 in Rio de Janeiro, auch in Chicago, am Teatro Comunale Bologna (1958 als Herzog von Reichstadt in »L’Aiglon« von Honegger und Ibert) und an der Oper von Monte Carlo (1952 als Mireille und in der Titelrolle der Operette »Ciboulette« von Reynaldo Hahn). 1950-67 gastierte sie am Grand Théâtre in Genf als Mimì, als Prinzessin Saamcheddine in »Marouf« von Henri Rabaud, als Madame Butterfly, als Mireille, als Manon von Massenet, als Marguerite von Gounod, als Jean in »Le Jongleur de Notre-Dame« von Massenet, als Tatjana in »Eugen Onegin« und als Titelheldin in »La belle Hélène« von Offenbach. An der Mailänder Scala sang sie die Mélisande in »Pelléas et Mélisande« von Debussy, während ihr Gatte Roger Bourdin den Pelléas gestaltete. 1955 gastierte sie beim Maggio Musicale in Florenz in »Angélique« von Ibert. Bei einer Russland-Tournee trat sie u.a. am Bolschoi Theater Moskau als Tatjana in »Eugen Onegin« und als Madame Butterfly auf. Ihre weiteren Bühnenpartien waren die Traviata, die Nedda im »Bajazzo«, die Titelrolle in »Louise« von Charpentier, später auch die Charlotte in Massenets »Werther«. 1957 kam es zwischen ihr und der Direktion der Grand Opéra zu Auseinandersetzungen, worauf sie sich mehr der Operette zuwandte und nun auch auf diesem Gebiet zu großen Erfolgen kam, so 1960 am Théâtre Mogador Paris in Offenbachs »La belle Hélène« und Lehárs »Die lustige Witwe«. Sacha Guitry übertrug ihr in dem Tonfilm »La Malibran« die Rolle jener unvergesslichen Diva des 19. Jahrhunderts. 1966 gründete sie in Paris das Centre Lyrique Populaire de France. In Frankreich als lyrische Sopranistin innerhalb ihrer Generation kaum übertroffen; neben ihrer Tätigkeit auf der Bühne entwickelte sie eine große Karriere im Konzertsaal, vor allem als Lied-Interpretin. Nach 1973 gab sie ihre Karriere auf und arbeitete dann im pädagogischen Bereich. – Sie war verheiratet mit dem bekannten Bariton Roger Bourdin (1900-73).
Schallplatten: Odeon, Urania (vollständige »Thaïs«), HMV (»Faust« unter Sir Thomas Beecham), Columbia (»Hoffmanns Erzählungen«), Bourg (»L’Aiglon« von A. Honegger, 1956), Decca, Saturn (Arien), Pathé, alle unter dem Namen Mme. Géori-Boué erschienen.

Nicolai GEDDA ist am 8.1.2017 in Tolochenaz bei Lausanne (Schweiz) verstorben

Nicolai GEDDA

Geboren am 11. Juli 1925 in Stockholm; seine Mutter war Schwedin. Er wurde zuerst von seiner Tante Olga Gedda und nach deren Heirat 1928 durch deren Gatten, den Bassisten Michail Ustinow, adoptiert, der Bassist im Donkosaken-Chor war. Er verbrachte seit 1928 seine Kindheit in Leipzig, wo sein Vater Kantor der russisch-orthodoxen Gemeinde wurde. 1934 kam er nach Schweden zurück und begann später eine Lehre als Bankkaufmann. Zufällig wurde seine Stimme entdeckt und durch Carl Martin Öhmann in Stockholm, später durch Paola Novikowa in New York, ausgebildet. 1950-51 war er in der Opernschule der Stockholmer Oper. Er debütierte 1951 an der Königlichen Oper von Stockholm als Chapelou im »Der Postillon von Lonjumeau« von Adam. Es kam sehr schnell zur Entwicklung einer glänzenden internationalen Karriere. 1959 wirkte er an der Stockholmer Oper in der Uraufführung von H, Sutermeisters »Der rote Stiefel« mit. 1953 Gastspiel an der Mailänder Scala als Don Ottavio im »Don Giovanni« und in der italienischen Erstaufführung von »Trionfi« von Carl Orff. Hier sang er in weiterer Folge 1955 den Tamino in der »Zauberflöte«, 1958 in Beethovens Missa solemnis, 1966 den Faust von Gounod, 1969 und 1975 in Berlioz-Konzerten, 1974 den Don José in »Carmen« sowie 1976 mit dem Ensemble der Covent Garden Oper London die Titelpartie in »Benvenuto Cellini« von Berlioz; 1975, 1977 und 1993 gab er hier auch sehr erfolgreiche Liederabende. Es folgten Gastspiele in Turin und Rom und 1954 an der Grand Opéra Paris als Hüon im »Oberon« von Weber. An der Covent Garden Oper London sang er 1954 als Antrittspartie den Herzog im »Rigoletto«. Man bewunderte bei den Festspielen von Aix-en-Provence seinen Titelhelden in Glucks »Orfeo ed Euridice«, 1956 sang er dort in der klassischen Oper »Platée« von Rameau, 1954 den Vincent in den denkwürdigen Aufführungen von Gounods »Mireille« im Val d’enfer. Seit 1957 wirkte er bei den Salzburger Festspielen mit, wo man ihn 1957 als Belmonte in Mozarts »Entführung aus dem Serail«, 1958 als Anatol in »Vanessa« von Samuel Barber, 1959 als Ferrando in »Così fan tutte«, 1961 als italienischen Sänger im »Rosenkavalier« und als Don Ottavio, dazu in großen Konzertveranstaltungen (1959 in Beethovens Missa solemnis und 1961 in Bachs H-Moll-Messe) und in erfolgreichen Liederabenden (1959, 1961, 1969, 1971, 1974 und 1996) hörte sowie am 17.8.1957 in der Uraufführung der Neufassung von Liebermanns »Die Schule der Frauen« (als Horace). Regelmäßig war er an der Staatsoper von Wien zu Gast, an der er seit 1962 (Debüt als Tamino am 30.5.1962 anlässlich der Festvorstellung im Theater an der Wien unter Herbert von Karajan) bis 1977 in insgesamt 37 Vorstellungen auftrat, und zwar als italienischer Sänger im »Rosenkavalier«, als Herzog im »Rigoletto«, als Don Ottavio, als Faust von Gounod, als Rodolfo in »La Bohème«, als Cavaradossi in »Tosca«, als Riccardo in Verdis »Un ballo in maschera« und als Alfredo in »La Traviata«. An der Wiener Volksoper hat er insgesamt 23 Vorstellungen gesungen. Er debütierte am 10. April 1965 als Sou Chong im »Land des Lächelns«. Sechsmal stand er in der Saison 1989/90 als Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen« auf der Bühne. Außerdem wirkte er bei zwei Galakonzerten (1985 und 1986) mit und sang bei der Festvorstellung von der »Fledermaus« zum 100-jährigen Bestehen der Volksoper zwei musikalische Einlagen. Bei den Wiener Festwochen gastierte er 1967 als Titelheld in »Orfeo ed Euridice« von J. Haydn zusammen mit Joan Sutherland und 1973 als Nemorino in »L’Elisir d‘amore« im Theater an der Wien. 1957 wurde er an die Metropolitan Oper New York berufen (Antrittspartie: Faust von Gounod). Er sang dort länger als fünfzwanzig Jahre und wirkte am 15.1.1958 in der Uraufführung der Oper »Vanessa« von Samuel Barber in der Rolle des Anatol und 1964 in der amerikanischen Erstaufführung der Oper »The Last Savage« von Menotti als Kodanda mit. Er hat an der Metropolitan Oper bis 1983 in 24 Spielzeiten 28 Partien in 367 Vorstellungen gesungen: den Don Ottavio, den italienischen Sänger im »Rosenkavalier«, den Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen«, den Tamino, den Lenski im »Eugen Onegin«, den des Grieux in Massenets »Manon«, den Barinkay im »Zigeunerbaron« von Johann Strauß, den Alfredo, den Admète in »Alceste« von Gluck, den Dimitrij im »Boris Godunow«, den Pinkerton in »Madame Butterfly«, den Nemorino, den Pelléas in »Pelléas et Mélisande«, den Elvino in »La Sonnambula«, den Herzog in »Rigoletto«, den Don José, den Romeo in »Romeo et Juliette« von Gounod, den Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, den Rodolfo, den Hermann in »Pique Dame« von Tschaikowsky, den Arrigo in Verdis »I Vespri Siciliani«, den Riccardo, den Hans in Smetanas »Die verkaufte Braut«, den Ernesto im »Don Pasquale« und den Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«. Er trat auch an den Opern von Chicago (1970 als Alfredo) und San Francisco (1968 als Titelheld in Aubers »Fra Diavolo«, 1971 als italienischer Sänger im »Rosenkavalier« und als des Grieux in Massenets »Manon«) auf. 1961 große Konzert-Tournee durch Nordamerika. 1966 sang er als erste Wagner-Partie in Stockholm den Lohengrin. 1968 an der Covent Garden Oper die Titelrolle in »Benvenuto Cellini« von Berlioz. 1980 Gastspiel am Bolschoi Theater Moskau. Seine Kariere dauerte sehr lange; einen seiner größten Erfolge hatte er in der Spielzeit 1985-86 an der Oper von Stockholm in der Partie des Gustavus (Gustaf III.) in Verdis »Un Ballo in maschera«; 1991 trat er am gleichen Haus als Christian in der vergessenen Oper »Gustaf Wasa« von Naumann auf. Als Konzertsänger setzte er seine Karriere bis in die neunziger Jahre mit anhaltenden Erfolgen fort. 1995 gab er einen sehr erfolgreichen Liederabend in Wien. 1997 trat er an der Londoner Covent Garden Oper in der Partie des Abdisu in »Palestrina« von Hans Pfitzner auf. Kurz vor seinem 75. Geburtstag gab er 2000 in Wien einen glanzvollen Liederabend mit Liedern von Duparc, Tschaikowsky, E. Grieg und Rachmaninoff. Seinen letzten Liederabend in Wien gab er am 2. Juli 2001 an der Wiener Staatsoper. Er nahm seinen Wohnsitz in Morges im Schweizer Kanton Waadt. 1965 wurde er schwedischer Hofsänger, 1966 Mitglied der schwedischen Musikakademie, 1968 Dekoration mit dem Orden »Litteris et artibus«, 1989 Österreichischer Kammersänger. 1977 veröffentlichte er seine Memoiren (»Gåvan är inte gratis«). – Ausdrucksvolle, musikalisch glänzend geführte lyrisch-dramatische Tenorstimme, besonders erfolgreich in Mozart-Partien und im französischen Repertoire. Großer Konzert- und Liedersänger. Die Vielseitigkeit seines Repertoires ist nicht weniger zu bewundern wie die Intensität seiner Gestaltung all dieser sehr verschiedenen Aufgaben.
Lit: G. Storjohann: Nicolai Gedda (in »Opera«, 1966); Autobiographie »Mein Leben – meine Kunst« (in deutscher Übersetzung 1997).
Bei der Fülle von Schallplattenaufnahmen, die von der Stimme des Sängers vorhanden sind, (darunter viele vollständige Opern) kann hier nur ein annähernder Überblick gegeben werden. Zu nennen sind Aufnahmen auf HMV (»Hoffmanns Erzählungen«, »Boris Godunow«, »Der Barbier von Sevilla«, »Il Turco in Italia« von Rossini, »I Capuleti e i Montecchi« von Bellini, »La damnation de Faust« von Berlioz, »Faust« von Gounod, »Iwan Susanin« von Glinka, »Carmen«, »Les pêcheurs de perles« von Bizet, »Louise« von Charpentier, »Fra Diavolo« von Auber, »Manon« und »Thaïs« von Massenet, »Così fan tutte«, »Don Giovanni«, »Die Zauberflöte«, »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch, »Rigoletto«, »Padmâvati« von Roussel, »Der Bettelstudent« von Millöcker, Matthäuspassion von J.S. Bach, Petite Messe solennelle von Rossini), auf Columbia (»La Bohème« und »Carmen« zusammen mit Maria Callas, »Werther« von Massenet, »Der Barbier von Bagdad« von Cornelius, »Der Rosenkavalier« und »Capriccio« von R. Strauss, »Faust« von Gounod, »Die Fledermaus«, »Die lustige Witwe«), auf Philips (»Così fan tutte«, »Benvenuto Cellini« von Berlioz), auf RCA (»Rigoletto«, »Vanessa« von S. Barber), auf Erato (»Krieg und Frieden« von Prokofieff), auf Ariola-Eurodisc (»I Puritani« von Bellini), auf DGG (Titelrolle in »Palestrina« von Hans Pfitzner), auf CBS (»Cendrillon« von Massenet), auf Pathé (»Platée« von Rameau, »Don Giovanni«, »Orfeo ed Euridice« von Gluck), auf HMV-Electrola (»Die Zwillingsbrüder« von Schubert, »Abu Hassan« von Weber, »Der Freischütz«, »Die Entführung aus dem Serail« und »Der Schauspieldirektor« von Mozart, »Der betrogene Kadi« von Gluck, »Undine« und »Zar und Zimmermann« von Lortzing), auf Melodya (Lieder), auf Orfeo (»Alceste« von Gluck; »Die Schule der Frauen« von Liebermann, Salzburg, 1957; Konzert, Hannover 1964), auf BJR (»Le Prophète« von Meyerbeer), auf Cetra Opera Live (»La clemenza di Tito« von Mozart), auf Gala (Admète in »Alceste« von Gluck, Metropolitan Oper New York 1961 mit Eileen Farrell), auf Virgin (»Gustaf Wasa« von Johann Gottlieb Naumann), auf Myto (»Idomeneo« von Mozart, Nemorino in »L’Elisir d’amore«, Theater an der Wien 1973), auf Sony (Lenski im »Eugen Onegin«, 1990 aufgenommen) und auf EMI (Mr. Triquet im »Eugen Onegin«, 1994 aufgenommen!). Hinzu kommen Arien- und Liedaufnahmen auf vielen Marken, Mitschnitte von Rundfunk- und Fernsehsendungen. (Nicolai Gedda soll der Sänger sein, von dem die meisten Schallplattenaufnahmen vorhanden sind).
Weitere Informationen auf folgender Homepage: http://www.nicolai-gedda.de/

Laura DIDIER ist am 9.1.2017 in der Casa Verdi in Mailand verstorben
Laura Didier Gambardella als Carmen
Als Carmen

Geboren am 9. Juli 1928 in Santiago de Chile; anfängliche Studien am Konservatorium von Santiago de Chile bei Margherita Salvi. Sie debütierte 1949 am Teatro Municipale von Santiago de Chile als Fidalma in »Il matrimonio segreto« von Cimarosa. Sie kam dann nach Italien, wo sie Schülerin von Mercedes Llopart, Narducci und Wodnansky wurde. 1955 trat sie am Teatro Comunale Florenz in der kleinen Rolle der Gianetta in »L‘Elisir d’amore« auf. Sie gastierte 1962 am Teatro San Carlos Lissabon (als Marina im »Boris Godunow«), 1962 in Lugano (als Preziosilla in Verdis »La Forza del destino«), 1963 an der Oper von Marseille (als Adalgisa in »Norma«) und an der Oper von Bordeaux (1966 als Azucena im »Troubadour«, 1968 als Adalgisa). Sie debütierte 1962 als Maddalena im »Rigoletto« an der Mailänder Scala und sang dann im gleichen Jahr an der Piccola Scala in Mailand die Giunone in der Oper »La fida Ninfa« von Vivaldi; am 18.6 1962 wirkte sie an der Mailänder Scala in der szenischen Uraufführung von Manuel de Fallas »L‘Atlantida« als Alcione mit und sang hier 1967 die Marga in »Chowanschtschina« von Mussorgsky. Sie trat bis Mitte der siebziger Jahre regelmäßig am Teatro San Carlo Neapel auf, u.a. als Herodias in »Salome« von R. Strauss, als Judith in »Herzog Blaubarts Burg« von B. Bartók und als Cieca in »La Gioconda« von Ponchielli. Sie lebte in Rom, wo sie bis 1976 oft an der dortigen Oper zu hören war. und gastierte an weiteren Theatern, u.a. am Teatro Massimo Palermo, am Teatro Fenice Venedig, in Athen, auch bei den Festspielen in den Thermen des Caracalla in Rom (hier 1960 als Amneris und als Maddalena im »Rigoletto«, 1972 wieder als Amneris). Sie trat auch unter dem Namen Laura Didier-Gambardella auf.
Schallplatten: Decca (u.a. Lola in »Cavalleria rusticana« zusammen mit Elena Nicolai und Mario del Monaco, Amneris in »Aida«), HMV (Beppe in »L‘Amico Fritz« von Mascagni mit Luciano Pavarotti in der Titelrolle), Tryphon Classics (vollständige Oper »Sakuntala« von Fr. Alfano), Memories (»L‘Atlantida« von M. de Falla, Scala 1962).

Klaus BRUCH ist am 11.1.2017 in Köln verstorben
Klaus BRUCH
Geboren am 5. Jänner 1936 in Remscheid; er erhielt seine Ausbildung an der Musikhochschule von Köln. 1964 wurde er in das Opernstudio der Kölner Oper aufgenommen und wechselte 1966 als reguläres Mitglied in das Ensemble dieses Hauses, dem er rund dreißig Jahre angehörte. Er übernahm hier vor allem Charakter- und Comprimariopartien wie den Antonio in »Figaros Hochzeit«, den Kilian im »Freischütz«, den Konrad Nachtigall in »Die Meistersinger von Nürnberg«, den Vater in »Hänsel und Gretel«, den Morbio in »Die schweigsame Frau« von R. Strauss (den er auch 1981 als Gast an der Staatsoper Wien sang), den Fra Melitone in Verdis »La forza del destino«, den Baron Douphol in »La Traviata«, den Fléville in »Andrea Chénier« von Giordano, den Kaiserlichen Kommissar in »Madame Butterfly«, den Lord in »Fra Diavolo« von Auber, den Luther in »Hoffmanns Erzählungen«, den Dancairo in »Carmen«, den Micha in Smetanas »Die verkaufte Braut«, den Dachs in Janáceks »Das schlaue Füchslein« und den Mirko Zeta in Lehárs »Die lustige Witwe«. Er wirkte in Köln auch in einer Reihe von Ur- und Erstaufführungen mit, so in Szokolays »Hamlet« (1970) und in »Der Meister und Margarita« von York Höller (1991). Er gastierte mit dem Ensemble der Kölner Oper u.a. bei den Festspielen von Schwetzingen; er trat gastweise an der Opéra-Comique Paris auf. Auch als Konzert- und Oratoriensänger aufgetreten.

Melvyn POLL ist am 12.1.2017 in Seattle (Washington) verstorben
MELVYN-POLL
Geboren am 15. Juli 1941 in Seattle; sein Gesangstudium erfolgte bei Gustave Stern in Seattle, dann bei Marinka Gurewich, bei Elsa Seyfert und bei Martin Rich in New York. Zuvor hatte er Rechtswissenschaften studiert und sich bereits als Rechtsanwalt betätigt. 1971 kam er zu seinem Bühnendebüt am Pfalztheater von Kaiserslautern in der Partie des Rodolfo in Puccinis »La Bohème«. Später sang er vor allem an der New York City Opera; er gastierte an nordamerikanischen Theatern wie an der Oper von Tel Aviv. In seinem Bühnenrepertoire berücksichtigte er in erster Linie lyrische Partien aus dem Bereich der italienischen Oper wie den Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, den Pinkerton in »Madame Butterfly«, den Alfredo in »La Traviata«, er konnte sich aber auch als Faust in der Oper gleichen Namens von Gounod und in zahlreichen weiteren Aufgaben aus dem Bühnen- wie dem Konzertrepertoire auszeichnen.

Rosemarie LANG ist am 12.1.2017 verstorben

Rosemarie Lang

Geboren am 21. Mai 1947 in Grünstädtel bei Schwarzenberg (Erzgebirge); sie studierte in Leipzig Gesang und war dort Schülerin von Elisabeth Breul, Eva Schubert-Hoffmann und später von Helga Forner. 1969 gewann sie den Robert Schumann-Wettbewerb in Zwickau, 1972 den Bach-Wettbewerb. Nachdem sie zunächst am Landestheater von Altenburg (Thüringen) gesungen hatte, kam sie 1972 an das Opernhaus von Leipzig, an dem sie eine langjährige Karriere durchlief. Gastspiele führten sie an die Staatsopern von Dresden und Berlin (hier u.a. 1987 als Klytämnestra in »Iphigenie in Aulis« von Gluck, 1988 als Brangäne in »Tristan und Isolde« aufgetreten) und an weitere Bühnen in Ostdeutschland. 1987-2009 war sie reguläres Mitglied der Staatsoper Berlin. Dazu hatte sie eine vielseitige, erfolgreiche Konzertkarriere. Aus ihrem Bühnenrepertoire sind als Höhepunkte Rollen wie die Dorabella in »Così fan tutte«, der Cherubino in »Figaros Hochzeit«, der Sesto in »La clemenza di Tito« von Mozart, der Romeo in »I Capuleti e i Montecchi« von Bellini, die Rosina im »Barbier von Sevilla« von Rossini und der Octavian im »Rosenkavalier« zu nennen. Sie sang an der Staatsoper Berlin am 14.7.1989 in der Uraufführung der Oper »Graf Mirabeau« von S. Mathus. Bei den Festspielen von Salzburg übernahm sie 1990 das Alt-Solo im Stabat mater von Dvorák. 1996 war sie an der Oper von Oslo als Fricka und als Waltraute im Nibelungenring zu Gast und gastierte in diesen beiden Rollen auch mit dem Ensemble der Oper von Oslo 1997 am Theater Royal in Norwich. 1997 sang sie an der Berliner Staatsoper die Suzuki in »Madame Butterfly« und die Gräfin Geschwitz in »Lulu« von A. Berg, 1998 die 2. Dame in der »Zauberflöte«, 1999 die Clairon im »Capriccio« von R. Strauss und die Marcellina in »Figaros Hochzeit«. 1999 hörte man sie an der Oper von Washington als Brangäne, zugleich ihr US-Debüt. 2000 trat sie an der Staatsoper Berlin wie am Teatro Real Madrid als Brangäne auf und sang in Berlin das Alt-Solo im Requiem von Verdi, 2001 an der Berliner Staatsoper die Waltraute und die 1. Norn im Nibelungenring. Sie war eine geschätzte Liedersängerin (»Frauenliebe und -leben« von R. Schumann, »Winterreise« von Schubert, Wesendonck-Lieder von R. Wagner).
Schallplatten: Philips (Alt-Solo in »Paulus« von Mendelssohn), DGG (Larina in »Eugen Onegin«, »Der feurige Engel« von Prokofieff, 8. Sinfonie von G. Mahler), Ars vivendi (»Deutsche Sinfonie« von Hans Eisler, Lieder von R. Schumann und J. Brahms, Te Deum von Bruckner), BGM (Silla in »Palestrina« von Hans Pfitzner), Eterna (»Gurrelieder«  von A. Schönberg), Eterna/Berlin Classics (»Israel in Ägypten« von Händel), BIS (Missa solemnis von Beethoven), Chandos (Lieder von Tschaikowsky), Teldec (9. Sinfonie von Beethoven), Capriccio/EMI (Messen von Fr. Schubert).

Dobrila BOGOŠEVIĆ ist am 12.1.2017 in Belgrad verstorben
Dobrila Bogošević
Geboren am 20. August 1929 in Uroševcu; sie besuchte die Musikakademien von Belgrad und Zagreb und wurde 1954 sogleich an die Nationaloper Belgrad verpflichtet. Für viele Jahre blieb sie Mitglied dieses Opernhauses und wurde hier in Partien wie der Norina im »Don Pasquale«, der Rosina in Rossinis »Barbier von Sevilla«, der Gilda im »Rigoletto«, der Violetta in »La Traviata« und der Marguerite im »Faust« von Gounod herausgestellt. 1962 sang sie beim Edinburgh Festival im Rahmen eines Gastspiels der Belgrader Oper die Ninetta in Prokofjews »L’Amour des trois oranges« und den Pedro in »Don Quichotte« von Massenet. Ihre Tätigkeit beschränkte sich jedoch nicht auf die jugoslawische Metropole; sie unternahm Gastspiele in Polen, in Ostdeutschland, in der Schweiz, in Italien, England und Ägypten. Dabei trat sie nicht nur auf der Bühne sondern auch als Lieder- und Konzertsängerin hervor.
Aufnahmen ihrer Stimme existieren unter dem Etikett von Jugoton.
Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.dobrilabogosevic.com/umetnickirad.html

Gerd GROCHOWSKI ist am 16.1.2017 in Mainz verstorben

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Als Wotan. Foto: Staatstheater Wiesbaden

Geboren am 28. Februar 1956 in Krefeld; er gehörte zu den erfolgreichsten Sängern des dramatischen Bass-Bariton-Fachs. Nachdem er 2005 von der Zeitschrift „Opernwelt“ für die Titelrolle von Ferruccio Busonis »Doktor Faust« zum Sänger des Jahres nominiert worden war, gelang ihm  der Durchbruch an der Mailänder Scala (2007 und 2009 als Kurwenal in »Tristan und Isolde« unter der Leitung von Daniel Barenboim sowie 2013 als Gunther in der »Götterdämmerung«) sowie 2008 als Kurwenal an der Metropolitan Opera New York (ebenfalls unter der Leitung von Daniel Barenboim). Weitere Engagements als Gunther führten ihn an die Berliner Staatsoper und 2010 unter Sir Simon Rattle zu den Salzburger Oster-Festspielen. Einen weiteren großen Erfolg feierte er als Telramund im »Lohengrin« am Royal Opera House Covent Garden, dem NNT Tokyo und in der Berliner Philharmonie. Als Amfortas und Klingsor im »Parsifal« war er an den Opernhäusern in Lyon, Frankfurt und an der Bayerischen Staatsoper München unter der Leitung von Kent Nagano zu Gast. Neben dem Schwerpunkt Wagner ist Gerd Grochowski aber auch ein gefragter Interpret anderer Rollen des dramatischen Fachs. So gab er sein Rollendebüt als Dr. Schön in A. Bergs »Lulu« am Teatro Real Madrid, den Prus in Janáčeks »Die Sache Makropoulos« an der Staatsoper Stuttgart, den Scarpia in »Tosca« an der Berliner und der Münchner Staatsoper, sowie den Don Pizarro in »Fidelio« an der Berliner Staatsoper, bei den Proms in der Royal Albert Hall und in konzertanter Fassung mit der Dresdner Philharmonie. Als Schischkoff in Janáčeks »Aus einem Totenhaus«  beeindruckte er in einer Produktion mit Pierre Boulez und Patrice Chéreau bei den Wiener Festwochen, beim Festival Aix en Provence und beim Holland Festival in Amsterdam, wo er außerdem als Orest in Richard Strauss‘ »Elektra«  zu hören war. Weitere Erfolge feierte Gerd Grochowski in Barcelona im Palau de la Musica Catalana unter Pinchas Steinberg mit der Rolle des Blaubart in Bartóks »Herzog Blaubarts Burg« und als Thoas in Glucks »Iphigénie en Tauride« am dortigen Gran Teatre del Liceu in einer Inszenierung von Pina Bausch. Gerd Grochowski war auch ein gern gesehener Gast auf den internationalen Konzertpodien. So sang er zuletzt unter Charles Dutoit das War Requiem in der Tokyo Radio Hall und das Brahms Requiem in der Dresdener Philharmonie unter der musikalischen Leitung von Rafael Frühbeck de Burgos. Mit seiner Interpretation der Baritonpartie aus Zemlinskys Lyrischer Symphonie überzeugte er im Januar 2014 in der Tonhalle Düsseldorf. Bei der deutschen Erstaufführung von Hans Werner Henzes »Der Opfergang« unter der Leitung von Steven Sloane unterstrich er seine musikalische und sängerische Qualität bei der Interpretation zeitgenössischer Musik. An der Oper von San Francisco gastierte er 2010 als Prus in Janáčeks »Die Sache Makropoulos«, 2011 als Donner und als Gunther im Nibelungenring sowie 2012 als Telramund. 2013-15 sang er im Neuen Musiktheater Linz den Wotan im Nibelungenring. 2016 debütierte er bei den Bayreuther Festspielen als Klingsor im »Parsifal«, den er auch im Festspielsommer 2017 hätte singen sollen. Gerd Grochowski starb nur einen Tag nach der Premiere der »Walküre« am Staatstheater Wiesbaden, in der er als Wotan noch Ovationen erhalten hat.
Mittlerweile sind eine Reihe von Produktionen und Aufführungen mit Gerd Grochowski auch auf CD und DVD erschienen, wie z. B. Orest (»Elektra«  mit Marc Albrecht und dem Nederlands Philharmonic Orchestra), Telramund (»Lohengrin« mit Marek Janowski und dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin), Schischkoff (»Aus einem Totenhaus« mit Pierre Boulez in der Inszenierung von Patrice Chéreau), Kurwenal (»Tristan und Isolde« mit Daniel Barenboim in der Inszenierung von Patrice Chéreau aus der Mailänder Scala) und Gunther (»Götterdämmerung« mit Sir Simon Rattle und den Berliner Philharmonikern).

Roberta PETERS ist am 18.1.2017 in Rye (New York) verstorben

Roberta PETERS

Geboren am 4. Mai 1930 in der Bronx (New York); ihre Familie stammte aus Österreich, eigentlicher Name Roberta Petermann. Ihre Eltern betrieben in New York ein Schuhgeschäft. Seit ihrem 13. Lebensjahr wurde sie durch William Hermann in New York ausgebildet. Sie debütierte 1950 im Alter von 19 Jahren an der New Yorker Metropolitan Oper, als sie für die erkrankte Nadine Conner in der Partie der Zerlina im »Don Giovanni« einsprang. Zwei Monate später erfolgte ihr offizielles Debüt als reguläres Ensemble-Mitglied der Metropolitan Oper in der Rolle der Königin der Nacht in der »Zauberflöte«. Seitdem blieb sie für 35 Jahre an diesem Haus. Hier sang sie auch 1955 in der amerikanischen Erstaufführung der Oper »Arabella« von R. Strauss die Fiakermilli und 1964 in der amerikanischen Erstaufführung von Menottis »The Last Savage« die Rolle der Kitty. Bis 1985 trat sie an der Metropolitan Oper in 23 Partien und in insgesamt 515 Vorstellungen auf. Zu den Partien, die sie an der New Yorker Metropolitan Oper sang, gehörten die Rosina im »Barbier von Sevilla«, die Barbarina wie die Susanna in »Le nozze di Figaro«, die Gilda im »Rigoletto«, die Lauretta im »Gianni Schicchi«, die Despina in »Così fan tutte«, die Sophie im »Rosenkavalier«, der Hirtenknabe im »Tannhäuser«, die Adele in der »Fledermaus«, der Page Oscar in Verdis »Un ballo in maschera«, der Amor in Glucks »Orfeo ed Euridice«, die Olympia in »Hoffmanns Erzählungen«, die Norina im »Don Pasquale«, die Lucia di Lammermoor, die Adina in »L’Elisir d’amore«, die Zerbinetta in »Ariadne auf Naxos«, die Amina in »La Sonnambula«, die Nannetta in Verdis »Falstaff« und die Marzelline im »Fidelio«. Gastspiele in Chicago und ihr Auftreten im Konzertsaal brachten ihr weitere bedeutende Erfolge. 1953 sang sie an der Covent Garden Oper in »The Bohemian Girl« von Balfe unter Sir Thomas Beecham. 1957 gastierte sie an verschiedenen italienischen Bühnen, 1961 an der Covent Garden Oper als Gilda, 1971 in Berlin, 1972 am Bolschoi Theater Moskau und an der Kirow-Oper Leningrad sowie an der Stuttgarter Staatsoper (als Gilda). Überaus erfolgreiche Konzertreisen in Sowjetrussland und 1971 in Israel. 1963 gastierte sie als Gilda und als Königin der Nacht an der Wiener Staatsoper. Bei den Salzburger Festspielen 1963-64 als Königin der Nacht, 1964 auch in einem Mozart-Konzert aufgetreten. In den sechziger Jahren gab sie regelmäßig Gastspiele an der Philadelphia Opera (als Lucia di Lammermoor, als Adele und als Traviata), 1965 auch an der Oper von New Orleans (als Gilda), 1961 und 1969 an der Oper von San Antonio/Texas (als Gilda bzw. als Lucia di Lammermoor), an der Oper von Seattle (1964 als Lucia di Lammermoor) und beim Cincinnati Festival (1960 als Rosina im »Barbier von Sevilla«). Auch in Operetten und Musicals feierte man sie; so sang sie 1973 am New Yorker Broadway in dem Musical »The King and I«. Bis 1985 ist sie an der Metropolitan Oper aufgetreten. Später sang sie an anderen Theatern auch die Mimi in »La Bohème«, die Traviata und die Manon von Massenet. 1989 gastierte sie bei der Newark Opera als Adina, 1994 an der Opera Pacific Costa Mesa als Hanna Glawari in Lehárs »Die lustige Witwe«. Sie ging einer Lehrtätigkeit an der Ithaka University nach. – Die Künstlerin war kurze Zeit mit dem Bariton Robert Merrill (1917-2004) verheiratet. In zweiter Ehe heiratete sie den Immobilienhändler Bertram Fields; aus dieser Ehe gingen zwei Söhne hervor. Ihre Autobiographie erschien unter dem Titel »A Debut at the Met« (New York, 1967). – Virtuos geführte, brillante Koloraturstimme.
Lit: J. Hines: Roberta Peters (Garden City, NY, 1982); J. Gruen: Lucky Star: Roberta Peters (in »Opera News«, 1975-76), M. de Schauensee: Coloratura (New York, 1967).
Schallplatten: RCA (vollständige Opern »Il Barbiere di Siviglia«, »Rigoletto«, »Un Ballo in maschera« von Verdi, »Orfeo ed Euridice« von Gluck, »Ariadne auf Naxos«, »Lucia di Lammermoor«, »Le nozze di Figaro«), aber auch DGG (»Die Zauberflöte«), CBS (»Così fan tutte«) und Decca (Zerbinetta in »Ariadne auf Naxos«). Sang auf Robin Hood Records die Norina im »Don Pasquale« (Mitschnitt, New York, 1956), auf Cetra Opera Live (»Hoffmanns Erzählungen«, »Un ballo in maschera«), Replica (»Rigoletto«), Historical Performances (Königin der Nacht in der »Zauberflöte«, Metropolitan Oper, 1956).

Klára TAKÁCS ist am 21.1.2017 verstorben
Klara Takacs
Geboren am 24. April 1945 in Lengyeltoti (Ungarn); sie sang zuerst im Budapester Madrigalchor, wurde darauf an der Franz Liszt-Musikakademie von Budapest zur Solistin ausgebildet. 1975 war sie Preisträgerin beim Internationalen F. Erkel- Wettbewerb in Budapest. Seit 1973 bekanntes Mitglied der Nationaloper Budapest, an der sie als Lola in »Cavalleria rusticana« debütierte. Hier hatte sie als Orpheus von Gluck, als Adalgisa in Bellinis »Norma«, als Titelheldin in Goldmarks »Die Königin von Saba«, als Titelfigur in Rossinis »La Cenerentola«, als Cherubino in »Figaros Hochzeit« und in einer Fülle weiterer Partien sehr große Erfolge. Ähnliche Erfolge ergaben sich bei Gastspielen in Ungarn wie im Ausland und auf den Gebieten des Konzert- und Oratoriengesanges. Sie gastierte mehrfach an der Wiener Staatsoper (1985-89 als Judith in »Herzog Blaubarts Burg« von B. Bartók, als Cherubino, als Romeo in Bellinis »I Capuleti e i Montecchi« und als Maddalena im »Rigoletto«) und nahm 1986 an deren Japan- Tournee als Cherubino teil. 1987 Gastspiel am Teatro Colón Buenos Aires als Charlotte im »Werther« von Massenet und als Eudoxia in »La Fiamma« von O. Respighi. 1991-92 sang sie bei den Festspielen von Salzburg die Marcellina in »Le nozze di Figaro«. – Sie sollte nicht mit der jüngeren Sängerin Tamara Takácz (* 1950) verwechselt werden, die fast gleichzeitig, und auch als Mezzosopranistin, in Budapest tätig war.
Schallplatten der Marke Hungaroton, darunter mehrere integrale Opernaufnahmen: »Medea« von Cherubini als Partnerin von Sylvia Sass, »Die Königin von Saba« von Goldmark, »Nerone« von Boito, »Hunyadi László« von Erkel, »Der Apotheker« von Haydn, »Belfagor« von O. Respighi, »Andrea Chénier« von Giordano, Mozart-Requiem, »Die Legende der hl. Elisabeth« von F. Liszt, Missa solemnis von Beethoven, »Lieder eines fahrenden Gesellen« von G. Mahler, »Hary János« von Kodály, geistliche Musik von J. Haydn, Suzuki in »Madame Butterfly«, Krönungsmesse von F. Liszt, Petite Messe solennelle von Rossini; auf Ariola-Eurodisc Maddalena im »Rigoletto«, auf Legato Zaida in »Dom Sébastien« von Donizetti.

Veljo TORMIS ist am 21.1.2017 verstorben

Veljo Tormis

Geboren am 7. August 1930 in Kuusalu; er wurde als Sohn eines evangelischen Küsters und Chorleiters geboren. Er spürte früh eine Neigung und Begabung für die Musik. 1942-44 lernte er Orgel am Tallinner Konservatorium bei August Topman. Nach der Besetzung Estlands durch die Sowjetunion im Herbst 1944 wurde die Orgelklasse des Konservatoriums geschlossen, denn Orgelmusik galt als christliche und kirchliche Musik. 1950/51 studierte er das Fach Komposition am Staatlichen Tallinner Konservatorium bei Villem Kapp. Er schloss sein Studium 1956 am Moskauer Konservatorium in der Kompositions-Klasse von Wissarion Schebalin ab. 1955-60 war Tormis Dozent an der Tallinner Musikschule. 1956-69 arbeitete er als Konsultant bei der Komponistenvereinigung der Estnischen SSR (estnisch ENSV Heliloojate Liit) in Tallinn. Ab 1969 war er als freischaffender Komponist tätig. Er sammelte die Lieder und Zaubersprüche der kleinen ostseefinnischen Völker, der Ischoren, Liven, Wepsen und Woten. Sie gingen in seine mehr als 60 großen Chorwerke ein. Sein bedeutendstes Chorwerk ist programmatisch Vergessene Völker überschrieben. So wurde Tormis zu einer „Stimme des Widerstands gegen eine sowjetische Politik einer Zerstörung von Erinnerung“. 1974-89 bekleidete Tormis das Amt des ersten stellvertretenden Vorsitzenden des Estnischen Komponistenverbands. 1974 erhielt Tormis den Staatspreis der UdSSR, nachdem ihm bereits 1970 und 1972 der Staatspreis der Estnischen SSR verliehen worden war. 1980 und 1986 wurde er mit dem Jahrespreis Musik der Estnischen SSR ausgezeichnet. 1987 erhielt Tormis den Titel eines „Volkskünstlers der UdSSR“. 1989 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Estnischen Musikakademie verliehen. Es folgten 1995 der Kulturpreis der Republik Estland und 1998 die Auszeichnung für sein Lebenswerk durch die Stiftung für estnische Volkskultur (Eesti rahvuskultuuri fond). 2009 erhielt er den Kompositionspreis des Estnischen Musikrats und 2010 den Orden des Staatswappens I. Klasse. Veljo Tormis war mit der Theaterwissenschaftlerin Lea Tormis (* 1932), der Tochter des estnischen Schriftstellers Paul Rummo (1909–81), verheiratet. Ihr Sohn ist der Photograph Tõnu Tormis (* 1954).

Peter EWALDT ist am 22.1.2017 in Salzburg verstorben

Peter EWALDT

Geboren 1952 in St. Anton am Arlberg; er wurde am Salzburger Mozarteum zum Dirigenten und Pianisten ausgebildet. Bei den Salzburger Festspielen assistierte er Herbert von Karajan, Giorgio Strehler und Jean-Pierre Ponnelle. 1975 wurde er Korrepetitor und Dirigent am Linzer Landestheater, seit 1981 arbeitete er als Erster Kapellmeister und Studienleiter am Salzburger Landestheater. Er gastierte regelmäßig, so z.B. beim Essener Folkwang Orchester und der Norddeutschen Philharmonie. In den letzten Jahren leitete er Produktionen wie »Frau Luna«, »Kiss Me, Kate«, »The Sound of Music«, »La Cage aux Folles«, »Im Weißen Rössl«, die Barockoper »Dafne« sowie in der Spielzeit 2016/2017 »Monty Python’s Spamalot« am Salzburger Landestheater. Der Dirigent und Kapellmeister hat das musikalische Schaffen der Opernsparte am Salzburger Landestheater über Jahrzehnte geprägt und bereichert. Als musikalischer Leiter der Produktion »The Sound of Music« war er mitverantwortlich für den größten Erfolg in der Geschichte des Landestheaters und leitete fast neunzig der bisher gespielten Vorstellungen sowie die große internationale Gala zum 50-jährigen Jubiläum des Filmes in der Felsenreitschule.

Anna ZENTAI ist am 24.1.2017 verstorben

Anna ZENTAI

Geboren am 29. Juni 1924 in Budapest; Biographie der ungarischen Operettensängerin auf Ungarisch: https://hu.wikipedia.org/wiki/Zentai_Anna

Rudolf BIBL ist am 27.1.2017 in Frontignan (Frankreich) verstorben

Geboren am 4. Mai 1929 in Wien; Großvater und Urgroßvater waren k. u. k. Hofkapellmeister und Domorganisten. Schon während der Gymnasialzeit studierte Rudolf Bibl an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien Klavier, Klarinette und Komposition und besuchte die Dirigentenklasse. Nach der Matura wollte er Biologie oder Veterinärmedizin studieren, doch Prof. Hans Swarowsky, der Dirigent und weltberühmte Lehrer einer ganzen Dirigentengeneration, wusste dies zu verhindern. Er engagierte den jungen Künstler 1948 als Solorepetitor an die Grazer Oper. Von dort ging er 1952 als Kapellmeister nach Innsbruck und wieder nach Graz als Operettenchef. 1960 kehrte Rudolf Bibl nach Wien zurück, zuerst an das Raimundtheater und dann als Erster Dirigent an das Theater an der Wien. 1969-73 war er Musikdirektor in Trier, verbunden mit ständigen Gastspielen in Frankreich und Luxemburg. Seine lange Verbundenheit mit der Volksoper begann, als er am 2. Dezember 1972 für Das Land des Lächelns zum ersten Mal am Pult des Hauses stand. Ab der Saison 1973/74 bis zu seiner Pensionierung am 31.8.1989 war Prof. Rudolf Bibl fest an der Volksoper engagiert. Aber auch danach blieb er dem Haus bis zuletzt auf einzigartige Weise verbunden. 1991 wurde Prof. Rudolf Bibl zum Ehrenmitglied der Volksoper Wien ernannt. Er ist Träger des Ehrenkreuzes des Landes Burgenland. Vom österreichischen Bundespräsidenten erhielt Rudolf Bibl das Verdienstkreuz erster Klasse für Kunst und Wissenschaft und anlässlich der Vorstellungen von Die lustigen Witwe und Die Fledermaus in der Wiener Staatsoper (1999-2003 insgesamt 22 Vorstellungen) das Silberne Ehrenkreuz der Republik Österreich. An der Volksoper hat er im Laufe von 45 Jahren an 2273 Abenden ein umfassendes Opern-, Operetten- und Musicalrepertoire dirigiert. Er leitete die Uraufführung von Robert Stolz – Servus Du und weitere 18 Premieren: u. a. Zwei Herzen im Dreivierteltakt (1975), Im weißen Rössl (1976 und 1993), Der Fremdenführer (1978), Gasparone (1980), Die Csárdásfürstin (1982), Die lustigen Weiber von Windsor (1982), Hello, Dolly! (1984), Das Land des Lächelns (1985), Madame Pompadour (1986), Der Zigeunerbaron (1989) und Der fidele Bauer (1997). Weiters dirigierte der Künstler die Neuinszenierungen von Die Fledermaus (1974), Der Graf von Luxemburg (1977) und Die Zirkusprinzessin (1990). Ein wichtiges Ziel war ihm immer, Wiener Musik in höchster Qualität der Welt bekannt zu machen. Er betreute zahlreiche Auslandsgastspiele, wie jene in Den Haag (1975, 1976), Moskau (1983), Berlin (1986), Japan (1979, 1982, 1985, 1989, 1993, 2016) oder den USA (1984). Als Konzertdirigent war Rudolf Bibl stets gern gesehener Gast in Japan, wo er auch zahlreiche Neujahrskonzerte mit dem Symphonieorchester der Volksoper Wien und dem NHK Tokio dirigierte. Zudem leitete er Operettenproduktionen in St. Gallen, an der Opéra de Bastille Paris (1998 Die lustige Witwe, 2003-04 Die Fledermaus), an der Berliner Staatsoper und bei den Seefestspielen Mörbisch, deren musikalischer Leiter er über viele Jahre war. Bis zuletzt stand Professor Bibl am Pult des Volksopernorchesters. Er begleitete die Volksoper im Mai 2016 zum Japangastspiel nach Tokio, wo er drei Vorstellungen von Die Csárdásfürstin dirigierte. Seine letzte Vorstellung an der Volksoper war Die Fledermaus am 1. Jänner 2017.

Pavel KUDRIAVCHENKO ist am 27.1.2017 verstorben
Pavel Kudriavchenko
Geboren am 12. August 1952 in Tusly bei Odessa; nach seiner Ausbildung am Neshdanova- Konservatorium in Odessa begann er seine Bühnenkarriere am dortigen Opernhaus und war dann für zehn Jahre Mitglied des Opernhauses von Kiew. 1984 kam er an das Bolschoi Theater Moskau, wo er in der »Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesch« von Rimsky-Korssakow debütierte und in den folgenden Jahren u.a. als Dimitrij im »Boris Godunow«, als Turiddu in »Cavalleria rusticana«, als Canio im »Bajazzo«, als Don José in »Carmen« und als Jaromir in »Mlada« von Rimsky-Korssakow erfolgreich auftrat. 1989 gastierte er mit dem Ensemble des Bolschoi Theaters an der Scala als Dimitrij. Im gleichen Jahr 1989 fand sein US-Debüt am Opernhaus von Miami als Manrico im »Troubadour« statt. An der Covent Garden Oper London trat er 1989 als Turiddu, 1991 als Dimitrij, an der Bayerischen Staatsoper München als Kalaf in Puccinis »Turandot«, im Wembley Stadion London wie bei der Welsh Opera Cardiff als Ernani in der gleichnamigen Verdi-Oper auf. Bei Gastspielen des Bolschoi Theaters in Italien und Frankreich hörte man ihn als Radames in »Aida«, als Kalaf und ebenfalls als Dimitrij, in Moskau 1990 als Wakula in »Die Nacht vor Weihnachten« von Rimsky-Korssakow. Beim Edinburgh Festival sang er 1991 den Wakula (bei einem Gastspiel des Bolschoi Theaters Moskau)  und 1992 den Andrej Morozow in »Opritschnik« von Tschaikowsky. Bei den Festspielen von Bregenz sang er 1993 den Ismaele in Verdis »Nabucco«, an der Oper von Bordeaux im gleichen Jahr den Dimitrij. Auch als Konzertsänger kam er zu einer großen internationalen Karriere. Er trat auch unter dem Namen Paolo Kudriavchenko auf. – Verheiratet mit der Sopranistin Katerina Sverdlovskaya-Kudriavchenko (* 2.3.1958).

Paul VONDRAK ist am 28.1.2017 in Wien verstorben
Paul VONDRAK
Geboren am 28. April 1939 in Wien; er studierte an der Ballettschule der Wiener Staatsoper sowie bei seinem Vater Ewald Vondrak und bei Willy Fränzl. Seit 1953 Mitglied des Ensembles, avancierte er 1958 zum Solotänzer und war 1965-82 Erster Solotänzer. Zu seinen wichtigsten Partien in abendfüllenden Balletten zählten Prinz Désiré und Blauer Vogel in Wazlaw Orlikowskys Dornröschen, Franz in Aurel von Milloss’ Coppélia, die Titelrolle in Orlikowskys Der Pagodenprinz, Mercutio in Dimitrije Parlićs und Tybalt in John Crankos Romeo und Julia, Hofnarr in Orlikowskys Aschenbrödel und Bauern-Pas-de-deux in Gordon Hamiltons Giselle. Zu Rollen wie Leutnant Sandor in Erika Hankas Hotel Sacher und Tancred in Parlićs Le Combat kamen Partien in Werken von Milloss wie Apollo in Marsyas, Geschöpf in Die Geschöpfe des Prometheus und Er in Wiener Idylle sowie Bryaxis in Orlikowskys Daphnis und Chloë, Mohr in Michail Fokins Petruschka, Roter Ritter in Ninette de Valois’ Schachmatt, Junger Mann von Gegenüber in Antony Tudors Pillar of Fire und Offizier in Léonide Massines Gaîté Parisienne. In Balletten von George Balanchine wurde er mit Hauptpartien in Die vier Temperamente, Serenade und Symphonie in C betraut. Schon die Aufzählung dieser Rollen gibt Zeugnis von der Vielseitigkeit Paul Vondraks. Sein Repertoire umspannte alle Fächer vom Danseur noble über den Demi-caractère-Tänzer bis zum Charakterdarsteller. Neben zahlreichen Gastspielen mit dem Wiener Staatsopernballett, wozu auch Auftritte bei den Bregenzer Festspielen zählten, gastierte er mehrmals beim Ballett der Belgrader Nationaloper und unternahm ausgedehnte Tourneen mit diesem Ensemble.
Paul Vondrak war mit Gisela Cech, ehemalige Erste Solotänzerin des Wiener Staatsopernballetts, verheiratet.

WIEN / Staatsoper: ROMÉO ET JULIETTE

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Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

WIEN / Staatsoper:
ROMÉO ET JULIETTE von Charles Gounod
57.
Aufführung in dieser Inszenierung
22.Jänner 2017

Die Stehplätze waren wieder einmal ausverkauft, und das ist an der Wiener Staatsoper nicht immer der Fall. Als hätte man Juan Diego Flórez noch nicht als Romeo gehört! (Nämlich vor fast einem Jahr, im Februar 2016.) Aber inzwischen ist ja immer von dem „neuen“ Florez die Rede, und das stimmt zweifellos. Er hat den „Tenorino“, der er jahrelang war (der geliebteste aller Tonios, Nemorinos, Lindoros), hinter sich gelassen und ist voll im neuen Fach angekommen, als lyrischer Tenor mit dramatischen Ambitionen, wie er ihn bereits im Vorjahr erfolgreich als „Rigoletto“-Herzog präsentiert hat. Und die „Sonnambula“ neulich machte wieder klar, dass er mit neuem Schmelz und neuer Kraft unterwegs ist.

Nun ist Gounod allerdings kein Bellini, die Dramatik ist entschieden ausgeprägter. Florez ist ein C-Tenor, er weiß, was das bedeutet, er weiß, was das bringt, an seinen Spitzentönen arbeitet er offenbar unermüdlich, sie gelingen alle und sie klingen triumphal (und damit sie auch gewürdigt werden, tritt er dafür auch gern einmal an die Rampe…). Darüber hinaus aber verlangt der Romeo noch einiges darüber hinaus an Kraft und Ausdruck, was Florez zweifellos bringt, aber nur seine erklärtesten Fans werden leugnen, dass zwischendurch auch einmal die Anstrengung hörbar ist. Was seine Leistung nicht schmälerte, die Begeisterung des Publikums auch nicht.

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Juan Diego Florez. Copyright: Wiener Staatsoper/ Michael Pöhn

Ginge es nur um die Optik, Aida Garifullina wäre das Ideal einer Juliette, so schlank, zart und schön, wie sie ist. Aber um zu einer vollwertigen Interpretin der Rolle zu werden, müsste ihr ein guter Lehrer noch das Dauer-Vibrato und die Dauer-Schärfe aus der Stimme nehmen, die sie in jeder Lage der gesanglichen Anforderungen (nicht nur in den schmalen, schmerzhaften Höhen) begleiten.

Darstellerisch konnten beide Sänger in der Inszenierung, die entweder Hektik oder Leere bietet, kaum reüssieren, die moderne Party-Welt ist ein zu beiläufiger Rahmen für die große Tragödie, und wie kann man Juliette in der dramatischen Szene, wo sie zweifelt, das Gift zu schlucken, vor ein weißes Halbrund stellen, sodass sie nur wie eine Silhouette erscheint und faktisch nicht zu sehen ist? Eine Inszenierung, die sich einen modernen Look geben wollte, ohne in irgendeiner Hinsicht innovativ zu sein (das war damals, 2001, auch schon wieder lange her, Jürgen Flimm), wird nun vermutlich für weitere Jahrzehnte das Werk nicht zur Geltung kommen lassen.

Gar nicht zur Geltung kamen auch die Herrschaften in den Nebenrollen, selbst Dan Paul Dumitrescu als Frère Laurent klang wie bestenfalls „halbe Kraft voraus“, der Rest blieb noch schemenhafter. Damit konnte man nicht prunken.

Der Abend hatte allerdings neben Juan Diego Flórez noch einen großen Namen aufzubieten, nämlich Plácido Domingo am Dirigentenpult. Er betrachtet das Dirigieren zweifellos nicht nur als Nebenprodukt seiner Karriere (wie es das Publikum gerne tut) – immerhin hat er an der Wiener Staatsoper bereits zehn verschiedene Werke dirigiert, darunter den „Romeo“ 2013. Demnächst wird er für „Tosca“ den Taktstock schwingen, wenn er uns schon singend erst im Juni (aber dann als Posa!!!) kommt…

Man kann den Fleiß dieses Mannes nur bewundern – aus der Distanz von dreieinhalb Jahren eine Oper wieder zu dirigieren, bedeutet, dass man sie von der ersten bis zur letzten Note durcharbeiten muss (er hat sie schließlich nicht dauernd, sondern nur ein einziges Mal in seinem Leben, und das war 1974 (!!!) an der Met, gesungen… ) Aber Bewunderung oder  Entrüstung über das Phänomen Domingo, das ist mittlerweile ein alter Hut.

Sagen wir also, dass die Aufführung aus dem Orchestergraben teilweise bemerkenswerter war als auf der Bühne, dass Domingo mit sparsamster Gestik die liebevollste, schwelgerischste „Romeo“-Version seit langem dirigiert hat, ein Freund der Sänger (besonders des Tenors), ein lyrisches Fest, das die Philharmoniker dem Publikum bereiteten. Ehrlich, man konnte fast überrascht sein.

Renate Wagner

IN MEMORIAM-GEBURTSTAGE IM JANUAR 2017

IN MEMORIAM-GEBURTSTAGE IM JANUAR 2017

Berücksichtigt wurden runde und halbrunde Geburtstage. Zusammenstellung der Liste: Walter Nowotny

1.1.László POLGÁR: 70. Geburtstag

Laszlo_Polgar

Er wurde an der Franz Liszt-Akademie in Budapest ausgebildet und begann seine Karriere 1972 an der Nationaloper von Budapest als Graf Ceprano in Verdis »Rigoletto«. Nachdem er anfänglich dort kleinere und Comprimario-Partien gesungen hatte, übernahm er seit Mitte der siebziger Jahre große Rollen und erschien seit etwa 1980 oftmals als Gast im Ausland. 1974 gewann er den Dvorák-Wettbewerb, 1980 den Hugo Wolf-Wettbewerb in Wien, 1981 den Concours Pavarotti in Philadelphia, 1982 den F. Liszt-Wettbewerb in Budapest. 1978 sang er an der Budapester Nationaloper in der Uraufführung der Oper »Draußen vor der Tür« von S. Balassa. 1978 kam es dann zu seinem ersten Auslandsgastspiel, als er an der Hamburger Staatsoper den Osmin in der »Entführung aus dem Serail« sang. An der Oper von Budapest wirkte er 1980 in der Erstaufführung von Strawinskys »The Rake’s Progress« mit. 1982 gastierte er am Théâtre de la Monnaie Brüssel und an der Oper von Philadelphia. Ebenfalls 1982 sang er an der Covent Garden Oper London den Conte Rodolfo in »La Sonnambula« von Bellini. In Budapest hatte er spektakuläre Erfolge, als er 1982 den Leporello im »Don Giovanni«, 1983 den Gurnemanz im »Parsifal« vortrug. 1983 an der Berliner Staatsoper zu Gast. Bei den Salzburger Festspielen trat er 1985-86 als Sarastro in der »Zauberflöte«, 1988 als Publio in »La clemenza di Tito«, 1996 als Priester in A. Schönbergs »Moses und Aron«, 1999 als Wagner in Busonis »Doktor Faust«, 2001 in der Titelrolle von B. Bartóks »Herzog Blaubarts Burg« (in einer konzertanten Aufführung) und 2003 als Kadmos in einer konzertanten Aufführung der Oper »Die Bakchantinnen« von E. Wellesz auf; er wirkte dort auch 1985 in einem Kirchenkonzert und 1986 in einem Mozart-Konzert mit. Im Wiener Konzerthaus wirkte er in mehreren konzertanten Opernaufführungen mit, so 1985 als Teiresias in »Die Bakchantinnen«, 1986 als Callistene in »Poliuto« von Donizetti, 1989 als Baldassare in »La Favorita« von Donizetti, 1993 als Blaubart in »Herzog Blaubarts Burg« und 2005 als König Karl in »Fierrabras« von Franz Schubert. Durch Gastspielverträge war er mit der Staatsoper von München und seit 1986 mit dem Opernhaus Zürich verbunden. 1986 als Sarastro an der Grand Opéra Paris zu Gast. 1986-91 gastierte er in insgesamt 35 Vorstellungen an der Wiener Staatsoper als Timur in Puccinis »Turandot«, als Eremit im »Freischütz«, als Colline in »La Bohème«, als Leporello, als Boland in der vergessenen Oper »Fierrabras« von Franz Schubert (den er zuvor schon 1988 bei den Wiener Festwochen im Theater an der Wien gesungen hat), als Pater Guardian in »La forza del destino«, als Sarastro und als Publio. Zusammen mit dem Budapester Ensemble gastierte er 1987 bei den Festspielen von Wiesbaden. 1988 hörte man ihn am Opernhaus von Zürich als Leporello. 1989 sang er bei den Festspielen im finnischen Savonlinna den Sarastro, 1990 an der Staatsoper Budapest den Pater Guardian, 1991 an der Oper von Nizza den Leporello. Seit 1991 reguläres Mitglied des Opernhauses Zürich; hier hörte man ihn u.a. als Phanuël in »Hérodiade« von Massenet, als Oroveso in »Norma« von Bellini, als Grafen in »Nina« von Paisiello, als Giorgio in »I Puritani« von Bellini und als Enrico in »Anna Bolena« von Donizetti. 1991 gastierte er am Teatro Bellini Catania als Conte Rodolfo in Bellinis »La Sonnambula«, 1992 an der Oper von Brüssel als Basilio im »Barbier von Sevilla«. 1995 trat er in Amsterdam in Schönbergs »Moses und Aron« auf. 1995 hörte man ihn an der Mailänder Scala (in konzertanten Aufführungen) in der Titelrolle von B. Bartóks »Herzog Blaubarts Burg«, die er dann auch in London und Paris sowie 1998 beim Festival von Aix-en-Provence vortrug. 1997 sang er an der Oper von Lausanne und am Théâtre des Champs-Élysées Paris den Rocco in »Leonore« (Erstfassung des »Fidelio« von Beethoven), 1998 am Teatro Colón Buenos Aires den Osmin. 2000 gastierte er an der Deutschen Oper Berlin als Gurnemanz. An der Mailänder Scala hörte man ihn 2001 (in konzertanten Aufführungen) als Grafen Walter in Verdis »Luisa Miller« und 2003 als Pfarrer in Janáceks »Das schlaue Füchslein«. Neben seine Bühnenkarriere trat eine zweite nicht weniger erfolgreiche Laufbahn im Konzertsaal, vor allem als Solist in Oratorien und religiösen Musikwerken. Er gab Konzerte in Ungarn, Russland, Italien, Frankreich, Kanada und sang 1984 und 1987 in der New Yorker Carnegie Hall in Haydns »Schöpfung«. Seit 1978 Professor an der F. Liszt-Akademie Budapest. Er starb 2010 in Zürich.
Schallplatten: Hungaroton (»Az ajtón Kivül« von Sándor Balassa, »Christus« und Ungarische Krönungsmesse von F. Liszt, »Die Königin von Saba« von Goldmark, Gurnemanz in Gesamtaufnahme des »Parsifal«, »Belfagor« von O. Respighi), Telefunken (Leporello im »Don Giovanni«, Krönungsmesse von Mozart, »Mario und der Zauberer« von Vajda), DGG (»Fierrabras« von Schubert, Werke von J. Haydn und F. Liszt, »Moses und Aron« von Schönberg, Titelrolle in »Herzog Blaubarts Burg« von B. Bartók mit Jessye Norman als Judith), CBS (»Poliuto« von Donizetti), Sony (»Bastien und Bastienne« von Mozart), Decca (»Die Gezeichneten« von Fr. Schreker), EMI (Publio in »La clemenza di Tito«), Teldec (Rocco im »Fidelio«), Philips (»Die Zauberflöte« aus Drottningholm, auch als Video).

1.1. Giuseppe PATANÉ: 85. Geburtstag

Der Sohn des Dirigenten Franco Patané (1908-68) studierte am Konservatorium von San Pietro a Majella in Neapel. Bereits im Alter von 19 Jahren gab er mit einer Aufführung von »La Traviata« am Teatro Mercadante in Neapel sein Debüt als Dirigent. In der Folge wirkte er als Zweiter Dirigent am Teatro San Carlo in Neapel (1951-56), als Erster Dirigent am Linzer Landestheater (1961-62) und dann bis 1968 als Dirigent an der Deutschen Oper in Berlin. 1962-83 leitete er insgesamt 125 Vorstellungen an der Wiener Staatsoper. Er dirigierte 1970-88 oftmals an der Scala in Mailand und feierte dort triumphale Erfolge. Er dirigierte auch in Kopenhagen, das Berliner Radio Sinfonie Orchester und das Orchestre de la Suisse Romande; 1975-83 brillierte er an der Metropolitan Opera New York in insgesamt 134 Vorstellungen größtenteils mit italienischer Oper (»La Gioconda«, »Madame Butterfly«, »Il Trovatore«, »Cavalleria rusticana«/»Pagliacci«, »Rigoletto«, »Carmen«, »Aida«, »Lohengrin«, »Tosca« und »Un Ballo in maschera«); 1982-84 war er einer der beiden Ersten Dirigenten der American Symphony in New York. 1985-89 war er Chefdirigent des Münchner Rundfunkorchesters. Patanè brach am 29. Mai 1989 plötzlich an einem Herzinfarkt während einer Aufführung von Gioacchino Rossinis »Il barbiere di Siviglia« an der Bayerischen Staatsoper in München zusammen. Er wurde ins Krankenhaus gebracht, wo er starb.

1.1. Dieter SCHOLZ: 85. Geburtstag

Sein Gesangstudium fand an der Musikhochschule von Dresden statt, wo er Schüler von H. Meißner und von H. Winkler war. Er begann zunächst 1958 eine Karriere als Operettensänger in Leipzig (Musikalische Komödie), ging dann aber 1975 zur Oper über und spezialisierte sich auf das Buffo- und Charakterfach. Seit 1981 war er Mitglied des Opernhauses von Leipzig. Hier wie bei Gastspielen an den Bühnen der DDR und, zusammen mit dem Leipziger Ensemble, auch auf internationaler Ebene hatte er seine Erfolge in Rollen wie dem Papageno in der »Zauberflöte«, dem Bartolo im »Barbier von Sevilla« von Rossini, dem van Bett in »Zar und Zimmermann« von Lortzing, dem Don Alfonso in »Così fan tutte« (Leipzig 1991), dem Leporello im »Don Giovanni«, dem
Osmin in der »Entführung aus dem Serail«, dem Stadinger im »Waffenschmied« von Lortzing, dem Falstaff in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor« und dem Kezal in Smetanas »Die verkaufte Braut«, auch in Partien aus dem Bereich der Operette und des Musicals. Bereits 1977 erhielt er den Kunstpreis der Stadt Leipzig. Auch sein Sohn Andreas Scholz (* 1964) wurde ein bekannter Sänger, der wie sein Vater in Leipzig wirkte.
Schallplatten: Decca (»Jonny spielt auf« von Krenek).

1.1. Andrzej HIOLSKI: 95. Geburtstag

Andrzej HIOLSKI

Ausgebildet durch Helene Oleskie am Konservatorium in Lwów. Er debütierte bereits 1944 in Krakau als Janusz in »Halka« von Moniuszko (unter der Regie von Adam Didur) und kam dann 1945 an die Schlesische Oper in Bytom (Beuthen). 1950 wurde er an die Nationaloper von Warschau berufen, zu deren bedeutendsten Künstlern er für viele Jahre gehörte. Er gewann mehrere Preise bei nationalen und internationalen Gesangwettbewerben, so u.a. 1954 in Toulouse; 1955 erhielt er den polnischen Staatspreis. Gastspiele und Konzerte führten den Künstler in die Sowjetunion, in die CSSR, nach Ungarn, England, Finnland und Frankreich. Er bereiste auch China und 1979 Holland. Am 20.6.1969 sang er an der Hamburger Staatsoper in der Uraufführung der Oper »Die Teufel von Loudun« von Penderecki die Partie des Urbain Grandier. Das Bühnenrepertoire des Sängers gipfelte in Partien aus dem Bereich der polnischen und russischen (Titelheld in Tschaikowskys »Eugen Onegin«) Oper, enthielt aber auch italienische und französische Partien, darunter waren der Scarpia in »Tosca«, der Silvio im »Bajazzo«, der Sharpless in »Madame Butterfly«, der Germont-père in »La Traviata«, der Valentin im »Faust« von Gounod, der Escamillo in »Carmen«, der Figaro im »Barbier von Sevilla«, der Posa in Verdis »Don Carlos« und der Malatesta im »Don Pasquale« von Donizetti. Er wurde dazu als Konzert- und Oratoriensänger bekannt; so sang er bei den Festspielen von Salzburg 1970 in der Lukas-Passion von K. Penderecki. Er galt auch als ein großer Liedersänger (Schubert, G. Mahler). 1995 sang er zum 50jährigen Jubiläum der Oper von Bytom nochmals, inzwischen 73 Jahre alt, den Janusz. Er starb 2000 in Krakau.
Schallplatten: Muza (Janusz in »Halka«, »Das Gespensterschloss« von Moniuszko, »Król Roger« von Szymanowski, Solo-Aufnahmen, u.a. Schuberts »Schwanengesang«), Philips (Lukas-Passion und »Utrenja« von Penderecki), Proviva (»Jephtas Tochter« von Bloch), HMV (»Boris Godunow«, Te Deum von Penderecki), Marco Polo (»Król Roger«), Polskie Nagrania/Naxos (geistliche Werke von K. Szymanowski). Seine ersten Aufnahmen (Lieder) wurden bereits um 1950 unter dem Pseudonym Andrzej Boruty veröffentlicht.

1.1. Sven D’AILLY: 125. Geburtstag

Er war in Stockholm Schüler von A. Ekholm und Gillis Bratt. 1912 debütierte er bei der Operntruppe von K. Swanström, die Schweden durchreiste. 1913-23 war er am Oscartheater in Stockholm engagiert, wo er als Operettensänger sehr erfolgreich auftrat. 1923-47 war er Mitglied der Königlichen Oper Stockholm; seit 1939 wirkte er an diesem Opernhaus auch als Regisseur. In seinem Repertoire für die Bühne standen an erster Stelle Charakterpartien. Zu seinen Glanzrollen zählten auch der Titelheld in »Figaros Hochzeit« von Mozart, der Daland in »Der fliegende Holländer« und der Mephisto im »Faust« von Gounod. Er wirkte an der Stockholmer Oper in mehreren Uraufführungen von Opern mit: 1925 in »Bäckahästen« von K. Atterberg, 1929 in »Engelbrekt« von N. Berg, 1932 in »Resa till Amerika« von Hilding Rosenberg, 1934 in »Fanal« von K. Atterberg, 1939 in »Kathrin« von E.W. Korngold. Hinzu trat eine Vielzahl von schwedischen Erstaufführungen, von denen hier nur »Mona Lisa« von M. von Schillings (1924), »Pelléas et Mélisande« von Debussy (1926 als Arzt), »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss (1926), »Königskinder« von Humperdinck (1926), »Fürst Igor« von Borodin (1933) und »La Fanciulla del West« von Puccini (1934) genannt seien. Er wirkte nach seinem Rücktritt von der Bühne und vom Konzertpodium in Stockholm als Sprach- und Gesangpädagoge. Er starb 1969 in Täby.
Interessante Aufnahmen auf den Marken HMV, Orchestrola, Bravo und Ultraphon, zum großen Teil Ausschnitte aus seinem Operettenrepertoire.

1.1. Miklós RADNAI: 125. Geburtstag

Der Schüler von Felix Mottl, Victor von Herzfeld und Hans Koessler unterrichtete 1919-25 Harmonielehre an der Musikhochschule von Budapest und war danach bis zu seinem Tode 1935 Direktor der Budapester Oper. Neben einer Oper und zwei Ballettpantomimen komponierte er eine sinfonische Suite, die Mosaische Suite für Orchester, die Große Chorkantate Sinfonie der Ungarn sowie eine weitere Kantate.

1.1. Artur RODZINSKI: 125. Geburtstag

Er studierte Rechtswissenschaften an der Wiener Universität abgeschlossen mit dem Doktorat, gleichzeitig studierte er Musik, das Musikstudium musste er wegen des Kriegsausbruchs 1914 abbrechen. 1918–19 war er Dirigent an der Lemberger Oper, 1920–25 an der Warschauer Oper und Philharmonie. Auf Einladung von Leopold Stokowski kam er in die USA, wo er die Orchester von Philadelphia (1926–29), Los Angeles (1929–33), Cleveland (1933–43), New York (1943–47) und Chicago (1947–58) dirigierte. Er starb 1958 in Boston. Seine zweite Ehefrau, Halina Rodzińska geb. Lilpop, hinterließ eine Biografie „Our Two Lives“.

3.1. Johanna PETERS: 85. Geburtstag

Johanna PETERS

Sie erhielt ihre Ausbildung zur Sängerin in der National School of Opera London. 1958 sang sie beim Oxford University Club die Jocasta in »Oedipus Rex« von Strawinsky. 1959 begann sie ihre Bühnenkarriere, indem sie bei den Festspielen von Glyndebourne die Marcellina in »Le nozze di Figaro« sang. In dieser Rolle erschien sie auch 1962 bei den Festspielen von Glyndebourne, wo sie auch am 19.7.1970 in der Uraufführung der Oper »The Rising of the Moon« von Nicholas Maw als Witwe Sweeney mitwirkte; 1971 wiederholte sie dort diese Partie und übernahm bei den gleichen Festspielen 1977 und 1979 die Rolle der Haushälterin in »Die schweigsame Frau« von R. Strauss. 1962 hörte man sie in London als Dame Carruthers in der Gilbert & Sullivan-Operette »The Yeomen of the Guard« und beim St. Pancras Festival in der Titelrolle der Oper »Artaxerxes« von Thomas Arne. Sie konnte bald eine erfolgreiche Karriere an den großen englischen Opernbühnen zur Entwicklung bringen. So sang sie an der Sadler’s Wells Oper London und bei der Welsh Opera Cardiff. Bei der Scottish Opera Glasgow sang sie 1964-78 die Marthe im »Faust« von Gounod, die Florence Pike in »Albert Herring« von B. Britten, die Amme in »Boris Godunow«, die Grimgerde wie die Schwertleite in der »Walküre«, die Mother Goose wie die Türkenbaba in »The Rake’s Progress« von Strawinsky, die 1. Norn in der »Götterdämmerung«, die Marcellina in »Le nozze di Figaro«, die Herzogin von Plaza-Toro in »The Gondoliers« von Gilbert & Sullivan, die Mrs. Sedley in »Peter Grimes« von B. Britten und die Lucy Lockit in »The Beggar’s Opera«. Am 16.3.1974 wirkte sie dort in der Uraufführung der Oper »Catiline Conspiracy« von Iain Hamilton in der Partie der Sempronia mit. An der Covent Garden Oper London trat sie 1974-76 als Amme im »Boris Godunow« und als Annina in »La Traviata« auf. Sie gehörte jenem Kreis von englischen Sängern an, die sich in besonderer Weise mit dem Werk von Benjamin Britten befassten; so sang sie im Ensemble der English Opera Group und bei den Festspielen von Aldeburgh. Sie wirkte in Aldeburgh am 11.6.1960 in der Uraufführung der Oper »A Midsum
mer Night’s Dream« von Britten mit und trat in zahlreichen Partien in dessen Opern auf. Mit der English Opera Group gastierte sie 1960 in Amsterdam. Bei der Russland-Tournee der English Opera Group sang sie die Bianca in »The Rape of Lucretia« und die Florence Pike. Weitere Bühnenpartien der Sängerin waren die Mrs. Peachum in »The Beggar’s Opera«, die Nancy in Flotows »Martha« (Phoenix Opera, 1973), und die Margarita in »I quattro rusteghi«, die sie 1983 mit dem Ensemble der Phoenix Opera beim Cambden Festival sang. Sie wurde später eine geschätzte Gesanglehrerin. 1978-86 wirkte sie als Professorin an der Guildhall School of Music London, seit 1989 leitete sie deren Abteilung für Vokalstudien. Sie starb 2000 in London.
Schallplatten: Decca (Florence Pike in vollständiger Aufnahme von »Albert Herring« von B. Britten), Memories (»Il giovedi grasso« von Rossini).

3.1. Cornelius EBERHARDT: 85. Geburtstag

Er studierte an den Universitäten München und Hamburg, der Münchener Musikhochschule und der Accademia Musicale Chigiana in Siena. In München wurde er in dieser Zeit Mitglied der Burschenschaft Rhenania. 1956-60 war er Kapellmeister und Chordirektor an den Städtischen Bühnen Ulm, bevor er 1960-69 erster Kapellmeister am Staatstheater am Gärtnerplatz in München wurde. Während dieser Zeit lehrte er als Dozent an der Münchener Musikhochschule (1960–69), war Leiter der Symphonie-Konzerte der Münchner Philharmoniker für das Jugendkulturwerk (1960–69) und Dirigent des Orchestervereins „Wilde Gung’l“ (1965–69). Als Generalmusikdirektor in Regensburg 1969-77, Gründer der Regensburger Musikschule und seiner Tätigkeit als Honorarprofessor im Jahr 1972 initiierte er 1973 das erste „Bayerische Tonkünstlerfest“ nach dem Zweiten Weltkrieg. Für 25 Jahre (1975–2000) war er als Music Director des „Corpus Christi Symphony Orchestra“ (Texas) tätig. International war er neben der Anstellung als Music Director des „American Institute of Musical Studies“ in Dallas und Leiter des „AIMS (American Institute of Musical Studies) Festival Orchester“ in Graz (1978–2006) auch Professor an der University of Texas at Austin (1979–80 und 1984–87) sowie Gastdirigent des Niederösterreichischen Tonkünstlerorchesters, der „Rumänischen Staatsphilharmonie“ in Cluj-Napoca, des „New Jersey Symphony Orchestra“, des Staatsorchester Sao Paolo (Brasilien), des Staatsorchesters Lissabon (Portugal) sowie der Festspiele „Rumänisches Brahms Festival“ in Cluj, dem „AIMS Festival“ in  Graz, der „Gustav-Mahler-Woche“ in Toblach (Südtirol)) und des Festivals in Evian-les-Bains (Frankreich). In der Zeit seiner Tätigkeit als Professor an der Münchener Musikhochschule (1977–96) und Leiter ihrer Opernschule (1977–96) war Eberhardt auch Präsident dieser Hochschule sowie Erster Vorsitzender und ständiger Gastdirigent der Münchner Symphoniker (1996–2002). Nationale Engagements als Gastdirigent hatte er außerdem beim Berliner Symphonischen Orchester, dem Gürzenich-Orchester in Köln, der Nordwestdeutschen Philharmonie, dem Niedersächsischen Staatsorchester Oldenburg sowie der „Münchner Biennale für Neues Musiktheater“. Er starb 2011 in Oberaudorf.

3.1. Pierre DERVAUX: 100. Geburtstag

Er studierte Klavier bei Isidore Philipp und Yves Nat am Pariser Konservatorium sowie Kontrapunkt und Harmonik bei Marcel Samuel-Rousseau, Jean und Noel Gallon. 1945 gab er sein Debüt als Dirigent beim Orchestre Pasdeloup. 1947-53 war er Chefdirigent des Orchesters der Opéra-Comique und 1949-55 stellvertretender Direktor der Concerts Pasdeloup. 1956-72 war er erster Dirigent bzw. Orchesterchef der Pariser Oper. 1968-75 stand er dem Quebec Symphony Orchestra vor. 1971 wurde er künstlerischer Leiter des Orchestre national des Pays de la Loire (ONPL) und wirkte zusätzlich 1979-81 als Musikdirektor der Oper Nizza. Er war als Gastdirigent in den USA, in Asien und Europa. Uraufführungen dirigierte er u.a. von Darius Milhaud, Jean Francaix, Henry Barraud, Emmanuel Bondeville und Pierre Capdevielle. Er unterrichtete 1964-86 an der École Normale de Musique des Paris, 1965-72 am Conservatoire de musique de Montréal und 1972-81 an der Internationalen Sommerakademie in Nizza. Zu seinen Schülern gehörten u.a. Jean-Claude Casadesus, Sylvain Cambreling, Dominique Rouits, Adrian McDonnell, Georges Aperghis, Patrick Juzeau, Patrick Botti, Jean Leccia und Jean-Pierre Wallez. Er komponierte Orchester- und Kammermusik. Er starb 1992 in Marseille.

3.1. Gladys PARR: 125. Geburtstag

Sie erhielt ihre Ausbildung an der Royal Academy of Music in London. Sie durchlief eine ganz englische Karriere. Sie sang seit 1915 bei der Carl Rosa Opera Company und mit deren Ensemble 1920 an der Covent Garden Oper London die Suzuki in »Madame Butterfly«, den Siebel im »Faust« von Gounod und den Nicklausse in »Hoffmanns Erzählungen«. 1921-28 trat sie bei der British National Opera Company auf. Sie hatte große Erfolge bei ihren Auftritten an der Covent Garden Oper, u.a. 1930 als Magdalene in »Die Meistersinger von Nürnberg« unter Bruno Walter und 1932 in der gleichen Partie, die als ihre Glanzrolle galt, unter Sir Thomas Beecham. 1933 sang sie an der Covent Garden Oper die Annina im »Rosenkavalier«, 1934 in der englischen Erstaufführung der Oper »Arabella« von R. Strauss die Rolle der Kartenaufschlägerin. 1935-36 hörte man sie bei der Sadler’s Wells Opera London (u.a. als Mrs. Quickly im »Falstaff« von Verdi). Nach dem Zweiten Weltkrieg war sie innerhalb der von Benjamin Britten gegründeten English Opera Group tätig; mit diesem Ensemble kreierte sie bei den Festspielen von Glyndebourne am 20.6.1947 die Miss Pike in der Uraufführung von Brittens »Albert Herring«, beim Aldeburgh Festival am 14.6.1949 die Mrs. Baggott in Brittens »The Little Sweep« (»Let’s make an Opera«) in der Jubilee Hall in Aldeburgh, 1958 in der Orford Parish Church die Mrs Noah in »Noyes Fludde« vom gleichen Komponisten. Weitere Rollen in ihrem Repertoire, die sie vor allem während ihres Engagements bei der Carl Rosa Opera Company sang, waren u.a. der Frédéric in »Mignon« von A. Thomas, Antonias Mutter in »Hoffmanns Erzählungen«, die Ortrud im »Lohengrin«, die Azucena im »Troubadour«, die Carmen, die Königin der Zigeuner in »The Bohemian Girl« von M- Balfe, der Cherubino wie die Marcellina in »Figaros Hochzeit«, die Dalila in »Samson et Dalila« von Saint-Saens, die Berta im »Barbier von Sevilla«, die Flosshilde in der »Götterdämmerung«, der Orlofsky in der »Fledermaus«, die Hata in Smetanas »Die verkaufte Braut«, die Maddalena im »Falstaff« und die Frau Reich in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor«. Später war sie pädagogisch tätig. Sie starb 1988 in London. Mit der berühmten englischen Sopranistin Eva Turner war sie durch eine lebenslängliche Freundschaft verbunden.
Schallplatten: HMV, darunter eine bekannte Aufnahme des »Meistersinger«-Quintetts zusammen mit Elisabeth Schumann, Lauritz Melchior, Friedrich Schorr und Ben Williams.

4.1. Gašper DERMOTA: 100. Geburtstag

Gašper Dermota

Er war der jüngere Bruder des berühmten Tenors Anton Dermota (1910-89), der vor allem an der Wiener Staatsoper eine große Karriere hatte. (Ein weiterer Bruder Leo Cordes-Dermota debütierte 1942 am Landestheater von Salzburg, dem er bis 1950 angehörte, war dann am Theater von Würzburg engagiert und trat bei den Salzburger Festspielen 1949 in einem Konzert, 1951 als Arbace in Mozarts »Idomeneo« und als Solist in der C-Moll-Messe von Mozart auf). Gasper Dermota erhielt seine Ausbildung am Konservatorium von Ljubljana (Laibach) und debütierte 1952 am dortigen Slowenischen Nationaltheater. Seitdem blieb er für viele Jahre Mitglied dieses Hauses, an dem er in Partien wie dem Herzog im »Rigoletto«, dem Nemorino in »
L’Elisir d’amore«, dem Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, dem Lenski im »Eugen Onegin«, dem Hans in Smetanas »Die verkaufte Braut« und dem Titelhelden in »Werther« von Massenet gehört wurde. Erfolgreiche Gastspiel- und Konzertauftritte in Jugoslawien. Er starb 1969 in Medno bei Lubljana.

4.1. Antonio Maria MAZZONI: 300. Geburtstag

Er stammte aus einfachen Verhältnissen. Er studierte in seiner Geburtsstadt Bologna Musik und erhielt eine Ausbildung als Sänger. Er machte sich als Opernkomponist einen Namen und wurde Mitglied der Accademia Filarmonica. Er lebte in der Folge als Kapellmeister in Bologna, unternahm aber auch immer wieder Reisen ins Ausland, wo seine Opern mit Erfolg aufgeführt wurden. So wirkte er am Hof von Lissabon, wo am Teatro do Tejo zwei seiner Bühnenwerke erfolgreich waren. Als Flüchtling vor den Folgen des Erdbebens vom 1. November 1755 kam er nach Madrid, wo er für den spanischen Hof komponierte. Der Hofoperndirektor Carlo Broschi (Farinelli) beauftragte ihn mit der Vertonung des Textbuches Il re pastore von Pietro Metastasio, das als Aminta 1756 erfolgreich aufgeführt wurde. Im Anschluss an seinen Aufenthalt in Madrid ging er für ein Engagement nach Sankt Petersburg, Bologna blieb jedoch sein Lebensmittelpunkt. Er gehörte in seiner Geburtsstadt zu den anerkannten Musikerpersönlichkeiten. Er starb 1785 in Bologna. Neben seinen Opern sind von ihm zahlreiche Solfeggien, Skizzen zu Opern und Oratorien überliefert. Er schrieb in einem eingängigen, leicht fasslichen Stil.

5.1. Franco GHITTI: 85. Geburtstag

Franco GHITTI als Rodolfo an der MET
Als Rodolfo an der Met

Er war zunächst als Angestellter bei der italienischen Eisenbahn beschäftigt, ließ dann aber seine Stimme durch die Pädagogen Giovanni Inghilleri, Gennaro Barra Caracciolo, Vladimiro Badiali und Domenico Malatesta ausbilden. Gewinner des Gesangwettbewerbs von Spoleto 1959, worauf im gleichen Jahr sein Bühnendebüt im Rahmen des Spoleto Festivals als Faust von Gounod stattfand. Er gastierte von seinem Wohnsitz Brescia aus an den großen italienischen Bühnen (Bologna, Genua, Neapel, Rom, Venedig, Turin, Triest) wie auch im Ausland. Dort erschien er an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an den Opern von Marseille, Toulouse und Genf (1962 als Edgardo in »Lucia di Lammermoor«) und an Theatern in Westdeutschland. An der Metropolitan Oper New York sang er 1964 den Beppe im »Bajazzo« (seine Antrittsrolle), den Malcolm in Verdis »Macbeth«, den Rodolfo in »La Bohème« und den Don Ottavio im »Don Giovanni« in insgesamt 18 Vorstellungen. 1967 sang er beim Opernfestival von Bergamo in der Uraufführung der Oper »Pozzo e il pendolo« von Bettinelli. 1971 gastierte er an der Oper von Antwerpen, an den italienischen Opernhäusern bis gegen Ende der siebziger Jahre (u.a. in Bergamo und in Treviso). Sein Repertoire enthielt vor allem die klassischen lyrischen Tenorpartien der italienischen Oper, doch galt er auch als bedeutender Interpret moderner Opernwerke. Bühnenrollen: Herzog in »Rigoletto«, Alfredo in »La Traviata«, Pinkerton in »Madame Butterfly«, Maurizio in »Adriana Lecouvreur« von Cilea, Titelrolle in »L’Amico Fritz« von Mascagni. Er starb 2007 in Iseo.
Schallplatten der Marke Arcophon, auf Mixtur in der vollständigen Oper »Euridice« von Jacopo Peri zu hören.

5.1. Sonja DRAKSLER: 90. Geburtstag

Sonja DRAKSLER

Gesangstudium an der Musikakademie von Ljubljana. 1947 begann sie ihre Karriere am Slowenischen Rundfunk (Radio Ljubljana), 1948-49 sang sie als Solistin mit der Slowenischen Philharmonie in Ljubljana. 1951 erfolgte ihr Bühnendebüt an der Nationaloper von Ljubljana (Laibach), an der sie bis 1955 blieb. 1955 wurde sie an die Wiener Volksoper verpflichtet (Antrittsrolle: Fenena in Verdis »Nabucco«). Hier entfaltete sie eine langjährige, sehr erfolgreiche Karriere. Sie sang hier u.a. die Suzuki in »Madame Butterfly«, die Czipra im »Zigeunerbaron«, die Maddalena im »Rigoletto«,  die Jezibaba in »Rusalka« von Dvorák, die Frau Reich in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor«, die Azucena im »Troubadour«, die Försterin in Janáceks »Das schlaue Füchslein«, die Brigitta in Korngolds »Die tote Stadt«, die Magdalena in Kienzls »Der Evangelimann« und die Zulma in Rossinis »Die Italienerin in Algier«. Gastspiele und Konzerte brachten ihr anhaltende Erfolge. 1957 wirkte sie bei den Festspielen von Salzburg in der Oper »Elektra« von R. Strauss als 2. Magd mit. Bei den Bregenzer Festspiele sang sie 1958 die Katinka in Smetanas »Die verkaufte Braut« und 1960 die Bostana im »Barbier von Bagdad« von P. Cornelius. 1963-66 sang sie beim Festival von Aix-en-Provence u.a. die Dryade in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss und die 3. Dame in der »Zauberflöte«. Auch an der Wiener Staatsoper war sie mehrfach zu Gast (1968-73 Stimme der Mutter in »Hoffmanns Erzählungen«, 2. Dame in der »Zauberflöte«, Suzuki, Schwertleite in der »Walküre«, Mamma Lucia in »Cavalleria rusticana«, Rosette in »Manon« von Massenet und 2. Norn in der »Götterdämmerung« in insgesamt 15 Vorstellungen). In ihrem Repertoire befanden sich auch die Carmen, die Pauline in »Pique Dame« von Tschaikowsky und die Nancy in »Martha«. Die Künstlerin, die mit einem Arzt verheiratet war, nahm 1973 an der Wiener Volksoper ihren Abschied von der Bühne und lebte seitdem in Klagenfurt, wo sie 2016 starb.
Zahlreiche Aufnahmen auf Eurodisc (»Carmen«, »Hoffmanns Erzählungen«, »Der Troubadour«, »Rigoletto«), MMS, Philips, Concert Hall. Auf Cetra singt sie eine kleine Partie in einer Salzburger »Elektra«-Aufführung von 1957.

5.1. Erich KUCHAR: 90. Geburtstag

Erich-KUCHAR

Er begann seine Sängerlaufbahn als Altsolist bei den Wiener Sängerknaben. Außerdem wirkte er als Kinderschauspieler in mehreren Filmen mit, u. a. als Sohn von Käthe Dorsch in »Mutterliebe«. Nach dem Studium an der Wiener Musikakademie wurde er 1952 als Erster Tenor an das Salzburger Landestheater engagiert; 1954 folgte ein Engagement an das Gärtnerplatztheater in München. Von 1956 bis zu seiner Pensionierung 1987 war Erich Kuchar als Solosänger an der Wiener Volksoper tätig. Er hat am Haus an die 40 Fachpartien gesungen. Sein Debüt an der Volksoper gab er am 25. April 1956 als Adam in Carl Zellers »Der Vogelhändler«. Im Opernfach war er u. a. als Peter Iwanow in Albert Lortzings »Zar und Zimmermann«, als Fuchs in Leoš Janáčeks »Das schlaue Füchslein« und als Wenzel in Bedřich Smetanas »Die verkaufte Braut« zu erleben. In der klassischen Operette eroberte sich Erich Kuchar binnen kürzester Zeit einen ersten Platz als Operettenbuffo. Er war der Buffo schlechthin, ideal, was Stimme, Charme und unaufdringliche Komik betrifft, eine „männliche Volksopernperle“, wie ihn Fritz Walden einmal bezeichnete. Er begeisterte u. a. als Josef in Johann Strauß’ »Wiener Blut«, Paul in Richard Heubergers »Der Opernball«, Boni in Emmerich Kálmáns »Die Csárdásfürstin«, Koloman Zsupán in »Gräfin Mariza«, Gustl in Franz Lehárs »Das Land des Lächelns«, Armand Brissard in »Der Graf von Luxemburg« und Montschi in Oscar Straus’ »Ein Walzertraum«. Der Publikumsliebling spielte auch Orlofsky und Eisenstein in Johann Strauß’ »Die Fledermaus« und die Girardi-Rolle des Franz Ratz in »Der Fremdenführer« von Carl Michael Ziehrer. Unter seinen weiteren Partien fanden sich u.a. der Jan in Millöckers »Der Bettelstudent« und den Rossillon in Lehár
s »Die lustige Witwe«. 1964 sang er in der Uraufführung von Robert Stolz’ Operette »Frühjahrsparade« die Partie des Korporals Willi Sedlmayer. Erich Kuchar war in unzähligen Operettenaufführungen ein kongenialer Partner von Guggi Löwinger, Helga Papouschek und Peter Minich. Erich Kuchar wurde 1974 der Titel „Kammersänger“ verliehen; 1984 wurde er zum Ehrenmitglied der Volksoper ernannt. Er starb 2015 in Wien.
Schallplattenaufnahmen auf Amadeo, Eurodisc, HMV, Decca (hier Dr. Blind in der »Fledermaus«).

5.1. Wieland WAGNER: 100. Geburtstag

Er war das erstgeborene Kind des Komponisten Siegfried Wagner, Sohn Richard Wagners, und dessen Frau Winifred (geb. Williams). Er wurde als Maler und Fotograf ausgebildet und war schon in jungen Jahren für die Bühnenbilder der Bayreuther Festspiele verantwortlich. Er heiratete am 12. September 1941 Gertrud Reissinger (1916-98), eine einstige Klassenkameradin, mit der er bereits seit Schülertagen befreundet war. Aus dieser Ehe gingen die Kinder Iris Wagner (1942–2014), Wolf Siegfried Wagner (* 1943), Nike Wagner (* 1945) und Daphne Wagner (* 1946) hervor. Er starb 1966 in München. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Bayreuther Stadtfriedhof in der Wagnerschen Familiengruft, in der auch seine Eltern, seine Frau, seine Schwägerin Gudrun Wagner und die Urne seines Bruders Wolfgang Wagner beigesetzt wurden.
Wieland Wagner gehörte bereits 1933 der Hitlerjugend an. 1937 schuf er Bühnenbilder zum Bühnenweihspiel Parsifal. Joseph Goebbels notierte dazu am 24. Juli in sein Tagebuch: „Stark dilettantenhaft.“ 1938 trat Wieland Wagner in die NSDAP ein (Nr. 6078301). Adolf Hitler persönlich befreite ihn von jeglichem Kriegsdienst. Seinen Zugang zum „Führer“ nutzte Wieland Wagner im Bayreuther Machtkampf (gegen seine Mutter, gegen den künstlerischen Leiter Heinz Tietjen und den Bühnenbildner Emil Preetorius). Während der sogenannten „Kriegsfestspiele“ 1943/44 erstellte er die Bühnendekoration zu Die Meistersingern von Nürnberg, der einzigen damals in Bayreuth aufgeführten Wagner-Oper (Zitat Programmheft: „Auf der Festwiese wirken außer dem Festspielchor Hitlerjugend, BDM und Männer der SS-Standarte Wiking mit.“) Zuvor hatte er 1943 im Landestheater Altenburg erstmals den Ring inszeniert. Von September 1944 bis April 1945 leistete Wieland Wagner Kriegsdienst am „Institut für physikalische Forschung“ im KZ-Außenlager Bayreuth, wo viele Häftlinge aus dem KZ Flossenbürg zur Herstellung von Steuerungssystemen für Raketen zur Zwangsarbeit verpflichtet waren. Er war hier stellvertretender ziviler Leiter des Außenlagers Bayreuth. Am 8. April setzte er sich nach Nußdorf am Bodensee ab. Wieland Wagner blieb nach Kriegsende in der französischen Besatzungszone. Er tat dies vermutlich, um sich einem strengeren Entnazifizierungsverfahren zu entziehen. Erst am 13. November 1948 kam er zurück und stellte sich dem Entnazifizierungsverfahren. Hierbei verschwieg er sowohl seine Tätigkeit im Konzentrationslager als auch seine durchaus engen Bindungen zu Adolf Hitler, den er noch im Dezember 1944 in der Reichskanzlei zu Berlin aufgesucht hatte. Er wurde auch dadurch als Mitläufer klassifiziert.
Wieland Wagner wandte sich nach dem Krieg vollkommen von der „braunen“ Vergangenheit ab und wurde zu einem innovativen, Traditionsbrüche nicht scheuenden und bisweilen auch bewusst provozierenden Regisseur und Bühnenbildner. Seit dem Neuanfang 1951 war er künstlerischer Leiter der Bayreuther Festspiele, während sein Bruder Wolfgang die kaufmännische Leitung hatte. Zu seinem besonderen Inszenierungsstil fand er nicht zuletzt durch die Mitarbeit seiner Frau Gertrud Wagner, einer Tänzerin und Choreografin. Als bekanntester Regisseur des „Neuen Bayreuth“ verzichtete Wieland in seinen Inszenierungen auf einen detaillierten Naturalismus. Durch Abstraktionen und eine suggestive Lichtregie blieb die Musik im Vordergrund. Das Bühnengeschehen wurde expressiv verdichtet und nur durch äußerst zurückgenommene stilisierte und bedeutungsstarke Gesten und Bewegungen unterstrichen. Sein Bayreuther Inszenierungsstil wurde zum vielfach kopierten Modell für Operninszenierungen bis in die 1970er-Jahre. Wieland Wagner gelang es, die besten Sänger und Dirigenten seiner Zeit für seine Arbeiten zu gewinnen. Zu seinen wichtigsten Entdeckungen gehört die Sopranistin Anja Silja, mit der ihn auch eine persönliche Beziehung verband. Außer den Werken seines Großvaters inszenierte er Opern von Christoph Willibald Gluck (Orfeo ed Euridice), Ludwig van Beethoven (Fidelio), Giuseppe Verdi (Aida, Otello), Georges Bizet (Carmen), Richard Strauss (Salome, Elektra), Alban Berg (Wozzeck, Lulu) und Carl Orff (Antigonae, Comoedia de Christi Resurrectione). Gast-Engagements führten ihn dabei nach Stuttgart, Hamburg, Berlin, München, Köln, Frankfurt, Wien, Neapel, Venedig, Turin, Mailand, Rom, Brüssel, Barcelona, Lausanne, Genf, Paris, Amsterdam, Kopenhagen, London und Edinburgh. In seinen letzten Inszenierungen hatte sich Wieland Wagner wieder mehr dem gegenständlichen Gestaltungsmodell zugewandt. Seit seinem frühen Tod im Oktober 1966 leitete sein Bruder Wolfgang bis 2008 in alleiniger Verantwortung die Bayreuther Festspiele. Rekonstruierte Inszenierungen von Wieland Wagner wurden später unter anderem in der Metropolitan Opera New York, der San Francisco Opera, dem Sydney Opera House und in Osaka gezeigt.
Mit Stadtratsbeschluss vom 26. Oktober 1966 wurde die Fortsetzung der Richard-Wagner-Straße außerhalb des Stadtkernrings in Bayreuth bis zur Einmündung der Königsallee in Wieland-Wagner-Straße benannt. Die geplante Gedenkveranstaltung zu seinem 50. Todestag, zuletzt in Form eines Podiumsgesprächs im Haus Wahnfried, wurde auf Anweisung des städtischen Kulturreferats abgesagt. Dies sei auf Wunsch der Familie geschehen.

5.1. Gaston MICHELETTI: 125. Geburtstag

Er studierte am Conservatoire National de Paris bei Melchissédec und Isnardon. Debüt 1922 am Opernhaus von Reims als Faust von Gounod. Er sang nach seinem Debüt zuerst in der französischen Provinz, u.a. in Biarritz als Pelléas in »Pelléas et Mélisande« und am Opernhaus von Lille als Walther von Stolzing in »Die Meistersinger von Nürnberg«. 1925 wurde er an die Opéra-Comique Paris verpflichtet, wo er als Antrittsrolle den des Grieux in Massenets »Manon« sang. Er blieb für die folgenden zwanzig Jahre einer der prominentesten Sänger dieses Hauses. Er sang 1927 an der Opéra-Comique den Hoffmann in der 500. Aufführung von »Hoffmanns Erzählungen«, 1930 den Don José in der 1000. Aufführung von »Carmen« als Partner von Conchita Supervia, 1934 den des Grieux in der Jubiläumsaufführung von Massenets »Manon«. Er wirkte an der Opéra-Comique in mehreren Opern-Uraufführungen mit, darunter »Angelo, Tyran de Padoue« von Bruneau (1928), »Le Joueur de Viole« von Laparra (1926), »Le Chevalier de Mauléon« von Fournier und »Savati le terrible« von Francis Bousquet (1928). Er gastierte 1936 am Théâtre de la Monnaie in Brüssel, 1938 an der Oper von Rio de Janeiro (als des Grieux in Massenets »Manon«), 1945 am Grand Théâtre Genf. Er gastierte auch in Nizza und Monte Carlo, doch blieb die Opéra-Comique seine eigentliche künstlerische Heimat. In seinem Repertoire für die Bühne fanden sich Partien wie der Werther von Massenet, der Gérald in »Lakmé« von Delibes, der Mylio in »Le Roi d’Ys« von Lalo, der Roméo in Gounods »Roméo et Juliette«, der Paco in »La vida breve« von M. de Falla, der Dimitri in »Risurrezione« von Alfano, der Rodolfo in »La Bohème«, der Pinkerton in »Madame Butterfly« und der Canio im »Bajazzo«. 1946 gab er seine Karriere auf und lebte zuerst als Pädagoge in Paris, dann in Ajaccio, wo er 1959 starb.
Sehr viele Schallplattenaufnahmen auf Odeon. Auf ihnen zeigt sich eine strahlende, ausdrucksvolle Tenorstimme, die zu den schönsten innerhalb seiner Generation in Frankreich gehörte.

6.1. Andrej KUCHARSKÝ: 85. Geburtstag

Andrej Kuicharsky

Er begann das Studium der Veterinärmedizin an der Universität von Bratislava (Preßburg). Nachdem man auf seine schöne Stimme aufmerksam geworden war, studierte er in seiner Heimat bei Emmerich von Godin, dann bei Tito Schipa in Italien. Preisträger bei den internationalen Gesangwettbewerben von Prag (1954), Warschau (1955), Genf (1956) und Moskau (1957); Sieger im Tschaikowsky-Concours 1961 in Moskau. Bühnendebüt 1956 am Nationaltheater von Bratislava als Lenski im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky, der eine seiner Glanzrollen blieb. Er blieb Mitglied dieses Hauses und gastierte regelmäßig am Nationaltheater Prag. Er gastierte am Bolschoi Theater Moskau, in Leningrad, Kiew, Belgrad, Sofia, Lodz, Warschau und Budapest. Große Erfolge hatte er in Westdeutschland, wo er an der Deutschen Oper Berlin, an den Staatsopern von Hamburg und Stuttgart, an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an den Opernhäusern von Frankfurt a.M. und Köln, in Kassel und Mannheim als Gast auftrat. Er war 1965-67 am Landestheater Salzburg, 1965-67 am Opernhaus von Nürnberg und 1966-77 am Opernhaus von Dortmund engagiert, 1967-71 auch an der Staatsoper von München und 1975-81 am dortigen Gärtnerplatztheater, 1980-82 am Theater von Mainz. 1974 sang er bei den Festspielen von Bregenz den Don José in »Carmen«, 1977 an der Wiener Volksoper den Pedro im »Tiefland« von d’Albert, 1978 an der Wiener Staatsoper den Dimitrij im »Boris Godunow«. Er gastierte auch am Teatro Liceu Barcelona, in Basel und Genf. Sein großes Bühnenrepertoire umfasste lyrische wie heldische Partien, vor allem aus der italienischen wie der slawischen Opernliteratur: der Admète in »Alceste« von Gluck, der Idomeneo von Mozart, der Tamino in der »Zauberflöte«, der Don Ottavio im »Don Giovanni«, der Max im »Freischütz«, der Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla«, der Herzog im »Rigoletto«, der Titelheld in Verdis »Macbeth«, der Arrigo in der »Sizilianischen Vesper« und der Otello von Verdi, der Radames in »Aida«, der Turiddu in »Cavalleria rusticana«, der Rodolfo in »La Bohème«, der Cavaradossi in »Tosca«, der Kalaf in Puccinis »Turandot«, der Canio im »Bajazzo«, der Faust von Gounod, der Lorenzo in »Fra Diavolo« von Auber und der Pelléas in »Pelléas et Mélisande«. Er starb 2010 in Oberhaching.
Schallplatten: Opus (Opern-Arien), Supraphon-Aufnahmen.

6.1. David OHANESIAN: 90. Geburtstag

Schüler von Aurel Costescu-Duca am Konservatorium von Bukarest. Er begann seine Bühnenlaufbahn 1950 an der Oper von Cluj (Klausenburg) als Tonio im »Bajazzo«. 1952 wurde er an die Nationaloper Bukarest berufen. Als beliebtes Ensemblemitglied dieses Hauses wirkte er länger als 25 Jahre in der rumänischen Metropole. Er war 1968-76 durch einen Gastspielvertrag der Hamburger Staatsoper verbunden. 1970-75 gastierte er in insgesamt 13 Vorstellungen an der Wiener Staatsoper (als Alfio in »Cavalleria rusticana«, als Tonio, als Amonasro in »Aida«, als Scarpia in »Tosca« und als Escamillo in »Carmen«). Erfolgreiche Gastspiele in aller Welt; so war er zu Gast an der Deutschen Oper Berlin, an den Opernhäusern von Karlsruhe, München, Kassel und an der Berliner Staatsoper, am Nationaltheater von Prag, in Lyon, Paris, Rouen, Toulouse und Lüttich sowie bei den Festspielen von Orange. Weitere Gastspiele in Stockholm, am Bolschoi Theater Moskau, in Leningrad, Tiflis, Barcelona, Warschau, Budapest und Tel Aviv. Seine weiteren Bühnenrollen waren der Rigoletto, der Jago in Verdis »Otello«, der Graf Luna im »Troubadour«, der Figaro im »Barbier von Sevilla«, der Telramund im »Lohengrin«, die Titelrollen im »Boris Godunow« und in »Mazeppa« von Tschaikowsky. Neben der Kraft und der Tonfülle seiner Stimme bewunderte man die erregende Dramatik seines Vortrages auf der Bühne wie auf dem Konzertpodium. Er veröffentlichte »Passion of Music« (Bukarest, 1986). Er starb 2007 in Bukarest.
Schallplatten der rumänischen Marke Electrecord (»Cavalleria rusticana«, »Oedipus« von Enescu). Auf Legendary Recordings sang er den Telramund im »Lohengrin«.

6.1. Jacques URLUS: 150. Geburtstag

Jacques URLUS

Sohn holländischer Eltern; er verlebte seine Jugend in Tilburg und Utrecht und war zunächst als Metallarbeiter in einer Fabrik in Utrecht beschäftigt. Nach der Entdeckung seiner Stimme studierte er bei Hugo Nolthenius, Antoon Averkamp und Cornélie van Zanten in Amsterdam. 1887 trat er erstmals in einem Konzert in Utrecht auf. 1894 erfolgte sein Bühnendebüt an der damaligen Niederländischen Oper in Amsterdam als Beppe in »Bajazzo«. Seinen ersten großen Erfolg hatte er in Amsterdam in der Titelrolle der Oper »Joseph« von Méhul. 1898 ging er zum Studium des Wagnerstils zu Julius Kniese nach Bayreuth. Nach fünfjähriger Tätigkeit in Amsterdam wurde er 1900 als erster Tenor an das Opernhaus von Leipzig verpflichtet, dem er bis 1914 angehörte. In Leipzig wurde er rasch bekannt; man bewunderte ihn vor allem als hervorragenden Wagner-Interpreten. Er wirkte hier auch in den Uraufführungen der Opern »Orestes« von F. Weingartner (1902) und »Strandrecht« (»The Wreckers«) von Mrs. Ethel Smith (11.11.1906) mit und in der deutschen Erstaufführung von Stanfords »Viel Lärm um nichts«. In den Jahren 1910-14 sang er alljährlich Wagner-Heroen an der Londoner Covent Garden Oper. Er debütierte an diesem Haus 1910 als Tristan unter Sir Thomas Beecham. Seit 1910 zahlreiche Gastspiele an der Dresdner Hofoper, 1901-10 auch an der Berliner Hofoper, 1908-10 an der Hofoper von München, 1908-09 an der Hofoper von Wien (als Tannhäuser, als Tristan, als Radames in »Aida« und als Walther von Stolzing in »Die Meistersinger von Nürnberg«). Bei den Bayreuther Festspielen 1911-12 bewunderte man seinen Siegmund in der »Walküre«. 1912 sang er an der Oper von Boston. 1913 wurde er an die Metropolitan Oper New York berufen (Antrittsrolle: Tristan). Bis 1917 blieb er der erste Wagner-Tenor dieses Opernhauses, wo er sehr große Erfolge hatte (als Siegfried und Siegmund im Nibelungenring, als Tannhäuser, als Lohengrin, als Walther von Stolzing, als Tamino in der »Zauberflöte«, als Florestan im »Fidelio« und als Parsifal in insgesamt 130 Vorstellungen). Danach nahm er kein festes Engagement mehr an, sondern lebte in seiner holländischen Heimat und ging einer weltweiten Gastspiel- und Konzerttätigkeit nach. Mehrere Nordamerika-Tourneen nahmen einen glänzenden Verlauf; bei Gastspielen feierte man ihn an den großen Opernhäusern in Deutschland, Österreich, Frankreich und in den skandinavischen Ländern (Stockholm 1918-20), namentlich aber in Amsterdam (bei den Aufführungen des Wagner-Vereins), Antwerpen und Brüssel. In Brüssel trat er 1925-30 in seinen Wagner-Partien, vor allem als Siegfried, aber auch als Samson in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns, auf. 1922-23 bereiste er mit der German Opera die USA. 1922-25 ständiger Gast an der Berliner Volksoper, 1926-27 an der Staatsoper Berlin. 1924 Gastspiel an der Covent Garden Oper London, 1925 bei den Festspielen von Zoppot. Im Konzertsaal schätzte man ihn vor allem als Solisten in Gustav Mahlers »Lied von der Erde«. In dieser Partie gastierte er auch 1928 bei den Festspielen von Salzburg. 1929 gastiete er nochmals an der Wiener Staatsoper, diesmal als Jean de Leyden in Meyerbeers »Der Prophet« und als  Herodes in »Salome« von R. Strauss. 1930 sang er mit dem Opernensemble Ko-operatie Den Haag an der Grand Opéra Paris den Tristan. Die Schönheit seiner Stimme blieb sehr lange bestehen; noch mit 65 Jahren hat er 1932 in Amsterdam, 1933 in Hannover den Tristan gesungen. Er starb 1935 in Noordwijk (Holland). Seine Selbstbiographie erschien unter dem Titel »Mijn loopbaan« (Amsterdam, 1929). – In seiner
Stimme verbanden sich dramatische Aussagekraft und musikalische Schönheit in einer für einen Wagner-Tenor seltenen Vollendung. Neben den großen Wagner-Partien zeichnete er sich als Raoul in Meyerbeers »Hugenotten«, als Faust von Gounod, als Don José in »Carmen« und als Otello aus.
Lit: O. Spengler. Jacques Urlus (New York, 1917); Leo Riemens: Jacques Urlus (in »Gramophone«, 1937-38).
Seine ältesten Schallplattenaufnahmen kamen 1901 auf Pathé heraus; es folgten akustische Aufnahmen auf Columbia, Grammophone, Edison, HMV (1907-12) und Odeon (1924-27); auf Odeon auch die einzige elektrische Aufnahme des Sängers mit der Gralserzählung aus »Lohengrin« und einer Arie aus »Le Cid« von Massenet.

7.1. Renato SASSOLA: 90. Geburtstag

Renato_Sassola,

Seine Ausbildung erhielt er durch die Pädagogen Hina Spani, Felipe Romito, Juan Martini und Ferruccio Calusio in seiner argentinischen Heimat. 1951 erfolgte sein Debüt am Teatro Colón von Buenos Aires in der Rolle des Rodolfo in Puccinis »La Bohème«. Seither wirkte er über zwanzig Jahre als erster lyrischer Tenor an diesem bedeutendsten Opernhaus in Südamerika, wo er überaus beliebt war. 1956 sang er hier auch in der Uraufführung der Oper »Bodas de sangre« von Castro. Als Gast erschien er an den Opern von Rio de Janeiro und Mexico City sowie in Washington. Auf der Bühne meisterte der Künstler ein umfassendes Repertoire, das an erster Stelle Partien aus der italienischen Belcanto-Epoche, von Gounod, Mozart, Massenet, Verdi, Puccini, aber auch von Strawinsky, Menotti und R. Strauss enthielt. Auf der Bühne als Darsteller geschätzt; er trat dazu auch als Konzert-Tenor in Erscheinung. Er starb 2013 in Buenos Aires.
Aufnahmen auf Odeon.

7.1. Ulysses KAY: 100. Geburtstag

Er lernte in seiner Schulzeit auf Anregung seines Onkels, des Jazz-Kornettisten Joe King Oliver, bei William A. Ferguson Klavier, außerdem auch Violine und Saxophon zu spielen. Während seiner Highschool-Zeit spielte er in einer Marching Band, sang in einem  Glee Club und spielte Saxophon in Jazzbands. Bis 1938 studierte er an der Musikschule der University of Arizona Klavier bei Julia Rebeil und Musiktheorie bei John L. Lowell. Danach studierte er an der Eastman School of Music in Rochester Komposition bei Bernard Rogers und Howard Hanson und lernte die Sänger Irma Allen, Raymond Morris, Kenneth Spencer und William Warfield, die Komponisten Mark Fax und Thomas Kerr und den Jazzmusiker Jimmy Rushing kennen. 1941 traf er am Berkshire Music Center Paul Hindemith, bei dem er bis 1942 an der Yale University studierte. Bis 1946 war Kay als Mitglied der US Navy in Quonset Point, Rhode Island, stationiert, wo er in der Navy Band Flöte, Saxophon und Piccoloflöte spielte. 1947 studierte er bei Otto Luening an der Columbia University, ab 1949 an der American Academy in Rom. 1953-68 war er Mitarbeiter der BMI. 1958 bereiste er als Mitglied der amerikanischen Delegation im Rahmen eines Kulturaustausches die Sowjetunion. 1965 erhielt Kay eine Gastprofessur an der Boston University, 1966-67 war er Gastprofessor an der University of California. 1968 ernannte ihn das Herbert H. Lehman College der City University of New York zum Distinguished Professor of Music; diese Position hatte er bis 1988 inne. Kay komponierte etwa 140 Werke, darunter fünf Opern, Orchesterwerke, Vokal- und Kammermusik, Klavier- und Orgelstücke, Lieder und Filmmusiken. Er starb 1995 in Englewood (New Jersey).

8.1. Bruno TOMASELLI: 85. Geburtstag

Bruno TOMASELLI

Er ergriff zunächst das Studium der Ingenieurwissenschaft, ließ dann aber seine Stimme in Buenos Aires durch die Pädagogen Alfredo Barsanti, Thea Vitulli, Mauricio Sorin und Enrique Ricci ausbilden. Er debütierte 1965 am Teatro Colón von Buenos Aires als Falke in der »Fledermaus« von Johann Strauß. Seitdem Mitglied dieses Opernhauses, an dem er sehr beliebt war. Er trat hier in einem nahezu unerschöpflichen Rollenrepertoire auf, das vor allem im italienischen Stimmfach seine Höhepunkte hatte. Gastspiele an argentinischen Operntheatern, an der Oper von Rio de Janeiro und in Washington. 1969 wirkte er am Teatro Colón in der Uraufführung der Oper »Voz de silencio« von Perusso mit. Große Verdienste im Konzert- und Oratoriengesang. Er starb 2007 in Buenos Aires.
Argentinische Schallplattenaufnahmen.

8.1. Mario ZANASI: 90. Geburtstag

Mario ZANASI und Antonietta STELLA in Madame Butterfly an der MET
Mario Zanasi mit Antonietta Stella in Madama Butterfly

Er studierte sechs Jahre hindurch am Conservatorio Martini von Bologna. 1952 gewann er den Gesangwettbewerb der Coca-Cola und der Metro-Goldwyn-Mayer Gesellschaft unter 4000 Bewerbern. Mit der damit verbundenen Geldsumme setzte er seine Ausbildung in der Opernschule der Mailänder Scala fort. 1953 sang er am Teatro Comunale Florenz den Monterone im »Rigoletto«, 1954 am Stadttheater von Cesena den Heerrufer im »Lohengrin«. Er gastierte dann auch an italienischen Opernbühnen, in Portugal, Frankreich, Belgien und Deutschland. In den Jahren 1957-58, 1961-64 und 1968-72 war er häufig in der Arena von Verona anzutreffen, wo er u.a. 1961 und 1972 den Amonasro in »Aida« sang. 1958 hatte er große Erfolge bei einem Gastspiel an der Londoner Covent Garden Oper. 1958 folgte er einem Ruf an die Metropolitan Oper New York; seine Antrittsrolle an diesem Opernhaus war der Germont-père in »La Traviata«. Für drei Spielzeiten blieb er an diesem Haus engagiert und sang in insgesamt 69 Vorstellungen auch den Sharpless in »Madame Butterfly«, den Escamillo in »Carmen«, den Marcello in »La Bohème«, den Enrico in »Lucia di Lammermoor«, den Amonasro, den Alfio in »Cavalleria rusticana« und den Scarpia in »Tosca«. 1959 sang er bei den Zürcher Festwochen den Enrico. An der Oper von San Francisco gastierte er 1959- 60 als Escamillo, Marcello, Sharpless, Jago in Verdis »Otello«, Amonasro und Scarpia. Weitere Gastspiele erfolgten an der Staatsoper von Wien (1963 als Scarpia), an der Pariser Grand Opéra, an den Opernhäusern von Chicago, Dallas, Miami, Montreal und Zürich, bei den Festspielen von Edinburgh und in den Thermen des Caracalla in Rom. Er starb 2000 in Pianoro.
Schallplatten: Decca (zumeist kleinere Partien in Opernaufnahmen); Cetra (»Giulietta e Romeo« von Zandonai), MRF (»Madame Sans-Gêne« von Giordano), ANNA-Records (Sharpless in »Madame Butterfly«), Melodram (»La Traviata«), Opera Rara (»Maria di Rohan« von Donizetti), Mondo Musica (Barnaba in »La Gioconda«, Mitschnitt einer Aufführung im Teatro Fenice Venedig, 1971; »Giovanna d’Arco« von Verdi, ebenfalls aus dem Teatro Fenice; Titelrolle in Verdis »Simon Boccanegra«; Teatro Fenice Venedig, 1970; Germont-père in »La Traviata«, Teatro Fenice 1975), Opus 111/Harmonia mundi (»L’Isola disabitata« von J. Haydn).

8.1. Gottfried MAHLING: 150. Geburtstag

Als Sohn eines Fabrikanten wurde er an der Deutschen Handelsakademie in Prag für den Kaufmannsberuf ausgebildet. Er ging dann aber nach Wien und studierte bei Johann Nepomuk Fuchs Gesang. Nach ergänzenden Studien in Italien debütierte er 1888 am Stadttheater von Zürich. Noch im gleichen Jahr wurde er an das Hoftheater von Coburg verpflichtet, dem er bis zum Ende seiner Karriere angehörte. Während der vielen Jahre seines Wirkens an diesem Haus brachte er dort ein sehr großes Repertoire zum Vortrag, das als Glanzrollen u.a. den Max im »Freischütz«, den Titelhelden in »F
ra Diavolo« von Auber, den Canio im »Bajazzo«, den Turiddu in »Cavalleria rusticana«, den Eisenstein in der »Fledermaus« und den Barinkay im »Zigeunerbaron« von J. Strauß enthielt. Seit 1898 war Gottfried Mahling in Coburg als Oberregisseur tätig. 1915 wurde er Leiter des Hoftheaters, 1920 Intendant des jetzt in Landestheater Coburg umbenannten Hauses. Wenn er auch während seiner gesamten Bühnenlaufbahn Mitglied des Coburger Ensembles geblieben ist, so wurde er durch zahlreiche Gastspiele an mehreren großen deutschen Bühnen wie auch im Ausland (u.a. in London) bekannt. Er starb 1931 in Coburg.

9.1. Stefan ELENKOV: 80. Geburtstag

Er begann das Studium der Ingenieurwissenschaften, entschied sich dann jedoch für die Sängerlaufbahn. In Sofia wurde er Schüler von Cristo Brambaroff, seit 1972 Studien bei der berühmten Sopranistin Gina Cigna in Palermo. Seit 1974 war er Mitglied der Nationaloper von Sofia. Hier wie bei seinen Gastspielen kam er in Partien wie dem Titelhelden in »Mosè in Egitto« von Rossini, dem König Philipp in Verdis »Don Carlos«, dem Boris Godunow wie dem Pimen im »Boris Godunow« von Mussorgsky und dem Gremin in »Eugen Onegin« von Tschaikowsky zu seinen Erfolgen. Seine Gastspiele führten ihn an das Bolschoi Theater Moskau, an die Staatsopern von Budapest und Wien (1976-80 als Boris Godunow in insgesamt sieben Vorstellungen; daneben trat er hier im Rahmen von Gesamtgastspielen der Oper Sofia 1975 als Dossifei in »Chowanschtschina« von Mussorgsky sowie 1979 als Kontschak in Borodins »Fürst Igor« und als Iwan Chowanski in »Chowanschtschina« auf), an die Niederländische Oper Amsterdam und an andere europäische Bühnen von Rang. 1978 wirkte er bei den Salzburger Festspielen als Demonio in »Il Sant‘ Alessio« von Stefano Landi mit; gleichfalls 1978 sang er an der Hamburger Staatsoper den Ferrando in Verdis »Troubadour«. 1987 übernahm er bei einem Gastspiel der Nationaloper von Sofia beim Festival von Perugia, 1991 an der Oper von Dallas den Kontschak, 1987 im Palais Omnisports in Paris, 1988 bei den Festspielen von Ravenna und 1992 in Tel Aviv den Zaccaria in Verdis »Nabucco«. Bedeutender Konzertbassist. Er starb 1997 in Sofia.
Schallplatten: Balkanton (»Chowanschtschina« von Mussorgsky), HMV (vollständige Oper »I Puritani« von Bellini).

9.1. Wladimiro GANZAROLLI: 85. Geburtstag

Wladimiro GANZAROLLI

Er war Schüler des Konservatoriums Benedetto Marcello in Venedig sowie von Iris Adami Corradetti. 1958 erfolgte sein Bühnendebüt am Teatro Nuovo von Mailand als Mephisto im »Faust« von Gounod. 1959 wirkte er bei den Festspielen von Spoleto in der Oper »Il Duca d’Alba« von Donizetti mit, 1960 in »La Bohème«. Bereits in der Spielzeit 1959-60 wurde er an die Mailänder Scala berufen, an der er im März 1960 als Richter in Werner Egks »Der Revisor« debütierte. Er sang hier 1961 den Grafen in »Nina« von Paisiello, den Bottom in der italienischen Erstaufführung von B. Brittens »A Midsummer Night’s Dream« und mehrere Partien in »Giovanna d‘Arco« von Marco Enrico Bossi, 1961 und 1963 die Titelpartie in Verdis »Falstaff«, 1962 den Don Parmenione in Rossinis »L’Occasione fa il ladro«, den Pantalone in Busonis »Turandot«, den Nevers in Meyerbeers »Hugenotten« und den Assur in Rossinis »Semiramide«, 1963 Il kenita Hèver in »Debora e Jaele« von I. Pizzetti und die Titelrolle in Cherubinis »Alí Baba«, 1963 und 1966 den Leporello im »Don Giovanni«, 1964 die Titelpartie in P. Hindemiths »Cardillac«, den Dulcamara in »L’Elisir d‘amore«, den Don Magnifico in »La Cenerentola« und den Figaro in »Le nozze di Figaro«, 1965 den Guglielmo in »Così fan tutte«, 1967 den Zio Sarvaor in M. de Fallas »La vida breve« und den Mephisto im »Faust« von Gounod sowie 1968-69 den Sulpice in »La fille du régiment« von Donizetti, Am 23.3.1961 sang er an der Mailänder Scala in der Uraufführung der Oper »Il Calzare d’Argento« von I. Pizzetti den Raito. 1960 wirkte er bei den Festspielen in der Arena von Verona mit. An der Oper von Monte Carlo sang er 1960 und dann 1965 den Falstaff von Verdi. 1963 sang er am Teatro Margherita Genua den Falstaff von Verdi. 1964 gastierte er erstmals an der Staatsoper von Wien; seither war er dort bis 1974 ständig anzutreffen, als Leporello, als Figaro in »Le nozze di Figaro« (in 45 Vorstellungen!), als Ferrando im »Troubadour«, als Colline in »La Bohème«, als Falstaff von Verdi, als Scarpia in »Tosca«, als Escamillo in »Carmen«, als Alfio in »Cavalleria rusticana«, als Mephisto im »Faust« von Gounod, als Ottone in »L’Incoronazione di Poppea« von Monteverdi und als Graf Des Grieux in »Manon« von Massenet. Er sang an der Wiener Staatsoper insgesamt in 139 Vorstellungen. 1964 wirkte er beim Festival von Aix-en-Provence als Leporello mit. Als Figaro in »Le nozze di Figaro« debütierte er 1965 an der Covent Garden Oper London, an der er bis 1976 mehrfach auftrat, u.a. als Guglielmo und als Leporello. 1965 gastierte er an der Oper von Rom. In den Jahren 1965-82 trat er immer wieder am Teatro Regio Turin, u.a. als Papageno in der »Zauberflöte«, auf, 1966-80 am Teatro Comunale Bologna, 1966-80 auch am Teatro San Carlo Neapel, 1968 am Teatro Comunale Florenz (als Escamillo), 1975-80 am Teatro Fenice Venedig (wo er auch als Regisseur wirkte), 1979 am Teatro Petruzzelli Bari. In Madrid sang er 1966 den Guglielmo; in den Jahren 1966-68 und 1970 hörte man ihn am Teatro Colón Buenos Aires, 1974 am Teatro Liceu Barcelona, 1979 am Teatro San Carlos Lissabon wieder als Leporello (eine seiner großen Glanzrollen), 1978 auch am Grand Théâtre Genf (als Sulpice). In Nordamerika gastierte er an den Opern von Chicago (1974 als Don Pasquale) und Dallas. Allgemein galt er als großer Mozart-Interpret; aus seinem Repertoire für die Bühne sind noch ergänzend der Dandini in »La Cenerentola« von Rossini und der Selim in Rossinis »Il Turco in Italia« zu nennen. Er starb 2010 in Cortemilia (Piemont).
Schallplatten: Philips (vollständige Opern »Le nozze di Figaro«, Così fan tutte und »Don Giovanni« von Mozart, »La vera costanza« von Haydn, »Un giorno di regno« und »Stiffelio« von Verdi), EJS (»Les Huguénots« von Meyerbeer), DGG (»Luisa Miller« von Verdi), HRE (»Manon« von Massenet), Morgan (»Les Huguénots« von Meyerbeer), EJS (»Semiramide« von Rossini), Melodram (vollständige Oper »Ali Baba« von Cherubini), Melodram (»Il Duca d’Alba«, 1959), CBS (»L’Italiana in Algeri« als Mustafà), Symphonica (Querschnitte »Manon« und »La Fille du Régiment«, Mitschnitte aus der Scala von 1969 mit Luciano Pavarotti).

9.1. Jaroslav KACHEL: 85. Geburtstag

Jaroslav Kachel als Dalibor
Als Dalibor

Ausbildung in Ostrava (Mährisch-Ostrau) und in Prag. 1952-58 war er Mitglied des Ensembles der Armee der CSSR in Prag. 1958 kam er an das Theater von Ostrava, 1960 an das Nationaltheater Prag. Zugleich schloss er einen Gastspielvertrag mit der Komischen Oper Berlin ab, an der er nach Aufgabe seines Prager Engagements seit 1966 fest engagiert war. Er wirkte an der Komischen Oper Berlin 1966 in der Uraufführung von »Der letzte Schuss« von Siegfried Matthus mit. Später lebte er in Westdeutschland. 1971-83 war er am Opernhaus von Bonn engagiert; Gastverträge bestanden mit dem Staatstheater Karlsruhe (1966-68), dem Opernhaus von Frankfurt a.M. (1970-75), der Staatsoper Stuttgart (1976-82), den Staatstheatern von Hannover und Kassel und dem Opernhaus von Zürich. Er gastierte 1984 bei den Festspielen von Bad Hersfeld, 1987-88 am Theater des Westens Berlin, 1988-89 am Stadttheater Basel, 1989-91 am Opernhaus von Essen. Weitere Gastspiele brachten ihm in Fra
nkreich und Belgien, in Holland, in Polen und in Russland Erfolge ein. Sein Bühnenrepertoire reichte von heldischen Partien wie dem Otello von Verdi und dem Cavaradossi in »Tosca« bis zum Tamino in der »Zauberflöte«, dem Hans in Smetanas »Die verkaufte Braut« und dem Prinzen in »Rusalka« von Dvorák. Weitere Bühnenpartien: Stewa in Janáceks »Jenufa«, Hermann in »Pique Dame« von Tschaikowsky, Titelrolle in »Sadko« von Rimsky-Korssakow, Max im »Freischütz«, Kardinal Albrecht in »Mathis der Maler« von Hindemith, Don José in »Carmen«, Alfred in der »Fledermaus«, Herodes in »Salome« von R. Strauss. Am 4.3.1967 sang er am Staatstheater Karlsruhe in der Uraufführung der Oper »Kaiser Jovian« von Rudolf Kelterborn, am 26.9.1970 am gleichen Haus in der Uraufführung von »Der Dybuk« von K.K. Füssl. Er starb im August 2007.
Supraphon-Aufnahmen.

11.1. Rolf JUPITHER: 85. Geburtstag

Er war an der Schwedischen Musikakademie Stockholm Schüler von Käthe Sundström, nachdem er zuerst den Beruf eines Instrumentenmachers erlernt hatte. 1962 kam es zu seinem Bühnendebüt als Rigoletto an der Oper von Oslo. Er blieb dort bis 1963 und folgte dann einem Ruf an die Königliche Oper Stockholm, deren Mitglied er für viele Jahre war. Er gastierte vor allem an der Deutschen Oper Berlin, aber auch an der Königlichen Oper Kopenhagen, in Montreal und Vancouver. Auch bei den Festspielen im Barock-Theater von Drottningholm trat er in Erscheinung. 1971 wurde er Mitglied des Nya Björling-Vokalquartetts, mit dem er Konzertreisen durch die skandinavischen Länder, durch Deutschland und Nordamerika unternahm. Auf der Bühne bevorzugte er Partien für Helden- und Kavaliersbariton, darunter die klassischen Verdi-Partien, den Scarpia in »Tosca«, den Don Pizarro im »Fidelio«, den Telramund im »Lohengrin«, den Jochanaan in »Salome« von Richard Strauss und den Barak in der »Frau ohne Schatten« vom gleichen Komponisten. Weitere Partien aus seinem Bühnenrepertoire: der Graf in »Figaros Hochzeit«, der Marcello in »La Bohème«, der Wilhelm Tell von Rossini, der Amonasro in Verdis »Aida«, der Alfio in »Cavalleria rusticana«, der Coppelius in »Hoffmanns Erzählungen«, der Escamillo in »Carmen«, der Gunther in der »Götterdämmerung« und der Kurwenal in »Tristan und Isolde«. 1968 wirkte er an der Stockholmer Oper in der Uraufführung von Berwalds »Drottningen av Golconda«, 1970 in der von H. Rosenbergs »Haus mit zwei Eingängen« mit, 1971 am dortigen Rotunda Teater in der von »Experiment X« von B. Hambraeus, am 18.1.1973 an der Königlichen Oper in der Uraufführung von Lars Johan Werles Oper »Tintomara«. Dazu wurde er als Konzert-, Oratorien- und Liedersänger allgemein bekannt. Er starb 1984 in Stockholm.
Schallplatten: HMV, Intermezzo, zum Teil mit dem Nya Björling-Quartett.
Weitere Informationen auf der ihm gewidmeten Homepage: http://www.rolfjupither.se/

12.1. Vicente SARDINERO: 80. Geburtstag

Vicente Sardinero

Er studierte am Conservatorio di Liceu in Barcelona und sang anfänglich in Operetten und spanischen Zarzuelas. Weitere Ausbildung durch Vladimiro Badiali in Mailand. Bühnendebüt 1964 am Teatro Liceu von Barcelona als Escamillo in »Carmen«, 1967 sang er dort den Germont-père in »La Traviata«. 1965 gewann er beim Nationalen spanischen Musikwettbewerb den Vignas-Preis. 1966 wurde er erster Preisträger beim Concours Verdi von Busseto. Erster großer Erfolg in Italien 1968 an der Mailänder Scala als Enrico in Donizettis »Lucia di Lammermoor« als Partner von Renata Scotto. An der Scala hörte man ihn auch 1978 als Graf Luna im »Troubadour«, 1980 als Francesco Foscari in Verdis »I due Foscari« und 1981 als Ford in Verdis »Falstaff«. An der Wiener Staatsoper debütierte er 1968 als Germont-père (mit Hilde Güden als Traviata). Bis 1987 sang er an diesem Haus in insgesamt 71 Vorstellungen auch den Silvio in Leoncavallos »Bajazzo«, den Renato in Verdis »Un Ballo in maschera«, den Marcello in Puccinis »La Bohème«, den Grafen Luna, den Valentin im »Faust« von Gounod, den Ping in Puccinis »Turandot«, den Paolo in »Simon Boccanegra«, den Sharpless in »Madame Butterfly«, den Figaro im »Barbier von Sevilla«, den Enrico, den Malatesta im »Don Pasquale« und den Gérard in »Andrea Chénier« von Giordano. Es schlossen sich Gastspiele an der Oper von Rom, an den großen italienischen Bühnen und am Teatro San Carlos von Lissabon an. 1970 sang er an der New York City Opera als Antrittsrolle den Tonio im »Bajazzo«. Er gastierte auch an der Pariser Opéra (1987 als Riccardo in Bellinis »I Puritani«), in Lyon, Marseille, an den Staatsopern von München und Hamburg, in Amsterdam, Basel, Budapest, Mexico City und bei den Festspielen von Aix-en-Provence. Weitere Gastspiele am Opernhaus von Philadelphia (1976), in Toulouse (1977) und an den großen spanischen Opernhäusern (Madrid, Barcelona, Bilbao, Las Palmas auf Gran Canaria). 1976 gastierte er an der Covent Garden Oper London als Marcello. An der Oper von San Francisco gastierte er 1976 als Figaro im »Barbier von Sevilla« und 1983 als Lescaut in Puccinis »Manon Lescaut«. 1977 debütierte er an der Metropolitan Oper New York als Marcello. Am Teatro Colón Buenos Aires gastierte er 1981 als Germont-père, 1982 als Ford. An der Opéra de Wallonie Lüttich hörte man ihn 1990 als Simon Boccanegra in der gleichnamigen Verdi-Oper. In seinem Repertoire für die Bühne fanden sich als weitere Rollen der Alfonso in »La Favorita« von Donizetti, der Nottingham in »Roberto Devereux« vom gleichen Meister, der Posa in Verdis »Don Carlos« und der Albert im »Werther« von Massenet. Hinzu kam eine Anzahl von Bariton-Partien in spanischen Zarzuelas. darunter »Maruxa« von A. Vives, »La del soto del Parral« von Soutullo, »El pájaro azul« von Rafael Millán, »Canción d’amor y de guerra« von Rafael Martinez Valls. Eine seiner Glanzrollen, den Puck in »Las Golondrinas« von Usandizaga, sang er 1999 am Teatro Real Madrid. Er trat auch unter dem Namen Vincenzo Sardinero auf. Er starb 2002 in Villafranca del Castillo bei Madrid.
Von seiner schön gebildeten Stimme sind Aufnahmen von integralen Opern auf HMV vorhanden (»L’Amico Fritz« von Mascagni, »L’Atlántida« von de Falla, »Turandot« und »Manon Lescaut« von Puccini). Auf Philips singt er in »Lucia di Lammermoor« von Donizetti und in »Un Giorno di Regno« von Verdi, auf CBS in »La Navarraise« von Massenet und in »Edgar« von Puccini, auf MRF in »La Straniera« von Bellini, auf RCA in »La Bohème«, auf Naxos in »Manon Lescaut« von Puccini, auf Rodolphe Records in »Gemma di Vergy« von Donizetti, auf Discover in »La Bohème« und in »Tosca«, auf Gala den Nottingham in »Roberto Devereux« von Donizetti, auf Cascavelle den Amonasro in Ausschnitten aus »Aida«; auch auf der spanischen Marke Alhambra vertreten. Zu Beginn seiner Karriere sang er auf HMV spanische Zarzuelas.

12.1. Frances GREER: 100. Geburtstag

Biographie der amerikanischen Sopranistin auf Englisch:
https://en.wikipedia.org/wiki/Frances_Greer

12.1. Walter HENDL: 100. Geburtstag

Biographie des amerikanischen Dirigenten auf Englisch:
https://en.wikipedia.org/wiki/Walter_Hendl

13.1. Erwin WOHLFAHRT: 85. Geburtstag

Erwin WOHLFAHRT als David in bayreuth
Als David (Meistersinger) in Bayreuth

Er ergriff zunächst den Beruf eines Friseurs, studierte dann aber an der Musikhochschule von Nürnberg bei Willi Domgraf-Fassbaender, bei Foesel und Gebhard Ges
ang und bei Frau Hermann Klavierspiel. 1955 erhielt er sein erstes Engagement am Stadttheater von Aachen, wo er als Adam im »Vogelhändler« von Zeller debütierte. 1957 kam er von dort an die Komische Oper Berlin, an der er bis 1959 auftrat. 1959-61 war er am Opernhaus von Köln engagiert. 1961 wurde er an die Hamburger Staatsoper berufen. Jetzt entwickelte sich seine Karriere schnell; mit dem Ensemble der Hamburger Oper gastierte er in Stockholm und London, mit dem der Deutschen Oper Berlin 1967 in Montreal und New York. Er sang in Hamburg in mehreren Uraufführungen von Opern: 1965 in »Jacobowsky und der Oberst« von G. Klebe, 1965 in »Das Lächeln am Fuße der Leiter« von Bibalo, 1966 in »Zwischenfälle bei einer Notlandung« von Boris Blacher, 1966 auch in »The Visitation« (»Die Heimsuchung«) von Gunther Schuller, 1968 in »Hamlet« von H. Searle. Bei den Salzburger Festspielen sang er 1960 den Polidoro in »La finta semplice« von Mozart und 1961 den Pedrillo in der »Entführung aus dem Serail«. Bei den Bayreuther Festspielen sang er 1963 und 1966 den Hirten und 1964 den Jungen Seemann in »Tristan und Isolde«, 1963-64 den David in »Die Meistersinger von Nürnberg«, 1963-66 den 4. Knappen im »Parsifal« und 1965-67 den Mime im Nibelungenring. 1963 gastierte er an der Mailänder Scala als Mime im »Rheingold«, 1964 an der Wiener Staatsoper als David, 1967 an der Oper von Rom als Mime im Nibelungenring, 1968 bei den Salzburger Osterfestspielen als Mime im »Rheingold«. Er trat weiter in Paris und Moskau auf. Eine schwere Krankheit beendete seine große Karriere zu früh. Er starb 1968 in Hamburg.
Schallplatten der Marke DGG haben uns die Stimme des Sängers erhalten, darunter mehrere vollständige Opern (Ring-Zyklus unter von Karajan als Mime, »Figaros Hochzeit«, »Tristan und Isolde«); auf Philips gleichfalls Aufnahmen des Nibelungenrings aus Bayreuth. Auf HMV singt er in »Lulu« von A. Berg, auf Philips-Pergola existiert ein Querschnitt aus »Turandot« von Puccini, auf Europa/Miller Intern Operetten-Querschnitte, auf Columbia Barock-Musik; auf Melodram wie auf Frequenz singt er den Pedrillo in der »Entführung aus dem Serail«, bei Calig-Verlag in »Die Abreise« von E. d‘ Albert.

13.1. Heinrich HOFMANN: 175. Geburtstag

Er sang als Knabe im Königlichen Domchor und studierte ab 1857 unter Theodor Kullak, Eduard Grell, Siegfried Dehn und Richard Wüerst. Er arbeitete zunächst als Pianist und Musiklehrer. Als Komponist wurde er zuerst durch seine Ungarische Suite für Orchester (1873) allgemeiner bekannt. Die im folgenden Jahr veröffentlichte Frithjof-Symphonie wurde für einige Zeit zu einem der in Deutschland am häufigsten aufgeführten Orchesterwerke. Hofmanns Stil ist klassizistisch und erinnert an Felix Mendelssohn Bartholdy sowie Robert Schumann. Obwohl er während der 1870er und 1880er Jahre zu den meistgespielten deutschen Komponisten gehörte, geriet sein Werk schon zu Lebzeiten weitgehend in Vergessenheit. Kleine Klavierstücke Hofmanns sind heute vereinzelt noch in Sammlungen zu finden. Neben seinem sinfonischen Werk erzielte Hofmann auf dem Gebiet der Oper Erfolge, auf dem er 1869 mit Cartouche debütiert hatte. Es folgten Armin, die zuerst 1877 in Dresden, dann in Hamburg und Berlin aufgeführt wurde, die lyrische Oper Ännchen von Tharau (Text von Roderich Fels, zuerst 1878 in Hamburg, 1879 in Dresden, 1886 in Berlin aufgeführt), Wilhelm von Oranien (Hamburg 1882) und Donna Diana, die 1886 in Berlin zur ersten Aufführung gelangte. Darüber hinaus fanden seine Liedhefte und sein Chorwerk auch in den USA Verbreitung. Beispiele sind Das Märchen von der schönen Melusine und Minnespiel (Walzer für gemischten Chor und Pianino). Neben der Kammermusik widmete Hofmann sich im Übrigen bevorzugt vierhändigen Klavierkompositionen, darunter Italienische Liebesnovelle, Ländler, Liebesfrühling, Neue ungarische Tänze und Am Rhein. 1882 wurde Hofmann in die Königliche Akademie der Künste zu Berlin aufgenommen, 1898 wurde er darin zum Senatsmitglied ernannt. Er starb 1902 in Groß-Tabarz (Thüringen). Sein zeitgenössischer Erfolg und die kaum andauernde Wirkung seines Schaffens werden heute auf solide kompositorischen Fähigkeiten bei geringer Originalität zurückgeführt, so dass seine Werke die Erwartungen des Publikums erfüllten, ohne in späterer Zeit als epochemachend zu gelten. Rückblickend leistete allein sein Bühnenwerk einen Beitrag zur deutschsprachigen Oper.

14.1. Johann Friedrich BESCHORT: 250. Geburtstag

Er war 1786 bei der Döbler’schen Gesellschaft in Worms als Schauspieler anzutreffen. 1790 wurde er durch den berühmten Theaterdirektor Schröder nach Hamburg engagiert, wo er in dem Singspiel »Clarisse und Giuliano« debütierte. Bis 1796 wirkte er in Hamburg und ging dann an das Berliner Hoftheater, wo er unter dem nicht weniger berühmten Intendanten Iffland zu einem der bedeutendsten Mitglieder des Ensembles wurde. Einer alten Theatertradition folgend war er sowohl als Sänger wie als Schauspieler mit gleichen Erfolgen tätig. Überwog anfänglich sein Einsatz im Opernbetrieb – wobei man ihn namentlich als Don Giovanni wie als Orest in Glucks »Iphigenie auf Tauris« bewunderte – so widmete er sich später mehr dem Schauspiel. Von seinen Opernpartien sind zu nennen: der Inka in »Das unterbrochene Opferfest« von P. von Winter, der Titzikan in »Lodoïska« von Cherubini, der Armand in »Der Wasserträger« (»Les deux journées«) vom gleichen Komponisten, der St. Val in »Fanchon, das Leiermädchen« von Himmel (den er auch am 16.5.1804 in der Uraufführung der Oper sang), der Figaro im »Barbier von Sevilla«, der Wallstein in »Die Schweizerfamilie« von J. Weigl, der Sichel in »Doktor und Apotheker« von Dittersdorf, der Thurn im »Dorf im Gebirge«, eben falls von J. Weigl, und der Minister im »Fidelio«. Er wirkte am 14.3.1821 am Königlichen Schauspielhaus Berlin in der Uraufführung des Singspiels »Preziosa« von Carl Maria von Weber mit. 1836 feierte man in Berlin sein goldenes Bühnenjubiläum mit einer Galavorstellung; 1838 gab er endgültig seine Karriere auf. Er starb 1946 in Berlin. Seine Gattin war die Sopranistin Therese Beschort- Zuber (* 1765 Landshut), die in erster Ehe mit einem Herrn Schlienz verheiratet gewesen war und die 1785 in München debütiert hatte. 1790-96 war sie zusammen mit Beschort in Hamburg engagiert war, wo sie ihn heiratete. Sie ging 1798 mit ihm nach Berlin, debütierte dort als Königin der Nacht und trat bis 1818 in Berlin als Opernsängerin auf.

15.1. Richard KOGEL: 90. Geburtstag

Er sang als Knabe im Münchner Domchor, studierte Klarinette, trat aber dann doch in das väterliche Karosseriebau-Unternehmen ein. Schließlich erfolgte die Ausbildung seiner Stimme durch F. Th. Reuter, Eichhorn und Hedwig Fichtmüller in München. 1951 gewann er in Nürnberg den Meistersinger-Wettbewerb. Im gleichen Jahr sprang er am Prinzregenten-Theater München als Schmied in »Peer Gynt« von Egk ein. 1952-54 war er am Stadttheater von Bern, 1954-64 am Staatstheater von Wiesbaden engagiert. 1959-61 trat er als ständiger Gast an der Staatsoper München auf, 1964-92 war er am Theater am Gärtnerplatz in München tätig, bei dessen Publikum er besonders beliebt war und zu dessen Ehrenmitglied er ernannt wurde. 1968 sang er an diesem Haus in der Uraufführung der Oper »Der widerspenstige Heilige« von Mark Lothar die Titelrolle und 1985 in der Uraufführung der Oper »Der Goggolori« von Wilfried Hiller. An der Komischen Oper Berlin gastierte er sehr oft und mit anhaltendem Erfolg, u.a. als Papageno in der »Zauberflöte«. An der Wiener Staatsoper gastierte er 1956 als Masetto im »Don Giovanni« und 1963 als Faninal im »Rosenkavalier«. 1961 gastierte er am Opernhaus von Zürich als Faninal und als Alberich im »Siegfried«. Auch Gastspiele an den Opernhäusern von Dortmund, Essen und Saarbrücken, an den Staatstheatern von Hannover, Kassel, Karlsruhe und Wiesbaden, am Nationaltheater Mannheim, am Opernhaus von Frankfurt a.M., an der Deutschen Oper Berlin
und an der Staatsoper Stuttgart. Auslandsgastspiele an der Niederländischen Oper Amsterdam, in Venedig und 1959 in Rio de Janeiro. Sein ausgedehntes Bühnenrepertoire enthielt heldische wie Charakterrollen, nicht zuletzt köstliche Buffo-Typen, darunter waren u.a. der Baculus im »Wildschütz« von Lortzing, der van Bett in dessen »Zar und Zimmermann«, der Plumkett in Flotows »Martha«, der Bartolo im »Barbier von Sevilla«, der Fra Melitone in Verdis »Macht des Schicksals« und der Alberich im Ring-Zyklus, dazu auch Operettenrollen (Ollendorf in Millöckers »Der Bettelstudent«). Er starb 2001 in München.
Schallplatten der Marken DGG, RCA (»Samson et Dalila« von Saint-Saëns), vor allem jedoch Ariola-Eurodisc (»Die Kluge« und »Der Mond« von Carl Orff, »Madame Butterfly«).

15.1. Ida SCHUSELKA-BRÜNING: 200. Geburtstag

Sie war die Tochter des Weimarer Hofschauspielers Gustav Friedrich Wohlbrück (1793-1848) und trat schon mit zwei Jahren in einer Kinderrolle auf, mit sieben Jahren spielte und sang sie die Lilli im »Donauweibchen« von Ferdinand Kauer. Nachdem sie in St. Petersburg (wo sie bei Maestro Rubini studiert hatte) und Riga im Chor und mit kleinen Rollen ihre Karriere begonnen hatte, debütierte sie als Solistin 1833 am Stadttheater von Reval (Tallinn) in der Rolle der Prinzessin in »Jean de Paris« von Boieldieu. 1835 sang sie am Theater von Königsberg als Antrittsrolle die Leonore im »Fidelio«, 1837 in Danzig die Isabella in »Robert der Teufel« von Meyerbeer. 1838 kam sie an das Hamburger Opernhaus (Debüt als Zerline in »Fra Diavolo« von Auber), dann nach Hannover. 1842 gastierte sie am Theater am Kärntnertor in Wien als Zerline im »Don Giovanni« wie in »Fra Diavolo« und als Page in »Le Bal masqué« von Auber. Sie wurde darauf an das Wiener Theater in der Josefstadt verpflichtet und hatte hier als Marie in »Zar und Zimmermann« von Lortzing einen großen Anfangserfolg. 1842 engagierte der Direktor Carl sie für das Theater an der Wien, an dem sie jetzt in Operetten, Vaudevilles und musikalischen Possen auftrat und vor allem in den damals aktuellen kleinen Operetten von Jacques Offenbach das Publikum begeisterte. Sie sang anschließend am Theater in der Leopoldstadt, gab aber, nachdem sie 1849 den Schriftsteller, Politiker und Abgeordneten der Frankfurter Nationalversammlung Dr. Franz Schuselka geheiratet hatte, zunächst einmal ihre Bühnenkarriere auf. Bald erschien sie jedoch wieder als Gast in Berlin, Hamburg, Dresden, Frankfurt a.M. und 1850 am Theater an der Wien in der österreichischen Metropole. Sie gab danach glanzvolle Liederabende in Paris und nahm 1853 einen Ruf an die Dresdner Hofoper an. Zwar sang sie auch dort noch Opernpartien (Debüt als Zerline im »Don Giovanni«) wandte sich aber dann mehr dem Schauspiel zu. 1855 gastierte sie erneut am Theater an der Wien; 1855-57 leitete sie das Landestheater Linz (Donau), war dabei aber nicht sehr erfolgreich. Sie trat als Schauspielerin dann in Stuttgart und Weimar auf und ging 1862 nach Paris. Hier gründete sie ein deutsches Theater, das aber trotz des Interesses, das Kaiser Napoleon III. an dem Projekt nahm, nur drei Jahre bis 1865 existierte. 1867 stand sie bei einem Gastspiel in München letztmals auf der Bühne. Sie blieb bis 1888 in Paris ansässig, gab Rezitations- und Vorlesungsabende und leitete eine Schule für deutsche Sprache und Literatur. Dann zog sie sich auf ihr kleines Landgut in Schottwien zurück. Sie starb 1903 in Baden bei Wien. In erster Ehe war sie mit dem Schauspieler Carl Brüning verheiratet. Ihre Enkelin Olga Wohlbrück (1867-1933) wurde später eine bekannte Schauspielerin. – Von ihrem Sopran wird gesagt: »..sie besaß eine kräftige, sonore, umfangreiche Stimme von hellem, gleichem Ton, melodischer Biegsamkeit, welche eine richtige musikalische Kenntnis, eine deutliche Aussprache und ein trefflicher Vortrag unterstützten«.

16.1. Jean COX : 95. Geburtstag

Jean Cox

Er nahm am Zweiten Weltkrieg als Pilot bei der amerikanischen Luftwaffe teil. Gesangstudium an der Alabama University bei William Steven, dann am New England Conservatory Boston bei Marie Sundelius, schließlich bei Wally Kirsamer in Frankfurt a.M., bei Luigi Ricci in Rom und bei Max Lorenz in München. Debüt 1951 an der New England Opera Boston als Lenski im »Eugen Onegin«. Er sang 1954 beim Festival von Spoleto den Rodolfo in »La Bohème« und war 1954-55 am Theater von Kiel engagiert. 1955-59 sang er am Staatstheater Braunschweig und war seit 1959 Mitglied des Nationaltheaters Mannheim, wo er 1961 an der Uraufführung von P. Hindemiths Oper »Das lange Weihnachtsmahl« teilnahm. Bereits 1956 begann seine Karriere bei den Bayreuther Festspielen: 1956 sang er dort den Steuermann in »Der fliegende Holländer«, 1967-68 den Lohengrin, 1968-70 sowie 1974-75 und nochmals 1984 den Walther von Stolzing in »Die Meistersinger von Nürnberg«, 1968 und 1973 den Parsifal, 1969 den Erik in »Der fliegende Holländer«, 1970-75 und 1978 den Siegfried in »Siegfried« sowie 1970-75 und 1983 den Siegfried in der »Götterdämmerung«. 1958-73 regelmäßige Gastspiele an der Staatsoper von Hamburg. Bei den Festspielen von Bregenz sang er 1961 den Barinkay im »Zigeunerbaron« von J. Strauß und die Titelpartie in »Fra Diavolo« von Auber, 1962 den Ted Leroux in der Operette »Die Trauminsel« von Robert Stolz, 1963 den Malandrino in »Banditenstreiche« von Fr. v. Suppé 1962-63 auch in Konzerten. Durch einen Gastspielvertrag war er 1962-69 mit der Wiener Volksoper verbunden, an der er 1962 als Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen« debütierte und in über 110 Vorstellungen u.a. 1962 den Pinkerton in »Madame Butterfly«, 1963 den Carlo in der Österreichischen Erstaufführung von Verdis »Die Räuber«, 1964 den Prinzen in »Rusalka« von Dvorak, 1965 den Hermann in »Pique Dame« von Tschaikowsky, den Max im »Freischütz« und den Barinkay sang. An der Wiener Staatsoper trat er 1963-77 in insgesamt 75 Vorstellungen als Bacchus in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, als Stewa in Janáceks »Jenufa«, als Sergej in »Katerina Ismailowa« von Schostakowitsch, als Erik, als Walther von Stolzing, als Turiddu in »Cavalleria rusticana«, als Hoffmann, als Sänger im »Rosenkavalier«, als Lohengrin, als Parsifal, als Apollo in »Daphne« von R. Strauss, als Siegmund in der »Walküre«, als Tristan in »Tristan und Isolde«, als Max im »Freischütz« und als Titelheld im »Siegfried« auf. Er gastierte an der Staatsoper von Stuttgart, in München und Frankfurt a.M. 1961 Gastspiel am Teatro San Carlos Lissabon, 1966 bei den Festspielen von Aix-en-Provence (als Bacchus), 1974 an der Deutschen Oper Berlin. 1964, 1970 und 1973 war er an der Chicago Opera zu hören, 1971 und 1972 an der Grand Opéra Paris als Siegmund. 1975 Debüt an der Covent Garden Oper London als Siegfried, den er auch 1975 an der Mailänder Scala vortrug. 1976 debütierte er an der Metropolitan Oper New York als Walther von Stolzing, den er dort als einzige Partie in insgesamt 8 Vorstellungen sang. Auch Gastspiele an den Opern von San Antonio, New Orleans, Houston (Texas) und Pittsburg, an der Königlichen Oper Stockholm, an den Opernhäusern von Zürich, Genf (1967 als Walther von Stolzing, 1968 als Bacchus und 1972 als Tristan) und Mexiko City, in Barcelona, Brüssel, Bordeaux, Nizza und Genua. Seine Karriere dauerte sehr lange; noch 1989 hörte man ihn in Mannheim als Captain Vere in »Billy Budd« von Benjamin Britten. Neben den Wagner-Heroen sang er ein heldisches Tenor-Repertoire von großem Umfang (über 75 Rollen) mit Höhepunkten wie dem Alvaro in »La forza del destino«, dem Herodes in »Salome« und dem Kardinal in »Mathis der Maler« von Hindemith; er wurde in all diesen Partien als großer Darsteller gerühmt. Er starb 2012 in Bayreuth. Er war verheiratet mit der bekannten englischen Altistin Anna Reynolds (1930-2014).
Schallplatten: BASF (Que
rschnitt durch »Die Trauminsel« von Robert Stolz), RBM (Szenen aus Wagner-Opern), Philips (»Die Meistersinger von Nürnberg«), Accord (»Iphigénie en Tauride« aus Lissabon, 1961), Melodram (»Der fliegende Holländer«, Bayreuth 1956).

18.1. Antonio BIBALO: 95. Geburtstag

Er wurde während des Zweiten Weltkrieges von der italienischen Armee zum Kriegsdienst eingezogen und landete im Militärgefängnis, als er versuchte, zu desertieren. Bei der Schlacht von Monte Cassino wurde er von der amerikanischen Armee gefangen genommen und kam in die Vereinigten Staaten als Kriegsgefangener. Nach 1946 schloss er sein Studium in Triest mit einem Diplom ab und arbeite danach, in der Hoffnung auf eine bessere Anstellung, als Barpianist in Marseille, sowie diente in der Folge eine Zeit in der französischen Fremdenlegion in Oman. Anschließend studierte er weiter in London, bevor er 1956 nach Norwegen zog, wo er 1968 auch die norwegische Staatsbürgerschaft erlangte. Bibalo komponierte Opern, Ballette, Vokalmusik, Sinfonien und Kammermusik. Er wurde mit dem Sankt-Olav-Orden ausgezeichnet und wurde 1992 mit dem Lindeman Preis geehrt. Er starb 2008 in Larvik (Norwegen).

19.1. Rudolf A. HARTMANN: 80. Geburtstag

Rudolf A. Hartmann

Er studierte zuerst Jura, dann Gesangstudium an der Musikhochschule München bei Franz Theo Reuter und Karl Schmitt-Walter. Er debütierte 1963 am Stadttheater von Augsburg als Masetto im »Don Giovanni« und war 1963-65 an diesem Haus als Bassist engagiert. Er wirkte 1965-72, jetzt aber als Bariton, am Opernhaus von Nürnberg und war dann seit 1972 für lange Jahre Mitglied des Opernhauses von Zürich. Er sang in Zürich in den Uraufführungen der Opern »Ein wahrer Held« von G. Klebe (1975) und »Ein Engel kommt nach Babylon« von R. Kelterborn (1977). Bei den Bayreuther Festspielen wirkte er 1971-72 als einer der Edlen im »Lohengrin«, 1972-73 als einer der Knappen im »Parsifal« und 1973 als Konrad Nachtigall in »Die Meistersinger von Nürnberg« mit. Er trat als Gast an den Staatsopern von Hamburg, München und Stuttgart, an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, am Münchner Theater am Gärtnerplatz, in Bern, Darmstadt und Graz auf. Mit dem Zürcher Ensemble gastierte er 1978 in »L‘Orfeo« und »L’Incoronazione di Poppea« von Monteverdi an der Mailänder Scala, beim Edinburgh Festival und bei den Wiener Festwochen im Theater an der Wien. Auch Gastspiele bei den Festspielen von Wiesbaden und Schwetzingen. Dort sang er 1987 den Haly in Rossinis »L’Italiana in Algeri«. 1990 trat er an der Wiener Staatsoper als Beckmesser in »Die Meistersinger von Nürnberg« auf. 2000 sang er am Opernhaus von Zürich sehr erfolgreich den Frank in der »Fledermaus«, auch den Baron Douphol in »La Traviata«. Er wirkte an diesem Haus in den Schweizer Erstaufführungen mehrerer Opern mit, darunter »The Burning Fiery Furnace« von B. Britten (Spielzeit 1983-84 im Zürcher Großmünster), »Lear« von A. Reimann (1987-88 als Albany) und »Jakob Lenz« von W. Rihm (1982-83 als Lenz). Aus seinem reichhaltigen Repertoire für die Bühne seien der Guglielmo in »Così fan tutte«, der Papageno in der »Zauberflöte«, der Germont-père in »La Traviata«, der Belcore in »L’Elisir d‘ amore«, der Herr Fluth in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor«, der Faninal im »Rosenkavalier« und der Graf Eberbach im »Wildschütz« von Lortzing hervorgehoben. Seit 1978 nahm er einen Lehrauftrag an der Musikhochschule Zürich wahr. Er starb 2006 in Zürich.
Schallplatten: Concert Hall, Telefunken (Werke von Monteverdi, darunter »L’Orfeo« und »L’Incoronazione di Poppea«), DGG (kleine Partie im »Eugen Onegin«), Koch Records (»Kleider machen Leute« von Zemlinsky).

19.1. Carla MARTINIS: 95. Geburtstag

Carla MARTINIS

Sie erhielt ihre Ausbildung am Konservatorium von Zagreb, u.a. durch Professor Martinis, den sie heiratete; sie studierte auch am Konservatorium von Zagreb bei Frau M. Kostrencic. Nachdem sie zuerst an den Opern von Zagreb (Debüt 1942 als Mimi in Puccinis »La Bohème«) und Prag unter ihrem eigentlichen Namen Dragica Martinis gesungen hatte, gewann sie 1949 den Internationalen Gesangwettbewerb von Genf. In der Saison 1950-51 hatte sie große Erfolge an der City Opera New York, an der sie als Antrittsrolle die Turandot in der gleichnamigen Puccini-Oper sang. 1950 gastierte sie erstmals an der Wiener Staatsoper (als Turandot und als Tosca), an der sie 1951-61, jetzt unter dem Namen Carla Martinis, engagiert war. Hier sang sie in insgesamt 258 Vorstellungen auch die Desdemona in Verdis »Otello«, die Butterfly, die Aida, die Amelia in Verdis »Maskenball«, die Leonore sowohl in der »Macht des Schicksals« als auch im »Troubadour«, die Mimì, die Antonia in »Hoffmanns Erzählungen«, die Donna Anna im »Don Giovanni«, die Maddalena in »Andrea Chénier« und die Titelrolle in Puccinis »Manon Lescaut«. 1951 sang sie im Wiener Musikvereinssaal die Aida in einer konzertanten Aufführung der Oper unter Herbert von Karajan. Von ihrem Wohnsitz Wien aus ging sie einer ausgedehnten Gastspieltätigkeit nach. 1951 hörte man sie bei den Festspielen von Salzburg als Desdemona unter Wilhelm Furtwängler und am Teatro Comunale Florenz. 1951 Gastspiel an der Grand Opéra Paris als Amelia in Verdis »Un Ballo in maschera«. 1952 sang sie bei den Festspielen von Aix-en-Provence die Donna Anna, in Neapel die Tosca mit Ferruccio Tagliavini als Partner, in Florenz die Turandot von Puccini und in Rio de Janeiro. An der Mailänder Scala sang sie 1952 die Elena in »Mefistofele« von Boito und die Elisabetta in Verdis »Don Carlos«, 1953 die Donna Anna, die sie ebenfalls 1953 an der Oper von Rom übernahm. 1953 gastierte sie bei den Festspielen in den Caracalla-Thermen in Rom als Aida. 1954 gastierte sie an der Oper von San Francisco als Leonore in »La forza del destino«, als Turandot und als Giorgetta in Puccinis »Il Tabarro«. 1954 sang sie am Teatro Liceu Barcelona die Turandot von Puccini und die Titelheldin in »La Gioconda« von Ponchielli, 1956 am Teatro Verdi in Triest ebenfalls die Gioconda. Im Januar 1961 sang sie als letzte Partie an der Wiener Staatsoper die Tosca. Sie lebte nach Beendigung ihrer Karriere in Wien, wo sie 2010 starb.
Schallplatten: Decca, HMV (Electrola), Columbia. Auf Ariola-Eurodisc vollständige Opern »Die Macht des Schicksals« (1952) und »Tosca« (1953); Mitschnitt der Salzburger »Otello«-Aufführung von 1951 auf Bruno Walter Society, auf Melodram als Donna Anna im »Don Giovanni« zu hören.

21.1. Herman MALAMOOD: 85. Geburtstag

Herman Malamood als Canio
Als Canio

Er sang in den Jahren 1970-78 regelmäßig an der New York City Opera, wo er als Antrittsrolle den Pinkerton in »Madame Butterfly« vortrug und dann Partien wie den Rodolfo in Puccinis »La Bohème«, den Cavaradossi in »Tosca«, den des Grieux in Puccinis »Manon Lescaut«, den Dick Johnson in dessen »La Fanciulla del West«, den Kalaf in »Turandot«, den Turiddu in »Cavalleria rusticana« und den Canio im »Bajazzo« übernahm. 1970 hatte er an diesem Haus besonders große Erfolge in der Titelpartie der Donizetti-Oper »Roberto Devereux«, wobei die berühmte Sopranistin Beverly Sills in der Rolle der Elisabetta auftrat. Er gab Gastspiele an den großen nordamerikanischen Bühnen und sang u.a. 1972 an der Oper von Philadelphia und ebenfalls 1972 in Mexico City (Kalaf). 1976-78 war er am Opernhaus von Frankfurt a.M. engagiert und gastierte von dort in der Spielzeit 1
976-77 an der Staatsoper von Wien (als Radames in »Aida«, als Riccardo in Verdis »Maskenball« und als Pinkerton). An der Metropolitan Oper New York sang er in der Saison 1980-81 als Antrittsrolle den Canio, dann den Turiddu, in der Spielzeit 1982-83 den Idomeneo in der gleichnamigen Oper von Mozart. Auch als Konzertsänger entwickelte er eine erfolgreiche Karriere. Er starb 1989 in New York City.

21.1. Mario PETRI: 95. Geburtstag

Mario-PETRI-und-Renato-ERCOLANI-in-Falstaff-in-Salzburg
Mit Renato Ercolani in „Falstaff“

Er begann seine Karriere nach dem Zweiten Weltkrieg und hatte bald große Erfolge in Italien. 1948 hatte er sein Bühnendebüt an der Mailänder Scala, wo er den Creon in der Premiere der Oper »Oedipus Rex« von Strawinsky kreierte. Seither trat er fast ständig an der Scala auf, so 1948 als Leporello in »Don Giovanni«, 1951und 1953 als Don Giovanni, 1953 als Mustafà in »L’Italiana in Algeri« und als Seneca in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«, 1954 als Titelheld in »Herzog Blaubarts Burg« von Béla Bartók und als Graf in »Le nozze di Figaro«, 1954 als Don Magnifico in Rossinis »La Cenerentola« und als Abate Cospicuo in Busonis »Arlecchino«, 1956 als Tolomeo in Händels »Giulio Cesare«, 1957 als Pistola in Verdis »Falstaff«, 1958 als Donato in der italienischen Erstaufführung von G.C. Menottis »Maria Golovin« und 1966 als Capellio in Bellinis »I Capuleti e i Montecchi«. Am 1.3.1965 wirkte er an der Mailänder Scala in der Uraufführung der Oper »Clitennestra« von Ildebrando Pizzetti in der Partie des Agamemnon mit. Sehr beliebt war er am Teatro San Carlo von Neapel, wo er seit dem Anfang seiner Karriere immer wieder gastierte, u.a. 1949 als Doktor im »Wozzeck« von A. Berg, 1950 als Unsterblicher Kaschtschej in der gleichnamigen Oper von Rimsky-Korsssakow, 1951 als Herzog Blaubart. Er trat u.a. an der Oper von Rom (1949 als Pimen im »Boris Godunow«, 1952 als Graf in »Le nozze di Figaro«, 1954 als Iwan Chowanski in »Chowanschtschina von Mussorgsky, 1955 als Mephisto in »La Damnation de Faust« von H. Berlioz, 1958 als König Philipp in Verdis »Don Carlos«) und bei den Festspielen in den römischen Thermen des Caracalla (1949 als Alvise in »La Gioconda« von Ponchielli und 1957 als Mephisto im »Faust« von Gounod) auf. Er erschien beim Maggio Musicale von Florenz am 4.5.1949 in der Uraufführung von Pizzettis Oper »Vanna Lupa«, 1950 in »Armide« von Lully, 1952 als Précepteur in »Le Comte Ory« von Rossini sowie als Walter Fürst in dessen »Wilhelm Tell«, 1953 in Cherubinis »Medea« zusammen mit Maria Callas. Er galt als großer Mozartsänger und sang 1951 sowohl bei den Festspielen von Glyndebourne als auch beim Festival von Edinburgh den Don Giovanni. Weitere Gastspiele in Genua (1951, 1952), am Teatro Massimo Palermo (1953 als Don Giovanni), am Teatro Comunale Bologna (1953 gleichfalls als Don Giovanni, 1969 in der Titelrolle von »Herzog Blaubarts Burg«), am Teatro Comunale Florenz (1952 als Tomsky in »Pique Dame«, 1953 als Mephisto in »La Damnation de Faust«), am Teatro Regio Turin (1955), am Teatro Verdi Pisa (1956), in Parma, Bergamo und bei den Festspielen von Verona (1953). Beim Holland Festival hörte man ihn 1954 als Don Magnifico, 1955 als Mustafà und 1966 als Capellio. In Salzburg trat er bei den Festspielen von 1957 als Pistola auf und gab auch erfolgreiche Gastspiele im Ausland. So gastierte er an der Oper von Rio de Janeiro 1952 als Timur in Puccinis »Turandot«, als Alvise, als Sparafucile im »Rigoletto« und als Mephisto im »Faust« von Gounod, am Teatro Colón Buenos Aires (1956), am Teatro San Carlos Lissabon (1957) und an der Wiener Staatsoper (1957-65 als Don Giovanni, als Pistola und als Sparafucile in insgesamt 14 Vorstellungen). 1960-65 unterbrach er seine Opernkarriere und wandte sich dem Film und der Unterhaltungsmusik zu, kehrte aber dann wieder zur Opernbühne zurück. So gastierte er 1965 an der Oper von Dallas. 1966 hatte er große Erfolge an der Oper von Rom. Er sang 1969 am Teatro Fenice Venedig (Posa in Verdis »Don Carlos«, Aeneas in »Dido and Aeneas« von H. Purcell), an der Oper von Rom (1970 Scalza in »Boccaccio« von Fr. von Suppé, 1971 Schaklowity in »Chowanschtschina« und Creon in »Oedipus Rex«), am Teatro Zarzuela Madrid (1971 Silva in Verdis »Ernani«), beim Maggio Musicale Fiorentino (1973 Schaklowity, 1974 Enrico in »Agnese de Hohenstaufen« von Spontini, 1975 Titelrolle in Verdis »Macbeth«), am Teatro Verdi Triest (1976 Dikoj in »Katja Kabanowa« von Janácek), am Teatro Comunale Florenz (1977 Geronimo in Cimarosas »Il matrimonio segreto«) und am Teatro Verdi Pisa (1979 ebenfalls als Geronimo). Im italienischen Rundfunk RAI Turin trat er 1972 in einer Sendung von M. de Fallas Oper »La vida breve« auf. 1973 wirkte er an der Oper von Monte Carlo in der Uraufführung der Oper »La Reine morte« von Renzo Rosselini mit. Er starb 1985 in Città della Pieve bei Perugia.
Auf Cetra singt er in den vollständigen Verdi-Opern »I Lombardi« und »La Battaglia di Legnano«, auf HMV in »Il Filosofo di Campagna« von Galoppi und in der Petite Messe solennelle von Rossini, auf MRF in »I Masnadieri« von Verdi, auf Harmonia mundi in »Pelleás et Mélisande«, auf Estro armonica in »Mosè in Egitto« von Rossini, auf Ricordi in »Il barbiere di Siviglia« von Paisiello, auf Movimento musica in »La Cenerentola« und »L’Italiana in Algeri« von Rossini, auf Cetra Opera Live in »Les Abencerages« von Cherubini und in »Le nozze di Figaro«, auf Melodram in »I Capuleti e i Montecchi« von Bellini, auf TIS als Sarastro in der »Zauberflöte« (RAI Turin, 1953) und in »Lucrezia Borgia« von Donizetti, auf Arkadia in »Didone« von Piccinni, auf Cetra/Morgan Records den Simon Mago in »Nerone« von Boito, auf Documents den Tomsky in »Pique Dame« von Tschaikowsky (Mitschnitt vom Maggio Musicale Fiorentino 1952)..

22.1. Giannino MAINARDI: 95. Geburtstag

Biographie des italienischen Baritons auf Italienisch: http://www.lacasadellamusica.it/Vetro/Pages/Dizionario.aspx?ini=M&tipologia=1&idoggetto=901&idcontenuto=1782

22.1. Henri MARÉCHAL: 175. Geburtstag

Er studierte Notenlehre bei Émile Chevé und Edouard Baptiste und Klavier bei Louis Chollet. Auf Anraten von Alexis de Castillon trat er in die Kompositionsklasse von Victor Massé am Conservatoire de Paris ein, wo er außerdem bei Francois Benoist Orgel und bei Alexis Chauvet Kontrapunkt studierte. 1870 gewann er mit der Kantate Le Jugement de Dieu den Premier Grand Prix de Rome. Nach dem mit dem Preis verbundenen Romaufenthalt debütierte er als Komponist in Paris mit dem „poème sacré“ La Nativité (1875). Er komponierte dann mehrere Opern, Ballette und Schauspielmusiken, ein weiteres „drame sacré“, Chor- und Orchesterwerke, Lieder, kammermusikalische Werke und Motetten. Seine erste Oper Les Amoureux de Catherine wurde 1889 zum hundertsten Mal aufgeführt und wurde noch bis 1920 gegeben. Maréchals Kompositionsstil ist vielfach von Chromatik geprägt, seine musikalische Ausdrucksweise schlicht, aber dramatisch und wirkungsvoll.
Außerdem verfasste er musikkritische Artikel für Le Figaro und veröffentlichte mehrere Bände Erinnerungen und 1910 die Monographie universelle de l’Orphéon. Er korrespondierte mit der Komponistin Marguerite Olagnier. Er starb 1924 in Paris.

23.1. Nikolai KORNDORF: 70. Geburtstag

Er studierte ab 1965 zunächst bei Sergei Balassanjan am Moskauer Konservatorium, was er im Jahre 1970 abschloss. In dieser Zeit entstand die Einaktoper Ein Märchen über … nach Semjon Kirsanow. 1973 beendete Korndorf ein postgraduales Studium mit der Op
er Das Gelage während der Pest nach Alexander Puschkin. Er studierte Dirigieren bei Leo Ginsburg 1967-79 und unterrichtete selbst Dirigieren und Orchestration am Konservatorium 1972-91 am Moskauer Konservatorium. 1973 wurde er in die Union sowjetischer Komponisten aufgenommen. 1978-83 war er Vorsitzender der Künstlervereinigung junger Moskauer Komponisten. Als Beginn des ernsthaften kompositorischen Schaffens zählt die Erste Symphonie (1975). Er schuf Filmmusik für diverse sowjetische Filme “10 Schwarze”, 1987; “Champagnerperlen”, 1988; und “Seewolf”, 1990. Zu Beginn des Jahres 1990 wurde er Mitgründer und Vizepräsident der neuen Assoziation zeitgenössischer Musik (ACM). Im gleichen Jahr erhielt er den Musikpreis der Stadt Duisburg. Am 16. Mai 1991 wanderte er nach Kanada aus. Ab dieser Zeit experimentierte er mit elektroakustischen Medien und war Associate Composer des Canadian Music Centre und Mitglied der Canadian League of Composers. Er unterrichtete bis zu seinem Lebensende Komposition an der University of British Columbia. Nach 1997 reiste er mehrmals nach Russland und nahm dort an Festivals teil. Er war mit Tatjana, der Tochter der Geologin Tatjana Iwanowna Ustinowa verheiratet. Er starb 2001 in Vancouver. Sein frühes Werk folgt dem traditionellen akademischen Stil. Dann widmete er sich dem atonalen, post-expressionistischen Stil. Nach 1981 wandte er sich davon ab, kam zur tonalen diatonischen Musik, in der er repetitive Techniken, einige minimalistische Züge und Elemente der neuen Schlichtheit verwendete. (Quelle: Wikipdia)

23.1. Yordi RAMIRO: 75. Geburtstag

Er erhielt seine Ausbildung in Mexico City, dann in Italien, wo er auch 1977 als Pinkerton in »Madame Butterfly« debütierte. Bereits 1978 wurde er an die Staatsoper von Wien verpflichtet (Debüt als Pinkerton), zu deren Ensemble er bis 1982 gehörte und wo er auch danach noch bis 1987 gastierte. Hier sang er in insgesamt 91 Vorstellungen auch den Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, den italienischen Sänger im »Rosenkavalier«, den Beppe im »Bajazzo«, den Herzog im »Rigoletto«, den Rinuccio in »Gianni Schicchi«, den Rodolfo in »La Bohème«, den Alfredo in »La Traviata«, den Fenton im »Falstaff« von Verdi, den Tebaldo in Bellinis »I Capuleti e i Montecchi«, den Ernesto im »Don Pasquale« und den Nemorino in »L’Elisir d’amore«. Bei den Salzburger Festspielen sang er 1978-79 den italienischen Sänger im »Rosenkavalier«. Gastspiele führten ihn nicht nur an die großen Theater im deutschen Sprachraum (u.a. an die Staatsoper Hamburg und 1980 an das Opernhaus von Zürich), sondern auch schon in die USA. Hier gastierte er 1979 an der San Francisco Opera als Rinuccio und an der Oper von Seattle als Alfredo. 1980 sang er am Teatro Liceu Barcelona den Rodolfo in »La Bohème«, 1981 in seiner Heimat Mexico den Edgardo, 1983 an der Opéra du Rhin Straßburg den Roméo in »Roméo et Juliette« von Gounod, 1984 an der Covent Garden Oper London den italienischen Sänger im »Rosenkavalier«, 1994 an der Kölner Oper den Herzog im »Rigoletto«. Bei den Festspielen von Bregenz war er 1985 als Sir Bruno Robertson in »I Puritani« von Bellini zu hören, im gleichen Jahr sang er in der New Yorker Carnegie Hall den Fenton in einer konzertanten Aufführung von Verdis »Falstaff«. Er starb 2006 in Acapulco.
Schallplatten: Naxos (Herzog im »Rigoletto«, Alfredo in »La Traviata« in Gesamtaufnahmen dieser Verdi-Opern).

23.1. Gerhard BOSSE: 95. Geburtstag

Er wurde als Sohn des Militärmusikers Oskar Bosse (1893–1979) geboren und ist in Greiz aufgewachsen. Mit sechs Jahren erhielt er seinen ersten Violinunterricht bei seinem Vater. Ab 1930 wurde er vom Konzertmeister der Reußischen Hofkapelle unterwiesen. Er ging 1936 nach Leipzig und erhielt bei Edgar Wollgandt Unterricht. Nach dem Abitur 1940 studierte er Violine bei Walther Davisson am Leipziger Konservatorium. Schon während des Studiums war er als Substitut beim Gewandhausorchester engagiert. 1943 wurde er ins Reichs-Bruckner-Orchester in Linz berufen und spielte unter Dirigenten wie Karl Böhm, Wilhelm Furtwängler, Carl Schuricht, Herbert von Karajan, Oswald Kabasta und Joseph Keilberth. Außerdem studierte er Gesang am Linzer Konservatorium. 1948-51 war er Konzertmeister im Kleinen Rundfunkorchester Weimar. Im Jahr 1949 wurde Bosse Professor an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar und 1951 Erster Konzertmeister des Rundfunk-Sinfonieorchesters Leipzig unter Hermann Abendroth. Außerdem erhielt er eine Professur an der Leipziger Musikhochschule. 1955-87 war Bosse Konzertmeister des Gewandhausorchesters unter den Dirigenten Franz Konwitschny, Václav Neumann und Kurt Masur. 1955-77 war er Primarius des Gewandhaus-Quartetts. 1963 gründete Bosse das Bachorchester des Gewandhauses Leipzig, welches er selbst bis 1987 leitete. 1980 gründete Bosse das Kirishima International Music Festival in Japan. Außerdem war er Gastdirigent der New Japan Philharmonie und Gastprofessor an der Tokyo University of the Arts. 2000 wurde er Musikdirektor des Kobe City Chamber Orchestra und zwei Jahre später Berater der New Japan Philharmonic. Seit 2000 lebte er mit seiner dritten Ehefrau Michiko in Takatsuki, wo er 2012 starb. Zu seinem großen Schülerkreis gehören u.a. Hans-Christian Bartel, Dietmar Hallmann und Karl Suske.

24.1. Roland GAGNON (amerikanischer Dirigent): 80. Geburtstag

24.1. Ida KRZYZANOWSKI-DOXAT: 150. Geburtstag

Ida KRZYZANOWSKI-DOXAT als Fidelio-Leonore

Sie war die Tochter eines österreichischen Bezirkskommissars. Ihre Stimme wurde durch die berühmte Sängerin Marie Wilt entdeckt und durch die nicht weniger berühmte Louise Dustmann in Wien ausgebildet. Sie debütierte 1889 am Stadttheater von Halle/Saale in der Partie der Elisabeth im »Tannhäuser«. 1890-91 war sie am Stadttheater von Elberfeld, 1891-95 am Opernhaus von Leipzig, 1895-99 am Stadttheater (Opernhaus) von Hamburg engagiert. 1899 folgte sie einem Ruf an das Hoftheater von Weimar, an dem auch ihr Gatte, der Hofkapellmeister Rudolf Krzyzanowski (1859-1911), wirkte. Sie gastierte als hoch angesehene Wagner-Sängerin bei den Münchner Musteraufführungen von Wagner-Opern als Senta in »Der fliegende Holländer« und als Isolde in »Tristan und Isolde«. An der Hofoper von Dresden hörte man sie als Brünnhilde im Nibelungenring. Auch an der Wiener Hofoper trat sie als Gast auf (1904 als Isolde, als Leonore im »Fidelio« und als Valentine in den »Hugenotten« von Meyerbeer); in London gab sie während mehrerer Jahre Wagner-Konzerte. Am Hoftheater von Gotha übernahm sie in interessanten Aufführungen von Cherubinis klassischer Oper »Medea« die Titelrolle. Zu ihrem Repertoire für die Opernbühne gehörte auch die Donna Anna im »Don Giovanni«. Auch im Konzertfach kam sie zu einer bedeutenden Karriere. Sie starb 1947 in Graz.

24.1. Josef PREISINGER: 225. Geburtstag

Er war der Sohn eines wohlhabenden Wiener Kaufmanns, verlor aber früh seine Eltern. Er wurde zuerst Beamter in der Kaiserlichen Bancalregistratur, ließ aber dann seine Stimme durch den Hofkapellmeister Tomaselli und durch den Pädagogen Mozzarini ausbilden. Nach ergänzenden Studien in Italien wurde er durch den berühmten Impresario Domenico Barbaja an das Wiener Theater am Kärntnertor verpflichtet, wo er 1823 als Podestà in »La gazza ladra« von Rossini debütierte. Nachdem er dort auch als Leporello im »Don Giovanni« erfolgreich aufgetreten war, wurde er an dieses Haus sowohl für das deutsche wie für das italienische Fach engagiert. 1824 ging er nach Graz, daran anschließend nach Preßburg (Bratislava), kam aber 1826 wieder an das Kärntnertortheater zurück, dem er jetzt bis 1828 angehörte. Seine großen Erfolge hatte er dort als Basilio im »Barbier von Sevilla« von Rossini, dann als Oroe in dessen »Sem
iramide«, als Schlosser in »Maurer und Schlosser« (»Le Maçon«) von Auber, als Mephistopheles in »Faust« von Louis Spohr und in vielen anderen Rollen. 1828 gab er ein glanzvolles Gastspiel an der Berliner Hofoper und unternahm anschließend eine Tournee durch Deutschland und Frankreich mit Auftritten u.a. in Paris. 1828-32 sang er am Theater von Graz unter dem Direktor Stöger und ging dann mit diesem für die Jahre 1832-34 an das Theater in der Josefstadt in Wien, danach 1834 an das Deutsche Landestheater Prag, wo er zunächst in Partien wie dem Dulcamara in Donizettis »L‘Elisir d’amore«, dem Daniel in »Zampa« von Hérold, dem van Bett in »Zar und Zimmermann« von Lortzing, dem Bijou in Adams »Le Postillon de Lonjumeau« und dem Bruder Tuck in »Der Templer und die Jüdin« von Marschner erschien, später jedoch kleinere Partien und zuletzt nur noch Rollen in Lustspielen und Possen übernahm. Er führte auch bei Aufführungen am Prager Landestheater Regie; 1862 gab er seine Bühnenkarriere endgültig auf. Er starb 1865 in Prag.

25.1. Krystina SZCZEPANSKA: 100. Geburtstag

Sie studierte am Warschauer Konservatorium bei Belina-Skupiewski. Debüt 1947 an der Schlesischen Oper in Bytom (Beuthen). Sie hatte wichtige Erfolge bei Gastspielen an den großen polnischen Opernbühnen und wurde schließlich 1957 Mitglied der Nationaloper von Warschau, zu deren beliebtesten Künstlern sie zählte. Ihr umfangreiches Bühnenrepertoire enthielt auch die technisch schwierigen Koloraturpartien für Mezzosopran. Höhepunkte bedeuteten jedoch darin die dramatischen Rollen, die sie auch darstellerisch vortrefflich meisterte. Dazu war sie eine geschätzte Konzert- und Liedersängerin. Später Professorin an der Musikhochschule von Warschau. Sie starb 1986 in Warschau.
Schallplatten: Muza und kleinere polnische Marken (u.a. Stabat mater von Szymanowsky, moderne Werke von Penderecki und W. Rudzinski).

25.1. Tino FOLGAR: 125. Geburtstag

Tino FOLGAR

Er hieß eigentlich Juventino Folgar Ascaso; er erhielt seine Ausbildung in Spanien und Italien, u.a. durch Esteban Pasqual in Barcelona und debütierte 1922 in Barcelona als Rodolfo in »La Bohème«. In Italien hatte er 1925 ein zweites Debüt in Acqui (Piemont) als Graf Almaviva in Rossinis »Barbier von Sevilla« und sang in den folgenden fünf Jahren dort in Genua, Rom, Turin und Cremona, außerdem in Belgien, am Teatro Liceu Barcelona und in Madrid. In der Saison 1925-26 hatte er bei der Italienischen Oper in Holland einen sensationellen Erfolg. Seine Konzertabende, bei denen er neben Opernarien auch spanische Lieder sang, trugen ihm dort wahre Triumphe ein. 1926 sang er am Teatro Adriano in Rom als Partner der berühmten Conchita Supervia den Lindoro in »L’Italiana in Algeri« von Rossini und beteiligte sich an der Rossini-Renaissance, die von Conchita Supervia ihren Ausgang nahm. 1929 ging er nach Spanien, wo er hauptsächlich in Zarzuelas und Operetten auftrat und in einigen Tonfilmen mitwirkte. 1929 trat er am Teatro Fontalba in Madrid in der Zarzuela »Los claveles« von José Serrano auf, in der Saison 1929-30 am Teatro Zarzuela Madrid in »La ventera de Alcalá« von Pablo Luna, 1941 am Teatro Victoria Barcelona in »La montería« und in »La generala« von Amadeo Vives. Er trat im ersten spanischen Tonfilm »La Canción del Dia« auf. 1932 kam er nach London, wo er jetzt als Radio- und Konzertsänger in Erscheinung trat, jedoch seine Tätigkeit als Opernsänger beendete. Er unternahm Tourneen mit einem eigenen Zarzuela-Ensemble. 1945 wanderte er nach Argentinien aus und wirkte in Buenos Aires, in Mexico City und anderwärts als Pädagoge. In Südamerika unternahm er große Konzertreisen und wurde vor allem als Radiosänger sehr bekannt. Er starb 1982 in Buenos Aires.
Schallplatten der Marke HMV zeigen seine schön gebildete, lyrische Stimme (darunter vollständige »Rigoletto«-Aufnahme von 1927; sehr viele Aufnahmen mit Ausschnitten aus Zarzuelas).

27.1. Claude TERRASSE: 150. Geburtstag

Er studierte am Konservatorium von Lyon. Dort leitete er eine Kornettistengruppe, die mit dem Orchester des Grand-Théâtre der Stadt auftrat. Er hatte Unterricht in Harmonielehre bei Alexandre Luigini und Orgelunterricht bei Paul Trillat. Später studierte er an der École Niedermeyer bei Alexandre Georges und Eugène Gigout. Hier lernte er auch Charles Bonnard, den Bruder des Malers Pierre Bonnard kennen, dessen Schwester Andrée er 1890 heiratete. Er wirkte zunächst als Klavierlehrer in Arcachon und trat mit seiner Frau in verschiedenen kammermusikalischen Formationen als Pianist auf. In dieser Zeit entstanden seine Petit scènes familières für Klavier, die mit Illustrationen seines Schwagers Pierre Bonnard veröffentlicht wurden. 1896 wurde er als Organist an die Orgel von La Trinité nach Paris berufen. Hier wurde er als Komponist der Schauspielmusik zu Alfred Jarrys Ubu Roi in der Pariser Avantgarde bekannt. Im Umkreis des Théâtre des Pantins, eines Marionettentheaters, arbeitete er außer mit Jarry mit Franc-Nohain, A.F. Herold und den Malern der Gruppe Les Nabis zusammen. 1900 begann mit La Petite Femme de Loth nach einem Libretto von Tristan Bernard seine Laufbahn als Operettenkomponist. Seinen ersten bedeutenden Erfolg hatte er im Folgejahr mit Les Travaux d’Hercule nach Robert de Flers und Gaston Arman de Caillavet. Sein wichtigster Librettist wurde Georges Courteline. Operettenparodien komponierte Terrasse u.a. nach Texten seiner Freunde Franc-Nohain und A. F. Herold, auch Jarry schrieb mit Eugène Demolder ein Libretto für ihn. Mit La Mariage de Télémaque (nach Jules Lemaître und Maurice Donnay) fand er 1910 Eingang in die Pariser Opéra-Comique. Insgesamt komponierte Terrasse fast dreißig Operetten. Er starb 1923 in Paris.

27.1. Marianne PIRKER: 300. Geburtstag

Ihr Vater hieß Sigismund Geyerseck. Sie heiratete 1735 oder 1736 (wahrscheinlich in Venedig) den Violinisten und Konzertmeister Joseph Franz Pirker (* 28.3.1700 in der Umgebung von Salzburg, † 1.2.1786 Heilbronn). (Aus dieser Ehe stammen vier Töchter, von denen drei in Graz, die jüngste 1746 in Bologna geboren wurde.) Marianne Pirker entwickelte schnell eine Karriere von internationalen Dimensionen. Sie trat mit der Mingotti-Truppe einige Jahre in Graz, 1745 in Hamburg, 1748 in Kopenhagen auf. 1744-48 unternahm sie mehrere Gastspiel-Tourneen in Italien. Nachdem sie dort sehr große Erfolge erzielt hatte, folgten Joseph Franz  und Marianne Pirker 1747 einer Einladung des Impresarios Lord Middlesex nach London. Auch hier kam die Sängerin zu glänzenden Erfolgen, doch erwies sich der Impresario als nicht zahlungsfähig. Dadurch ergaben sich für das Künstlerehepaar Schulden, und schließlich verließen beide fluchtartig England. Sie flohen nach Hamburg und schlossen sich dann der Mingotti’schen Truppe an, als deren Primadonna Marianne Pirker namentlich bei Auftritten in Kopenhagen zu großen Erfolgen kam. Sie wurde im April 1750 für das Stuttgarter Hoftheater engagiert, an der sie gleichfalls sehr erfolgreich auftrat. Sie erwarb sich in Stuttgart um die Etablierung einer eigenen Hofoper und deren weiteren Ausbau große Verdienste. Durch Vermittlung seiner Ehefrau wurde dann auch 1752 Joseph Franz Pirker als Konzertmeister und Violinist an den Stuttgarter Hof berufen. Der Ausgang ihrer Karriere in der württembergischen Hauptstadt gestaltete sich sehr unglücklich. In der Scheidungsangelegenheit zwischen dem Herzogspaar stellte sie sich auf die Seite der Herzogin, mit der sie freundschaftlich verbunden war. 1754 reiste Joseph Franz Pirker nach Italien, um einige »Virtuosen« für die Hofkapelle zu engagieren. Er wurde, zusammen mit seiner Ehefrau, im Juni 1756 auf Befehl des Herzogs Karl Eugen auf dem Hohenasperg inhaftiert; die Freilassung der beiden Künstler erfolgte erst am 19.11.1764, nachdem die beiden Kaiserinnen Maria Ther
esia von Österreich und Katharina II. von Russland beim Herzog von Württemberg energische Schritte unternommen hatten. Bei Marianne Pirker zeigten sich während der Haft schwerste psychische Schäden; sie durfte sich daher vorübergehend auf dem Gut Eschenau bei Heilbronn aufhalten. Dorthin zog sie sich auch nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis zurück. Sie trat jetzt aber nicht mehr in der Öffentlichkeit auf. Ihr Ehemann verdiente den Lebensunterhalt zuletzt durch Musikunterricht, den er in Heilbronn erteilte. Marianne Pirker starb 1782 in Eschenau bei Heilbronn. – Die älteste Tochter des Ehepaars, Aloysia (Luisa) Josepha Barbara Pirker (* 17.8.1737 in Graz) wurde 1755 in die Stuttgarter Hofkapelle eingestellt, aber 1766 zusammen mit ihren Eltern fristlos entlassen. 1767 engagierte man sie jedoch wieder für ihre Tätigkeit. Bis 1770 erscheint sie in den Hofakten in dieser Stellung, ihr weiteres Schicksal ist unbekannt.
Lit.: A.J. Hey: »Marianne Pirker« (1924).

28.1. Anna GONDA: 70. Geburtstag

Mit 13 Jahren begann sie das Klavierstudium, mit 17 ihre Gesangsausbildung; in den Jahren 1969-74 Gesang- und Musikstudium an der Franz Liszt-Musikakademie in Budapest. 1974 schloss sie dieses Studium mit ihrer Diplomprüfung ab. 1974-76 wurde sie in der Opernklasse von Frau Dagmar Freiwald-Lange in Berlin weiter ausgebildet und trat zum Abschluss in einer Aufführung von Glucks »Orpheus und Eurydike« in der Titelpartie dieser Oper auf. 1976-78 war sie am Stadttheater von Rostock engagiert. 1978-81 übte sie eine Lehrtätigkeit am Konservatorium von Györ (Ungarn) aus. Sie sang 1978-80 auch am Theater von Klagenfurt. 1981 wurde sie durch Karl Böhm an die Wiener Staatsoper berufen (Debüt: 1. Magd in »Elektra« von R. Strauss), deren Mitglied sie bis 1997 blieb. An der Wiener Staatsoper trat sie hauptsächlich im Charakterfach auf: als Mary in »Der fliegende Holländer«, als Annina im »Rosenkavalier«, als Suzuki in »Madame Butterfly«, als 3. Dame in der »Zauberflöte« (die sie dort 96mal sang), als Gräfin Coigny in Giordanos »Andrea Chénier«, als Anna in Donizettis »Maria Stuarda«, als Marthe im »Faust« von Gounod, als Brigitta in Korngolds »Die tote Stadt«, als Marcellina in »Le nozze di Figaro«, als Margret im »Wozzeck« von A. Berg, als Zulma in Rossinis »L’Italiana in Algeri«, als Emilia im »Otello« von Verdi, als Mamma Lucia in »Cavalleria rusticana«, als Amme im »Boris Godunow«, als Gouvernante in »Pique Dame« von Tschaikowsky, als Ulrica in Verdis »Un Ballo in maschera«, als Erda im Ring-Zyklus und als Haushälterin in »Die schweigsame Frau« von R.Strauss. Mit der Wiener Staatsoper unternahm sie zahlreiche Gastspiele, u.a. in Barcelona und im Rahmen einer Japan-Tournee (1986). Bei den Salzburger Festspielen wirkte sie am 7.8.1984 in der Uraufführung der Oper »Un Re in ascolto« von Luciano Berio als Gattin des Prospero mit, am 20.5.1995 am Theater an der Wien in der von A. Hölszkys »Die Wände« als Ommou. 1994 gastierte sie an der Mailänder Scala als Schwertleite in der »Walküre«. Von den Partien, die sie auf der Bühne sang, sollen die Azucena im »Troubadour«, die Amneris in »Aida«, die Maddalena im »Rigoletto«, die Mrs. Quickly in »Falstaff« von Verdi, die Federica in »Luisa Miller«, die Preziosilla in »La forza del destino«, die Brangäne in »Tristan und Isolde«, die Dalila in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns, die Magdalena im »Evangelimann« von Kienzl, die Marina im »Boris Godunow«, die Olga im »Eugen Onegin«, die Herodias in »Salome« und die Klytämnestra in »Elektra« von R. Strauss wie in »Iphigenie in Aulis« von Gluck, die Hexe in »Hänsel und Gretel« und die Penelope in Monteverdis »Il ritorno d’Ulisse in patria« genannt sein. Die Sängerin trat bei Konzerten und Liederabenden in Österreich, in Frankreich und in der Schweiz in Erscheinung. Sie sang auch unter dem Namen Anna Gonda-Nigg. 2013 beging sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Selbstmord.
Schallplatten: DGG (Zulma in Rossinis »L’Italiana in Algeri«, Margret im »Wozzeck« von A. Berg), Naxos (»Die Zauberflöte«, Stabat mater von Pergolesi); Virgin-Video (»Wozzeck«).

29.1. Myer FREDMAN: 85. Geburtstag

Biographie des britisch-australischen Dirigenten auf Englisch: https://en.wikipedia.org/wiki/Myer_Fredman

29.1. Peter MINICH: 90. Geburtstag

Peter-Minich

Er wurde in St. Pölten geboren, ließ sich zunächst zum Techniker ausbilden, besuchte nach 1945 das Max-Reinhardt-Seminar und trat 1948 sein erstes Engagement im Wiener Kellertheater »Das Experiment« an. Im selben Jahr wurde er als Eleve ans Wiener Burgtheater verpflichtet und studierte parallel dazu Gesang am Horak-Konservatorium. 1950 debütierte er an der Staatsoper in der Volksoper in der Sprechrolle des Hauptmanns in »Gasparone«. 1951 wurde er als Sänger und Schauspieler an das Stadttheater von St. Pölten engagiert (Debüt in »Der Bettelstudent«). Danach folgten Engagements in St. Gallen (1951-55) und Graz (1955-60). Am 13. Mai 1956 erfolgte das Sängerdebut an der Wiener Volksoper: Der junge Tenor und fabelhafte Schauspieler war in Graz – unter anderem – als Petrucchio in »Kiss Me, Kate!« aufgefallen. Obwohl er die Partie dort in einer anderen Fassung gespielt hatte, brachte er dennoch das Husarenstück fertig, in Wien erfolgreich für Fred Liewehr einzuspringen. Dieser Künstler blieb ihm immer Vorbild an glaubhafter, geschmackvoller Auseinandersetzung mit dem Genre der Operette. Mit großer Freude stand Minich in späteren Jahren in »My Fair Lady«, »Die lustige Witwe« oder in der Uraufführung der Stolz-Operette »Frühjahrsparade« (25.3.1964) mit Liewehr gemeinsam auf der Bühne. Nach seinem Petrucchio-Debut hatte Minich bald Gelegenheit, auch in anderen Partien seine ansprechende Tenorstimme und darstellerischen Atouts auszuspielen: 1957 als Eisenstein in »Die Fledermaus«, 1960 Schlag auf Schlag als Tassilo in »Gräfin Mariza«, als Symon in Millöckers »Der Bettelstudent« und Niki in »Ein Walzertraum«, alles Rollen, die den Künstler viele Jahre begleiten sollten. Im September 1960 erfolgte das längst fällige feste Engagement an die Volksoper. Innerhalb kürzester Zeit wurde Peter Minich zum Publikumsliebling – der Frack und Zylinder sein Markenzeichen: Mit 262 Abenden bis in das Jahr 1996 rangiert der Eisenstein an der Spitze seiner hier gesungenen Partien. Weitere Rollen des Bonvivant-Faches wurden Danilo in »Die lustige Witwe«, René in Lehárs „»Der Graf von Luxemburg«, Mister X in Kálmáns »Die Zirkusprinzessin«, Edwin in Kálmáns »Die Csárdasfürstin«, Graf Zedlau in »Wiener Blut«  oder Georges (später auch Paul) in Heubergers »Der Opernball«. Doch auch andere Charaktere erfüllte Peter Minich mit größter Bühnenwirkung: Den bereits erwähnten Petrucchio spielte er 148mal bis zum Jahr 1992 in gleich drei Inszenierungen von Heinz Rosen, Heinz Marecek und Monika Wiesler. Der Symon in der legendären »Bettelstudent«-Inszenierung Adolf Rotts war über Jahre eine weitere seiner Glanzpartien. Aber auch der Adam in Zellers »Der Vogelhändler«, der Jim Mahoney in Weills Oper »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny«, der Leopold »Im Weißen Rößl« und nicht zuletzt der Higgins in 188 »My Fair Lady«-Vorstellungen sind untrennbar mit Peter Minich verbunden. Ab 1980 nahm der Künstler einen behutsamen Wechsel in das Charakterfach vor. Mit dem Baron Gondermark in »Pariser Leben« erfolgte der äußerst geglückte Einstieg. Es folgten Ollendorf in »Der Bettelstudent«, der König in »Madame Pompadour«, der Prinz Sergej in »Die Zirkusprinzessin« – welcher dennoch das Loblied des Mister X auf Wien anstimmte -, der Fürst Ypsheim in »Wiener Blut«, der Gefängnisdirektor Frank in der »Fledermaus« oder der alte Kaiser »Im Weißen Rößl«. Eine weitere
große Erfolgspartie trat bereits 1997 mit dem Matthäus in Leo Falls »Der fidele Bauer« in der Inszenierung von Robert Herzl hinzu. Peter Minich gastierte mit der Volksoper oftmals in Japan, den Vereinigten Staaten und in Russland. Er wirkte länger als 50 Jahre an der Wiener Volksoper. In über 3000 Vorstellungen verkörperte er an diesem Haus nahezu fünfzig verschiedene Figuren des Operetten-, Musical- und Opernrepertoires, darunter den Fadinard in Nino Rotas »Der Florentiner Strohhut«, Fürst Suleiman und Mossu in »Tausend und eine Nacht« von Johann Strauß, Piquillo in »La Périchole« von Offenbach, der Fremde in »Venus in Seide« von R. Stolz, Prinz Radjami in Kálmáns »Die Bajadere«, Anton Hofer in »Zwei Herzen im Dreivierteltakt« von R. Stolz, die Titelrolle in »Boccaccio« von r. von Suppé,
Gastspiele führten ihn an die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg und an das Theater am Gärtnerplatz in München. 1962-63 stellte er bei den Salzburger Festspielen den Bassa Selim in der »Entführung aus dem Serail« dar. 1998 trat er am Stadttheater von Baden bei Wien in dem Musical »Gigi« von Loewe auf. Seit 1960 ist er Ehrenmitglied der Volksoper Wien, 1974 wurde ihm der Titel „Kammersänger“ verliehen. Er starb 2013 in Wien. In erster Ehe war er mit der Operettensängerin Eleonore Bauer (1927-83), in zweiter Ehe mit der Operettensängerin Guggi Löwinger verheiratet.
Zahlreiche Schallplattenaufnahmen, vor allem Operettenquerschnitte, bei Philips, RCA und Telefunken-Decca, Gesamtaufnahme »Die lustige Witwe« auf Nippon Columbia (als Danilo), auf Capriccio/EMI Vater Tschöll im »Dreimäderlhaus« von Schubert/Berté, auf Delta »My Fair Lady« von Loewe, auf Preiser erschienen Wiener Lieder, auf Camerata Aufnahmen von Operettenszenen aus Japan.

30.1. Marta POSPIŠIL-GRIFF: 125. Geburtstag

Sie war Schülerin von G. Sartocic in Zagreb und von E. Herzog-Tulner in Wien. 1914 Debüt am Opernhaus von Zagreb in der Rolle der Hata in Smetanas »Die verkaufte Braut«. Bis 1943 wirkte sie an diesem Opernhaus, dessen Publikum ihr sehr zugetan war. Sie sang dort Partien wie die Marfa in »Chowanschtschina« von Mussorgsky, die Gräfin in Tschaikowskys Oper »Pique Dame«, die Dalila in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns, die Eboli im »Don Carlos« von Verdi, die Ulrica im »Maskenball« und die Marina im »Boris Godunow«. Weitere Partien aus ihrem Opernrepertoire: die Carmen, die Azucena im »Troubadour« und die Amneris in »Aida«. Bei Gastspielen und Konzertauftritten kam sie in Jugoslawien wie im Ausland zu weiteren Erfolgen. Sie starb 1966 in Zagreb. Sie war verheiratet mit dem Bassisten Alexander Griff (1887-1962).
Aufnahmen ihrer Stimme wurden auf der Marke Jugoton publiziert.

31.1. Craig SMITH: 70. Geburtstag

Biographie des amerikanischen Dirigenten auf Englisch:
https://en.wikipedia.org/wiki/Craig_Smith_(conductor)

31.1. Francesco BASILY: 250. Geburtstag

Biographie des italienischen Dirigenten und Komponisten auf Italienisch: https://it.wikipedia.org/wiki/Francesco_Basily

 

IN MEMORIAM GEBURTSTAGE IM DEZEMBER 2016

IN MEMORIAM-Geburtstage IM DEZEMBER 2016

Berücksichtigt wurden runde und halbrunde Geburtstage. Zusammenstellung der Liste: Walter Nowotny.

 

1.12. Leonard STEIN: 100. Geburtstag

Er studierte Klavier beim Busoni-Schüler Richard Buhlig am Los Angeles City College, um dann ab 1935 bei Schönberg an der University of Southern California und dann an der University of California, Los Angeles Kompositionslehre und Musiktheorie zu studieren (BA: 1939, MM: 1941, MA: 1942). Ab 1939 war Stein als Assistent Schönbergs tätig, ab 1942 als dessen persönlicher Assistent. Er war einerseits an den Uraufführungen von Schönbergs Phantasy for violin with piano accompaniment op. 47 und der Kammersinfonie op. 38B beteiligt. Andererseits unterstützte er Schönberg bei der Arbeit an seinen Manuskripten. Nach Schönbergs Tod vervollständigte er vier der Theoretischen Schriften, die dieser nicht mehr fertigstellen konnte und legte 1975 sogar eine erweiterte Fassung der zweiten Auflage von Schönbergs Style and Idea vor. Auch arrangierte er einige Kompositionen Schönbergs.

Stein lehrte seit 1946 an verschiedenen Colleges und am California Institute of the Arts, wo La Monte Young, Terry Jennings, John King und Dean Drummond zu seinen Schülern gehörten. Er promovierte 1965 über die Aufführung von Zwölfton- und Serieller Musik auf dem Klavier; die Arbeit enthielt Analysen zentraler Klavierwerke von Schönberg, Anton Webern, Karlheinz Stockhausen und Pierre Boulez. Stein setzte sich wesentlich für die Gründung des Arnold Schönberg Institute in Los Angeles ein und leitete dieses 1974-91.

Stein machte sich aufgrund seiner herausragenden Kenntnisse der Neuen Musik auch einen Namen als Interpret sowie als Veranstalter der Konzertreihen Encounter Series in Pasadena (Kalifornien) und der Piano Spheres in Los Angeles. Als Pianist spielte er kammermusikalische Werke von Schönberg und Hindemith neben denen von John Cage ein. Bei Donald Erbs Reconnaisance war er auf dem Synthesizer zu hören. Als Schönberg-Spezialist war er international als Vortragsgast geschätzt und referierte bis in die letzten Lebensjahre häufig in Europa; Steins Persönlichkeit fesselte auch durch seinen Charme und Witz. Er starb 2004 in Burbank (Los Angeles County).

 

2.12. Henry Thacker BURLEIGH: 150. Geburtstag

Henry Thacker BURLEIGH

Der farbige Künstler studierte am National Conservatory New York, wo Antonín Dvorák zeitweilig einer seiner Lehrer war. Er erwarb große Verdienste durch seine Sammlung und Bearbeitung von Negro Spirituals. Er gab mehrere Sammlungen dieser Melodien, aber auch von weltlichen Sing- und Tanzweisen heraus, die dadurch weiten Kreisen bekannt geworden sind. Er komponierte selbst Lieder, die zum Teil im Stil dieser Vorbilder gehalten waren, trug aber immer wieder diese Spirituals und Volkslieder auch selbst im Konzertsaal vor; er unternahm mehrere Tourneen durch die USA. Von 1894 bis 1946, als er seine Karriere beendete, war er Solist der St. George’s Episcopal Church im New Yorker Stadtteil Harlem. Seit 1896 sang er an jedem Palmsonntag in dieser Kirche »Les Rameaux« von Gabriel Fauré; seit 1913 veranstaltete er dort einen »Annual Service of Negro Spirituals«, an dem führende farbige Sänger als Solisten teilnahmen. 1917 wurde er mit einem Preis für hervorragende Verdienste um die Darstellung der farbigen Minderheit im Kulturleben der Vereinigten Staaten ausgezeichnet. Er wurde zum Master of Arts der Atlanta University (1918) und zum Ehrendoktor der Howard University (1920) ernannt. Er starb 1949 in Stamford (Connecticut). Sein Sohn Alston Burleigh (1899-1977) setzte das Werk seines Vaters fort.

Schallplatten: Broome Records (»Go down Moses«, 1920 aufgenommen), vielleicht auch Aufnahmen auf Emerson.

 

3.12. Phyllis CURTIN: 95. Geburtstag

Phyllis CURTIN

 Sie studierte am Wellesley College, bei Olga Avierino und bei Boris Goldovsky in Boston und debütierte 1946 bei der New England Opera Company als Tatjana im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky. Bei der New England Opera Company in Boston sang sie zu Beginn ihrer Kariere auch die Lisa in »Pique Dame« von Tschaikowsky und die Lady Billows in »Albert Herring« von B. Britten. Sie debütierte 1953 an der City Opera New York in der amerikanischen Erstaufführung der zeitgenössischen Oper »Der Prozess« von G. von Einem und sang in den folgenden zehn Jahren an diesem Haus fast alle großen Mozart-Rollen, auch die Traviata und die Salome von R. Strauss. An diesem Haus, an dem sie noch bis 1976 als Gast auftrat, sang sie u.a. in den Uraufführungen der beiden Opern »Susannah« (1956 in der Titelrolle; die Partie hatte der Komponist für sie geschrieben) und »The Passion of Jonathan Wade« (1962) von Carlisle Floyd. 1958 sang sie an der Oper von Santa Fé in einer weiteren Uraufführung, »Wuthering Heights« von Carlisle Floyd die Partie der Cathy. In New York trat sie in den zeitgenössischen Opern »Troilus and Cressida« von Sir William Walton und »The Taming of the Shrew« von Giannini auf; sie sang auch in der amerikanischen Premiere von »Les mamelles de Tirésias« von Poulenc (1953 Brandeis University). Seit 1953 erschien sie an der Covent Garden Oper London. 1960-61 gastierte sie an der Staatsoper von Wien (als Traviata, als Butterfly, als Fiordiligi in »Così fan tutte«, als Salome von R. Strauss und als Donna Anna im »Don Giovanni« in insgesamt 20 Vorstellungen) und am Opernhaus von Triest. 1961-62 gab sie Gastspiele am Opernhaus von Frankfurt a.M., 1961 an der Staatsoper Stuttgart, 1959 am Teatro Colón Buenos Aires, 1965 an der Chicago Opera, 1969 an der Oper von Seattle (als Rosalinde in der »Fledermaus«), 1970 an der Oper von Boston (als Senta in »Der fliegende Holländer«) und an der Oper von San Antonio (als Donna Anna), 1972 an der Chicago Opera (als Marguerite in »La damnation de Faust« von Berlioz). 1960 trat sie im amerikanischen Fernsehen als Fiordiligi auf. In der gleichen Partie debütierte sie 1961 an der Metropolitan Oper New York. Sie ist an diesem Haus bis 1973 (mit Unterbrechungen) in insgesamt 36 Vorstellungen auch als Salome, als Traviata, als Rosalinde, als Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg«, als Gräfin in »Le nozze di Figaro«, als Alice Ford in Verdis »Falstaff«, als Ellen Orford in »Peter Grimes« von Benjamin Britten, als Donna Anna und als Tosca aufgetreten. In einer konzertanten Aufführung von »Pelléas et Mélisande« mit den New Yorker Philharmonikern sang sie 1962 die Mélisande; sie trat auch bei den Festspielen von Aspen auf. 1969 sang sie in Glyndebourne die Donna Anna, Am 13.6.1966 wirkte sie am Grand Théâtre Genf in der Uraufführung von Darius Milhauds »La Mère coupable« als Rosine mit. 1984 gab sie endgültig ihre Karriere auf. Später arbeitete sie im pädagogischen Bereich an der Aspen School of Music und im Berkshire Music Center, seit 1964 Direktorin der Boston University School of Arts. Seit 1964 gab sie bis in die neunziger Jahre pädagogische Sommerkurse beim Tanglewood Festival, an denen so bedeutende Sänger wie Cheryl Studer, John Aller und Dawn Upshaw teilnahmen. Phillys Curtin starb am 4.6.2016 in Great Barrington (Massachusetts).

Schallplatten der Marken Columbia (Ein deutsches Requiem von Brahms), Allegro Royale, Westminister, Bach-Guild (Kantaten von J.S. Bach), VAI (Opern-Recital; Lieder von Gabriel Fauré und Claude Debussy; Lieder von Francis Poulenc und Ned Rorem; »Susannah« von Floyd, Mitschnitt aus der Oper von New Orleans, 1962), Vanguard (»Samson« von Händel) und RCA-Victor (Liede
r von Rachmaninoff).

 

4.12. Monique LOBASA (langjähriges Mitglied der Wiener Volksoper): 75. Geburtstag

 

4.12. Helmut FUNKEN: 95. Geburtstag

 Er studierte nach Kriegsende 1947-50 am Robert Schumann-Konservatorium Düsseldorf bei Karl Siebolt. 1950-59 war er am Pfalztheater Kaiserslautern engagiert, sang in der Spielzeit 1959-60 am Stadttheater von Trier und war 1960-64 Mitglied des Staatstheaters Wiesbaden. 1964 wurde er an das Stadttheater von Basel berufen und blieb dort fast 25 Jahre hindurch bis 1988 tätig. Er gastierte an deutschen und Schweizer Bühnen sowie am Teatro San Carlo Neapel. Sein Repertoire für die Bühne enthielt eine bunte Fülle von Partien aus allen Bereichen der Opernliteratur, kleinere wie große Aufgaben. So seien der Sarastro in der »Zauberflöte«, der Figaro wie der Bartolo in »Figaros Hochzeit«, der Don Alfonso in »Così fan tutte«, der Titelheld wie der Commendatore im »Don Giovanni«, der Basilio im »Barbier von Sevilla«, der Dulcamara in »L’Elisir d’amore«, der Raimondo in »Lucia di Lammermoor«, der Oroveso in »Norma«, der Rocco im »Fidelio«, der Kaspar wie der Eremit im »Freischütz«, der Ramfis in »Aida«, der Pater Guardian in »La forza del destino«, der Zaccaria in Verdis »Nabucco«, der König Philipp im »Don Carlos«, der Sparafucile wie der Monterone im »Rigoletto«, der Daland in »Der fliegende Holländer«, der Landgraf im »Tannhäuser«, der Pogner in »Die Meistersinger von Nürnberg«, der Fafner und der Hunding im Ring-Zyklus, der Titurel im »Parsifal«, der Abul Hassan im »Barbier von Bagdad« von P. Cornelius, Partien in Opern von Lortzing, Flotow, Nicolai, Smetana (Kezal in »Die verkaufte Braut«), Puccini (Colline in »La Bohème«), von Richard Strauss und Benjamin Britten aus einem überaus reichhaltigen Repertoire genannt. Er wirkte am Stadttheater von Basel in den Uraufführungen der Opern »Bunbury« von Paul Burkhard (Spielzeit 1965-66) und »Im Paradies« von Klaus Huber (Spielzeit 1974-75) mit. Man hörte ihn am Stadttheater von Basel auch in den Schweizer Erstaufführungen von Janáceks »Aus einem Totenhaus« (Spielzeit 1973-74 als Pope) und »Die Sache Makropoulos« vom gleichen Komponisten (1981-82 als Theatermaschinist), »Baal« von Fr. Cerha (1982-83 in mehreren kleineren Rollen) und in »Les Malheurs d’Orphée« von Darius Milhaud (1965-66 in der szenischen Erstaufführung), auch in der Uraufführung von »Der Drache« von Jost Meier (1984 als Offizier). Er lebte nach Aufgabe seiner Karriere in Inzlingen bei Basel, wo er 2010 starb.

 

4.12. René CADIO: 150. Geburtstag

Er wurde zuerst durch Mme. Mauras, dann am Conservatoire National Paris durch Taskin und Boulanger ausgebildet. 1889 fand sein Bühnendebüt am Opernhaus von Bordeaux statt. Nachdem er während zwei Spielzeiten dort aufgetreten war, sang er längere Zeit am Opernhaus von Marseille. In den Jahren 1895-97 gehörte er dem Théâtre de la Monnaie Brüssel an. Hier sang er in der Uraufführun der Oper »Évangéline« von Xavier Leroux (1895) und in der Erstaufführung von »La Vivandière« von Benjamin Godard (1896). Von Brüssel ging er an das Opernhaus von Nizza und gab in den folgenden Jahren Gastspiele an den führenden Theatern in der französischen Provinz. Sein Repertoire für die Bühne enthielt Partien wie den Juliano in »Le Domino noir« von Auber, den Albert in Massenets »Werther«, den Abimelech in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns, den Hamilcar in »Salammbô« von E. Reyer und den Yves in »Madame Chrysanthème« von Messager.

 

5.12. Milivoj BAČANOVIĆ: 95. Geburtstag

 Er studierte Gesang am Conservatorio Rossini in Pesaro, wo er Schüler von Elvira Casazza war. Durch den Zweiten Weltkrieg verzögerte sich der Beginn seiner Theaterkarriere. 1946 debütierte er am Theater von Sarajewo als Rigoletto und blieb bis 1955 Mitglied dieses Hauses. 1955 wechselte er an die Kroatische Nationaloper von Zagreb, an der er jahrzehntelang an führender Stelle wirkte. Gastspiele führten ihn nach Bulgarien, Italien, Belgien und Griechenland; auch als Konzertsänger wurde er international bekannt. Aus seinem umfangreichen Bühnenrepertoire verdienen der Graf Luna im »Troubadour«, der Posa im »Don Carlos« von Verdi, der Jago im »Otello«, ebenfalls von Verdi, der Figaro in »Le nozze di Figaro«, der Guglielmo in »Così fan tutte«, der Papageno in der »Zauberflöte«, der Titelheld im »Eugen Onegin«, der Lescaut in »Manon« von Massenet wie in Puccinis »Manon Lescaut« und der Escamillo in »Carmen« Erwähnung. Er starb 2012 in Sarajewo.

Schallplatten: Philips (»Sadko« von Rimsky-Korssakow), Jugoton.

 

5.12. Louis de FROMENT: 95. Geburtstag

Er studierte Violine, Flöte und Harmonielehre am Konservatorium seiner Heimatstadt, bevor er am Conservatoire de Paris Schüler von Louis Fourestier, Eugène Bigot und André Cluytens wurde. Nach dem Abschluss seines Studiums 1948 gründete er das Orchestre du Club d’Essay beim französischen Fernsehen. Zur gleichen Zeit tourte er mit einem eigenen Orchester und dem Flötisten Jean-Pierre Rampal durch Europa. Bis 1956 war er musikalischer Direktor der Kasinos von Cannes und Deauville. Er dirigierte an der Opéra-Comique und war 1958-59 Chefdirigent des Kammerorchesters von Radio Nizza. 1958-80 war er Chefdirigent des Sinfonieorchesters von Radio Luxemburg, danach dessen Erster Gastdirigent. In den 1950er Jahren nahm er mit dem L’Oiseau-Lyre Orchestre Ensemble vorrangig Werke von Komponisten des 17. und 18. Jahrhunderts auf, außerdem auch Frank Martins Cembalokonzert mit Isabelle Nef und Jean Francaix’ Invocation à la volupté. Mit dem Rundfunkorchester von Radio Luxemburg spielte er vor allem Werke französischer und deutscher Komponisten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts ein, darunter das komplette Orchesterwerk Claude Debussys, die Werke für Klavier und Orchester von Camille Saint-Saens mit Gabriel Tacchino, sowie zeitgenössische Kompositionen wie Marcel Landowskis Les Adiuex, Charles Chaynes Four Illustrations sowie dessen Trompetenkonzert (mit Maurice André). Er starb 1994 in Cannes.

 

5.12. Veronika DUDAROVA: 100. Geburtstag

1947 absolvierte sie die Dirigentenfakultät des Moskauer Konservatoriums und wurde Dirigentin des Staatlichen Moskauer Symphonieorchesters. 1960-89 war sie Leiterin dieses Orchesters. Von 1991 bis zu ihrem Tod 2009 in Moskau leitete sie das Russische Symphonieorchester. 1960 wurde sie als Volkskünstlerin der RSFSR und 1977 als Volkskünstlerin der UdSSR ausgezeichnet.

 

6.12. Adelina CZAPSKA: 125. Geburtstag

 Sie entstammte einer polnischen Familie, studierte am Konservatorium von St. Petersburg und kam dort auch 1918 zu ihrem Debüt. 1920 wurde sie an die Polnische Nationaloper von Warschau berufen, an der sie bis 1930 eine sehr erfolgreiche Karriere hatte. Während dieser Zeit wirkte sie an diesem Haus In zwei Uraufführungen von Opern des polnischen Komponisten Lubomir Rózycki mit: am 30.7.1927 in »Beatrix Cenci«, am 8.6.1923 in »Casanova«. Eine ausgedehnte Gastspieltätigkeit führte sie in Buenos Aires, Rio de Janeiro, Berlin, Prag, Stockholm, in Helsinki, Riga, Oslo und Kopenhagen wie in vielen anderen Zentren des internationalen Musiklebens zu großen Erfolgen. Zu ihren Bühnenrollen gehörten die Marguerite im »Faust« von Gounod, die Traviata, die Königin Marguerite de Valois in Meyerbeers »Hugenotten«, die Leonore im »Troubadour«, die Elsa im »Lohengrin« und die Königin von Schemacha in Rimsky-Korssakows »Der goldene Hahn«. 1941 ließ sie sich in Montreal nieder und begründete hier die »Opéra des jeunes«, mit der sie aufsehenerregende Aufführungen veranstaltete. Sie starb 1985 in Montreal.

Schallplatten: Von ihrer Stimme ist eine einzige Aufnahme mit der Arie der Margueri
te aus dem III. Akt der Oper »Faust« von Gounod vorhanden.

 

6.12. Henriette MOTTL-STANDTHARTNER: 150. Geburtstag

 Ihr Vater war Fürstlich Liechtensteinischer Gutsverwalter. Sie erhielt ihre Ausbildung durch Frau Aurelie Wilczek und debütierte 1889 an der Wiener Hofoper als Page Urbain in Meyerbeers »Hugenotten«. Bis 1893 hatte sie dort aufsehenerregende Erfolge als Ännchen im »Freischütz«, als Micaela in »Carmen«, als Therese in »Das goldene Kreuz« von I. Brüll, als Nanette im »Wildschütz« von Lortzing, als Sidonie in »Armide« von Gluck, als Sofie in »Das Pensionat« von Fr. von Suppé, als Georgette in »Das Glöckchen des Eremiten« von Maillart, als Javotte in »Manon« von Massenet, als Helmwige in der »Walküre«, als Siebel wie als Marguerite im »Faust« von Gounod, als Stéphano wie als Juliette in »Roméo et Juliette« von Gounod, als eines der Meermädchen im »Oberon« von Weber, als Papagena in der »Zauberflöte«, als Waldvogel im »Siegfried«, als eine der Kreterinnen im »Idomeneo« von Mozart, als Servilia in »La clemenza di Tito« von Mozart, als Königin in »Ritter Pazman« von J. Strauß, als Susanna in »Figaros Hochzeit«, als Gilda im »Rigoletto«, als Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg«, als Elisabeth im »Tannhäuser«, als Freia im »Rheingold«, als Elena in »Mefistofele« von Boito, als Lola in »Cavalleria rusticana« und als Elsa im »Lohengrin«. 1889 gastierte sie am Theater von Brünn (Brno). 1889 wirkte sie bei den Festspielen von Bayreuth als Blumenmädchen im »Parsifal« mit. 1893 heiratete sie den Generalmusikdirektor und berühmten Wagner-Dirigenten Felix Mottl (1856-1911) und folgte ihm an das Hoftheater von Karlsruhe, das dieser leitete. Als Antrittsrolle sang sie in Karlsruhe 1893 die Suleika in der Uraufführung der Oper »Fürst und Sänger« von Felix Mottl. Da man wegen ihrer Verpflichtung der in Karlsruhe sehr beliebten Sopranistin Luise Reuss-Belce ihren Vertrag gekündigt hatte, kam es bei dieser Aufführung zu lebhaften Protestkundgebungen im Publikum. 1897 nahm sie in Karlsruhe an der (posthumen) Uraufführung von Franz Schuberts Oper »Fierrabras« teil. Henriette Mottl-Standhartner wirkte in Karlsruhe dann in weiteren Uraufführungen mit: am 6.2.1898 in »Lobetanz« von Ludwig Thuille (als Prinzessin), am 12.1.1902 in »Till Eulenspiegel« von Emil Nikolaus von Rezniczek (als Gertrude), 1896 in »Der Drache« von Hillemacher und am 5.11.1897 in der damals sehr erfolgreichen Oper »Das Unmöglichste von allem« von Anton Urspruch. 1893 kam es zu einem sehr erfolgreichen Gastspiel am Hoftheater von Gotha, dann seit 1894 Gastspiele an der Hofoper von München. Sie blieb bis 1904 in Karlsruhe im Engagement. Gastspiele am Opernhaus von Düsseldorf (1905) und an der Wiener Volksoper (1907) bezeichneten den Ausklang ihrer Karriere. Während dieser sang sie vor allem Wagner- Partien, wurde aber auch als Carmen, als Leonore im »Fidelio«, als Titelfigur in »Mignon« von A. Thomas, als Agathe im »Freischütz«, als Donna Anna im »Don Giovanni« und als Pamina in der »Zauberflöte« bekannt. Sie trat als Solistin bei den Konzerten auf, die Felix Mottl (der sich später von ihr trennte) 1898-1900 in der Londoner Covent Garden Oper dirigierte. Auch bei den Concerts Lamoureux in Paris und bei den Brüsseler Konzerten des »Circle artistique« trat sie in Erscheinung. Nach ihrem Rücktritt von der Bühne entfaltete sie in München eine intensive pädagogische Tätigkeit. Sie starb 1933 in München. Durch ihre strikte Weigerung, in eine Trennung der Ehe mit Felix Mottl einzuwilligen, konnte dieser erst auf dem Sterbebett die Sopranistin Zdenka Faßbender in zweiter Ehe heiraten.

 

7.12. Bent NORUP: 80. Geburtstag

Bent Norup als Hans Sachs

 Er war ursprünglich Bankangestellter, ließ dann jedoch seine Stimme durch Kristian Riis in Kopenhagen, durch Rita Sperber in New York und durch den berühmten deutschen Bariton Karl Schmitt-Walter in München ausbilden. Debüt 1967 an der Königlichen Oper Kopenhagen als Schtschelkalow im »Boris Godunow«. An der Kopenhagener Oper, deren Mitglied er bis 1976 war, trat er als Kurwenal in »Tristan und Isolde« (1970), als Doktor im »Wozzeck« von A. Berg, als Stig in »Drot og marsk« von Heise, als Fliegender Holländer und als Jochanaan in »Salome« von R. Strauss auf und wirkte 1970 in der Uraufführung der Oper »Macbeth« von Koppel in der Partie des Banquo mit. 1972-77 Mitglied des Staatstheaters von Braunschweig, 1977-89 des Opernhauses von Nürnberg. Seit 1981 dem Staatstheater Hannover verbunden. Gastspiele vor allem an westdeutschen Bühnen, so in Dortmund, an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, in Essen, Bonn, Gelsenkirchen (1979 großer Erfolg als Hans Sachs in »Die Meistersinger von Nürnberg«) und Mannheim. Er sang bei den Festspielen von Bayreuth 1983 den Wanderer im »Siegfried« und den Gunther in der »Götterdämmerung«. 1983 gastierte er an der Niederländischen Oper Amsterdam, 1985 an der Wiener Staatsoper als Fliegender Holländer. Er trat als Gast am Opernhaus von San Antonio/Texas (1985), in London, in Spanien und Holland, in Irland und in den USA auf. 1990 Gastspiel am Teatro Fenice Venedig als Telramund im »Lohengrin«, 1991 an der Oper von Marseille als Balstrode in »Peter Grimes« von B. Britten, in Hannover als Borromeo in »Palestrina« von Hans Pfitzner, 1992 am Teatro Liceu Barcelona wieder als Telramund, ebenso 1992 an der Jütländischen Oper Aarhus als Klingsor im »Parsifal«. Er trat 1996 am Teatro San Carlo Neapel wieder als Telramund, am Teatro Comunale Modena als Fliegender Holländer auf. 1996 sang er an der Oper von Kopenhagen den Hans Sachs, 1998 den Kurwenal, 1997 an der Opéra de Wallonie Lüttich den Jochanaan. 1999 trat er am Théâtre des Champs-Élysées Paris als Kuno im »Freischütz« auf, 2000 bei den Festspielen von Ludwigsburg und Salzburg als Abner in konzertanten Aufführungen der Oper »Saul og David« von Carl Nielsen. Auf der Bühne in erster Linie in heldischen Partien hervorgetreten: als Don Pizarro im »Fidelio«, als Wotan im »Rheingold«, als Jago in Verdis »Otello«, als Mephisto im »Faust« von Gounod, als Scarpia in »Tosca«, als Fürst Igor in der Oper gleichen Namens von Borodin und als Boris in »Katerina Ismailowa« von Schostakowitsch. Nicht weniger von Bedeutung als Konzertsänger. Er starb 2007 in Udsholt Strand (Dänemark).

Schallplatten: Harmonia mundi (Orest in vollständiger »Elektra«), Chandos (»Drot og Marsk« von Heise, 1. Nazarener in »Salome« von R. Strauss).

 

7.12. Friedrich LENZ: 90. Geburtstag

Friedrich Lenz

 Er geriet im Zweiten Weltkrieg in russische Gefangenschaft, wo man auf seine schöne Stimme aufmerksam wurde. Er bekam ersten Gesangunterricht durch den im gleichen Lager gefangenen Bruder des bekannten Tenors Rudolf Schock. Schließlich wurde ihm erlaubt, das Konservatorium von Riga zu besuchen. 1949 kam er wieder nach Deutschland zurück und schloss seine Ausbildung bei Clemens Glettenberg in Köln ab. 1951 sang er im Bayreuther Festspielchor. 1953 wurde er als Tenor-Buffo an das Opernhaus von Düsseldorf verpflichtet. Hier sang er als Antrittspartie den Rosillon in Lehárs »Die lustige Witwe«. Er blieb bis 1955 in Düsseldorf und trat dann 1955-57 am Opernhaus von Wuppertal, seit 1957 für viele Jahre an der Bayerischen Staatsoper in München auf. Bei den Festspielen von Schwetzingen nahm er am 20.5.1961 an der Uraufführung der Oper »Elegie für junge Liebende« von Hans Werner Henze teil, am 12.12.1969 in München an der von »Aucassin und Nicolette«
von G. Bialas. 1963 wirkte er in der Eröffnungsvorstellung der wieder aufgebauten Staatsoper von München als David in »Die Meistersinger von Nürnberg« mit. Er blieb bis 1993 Mitglied der Münchner Staatsoper und trat dort danach noch bis 1995 auf. Er gastierte an der Wiener Staatsoper (1964 als Stroh im »Intermezzo« von R. Strauss) und an der Deutschen Oper Berlin (1968). Er übernahm eine Fülle von Partien, zumeist aus dem Charakterfach, von der Barock-Oper bis zur Moderne. Davon sind zu nennen: der Nero in »Agrippina« von Händel, der Ismaele in Verdis »Nabucco«, der Bardolfo in dessen »Falstaff«, der Tinca in »Il Tabarro« von Puccini, der Jaquino im »Fidelio«, der Monostatos in der »Zauberflöte«, der Steuermann in »Der fliegende Holländer«, der Froh im »Rheingold«, der Mime im Nibelungenring, der Pedrillo in der »Entführung aus dem Serail«, der Filipeto in »I quattro rusteghi« von E. Wolf-Ferrari, der Andres im »Wozzeck« von A. Berg, der Parpignol in »La Bohème«, der Amadeus in »Die Zaubergeige« von W. Egk und der Checco in »König Hirsch« von H.W. Henze. Er arbeitete später im pädagogischen Bereich am Richard Strauss-Konservatorium München. Er starb im Februar 2015.

Zahlreiche Schallplatten: Electrola (»Die lustigen Weiber von Windsor« von Nicolai, »Der Evangelimann« von Kienzl, »Hoffmanns Erzählungen«, »Der vierjährige Posten« von Schubert, »Boccaccio« von F. von Suppé), DGG (»Fidelio«, »Die Entführung aus dem Serail«; Querschnitte »Zar und Zimmermann«, »Figaros Hochzeit«, »Die verkaufte Braut«), Ariola (David in »Die Meistersinger von Nürnberg«), Fonit-Cetra (»Der Vampyr« von H. Marschner, Mitschnitt einer Aufführung in Rom, 1980), Acanta (»Feuersnot« von R. Strauss), Orfeo (Gastone in »La Traviata«, »Das Liebesverbot« von R. Wagner, Budoja in »Palestrina« von H. Pfitzner).

 

7.12. Reinhold Oskar GERHARDT: 125. Geburtstag

 

Er war der Sohn eines Leipziger Fabrikanten und der jüngere Bruder der berühmten Konzert- und Liedersängerin Elena Gerhardt (1884-1961). Er studierte in den Jahren 1912-14 bei Karl Scheidemantel in Dresden, wurde dann aber sogleich zum Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg eingezogen. Nach Kriegsende studierte er weiter bei K. von Zawilowski in Berlin und nahm dann schließlich eine erfolgreiche Tätigkeit als Konzert- und Oratoriensänger auf. Wie seine Schwester war auch er ein großer Liedinterpret und erschien bis 1940 auf dem Konzertpodium. Seit 1920 war er dazu auch im pädagogischen Bereich tätig, zunächst am Konservatorium von Jena, seit 1921 am Thüringischen Landeskonservatorium Erfurt und 1936-48 am Konservatorium von Leipzig. Dann zog er zu seiner Schwester nach London, wo er 1975 starb. Seit 1925 war er mit der Sopranistin Claire Schulthess (1887-1968) verheiratet.

 

9.12. Peter Joseph von LINDPAINTNER: 225. Geburtstag

Er wirkte 1812-19 als Musikdirektor am damals neu gegründeten Isartortheater in München. Danach war er bis zu seinem Tode Hofkapellmeister in Stuttgart. Als Felix Mendelssohn Bartholdy Stuttgart im November 1831 besuchte, schrieb er wenig später in einem Brief an seinen Lehrer Carl Friedrich Zelter (15. Februar 1832): „Der Lindpaintner ist, glaub‘ ich, jetzt der beste Orchesterdirigent in Deutschland; es ist, als wenn er mit seinem Tactstöckchen die ganze Musik spielte“. Das Stuttgarter Opernorchester wurde in den Jahren seiner Leitung zu einem der wichtigsten Opernorchester in Deutschland. Größere Bekanntheit erlangte er vor allem durch seine Opern, von denen besonders Der Bergkönig (1825), Die Genueserin (1839) und Lichtenstein (1846) beim Publikum sehr beliebt waren. Ebenso komponierte er noch vor Giuseppe Verdi eine Oper über die Sizilianische Vesper, die 1843 uraufgeführt wurde. Als weitere Vokalwerke stammen mehrere Oratorien, Messen und Lieder aus seiner Feder. Darüber hinaus komponierte Lindpaintner Symphonien, Ouvertüren, Konzerte, Kammermusik, Melodramen und Ballette. Lindpaintner war Mitglied der Freimaurerloge Wilhelm zur aufgehenden Sonne in Stuttgart. Er starb 1856 in Nonnenhorn am Bodensee.

 

9.12. John SINCLAIR: 225. Geburtstag

Er erhielt schon als Kind Musikunterricht und trat als Klarinettenspieler in ein schottisches Regiment ein. Nachdem er in Aberdeen Gesang studiert hatte, verließ er den Dienst bei der Armee und versuchte sein Glück als Sänger in London. 1810 sang er am Haymarket Theatre in »Lock and Key« von William Shield, studierte dann aber nochmals bei Thomas Welsh. 1811 kam es dann zu seinem Debüt an der Londoner Covent Garden Oper in der Partie des Don Carlos in »The Duenna« von Sheridan und Linley. Für die folgenden sieben Spielzeiten blieb er Mitglied dieses Theaters. 1819 ging er nach Paris und studierte dort bei dem Pädagogen Pellegrini, dann nach Mailand, wo er Schüler von Banderali war, endlich ging er 1822 nach Neapel. Dort wurde er von dem berühmten Komponisten Rossini mit dessen Opernschaffen vertraut gemacht. 1822 trat er in Pisa und Bologna, hauptsächlich in Rossini-Opern, auf. Am 3.2.1823 sang er am Teatro Fenice in Venedig in der Uraufführung von Rossinis großer Oper »Semiramide« die gesangstechnisch überaus anspruchsvolle Partie des Idreno, während die berühmte Primadonna Isabella Colbran die Titelrolle kreierte. Er gastierte anschließend in Genua, kam dann aber nach England zurück und erschien im November 1823 mit glänzendem Erfolg wieder an der Covent Garden Oper. Nachdem er 1828-29 am Londoner Adelphi Theatre und 1829-30 am dortigen Drury Lane Theatre mit nicht weniger großem Erfolg gesungen hatte, unternahm er eine Nordamerika-Tournee. Danach gab er seine Karriere auf. Er starb 1857 in Margate.

 

10.12. Béla TURPINSZKY: 85. Geburtstag

Béla-TURPINSZKY

 Er begann zunächst das Studium der Rechtswissenschaften, wechselte dann aber in das Gesangfach und wurde Schüler der beiden großen ungarischen Sänger Alexander Svéd und József Réti in Budapest. 1960 fand sein Bühnendebüt als Bariton an der Nationaloper von Budapest in der Partie des Sid in »Albert Herring« von Benjamin Britten statt. Nachdem er anfänglich Baritonpartien gesungen hatte, entwickelte sich seine Stimme zum Heldentenor. Seit etwa 1965 wurde er vor allem als Wagner-Sänger bekannt. Dabei galten als seine beiden bedeutendsten Kreationen der Tristan und der Titelheld im »Parsifal«. Daneben hatte er auch in Aufgaben aus dem Bereich der italienischen, der slawischen und der ungarischen Opernliteratur seine Erfolge. Gastspiele führten ihn an Bühnen in Österreich, in Ost- und Westdeutschland, u.a. an das Staatstheater in Kassel. Daneben genoss er als Konzertsänger hohes Ansehen. Auch unter dem Künstlernamen Béla Adolbert aufgetreten. Er starb am 26.8.2016.

Einige Aufnahmen, alle als Tenor, auf der ungarischen Marke Hungaroton.

 

11.12. Atsuko AZUMA: 80. Geburtstag

Atsuko AZUMA

Sie begann ihr Gesangstudium an der University of Arts von Tokio bei Frau Fumiko Yotsuya und vollendete ihre Ausbildung in Europa bei Giulia Tess in Mailand und bei Ettore Campogalliani in Parma. 1963 kam es zu ihrem Debüt am Teatro Municipale Reggio Emilia in der Partie der Suzel in Mascagnis »L‘Amico Fritz«. Ausbildung einer großen internationalen Karriere, wobei sie vor allem bei der Fujiwara Opera Company Tokio ihre Erfolge hatte. 1970 war sie zu Gast an der Staatsoper von Hamburg, 1971-78 an der Wiener Staatsoper (als Butterfly und als Nedda im »Bajazzo« in insgesamt 12 Vorstellungen), 1973 an der Staatsoper Dresd
en, 1973 und 1976 an der Staatsoper Berlin. 1972 sang sie am Stadttheater von Augsburg in der Uraufführung der Oper »Rashomon« von Joachim Ludwig. 1972-75 trat sie an der Metropolitan Oper New York als Butterfly, als Nedda und als Mimi in »La Bohème« auf. Große Gastspiel-Erfolge auch am Teatro Colón Buenos Aires, an den Nationalopern von Prag und Belgrad, an der Deutschen Oper Berlin, an der Münchner Staatsoper, in Kopenhagen, Lüttich, Bordeaux, Marseille, Nizza und Straßburg, am Teatro Liceu Barcelona, in Boston, Cincinnati, Washington und Miami, an italienischen Operntheatern in Genua, Neapel, Parma und Venedig. Sie sang ihre große Glanzrolle, die Butterfly in mehr als 20 Ländern. Daneben waren die Iris in der gleichnamigen Oper von Mascagni, Partien in Opern von Mozart und Richard Strauss, die Micaela in »Carmen« und die Violetta in »La Traviata« als Höhepunkte in ihrem Bühnenrepertoire zu finden. Bedeutende Karriere auch als Konzertsängerin. Sie starb 1999 in Tokio (an einem Herzversagen).

Schallplatten: Nippon Victor, Eterna, Philips (»A Midsummer Night’s Dream« von B. Britten).

 

12.12. Hedy FASSLER: 95. Geburtstag

Hedy-Fassler

 Sie erhielt zuerst eine Ausbildung als Balletttänzerin, begann dann aber ein Gesangstudium bei Fritzi Lahr in Wien. Sie sang bereits 1947-48 in 31 Vorstellungen den Eros in Offenbachs »Orpheus in der Unterwelt« an der Wiener Volksoper, dem damaligen Ausweichquartier der ausgebombten Wiener Staatsoper. 1949 debütierte sie offiziell am Wiener Raimund-Theater als Franzi im »Walzertraum« von Oscar Straus, anschließend war sie 1950-51 am Bürgertheater Wien tätig. In der Spielzeit 1954-55 war sie Mitglied der Wiener Staatsoper, die damals noch immer die Volksoper als Ausweichquartier bespielte. Hier sang sie die Juliette in »Der Graf von Luxemburg« von Lehár, die Wally in »Tausend und eine Nacht« von J. Strauß, die Pepi in »Wiener Blut«, die Wanda in »Polenblut« von Nedbal, die Esmeralda in Smetanas »Die verkaufte Braut«, die Ciboletta in »Eine Nacht in Venedig« von J. Strauß, den Orest in Offenbachs »Die schöne Helena« und die die Valencienne in Lehárs »Die lustige Witwe«. In den Jahren 1955-76 war sie als Operettensoubrette an der Wiener Volksoper tätig, zu deren beliebtesten Mitgliedern sie gehörte, und wo sie noch bis 1978 als Gast auftrat. In der zweiten Hälfte der vierziger Jahre wirkte sie zudem in einigen Filmen mit. Zu ihren großen Partien für die Bühne zählt noch die Nelly im »Obersteiger« von G. Zeller. Sie starb 2012 in Wien. Sie war verheiratet mit dem Operettenbuffo und Regisseur Otto Fassler (1904-90), der an zahlreichen österreichischen und deutschen Bühnen engagiert war, auch in mehreren Filmen mitwirkte und in den sechziger Jahren an der Wiener Staatsoper als Souffleur tätig war. Der Sohn des Sängerehepaars, Wolfgang Fassler (1944-97) wurde ein bekannter Heldentenor.

Schallplatten: Hedy Fassler hat eine Anzahl von Operettenaufnahmen (Querschnitte) auf den Marken Philips und Telefunken gemacht.

 

12.12. Toni BLANKENHEIM: 95. Geburtstag

 

Ausbildung durch Paul Lohmann in Frankfurt a.M., durch Res Fischer in Stuttgart und durch Dietger Jacob, Köln-Hamburg. Bühnendebüt 1947 am Opernhaus von Frankfurt a.M. als Figaro in »Figaros Hochzeit« von Mozart. Bis 1950 war er Mitglied dieses Opernhauses und folgte dann 1950 einem Ruf an die Staatsoper von Hamburg, zu deren prominentesten Mitgliedern er dann für lange Jahre zählte. Sehr große Erfolge erzielte der Künstler bei den Festspielen von Bayreuth, bei denen er 1954 erstmals mitwirkte und einen der Edlen im »Lohengrin« (1954), den Biterolf im »Tannhäuser« (1954-55), den Donner im »Rheingold« (1954-55, 1957), den Klingsor im »Parsifal« (1956-59), den Kothner (1957) und den Beckmesser (1956, 1958-60) in »Die Meistersinger von Nürnberg« vortrug. Neben seinem Hamburger Engagement 1965-68 Mitglied des Staatstheaters Darmstadt, seit 1968 der Staatsoper Stuttgart. Später spezialisierte er sich neben seinem Wagner-Repertoire auf die Gestaltung von Charakterpartien in modernen Opernwerken von Alban Berg, Strawinsky, Liebermann und anderer zeitgenössischer Komponisten. So sang er in Hamburg in den Uraufführungen von »Die Heimkehr« von Mihalovici (neue Version, 1955), »Die Heirat« von B. Martinù (szenische Uraufführung 13.3.1954), »Der Prinz von Homburg« von H.W. Henze (1960), »Figaro lässt sich scheiden« von G. Klebe (1963), »Der goldene Bock« von Krenek (1964), »Der Zerrissene« von G. von Einem (1964), »Jacobowsky und der Oberst« von G. Klebe (1965), »Das Lächeln am Fuße der Leiter« von A. Bibalo, »Arden muss sterben« von Goehr (1967), »Hamlet« von Searle (1968), »Belagerungszustand« von Kelemen (1970), »Das kommt davon« von E. Krenek (1970) und »Candide« von Marius Constant (1971), mit dem Hamburger Ensemble bei den Festspielen von Schwetzingen in der der Oper »Der gestiefelte Kater« von G. Bialas (1975). Gastspiele führten ihn an die Staatsopern von Wien (1956 als Kurwenal in »Tristan und Isolde«), Berlin, München und Stuttgart (hier u.a. 1968 in der Uraufführung von Carl Orffs »Prometheus«), an die Deutsche Oper Berlin, an die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, nach Kopenhagen, Stockholm, Brüssel, Lüttich, Amsterdam und Leipzig. Zu Gast an der Mailänder Scala (1963 als Dr. Schön in »Lulu« von A. Berg, 1971 in der Titelrolle von A. Bergs »Wozzeck« und 1979 bei einem Gastspiel der Pariser Oper als Medizinalrat und als Schigolch in der dreiaktigen Neufassung von Alban Bergs Oper »Lulu«) und beim Maggio Musicale von Florenz, an der Grand Opéra Paris (u.a. am 24.2.1979 in der Uraufführung der dreiaktigen Neufassung von Alban Bergs Oper »Lulu« als Medizinalrat und als Schigolch), in Lyon, Marseille, Nancy, Nizza, Turin, Dublin, Antwerpen, beim Edinburgh Festival (1952 als Beckmesser, als Lorenz von Pommersfelden in »Mathis der Maler« von P. Hindemith und als 2. Gefangener im »Fidelio« sowie 1968 als Haushofmeister in »Lulu« von R. Strauss, immer mit dem Ensemble der Hamburger Staatsoper), am Teatro Liceu Barcelona, an der Nationaloper Zagreb, an den Opern von Mexico City, San Francisco (1965 als Beckmesser) und Montreal. Er gastierte 1966 mit dem Hamburger Ensemble im Haus der Metropolitan Oper New York. 1982 sang er in Hamburg in der deutschen Erstaufführung der Oper »Der Geburtstag« von Kalevi Aho die einzige Rolle dieser Oper, wobei er ununterbrochen während 140 Minuten auf der Bühne stand. Auch als Konzertsänger von Bedeutung. Er ist später auch, u.a. in Wien und Köln, als Schauspieler aufgetreten. Er starb 2012 in Hamburg.

Schallplatten: DGG (»Bastien und Bastienne« von Mozart, »Lulu« von A. Berg), HMV (»Lulu« mit Anneliese Rothenberger). Dazu Aufnahmen von den Bayreuther Festspielen auf Cetra Opera Live (Donner im »Rheingold«, 1957, Klingsor im »Parsifal«, 1956) und Melodram (Kothner in »Die Meistersinger von Nürnberg«, 1957).

 

12.12. Liesl von SCHUCH: 125. Geburtstag

 Sie war die Tochter eines berühmten Künstlerehepaares: ihr Vater Ernst von Schuch (1846-1914) war Violinvirtuose, später einer der führenden Dirigenten seiner Epoche, der während seines Wirkens an der Hofoper von Dresden 1873-1914 dieses Opernhaus zu einer künstlerischen Hochblüte führte und durch seine musikalische Leitung der ersten Richard Strauss-Opern in deren Uraufführungen in Dresden weltbekannt wurde. Ihre Mutter war die bis 1894 ebenfalls an der Dresdner Hofoper gefeierte Koloratursopranistin Clementine Schuch-Proska (1850-1932). Liesel von Schuch studierte zuerst bei ihrer Mutter, dann in der Gesangschule Paschalis Souvestre in Dresden und in Wien und wurde bereits frühzeitig in das Dresdner Ensemble berufen. An der Dresdner Staatsoper hat sie seit 1914
, nur von gelegentlichen Gastspielen unterbrochen, bis 1935 eine große Karriere durchlaufen und wurde, wie ihre Mutter, zu deren Ehrenmitglied ernannt. Sie sang hier ein umfangreiches Repertoire, das sowohl Partien aus dem Koloratur- wie aus dem lyrischen Stimmfach enthielt. Am 4.11.1924 wirkte sie in Dresden in der Uraufführung der Richard Strauss-Oper »Intermezzo« mit. Neben ihrem Wirken auf der Bühne war sie eine angesehene Konzertsopranistin. Sie arbeitete nach ihrem Rücktritt von der Bühne 1935-67 als Pädagogin an der Dresdner Musikhochschule und lebte später hochbetagt in Dresden. Die Stadt Dresden ernannte sie zur Ehrenbürgerin. Bis in ihr hohes Alter nahm sie am kulturellen Leben der Stadt regen Anteil. Sie starb 1990 in Dresden.  Sie war verheiratet mit dem Opernsänger Leopold Ullmann (* 25.1.1882, † 16.10.1917 Graz, 1909-1915 am Hoftheater Dessau, dann bis zu seinem Tod in Graz engagiert). In zweiter Ehe heiratete sie 1918 den Korvetten-Kapitän a. D. Wilhelm Ganzel. Ihre ältere Schwester Käthe von Schuch (* 18.3.1885 Dresden) war 1910-11 am Hoftheater von Dessau engagiert und trat nach ihrer Heirat später als Konzertsängerin (unter dem Namen Käthe von Schuch-Schmidt) auf.

Es ist nicht zu begreifen, dass von der Stimme von Liesel von Schuch keine Schallplattenaufnahmen vorhanden sind.

 

13.12. Georg STERN: 95. Geburtstag

Er begann seine Karriere in Frankfurt a.M., sang 1946-49 in Darmstadt und seit 1949 am Staatstheater von Wiesbaden, dem er bis 1956 angehörte. 1956-60 war er am Opernhaus von Frankfurt a.M. engagiert. 1960-62 sang er an der Oper von Köln, kam aber 1962 wieder nach Frankfurt a.M. zurück und wirkte an der dortigen Oper bis zu seinem Tod 1980. Auf der Bühne hatte er seine größten Erfolge in heldischen Partien; im Konzertsaal vor allem als Liedersänger in Erscheinung getreten. 1952 Gastspiel am Stadttheater (Opernhaus) von Zürich als Klingsor im »Parsifal«, 1956 am Théâtre de la Monnaie in Brüssel als Figaro. Er trat bei den Salzburger Festspielen 1957-58 als Bartolo in »Le nozze di Figaro« auf, 1958 als Dominik in »Arabella«, 1964-65 als Truffaldin in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss. 1960 hörte man ihn an der Mailänder Scala als Klingsor, 1960 und 1967 am Teatro San Carlo Neapel, 1963 an der Oper von Rom und am Teatro Comunale Bologna, 1967 an der Deutschen Oper Berlin, 1970 am Teatro Fenice Venedig. 1963 gastierte er mit dem Ensemble der Frankfurter Oper an der Covent Garden Oper London. 1972 trat er in Paris im Konzertsaal auf. 1974 sang er im Haag den Großinquisitor im »Don Carlos« von Verdi. Bekannt wurde er als Interpret der Wagner-Heroen seines Fachs (Pogner in »Die Meistersinger von Nürnberg«, Biterolf im »Tannhäuser«, König Marke in »Tristan und Isolde«, Daland in »Der fliegende Holländer«). 1964 wirkte er an der Oper von Frankfurt in der Uraufführung von G. Wimbergers »Dame Kobold« mit. Er wohnte in Niedernhausen/Taunus. Zwischen ihm und dem gleichfalls am Frankfurter Opernhaus wirkenden, bedeutend älteren Bass-Bariton Jean Stern bestand keine Verwandtschaft.

Schallplatten: DGG (Biterolf in vollständiger »Tannhäuser«-Aufnahme, Pater Guardian in »La forza del destino«), Mondo Musica (Klingsor im »Parsifal«, Teatro Fenice Venedig 1978), MMS (Pogner in »Die Meistersinger von Nürnberg«), Electrola (Lied-Aufnahmen), CBS (Opernszenen), Elite Special; zahlreiche Aufnahmen bei Buchclubs (Bertelsmann, Donauland).

 

14.12. Karel ZAVŘEL: 125. Geburtstag

Karel ZAVŘEL

 Er studierte bei dem Pädagogen G. Stasnic und am Konservatorium von Brünn in den Jahren 1902-12. 1912 wurde er an das Opernhaus von Brünn (Brno) engagiert, wo er zunächst im Baritonfach sang. 1914 wurde er zur österreichisch-ungarischen Armee eingezogen und nahm bis 1919 am Ersten Weltkrieg in Russland teil. 1919 nahm er seine Karriere am Theater von Ostrava (Mährisch-Ostrau) wieder auf. Noch im gleichen Jahr ging er wieder an das Opernhaus von Brno, jetzt aber als Tenor. Hier sang er am 23.10.1921 in der Uraufführung der Oper »Katja Kabanowa« von Leos Janácek die Partie des Boris. In Brno (Brünn) kreierte er auch am 23.11.1921 Janáceks »Tagebuch eines Verschollenen« (»Zápisník zmizelého«). Bis 1925 gehörte er dem Opernhaus von Brno an und sang dann 1925-26 am Theater von Teplitz (Teplice) und 1926-27 am Opernhaus von Nürnberg. Nach abermaligem Studium bei Gennaio in Mailand trat er jetzt wieder als Bariton auf. Nach einem Gastspiel am Nationaltheater Prag (1928) war er 1929-39 am Deutschen Theater Prag als Bariton tätig. (Wenn er an deutschsprachigen Theatern auftrat, benutzte er den Künstlernamen Karl Herden). 1939-42 war er am Theater von Budweis (Ceské Budejovice) engagiert. 1942-48 war er in der Hauptsache an Prager Operettenbühnen anzutreffen. Durch den zweimaligen Wechsel vom Bariton- zum Tenorfach und wieder ins Baritonfach zurück, besaß sein Repertoire einen sehr großen Umfang und reichte vom Dalibor und vom Lohengrin in den gleichnamigen Opern von Smetana und R. Wagner bis zum Figaro in »Figaros Hochzeit« und dem Amonasro in Verdis »Aida«. Man schätzte ihn auch als Konzert- und Liedersänger. Seit 1953 lebte er als Gesanglehrer in Ceské Budejovice. Er starb 1963in Prag.  Er war verheiratet mit der Sopranistin Hana Hrdlicková (1893-1982); sein Sohn Milos Zavrel (1927-96) wurde ein bekannter Bühnentenor.

Von der Stimme des Künstlers sind Aufnahmen auf Polydor vorhanden.

 

14.12. Louise VIARDOT: 175. Geburtstag

Louise VIARDOT

 Sie war die Tochter der berühmten Primadonna Pauline Viardot-Garcia (1821-1910) und des Direktors des Théâtre-Italien in Paris Louis Viardot (1808-83). Sie war Schülerin ihrer Mutter und trat vor allem als Konzertsängerin in Erscheinung. Sie heiratete 1862 den Generalkonsul Héritte de La Tour und widmete sich seitdem an erster Stelle der Gesangspädagogik. Sie unterrichtete zuerst in St. Petersburg, dann in Frankfurt a.M., schließlich in Heidelberg. Sie war auch als Komponistin tätig, schrieb Kantaten und Kammermusik und eine Oper »Lindoro«, die 1879 am Hoftheater von Weimar uraufgeführt wurde. Sie ist auch unter dem Namen Louise Héritte-Viardot aufgetreten. Sie starb 1918 in Heidelberg.

 

15.12. Wanda von KOBIERSKA: 100. Geburtstag

Wanda von Kobierska

 Sie erhielt ihre Ausbildung in ihrer Vaterstadt Wien, u.a. bei Alfred Jerger. Durch die Kriegsereignisse bedingt, konnte sie erst 1945 am Landestheater von Linz/Donau debütieren, dem sie bis 1947 angehörte. Von hier wurde sie an das Stadttheater von Basel engagiert, wo sie neben Operetten-Rollen auch Opernpartien übernahm, darunter die Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut«, den Komponisten in »Ariadne auf Naxos«, die 1. Dame in der »Zauberflöte«, und wo sie auch 1951 in der ersten deutschsprachigen Aufführung von Menottis Oper »Der Konsul« mitwirkte. Sie wandte sich jedoch mehr und mehr der Operette zu und war 1951-52 am Stadttheater Wien, 1952-53 am Gärtnerplatztheater München engagiert. Nach einer weiteren Spielzeit am Stadttheater Wien wechselte sie 1954 an das Wiener Raimund-Theater, dem sie jetzt für mehr als zwanzig Jahre als Mitglied (und dann noch als Gast) angehörte. Erst 1984 verabschiedete sie sich endgültig von der Bühne. Im Mittelpunkt ihres Repertoires, mit dem sie auch an der Staatsoper (1947 als Gabriele in »Wiener Blut« von J. Strauß) und an der Volksoper Wien
gastierte, standen Rollen wie die Saffi im »Zigeunerbaron«, die Laura wie die Palmatica in Millöckers »Der Bettelstudent«, die Hanna Glawari wie die Valencienne in Lehárs »Die lustige Witwe«, die Zorika in »Zigeunerliebe« von Lehár, die Angèle in Lehárs »Der Graf von Luxemburg«, die Lisa im »Land des Lächelns«, die Titelrolle in »Friederike«, die Gräfin Mariza in der bekannten Operette von E. Kálmán, die Fedora in »Die Zirkusprinzessin«, die Nadja im »Orlow« von Br. Granichstaedten und die Gabriele in »Pariser Leben« (»La Vie Parisienne«) von Offenbach. Sie starb 2000 in Wien.

Schallplatten: Decca (Operetten-Querschnitte, darunter »Die lustige Witwe« und »Der Graf von Luxemburg« von F. Lehár).

 

15.12. Lotte SCHÖNE. 125. Geburtstag

Lotte Schöne

 Eigentlich Charlotte Bodenstein. Sie begann ihre Ausbildung mit 14 Jahren bei Johannes Ress in Wien, studierte auch bei Luise Ress und Maria Brossement in Wien. 1912 debütierte sie an der Wiener Volksoper als Brautjungfer im »Freischütz«. 1917 wurde sie an die Hofoper, die spätere Staatsoper, von Wien verpflichtet (Antrittsrolle: Papagena in der »Zauberflöte«), wo sie bis 1926 sehr erfolgreich war. Hier sang sie u.a. die Frasquita in »Carmen«, den Pagen Urbain in den »Hugenotten« von Meyerbeer, die Barbarina wie den Cherubino wie die Susanna in »Figaros Hochzeit«, den Hirten im »Tannhäuser«, das Ännchen im »Freischütz«, die Marie in »Zar und Zimmermann« von Lortzing, den Pagen Oscar im »Maskenball« von Verdi, den Jano in »Jenufa« von Janácek, die Nuri im »Tiefland« von d’Albert, die Olympia in »Hoffmanns Erzählungen«, die Chloe in »Pique Dame« von Tschaikowsky, den Siebel im »Faust« von Gounod, das Lieschen im »Ring des Polykrates« von Korngold, die Musetta wie die Mimì in »La Bohème«, den Waldvogel im »Siegfried«, die Gilda im »Rigoletto«, die Najade wie die Zerbinetta in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, die Philine in »Mignon« von A. Thomas, den Kotarò in F. von Weingartners »Die Dorfschule«, die Schwester Genoveva in »Suor Angelica« von Puccini, die Juliette in Korngolds »Die tote Stadt«, die Marzelline im »Fidelio«, die Sophie im »Rosenkavalier«, die Rosina im »Barbier von Sevilla«, die Zerlina im »Don Giovanni«, die Norina im »Don Pasquale«, die Bastienne in »Bastien und Bastienne« von Mozart, die Gretel in »Hänsel und Gretel«, die Despina in »Così fan tutte«, das Blondchen in der »Entführung aus dem Serail«, die Adele in der »Fledermaus«, den Amor in »Orpheus und Eurydike« von Gluck und die Nanetta im »Falstaff« von Verdi. 1922, 1925, 1928 und 1930-35 wirkte sie bei den Festspielen von Salzburg mit, und zwar vor allem in Mozart-Partien (Zerlina, Cherubino, Susanna, Despina, Pamina in der »Zauberflöte«, Blondchen), aber auch in der Titelrolle von Webers »Oberon« und als Konzertsängerin. 1926 wurde die Künstlerin an die Städtische Oper Berlin engagiert. Jetzt fügte sie in ihr Repertoire neben den Koloraturpartien auch Rollen aus dem lyrischen Fach ein. 1927 sang sie dort die Liu in der Berliner Premiere von Puccinis »Turandot«, 1928 in der Uraufführung der Oper »Die Mondnacht« von Julius Bittner; einen besonderen Erfolg hatte sie als Mélisande in »Pelléas et Mélisande«. 1929 gastierte sie auch im Haag als Mélisande. Die gleiche Partie sang sie 1930 mit glänzendem Erfolg an der Opéra-Comique in Paris. 1927 kreierte sie in der Premiere von Puccinis »Turandot« an der Londoner Covent Garden Oper die Rolle der Liu und sang dort auch die Marzelline im »Fidelio«. 1930 bis 1931 feierte man sie bei Gastspielen in Amsterdam und im Haag. 1933 musste sie als Jüdin Deutschland verlassen. Sie wurde dann an die Opéra-Comique von Paris berufen, sang aber auch an der Pariser Grand Opéra (u.a. 1930 Marzelline im »Fidelio« unter Bruno Walter und 1933 die Mélisande) und unternahm Konzertreisen durch Frankreich, Belgien, Holland und durch die Schweiz. Sie ist jedoch nie in Amerika aufgetreten. Seit 1938 gab sie nur noch Konzerte, vor allem Liederabende. Als die deutschen Truppen 1940 Frankreich besetzten, musste sie sich jahrelang in einem Dorf in den französischen Alpen versteckt halten. 1945 nahm sie ihre Karriere wieder auf, betätigte sich jetzt aber fast ausschließlich als Konzertsängerin und gab glanzvolle Liederabende, u.a. in Paris und in Genf. 1948 gastierte sie nochmals an der Städtischen Oper Berlin. 1953 gab sie ihre Karriere endgültig auf und wirkte seitdem als Pädagogin in Paris, wo sie 1977 starb. – Ihre Sopranstimme besaß eine ungewöhnliche musikalische Schönheit und verfügte über eine variantenreiches Ausdrucksvermögen.

Lit: A. Tubeuf: Lotte Schöne (in »Record Collector«, 1971-72).

Schallplatten auf Vox, Odeon und HMV (seit 1928)..

 

16.12. James McCRACKEN: 90. Geburtstag

James McCracken

 Als Kind sang er in einem Kirchenchor, im Zweiten Weltkrieg zeitweilig im Bluejacket Chor der amerikanischen Marine. Dann Musik- und Gesangstudium an der Columbia Universität. Schüler der New Yorker Pädagogen Walter Ezekiel und Mario Pagano, spätere Studien bei Elsa Seyfert in Konstanz. Bühnendebüt 1950 an der Central City Opera als Rodolfo in »La Bohème«. 1953-57 war er als Eleve an der Metropolitan Oper New York engagiert (Antrittsrolle: Parpignol in Puccinis »La Bohème«), wo er kleinere Partien sang (u.a. Normanno in »Lucia di Lammermoor«, Missail in »Boris Godunow«, Bote in »Aida«, Ulrich Eisslinger in »Die Meistersinger von Nürnberg«, Herold in Verdis »Don Carlos«, Richter in Verdis »Maskenball«, Roderigo in Verdis »Otello«, Melot in »Tristan und Isolde«, Nathanael in »Hoffmanns Erzählungen«, Haushofmeister der Marschallin im »Rosenkavalier«, Lampenanzünder in »Manon Lescaut« von Puccini, Flavio in »Norma«, Don Riccardo in Verdis »Ernani«, Froh im »Rheingold«, Giuseppe in »La Traviata«). 1957 kam er nach Europa und studierte zwei Jahre lang bei Maestro Conati in Mailand. Er war 1957-59 am Opernhaus von Bonn engagiert, wo er u.a. als Max im »Freischütz«, als Radames in »Aida« und als Canio im »Bajazzo« auftrat. 1959 kam er an das Opernhaus von Zürich, wo er bald glänzende Erfolge hatte. Er trat in den Jahren 1959-75 als ständiger Gast an der Wiener Staatsoper in insgesamt 134 Vorstellungen auf (als Bacchus in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, als Alvaro in »La forza del destino«, als Canio, als Otello von Verdi, als Florestan im »Fidelio«, als Radames, als Manrico im »Troubadour« und als Kalaf in »Turandot« von Puccini). 1960 sang er in Washington erstmals den Otello von Verdi, der eine seiner großen Partien wurde, und den er noch im gleichen Jahr in Zürich und Wien und 1964 in London vortrug. Er gastierte 1961 am Teatro Massimo Palermo und 1962 am Teatro Colón Buenos Aires. An der Oper von San Francisco gastierte er 1962-64, 1970-71 und 1977 als Manrico, als Otello, als Radames, als Alvaro, als Hermann in »Pique Dame« von Tschaikowsky, als Samson in »Samson et Dalila« von Saint-Saens und als Canio im »Bajazzo«, 1987 nochmals als Florestan. 1963 übernahm er auch bei den Salzburger Festspielen den Manrico. Als erster Tenor für das heldische Fach war er seit 1963 wieder an der Metropolitan Oper New York tätig, der er jetzt bis 1986 angehörte. Er ist hier insgesamt in 597 Vorstellungen aufgetreten, u.a. als Otello, als Canio, als Manrico, als Samson in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns, als Hermann in »Pique Dame« von Tschaikowsky, als Don José in »Carmen«, als Radames, als Kalaf, als Alvaro, als Florestan und als Jean in Meyerbeer » Le Prophète «. 1977 hatte er an diesem Haus einen beson
deren Erfolg als Tannhäuser. Seit 1964 regelmäßig an der Covent-Garden Oper London zu hören. Gerühmt für seine kraftvolle, ausdrucksstarke Stimme und sein erregendes darstellerisches Talent. Einer der bedeutendsten Heldentenöre seiner Generation. Er starb 1988 in New York. Er war verheiratet mit der Altistin Sandra Warfield (1921-2009), die eine Autobiographie unter dem Titel »A Star in the Family« (New York, 1971) herausgab.

Weitere Lit: A. Williamson: James McCracken (in »Opera«, 1967); J. Hines: James McCracken (Garden City, NY, 1982).

Aufnahmen auf Allegro Royale und Decca (»Fidelio«, »I Pagliacci«), DGG (»Carmen«), CBS (»Le Prophète« von Meyerbeer), HMV (»Otello« unter Barbirolli), Philips (»Gurrelieder« von Schönberg), Foyer (»Ernani« von Verdi).

 

17.12. Aglaja ORGÉNI: 175. Geburtstag

Aglaja_Orgéni

 Sie entstammte einem ungarischen Adelsgeschlecht und hieß mit ihrem eigentlichen Namen Anna Maria Aglaja von Görger St. Jörgen. Sie studierte in Baden-Baden bei der großen Pauline Viardot-Garcia. Sie trat zuerst als Konzertsängerin in Holland und im Rheinland auf. 1865 debütierte sie an der Berliner Hofoper als Amina in Bellinis »La Sonnambula«. 1866 kam sie nach London und hatte an der Covent Garden Oper große Erfolge als Lucia di Lammermoor, als Violetta in »La Traviata« und als Martha in der bekannten Oper von Flotow. Im gleichen Jahr 1866 gastierte sie sehr erfolgreich an der Wiener Hofoper als Marguerite im »Faust« von Gounod, als Amina in »La Sonnambula«, als Gilda im »Rigoletto«, als Dinorah von Meyerbeer und als Lucia di Lammermoor. Es schlossen sich Gastspiele an den Opernhäusern von Breslau und Riga (1867) an. Sie sang in den folgenden zwanzig Jahren an allen großen europäischen Bühnen und galt als eine der führenden Koloratricen innerhalb ihrer künstlerischen Generation. Man rühmte vor allem die stilistische Feinheit und die Eleganz ihres Vortrages. Sehr erfolgreich war sie bei Auftritten am Opernhaus von Leipzig. 1869 gab sie ein Gastspiel am Théâtre-Lyrique in Paris. Sie gastierte auch 1872 an der Wiener Hofoper (als Lucia dio Lammermoor und als Marguerite im »Faust« von Gounod), 1873 an der Hofoper von Dresden, 1873 am Hoftheater von Stuttgart, 1873 und 1874 am Hoftheater von Hannover, 1874 am Hoftheater von Karlsruhe, 1875 am Stadttheater (Opernhaus) von Hamburg. 1873-78 war sie an der Münchner Hofoper engagiert. Hier hatte sie ihre großen Erfolge als Valentine in den »Hugenotten« von Meyerbeer, als Marguerite im »Faust« von Gounod und als Leonore im »Troubadour«. Eine ihrer großen Partien war die Agathe im »Freischütz«. Nach einer Erkrankung Ende der siebziger Jahre mußte sie einige Zeit pausieren und widmete sich dann nur noch dem Konzertgesang. 1881 war sie in einem Konzert im Londoner Crystal Palace als Solistin zu hören und gab eine Serie weiterer Konzerte in England. 1886 ließ sie sich in Dresden als Gesanglehrerin nieder. 1908 erhielt sie als erste Frau eine Professur am dortigen Königlichen Konservatorium, die sie bis 1914 wahrnahm. Zu ihren Schülern gehörten die berühmten Sängerinnen Margarethe Siems, Berta Morena, Gertrude Förstel, Sophie Wolf, Erika Wedekind und Edyth Walker. Seit 1914 hatte sie ihren Wohnsitz in Wien, wo sie weiter ihrer pädagogischen Tätigkeit nachging. Sie starb 1926 in Wien.

Lit.: Wurzbach: »Aglaja Orgéni« (Biogr. Lexikon, 21. Band, 1870); Erna Brand: »Aglaja Orgéni, das Leben einer großen Sängerin« (München, 1931).

 

19.12. Ludvík PODÉŠT: 95. Geburtstag

Er studierte am Konservatorium von Brünn bei Jaroslav Kvapil. 1947-51 war er Mitarbeiter bei Radio Brünn, 1958-60 Direktor der Musikabteilung des tschechischen Fernsehens. Er komponierte eine Sinfonie, eine sinfonische Dichtung, vier Orchestersuiten, sinfonische Variationen, zwei Klavierkonzerte und ein Violinkonzert, kammermusikalische Werke, Kantaten, Chorwerke, Lieder, Schauspiel- und Filmmusiken. Er starb 1968 in Prag.

 

19.12. Géza BELTI-PILINSZKY: 125. Geburtstag

 Er studierte in Budapest und Berlin. Bühnendebüt 1919 am Opernhaus von Bratislava (Preßburg). 1920 folgte er einem Ruf als erster lyrischer Tenor an die Nationaloper von Budapest, wo er bis 1928 eine bedeutende Karriere entfalten konnte. Seit 1928 lebte er in Berlin und trat an deutschen Theatern gastierend auf. 1930 sang er bei den Festspielen von Bayreuth den Walther von der Vogelweide im »Tannhäuser«, während sein älterer Bruder Sigismund Pilinsky (1884-1960) den Tannhäuser gestaltete. Er kam auch als Operettensänger, u.a. am Berliner Metropoltheater, zu einer erfolgreichen Karriere, ebenso als Konzertsänger. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er in Berlin als Gesanglehrer tätig. Er starb wahrscheinlich 1963 in Berlin.

Schallplatten: Columbia (»Tannhäuser«-Aufnahme aus Bayreuth, 1930).

 

19.12. Dagmar MÖLLER: 150. Geburtstag

Dagmar MÖLLER

 Sie begann ihre Ausbildung zur Sängerin am Konservatorium von Stockholm in den Jahren 1882-87 und war dann 1889-90 in Paris noch Schülerin der großen Primadonna Désirée Artôt. 1887 begann sie ihre Bühnenlaufbahn (unter dem Namen Dagmar Sterky, dem Familiennamen ihres ersten Ehemannes; Möller war der Familienname ihres zweiten Ehemannes) an der Königlichen Oper Stockholm, an der sie als Antrittsrolle die Rose Friquet in »Les Dragons de Villars« (»Das Glöckchen des Eremiten«) von Maillart sang. In den folgenden vier Spielzeiten hatte sie an diesem Haus in Partien aus dem lyrischen wie dem Koloratur-Fach große Erfolge: als Brigitte in »Le Domino noir« von Auber, als Mignon von A. Thomas, als Jeanette in »Les noces de Jeanette« von Massé, als Bastienne in »Bastien und Bastienne« von Mozart (1893 in der schwedischen Erstaufführung der Oper) und als Jolanthe in der schwedischen Erstaufführung der gleichnamigen Oper von Tschaikowsky (1893). Am 26.11.1892 sang sie an der Stockholmer Oper in der Uraufführung von Ivar Hallströms Oper »Granadas Dotter« die Partie der Jacinta. 1891-92 war sie an der Oper von Oslo engagiert, kam aber für die Jahre 1892-94 wieder an die Stockholmer Oper zurück. 1896 trat sie bei der schwedischen Operasällskap von E. Linden auf, widmete sich aber seit 1897 in besonderer Weise dem Konzert-, vor allem aber dem Liedgesang. In ihren Liederabenden brachte sie das skandinavische, aber auch das deutsche und das französische Kunstlied zum Vortrag. Sie setzte sich in besonderer Weise für das zeitgenössische Liedschaffen ein und galt als unvergleichliche Interpretin der Lieder von Edvard Grieg, der ihr den Liederzyklus »Haugtussa« widmete. Komponisten wie Emil Sjögren, Wilhelm Stenhammar und Wilhelm Peterson-Berger begleiteten sie bei ihren Liederabenden am Klavier, wenn sie deren Lieder vortrug. Auch als Oratoriensolistin war sie bekannt. Große Tourneen führten sie durch die skandinavischen Länder wie durch Deutschland. Dazu entfaltete sie eine umfangreiche pädagogische Tätigkeit. 1900-1921 lehrte sie am Königlichen Konservatorium von Stockholm; seit 1903 war sie Mitglied der schwedischen Musikakademie, 1911 wurde sie mit dem Orden »Litteris et artibus« dekoriert. Sie starb 1956 in Stockholm.

 

21.12. Christopher KEENE: 70. Geburtstag

 

 Er studierte an der University of California in Berkeley und gründete während dieser Zeit eine Operngesellschaft, mit der er zahlreiche moderne Opern aufführte. Neben Gastauftritten bei den Festspielen in Spoleto (1968, 1969 und 1971) wirkte er
als Direktor der American Ballet Company, dirigierte ab 1970 auch an der New York City Opera, wo er 1971 die Uraufführung von Menottis »The Most Important Man« gab. Im gleichen  Jahr folgte eine gefeierte Vorstellung von »La Traviata«. 1971 dirigierte er zehn Vorstellungen von Mascagnis »Cavalleria rusticana« und Leoncavallos »Pagliacci« an der Metropolitan Opera. Er, der niemals einen Dirigierkurs besucht hat, wurde 1975 zum Musikdirektor des Syracuse Symphony Orchestra in New York ernannt. Daneben war er 1977 als Musikdirektor bei den Festspielen von Spoleto und ab 1979 in der gleichen Position beim Long Island Philharmonic Orchestra tätig. 1982 wurde er zum künstlerischen Inspektor der New York City Opera berufen. Er starb 1995 in New York.

 

21.12. Spartaco MARCHI: 125. Geburtstag

 Während er 1919 als Soldat bei der italienischen Luftwaffe in Rom diente, nahm er erfolgreich an einem Gesangwettbewerb teil, den die Accademia di Santa Cecilia Rom veranstaltete. Da seine Familie inzwischen nach Florenz verzogen war, nahm er das Gesangstudium dort bei Maestro Vito Frazzi auf. 1922 kam es zu seinem Debüt am Teatro della Pergola Florenz als Jago in Verdis »Otello«. 1926 gastierte er erstmals an der Mailänder Scala als Fafner im »Siegfried« von R. Wagner. Bis 1946 ist er an diesem Opernhaus aufgetreten, u.a. als Snare in »Sly« von E. Wolf-Ferrari, als Mikhéli in Cherubinis »Les deux journées«, als Lescaut in »Manon Lescaut« von Puccini, als Faninal im »Rosenkavalier« von R. Strauss, als Sharpless in »Madame Butterfly« und in Wolf-Ferraris Oper »Il Campiello«. Er trat als Gast auch in Dänemark, in Frankreich und in der Schweiz (1940 Grand Théâtre Genf) auf, in Amsterdam war er als Amonasro und in einem Gala-Konzert (1935) erfolgreich, an der Oper von Antwerpen sang er den Scarpia in »Tosca« in Gegenwart des belgischen Königs (1939). In Italien ist er an allen Theatern von Rang erschienen: am Teatro Fenice Venedig (1938-40, 1942, 1947) wie am Teatro Petruzzelli Bari (1936, 1951-52), in Udine, Florenz, Pisa, Trient und Triest. Er wirkte 1939 am Teatro Fenice Venedig in der Uraufführung der Oper »Re Hassan« von Giorgio Ghedini mit. 1940-41 und 1947 gastierte er am Teatro Carlo Fenice Genua, 1938 (in »Mignon« von Thomas) und 1949 (als Sharpless) am Teatro Sociale in Mantua, 1936 am Teatro Municipale Piacenza in »Manon« von Massenet, 1941 in »Il Campiello« von Wolf-Ferrari, 1949 wieder in »Manon«. 1951 gab er nochmals ein Gastspiel am Théâtre des Champs-Élysées Paris als Graf Robinson in Cimarosas »Il matrimonio segreto«. Neben seiner Begabung als Sänger betätigte er sich als Bildhauer wie als Maler. Nach Aufgabe seiner Bühnenkarriere widmete er sich in Mailand ganz der Beschäftigung mit diesen Künsten. Er starb 1976 in Viareggio.

 

21.12. Pietro Andrea ZIANI: 400. Geburtstag

Er war der Onkel des Komponisten Marc‘ Antonio Ziani. Er erhielt seine umfassende musikalische Ausbildung im „Orden der Kanoniker von San Salvadore“ in Candia, dem er im Juni 1632 beitrat. Seine ersten Anstellungen als Organist erhielt er, 1636 in Treviso, 1637 in Candia, 1638 in Brescia, danach 1639-54 an der Kirche S. Salvatore in Venedig, wo er 1639 zum Diakon geweiht wurde. Bereits 1637 und 1639 erteilte ihm sein Orden die Erlaubnis, die Drucke des „Canone regulario, Organista“ (Op.2, 1640) und seines Il primo libro de Canzonette… (Op.3, 1641) zu veröffentlichen. Seine Titel „Don“ oder „Padre“ finden sich noch auf den frühen Libretti. 1668 wurde er aus gesundheitlichen Gründen, von allen kirchlichen Verpflichtungen entbunden. Zum Karneval 1654 wurde seine erste Oper La guerriera spartana im Teatro Sant’Apollinare uraufgeführt, ab diesem Zeitpunkt begann eine lange Zusammenarbeit mit dem Librettisten und Opernimpressario Giovanni Faustini, die über viele Jahre andauerte. Von Mai 1657 bis Juni 1659 war Ziani mit einer krankheitsbedingten Unterbrechung, Nachfolger von Maurizio Cazzati Kapellmeister der Basilica di Santa Maria Maggiore in Bergamo. Ab 1660 knüpfte er Kontakte zum Hause Habsburg. Dem Erzherzog Ferdinand Karl (Österreich-Tirol) widmete er seine Fiori musicali Opus 6. Ziani lebte ab 1661 etwa zwei Jahre in Innsbruck, Ende 1663 reiste er nach Wien, wo er bis 1667 Kapellmeister der Hofkapelle der Kaiserinwitwe Eleonore war. In seiner Wiener Zeit entstanden zahlreiche Oratorien und Opern, die sowohl für Wien als auch für Venedig, bestimmt waren. Zwischen Dezember 1666 und Januar 1667 hielt er sich anlässlich der Hochzeit von Johann Georg III. (Sachsen) und Prinzessin Anna Sophie von Dänemark und Norwegen in Dresden auf, um eine Aufführung der Oper Theseo, die nicht aus seiner Feder stammte zu leiten. Im Laufe des Jahres 1668 verließ er mit einem Empfehlungsschreiben der Kaiserinwitwe Wien. 1669-77 war Ziani, als Nachfolger von Francesco Cavalli erster Organist am Markusdom in Venedig. Auch in dieser Zeit entstanden mehrere Opern und Opernakte für Pasticcios, die neben Venedig in vielen italienischen Städten zur Aufführung gelangten. Nachdem Natale Monferrato die von Ziani angestrebte Stelle des ersten Kapellmeisters am Markusdom erhalten hatte, reiste er nach Neapel, wo er eine Anstellung am „Conservatorio di Sant’Onofrio“ im Stadtteil Porta Capuana erhielt und als Honorarorganist, aus der Hofkasse besoldet wurde. 1680 wurde er Vizekapellmeister der Hofkapelle. Auch in dieser Zeit entstanden weitere Opern, die für Venedig, Neapel und Palermo bestimmt waren. Ziani starb 1684 in Neapel. Nach seinem Tod übernahm Alessandro Scarlatti dessen Amt. Mit seinen besonders einfallsreichen Opernproduktionen war Ziani äußerst erfolgreich und wurde als der wichtigste Opernkomponist nach Francesco Cavalli angesehen. Zahlreiche musikalische Experimente, Vermeidung von Wiederholungen. Auch seine Instrumentalmusik war bekannt, so führte Johann Philipp Krieger Kammermusikwerke Zianis im sächsischen Weißenfels auf.

 

22.12. Robert KURKA: 95. Geburtstag

Er lernte Violine, betrieb ein umfangreiches Selbststudium in Komposition und wurde Schüler von Otto Luening und Darius Milhaud. 1948-51 unterrichtete er am City College of New York, später am Queens- und am Dartmouth College. Er erhielt das Guggenheim-Stipendium. Einem breiten Publikum wurde er mit der Oper The Good Soldier Schweik nach Jaroslav Haseks Der brave Soldat Schwejk bekannt, welche am 23. April 1958 in der New York City Opera uraufgeführt wurde. Daneben schrieb er 2 Sinfonien, Konzertmusik, Kammermusik, Chormusik und Klavierstücke. Er starb 1957 an Leukämie in New York.

 

22.12. Fernando CORENA: 100. Geburtstag

Fernando Corena und Cesare Siepi
Mit Cesare Siepe (links)

 Sein Vater war Türke, seine Mutter Italienerin. Er begann das katholische Theologiestudium an der Universität von Fribourg, wurde aber durch den Dirigenten Vittorio Gui ermutigt, Sänger zu werden. Darauf Musik- und Gesangstudium in Genf (1937-38), dann bei Enrico Romani in Mailand. Er wirkte zehn Jahre als Konzert- und Rundfunksänger in Zürich, ehe er sich zu einer Bühnenlaufbahn entschloss. Bühnendebüt 1947 an der Oper von Triest als Warlaam in »Boris Godunow«. Bereits 1948 debütierte er an der Mailänder Scala. Hier hörte man ihn u.a. 1949 als Alcindoro in »La Bohème«, 1950 in Wolf-Ferraris »Il Campiello« und als Varbel in »Lodoiska« von Cherubini, 1950 und 1952 als Don Pasquale, 1951 als Uberto in Paisiellos »La serva padrona« und als Rodrigo in Cherubinis »L’Osteria Portoghese«, 1954 als Dottore Bombasto in Busonis »Arlecchino«, 1957 als Don Annibale Pistacchio in Donizettis »Il Campanello«, als Dulcamara in »L’Elisir d‘amore« und als Prosdocimo in Rossi
nis »Il Turco in Italia« sowie 1969 als Bartolo im »Barbier von Sevilla«. Hier wirkte er auch am 12.5.1949 in der Uraufführung der Oper »Il Cordovano« von Goffredo Petrassi, am 4.5.1950 als Semplicio in der Uraufführung der Oper »L‘Allegra Brigata« von Gianfrancesco Mailipero und 1963 in der italienischen Erstaufführung von Rolf Liebermanns »Leonora 40/45« als Lejeune mit. Große Erfolge in Italien, wo er neben der Scala an allen großen Bühnen wie auch beim Maggio Musicale von Florenz und 1948 sowie 1950-52 bei den Festspielen in der Arena von Verona auftrat. 1957 wirkte er m Teatro della Pergola Florenz in den Uraufführungen der beiden Opern »Il Figliuol Prodigo« und »Venere prigioniera« von Malipiero mit. Bei den Zürcher Festwochen gastierte er 1950 als Bartolo im »Barbier von Sevilla«, 1961 als Don Pasquale, am dortigen Opernhaus in der Spielzeit 1961-62 wieder als Bartolo und als Leporello im »Don Giovanni«; er wirkte in Zürich auch in der Schweizer Erstaufführung von Z. Kodálys »Die Spinnstube« (Spielzeit 1947-48 als Freier) mit. 1954 kam er an die Metropolitan Oper New York (Antrittsrolle: Leporello), an der er seitdem immer wieder erfolgreich auftrat und als der Nachfolger von Salvatore Baccaloni im Buffo-Fach galt. An diesem Haus sang er in einer langjährigen Karriere  zwanzig verschiedene Partien in insgesamt 723 Vorstellungen, u.a. den Bartolo sowohl im »Barbier von Sevilla« als auch in »Le nozze di Figaro«, den Lescaut in »Manon« von Massenet, den Mesner in »Tosca«, den Fra Melitone in »La forza del destino«, den Mathieu in »Andrea Chénier«, den Gianni Schicchi in der gleichnamigen Puccini-Oper, den Geronte in »Manon Lescaut« von Puccini, den Dulcamara, den Warlaam, den Benoit wie den Alcindoro in Puccinis »La Bohème«, den Falstaff von Verdi, den Bailli in »Werther« von Massenet, den Don Alfonso in »Così fan tutte«, den Sulpice in »La fille du régiment« und den Mustafà in Rossinis »L’Italiana in Algeri«. Als letzte Partie sang er dort 1978 den Don Pasquale, ebenfalls eine seiner Glanzrollen. 1952 und 1967 gastierte er am Théâtre de la Monnaie Brüssel, 1957 am Deutschen Opernhaus Berlin. Gastspiele in London (1960 als Bartolo im »Barbier von Sevilla«) und Paris, in Buenos Aires und Tel Aviv (1959 als Verdis Falstaff), in Chicago, in Mexico City und in Holland. Bei den Festspielen von Edinburgh bewunderte man ihn 1955 als Titelhelden in Verdis »Falstaff«, 1957 als Selim in Rossinis »Il Turco in Italia« und als Dulcamara (bei einem Gastspiel der Mailänder Scala), 1961 als Bartolo im »Barbier von Sevilla« (mit dem Ensemble der Covent Garden Oper London) und 1963 als Don Pasquale (bei einem Gastspiel des Teatro San Carlo Neapel). Bei den Salzburger Festspielen sang er 1956 den Leporello, 1965-67 und 1975 den Osmin in der »Entführung aus dem Serail«, 1968-69 den Bartolo im »Barbier von Sevilla«, 1971 in einem Mozart-Konzert sowie 1971-72 den Don Pasquale. In den Jahren 1963-82 war er in insgesamt 74 Vorstellungen an der Staatsoper von Wien anzutreffen (als Don Pasquale, als Figaro in »Le nozze di Figaro«, als Leporello, als Fra Melitone, als Mesner, als Sparafucile im »Rigoletto«, als Osmin, als Bartolo im »Barbier von Sevilla« und als Dulcamara). Er trat in Fernsehaufnahmen der Opern »Die Entführung aus dem Serail« und »Der Barbier von Sevilla« auf. Er hatte seinen Wohnsitz in Castagnola im Schweizer Kanton Tessin. Voll tönende, dabei ungewöhnlich bewegliche Bass-Stimme; der Künstler galt als einer der bedeutendsten Bass-Buffo-Sänger, vor allem für den Bereich der italienischen Oper innerhalb seiner Generation, zugleich als ein Komödiant ersten Ranges. Er starb 1984 in Lugano.

Zahlreiche Schallplatten, vor allem auf Decca (Recital; »Il Maestro di Capella« von Cimarosa, »Le nozze di Figaro«, »Don Giovanni«, »L’Elisir d’amore«, »La Bohème«, »Madame Butterfly«, »Il barbiere di Siviglia«, »Aida«, »La forza del destino«, »Rigoletto«, »Otello«, »Andrea Chénier«, »Tosca«, »Manon Lescaut«), auf RCA (»Don Giovanni«), Urania (»Don Pasquale«, »La forza del destino«, »La Gioconda«), DGG (»Tosca«) BJR (»Don Pasquale« von 1956), Nuova Era (Don Labaro in »La Clemetina« von Luigi Boccherini, italienischer Rundfunk der Schweiz, 1965) und Cetra (»Gianni Schicchi«, »I quattro rusteghi« von Wolf-Ferrari). Hinzu gesellt sich eine Vielzahl von Mitschnitten von Opernaufführungen und Rundfunksendungen auf Privatmarken.

 

23.12. Clarice CARSON: 80. Geburtstag

Clarice-Carson-als Traviata

 Gesangstudium bei Pauline Donalda und Jacqueline Richard in Montreal sowie bei Julia Drobner in New York. Zu ihrem Bühnendebüt kam es 1962 an der Oper von Montreal als Mutter in der Menotti-Oper »Amahl and the Night Visitors«. Sie sang an den großen Opernbühnen in Nordamerika, u.a. an den Opern von Montreal und Vancouver, in San Francisco (1975 die Giorgetta in Puccinis »Il Tabarro«), Cincinnati, Dallas und Houston (Texas); 1965-66 erfolgreiches Auftreten an der City Opera New York nach ihrem Debüt an diesem Haus als Gräfin in »Figaros Hochzeit«. 1967 wurde sie an die New Yorker Metropolitan Opera verpflichtet (Antrittsrolle: 1. Dame in der »Zauberflöte«). Bis 1979 sang sie hier in 63 Vorstellungen außerdem noch die Helmwige in der »Walküre«, die Priesterin in »Aida«, die 5. Magd in »Elektra« von R. Strauss, die Frasquita in »Carmen«, die Musetta in Puccinis »La Bohème«, die Tosca, die Violetta in »La Traviata«, die Fiordiligi in »Così fan tutte« und die Madame Lidoine in »Dialogues des Carmélites« von Fr. Poulenc. Zu Gast an den Opern von Rouen und Tel Aviv, an der Niederländischen Oper Amsterdam, am Teatro Liceu Barcelona und bei der Scottish Opera Glasgow (1970-71 als Traviata). 1969 Auftreten an der Oper von Chicago. Sie sang bei den Festspielen von Schwetzingen 1976 die Titelrolle in der Oper »Leonora« von Paër; diese Aufführung wurde auf MRF-Platten mitgeschnitten und veröffentlicht. Besondere Höhepunkte in ihrem Bühnenrepertoire waren ferner die Cassandre in »Les Troyens« von Berlioz, die Donna Anna im »Don Giovanni«, die Konstanze in der »Entführung aus dem Serail«, die Desdemona in Verdis »Otello«, die Amelia im »Maskenball«, die Aida, die Elisabetta im »Don Carlos«, die Leonore im »Troubadour«, die Marguerite wie der Siebel in Gounods »Faust«, die Magda Sorel in Menottis »The Consul«, der Female Chorus in »The Rape of Lucretia« von B. Britten, die Mimi in »La Bohème«, die Butterfly, die Liu in »Turandot«, die Titelheldin in Puccinis »Suor Angelica« und die Salome in der Oper gleichen Namens von R. Strauss. Geschätzte Konzert- und Oratoriensängerin. Sie starb 2015 in Toronto.

Schallplatten: MRF (»Leonora« von Paër).

 

23.12. Johann  Heinrich ROLLE: 300. Geburtstag

Er wurde als Sohn des späteren Kantors am Magdeburger altstädtischen Gymnasium Christian Friedrich Rolle geboren. Der Vater übernahm die Ausbildung seines musikalisch begabten Sohnes. 1722 siedelte die Familie nach Magdeburg über. Im Jahre 1734 erhielt Rolle eine Stelle als Organist an der Magdeburger Sankt-Petri-Kirche, die er bis 1737 wahrnahm. Dann ging Rolle nach Leipzig, um Jura zu studieren. Anschließend zog er nach Berlin, wo er für kurze Zeit als Justitiar arbeitete. Im Jahr 1741 erhielt er eine Anstellung in der Kapelle Friedrich II., zunächst als Violinist, dann als Bratschist. 1746 kehrte er als Organist in der Sankt-Johannis-Kirche nach Magdeburg zurück. 1752 wurde er der Nachfolger seines Vaters als Kantor des Gymnasiums. Rolle übernahm auch die Funktion eines städtischen Musikdirektors. In dieser Position wirkte er im Sinne der Aufklärung. Es gelang ihm, dass Magdeburg ab 1764, als eine der ersten deutschen Städte ohne Residenz, Konzerte durchführte, die
überregionale Bedeutung entfalteten. Johann Heinrich Rolle heiratete im Jahre 1758 Rahel Christiana Jacobi, die Tochter eines Hamburger Kaufmanns. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor. Rolle gehörte der von Johann Wilhelm Ludwig Gleim gegründeten sogenannten Mittwochsgesellschaft an. Er pflegte hier Kontakt mit Heinrich Rathmann, Friedrich von Koepcken, Johann Bernhard Basedow, Johann Samuel Patzke, Friedrich Gabriel Resewitz, Gottfried Benedict Funk und Gotthilf Sebastian Rötger. Seine Kompositionen stehen in der Tradition des Barock, sind jedoch bereits vom Übergang des Hochbarock hin zum sogenannten galanten Stil des Rokoko geprägt. Rolle hinterließ eine Vielzahl von Werken, die auch heute noch gespielt werden. Zu acht Werken stammen die Texte von Johann Samuel Patzke, bei vier Werken wurden die Texte von August Hermann Niemeyer geschrieben. Johann Heinrich Rolle starb 1785 in Magdeburg. Die Stadt Magdeburg hat ihm zu Ehren eine Straße als Rollestraße benannt. In Quedlinburg trägt die Musikschule seinen Namen.

 

24.12. Maurizio KAGEL: 85. Geburtstag

Er wurde in Buenos Aires in eine jüdische Familie geboren, die in den 1920er Jahren aus Russland geflohen war. Früh erhielt er privaten Instrumentalunterricht und arbeitete in Buenos Aires als Filmkritiker, Korrepetitor und Dirigent, u.a. am Teatro Colón. Kagel hatte in den 1950er Jahren an den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik teilgenommen. 1957 reiste er mit einem Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes nach Deutschland. Ab 1960 war er als Dozent bei den Darmstädter Ferienkursen tätig. 1969 wurde er zum Direktor des Instituts für Neue Musik an der Rheinischen Musikschule in Köln und, als Nachfolger von Karlheinz Stockhausen, zum Leiter der Kölner Kurse für Neue Musik (bis 1975) ernannt; 1974 erhielt er an der Kölner Musikhochschule eine Professur für Musiktheater. Kagel war Mitbegründer des Ensembles für Neue Musik in Köln und hat in den elektronischen Studios von Köln, München und Utrecht gearbeitet. Er dirigierte viele seiner Werke selbst und war Regisseur und Produzent aller seiner Filme und Hörspiele. Aus Anlass seines 75. Geburtstages gastierte er – Symbolfigur des deutsch-argentinischen Kulturdialogs – im Juli 2006 im Teatro Colón Buenos Aires, im Goethe-Institut und im Teatro Margarita Xirgu mit Konzerten, öffentlichen Proben und Vorträgen. Zuvor war sein letzter Konzertauftritt in Argentinien in den siebziger Jahren gewesen. Es begann mit seinem Stück Eine Brise, flüchtige Aktion für 111 Radfahrer, die „trillernd, trällernd“ erst am Teatro vorbeizogen. Obwohl er Argentinier blieb, sieht die Musikkritik dort Mauricio Kagel als „deutschen Komponisten“. Auf Einladung von Walter Fink war er 1991 der zweite Komponist im jährlichen Komponistenporträt des Rheingau Musik Festival. In der Spielzeit 2006-07 war Mauricio Kagel „Artist in Residence“ in der Philharmonie Essen und war dort ebenfalls als Dirigent zu erleben. Bei einem Symposion im Juni 2007 an der Universität Siegen erhielt er die Ehrendoktorwürde in Philosophie. Mauricio Kagel lebte bis zu seinem Tod 2008 in Köln. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Preise für sein Schaffen und ist auf allen wichtigen Festivals für Neue Musik vertreten. Bei ihm haben unter anderem studiert: Maria de Alvear, Carola Bauckholt, Theo Brandmüller, Martyn Harry, bernhard König, Klaus König, Branimir Krstic, Yves-Miro Magloire, Dominik Sack, Juan Maria Solare, Manos Tsangaris, Chao-Ming Tung, Johannes S. Sistermanns, Ulrich Wagner und Daniel Weissberg. Kagel gilt als der wichtigste Vertreter des „Instrumentalen Theaters“, eine Art ritualisierter Konzertakt, in den auch die sichtbaren Begleiterscheinungen des Musizierens (Mimik, Gestik, Aktionen) mit einbezogen werden. Ein eindrucksvolles Beispiel seiner Musiktheaterwerke ist Staatstheater, das aufgrund von Drohbriefen sogar unter Polizeischutz aufgeführt werden musste. Kagel selbst entwickelte eigene Instrumente und Spieltechniken, etwa für den Film Zwei-Mann-Orchester oder das Instrumentaltheater Exotica. Die Partituren stellen bisweilen komisch-originell konsequent nicht nur die Erwartungshaltung der Interpreten, sondern auch der Zuhörer auf den Kopf. Auch in Werken für den Konzertsaal spielte Theatralik und sichtbare Musik immer eine große Rolle. So stürzt der Solist im Konzertstück für Pauken und Orchester am Ende kopfüber in sein Instrument. Andere Werke beziehen Alltagsgegenstände (Acustica) und Geräusche mit ein. Die Verwendung von Elektronik und Tonbandzuspiel, aber auch Verweise auf traditionelle Musik waren für den Kosmos von Kagels Musik selbstverständlich.

 

24.12. Lisbeth SCHMIDT-GLÄNZEL: 100. Geburtstag

 Gesangstudium bei M. Stephan-Mundt in Chemnitz. 1949 debütierte sie am Nationaltheater Weimar, an dem sie als dramatische Sopranistin eine lange, erfolgreiche Karriere hatte. 1951-52 war sie auch an der Staatsoper von Dresden engagiert, 1960-67 Mitglied des Opernhauses von Leipzig. Sie trat weiter als Gast an den Staatstheatern von Dessau und Schwerin und an der Berliner Staatsoper auf; hinzu trat eine ausgedehnte Konzerttätigkeit. Nach Abschluss ihrer Bühnenlaufbahn war sie im pädagogischen Bereich tätig und widmete sich der Ausbildung des Sängernachwuchses am Theater der Altmark in Stendal.

Schallplatten: Urania (»Kampf und Sieg« von Weber).

 

25.12. Anton HROMADA: 175. Geburtstag

 Er sollte zunächst Theologie studieren, setzte aber unter großen Schwierigkeiten in Prag seine Ausbildung zum Sänger durch. Wiederum unter großen Schwierigkeiten kam endlich 1866 ein Gastspiel an der Hofoper von Stuttgart als Ottokar im »Freischütz« von Weber zustande. Wenn dies auch nur zu einem Engagement als Chorsänger führte, so konnte er sich allmählich in Stuttgart in größeren Aufgaben präsentieren. Nach weiteren Studien bei Julius Stockhausen in Frankfurt a.M. und bei Francesco Lamperti in Mailand (1872 bzw. 1874) gehörte er dann zu den führenden Mitgliedern der Stuttgarter Hofoper. Man bewunderte auf der Bühne den Ausdrucksreichtum seiner Stimme wie sein intelligentes darstellerisches Talent in vielen großen Aufgaben: als Titelheld in »Don Giovanni« von Mozart, als Figaro in »Figaros Hochzeit«, als Herr Fluth in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor«, als Valentin im »Faust« von Gounod, als Scherasmin in Webers »Oberon«, als Rigoletto, als Graf Luna im »Troubadour« von Verdi, als Titelheld in Rossinis »Wilhelm Tell«, als Jäger im »Nachtlager von Granada« von C. Kreutzer, als Hans Sachs in »Die Meistersinger von Nürnberg«, als Alberich im Nibelungenring, als Lothario in »Mignon« von A. Thomas, als Titelheld im »Barbier von Bagdad« von Cornelius, als Agamemnon in »Iphigenie in Aulis« von Gluck und als Siméon in »Joseph« von Méhul. 1893 sang er in Stuttgart in der deutschen Erstaufführung von Verdis »Falstaff« den Ford. 1894 wirkte er in Stuttgart in der Uraufführung der Oper »Der Pfeifer von Hardt« von Ferdinand Langer mit. 1880 und 1898 gastierte er in Leipzig. Er gastierte u.a. 1888 am Stadttheater von Basel, 1901 an der Münchner Hofoper. Neben seinem Wirken auf der Bühne war er ein gesuchter Konzert- und Oratoriensänger, der vor allem im süddeutschen Raum und in der Schweiz im Konzertsaal erschien; 1895 feierte man ihn bei Aufführungen des Oratoriums »Christus« von Rubinstein in Bremen. 1883-97 war er als Pädagoge am Konservatorium von Stuttgart tätig. Er war auch als Regisseur tätig. Er starb 1901, auf dem Höhepunkt seiner Karriere stehend, plötzlich an einem Schlaganfall in Stuttgart.

 

26.12. Daniel SCHMID: 75. Geburtstag

Als Sohn eines Hoteliers wuchs er im Hotel Schweizerhof in Flims auf. Nach der Matura ging er 1962 an die Freie Universität Berlin, studierte Geschichte, Publizistik, Politikwissenschaft sowie Kunstgeschichte und arbeitete währe
nd des Studiums als Journalist und Dolmetscher. Darauf folgte eine Regie-Assistenz bei Peter Lilienthal. Ab 1966 studierte er an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin und lieferte mehrere Arbeiten fürs Fernsehen. Seither realisierte er eigene Spielfilme. Zu Beginn der 1970er Jahre arbeitete Schmid mehrfach mit Rainer Werner Fassbinder, Rosa von Praunheim und Werner Schroeter zusammen. In dieser Zeit trat er auch als Darsteller auf und wurde zu einem der profiliertesten Filmemacher. Vor allem die Verfilmung von Fassbinders Bühnenstück Die Stadt, der Müll und der Tod unter dem Titel Schatten der Engel im Jahr 1976 machte ihn bekannt. 1977 kehrte er in die Schweiz zurück. Er verlegte sich auf die Inszenierung von introspektivischen Experimentalfilmen, die lediglich ein intellektuelles Minderheitenpublikum ansprachen. Mit seiner Filmsatire Beresina oder Die letzten Tage der Schweiz erlangte er wieder die Aufmerksamkeit einer größeren Öffentlichkeit. Dazwischen besonders erwähnt werden müsste auch der Film Zwischensaison von 1992, welcher sicher nicht experimentell war, sondern schlicht die Verfilmung von teils wunderlichen Kindheitserinnerungen im elterlichen Hotel; eines Betriebes, welcher mit dem heutigen Massentourismus wahrlich nicht viel gemein hat. 1999 erhielt er am Internationalen Filmfestival von London den Ehrenleoparden für sein Gesamtwerk. 1984-2001 wirkte er zudem als Opernregisseur. Am Opernhaus Zürich inszenierte vier Opern, am Grand Théâtre Genf deren drei. Seine Zuneigung zum Belcanto ist auch in seinem Dokumentarfilm Il Bacio di Tosca spürbar. Daniel Schmid erlag 2006 in Flims einem Krebsleiden.

 

26.12. Heinz FRIEDRICH: 95. Geburtstag

Heinz FRIEDRICH

 Er erhielt seine Ausbildung an der Musikhochschule Berlin und war dort auch Schüler der großen Sopranistin Frida Leider. 1949 debütierte er an der Berliner Staatsoper als Papageno in der »Zauberflöte« und gehörte 1949-50 dem Opernstudio dieses Hauses an. Bis 1953 blieb er an der Staatsoper Berlin tätig und wechselte dann in der Spielzeit 1953-54 an das Pfalztheater Kaiserslautern. 1954-56 sang er am Stadttheater von Augsburg, 1956-62 am Staatstheater von Wiesbaden und 1959 bis zu seinem Tod am Theater am Gärtnerplatz München. An der Berliner Staatsoper wirkte er am 17.3.1951 in der Uraufführung der Oper »Das Verhör des Lukullus« von Paul Dessau mit. Er gastierte u.a. an der Staatsoper von Wien (1956 mit den vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen«) und am Teatro Colón Buenos Aires (1961 als Faninal im »Rosenkavalier«). Höhepunkte in seinem Repertoire für die Bühne waren der Ochs im »Rosenkavalier«, der Pater Guardian in »La forza del destino« von Verdi und der Stolnik in »Halka« von Moniuszko. Von seinen Bühnenrollen seien noch der Figaro im »Barbier von Sevilla« von Rossini, der Rigoletto, der Graf Luna im »Troubadour«, der Silvio wie der Tonio im »Bajazzo«, der Escamillo in »Carmen«, der Sebastiano in »Tiefland« von d’Albert, der Dominik in »Arabella« von R. Strauss, der Titelheld in Weinbergers »Schwanda der Dudelsackpfeifer« und der Hortensio in »Der Widerspenstigen Zähmung« von H. Goetz genannt; hinzu kamen zahlreiche Partien in Operetten. 1968 wirkte er am Gärtnerplatztheater in München in der Uraufführung der Oper »Der widerspenstige Heilige« von Mark Lothar mit. Auch als Konzert- und Liedersänger brachte er es zu einer erfolgreichen Karriere. Er starb 1983 in Rottach-Egern (Oberbayern).

Schallplatten: Eterna (Lieder), Donauland (Arien-Aufnahmen), IFM (Stephan in vollständiger Oper »Regina« von Lortzing), DGG (»Ariadne auf Naxos«).

 

26.12. Helmut EDER: 100. Geburtstag

Er studierte unter anderem bei Carl Orff und wurde von Alban Berg, Johann Nepomuk David und György Ligeti beeinflusst. Eder komponierte mehr als 130 Werke, die von Kammermusik über geistliche Musik bis zur Oper reichten. Sie wurden von den Wiener Philharmonikern und Berliner Philharmonikern unter Leitung prominenter Dirigenten, unter ihnen Seiji Ozawa und Wolfgang Sawallisch, aufgeführt. Bei den Salzburger Festspielen 1991 wurde Eders Oper Mozart in New York uraufgeführt. Helmut Eder wurde mit dem Österreichischen Staatspreis und dem Anton-Bruckner-Preis ausgezeichnet. Nach seinem Tod 2005 in Salzburg wurde er auf dem Salzburger Kommunalfriedhof beerdigt.

 

27.12. Lubomír HAVLÁK: 95. Geburtstag

 Er begann sein Gesangstudium in Ostrava (Mährisch Ostrau), musste dann aber im Beruf eines Drehers arbeiten, bevor er nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 sein erstes Engagement in Ostrava antreten konnte. 1946-50 war er als erster Tenor am Theater von Ustí nad Labem (Aussig) tätig und folgte 1952 einem Ruf an das Nationaltheater von Prag. An diesem bedeutendsten Opernhaus der CSSR hatte er eine lange, über dreißigjährige, erfolgreiche Karriere. Hatte er sich zunächst im heldischen Tenorfach ausgezeichnet, so wurde er im zweiten Teil seiner Karriere ein geschätzter Interpret von Buffo- und Charakterpartien. Sein vielseitiges Repertoire umfasste sowohl Aufgaben aus dem Bereich der tschechischen und der slawischen Opernliteratur wie auch viele Partien in italienischen und deutschen Opern. Noch 2001 trat er an der Staatsoper Prag als Doktor Frank in der Oper »Der polnische Jude« von Karel Weis auf. Er starb 2014 in Prag.

Zahlreiche Schallplattenaufnahmen auf Supraphon, darunter eine Anzahl von Partien in vollständigen Opern (»Die Teufelskäthe« von Dvorák, »Krútnava« von Eugen Suchon, »Sarka« von Fibich, »Ein Blumenstrauß« und »Griechische Passion« von Martinù, »Coriolanus« von Jan Cikker, »Susanna Vojírová« von Jirí Pauer).

 

27.12. John WHITWORTH: 95. Geburtstag

Er begann seine musikalische Ausbildung an der Kimbolton School in Huntingdon. Während des zweiten Weltkriegs war er als Flugzeugmechaniker für die Royal Air Force in Kanada stationiert, bevor er 1946 ein Stipendium für das King’s College in Cambridge erhielt. Nach seinem Abschluss wurde er 1949 Lay Vicar an der Westminster Abbey in der Stimmlage Alt, eine Position, die er 22 Jahre bekleidete. Seinen ersten Auftritt als Solist hatte Whitworth 1950 bei einer Aufführung von Händels Messiah. 1951 schloss er sich dem Deller Consort unter der Leitung des Countertenors Alfred Deller für Aufnahmen und Übertragungen der BBC an, wo sie besonders mit Purcells Sound the Trumpet bekannt wurden. International begann seine Karriere in der Schweiz, wo er mehrfach mit den Renaissance Singers und den Golden Age Singers auftrat. Außerdem war er als Organist an der Actor’s Church am Covent Garden beschäftigt, editierte mittelalterliche Quellen und arrangierte Musik für seine Vokalensembles. 1965 wurde er an der Guildhall School of Music zum Professor ernannt, bevor er 1971 Deputy Music Advisor in Leicestershire wurde. Er gilt als einer der Pioniere des 20. Jahrhunderts im Countertenor-Gesang, an dessen Wiederbelebung er ausgehend von den Werken Henry Purcells und William Byrds maßgeblich beteiligt war. Er starb im Juli 2013.

 

27.12. Carolina LAZZARI: 125. Geburtstag

Carolina Lazzari

 Sie entstammte einer ursprünglich italienisch-französischen Familie. Sie erhielt ihre Ausbildung in einem Seminar in Bucksport (Maine) und in einem Ursulinenkloster in Mailand. Sie studierte in New York wie in Mailand Klavierspiel und Gesang. 1917 wurde sie durch den Dirigenten Cleofonte Campanini an die Oper von Chicago engagiert (Antrittsrolle: Giglietta in der amerikanischen Erstaufführ
ung von Mascagnis »Isabeau«), wo sie ihre großen Erfolge als Dalila in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns, als Pierotto in »Linda di Chamounix« von Donizetti und als Cieca in »La Gioconda« von Ponchielli hatte. 1918 gastierte sie mit dem Ensemble der Chicago Opera im Lexington Theatre New York als Partnerin von Amelita Galli-Curci in »Dinorah« von Meyerbeer. 1920 gastierte sie an die Metropolitan Oper in einer einzigen Vorstellung als Amneris in »Aida«. 1921 sang sie als Antrittsrolle am Teatro Colón Buenos Aires ebenfalls die Amneris, betätigte sich dann aber nur noch als Konzertsängerin und im pädagogischen Bereich. Sie unterhielt zeitweilig ein Privatstudio im Gebäude der Metropolitan Oper in New York. Sie starb 1946 in Stony Creek (Connecticut).

Zahlreiche schöne Schallplattenaufnahmen, exklusiv auf Edison.

 

28.12. Elizabeth PARCELLS: 65. Geburtstag

 Informationen über die amerikanische Sopranistin auf ihrer Homepage: http://www.elizabethparcells.com/

 

28.12. Richard McKEE: 75. Geburtstag

Richard McKee

 Nach vorheriger Tätigkeit in einem kaufmännischen Beruf entschloss er sich zum Gesangstudium, das an der Yale Universität bei Blake Stern, an der Illinois University in Urbana (Illinois) bei Bruce Foote und Paul Ulanowsky sowie bei Oren Brown in New York stattfand. Bühnendebüt bei der Goldovsky Opera (New England Opera) 1971 als Leporello im »Don Giovanni«. 1973 sang er beim Wexford Festival in Irland den Don Gregorio in Donizettis »L’Ajo nell‘ imbarazzo«. (Ein Mitschnitt dieser Aufführung wurde auf der Schallplattenmarke MRF publiziert). Er trat an der City Opera New York 1975-81 als Zuniga in »Carmen« (Debüt), als Geronte in »Manon Lescaut« von Puccini und als Frank in der »Fledermaus« auf und übernahm dort eine Anzahl von mittleren und kleineren Rollen (Gubetta in »Lucrezia Borgia« von Donizetti, Hermann Ortel in »Die Meistersinger von Nürnberg«, Bartolo in »Figaros Hochzeit«, Monterone im »Rigoletto«, Truffaldin in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, dazu Partien in Operetten von Offenbach und Gilbert & Sullivan). 1981 gastierte er an der Portland Opera als Hunding in der »Walküre«, an der Oper von San Diego als König in »L’Amour des trois oranges« von Prokofieff. 1996 sang er am Opernhaus von New Orleans den Frank in der »Fledermaus«. Weitere Partien, die der Sänger auf der Bühne übernahm, waren der Bartolo in Rossinis »Barbier von Sevilla«, der Abul Hassan im »Barbier von Bagdad« von Cornelius, der Sulpice in »La Fille du Régiment« von Donizetti. Zugleich auch als Konzertsänger tätig. Er starb 2013 in Manlius (Onondaga County, New York).

 

28.12. Holger BYRDING: 125. Geburtstag

 Sein Debüt erfolgte nach seinem Studium bei V. Linke in Kopenhagen 1916 an der Königlichen Oper Kopenhagen als Gremin in Tschaikowskys »Eugen Onegin«. Für lange Jahre war er der führende Vertreter des heldischen Bass-Baritonfachs an diesem Haus; 1934 wurde er zum Königlich Dänischen Kammersänger ernannt. Große Erfolge im Wagner-Fach (Wotan im Nibelungenring, Hans Sachs in »Die Meistersinger von Nürnberg«), aber auch als Amonasro in »Aida«, als Jago im »Otello« und als Mephisto in Gounods »Faust«. Dazu sang er Partien in dänischen Opern wie »Maskarade«, »Saul og David«, beide von Carl Nielsen und »Drot og Marsk« von Heise; später übernahm er gern komische und Charakterpartien (Don Pasquale von Donizetti, Basilio im »Barbier von Sevilla«, Falstaff von Verdi). Er gastierte u.a. an der Stockholmer Oper (1947) und unternahm Konzertreisen durch Skandinavien. 1964 Abschied von der Bühne; er wirkte als Pädagoge in Stockholm und Kopenhagen. Er starb 1980 in Kopenhagen.

Schallplatten: Odeon, Polyphon, auch auf Tono; Mitschnitte aus Opernsendungen des dänischen Rundfunks auf Danacord. Auf Poco-Records Bass-Solo in Beethovens 9. Sinfonie.

 

29.12. Thomas CAREY: 85. Geburtstag

Thomas Carey

 Ausbildung an der Henry Street Music School New York und durch Rose Bampton, dann an der Musikhochschule Stuttgart sowie bei Hans Hotter, Lola Urbach und Rupert Gundlach. Preisträger bei Gesangwettbewerben in Brüssel, München und s’Hertogenbosch; er erhielt den Marian Anderson-Award für junge farbige Sänger. Bühnendebüt 1964 an der Niederländischen Oper Amsterdam als Germont-père in Verdis »La Traviata«. Es kam bald zu einer großen Karriere an den führenden europäischen Opernbühnen; so war er in Kopenhagen, Paris, Nizza, Stockholm, Lissabon, Basel, Belgrad, Zagreb, Venedig, bei den Festspielen von Athen und Spoleto zu hören. In Deutschland war er besonders beliebt und gastierte an den Staatsopern von München, Stuttgart, Hamburg und Berlin, an den Opernhäusern von Essen, Dortmund, Hannover, Karlsruhe, Nürnberg und Wuppertal. An der Londoner Covent Garden Oper sang er u.a. am 2.12.1970 in der Uraufführung der Oper »The Knot Garden« von Tippett die Rolle des Mel. In seiner amerikanischen Heimat trat er in Boston, Memphis und New Orleans auf. Sein Bühnenrepertoire enthielt weite Teile des lyrischen Fachgebietes, dazu bedeutende Konzertkarriere. 1969 heiratete er die bekannte farbige Altistin Carol Brice (1918-85), die mit ihm zusammen in Frankreich in »Porgy and Bess« aufgetreten war. Beide erhielten einen Lehrauftrag an der Oklahoma University in Norman. Sie gründeten eine Operntruppe für junge farbige Sänger, die später unter dem Namen Circuit Opera Company auftrat. Er starb 2002 in Norman (Oklahoma).

Schallplatten bei Philips (»The Knot Garden«).

 

31.12. Noël MANGIN: 85. Geburtstag

Noel Mangin als Osmin
Als Osmin

Er wollte ursprünglich Farmer, dann Tierarzt werden. Nachdem er in einem Knabenchor bereits als Sopran gesungen hatte, betrat er zuerst als lyrischer Tenor die Opernbühne und sang Partien wie den Rodolfo in »La Bohème«, den Cavaradossi in »Tosca« oder den Matthias im »Evangelimann« von W. Kienzl. 1956 wurde seine Stimme plötzlich tiefer und reichte bis ins baritonale Fach hinein. So debütierte er 1957 als Bariton in Auckland in der Partie des Germont-père in »La Traviata«. In den folgenden zwei Jahren entwickelte sich seine Stimme zum Bass. Nach einer abermaligen Ausbildung durch Domenico Modesti in Paris und durch Joseph Hislop in London trat er jetzt als Bassist auf. 1958-60 war er bei der New Zealand Opera Company engagiert, bis 1961 bei der Australia Elizabethian Company. 1963-67 trat er an der Sadler’s Wells Opera London auf 1964 und 1966 gastierte er mit deren Ensemble auch an der Scottish Opera Glasgow. Er war 1968-77 Mitglied der Staatsoper Hamburg. Hier hörte man ihn u.a. als Don Pasquale von Donizetti, als Osmin in der »Entführung aus dem Serail«, als Sarastro in der »Zauberflöte«, als Geronimo in Cimarosas »Il matrimonio segreto«, als Falstaff von Verdi und als Claggart in »Billy Budd« von B. Britten. 1968 wirkte er dort in der Uraufführung von Gian Carlo Menottis Kinderoper »Help! Help! The Globolinks« mit. 1968 gastierte er mit dem Ensemble der Hamburger Staatsoper beim Edinburgh Festival als Truffaldin in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss. Er gastierte 1970 in Amsterdam, 1970 auch an der Grand Opéra Paris als Osmin und als Bartolo in »Figaros Hochzeit«, 1971 an der Scottish Opera Glasgow
als Ochs im »Rosenkavalier«. 1972 sang er beim Glyndebourne Festival den Osmin, 1976 bei der English National Opera London sowie mit deren Ensemble auch beim Edinburgh Festival den Hagen in der »Götterdämmerung«. 1987 gastierte er an Teatro Colón Buenos Aires als Osmin, er trat in Paris und Venedig, in Prag und Seattle (hier in den Aufführungen des Nibelungenrings) wie auch an der Staatsoper von München (Fafner und Hunding) auf. Er kam auch an der Australian Opera Sydney zu großen Erfolgen (1989 als Rocco im »Fidelio«) und war seit 1977 in besonderer Weise der Oper von Melbourne verbunden. Dort hörte man ihn bis zu seinem Tod, u.a. als Landgraf im »Tannhäuser«, 1992 als König Heinrich im »Lohengrin«. Er starb 1995 in Wellington (Neuseeland).

Schallplatten: Classics for Pleasure (Ausschnitte aus der »Entführung aus dem Serail«, Glyndebourne 1972), HMV (ebenfalls Osmin in der »Entführung aus dem Serail« in englischer Sprache). Auf HMV weitere Aufnahmen, darunter vollständige Opern »Manon Lescaut« von Puccini und »A Village Romo and Juliet« von Delius; auf RCA als Benoît in »La Bohème«.

 

31.12. Franz WILD: 225. Geburtstag

Mit sieben Jahren kam er als Sängerknabe in den Chor des Stifts Klosterneuburg. 1804 wurde er in die Kaiserliche Hofkapelle Wien aufgenommen. Bei einem Hofkonzert sang er vor Kaiser Napoleon I. ein Salve Regina und wurde von diesem gelobt. Er trat schließlich in den Chor des Theaters in der Josefstadt, dann in den des Theaters in der Leopoldstadt in Wien ein. 1810 wurde er Solist in der Fürstlich Esterházy’schen Kapelle, begann aber im folgenden Jahr 1811 seine große Karriere als Opernsänger in Wien. Er debütierte hier am Theater an der Wien als Prinz Ramiro in der Märchenoper »Cendrillon« von Niccolò Isouard. Seine ersten großen Erfolge erzielte er als Tamino in der »Zauberflöte« und als Titelheld in Boieldieus »Jean de Paris«. Beethoven, mit dem er oft zusammen musizierte, schrieb für ihn 1816 die Kantate »An die Hoffnung«. 1817 unternahm er eine glanzvolle Gastspielreise durch ganz Deutschland und Österreich und nahm dann ein Engagement am Hoftheater von Darmstadt an, dem er bis 1824 angehörte. 1825 kam es zu einer weiteren großen Tournee durch Holland, Belgien und Frankreich. In Paris traf er mit Rossini zusammen, der einige Werke mit ihm einstudierte, er war dort auch Schüler des berühmten Pädagogen Giulio Marco Bordogni. 1826-29 gehörte er dem Hoftheater von Kassel an. Nachdem er 1829 ein grandioses Gastspiel in 18 verschiedenen Rollen an der Wiener Hofoper absolviert hatte, wurde er 1830 Mitglied dieses Hauses, dem er jetzt bis zur Aufgabe seiner Bühnenkarriere 1855 angehörte. Von Wien aus setzte er seine Gastspieltätigkeit fort. So gastierte er 1831 in Lemberg (Lwów) und Brünn (Brno), 1832 im Rahmen einer großen Kunstreise in Prag, Graz, Breslau und Berlin, in Danzig, Königsberg, Kassel und Frankfurt a.M., in Wiesbaden, Aachen, Darmstadt und Mainz. 1839 trat er in St. Petersburg, 1840 in London auf, wo man ihn vor allem als Max im »Freischütz« feierte, dazu in Konzerten, die er zusammen mit seinem Freund, dem Bassisten Joseph Staudigl, gab. Als letzte Partie sang er 1855 an der Wiener Hofoper den Abayaldos in »Don Sebastiano« von Donizetti. Er gab in der österreichischen Metropole in den folgenden Jahren noch einige Konzerte, letztmals im November 1859. Fürst Czartoryski schreibt über seine Stimme: »Sein Vortrag, seine Schule, seine Deklamation, Gebärde und Aktion waren von höchster Vollendung, seine Begeisterung riss ihn und den Zuhörer mit sich fort und überschritt doch nie die Grenze des Schönen.« Aus seinem umfangreichen Bühnenrepertoire verdienen der Florestan im »Fidelio«, der Titelheld in Rossinis »Otello«, der Licinio in »La Vestale« von Spontini, der Joseph in der gleichnamigen biblischen Oper von Méhul, der Alfonso in »Zampa« von Hérold, der Nadori in »Jessonda« von Louis Spohr und der Titelheld in Mozarts »Don Giovanni« (den er wie eine Anzahl zeitgenössischer Sänger als Tenor sang) Erwähnung. Er starb 1860 in Oberdöbling bei Wien.

 

 

GEBURTSTAGE IM NOVEMBER 2016

GEBURTSTAGE im November 2016

 

Berücksichtigt wurden runde und halbrunde Geburtstage ab dem 60er. Zusammenstellung der Liste: Walter Nowotny

 

1.11. Michel HAMEL wird 95

Er arbeitete zunächst als Bankangestellter, ließ dann aber in den Jahren 1942-46 seine Stimme am Conservatoire National in Paris ausbilden. Bereits 1944 konnte er in Radiosendungen auftreten; sein Bühnendebüt fand 1946 am Opernhaus von Nancy statt. Schon im folgenden Jahr 1947 wurde er an die Opéra-Comique Paris berufen, wo er als Jean in »Le Jongleur de Notre-Dame« von Massenet debütierte. Bis in die achtziger Jahre ist der Künstler an diesem Haus immer wieder aufgetreten, wobei er sich zunehmend auf das Charakterfach konzentrierte, unterstützt von einem besonderen darstellerischen Talent. Das Repertoire, einschließlich der mittleren und kleineren Partien, die er im Lauf dieser Jahre gesungen hat, umfasste rund 350 Rollen. Nur einige davon können, stellvertretend für viele andere, genannt werden: der Don Basilio in »Le nozze di Figaro«, der Pedrillo in der »Entführung aus dem Serail«, der Cecco in »Il mondo della luna« von Haydn, der Remendado in »Carmen«, der Fischer in »Le Rossignol« von Strawinsky, der Hirte in »Oedipus Rex« vom gleichen Meister, der Titelheld in »Albert Herring« von B. Britten und der Telegraphist in »Volo di notte« von Dallapiccola, dazu Partien in Operetten, namentlich in Werken von Offenbach. Bei den Festspielen von Aix-en-Provence war er in den Jahren 1956-72 regelmäßig anzutreffen. Er gastierte am Théâtre de la Monnaie Brüssel (1964, 1965), an der Oper von Monte Carlo (1964, 1966), an der Pariser Grand Opéra (1979 als Alworthy in »Tom Jones« von Philidor, 1979-80 und 1983 als Madame Poiretapée in »Mesdames de la Halle« und als Balandard in »Monsieur Choufleuri« von Offenbach, 1982 in den vier Dienerrollen in »Hoffmanns Erzählungen«, 1983 und 1985 als Achille in Offenbachs »La Belle Hélène«, 1984 als Guillot de Morfontaine in Massenets »Manon«, 1988 als Isacco in Rossinis »La Gazza ladra« und 1989 als Orphée in »Orphée aux Enfers« von Offenbach), an den Operntheatern in der französischen Provinz, in Madrid, Amsterdam und Lüttich, am Teatro San Carlo Neapel und am Teatro Fenice Venedig, am Grand Théâtre in Genf (1953 als Torquemada in »L’Heure espagnole« von Ravel, 1964 als Ascanio in »Benvenuto Cellini« von Berlioz, 1967 als Antonio in der Uraufführung der Neufassung der Oper »Der Sturm« von Frank Martin, 1968 als Duncan im »Macbeth« von E. Bloch, 1981 als Wirt im »Rosenkavalier« und 1986 als Baron de Campo-Tasso in Offenbachs »Les Brigands«) und in Berlin. Er sang 1961 in Aix-en-Provence in der Uraufführung der Oper »Lavinia« von H. Barraud, 1969 an der Oper von Lyon in der von »Les Hussards« von J. Kosma. Seit 1975 war er als Pädagoge am Konservatorium von Caen tätig.

Sehr viele Schallplattenaufnahmen der verschiedensten Marken: Erato, Vox, RTF, Rodolphe Records (»Francesca da Rimini« von Zandonai), Discoreale, HMV (»Fra Diavolo« von Auber), Decca (»L’Heure espagnole«), Bourg Records (»La Créole« von Offenbach), INA (»Le petit Faust« von Hervé).

 

2.11. José FARDILHA wird 60

José Fardilha

Er gab nach seinem Studium bei Cristina de Castro 1984 sein Bühnendebüt als Masetto in Mozarts »Don Giovanni« am Teatro Nacional de São Carlos seiner Heimatstadt Lissabon. Dort sang er u.a. auch den Figaro in »Le nozze di Figaro«, den Marcello in »La Bohème«, den Taddeo in »L’Italiana in Algeri«, den Germont-père in »La Traviata«, den Alidoro und den Dandini in »La Cenerentola«. Er gastiert seit seinem Sieg beim Internationalen Wettbewerb »Toti dal Monte« regelmäßig bei den bedeutenden Opernhäusern und Musikfestivals weltweit, so etwa der Wiener Staatsoper (1998 als Belcore in »L’Elisir d‘amore«), der Opéra national de Paris (2004 als Marco in »Gianni Schicchi« und 2005 als Schaunard in »La Bohème«), der Bayerischen Staatsoper in München (als Masetto und als Dandini), dem Opernhaus Zürich, dem Teatro La Fenice in Venedig sowie bei den Salzburger Festspielen (1996 als Masetto). 1991 debütierte er unter der Leitung von Riccardo Muti als Don Pietro in Pergolesis »Lo frate ´nnamorato« an der Mailänder Scala, an der er dann auch 1994 den Schaunard, 1995 den Schlemil in »Hoffmanns Erzählungen«, 1997 den Prosdocimo in Rossinis »Il Turco in Italia« und 2001 den Dandini sang. Daraufhin gastierte er als Leporello in »Don Giovanni« in Treviso, Rovigo, Straßburg und Triest. Weitere Engagements u.a. am Barbican Centre in London, dem Teatro Regio in Turin, dem Teatro dell’Opera di Roma, dem Teatro del Maggio Musicale in Florenz, der Arena Sferisterio in Macerata und der New Israeli Opera in Tel Aviv. Er gastierte am Grand Theâtre Genf (2009 als Leporello und 2015 als Fra Melitone in »La forza del destino«), in Toulouse (in »Tosca« und »La Bohème«), bei der Glydebourne Touring Opera (als Don Pasquale 2015) sowie als Leporello in Stuttgart, Amsterdam (2007), Dresden und New York sowie als Bartolo im »Barbier von Sevilla« an der Londoner Covent Garden Oper (2016), an der Staatsoper Berlin und in Stuttgart. An der Oper Leipzig gastierte er in der Titelpartie in »Don Pasquale«, als Lescaut in »Manon Lescaut« von Puccini und als Don Magnifico in »La Cenerentola«. Regelmäßige Zusammenarbeit mit Dirigenten wie Claudio Abbado, Paolo Carignani, Riccardo Chailly, Zubin Mehta und Riccardo Muti sowie mit Regisseuren wie Gianfranco De Bosio, Emilio Sagi und Giorgio Strehler. Unter Zubin Mehta gastierte er in »Turandot« in der Verbotenen Stadt in Peking. Außerdem gehören zu seinem Repertoire Partien wie Escamillo in »Carmen«, Malatesta in »Don Pasquale« oder Lord Ashton in »Lucia di Lammermoor«. Rege Konzerttätigkeit, die u.a. Rossinis »Petite Messe solenelle« unter der Leitung von Michel Corboz, Beethovens Neunte Sinfonie mit dem Moskauer Sinfonieorchester unter Dimitri Kitaenko, »La damnation de Faust« in der Philharmonie Berlin unter Tugan Sokhiev, Strawinskys »Les Noces«, Puccinis »Messa di Gloria«, Orffs »Carmina Burana« und Händels »Messiah« umfasst.

Auf CD erschienen bisher u. a. Aufnahmen von Rossinis »Il barbiere di Siviglia« bei EMI und Paisiellos »La passione di Gesù Cristo« bei Cpo.

 

4.11. Joan RODGERS wird 60

Joan RODGERS

Sie studierte zunächst an der Liverpool University Russisch, Deutsch und Italienisch, dann Musik und Gesang am Royal Northern College of Music Manchester und war Schülerin von Joseph Ward und Audrey Langford. 1982 kam es zu ihrem Bühnendebüt bei den Festspielen von Aix-en-Provence als Pamina in der »Zauberflöte«, sogleich mit großem Erfolg. Sie sang dann beim Mozart Festival in Paris (Zerline im »Don Giovanni«), seit 1983 bei der English National Opera London (Nannetta in Verdis »Falstaff«) und brillierte in Israel in zwei weiteren Mozart-Partien, als Susanna in »Le nozze di Figaro« und als Despina in »Così fan tutte«. Nachdem sie am Teatro Regio Turin die Ilia in »Idomeneo« gesungen hatte, trat sie 1983 erstmals an der Covent Garden Oper London in »L’Enfant et les sortilèges« von Ravel auf. An diesem Haus war sie dann als Xenia im »Boris Godunow«, als Echo in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, als Zerline im »Don Giovanni« (1988) und als Servilia in Mozarts »La clemenza di Tito« (1989) zu hören. Bereits 1984 hatte sie an der Oper von Lyon die Tatjana im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky und beim Festival von Aix-en-Provence die Serpetta in »La finta giardiniera« von Mozart gesungen, 1987 bei der Neu-Eröffnung des Théâtre des Champs Élysées Paris die Pamina, im gleichen Jahr am Opernhaus von Zürich die Zerline im »Don Giovanni«. An der Scottish Opera Glasgow gastierte sie 1987 als Susanna, 1992 als Cleopatra in Händels »Giulio Cesare«, 1995 als Donna Elvira im »Don Giovanni«, 1999 und 2002 als Marschallin im »Rosenkavalier«. Als Zerline im »Don Giovanni« gastierte sie 1988 auch in Amsterdam. Bei den Festspielen von Glyndebourne erregte sie 1989 als Susanna und 1997 in der Titelpartie von Händels »Theodora« Aufsehen. An der Pariser Bastille Oper gastierte sie 1990 als Susanna, 1996 als Donna Elvira in einer konzertanten Aufführung des »Don Giovanni« unter Georg Solti und 2000 als Mélisande in »Pelléas et Mélisande«. Die Susanna sang sie dann auch 1991 an der Covent Garden Oper London, 1991-92 beim Maggio Musicale von Florenz und an der Staatsoper von Stuttgart, wo sie auch 1991 als Despina auftrat. In der Saison 1990-91 hörte man sie an der Covent Garden Oper als Pamina, 1992 an der English National Opera als Gräfin in »Le nozze di Figaro«, in Madrid als Mélisande (in einer konzertanten Aufführung der Oper  »Pelléas et Mélisande«). 1992 gastierte sie an der Chicago Opera als Zerline im »Don Giovanni«. Beim Edinburgh Festival gastierte sie 1992 als Jolanthe in der Oper gleichen Namens von Tschaikowsky, 1994 in der Titelpartie von »Briseis« von Emmanuel Chabrier und 1999 als Merab in Händels »Saul«. 1993 gastierte sie an der Opera North als Aminta in »Il Re pastore« von Mozart, 1995 in Brüssel als Fiordiligi in »Così fan tutte«, an der Opera North als Mélisande und an der Metropolitan Oper New York als Pamina, 1996 an der English National Opera London als Ginevra in »Ariodante« von Händel. 1997 sang sie an der Londoner Covent Garden Oper die Governess in »The Turn of the Screw« von B. Britten, in Amsterdam die Blanche in »Dialogues des Carmélites« von Poulenc, die sie auch 1999 an der English National Opera London übernahm. 1999 gastierte sie bei der English National Opera London (und 2000 beim Festival von Montreux) in der Titelrolle von Händels Oper »Alcina«, 2000 als Mélisande, die sie 2001 auch an der Opera North Leeds zum Vortrag brachte. An der Bayerischen Staatsoper München gastierte sie als Pamina, als Mélisande und als Ginevra.

Auch im Konzertsaal kam sie zu einer erfolgreichen Karriere; so sang sie 1989 in den Promenade Concerts London das Sopransolo in der 4. Sinfonie von Gustav Mahler. In besonderer Weise widmete sie sich dem Liedgesang, wobei sie in einem vielsprachigen Repertoire zu hören war; u.a. gab sie 1996 Liederabende in der Londoner Wigmore Hall. Verheiratet mit dem Dirigenten Paul Daniel  (* 1958).                        

Lit: H. Canning: Joan Rodgers (in »Opera«, 1995).

Schallplatten: Telefunken (Krönungsmesse von Mozart), Erato (Despina in »Così fan tutte«, Susanna in »Le nozze di Figaro«), Chandos (»Messiah« von Händel, »Das klagende Lied« von G. Mahler, Xenia im »Boris Godunow«), Philips (»Die Schöpfung« von J. Haydn), Hyperion (Messe C-Moll und Te Deum von Bruckner, Titelrolle in »Briseïs« von E. Chabrier), Chandos/Koch (Lieder von S. Rachmaninoff, Kantaten von Herbert Howells), Farao (»Ariodante« von Händel); Arthaus-Video (Ginevra in »Alcina« von Händel; »Ariodante« von Händel, London 1996).

 

4.11. Luciana SERRA wird 70

Luciana SERRA als Königind er Nacht

 Sie erhielt ihre Ausbildung durch Michele Casato in Genua und debütierte mit einer reisenden, in Genua zusammengestellten Operntruppe 1966 in Budapest in Cimarosas »Convito«. 1968-77 war sie am Kaiserlichen Opernhaus von Teheran engagiert. Seit 1974 gab sie jedoch auch Gastspiele in Italien. Nach den Unruhen im Iran, die schließlich zum Sturz des Schahs führten, kehrte sie 1976 wieder für dauernd in ihre italienische Heimat zurück. Dort musste sie jetzt ihre Karriere neu aufbauen. 1979 hatte sie einen ersten großen Erfolg am Teatro Comunale Bologna als Amina in Bellinis »La Sonnambula«. Es folgte ein Gastspiel als Lucia di Lammermoor in Padua. 1980 erregte sie Aufsehen in den schwierigen Belcatorollen der Giulietta in Bellinis »I Capuleti e i Montecchi« bei den Festspielen von Valle d’Itria und der Zenobia in »Aureliano in Palmira« von Rossini in Genua. Seit 1980 kam es zu glanzvollen Auftritten an der Covent Garden Oper London (Olympia in »Hoffmanns Erzählungen«), in Bologna (Titelfigur in »Lakmé« von Delibes) und am Teatro Regio Turin (Marie in Donizettis »La Fille du Régiment«). 1982 gastierte sie an der Hamburger Staatsoper und wiederum an der Covent Garden Oper London. 1983 brachte ihr erstes Auftreten an der Mailänder Scala als Lucia di Lammermoor. Dort sang sie 1984 nochmals die Lucia, 1985 die Titelrolle in Händels »Alcina« und die Norina im »Don Pasquale«, 1986 die Amina, 1986 und 1991 die Königin der Nacht in der »Zauberflöte«, 1988 die Teti in »Fetonte« von Jommelli  und die Berenice in Rossinis »L’Occasione fa il ladro« sowie 1992 die Zerlina in »Fra Diavolo« von Auber; 1994 gab sie dort auch sehr erfolgreich einen Liederabend. 1983 erfolgte ihr USA-Debüt in Charleston; noch im gleichen Jahr sang sie an der Chicago Opera. Als Königin der Nacht erlebte man sie 1986 in Chicago, 1988-90 an der Staatsoper von Wien (in insgesamt 27 Vorstellungen), 1991 an der Covent Garden Oper London. Bei den Rossini-Festspielen von Pesaro hörte man sie 1987 als Berenice in »L’Occasione fa il ladro«, 1988 als Giulia in »La scala di seta«, die sie auch 1988 bei den Festspielen von Schwetzingen vortrug. 1988 gastierte sie am Teatro San Carlo Neapel als Euridice in »Orfeo ed Euridice« von Gluck, 1989 in Florenz als Elvira in »I Puritani« von Bellini, in Bologna wie in Lissabon als Marie in Donizettis »La Fille du Régiment«, 1991 am Teatro Giocoso von Savona als Traviata, 1992 am Teatro Carlo Felice Genua in Rossinis »Le Siège de Corinthe«, 1993 am Teatro Fenice Venedig als Anais in »Mosè« von Rossini und als Marguerite im »Faust« von Gounod, 1994 am Teatro Comunale Bologna als Giselda in »I Lombardi« von Verdi. Bei den Salzburger Festspielen sang sie 1991 die Königin der Nacht in der »Zauberflöte« und 1993 die Alice Ford in Verdis »Falstaff«, beides unter Georg Solti (die Alice Ford auch bei den Salzburger Osterfestspielen 1993). 1991 debütierte sie als Königin der Nacht an der Metropolitan Oper New York, wo sie bis 1994 in insgesamt 14 Vorstellungen außerdem noch die Elettra in Mozarts »Idomeneo« sang. 1995 übernahm sie am Teatro Filarmonico Verona, 1996 am Teatro Carlo Felice Genua die vier weiblichen Partien in »Hoffmanns Erzählungen«, 1995 bei den Festspielen von Macerata die Traviata, beim Festival in der Arena von Verona die Gilda im »Rigoletto«, 1996 am Teatro Massimo Palermo die Ninetta in Rossinis Oper »La gazza ladra«, in Bologna die Titelrolle in Donizettis »Anna Bolena«. 1996 trat sie am Teatro Filarmonico in Verona als Rosalinde in der »Fledermaus« auf, am Teatro Regio Turin als Corilla in Donizettis »Viva la Mamma« (»Le Convenienze ed inconvenienze teatrali«), beim Festival von Macerata als Marguerite im »Faust« von Gounod. Bei den Festspielen in der Arena von Verona hörte man sie 1997 als Gilda, am Teatro Politeamo Palermo als Marie in »La Fille du Régiment« von Donizetti, dort auch 1998 als Juliette in »Roméo et Juliette« von Gounod, in Bergamo als Eleonora in Donizettis »Il furioso all’isola di San Domingo«, 1999 am Teatro Carlo Felice Genua als Rosalinde. 2000 gastierte sie am Teatro Municipal Santiago de Chile als Rosina im »Barbier von Sevilla«.

Schallplatten: Fonit-Cetra (Zerline in »Fra Diavolo« von Auber, Aufnahme vom Festival in Valle d’Itria von 1981, »Torquato Tasso« von Donizetti, »Aureliano in Palmira« von Rossini), Bongiovanni (Arien; »L’Ajo nell’imbarazzo« von Donizetti, »Alcide al Bivio« von V. Righini), Philips (Königin der Nacht in der »Zauberflöte«), HMV (Olympia in »Hoffmanns Erzählungen«), Nuova Era (»Don Pasquale« und »Gianni di Parigi« von Donizetti, »Der Barbier von Sevilla«, »La Fille du Régiment«, »Le Siège de Corinthe« von Rossini), Sony (»Don Giovanni« von Gazzaniga, »Il viaggio a Reims« von Rossini), Fono (»Der Barbier von Sevilla«); DGG-Video (»Die Zauberflöte«), Warner-Video (»La scala di seta«), Hardy-Video (Gilda im »Rigoletto«, Reggio Emilia 1987).

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.lucianaserra.info/

 

4.11. Glenys FOWLES wird 75

Glenys FOWLES

 Nach anfänglicher Arbeit als Sekretärin ließ sie ihre Stimme ausbilden, und zwar durch Margarita Mayer in Sydney, dann durch Kurt Adler in New York und durch Jani Strasser in London. Bühnendebüt 1969 bei der Australian Opera Sydney als Page Oscar im »Maskenball« von Verdi. 1968 gewann sie den Nationalen Concours für Nachwuchssänger der Metropolitan Oper New York. Sie kam dann zu bedeutenden Erfolgen an der New York City Opera, an der sie während einer Reihe von Spielzeiten 1974-81 u.a. als Micaela in »Carmen«, als Mélisande in »Pelléas et Mélisande« (1976, wobei sie kurzfristig eine andere Sängerin ersetzte), als Susanna in »Le nozze di Figaro«, in der Titelrolle von Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«, als Mimì in »La Bohème« und als Liù in »Turandot« von Puccini zu hören war. In England sang sie bei der Scottish Opera Glasgow (1974 die Sophie im »Rosenkavalier«, 1976 die Nannetta im »Falstaff« von Verdi und die Tytania in »A Midsummer Night’s Dream« von B. Britten), an der English National Opera London und beim Festival von Glyndebourne, wo sie 1974 als Ilia in Mozarts »Idomeneo« auftrat. Sie sang eine Vielzahl von Partien aus dem Repertoire für Koloratur- wie für lyrischen Sopran: die Zerline im »Don Giovanni«, die Pamina in der »Zauberflöte«, die Marzelline im »Fidelio«, die Norina im »Don Pasquale«, die Marguerite im »Faust« von Gounod, die Gilda im »Rigoletto«, die Gretel in Humperdincks »Hänsel und Gretel«, die Anne Trulove in »The Rakes’s Progress« von Strawinsky und die Lauretta in »Gianni Schicchi« von Puccini. 1991 gastierte sie an der Australian Opera Sydney als Liù, 1992 als Marschallin im »Rosenkavalier«. Auch als Konzertsolistin in einem umfassenden Repertoire aufgetreten.

Schallplatten: HMV (Querschnitt »Die lustige Witwe« zusammen mit Beverly Sills).

 

4.11. JeanFrançois MONNARD wird 75

 Biographie des Schweizer Dirigenten auf Französisch:

https://fr.wikipedia.org/wiki/Jean-Fran%C3%A7ois_Monnard

 

4.11. Rudolf KATZBÖCK wird 80

 Er studierte an der Wiener Musikakademie bei Josef Witt und war auch Schüler von Wolfgang Steinbrück und Christl Mardayn in Wien, nachdem er zuvor den Beruf eines Lehrers ausgeübt hatte. Bühnendebüt 1969 am Opernhaus von Dortmund als Graf Eberbach im »Wildschütz« von Lortzing. Er war bis 1973 am Opernhaus von Dortmund, 1973-97 an der Wiener Volksoper engagiert. An diesem Haus hörte man ihn u.a. als Morales in »Carmen«, als Moruccio in »Tiefland« von E. d’Albert, als Sid in »Albert Herring« von B. Britten, als Pantalon in Prokofieffs »Die Liebe zu den drei Orangen«, als Favart in Kienzls »Der Kuhreigen« (konzertant), als Adolf in Dvoráks »Der Jakobiner« (konzertant), als Kruschina in Smetanas »Die verkaufte Braut«, als Tony in Menottis »Hilfe, Hilfe, die Golbolinks!«, als Kutscher in Zemlinskys »Kleider machen Leute«, als Polidarte in Händels »Giustino«, als Marco in »Gianni Schicchi« sowie als Hermann und Schlemihl in »Hoffmanns Erzählungen«. Am 14.12.1973 wirkte er an der Wiener Volksoper in der Uraufführung der Oper »Kleider machen Leute« von Marcel Rubin in der Partie des Unbekannten mit. 1987 gastierte er im Wiener Künstlerhaus-Theater (in einer Produktion der Wiener Staatsoper) als Stramm in »Nachtausgabe« von Peter Ronnefeld. 1992 debütierte er als Konrad Nachtigall in »Die Meistersinger von Nürnberg« an der Wiener Staatsoper, an der er dann bis 1999 in insgesamt 63 Vorstellungen in kleineren Partien auftrat (als einer der Nazarener in »Salome« von R. Strauss, als Sciarrone in »Tosca«, als Hermann in »Hoffmanns Erzählungen«, als einer der Priester in der »Zauberflöte« und als Herold in »Jérsualem« von Verdi). Am 20.5.1995 wirkte er im Theater an der Wien (in einer Produktion der Wiener Staatsoper) in der Uraufführung der Oper »Die Wände« von Adriana Hölszky in mehreren Partien mit. 2000 sang er an der Wiener Volksoper den Lambert in »Thomas Chatterton« von Matthias Pintscher. Er war auch am Opernhaus von Graz engagiert. Aus seinem Repertoire verdienen Partien wie der Figaro in »Figaros Hochzeit«, der Guglielmo in »Così fan tutte«, der Papageno in der »Zauberflöte«, der Malatesta im »Don Pasquale«, der Zar in »Zar und Zimmermann« von Lortzing, der Posa in Verdis »Don Carlos«, der Wolfram im »Tannhäuser« und der Titelheld im »Barbier von Sevilla« von Rossini Erwähnung. Bedeutende Konzertkarriere.

 

5.11. Antti SUHONEN wird 60

Er studierte an der Sibelius-Akademie und im Opernstudio der Nationaloper von Helsinki und nahm an Meisterkursen bei Walter C. Moore, Herbert Brauer, Peter Barne und Charles Farncombe teil. 1986-87 gehörte er dem Studio des Zürcher Opernhauses an, wo er kleinere Solo-Aufgaben übernahm. Seit 1987 Mitglied des Staatstheaters Karlsruhe. Er kam bald zu einer erfolgreichen Karriere mit Gastspielen an der Staatsoper von Dresden, an den Staatstheatern von Wiesbaden und Hannover, am Nationaltheater Mannheim und bei den Festspielen von Savonlinna. Dabei sang er u.a. Partien wie den Leporello und den Masetto im »Don Giovanni«, den Titelhelden in »Le nozze di Figaro«, den Don Alfonso in »Così fan tutte«, den Sparafucile im »Rigoletto«, den Dulcamara in »L‘Elisir d’amore«, den Basilio im »Barbier von Sevilla« von Paisiello, den Warlaam im »Boris Godunow«, den Schaunard in Puccinis »La Bohème« und den Collatinus in Benjamin Brittens »The Rape of Lucretia«. Am 14.7.1989 sang er in Karlsruhe in der Uraufführung der Oper »Graf Mirabeau« von S. Matthus die Partie des Grafen Lafayette (gleichzeitige Uraufführung in Berlin). 1990 hörte man ihn dort als Meraspe in der Händel-Oper »Admeto«. Er blieb bis 1991 in Karlsruhe und sang seitdem an der Finnischen Nationaloper in Helsinki, wo er auch zuvor häufig gastiert hatte. Er wirkte dort am 20.2.1992 in der Uraufführung der Oper »Elina« von Jukka Linkola in der Partie des Klaus mit, 1995 in der szenischen Uraufführung von Erik Bergmans »Der singende Baum« (»Det sjungande trädet«). Bei den Festspielen von Savonlinna sang er 1992 den Minister im »Fidelio«, an der Staatsoper Berlin 1994 den Robinson in Cimarosas »Il matrimonio segreto«, 1996 den Donner im »Rheingold«, in Helsinki 1994 den Leporello, bei den Festspielen von Savonlinna des gleichen Jahres die Titelrolle in »Herzog Blaubarts Burg« von B. Bartók, 1996 an der Berliner Staatsoper den Donner. 1998 trat er bei den Festspielen von Savonlinna als Fra Melitone in Verdis »La forza del destino«, an der Nationaloper Helsinki als Enrico in Donizettis »Anna Bolena«, 1999 als Don Alfonso auf. 1999 wirkte er an der Berliner Staatsoper in Aufführungen von A. Schönbergs »Moses und Aron« mit. Er sang 1999 an der Nationaloper Helsinki den Gunther in der »Götterdämmerung« und gastierte mit deren Ensemble an der Deutschen Oper Berlin als Kaufmann in »Der singende Baum« von E. Bergman.An diesem Haus hörte man ihn 2000 auch als Förster in Janáceks »Das schlaue Füchslein«. Zu seinem Wirken auf der Bühne trat eine nicht weniger bedeutende Karriere als Konzert- und als Oratoriensolist, wobei er sich namentlich als Bach-Interpret auszeichnen konnte.

Schallplatten: Ondine Records (»Thomas« und »Der Mythos des Sampo« von E.J. Rautavaara), Telefunken (»Die Zauberflöte«), Finlandia (»Kung Karl Jakt« von F. Pacius, »Pohjalaisia« von L. Madetoja).

 

5.11. Richard GREAGER wird 70

Richard GREAGER

 Er erhielt seine Sängerausbildung in Australien und in England, war aber in Australien bereits aufgetreten, bevor er nach England kam. 1974 trat er an der Covent Garden Oper London in kleineren Partien auf, wurde 1975 bereits für größere Rollen an die Scottish Opera Glasgow engagiert (bis 1977: Alfred in der »Fledermaus«, Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, Offizier in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, Camille de Rosillon in Lehárs »Die lustige Witwe«, Don Ottavio im »Don Giovanni«, Fenton in Verdis »Falstaff«, Tamino in der »Zauberflöte« und Ernesto in »Don Pasquale«) und ging 1977 an das Staatstheater Hannover. Seit 1980 gastierte er regelmäßig bei der Australian Opera Sydney, wo er als Partner der großen Primadonna Joan Sutherland in Erscheinung trat (u.a. als Edgardo). 1985 sang er dort den Ernesto. Er gastierte am Grand Théâtre Genf 1981 als Quint in »The Turn of the Screw« von B. Britten, 1983 als Arturo in »Lucia di Lammermoor«, 1984 als Arbace in Mozarts »Idomeneo« sowie 1985 als Maler und als Neger in A. Bergs »Lulu«. Bis 1983 blieb er in Hannover und sang in der Spielzeit 1983-84 am Opernhaus von Köln. Er gastierte 1985 an der Oper von San Diego als Lenski im »Eugen Onegin«. Weitere Gastspiele führten ihn an das Nationaltheater Mannheim, an das Staatstheater Karlsruhe, an die Theater von Wiesbaden und Bonn, an die Wellington Opera in seiner neuseeländischen Heimat (1988), an die Australian Opera in Sydney (1986 als Peter Grimes von B. Britten), an die Victoria State Opera in Melbourne (1989-90), an die Oper von Oslo (1990 als Rodolfo in Puccinis »La Bohème«) und zu den Festspielen von Schwetzingen (1990 Quint). 1989-90 gastierte er nochmals an der Scottish Opera Glasgow als Eisenstein in der »Fledermaus« und 1991 als Rodolfo in »La Bohème«. 1990 sang er an der Covent Garden Oper London den Rodolfo in »La Bohème«, 1991 wirkte er dort in der Uraufführung der Oper »Gawain« von H. Birtwistle als King Arthur mit. In Wellington sang er 1992 den Herodes in »Salome«, 1995 den Peter Grimes in der neuseeländischen Erstaufführung der gleichnamigen Oper von Benjamin Britten, 1996 den Tichon in Janáceks »Katja Kabanova«. 1997 trat er in Auckland (Neuseeland) als Pong in Puccinis »Turandot«, 1997 als Torquemada in »L‘ Heure espagnole« von M. Ravel, 1998 als Macduff in Verdis »Macbeth« auf. 1999 übernahm er an der Australian Opera Sydney die Rolle des Hauptmann im »Wozzeck« von A. Berg, 2000 am Nationaltheater von Taipeh auf Taiwan den Pang in Puccinis »Turandot«. Zu seinen wichtigsten Rollen für den Bereich der Oper gehörten der Ferrando in »Così fan tutte«, der Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla«, der Herzog im »Rigoletto«, der Alfredo in »La Traviata«, der Riccardo in Verdis »Un Ballo in maschera«, der Cassio in Verdis »Otello«, der Pinkerton in »Madame Butterfly«, der Roméo in »Roméo et Juliette« von Gounod, der des Grieux in Massenets »Manon«, der Werther von Massenet und der Don José in »Carmen« (Sydney, 1987).

Schallplatten: Vox (Schubert-Messe Nr. 6), MRF (»Rosmonda d’Inghilterra« von Donizetti, »Maria di Rohan«, ebenfalls von Donizetti, »I Orazi e i Curiazi« von Mercadante), Collins (»Gawain« von H. Birtwistle).

 

6.11. Andrea MATTHEWS wird 60

Andrea MATTHEWS

Sie erhielt ihre Ausbildung an der Princeton University. Sie war Preisträgerin bei mehreren Gesangswettbewerben, so 1980 in Providence, 1982 in San Diego, 1983 bei einem Concours der Oratorio Society New York. 1978 debütierte sie bei der Virginia Opera als Susanna in »Le nozze di Figaro«. Sie sang bei dieser Gesellschaft dann auch die Gretel in »Hänsel und Gretel«, bei der Greenboro Opera die Zerline im »Don Giovanni«. Sie setzte ihre Karriere in Deutschland fort, wo sie am Stadttheater von Aachen engagiert war. Dort übernahm sie Partien wie die Eurydike in »Orpheus und Eurydike« von Gluck, die Susanna, die Traviata, die Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut« und die Ilia in Mozarts »Idomeneo«. Weitere Partien aus ihrem Repertoire für die Bühne waren die Gilda im »Rigoletto«, die Mimi in »La Bohème«, die Pamina in der »Zauberflöte«, die Marzelline im »Fidelio«, die Nannetta im »Falstaff« von Verdi, die Marguerite im »Faust« von Gounod und die Lucy in »The Telephone« von G.C. Menotti. Sie trat mit bekannten Orchestern zusammen im Konzertsaal auf: mit den Stuttgarter und den Prager Philharmonikern, dem Philadelphia Orchestra, dem Puerto Rico Symphony Orchestra, dem Raleigh und dem Cincinnati Symphony Orchestra, dem Ensemble Musica Sacra und vielen anderen Klangkörpern. Gastspiele und Konzerte in den Musikzentren in Europa wie in ihrer amerikanischen Heimat kennzeichneten die Karriere der Sängerin.

Schallplattenaufnahmen: Händel-Opern (»Muzio«, »Berenice«, »Tolomeo«, »Siroe«), »Serenade to Music« von Vaughan Williams, Weihnachtslieder.

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.andreamatthews.com/

 

6.11. James BOWMAN wird 75

James Bowman

 Er war Chorknabe an der Kathedrale von Ely. Er studierte dann am New College Oxford hauptsächlich Geschichte und arbeitete 1965-67 als Schullehrer. Als Sänger Schüler der Pädagogen F.E. de Rentz und Lucie Manen in London. Er widmete sich der in England beliebten Kunst des Countertenorgesangs, wobei die Tenorstimme in eine Höhe geführt wird, dass Alt-Partien bewältigt werden können. Seit 1969 wirkte er als Lay Vicar an der Londoner Westmister Abbey. Bühnendebüt beim Aldeburgh Festival mit der English Opera Group 1967 als Oberon in Benjamin Brittens »A Midsummer Night’s Dream«. Er trat dann bei der Sadler’s Wells Opera London auf und sang bei den Festspielen von Aldeburgh, Glyndebourne (1970-71 und 1974 den Endimione in »La Calisto« von Cavalli, 1981 und 1984 den Oberon in »A Midsummer Night’s Dream«) und Edinburgh Bühnenpartien. Den Endimione sang er auch 1972 beim Flandern Festival und bei der Glyndebourne Touring Opera. An der Scottish Opera Glasgow gastierte er 1972, 1980 und 1982 als Oberon in »A Midsummer Night’s Dream«, 1982 und 1984 als Lidio in Cavallis »L‘Egisto« und 1985 in der Titelrolle von Händels »Orlando«. Er wirkte am 12.7.1972 an der Covent Garden Oper London in der Uraufführung von »Taverner« von Peter Maxwell Davies (als Priester) und am 7.7.1977 in der von M. Tippetts »The Ice Break« mit. Am 16.6.1973 wirkte er beim Aldeburgh Festival in der Uraufführung von Brittens »Death in Venice« als Apollo mit (und gastierte damit im gleichen Jahr beim Edinburgh Festival). Mit Benjamin Britten war er bis zu dessen Tod 1976 freundschaftlich verbunden. An der Covent Garden Oper wie bei der English National Opera stellte man ihn in interessanten Aufgaben heraus. 1978 gastierte er in Verona wie beim Festival de France Paris in »Orlando furioso« von Vivaldi. 1979 Gastspiel an der Pariser Opéra-Comique, 1982 am Théâtre Châtelet Paris, 1983 in Genua. Er gastierte bei den Festspielen von Orange und Drottningholm, bei den Händel-Festspielen von Göttingen, an den Opernhäusern von Lissabon, Amsterdam (1971 in »L’Incoronazione di Poppea« von Monteverdi), Brüssel, Straßburg, Kopenhagen (1973 als Endimione), San Francisco (1981 als Oberon in »A Midsummer Night’s Dream« und 1982 als Ptolemeo in Händels »Giulio Cesare«), Genf (1983 als Ptolemeo und 1986 als Polinesso in Händels »Ariodante«)  und Santa Fé (1987 in »Ariodante« von Händel). An der Mailänder Scala hörte man ihn 1988 als Epafo in der Oper »Fetonte« von Niccolò Jommelli, an der English National Opera London 1989 in Monteverdis »Il ritorno d’Ulisse in patria«, 1991-92 beim Festival von Aix-en-Provence als Oberon in »A Midsummer Night’s Dream«, 1995 am Théâtre des Champs-Élysées Paris als Titelheld in »Ezio« von Händel. Bei der Handel Society trat er als Otho, als Scipio, als Xerxes, als Justinian und als Polinesso auf, den er auch beim Buxton Festival vortrug, bei der English National Opera London als Ptolemeo, in Reggio Emilia und Paris als Goffredo in »Rinaldo« von Händel, in Wien als Herodes in »La fede sacrilega« von J.J. Fux, beim Camden Festival als Theramene in »Eritrea« von Cavalli. Trotz seiner großen Erfolge auf der Bühne kam er als Konzert-, Oratorien- und Liedersänger zu einer noch bedeutenderen Karriere, wobei er auch hier als großer Interpret der frühen und der Barock-Musik bekannt wurde. 1983-86 war er als Gesanglehrer an der Guildhall School of Music in London tätig. 1997 wurde er zum Commander of the British Empire ernannt.

Sehr viele Schallplatten: Decca (»Saul« und »Orlando« von Händel, »La Calisto« von Cavalli, »Billy Budd« von Benjamin Britten, »The Fairy Queen« von Purcell, Stabat mater von Pergolesi), Philips (»Ariodante« von Händel, Johannespassion von J.S. Bach), Argo (»Canticles« von B. Britten), HMV (»Judas Makkabäus« von Händel), RCA (Messiah), DGG (»L’Orfeo« von Monteverdi), Telefunken (Matthäuspassion von J.S. Bach), Virgin Classics (»L’Incoronazione di Poppea«), Virgin/EMI (»A Midsummer Night’s Dream« von B. Britten), Koch Records (Händel-Arien, »Ottone« und »Judas Makkabäus« von Händel, »Odes and Welcome Songs« von H. Purcell), Harmonia mundi (Monteverdi und seine Zeit), Hyperion (Lieder zur Laute, »Joseph and His Brethren« und »Deborah« von Händel, weltliche Lieder und Kirchenmusik von Purcell), Astrée (Titelrolle in »Orfeo ed Euridice« von Gluck), Chandos/Koch (Symphoniae Sacrae von Heinrich Schütz), Chandos (»Dido and Aeneas« von Purcell), Astrée (Titelpartie in »Giulio Cesare« von Händel), ASV/Koch (»Merciless Beauty«, »The Calm«, »A Vision«, Liederzyklen von Geoffrey Burgon), Comm Rec. (Titelrolle in »Silla« von Händel).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.users.globalnet.co.uk/~pattle/bowman/

 

7.11. Gwyneth JONES wird 80

Gwyneth Jones als Tosca
Als Tosca

 Nachdem man ihre Stimme entdeckt hatte, erhielt sie ein Stipendium und studierte vier Jahre lang bei Arnold Smith und Ruth Packer am Royal College of Music in London, wo sie alle Preise gewann, die zur Verteilung kamen. Sie setzte ihre Ausbildung an der Accademia Chigiana in Siena und bei Maria Carpi in Genf fort. In der Saison 1962-63 debütierte sie am Stadttheater von Zürich als Mezzosopran in der Partie der Annina im »Rosenkavalier« und sang dort u.a. die Magdalene in »Die Meistersinger von Nürnberg« und den Orpheus von Gluck, doch wurde bald deutlich, dass sie eine Sopranstimme besaß. Als erste Sopranpartie sang sie in Zürich die Amelia in Verdis »Un Ballo in maschera«. 1963 wirkte sie am Opernhaus von Zürich in der Uraufführung der Oper »Die Errettung Thebens« von Rudolf Kelterborn als Seherin Manto mit. Ebenfalls 1963 nahm sie an einer Gastspiel-Tournee der Covent Garden Oper London teil, bei der sie die Lady Macbeth in Verdis »Macbeth« und den Octavian im »Rosenkavalier« sang. 1964 debütierte sie dann in deren Haus in London als Leonore im »Fidelio«. Von den vielen Rollen, die sie dort im Laufe einer langen Karriere übernahm, sind die Leonore im »Troubadour«, die Elisabetta in Verdis »Don Carlos«, die Donna Anna im »Don Giovanni«, die Desdemona im »Otello« von Verdi, die Santuzza in »Cavalleria rusticana«, die Aida, die Tosca, die Salome von R. Strauss, die Brünnhilde im Nibelungenring, die Turandot von Puccini und die Ortrud im »Lohengrin« zu nennen. 1966 gastierte sie in Rom als Solistin im Verdi-Requiem. Am Grand Théâtre Genf gastierte sie 1966 als Desdemona, 1968 als Butterfly, 1969 als Tosca, 1986 und 1990 als Elektra von R. Strauss. Seit 1966 gehörte sie zu den führenden Kräften der Bayreuther Festspiele. Dort sang sie 1966 und 1970-73 die Sieglinde in der »Walküre«, 1968 die Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg«, 1969-70 die Kundry im »Parsifal«, 1969-71 und 1982 die Senta in »Der fliegende Holländer«, 1972-74 und 1977 die Elisabeth wie die Venus im »Tannhäuser« (als Doppelrolle), 1974 die Brünnhilde in der »Götterdämmerung«, 1975-80 die Brünnhilde im gesamten Nibelungenring, die sie auch 1976 in der Jahrhundertfeier der Ring-Aufführungen übernahm. Seit 1966 Mitglied der Wiener Staatsoper (Debüt als Leonore im »Fidelios«), an der sie in insgesamt 432 Vorstellungen die Amelia in Verdis »Maskenball«, die Senta, die Leonore im »Troubadours«, die Elisabetta in Verdis »Don Carlos«, die Sieglinde, den Octavian und später die Marschallin im »Rosenkavalier«, die Aida, die Desdemona, die Butterfly, die Eva, die Tosca, die Kundry, die Titelrolle in der Richard-Strauss-Oper »Die ägyptische Helena«, die Donna Anna, die Titelrolle und später auch die Herodias in »Salome« von R. Strauss, die Elisabeth im »Tannhäuser«, die Brünnhilde im Nibelungenring, die Chrysothemis und später auch die Titelrolle in »Elektra« von R. Strauss, die Titelrolle in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, die Färberin in »Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss, die Isolde im »Tristan«, die Turandot von Puccini, die Santuzza und die Ortrud sang. Es folgten glanzvolle Gastspiele an der Staatsoper von München und an der Deutschen Oper Berlin. 1966 fand ihr USA-Debüt statt, als sie an der Oper von Dallas die Lady Macbeth sang. 1967 debütierte sie an der Mailänder Scala in einem Konzert, in dem sie Ausschnitte aus »Aida« sang; sie sang dann an diesem Haus 1967 die Leonore im »Troubadour«, 1974 die Salome und 1989 die Turandot; 1977 gab sie hier auch sehr erfolgreich einen Liederabend. 1967 bereiste sie Nordamerika, wo sie in New York unter L. Bernstein in der 8. Sinfonie von Gustav Mahler sang und bei der American Opera Society als Titelheldin in »Medea« von Cherubini Aufsehen erregte. An der Oper von San Francisco gastierte sie 1969 und 1978 als Leonore im »Fidelio«, 1969 als Aida, 1973 als Elisabetta im »Don Carlos«, 1978 und 1982 als Tosca, 1980 die Isolde, 1983 und 1985 als Brünnhilde in der »Walküre«, 1987 als Salome, 1989 als Färberin in »Die Frau ohne Schatten«, 1990 als Brünnhilde im kompletten Ring-Zyklus, 1991 als Elektra und 1994 als Lady Macbeth in Verdis »Macbeth«. Weitere Gastspiele brachten ihr in Hamburg (seit 1970) und an der Grand Opéra Paris abermalige Erfolge ein. An der Pariser Oper hörte man sie u.a. 1973 als Leonore im »Troubadour«, 1976 als Brünnhilde in der »Walküre«, 1978-79 in der Titelpartie von Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«, 1980 als Färberin, 1982 als Tosca, 1985 als Isolde, 1987 und 1992-93 als Elektra von R. Strauss, 1996 als Ortrud. Seit 1972 war sie Mitglied der Metropolitan Oper New York, an der sie als Sieglinde debütierte. Hier hatte sie bis 1996 in insgesamt 95 Vorstellungen große Erfolge als Leonore im »Fidelio«, als Marschallin, als Isolde, als Salome, als Brünnhilde im Ring-Zyklus, als Turandot, als Elektra und als Kundry. Bei den Salzburger Festspielen sang sie 1979 die Marschallin und das Sopran-Solo in der 9. Symphonie von Beethoven (unter L. Bernstein), 1998 die Begbick in »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« von K. Weill sowie in einem Konzert Brünnhildes Schlussgesang aus der »Götterdämmerung«. Die Turandot von Puccini sang sie auch 1984 mit dem Ensemble der Covent Garden Oper in Los Angeles. 1984 nahm sie an der Japan-Tournee der Hamburger Staatsoper teil. 1979 gastierte sie am Opernhaus von Köln als Elisabetta im »Don Carlos« von Verdi, 1984-85 als Elektra von Richard Strauss. 1985 sang sie am Opernhaus von Zürich in einer Aufführung von »Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss in einer Vorstellung beide Hauptpartien (Färberin und Kaiserin!), bei den Festspielen in den Thermen des Caracalla in Rom die Turandot von Puccini. 1987 sang sie in der Eröffnungsvorstellung des neuen Opernhauses von Pittsburgh die Titelrolle in Puccinis »Turandot«. Beim Festival von Orange trat sie 1989, bei den Festspielen von Savonlinna 1992 als Leonore im »Fidelio« auf, in Orange 1989 auch als Elektra. An der Staatsoper Dresden war sie 1996 als Küsterin in Janáceks »Jenufa« zu Gast, in Solothurn in der Schweiz sang sie 1996 erstmals die Norma von Bellini. 1997 trat sie am Théâtre Châtelet Paris als Mutter in »Hänsel und Gretel« auf, 1998 an der Deutschen Oper Berlin als Elektra von R. Strauss. Man bewunderte immer wieder die Klangschönheit ihrer voluminösen Stimme wie die erregende Dramatik ihres Vortrages. 1987 erhielt sie den Shakespeare-Preis der Hansestadt Hamburg, 1989 erfolgte ihre Ernennung zum Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper. Sie wurde durch Königin Elisabeth II. zur Dame of the British Empire erhoben.

Lit: K. Loveland: Gwyneth Jones (in »Opera«, 1970); A. Blyth: Gwyneth Jones (in »Gramophone«, 1972-73); J. Rockwell: Gwyneth Jones (in »Opera News«, 1972-73), Cl. Mutafien: »Gwyneth Jones« (Paris, 1980).

Zahlreiche Schallplattenaufnahmen auf Decca (Recital, »Medea« von Cherubini, Woglinde in der »Götterdämmerung«, »Die ägyptische Helena« von R. Strauss), CBS (8. Sinfonie von G. Mahler, »Der Rosenkavalier«), Philips (Brünnhilde in vollständigem Nibelungenring aus Bayreuth, Mutter in »Hänsel und Gretel«), DGG (»Der fliegende Holländer«, »Parsifal«. »Lohengrin«, »Salome« von R. Strauss, »Fidelio«, »Der Rosenkavalier«, 9. Sinfonie von Beethoven), Morgan (»L‘Africaine« von Meyerbeer), HMV (»Otello« von Verdi), Legendary Recordings (»L’Incoronazione di Poppea« von Monteverdi), Capriccio (Lieder von Richard Strauss, »Notre Dame« von Fr. Schmidt), MMS (Aufnahmen vom Anfang ihrer Karriere als Mezzosopran), Melodram (Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg«, Bayreuth 1968); Philips-Video (»Tannhäuser«), Arthaus-Video (Leocadia Begbick in »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny«, Salzburg 1998).

Weitere Informationen auf folgender Homepage: http://www.parterre.com/jonesbio.htm

 

8.11. Simon STANDAGE wird 75

Seinen ersten Violinunterricht erhielt er mit 7 Jahren, nach seiner Schulzeit studierte er 1963-67 Violine am King’s College der Universität Cambridge und 1967-69 bei Ivan Galamian in New York. Nach verschiedenen Orchesterengagements und Soloauftritten berief ihn Trevor Pinnock 1973 als Konzertmeister in das neu gegründete Barockensemble The English Concert. In dieser Funktion, die er bis Sommer 1991 innehatte, führte er Violinkonzerte von Bach, Vivaldi, Corelli und Händel auf und spielte sie auf Schallplatte ein; seine Aufnahme von Vivaldis Vier Jahreszeiten (1981) erhielt eine Grammy-Nominierung. In dieser Zeit spielte er auch moderne Violine im English Chamber Orchestra 1974-78 und leitete die City of London Sinfonia 1980-89; daneben spielte er Barockvioline unter Christopher Hogwood in der Academy of Ancient Music. 1981 gründete er das Salomon Quartet (mit Micaela Comberti, 2. Violine, Trevor Jones, Viola, und Jennifer Ward Clarke, Cello), das sich auf die Aufführung der klassischen Streichquartett- und -quintettliteratur mit historischen Instrumenten spezialisierte. 1991-95 war er Associate Director der Academy of Ancient Music. In dieser Zeit nahm er als erster Mozarts Violinkonzerte mit authentischen Instrumenten und historischer Aufführungspraxis auf. 1990 gründeten er und Richard Hickox das Collegium Musicum 90, das sich ganz der historischen Aufführungspraxis verschrieben hat. Es wechselt in seiner Besetzung von wenigen Musikern (für Sonaten) bis zur vollen Orchestergröße mit Chor (für Oratorien). Standage arbeitet regelmäßig mit dem Collegium Musicum Telemann in Osaka. Seit 1991 ist er Konzertmeister der Haydn Sinfonietta Wien, mit der er zahlreiche teils hoch prämiierte CDs aufgenommen hat. Mit Susan Alexander-Max (Hammerklavier) und Jennifer Ward Clarke (Cello) spielt er im Kammerensemble The Music Collection. 1983 wurde er Professor für Barockvioline an der Royal Academy of Music in London und 1993 Dozent für Barockvioline und Orchester an der Akademie für Alte Musik Oberlausitz in Görlitz. Seit 2005 konzertiert er als Solist mit dem Ensemble Le Chardon unter der Leitung von Hajo Wienroth. Simon Standage spielt eine Violine von Giovanni Grancino, Mailand 1685. Im Jahr 2010 erhielt Simon Standage den Georg-Philipp-Telemann-Preis für sein umfangreiches Wirken als Interpret und Hochschullehrer für die Verbreitung der Werke Telemanns.

 

10.11. Ivan KUSNJER wird 65

Ivan KUSNJER

 Er studierte in Prag bei Teodor Srubar und bei Piero Cappuccilli in Siena. Er gewann zweimal den A. Dvorák-Concours in Karlovy Vary (Karlsbad), auch den Robert Schumann-Wettbewerb in Zwickau, 1975 den Gesangwettbewerb von Sofia, 1978 den Internationalen Concours von Genf. Er begann seine Karriere 1975-77 am Theater von Ostrava (Mährisch-Ostrau) und war seit 1977 am Opernhaus von Brno (Brünn) engagiert und wurde schließlich 1982 an das Nationaltheater Prag berufen. Dort kam er zu einer sehr erfolgreichen Karriere und trat auch im Ausland als Gast auf. Er gastierte an der Mailänder Scala (1985 in Dvorák-Konzerten), an der Pariser Oper (1988 als kleiner Gefangener und als Tschekunow in Janáceks »Aus einem Totenhaus«), an der Wiener Staatsoper (1989 als Germont-père in »La Traviata«), an der Berliner Staatsoper, in Brüssel, Schweden, Dänemark, Polen, Bulgarien und Spanien und sang 1993-94 am Opernhaus von Frankfurt a.M. In Nancy gastierte er in »Aus einem Totenhaus« von Janácek. 1997 trat er am Nationaltheater Prag in »Eight Songs for a Mad King« von Peter Maxwell Davies (als George III.) auf, 1998 als Tausendmark in Smetanas »Die Brandenburger in Böhmen« (»Branibori v Cechach«). 1998 gastierte er beim Edinburgh Festival als Premysl in Smetanas »Libussa«, 1999 am Teatro Fenice Venedig als Förster in Janáceks »Das schlaue Fuchslein«. Zu seinen großen Partien zählten der Jago im »Otello«, der Renato in »Un Ballo in maschera« und der Ford im »Falstaff« von Verdi sowie der Barbier in »Die schweigsame Frau« von R. Strauss, den er 1987 in der tschechischen Erstaufführung der Oper in Prag sang. Aus seinem umfangreichen Repertoire für die Bühne sind weiter der Graf in »Le nozze di Figaro«, der Macbeth in der gleichnamigen Verdi-Oper, der Rigoletto, der Marcello in Puccinis »La Bohème«, der Tomes in »Hubicka« von Smetana, der Bohus im »Jakobiner« von A. Dvorák (Prag 1995) und der Kostandis in »Griechische Passion« von B. Martinù zu nennen. Er kam neben seinem Wirken auf der Bühne auch zu einer erfolgreichen Karriere als Konzert- und Oratoriensolist. Als solcher trat er in Italien, in Berlin wie in den USA in den Carmina Burana von C. Orff, in der Lyrischen Sinfonie von Zemlinsky, in Werken von A. Dvorák und S. Prokofieff auf.

Schallplatten: Supraphon (Arien-Recital; Lieder von Petr Eben; »Dimitrij« von A. Dvorák, »Dalibor« von Smetana, »Marienspiele« und Kantaten von Martinù, »Osud« und Mährische Balladen von L. Janácek, Lyrische Sinfonie von Zemlinsky, »Lieder eines fahrenden Gesellen« von Gustav Mahler, »Abramo ed Isacco« von Myslivecek), Arts (Carmina Burana von C. Orff), Orfeo/Supraphon (»Die Geisterbraut« von Dvorák, »Osud« von Janácek), Orfeo (Lumir/Roderich in »Wanda« von A. Dvorak), Panton (Tschechische Opernszenen), Decca (»Rusalka« von Dvorák), Virgin/EMI (Epilog und Pohádka von Josef Suk).

 

10.11. Graham CLARK wird 75

Graham CLARK
Als Mime in Bayreuth

 Er wurde zunächst Lehrer, legte sein Examen als Magister of Science ab und war technischer Berater beim englischen Sports Council. Auf Anraten des Dirigenten Richard Bonynge, des Gatten der großen Primadonna Joan Sutherland, ließ er dann seine Stimme bei Bruce Boyce in London, in Bologna und Mantua ausbilden. 1975-78 begann er seine Bühnenlaufbahn bei der Scottish Opera in Glasgow (Debüt als Brighella in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss), wo er auch als Roderigo in Verdis »Otello«, als Goro in »Madame Butterfly«, als Ernesto in »Don Pasquale«, als Malcolm in Verdis »Macbeth«, als Balthasar Zorn wie als David in »Die Meistersinger von Nürnberg«, als Jaquino im »Fidelio«, als Pedrillo in der »Entführung aus dem Serail« und als italienischer Sänger im »Rosenkavalier« auftrat. Bereits zuvor hatte er bei der Gemini Opera den Riccardo in Verdis »Un Ballo in maschera« und den Hans in Smetanas »Die verkaufte Braut« gesungen. 1978-85 hatte er große Erfolge bei der English National Opera London. Hier hörte man ihn in Partien wie dem David, dem Hermann in »Pique Dame«, dem Mephisto in »Doktor Faust« von Busoni (1986 in der englischen Erstaufführung der Oper) und dem Alexis in »Der Spieler« von Prokofieff. Bei der Welsh Opera Cardiff sang er den Loge im »Rheingold« wie den Skuratow in Janáceks »Aus einem Totenhaus«. 1977 Gastspiel in Vancouver als Tonio in Donizettis »La Fille du Régiment«. International bekannt wurde er vor allem durch sein Auftreten bei den Bayreuther Festspielen. Hier sang er 1981-84 und 1986-87 den David, seine große Glanzrolle, 1983 und 1986-87 den jungen Seemann sowie 1983 und 1987 zusätzlich auch den Melot in »Tristan und Isolde«, 1984-85 den Steuermann in »Der fliegende Holländer«, 1988-92 und 2001-02 den Loge im »Rheingold«, 1988-92 und 2001-04 den Mime im »Siegfried«, zwei weitere Höhepunkte in seinem Repertoire. An der Wiener Staatsoper gastierte er 1985 als David sowie 1998 als Loge im »Rheingold« und als Mime im »Siegfried«. Den David sang er auch an der Staatsoper von München und beim Holland Festival. 1985 erfolgte sein Debüt an der Metropolitan Oper New York als Stewa in Janáceks »Jenufa«. Er sang an der Metropolitan Oper bis 2010 als weitere Partien den Mime im Nibelungenring (später auch den Loge), den Herodes in »Salome« von R. Strauss, den Hauptmann im »Wozzeck« von A. Berg, den Captain Vere in »Billy Budd« von B. Britten, den Albert Gregor in Janáceks »Die Sache Makropoulos«, den Prinzen, den Kammerdiener und den Marquis in »Lulu« von A. Berg und den Tanzmeister in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss. Er wirkte dort am 19.12.1991 in der Uraufführung der Oper »The Ghosts of Versailles« von J. Corigliano als Bégearss mit. 1987 gastierte er nochmals an der Scottish Opera in Glasgow als Skuratow, 1989 als Stewa. 1987 erlitt er während der Generalprobe zu Wagners »Siegfried« am Teatro Regio Turin einen Herzinfarkt, konnte aber nach einigen Monaten wieder seine Karriere fortsetzen. 1988 sang er den Mime in einer Sendung des Nibelungenrings im französischen Rundfunk, in Rom die »Gurrelieder« von A. Schönberg unter Sinopoli. 1988 trat er als Loge und als Mime in Ring-Zyklus in Nizza wie in Paris auf, 1989 hörte man ihn in Toronto, 1992 auch in den konzertanten Ring-Aufführungen in der Salle Pleyel in Paris. 1991 gastierte er in Amsterdam als Mime, den er auch an der Oper von Vancouver und am Teatro Liceu Barcelona übernahm. An der Opéra Bastille Paris sang er 1991 den Regisseur in Berios »Un Re in ascolto«, 2003 den Tanzmeister in »Ariadne auf Naxos« und am 23.2.2004 den Ténor aigu in der Uraufführung der Oper »L’Espace dernier« von Matthias Pintscher. An der Oper von San Francisco gastierte er 1993 als Albert Gregor, 2002 als Hexe in »Hänsel und Gretel«  und 2004 als Piet vom Fass in der amerikanischen Erstaufführung von György Ligetis »Le Grand Macabre«. Er gastierte am Théâtre Châtelet Paris als Hauptmann im »Wozzeck« und 1996 als Stewa. Bei den Salzburger Festspielen sang er 1995 und 1999 den Prinzen, den Kammerdiener und den Marquis in »Lulu« von A. Berg und 1997 den Piet vom Fass in György Ligetis »Le Grand Macabre«. 1995 debütierte er als Mime im »Siegfried« an der Londoner Covent Garden Oper, an der dann auch den Captain Vere, den Bischof von Budoja in Hans Pfitzners »Palestrina«, den Hauptmann im »Wozzeck«, den Andrès in »Hoffmanns Erzählungen«, den Valzacchi im »Rosenkavalier«, den Sellem in »The Rake’s Progress«, den Mr. Taupe im »Capriccio« von R. Strauss und den Hirten in »Tristan und Isolde« sang. 1996 sang er an der Berliner Staatsoper wie an der Oper von Chicago seinen unübertroffenen Mime im Nibelungenring (in Chicago auch den Loge). 1997 sang er am Théâtre Châtelet Paris die Hexe in »Hänsel und Gretel«. 1998 am Muziektheater Amsterdam einmal mehr als Mime im »Siegfried«, auch als Sellem in »The Rake’s Progress«, zu Gast, 1999 an der Oper von Rom als Loge. 1999 gastierte er an der Staatsoper Berlin, 2000 an der Mailänder Scala als Hauptmann im »Wozzeck« von A. Berg, 2000 bei den Festspielen von Aix-en-Provence als Hauk-Sendorf in Janáceks »Die Sache Makropoulos«. 2001 hörte man ihn an der Covent Garden Oper London als Bischof von Budoja in Hans Pfitzners »Palestrina« und an der Berliner Staatsoper als Mime im Nibelungenring. Bei den Festspielen von Glyndebourne sah man ihn 2010 als Sellem in »The Rake’s Progress« und 2013 als Dr. Cajus in Verdis »Falstaff«. Große Erfolge als Konzertsolist in London, bei den Festivals von Edinburgh, Camden und York, in Stockholm, Paris, Mailand, Tel Aviv, Jerusalem, Kopenhagen und Luzern.

Lit: E. Forbes: Graham Clark (in »Opera«, 1992).

Schallplatten: Philips (»Les mamelles de Tirésias« von Fr. Poulenc; Steuermann in »Der fliegende Holländer«, Bayreuth 1985), Decca (»Il Trovatore«), Sony (»Le Grand Macabre«), BJR (Ruiz in »Maria Padilla« von Donizetti), Erato (Don Basilio in »Le nozze di Figaro«), EMI (Valzacchi im »Rosenkavalier«), TIS (»Lucrezia Borgia« von Donizetti, »Esclarmonde« von Massenet), DGG (»The Ghosts of Versailles«), RCA/BMG (»Der Silbersee« von K. Weill), Teldec (»Die Brautwahl« von Busoni, Hauptmann im »Wozzeck« von A. Berg, auch als Video); Teldec-Video (»Das Rheingold« und »Siegfried« aus Bayreuth), Philips-Video (»Die Meistersinger von Nürnberg« aus Bayreuth, 1984).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.grahamclark.org/

 

11.11. Dorothea GALLI wird 65

 Sie studierte zuerst Violoncello an der Musikhochschule von Detmold, ließ dann jedoch ihre Stimme durch Elsa Cavelti, Elisabeth Schwarzkopf und am Salzburger Mozarteum ausbilden. 1975-76 war sie im Opernstudio des Opernhauses von Zürich, 1976 Preisträgerin beim Internationalen Gesangwettbewerb von Genf. 1976-78 gehörte sie dem Opernhaus Zürich als Ensemblemitglied an, sang 1978-79 am Pfalztheater Kaiserslautern und 1979-82 am Musiktheater im Revier Gelsenkirchen. Die Sängerin, die mit dem Violinisten Rudolf Bamert verheiratet war, lebte später in Zürich und gab Gastspiele. Diese führten sie an die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an die Staatstheater von Karlsruhe und Mannheim, an das Opernhaus von Dortmund, an die Theater von Heidelberg, Gießen und Luzern und an die Niederländische Oper Amsterdam. Aus ihrem Repertoire für die Bühne sind als Höhepunkte die Donna Elvira im »Don Giovanni«, die Fiordiligi in »Così fan tutte«, der Ramiro in »La finta giardiniera« von Mozart, die Leonore im »Fidelio«, die Marguerite im »Faust« von Gounod, die Mimi in »La Bohème«, die Giorgetta in Puccinis »Il Tabarro«, die Tatjana im »Eugen Onegin«, die Marschallin im »Rosenkavalier«, der Komponist in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, die Arabella wie die Zdenka in dessen »Arabella«, die Emilia Marty in »Die Sache Makropoulos« von Janácek und die Miss Todd in »The Old Maid and the Thief« von G.C. Menotti hervorzuheben. Auf dem Konzertpodium trat sie sowohl als Oratoriensolistin wie als Interpretin eines umfangreichen Lied-Repertoires in Erscheinung; sie wirkte in Rundfunksendungen in der Schweiz wie in Deutschland mit.

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.dorotheagalli.ch/

 

11.11. Edward CRAFTS wird 70

Edward Crafts

 Seine Ausbildung erfolgte an der Music Academy of the West, am Curtis Institute of Music und an der Indiana University Bloomington. Er war zunächst als Gesangpädagoge und als Regisseur tätig und begann seine Bühnenkarriere erst zu Beginn der achtziger Jahre. Bereits 1982 war er an mehreren amerikanischen Theatern zu Gast, so bei der Delaware Opera, der Oper von Houston/Texas (als Dulcamara in »L’Elisir d’amore« und dann wieder 1986), an der St. Louis Opera, der Fort Worth Opera und an der City Opera New York, an der er den Escamillo in »Carmen« sang. Er entfaltete dann rasch eine umfangreiche Gastspieltätigkeit, die ihn an zahlreiche amerikanische Opernhäuser, aber auch an Bühnen in Europa, führte. 1983 trat er an der Cleveland Opera und an der Chicago Lyric Opera auf; 1984 sang er an der Santa Fé Opera den Simone in der amerikanischen Erstaufführung der Oper »Eine Florentinische Tragödie« von Zemlinsky und gastierte dort auch 1985 und 1987. Weitere Bühnenauftritte an der Oper von Dallas (1985, 1991), an der Long Beach Opera (1986 in den vier dämonischen Partien in »Hoffmanns Erzählungen«), in Seattle (1987 als Jago in Verdis »Otello«), in Santa Fé (u.a. 1985 als Graf in »Le nozze di Figaro«) und an der Oper von Baltimore (1988). 1986 trat er an der Wiener Staatsoper in Leonard Bernsteins »A quiet Place« (einer Neufassung von »Trouble in Tahiti«) als Young-Sam auf. 1985 gastierte er an der Covent Garden Oper London in Zemlinskys »Eine florentinische Tragödie«,  1987 am Landestheater Innsbruck (als Fliegender Holländer), 1989 bei der kanadischen Pacific Opera. Bereits 1983 hatte er in Waterloo (New Jersey) in der amerikanischen Erstaufführung der frühen Wagner-Oper »Das Liebesverbot« mitgewirkt. 1996 sang er bei den Aufführungen des Nibelungenrings durch die Arizona Opera in Flagstaff (am Grand-Canyon) den Wotan in der »Walküre« und den Wanderer im »Siegfried«. 2000 debütierte er als einer der Priester an der Metropolitan Oper New York, an der er bis 2002 in insgesamt 20 Vorstellungen auch in Prokofjews »Krieg und Frieden« (in mehreren Partien) auftrat. Von seinen Bühnenpartien sind noch der Tobias Mill in Rossinis »La cambiale di matrimonio«, der Alidoro in dessen Märchenoper »La Cenerentola«, der Falstaff von Verdi, der Scarpia in »Tosca«, der Mephisto im »Faust« von Gounod, der Brétigny in Massenets »Manon«, der Vater in »Hänsel und Gretel« und der Musiklehrer in »Ariadne auf Naxos« zu nennen.

Schallplatten: DGG (»A quiet Place« als Young-Sam).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://edwardjcrafts.com/

 

12.11. Claudia CUMMINGS wird 75

Claudia Cummings

 Gesangausbildung an der San Francisco State University bei Rue Knapp. Bühnendebüt 1972 an der Oper von San Francisco als Waldvogel im »Siegfried«. Anschließend hörte man sie bei der Kansas City Lyric Opera als Rosina im »Barbier von Sevilla« von Rossini. An der Oper von San Francisco hörte man sie auch 1975 in mehreren Partien in der amerikanischen Erstaufführung von B. Brittens »Death in Venice« und als Adina in »L’Elisir d‘amore«, 1976 als La Charmeuse in »Thais« von Massenet, als eine der Nichten in B. Brittens »Peter Grimes« und in mehreren Partien in »Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss, 1978 als Hilde Mack in Henzes »Elegy for Young Lovers«, 1979 in der Titelrolle von »Mary, Queen of Scots« von Thea Musgrave und 1989 als Miss Schlesen in »Satyagraha« von Philip Glass; am 27.2.1976 wirkte sie hier in der Uraufführung der Oper »Meeting Mr. Ives« von Charles Ives mit. Sie kam dann an den führenden Opernhäusern wie in den Konzertsälen der USA zu einer erfolgreichen Karriere, wobei sie ein vielseitiges Repertoire zum Vortrag brachte. Von ihren Opernpartien sind zu nennen: die Marie in »La Fille du Régiment« von Donizetti, die Norina im »Don Pasquale«, die Juliette in »Roméo et Juliette« von Gounod, die Titelheldin in Donizettis »Lucia di Lammermoor« und die Bianca in »The Taming of the Shrew« von Vittorio Giannini. In diesen und anderen Rollen war sie u.a. an den Theatern von Kansas City, Miami, Seattle, San Diego, Houston/Texas und der City Opera New York zu hören. In Europa gastierte sie an der Staatsoper Stuttgart wie in Amsterdam. In Rotterdam wirkte sie 1980 in der Uraufführung der Oper »Satyagraha« von Philip Glass mit. Verheiratet mit dem Schauspieler und Theatermanager Jack Aranson (1924-2008).

Schallplatten: Vollständige Oper »Satyagraha« von Philip Glass.

 

12.11. Alexandrina MILTSCHEWA wird 80

Alexandrina Miltschewa als Carmen
Als Carmen

 Schülerin von G. Tscherkin am Staatskonservatorium von Sofia. Sie debütierte 1961 am Theater von Varna als Dorabella in »Così fan tutte«. 1965 gewann sie den internationalen Gesangwettbewerb von Toulouse. 1968 wurde sie an die Bulgarische Nationaloper in Sofia berufen, wo sie zu den führenden Mitgliedern des Hauses zählte. Nachdem sie bereits 1975 mit dem Ensemble der Nationaloper Sofia an der Wiener Staatsoper gastiert hatte (als Marina im »Boris Godunow«) 1976-85 auch an der Wiener Staatsoper engagiert. Hier sang sie in insgesamt 106 Vorstellungen die Carmen, die Adalgisa in Bellinis »Norma«, die 3. Dame in der »Zauberflöte«, die Suzuki in »Madame Butterfly«, die Marina, den Sesto in Mozarts »La clemenza di Tito«, die Azucena im »Troubadour«, die Meg Page im »Falstaff« von Verdi, die Herodias in »Salome« von R. Strauss, die Preziosilla in »La forza del destino« und die Dorabella in »Così fan tutte«. 1979 sang sie hier auch mit dem Ensemble der Nationaloper Sofia die Kontschakowna in Borodins »Fürst Igor«. Gastspiele am Théâtre de la Monnaie in Brüssel, in Lyon, Rouen, Amsterdam, an der Komischen Oper Berlin, an den Opernhäusern von Genf und Zürich, an der Covent Garden Oper London, an der Münchner Staatsoper (1979, 1984), bei den Festspielen von Verona (1980, 1984) und beim Maggio Musicale von Florenz (u.a. 1983 in Puccinis »Suor Angelica«). Sie erschien weiter als Gast an den Nationalopern von Prag, Budapest, Belgrad, am Bolschoi Theater Moskau, in Lodz, Brno (Brünn), Wiesbaden, Athen und beim Glyndebourne Festival. Sehr erfolgreiche Auftritte an der Oper von Chicago. An der Grand Opéra Paris gastierte sie 1981 als Preziosilla und als Carmen, 1984 als Marina, 1986 als Eboli in Verdis »Don Carlos« sowie an der Opéra Bastille Paris 1994 als Principessa di Bouillon in »Adriana Lecouvreur« von Cilea, 1995 als Ulrica in Verdis »Un Ballo in maschera«, 2001 als alte Gräfin in »Pique Dame« von Tschaikowsky und 2003 als Larina in »Eugen Onegin«. 1981-82 an der Opéra de Wallonie Lüttich zu Gast. Am 9.3.1982 wirkte sie an der Mailänder Scala in der Uraufführung der Oper »La vera storia« von Luciano Berio in der Partie der Ada mit; an der Mailänder Scala hörte man sie auch 1981 als Marfa in »Chowanschtschina« von Mussorgsky (mit dem Ensemble der Nationaloper Sofia), 1989 als Federica in Verdis »Luisa Miller« und als Principessa di Bouillon, 2006 als Larina sowie in Liederabenden (1981, 1984) und Konzerten mit Werken von Antonin Dvorák (1982, 1985). Seit 1983 auch mit einem Gastspielvertrag der Staatsoper von Hamburg verbunden. Sie sang 1983 am Teatro Liceu Barcelona die Preziosilla, 1984 in Genf die Adalgisa. 1986 sang sie in Florenz, 1987 in Chicago die Laura in »La Gioconda« von Ponchielli. 1987 debütierte sie als Dalila in »Samson et Dalila« von Saint-Saens an der New Yorker Metropolitan Oper, an der sie bis 1991 in insgesamt 17 Vorstellungen außerdem noch die Cieca in »La Gioconda«, die Marina und die Ulrica sang. Bei den Festspielen von Salzburg übernahm sie 1987 ein Solo im Stabat mater von Dvorák. 1988 Gastspiele am Teatro Comunale Bologna und an der Oper von Kopenhagen. 1992 trat sie an der Oper von Dallas als Principessa in Puccinis »Suor Angelica« auf. Sie beherrschte neben vielen klassischen Partien ihres Stimmfachs auch die schwierigen Rollen für Koloratur-Alt. Große Oratorien- und Liedersängerin.

Schallplatten: Balkanton (u.a. vollständige Opern »Carmen«, »Boris Godunow«, »Chowanschtschina« von Mussorgsky, Suzuki in »Madame Butterfly«, Amneris in »Aida«), Harmonia mundi (Lieder von Mussorgsky, Amneris in »Aida«), Orfeo (»Peer Gynt« von W. Egk, »Le Cinesi« von Gluck, Musetta in »La Bohème« von Leoncavallo; Verdi-Requiem), RCA (»Adriana Lecouvreur« von Cilea), Sony (»Fürst Igor« von Borodin), Balkanton-Fidelio (»Die Bojarin Vera Scheloga« von Rimsky-Korssakow), Capriccio (»Schneeflöckchen« von Rimsky-Korssakow als Frühlingsfee).

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.alexandrinamilcheva.com/

 

13.11. Vicki HALL wird 75

Sie studierte Musik und war als Chorleiterin an Höheren Schulen tätig, ließ aber auch ihre Stimme ausbilden. Ihre Lehrer waren Willa Stewart, dann Elda Ercole in New York, später Josef Metternich in Köln. Ihr Bühnendebüt fand 1970 an der New York City Opera New York statt. Sie hatte ihre größten Erfolge in Europa; sie nahm ihren Wohnsitz in München und war am dortigen Gärtnerplatz-Theater engagiert. Bei den Festspielen von Bregenz sang sie 1975 die Rosina in Mozarts »La finta semplice«, 1977 die Vespetta in »Pimpinone« von Telemann, 1980 das Blondchen in der »Entführung aus dem Serail«, 1981 die Balkis in »Unverhofftes Begegnen« von J. Haydn und 1982 als Arsena im »Zigeunerbaron« von J. Strauß. An der Wiener Staatsoper gastierte sie 1976-82 als Sophie im »Rosenkavalier« und als Susanna in »Figaros Hochzeit«. Erfolgreiche Auftritte dann vor allem an der Wiener Volksoper, an den Opernhäusern von Köln und Wuppertal. Dabei standen im Mittelpunkt ihres ausgedehnten Bühnenrepertoires Partien wie die Carolina in Cimarosas »Il matrimonio segreto«, die Frau Fluth in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor«, das Ännchen im »Freischütz«, die Olympia in »Hoffmanns Erzählungen«, die Adele in der »Fledermaus«, die Gretel in »Hänsel und Gretel«, die Lucy in »The Telephone« von Menotti und die Titelfigur in Janáceks »Das schlaue Füchslein«. Die als vortreffliche Darstellerin bekannte Künstlerin brillierte auch in Operettenrollen; geschätzte Konzertsopranistin.

 

15.11. Costante MORET wird 85

 Seine Familie wanderte nach Brasilien aus. Er war zunächst als Beamter im brasilianischen Staatsministerium für Erziehung und Kultur tätig, entschloss sich dann aber zur Sängerlaufbahn. Seine Ausbildung erfolgte durch Silvio Piergilli und Santiago Guerra in Rio de Janeiro. Bühnendebüt 1957 am Teatro Municipal, der Oper von Rio de Janeiro, als Turiddu in »Cavalleria rusticana« von Mascagni. Seitdem erfolgreiche Karriere an diesem großen brasilianischen Opernhaus. Er gastierte an der Oper von Säo Paulo und an anderen brasilianischen Theatern. Seine besten Leistungen erreichte er im heldischen Repertoire vornehmlich innerhalb der italienischen Opernliteratur; gleichzeitig erfolgreich im Konzertsaal aufgetreten.

Brasilianische Schallplattenaufnahmen, zumeist privater Art, die in Europa kaum bekannt sind.

 

16.11. Peter WEBER wird 70

Peter Weber

 Zunächst Maschinenbau-Studium an der Technischen Universität Wien, das mit dem Examen als Diplomingenieur abgeschlossen wurde. Gleichzeitig Ausbildung der Stimme durch private Studien wie an der Musikhochschule Wien. Preisträger bei mehreren Gesangwettbewerben, so 1976 beim Hugo Wolf-Wettbewerb in Salzburg, 1978 beim Schubert-Wolf-Wettbewerb in Wien und 1976 beim Mozart-Interpretations-Concours in Wien. 1976 wurde er in das Opernstudio der Wiener Staatsoper aufgenommen, deren Mitglied er in den Jahren 1978-80 war (Debüt: Schlemihl in »Hoffmanns Erzählungen«). Dort sang er u.a. den Sharpless in »Madame Butterfly«, den Malatesta in »Don Pasquale«, den Sekretär in »Der junge Lord« von H.W. Henze, den Grafen in »Figaros Hochzeit«, den Silvio im »Bajazzo« und den Dr. Falke in der »Fledermaus«. 1980-82 war er am Opernhaus von Nürnberg und seit 1982 am Staatstheater von Hannover tätig. In Nürnberg wirkte er 1988 in der Uraufführung von A. Zemlinskys nachgelassener Oper »Der Traumgörge« mit. Bei den Salzburger Festspielen sang er 1977-78 (und 1979 auch bei den dortigen Osterfestspielen) einen der flandrischen Deputierten in Verdis »Don Carlos«, 1978 Il Papa in Stefano Landis »Il Sant’ Alessio«, 1978-86 einen der Priester in der »Zauberflöte«, 1979-82 den Offizier in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, 1980-81 den Hermann und den Schlemihl in »Hoffmanns Erzählungen«, 1982 den Herold in einer konzertanten Aufführung der Oper »Penthesilea« von O. Schoeck, 1985 in einem Kirchenkonzert und 2001 in der 8. Symphonie von Gustav Mahler. Er trat beim Festival von Glyndebourne (1985 und 1989 als Mandryka in »Arabella« von R. Strauss, 1987 als Olivier im »Capriccio« von R. Strauss), beim Carinthischen Sommer in Ossiach und beim Festival von La Chaise Dieu auf. 1990 sang er als Antrittsrolle an der Covent Garden Oper London den Mandryka; 1991 USA-Debüt an der Oper von Dallas als Amonasro in »Aida«, wo er auch als Gunther in der »Götterdämmerung« gastierte. 1992 Gastspiel an der Wiener Volksoper als Danton in »Dantons Tod« von G. von Einem. 1992 wurde er wieder an die Wiener Staatsoper verpflichtet. Hier sang er nun in einer Vielzahl von Aufführungen bis 2007 u.a. den Eisenstein in der »Fledermaus«, den Sprecher in der »Zauberflöte«, den Minister wie den Don Pizarro im »Fidelio«, den Musiklehrer wie den Harlekin in »Ariadne auf Naxos«, den Olivier wie den Grafen im »Capriccio« von R. Strauss, den Donner und den Gunther im Nibelungenring, den Ottokar im »Freischütz«, den Morbio in »Die schweigsame Frau« von R. Strauss, den Telramund wie den Heerrufer im »Lohengrin«, den Orsini in Wagners »Rienzi«, den Jochanaan in »Salome« von R. Strauss, den Luna wie den Borromeo im »Palestrina« von H. Pfitzner, den Danilo in Lehárs »Die lustige Witwe«, den Auserwählten wie den Gabriel in der »Jakobsleiter« von A. Schönberg, den Kurwenal in »Tristan und Isolde«, den Faninal im »Rosenkavalier«, den Mr. Redburn in »Billy Budd« von B. Britten, den Daniello in »Jonny spielt auf« von E. Krenek, den Créon in »Oedipe« von Enescu, den Don Alfonso in »Così fan tutte«, den Balstrode in »Peter Grimes« von B. Britten und den Mandryka. Am 26.5.1995 wirkte er an der Wiener Staatsoper in der Uraufführung der Oper »Gesualdo« von Alfred Schnittke in der Titelrolle mit. In der Wiener Volksoper sang er parallel dazu den Escamillo in »Carmen«, die Titelpartie in »Hamlet« von A. Thomas und den Herrn Fluth in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor«. Am Staatstheater Hannover sang er 1992 den Eugen Onegin, 1995 den Jochanaan, 1996 den Amfortas im »Parsifal« und den Kreon in »Antigonae« von Carl Orff, 1998 den Faninal, den La Roche im »Capriccio« von R. Strauss und den Sebastiano in »Tiefland« von E. d’Albert, 1999 den Gunther, 2000 den Musiklehrer in »Ariadne auf Naxos«, 2001 die Titelrolle in »Mathis der Maler« von P. Hindemith. 1999 gastierte er am Opernhaus von Köln als Ratefreund in der Oper »Die Vögel« von W. Braunfels und am Wiener Jugendstiltheater als Lips in der zeitgenössischen Oper »Der Zerrissene« von G. von Einem. An der Mailänder Scala sang er 2000 die Titelpartie in A. Bergs »Wozzeck« (nachdem er dort schon 1978 als Offizier in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss bei einem Gastspiel der Bayerischen Staatsoper München aufgetreten ist). An der Deutschen Oper Berlin debütierte er 2004 als Amfortas. 2005 gab er sein erfolgreiches Rollendebüt als Hans Sachs in »Die Meistersinger von Nürnberg« in Tokio. Weitere Gastspiele auf internationalem Niveau führten ihn an die Staatsopern von Hamburg und München (als Mandryka und als Don Alfonso), an die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an die Oper von Frankfurt a.M., an das Opernhaus Zürich (als Einsiedler in »Simplicius« von J. Strauß, als Mandryka und als Danilo), an das Grand Théâtre Genf (1979 als Graf Dominik in »Arabella« von R. Strauss), an das Teatro Liceu Barcelona, an das Teatro Colón Buenos Aires (in »Le nozze di Figaro«), nach Santiago de Chile (als Peter in »Hänsel und Gretel«), Rom (als Jochanaan), Venedig (als Kurwenal und als La Roche), Genua (in Henzes »Venus und Adonis« und als Jochanaan), Catania, an das Théâtre des Champs-Élysées in Paris und nach Tokio (in »Ariadne auf Naxos«). Konzerte und Liederabende in Europa wie in den USA begleiteten den Ablauf seiner Bühnenkarriere. Aus seinem Bühnenrepertoire sind noch der Scarpia in »Tosca«, der Zar in Lortzings »Zar und Zimmermann« und der Achilles in »Penthesilea« von O. Schoeck nachzutragen. Verheiratet mit der Sopranistin Gabriele Fontana.

Schallplatten: Edition Schwann (»Penthesilea« von O. Schoeck).

 

16.11. Edward HIGGINBOTTOM wird 70

 Biographie des englischen Dirigenten auf Englisch:

https://en.wikipedia.org/wiki/Edward_Higginbottom

 

16.11. Marta SERRANO wird 80

 Studium am Instituto Superior del Teatro Colón Buenos Aires als Schülerin der berühmten Sopranistin Hina Spani; weitere Studien bei Alfred Hollander in Caracas (Venezuela), bei Elan Hirn und Primavera Sivieri in Buenos Aires. Sie debütierte 1961 am Teatro Colón von Buenos Aires als Gräfin in »Figaros Hochzeit« von Mozart. Sie wurde in einer langen Karriere eine der gefeierten Primadonnen dieses bedeutendsten Opernhauses Südamerikas. Sie sang hier die großen Partien für lyrischen Sopran, meisterte jedoch mit Hilfe ihrer perfekten Gesangstechnik auch eine Vielzahl von Koloraturrollen. Gastspiele und Konzerte in den Metropolen des argentinischen Musiklebens ließen sie zu hohem Ansehen kommen.

Schallplatten argentinischer Herkunft, größtenteils Mitschnitte von Radiosendungen.

 

16.11. Lars BILLENGREN wird 85

Er absolvierte seine Ausbildung zum Sänger an der Königlichen Musikakademie in Stockholm, wo er Schüler von Ragnar Hultén war. 1957 debütierte er an der Jütländischen Oper Aarhus als Don José in »Carmen«. 1958 gastierte er an der Königlichen Oper Stockholm als Julien in »Drömmen om Thérèse« von Werle und war 1958-60 dort im Engagement. 1960-65 gehörte er als erster Tenor dem Stora Theater Göteborg an. Seitdem unternahm er zahlreiche Gastspiele und trat in Tourneen als Operettensänger auf. Er wirkte häufig in Operettenaufführungen am Stockholmer Riksteater mit. Seine Erfolge im Bereich der Oper hatte er als Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«, als Ferrando in »Così fan tutte«, als Andrea Chénier in der Oper gleichen Namnes von Giordano und als Alfredo in »La Traviata«.

Schallplatten: Sterling (Tuve in »Den Bergtagna« von I. Hallström).

 

17.11. Lorenzo FERRERO wird 65

 Er studierte in Turin 1969-73 am Musikkonservatorium Komposition bei Massimo Bruni und Enore Zaffiri. An der Turiner Universität studierte er Philosophie bei Gianni Vattimo und Massimo Mila und erhielt seinen akademischen Grad im Fach Ästhetik mit einer Arbeit über John Cage im Jahr 1974. Sein frühes Interesse an der Psychologie der Wahrnehmung und Psychoakustik führte ihn zu IMEB, dem Internationalen Institut für Elektroakustische Musik in Bourges, wo er 1972-73 Forschungen über elektronische Musik betrieb, zu IRCAM in Paris, und 1974 zur Musik/Dia/Licht/Film-Galerie in München. Lorenzo Ferrero hat Aufträge von zahlreichen Festivals und Institutionen erhalten. Seine Werke werden in ganz Europa und Nordamerika aufgeführt. Zu seinen bekanntesten Kompositionen gehören die Opern Marilyn, La figlia del mago, Salvatore Giuliano, Charlotte Corday, La Conquista und Risorgimento!, das erste Klavierkonzert, das Tripelkonzert für Violine, Violoncello und Klavier, die Suite von sechs sinfonischen Dichtungen La nueva España, der Liederzyklus Canzoni d’amore, Parodia, Ostinato, Glamorama Spies, Capriccio für Klavier und Streichorchester, Tempi di quartetto für Streichquartett, und das Ballett Franca Florio, regina di Palermo. Im Jahr 1986 nahm er am Prix Italia mit seinem Werk La fuga di Foscolo teil. Seine Musik wird von Casa Ricordi Milan veröffentlicht. Als künstlerischer Leiter managte er in Italien das Festival Puccini in Torre del Lago (1980–84), das Unione musicale in Turin (1983–87), Arena von Verona (1991–94) und das Musica 2000 in Turin. Im Jahr 1999 war er Mitbegründer und Koordinator der Festa della Musica, ein Schaufenster von Klassik, Jazz und Weltmusik in Mailand, und vier Jahre später hat er das Ravello Festival geleitet. Im Jahr 2007 wurde Lorenzo Ferrero in den Vorstand berufen und zum Vizepräsidenten der SIAE gewählt, dem italienischen Autoren- und Verlegerverband. Im selben Jahr veröffentlichte er Manuale di scrittura musicale, ein Handbuch, das die Grundregeln des korrekten und eleganten Musikschreibens sowohl aus orthographischer als auch grafischer Sicht beschreibt. Das Handbuch richtet sich mit praktischen Hinweisen an alle Komponisten, Musikwissenschaftler, Lehrer, Studenten und Manuskriptbearbeiter. Im Jahr 2008 übersetzte, bearbeitete und veröffentlichte er Lo Studio dell’orchestrazione, die italienische Ausgabe von Samuel Adler The Study of Orchestration, ein wegweisendes Handbuch. Lorenzo Ferrero ist seit 1980 Professor für Komposition am Mailänder Konservatorium. Er hat Lehraufträge beim St. Mary College of Maryland und bei der LUISS Business School, einer Abteilung der Libera Università Internazionale degli Studi Sociali in Rom. Darüber hinaus, als Mitglied der italienischen Nationalen Union der Komponisten, Librettisten und Autoren, war er Mitbegründer der ECSA, der Europäischen Komponisten- und Liedschreibervereinigung. Seit 2011 ist er Vorsitzender des CIAM, dem Internationalen Rat der Musikautoren, der ein Ausschuss des Confédération Internationale des Sociétés d’Auteurs et Compositeurs (CISAC) ist, dem Internationalen Bund der Autoren- und Komponistenvereinigungen. Er wurde in The New Grove Dictionary of Opera vorgestellt, als „erfolgreichster Opernkomponist seiner Generation in Italien“ und im The New Penguin Opera Guide als „ein Hauptexponent der neotonalen Tendenzen, die eine Reihe italienischer Komponisten seiner Generation gemeinsam verfolgen, und der ein erfolgreiches Zeichen für das erzählende Musiktheater setzte, mit dem ein breiteres Publikum erreicht werden soll als von den Erben der modernistischen Tradition.“ Zusätzlich zu den unten aufgeführten Originalwerken, vollendete Lorenzo Ferrero die Orchestrierung der dritten Fassung der Oper La rondine von Giacomo Puccini, die im Teatro Regio di Torino am 22. März 1994 uraufgeführt wurde. Mit einer Gruppe von sechs anderen italienischen Komponisten schrieb er das Requiem per le vittime della mafia, eine Komposition für Solisten, Chor und Orchester nach einem italienischen Text von Vincenzo Consolo. Das Requiem wurde in der Kathedrale von Palermo am 27. März 1993 uraufgeführt. Außerdem schrieb er die Musik für die Eröffnungsfeier der Alpinen Skiweltmeisterschaft 1997, einschließlich der offiziellen Hymne, Begleitmusik für Bühnenproduktionen und eine Filmmusik. Mehrere Videos seiner Werke können auf YouTube angehört werden. Der britische Musikwissenschaftler David Osmond-Smith beschrieb seinen Stil als „eine unverfrorene Synthese klassischer Traditionen und Pop […] die nie ihre Vorläufer aus dem 19. Jahrhundert vergisst.“

 

17.11. Yolande SUDAN wird 80

 Sie war eine Nichte des Chordirigenten und Komponisten Abbé Rovet. Sie studierte an der Musikhochschule Zürich sowie 1959-64 bei Margherita Perras in Zürich. In der Spielzeit 1963-64 gehörte sie dem Opernstudio Zürich an. 1965-67 war sie am Stadttheater von Pforzheim, 1967-69 am Stadttheater von Bern, 1973-79 am Staatstheater Karlsruhe engagiert. Sie ging dazu einer umfangreichen Gastspieltätigkeit nach mit Auftritten am Opernhaus von Zürich, am Stadttheater von Basel, an der Wiener Volksoper, an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an der Staatsoper Stuttgart, am Nationaltheater Mannheim, am Staatstheater Hannover, in Dortmund und in Freiburg i. Br., am Grand Théâtre Genf und an den Opernhäusern von Lausanne und Monte Carlo, am Teatro San Carlos Lissabon, an den Theatern von Trier und Klagenfurt. Sie hatte dabei als Opern- wie als Operettensängerin ihre Erfolge. Partien aus ihrem Bühnenrepertoire: die Donna Elvira im »Don Giovanni«, die Fiordiligi in »Così fan tutte«, die Agathe im »Freischütz«, die Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut«, die Wellgunde im Nibelungenring, die Rosalinde in der »Fledermaus«, die Kurfürstin im »Vogelhändler« von Zeller, die Laura in Millöckers »Der Bettelstudent«, die Hanna Glawari in Lehárs »Die lustige Witwe«, die Sonja im »Zarewitsch«, die Anna Elisa in »Paganini« von F. Lehár, die Gräfin Mariza und die Sylvia Varescu in der »Csárdásfürstin« von E. Kálmán. In der Spielzeit 1964-65 sang sie in Zürich in der Uraufführung der Operette »Die Schneekönigin« von P. Burkhard.

 

18.11. Linda WATSON wird 60

Linda Watson als Brünnhilde in Bayreuth

Sie wurde durch ihre Mutter, die in San Francisco einen Kirchenchor dirigierte, in das Gesangsfach eingeführt. Sie begann ihre Ausbildung mit 15 Jahren in Kalifornien, studierte dann am New England Conservatory in Boston neben Gesang auch Klavierspiel und Dirigieren. Trotz dieser Ausbildung arbeitete sie zunächst in ihrer amerikanischen Heimat fünf Jahre als Börsenmaklerin. Dann entschloss sie sich zu einer weiterführenden Ausbildung in Wien (u.a. bei Erik Werba und bei Waldemar Kmentt) und in Berlin bei Hanne-Lore Kuhse. 1986 sang sie im Chor bei einer Aufführung von L. Bernsteins »A quiet Place« unter der Leitung des Komponisten an der Staatsoper Wien; 1986 fand ihr Operndebüt im Wiener Vocal Ensemble statt. Am 25.11.1989 wirkte sie mit dem Ensemble der Wiener Staatsoper im Theater Odeon Wien in der Uraufführung der Oper »Die Blinden« von Beat Furrer mit (davon existiert eine Schallplattenaufnahme auf Marco Polo). 1992-95 war sie am Stadttheater von Aachen engagiert, wo sie als Jezibaba in »Rusalka« von Dvorák debütierte, aber auch bereits in dramatischen Sopranpartien wie der Santuzza in »Cavalleria rusticana« und der Giulietta in »Hoffmanns Erzählungen« auftrat. 1995-97 gehörte sie dem Ensemble des Opernhauses von Essen an, gleichzeitig war sie seit 1995 durch einen Gastvertrag dem Opernhaus von Leipzig verbunden; jetzt hörte man sie als Venus im »Tannhäuser«, als Brangäne in »Tristan und Isolde«, als Azucena im »Troubadour« und als Marina im »Boris Godunow«. 1994 sang sie am Théâtre Châtelet Paris die Siegrune in der »Walküre« und die 2. Norn im Nibelungenring, 1995 am Opernhaus von Essen ihre erste Sieglinde in der »Walküre«, 1996 in Prag ihre erste Marschallin im »Rosenkavalier«. 1995 gastierte sie an der Staatsoper von Hamburg. Ab 1997 hörte man sie an der Wiener Staatsoper auch in ihren großen Partien: als Venus im »Tannhäuser«, als Brünnhilde im Ring-Zyklus, als Elektra von R. Strauss und als Isolde in »Tristan und Isolde«. 1997 folgte sie einem Ruf an die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an der sie als Sieglinde, als Isolde und als Kundry im »Parsifal« aufsehenerregende Erfolge hatte. Am Opernhaus von Bonn trat sie 1998 als Sieglinde auf. Bei den Bayreuther Festspielen sang sie 1998 die Kundry, 2000-02 und 2005 die Ortrud im »Lohengrin«, 2006-10 die Brünnhilde im Nibelungenring. Gastspiele und Konzertreisen führten sie nach London, Tokio, Moskau, Boston, Amsterdam (1998 als Venus) und Taiwan; sie trat bei den Festspielen von Salzburg (1991 in mehreren Partien in einer konzertanten Aufführung von Bohuslav Martinus Oper »Julietta« sowie 1993 in Konzerten mit Werken von Luigi Nono und Edgar Varèse), den Wiener Festwochen und beim Schleswig-Holstein Festival auf. 1998 sang sie am holländischen Radiosender VARA die Marschallin, dann auch am Opernhaus von Leipzig. 1999 übernahm sie an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg die Partie der Leonore im »Fidelio«, am Opernhaus von Bonn die Brünnhilde im »Siegfried«, bei Maggio Musicale von Florenz die Isolde, die sie 2000 am Stadttheater von Bern (Schweiz) und am Nationaltheater Prag wiederholte. Am Opernhaus von Toulouse hörte man sie 2000 als Elisabeth im »Tannhäuser«. 2003 debütierte sie als Kundry an der Metropolitan Oper New York, an der sie auch 2008 die Isolde und 2009 die Brünnhilde im Ringzyklus sang. An der Mailänder Scala debütierte sie 2007 als Ortrud. An der Opéra Bastille Paris übernahm sie 2013 die Brünnhilde im Nibelungenring. An der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg sang sie auch u.a. die Marschallin sowie die Titelrollen in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss und »Turandot« von Puccini. Sie übernahm auch Aufgaben in zeitgenössischen Werken.

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.protalent.de/sample2/index.php?lang=de

 

18.11. Slawa ULANOWSKI wird 65

Er erhielt zunächst eine Ausbildung in den Fächern Komposition und Klarinette. Ab 1973 war er als Instrumentalmusiker (Saxophon, Klarinette, Flöte) in Philharmonischen Orchestern und Ensembles in Moskau und anderen Städten sowie als Arrangeur für Sinfonie- und Blasorchester, Big Bands und Ensembles verschiedener Stilrichtungen tätig. 1978-83 studierte er Komposition am Moskauer Tschaikowsky-Konservatorium bei Prof. T. Chrennikov. Seit 1985 ist er Mitglied des russischen Komponistenverbandes. 1993 siedelte er nach Deutschland über. Seit 1996 ist er Musiklehrer an der Folkwang Musikschule der Stadt Essen und Mitglied des Deutschen Komponistenverbandes. Sein kompositorisches Schaffen umfasst sinfonische Werke, Kammer- und Chormusik, Lieder, sowie Musik für Theater und Film. Die besondere Vorliebe des Komponisten gilt dem Musiktheater. Sein Musical Das goldene Küken wurde in Russland in mehr als 40 Musiktheatern, darunter auch im Moskauer Operettentheater, sowie in Polen, aufgeführt. Nach Angaben der Gesellschaft für Urheberrechte der Russischen Föderation belegte das Stück in Bezug auf die Zuschauerzahlen 1992/93 den dritten Platz. Slawa Ulanowski ist nicht nur Komponist und Arrangeur. Er hat auch weitreichende Erfahrung im Tonstudiobereich, wo er seit langem mit verschiedenen Musikprogrammen am Computer arbeitet.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.slawa-ulanowski.de/index.php/de/

 

18.11. Heinrich SCHIFF wird 65

Der Dirigent und Cellist kann auf eine nunmehr jahrzehntelange Karriere zurückblicken. Nach seinem Cellostudium bei Tobias Kühne und André Navarra debütierte er 1971 in Wien und London und ist seither regelmäßig bei allen bedeutenden Orchestern, in den großen Musikzentren und bei den wichtigen Festivals in Europa, den USA und Japan zu Gast. Zusammenarbeit mit Dirigenten wie Abbado, Celibidache, Chailly, Dohnányi, Eschenbach, Gielen, Haitink, Harnoncourt, Jansons, Masur, Rattle, Salonen, Sawallisch, Sinopoli, Tennstedt und Welser-Möst. Er hat das wesentliche Cello-Repertoire von Vivaldi und Haydn bis Lutoslawski und B. A. Zimmermann auf Schallplatte eingespielt. Neben seinen mehrfach ausgezeichneten Einspielungen von Bachs Solosuiten und Schostakowitschs Cellokonzerten (für letztere erhielt er den «Grand Prix du Disque») hat Heinrich Schiff u. a. die Cellokonzerte von Dvorák (mit den Wiener Philharmonikern unter André Previn) und Schumann (mit den Berliner Philharmonikern unter Bernard Haitink) aufgenommen. Begeistertes Echo fand auch die im Jahr 2000 veröffentlichte Gesamteinspielung von Beethovens Werken für Cello und Klavier mit Till Fellner. Zu seinen neuesten Veröffentlichungen zählt eine Aufnahme mit Frank Peter Zimmermann (Duos von Bach bis Ravel). Die Beschäftigung mit Musik unserer Zeit nimmt einen wichtigen Platz in Heinrich Schiffs künstlerischer Tätigkeit ein dabei ist etwa seine häufige Zusammenarbeit mit Komponisten wie Luciano Berio, John Casken, Friedrich Cerha, Michael Gielen, Hans Werner Henze, Ernst Krenek, Witold Lutoslawski, Krzysztof Penderecki, Matthias Pintscher, Wolfgang Rihm und Hans Zender hervorzuheben. Bei den Salzburger Festspielen 2006 spielte er Johannes Maria Stauds neues Werk (Segue) mit den Wiener Philharmoniker unter Daniel Barenboim; ebenfalls mit den Wiener Philharmonikern brachte er 2005 Otto M. Zykans Cellokonzert Beethovens Cello zur Uraufführung (Dirigent: Zubin Mehta). Nach einer hochgelobten Europa-Tournee mit dem Pianisten Till Fellner ist er in der Saison 2008/09 in Sonatenabenden mit Leif Ove Andsnes zu hören. Ebenso verbindet ihn mit den Pianisten Martin Helmchen und Polina Leschenko eine regelmäßige Duotätigkeit. Immer wieder widmet Heinrich Schiff auch Abende Bachs Solosuiten. Bei den Salzburger Osterfestspielen 2008 spielte er als Solist der Berliner Philharmoniker unter Sir Simon Rattle Dvoráks Cellokonzert. Im Juni 2008 war Heinrich Schiff mit dem Alban Berg Quartett auf deren Abschiedstournee in Schuberts Streichquintett C-Dur zu hören, im Juli 2008 mit dem New York Philharmonic und Alan Gilbert in Schostakowitschs 1. Violoncellokonzert. Im August 2008 gastierte er mit Frank Peter Zimmermann und Christian Zacharias bei den wichtigsten europäischen Sommerfestivals. Heinrich Schiff verfolgte schon während des Studiums umfassendere musikalische Interessen, so hospitierte er u. a. in der Dirigentenklasse Hans Swarovskys. Zu Beginn seiner Karriere stand das Cello fast ausschließlich im Mittelpunkt, doch gewann das Dirigieren ab 1985 in seinen Aktivitäten zunehmend an Bedeutung. Dabei standen ihm befreundete Dirigenten immer wieder beratend zu Seite. Seit mehr als 20 Jahren nehmen nun Cellospielen und Dirigieren einen gleichberechtigten Raum innerhalb seiner Konzerttätigkeit ein. Seit 1990 hatte Heinrich Schiff verschiedene Positionen als Chef- bzw. Erster Gastdirigent bei folgenden Orchestern inne: Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, Northern Sinfonia, Copenhagen Philharmonic, Musikkollegium Winterthur, Radio-Sinfonieorchester Stuttgart, Bruckner Orchester Linz und Wiener Kammerorchester mit letzterem ist nach einem überaus erfolgreichen Beethoven-Zyklus in der Saison 2008/09 wieder ein Zyklus mit Schuberts Symphonien im Wiener Konzerthaus geplant. Als Operndirigent leitete er u. a. Produktionen am Theater La Monnaie in Brüssel (Die Zauberflöte, Fidelio). Zudem dirigiert Heinrich Schiff immer wieder zahlreiche internationale Orchester wie Los Angeles Philharmonic, Philharmonia Orchestra, Orchestra of the Age of Enlightenment, Oslo Philharmonic, Rotterdam Philharmonic, Sächsische Staatskapelle Dresden, Münchner Philharmoniker, Mahler Chamber Orchestra, Camerata Salzburg und Wiener Symphoniker. Im Dezember 2007 absolvierte Heinrich Schiff als Dirigent mit dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg und Gidon Kremer als Solisten eine sehr erfolgreiche Tournee, und im Februar 2008 war er mit einem Beethoven-Lutoslawski-Mahler-Programm beim NDR Sinfonieorchester Hamburg zu Gast. In der kommenden Saison ist er erneut beim City of Birmingham Symphony Orchestra als Dirigent und Solist zu hören, ebenso beim Hallé Orchestra Manchester. In Frankreich setzt er seine regelmäßige Zusammenarbeit mit dem Orchestre National de Lyon fort, ebenso wie im Jänner 2009 mit dem Orchestre de Paris im Salle Pleyel. Neben seiner umfangreichen Diskographie als Cellist dokumentieren CD-Veröffentlichungen mit Orchestern wie der Northern Sinfonia, dem Philharmonia Orchestra und der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen seine Arbeit als Dirigent. Das Repertoire dieser Einspielungen reicht von Haydn und Beethoven bis zu Schreker, Krenek und Lutoslawski.
Heinrich Schiff spielt die bekannten Celli «La Mara» (Stradivarius 1711) und «The Sleeping Beauty» (Montagnana 1739).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.heinrichschiff.com/

 

19.11. Der tschechische Tenor Zdeněk ŠMUKAŘ wird 65

 

20.11. Maurizio BARBACINI wird 70

Er studierte an den Konservatorien von Verona, Mailand und Siena. An der Wiener Staatsoper dirigierte er 1995-2004 insgesamt vier Vorstellungen von »Tosca« und »Il Barbiere di Siviglia«. An der Bayerischen Staatsoper München debütierte er ebenfalls 1995 und leitete hier Vorstellungen von »Madame Butterfly«, »Don Pasquale« und »Un ballo in maschera«. 1996 debütierte er mit Verdis »La Traviata« an der New Yorker Metropolitan Opera, an der er bis 2006 in insgesamt 18 Vorstellungen auch Donizettis »L’Elisir d‘amore« dirigierte. Seither gastierte der Dirigent vor allem mit seinem italienischen Repertoire an bedeutenden internationalen Opernhäusern, etwa in Catania, Turin, Frankfurt, Paris (1991 »Manon Lescaut«, 2005 »La Bohème«), Brüssel, Hamburg, San Francisco (1998 »Tosca«, 2001 »L’Elisir d‘amore«, 2006 »Il Barbiere di Siviglia«), Stockholm und Kopenhagen sowie in der Arena di Verona und beim Rossini Festival in Pesaro. Maurizio Barbacini hat an zahlreichen CD-Einspielungen mitgewirkt, u. a. bei »La Gazzetta« (Rossini) sowie CDs mit Opernarien mit Cristina Gallardo-Domas, Denyce Graves und dem Münchener Rundfunkorchester. Maurizio Barbacini dirigierte 2008 »The Rape of Lucretia« an der Frankfurter Oper und »La Bohème« am New National Theatre in Tokio. In der Saison 2008/09 führten ihn Engagements u. a. mit »La Bohème« nach Basel, mit »The Turn of the Screw« und mit »Werther« nach Frankfurt, mit Puccinis »Turandot« nach Philadelphia und mit »Tosca« nach Gent und Antwerpen. 2009/10 dirigiert er die Neuproduktion »Don Pasquale« an der Komischen Oper Berlin. An der Stuttgarter Staatsoper leitete er Rossinis »Il Barbiere di Siviglia«. Sein Zwillingsbruder Paolo hatte eine große Karriere als Tenor.

 

20.11. Paolo BARBACINI wird 70

Paolo Barbacini.

 Er studierte in seiner Geburtsstadt Reggio Emilia Gesang und Violinspiel und erwarb in beiden Disziplinen das Abschlussdiplom. 1973 kam es zu seinem Bühnendebüt am Teatro Nuovo Mailand in der Titelrolle in Massenets »Werther«. Er spezialisierte sich in den folgenden Jahren auf das lyrische Stimmfach, vor allem auf Partien in Opern von Mozart und Rossini. 1979 debütierte er in der Titelrolle von »Il gran Tamerlano« von Myslivecek an der Mailänder Scala, an der dann oft auftrat: 1980 als Agenore in Mozarts »Il re pastore« und als Paolino in Cimarosas »Il matrimonio segreto«, 1981 als Fenton in Verdis »Falstaff« und als Basilio in »Le nozze di Figaro« sowie mit dem Tenorsolo in Rossinis Petite Messe Solennelle, 1982 als Ramiro in »La Cenerentola«, 1983 als Cavaliere Giocondo in Rossinis »La pietra del paragone«, 1983-84 als Graf Almaviva in Rossinis »Barbier von Sevilla«, 1989 als Tebaldo in Verdis »I Vespri Siciliani«, 1991 als Noburo in Henzes »Das verratene Meer« sowie mit dem Tenorsolo in Strawinskys »Les Noces« und in »Catulli Carmina« von C. Orff, 1992 als Sinowij in »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch, 1993, 1995, 1997 und 2001 als Bardolfo in Verdis »Falstaff«, 1994 als Prunier in Puccinis »La Rondine« und 1995 in den vier Dienerrollen in »Hoffmanns Erzählungen«; am 13.5.1989 wirkte er hier in der Uraufführung der Oper »Doktor Faustus« von Giacomo Manzoni in der Partie des Saul Fitelberg mit.  Er kam an den italienischen Operntheatern wie auch bei Auslandsgastspielen zu einer erfolgreichen Karriere und sang u.a. bei den Festspielen von Aix-en-Provence, Edinburgh (1982 den Cavaliere Giocondo bei einem Gastspiel der Mailänder Scala) und Martina Franca. In Rom und Turin erregte sein Alfredo in »La Traviata« Aufsehen, in Verona sein Edoardo in »Un giorno di regno« von Verdi. An der Grand Opéra Paris sang er 1982 den Fenton in Verdis »Falstaff«, an der Opéra de Wallonie Lüttich 1983 den Grafen Almaviva im »Barbier von Sevilla«, an der Pariser Opéra Bastille den Sinowij in »Lady Macbeth von Mzensk«. Seit den achtziger Jahren konzentrierte er sich zunehmend auf Charakterpartien. 1993-94 gastierte er an der Staatsoper von Wien (an der er bereits 1989 als Leicester in Donizettis »Maria Stuarda« debütierte) als Basilio in »Le nozze di Figaro«, bei den Festspielen in den römischen Thermen des Caracalla bereits 1985-86 als Pong in Puccinis »Turandot«, eine Partie, die er auch 1996 an der Oper von Rom und bei den Festspielen von Macerata übernahm. 1996 hörte man ihn am Teatro Carlo Felice Genua in den vier Dienerrollen in »Hoffmanns Erzählungen«. 1997 trat er an der Oper von Rom als Thibault in Verdis »Les Vêpres Siciliennes« auf, am Teatro Comunale Bologna als Pong. 2000 sang er am Teatro Regio Turin den Apotheker in »Die Teufel von Loudon« von Penderecki. Sein Zwillingsbruder Maurizio war ein erfolgreicher Dirigent.

Schallplatten: Nuova Era (»Le Serve Rivali« von T. Traetta, »Don Chisciotte« von Paisiello, »La pietra del paragone« von Rossini), Bongiovanni (»Le Serve Rivali« von T. Traetta, »La Gazzetta« von Rossini), CBS (Werke von Rossini und Cherubini), Fonit Cetra (»Il Turco in Italia«, »Der Barbier von Sevilla«), Capriccio (Trauerkantate auf den Tod J. Haydns von Cherubini), Sony (Bardolfo im »Falstaff« von Verdi), EMI (Gherardo in »Gianni Schicchi« von Puccini).

 

22.11. Kent NAGANO wird 65

Er gilt als einer der herausragenden Dirigenten sowohl für das Opern- als auch das Orchesterrepertoire. Seit September 2006 ist er Music Director des Orchestre symphonique de Montréal, sein Vertrag wurde kürzlich bis 2020 verlängert. Im Herbst 2013 wurde er zum Artistic Advisor und Principal Guest Conductor der Göteborger Symphoniker ernannt. Mit der Spielzeit 2015/16 begann Kent Nagano seine Amtszeit als Generalmusikdirektor und Chefdirigent der Hamburger Staatsoper. Ein Höhepunkt der Zusammenarbeit mit dem Orchestre symphonique de Montréal war die Einweihung des neuen Konzertsaals Maison symphonique im September 2011. Zusammen mit dem Orchester hat Kent Nagano die kompletten Zyklen der Symphonien von Beethoven und Mahler, Schönbergs Gurrelieder, konzertante Versionen von Wagners Tannhäuser, Tristan und Isolde und Das Rheingold, Honegger’s Jeanne d’Arc au Bûcher sowie Messiaens Saint François d’Assise aufgeführt. Außerdem standen Konzertreihen mit Werken von Dutilleux (2010/11) und Boulez (2011/12) auf dem Programm. Tourneen führten Nagano und das Orchester durch Kanada, nach Japan, Südkorea, Europa und Südamerika. Im Oktober 2014 traten sie ihre zweite Japan-Tournee an. Zu ihren Einspielungen bei Sony Classical/Analekta gehören Mahlers Orchesterlieder mit Christian Gerhaher (2013), Beethovens Klavierkonzerte Nr. 4 und 5 (2010) sowie eine Gesamtaufnahme aller Symphonien von Beethoven. Die Aufnahme mit Beethovens Symphonie Nr. 5 unter dem Titel Ideals of the French Revolution wurde mit dem Juno Award ausgezeichnet. Während seiner Zeit als Generalmusikdirektor an der Bayerischen Staatsoper in München 2006-13 hat Kent Nagano deutliche Akzente gesetzt. Unter seiner musikalischen Leitung wurden die Opern Babylon von Jörg Widmann, Das Gehege von Wolfgang Rihm und Alice in Wonderland von Unsuk Chin erfolgreich uraufgeführt. Darüber hinaus leitete er Neuproduktionen von Mussorgskys Boris Godunow und Chowanschtschina, Mozarts Idomeneo, Tschaikowskis Eugen Onegin, Strauss‘ Ariadne auf Naxos und Die schweigsame Frau, Poulencs Dialogues des Carmelites, Messiaens Saint François d’Assise, Bergs Wozzeck, George Benjamins Written on skin und Wagners Der Ring des Nibelungen. Tourneen mit dem Bayerischen Staatsorchester führten Nagano und das Orchester durch Europa und nach Japan. Neben Einspielungen der Symphonien Nr. 4 und 7 von Bruckner bei Sony hat Kent Nagano mit dem Bayerischen Staatsorchester verschiedene Opernaufführungen auf DVD veröffentlicht: Unsuk Chins Oper Alice in Wonderland (2008) und Mussorgskys Chowanschtschina (2009) bei unitel classica/medici arts, Dialogue des Carmélites bei Bel Air Classiques (2011) sowie Lohengrin (2010) bei Decca. Anlässlich der Wiederaufnahme von Widmanns Oper Babylon kehrte Kent Nagano im Januar 2014 an die Bayerische Staatsoper zurück. Als vielgefragter Gastdirigent arbeitet Kent Nagano weltweit mit den führenden internationalen Orchestern. Mit Sony Classical verbindet ihn eine langjährige Zusammenarbeit, aber auch bei Erato, Teldec, Pentatone, Deutsche Grammophon und Harmonia Mundi hat er CDs eingespielt. Für seine Aufnahmen  von Busonis Doktor Faust mit der Opéra National de Lyon, Prokofjews Peter und der Wolf mit dem Russian National Orchestra sowie Saariahos L’amour de loin mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin wurde er mit Grammys ausgezeichnet. Eine wichtige Station in Naganos Laufbahn war seine Zeit als künstlerischer Leiter und Chefdirigent beim Deutschen Symphonie-Orchester Berlin 2000-06. Sie führten u.a. Schönbergs Moses und Aron auf (in Zusammenarbeit mit der Los Angeles Opera) und gastierten bei den Salzburger Festspielen mit Zemlinskys Der König Kandaules und Schrekers Die Gezeichneten sowie beim Festspielhaus Baden-Baden mit Parsifal (2004) und Lohengrin (2006), inszeniert von Nikolaus Lehnhoff. Parsifal, Die Gezeichneten und Lohengrin sind auf DVD erschienen. Zu Naganos Aufnahmen mit dem Orchester gehören Bernsteins Mass, Bruckners 3. und 6. Symphonie, Beethovens Christus am Ölberge, Wolfs Mörike-Lieder, Mahlers 8. Symphonie, Schönbergs Jakobsleiter und Friede auf Erden sowie Johannes Brahms Symphonie Nr. 4 und Arnold Schönbergs Variationen für Orchester op. 31, erschienen bei Harmonia Mundi. Als Ausdruck der Verbundenheit ernannte das Orchester seinen scheidenden Chefdirigenten 2006 zum Ehrendirigenten, eine Auszeichnung die in der sechzigjährigen Geschichte des Orchesters erst zum zweiten Mal vergeben wurde. 2003 wurde Nagano zum ersten Music Director der Los Angeles Opera ernannt, nachdem er bereits zwei Jahre lang Principal Conductor der Oper gewesen war. Zu Produktionen an anderen Opernhäusern gehörten u.a. Schostakowitschs Die Nase an der Staatsoper Unter den Linden Berlin, Rimsky-Korsakoffs Der Goldene Hahn im Châtelet in Paris, Hindemiths Cardillac an der Opéra National de Paris, Poulencs Dialogues des Carmélites an der Opéra National de Paris sowie bei den Salzburger Festspielen Hoffmanns Erzählungen, Zemlinskys Der König Kandaules, Schrekers Die Gezeichneten und die Uraufführung von Saariahos L’amour de loin. Zu den weiteren Uraufführungen, die er dirigiert hat, zählen Bernsteins A White House Cantata sowie die Opern Three Sisters von Peter Eötvös und The Death of Klinghoffer und El Niño von John Adams. Als gebürtiger Kalifornier hält Kent Nagano engen Kontakt zu seiner Heimat. 1978-2009 war er Music Director beim Berkeley Symphony Orchestra und ist dort weiterhin als Conductor Laureate tätig. Seine ersten großen Erfolge feierte er 1984 beim Boston Symphony Orchestra, als Messiaen ihn für die Uraufführung seiner Oper Saint François d’Assise zum Assistenten des Dirigenten Seiji Ozawas ernannte. Sein Erfolg in den USA führte zu Berufungen in Europa: 1988-98 war er Music Director der Opéra National de Lyon und 1991-2000 Music Director des Hallé Orchestra. Seine Uraufführung von Kaija Saariahos Oper L’amour de Loin bei den Salzburger Festspielen 2000 war ein weiterer großer Erfolg. 

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.kentnagano.com/

 

22.11. Jérôme PRUETT wird 75

Jérôme PRUETT

 Er studierte Gesang und Musikwissenschaft bei Thorwald Olsen in St. Louis, an der Colorado University bei Berton Coffin und am Oglebay Institute of West-Virginia bei Boris Goldovsky. Er nahm dann eine Professur für Gesangwissenschaft an der Iowa State University an, entschloss sich jedoch zur Sängerkarriere. 1974 debütierte er in der New Yorker Carnegie Hall in einer konzertanten Aufführung von Donizettis »Parisina d’Este« als Ugo. (Von dieser Aufführung wurde ein Mitschnitt auf der Plattenmarke MRF publiziert), wobei die große Primadonna Montserrat Caballé seine Partnerin war. Seither hatte er seine Erfolge an den führenden nordamerikanischen Opernhäusern, namentlich an der City Opera New York. In Europa sang er oft an der Wiener Volksoper (u.a. den Fenton in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor«, den Ernesto im »Don Pasquale«, den Fracasso in Mozarts »Das schlaue Mädchen« und den Wilhelm Meister in »Mignon« von A. Thomas). Er wirkte hier auch am 26.4.1975 in der Uraufführung der Oper »Der eingebildete Kranke« von Franz Alfons Wolpert (als Cleantes) mit. Bei den Festspielen von Glyndebourne sang er 1977 und 1979 den Henry Morosus in der Richard-Strauss-Oper »Die schweigsame Frau«  und 1985 den Matteo in »Arabella« von R. Strauss. 1982 hörte man ihn am Stadttheater von Bern in der Titelrolle der Oper »Orfeo ed Euridice« von J. Haydn. Am Grand Théâtre Genf gastierte er 1982 als Tristan in Fr. Martins »Le Vin herbé« und 1983 als Pelléas in »Pelléas et Mélisande«. 1983 großer Erfolg am Théâtre de la Monnaie Brüssel als Julien in »Louise« von Charpentier und als Boris in »Katja Kabanowa« von Janácek. 1984 sang er am Opernhaus von Nancy in »Boulevard Solitude« von H.W. Henze, 1985 an der Opéra-Comique Paris des Paris in Offenbachs »La Belle Hélène«, 1987 an der Opera North Leeds den Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«, 1988 in Amsterdam den Boris in »Katja Kabanowa« und an der Grand Opéra Paris den Faust von Gounod, 1989 in Lausanne in »La finta giardiniera« von Mozart, 1990 am Teatro Liceu Barcelona den Ferrando in »Così fan tutte«, 1994 an der Oper von Frankfurt a.M. den Don Ottavio im »Don Giovanni«, 1996 an der Opera North Leeds den Faust von Gounod und den Alfredo in »La Traviata«. Weitere Höhepunkte in seinem Bühnenrepertoire waren: der Tamino in der »Zauberflöte«, der Fenton in Verdis »Falstaff« und der Tonio in »La Fille du Régiment« von Donizetti. Bedeutende Karriere auch auf den Gebieten des Konzert- und Oratoriengesanges.

Weitere Schallplatten: Erato-RCA (vollständige Aufnahme »Louise« von Charpentier), Cascavelle (»Boulevard Solitude« von H.W. Henze), BJR (»Parisina d’Este« von Donizetti).

 

22.11. Hans ZENDER wird 80

Er begann sein Musikstudium 1956 zunächst an der Frankfurter Musikhochschule bei August Leopolder (Klavier) und bei Kurt Hessenberg (Komposition). 1957 wechselte er an die Musikhochschule in Freiburg und studierte dort bei Edith Picht-Axenfeld (Klavier), Carl Ueter (Dirigieren) und Wolfgang Fortner (Komposition). 1959-63 wirkte er als Kapellmeister an den Städtischen Bühnen in Freiburg im Breisgau, danach als Chefdirigent der Oper der Stadt Bonn. 1969 wurde er nach Kiel berufen, wo er bis 1972 als Generalmusikdirektor tätig war. Bereits 1971 begann er seine Tätigkeit als Chefdirigent des Rundfunk-Sinfonieorchesters Saarbrücken, das er, so eine Kritik, zu einem „Präzisionsinstrument der modernen Musik“ formte. 1984 wurde er GMD der Hamburgischen Staatsoper und des dortigen Staatsorchesters. 1987 wechselte er in die Position des Chefdirigenten des Kammerorchesters von Radio Hilversum sowie des Principal Guest Conductor der Opéra Nationale in Brüssel, Aufgaben, die er bis 1990 erfüllte. Seit 1985 ist Hans Zender Mitglied der Freien Akademie der Künste Hamburg. 1988-2000 lehrte Zender als Professor Komposition an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main. Er ist Mitglied der Akademien der Künste in Hamburg (1985) und Berlin (1989) sowie der Bayerischen Akademie der Schönen Künste (1995). Im Jahre 1964 erhielt er ein Stipendium der Villa Massimo Rom und 1967 wurde er mit dem Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für Musik ausgezeichnet. Seit 1999 ist er ständiger Gastdirigent des SWR-Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg. 2011 war Zender auf Einladung von Walter Fink der 21. Komponist, der im jährlichen Komponistenportrait des Rheingau Musik Festival vorgestellt wurde.

 

22.11. Ilse WALLENSTEIN wird 95

 Sie erhielt ihre Ausbildung zur Sängerin durch Claire Autenrieth, an der Opernschule der Staatsoper Hamburg und durch die Pädagoginnen Elsa Jacqué und Irene de Noiret in Hamburg. Sie debütierte 1946 am Hamburger Volkstheater als Lisa in der Lehár-Operette »Das Land des Lächelns« und war dann in der Spielzeit 1947-48 am Flora-Theater Hamburg als Operettensängerin engagiert. 1948-49 trat sie am Stadttheater von Bremerhaven, 1951-53 an der Staatsoper Hamburg und 1953-57 am Stadttheater (Opernhaus) von Zürich auf. In der Spielzeit 1958-59 war sie Mitglied des Stadttheaters von Lübeck; 1958-61 lebte sie in München und gab noch Gastspiele und Konzerte. Aus ihrem Repertoire für die Bühne sind Partien wie die Susanna in »Figaros Hochzeit«, die Königin der Nacht in der »Zauberflöte«, die Gilda im »Rigoletto«, die Traviata, die Sophie im »Rosenkavalier« und die Zdenka in »Arabella« von R. Strauss, die Titelrolle in »Lulu« von A. Berg, die Nedda im »Bajazzo« und die Titelrolle in Janáceks »Das schlaue Füchslein« zu nenne, hinzu kamen mehrere Operetten-Partien.

Schallplatten: Cetra Opera Live (Servilia in vollständiger Aufnahme »La clemenza di Tito« von Mozart, Westdeutscher Rundfunk Köln 1955).

 

23.11. Roswitha TREXLER wird 80

 Die Sängerin ist vor allem als Interpretin moderner, zeitgenössischer und avantgardistischer Vokalmusik international bekannt geworden ist. Im Film Turlis Abenteuer sang sie einen Titel und synchronisierte die Prinzessin. 1975 erhielt sie den Kunstpreis der DDR und 1984 den Orden Stern der Völkerfreundschaft in Silber.

 

23.11. William LEWIS wird 85

 Er war zuerst als Sportler und als Schriftsteller tätig. Er ließ dann jedoch seine Stimme durch Karl Kritz und durch Arthur Faguy-Coté in Fort Worth, anschließend durch Max Klein, Susan Seton, Hulda und Luigi Rossini in New York ausbilden. 1953 debütierte er an der Oper von Fort Worth als Rinuccio in »Gianni Schicchi« von Puccini. 1955 gewann er den Gesangwettbewerb der Metropolitan Oper New York. Damit leitete er eine große Kariere an den führenden Operntheatern in den USA ein; er sang in Cincinnati, Dallas, Santa Fé, Pittsburgh, San Antonio, Tulsa, an der Hawaii Opera und seit 1957 an der City Opera New York, an der er als erste Partie den Alfred in der »Fledermaus« vortrug. Seit 1958 Mitglied der New Yorker Metropolitan Oper (Antrittsrolle: Narraboth in »Salome« von R. Strauss), an der er bis 1992 in insgesamt 234 Vorstellungen außerdem noch als Rodolfo in »La Bohème« von Puccini, als Andres und später als Tambourmajor im »Wozzeck« von A. Berg, als Aegisth in »Elektra« von R. Strauss, als Cassio im »Otello« von Verdi, als Roméo in »Roméo et Juliette« von Gounod, als Hermann in »Pique Dame« von Tschaikowsky, als Macduff in Verdis »Macbeth«, als Don José in »Carmen«, als Pinkerton in »Madama Butterfly«, als Helenus und später als Énée in »Les Troyens« von H. Berlioz, als Melot in »Tristan und Isolde«, als Gabriele Adorno in »Simon Boccanegra«, als Arrigo in Verdis »I Vespri Sciciliani«, als Stewa in Janáceks »Jenufa«, als Turiddu in »Cavalleria rusticana«, als Dimitrij im »Boris Godunow«, als Cavaradossi in »Tosca«, als Alfredo in »La Traviata«, als Alwa in A. Bergs »Lulu«, als Erik und als Steuermann (an einem Abend) in »Der fliegende Holländer«, in den Titelrollen von Strawinskys »Oedipus Rex« und Mozarts »Idomeneo«, als Chevalier de la Force in »Dialogues de Carmélites« von F. Poulenc, als Jimmy Mahoney in »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« von K. Weill, als Malatestino in Zandonais »Francesca da Rimini«, in der Titelrolle von »Hoffmanns Erzählungen« von Offenbach, als Golizyn in »Chowanschtschina« von Mussorgski, als Arbace in Mozarts »Idomeneo«, als Red Whiskers in B. Brittens »Billy Budd« und als Walther von der Vogelweide im »Tannhäuser« zu sehen war. Beim Spoleto Festival 1959 wirkte er in der Uraufführung der Oper »Hand of Bridge« von Samuel Barber mit. An der Oper von San Francisco debütierte er 1975 als Steuermann und als Erik (an einem Abend) in »Der fliegende Holländer« und sang bis 1990 auch den Albert Gregor in »Die Sache Makropoulos« von Janácek, den Boris in »Katja Kabanowa«, den Matteo in »Arabella« von R. Strauss, den Stewa, den Sergej wie auch den Sinowij in »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch, den Rodrigue in Massenets »Le Cid«, den Grafen von Kent in der amerikanischen Erstaufführung von A. Reimanns »Lear«, den Loge im »Rheingold«, den Golizyn, den des Grieux in Puccinis »Manon Lescaut«, den Arbace und den Eumete in Monteverdis »Il Ritorno d’Ulisse in Patria«. Am 6.11.1976 wirkte er hier in der Uraufführung der Oper »Angle of Repose« von Andrew Imbrie in der Partie des Frank Sargent mit. An der Mailänder Scala debütierte er 1977 als Aron in Schönbergs »Moses und Aron« und sang hier auch 1980 (konzertant) die Titelpartie in Strawinskys »Oedipus Rex«. An der Mailänder Scala sang er auch am 27.1.1987 in der Uraufführung der Oper »Riccardo III« von Flavio Testi den Gloucester und am 20.5.1990 in der Uraufführung der Oper »Blimunda«  von Azio Corghi den Baltasar Mateus. 1978 gastierte er an der Staatsoper von Wien als Don José. Bei den Salzburger Festspielen gastierte er 1981 als Hoffmann, 1981-84 als 1. Geharnischter in der »Zauberflöte«, 1983-84 als Arbace. 1989 sang er beim Spoleto Festival den Herodes in »Salome« von R. Strauss. 1997 gastierte er am Opernhaus von Toulouse als Kurfürst im »Prinzen von Homburg« von H.W. Henze. 2000 trat er in der Avery Fisher Hall New York in einer konzertanten Aufführung der Richard Strauss-Oper »Die Liebe der Danae« als Pollux auf. Sein Repertoire für die Bühne war sehr umfangreich und enthielt sowohl Partien aus dem lyrischen wie dem heldischen Stimmfach, von denen noch der Pollione in »Norma«, der Kaiser in der »Frau ohne Schatten« von R. Strauss, der Radames in »Aida«, der Manrico im »Troubadour«, der Riccardo in Verdis »Un ballo in maschera« und der Canio im »Bajazzo« genannt seien. Er widmete sich auch Werken der zeitgenössischen Vokalmusik und war ein angesehener Konzert- und Oratoriensolist, wirkte als Opernregisseur, Pädagoge und komponierte selbst.

Schallplatten: RCA, Vanguard, BJR-Records (Adolar in vollständiger Oper »Euryanthe« von Weber), GGR (»Guntram« von R. Strauss), New World Records (»Mother of us All« von V. Thomson), Bella Voce (Don José in »Carmen« mit Régine Crespin, Metropolitan Oper New York, 1978).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.williamlewistenor.com/

 

23.11. Lotte SCHÄDLE wird 90

Lotte SCHÄDLE

 Ihre Stimme wurde bei mehreren Gesangwettbewerben entdeckt, worauf sie an der Münchner Musikhochschule bei Maria Pringsheim studierte. 1955 debütierte sie als Elevin an der Staatsoper von München. 1957 wurde sie an das Opernhaus von Nürnberg verpflichtet, dem sie bis 1962 angehörte, und wo sie 1962 an der Uraufführung der Oper »Der Glücksfischer« von Mark Lothar teilnahm. 1962 wurde sie erneut Mitglied der Staatsoper München, an der sie jetzt bis 1980 eine bedeutende Karriere hatte. Sie hatte ihre Erfolge vor allen Dingen in Partien aus dem Fachgebiet der Soubrette. Als ihre Glanzrolle galt allgemein das Blondchen in der »Entführung aus dem Serail«. 1958 und 1967 sang sie bei den Bayreuther Festspielen eines der Blumenmädchen im »Parsifal«, 1965 bei den Salzburger Festspielen die Najade in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss. Bei den Edinburgher Festspielen von 1958 war es wieder die Partie des Blondchens, in der sie bewundert wurde (bei einem Gastspiel der Stuttgarter Staatsoper). Sie gastierte an der Wiener Staatsoper (1969 als Susanna in »Le nozze di Figaro«) und an großen Bühnen des deutschen Sprachraums. Beliebte Operettensängerin. Im Konzertsaal hatte sie namentlich als Bach-Interpretin ihre Erfolge.

Schallplatten: DGG (Blondchen in der »Entführung aus dem Serail«, Bach-Kantaten), Electrola (»Der Waffenschmied« von Lortzing), Eurodisc (»Der Zigeunerbaron«, Querschnitt »Der Freischütz«), Ariola (Querschnitt »Schwarzwaldmädel« von L. Jessel), Calig-Verlag (»Die Abreise« von E. d‘ Albert). Spätere Liedaufnahmen bei Intercord.

 

23.11. Simeon TZAR wird 95

 Er war Schüler des Konservatoriums von Sarajewo. 1942 wurde er an das Slowenische Nationaltheater von Ljubljana (Laibach) engagiert, an dem er eine lange, erfolgreiche Karriere hatte. Er gastierte mit dem Ensemble dieses Hauses 1956 beim Holland Festival wie an der Grand Opéra Paris mit »L’Amour des trois Oranges« von Prokofieff. Philips nahm diese Oper anschließend in der gleichen Besetzung auf Schallplatten auf. Auch an den Opernhäusern von Sarajewo und Zagreb aufgetreten, dazu erfolgreicher Konzertsänger.

 

24.11. Wolfgang MÜLLER-LORENZ wird 70

Wolfgang Müller Lorenz

 Zuerst studierte er Maschinenbau, dann Gesang und Darstellung in seiner Heimatstadt Köln und begann seine Karriere als lyrischer Bariton 1972 am Stadttheater von Mainz. In den folgenden acht Jahren sang er Baritonrollen wie den Papageno in der »Zauberflöte«, den Sharpless in »Madame Butterfly«, den Figaro im »Barbier von Sevilla« und den Titelhelden in »Der Jakobiner« von Dvorák nacheinander am Theater am Gärtnerplatz München, an den Opernhäusern von Nürnberg, Karlsruhe, Frankfurt a.M. und Mannheim. 1980 ging er an das Opernhaus von Graz und vollzog auf Anraten des berühmten Tenors Hans Hopf den Übergang ins Stimmfach des Heldentenors. In Graz hörte man ihn dann u.a. 1980 als Bohus in der Österreichischen Erstaufführung von Dvoráks »Der Jakobiner« und in der Titelrolle in der Österreichischen Erstaufführung von Wolfgang Rihms »Jakob Lenz«, 1981 als Melot in »Tristan und Isolde« und als Tierbändiger in der Österreichischen Erstaufführung der von Friedrich Cerha vervollständigten dreiaktigen Version von A. Bergs »Lulu« sowie am 1.11.1981 als jungen Wölfli in der Uraufführung der Oper »Wölfli-Szenen« von Gösta Neuwirth/Wolfgang Rihm/Georg Haas/Anton Prestele, am 14.11.1982 als Regenten in der Uraufführung der Oper »Die Propheten« von Michael Rot, 1983 als Jimmy in »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« von K. Weill, als Assad in Goldmarks »Die Königin von Saba«, als Dimitrij in »Boris Godunow«, als Barinkay im »Zigeunerbaron« von J. Strauß, 1987-89 als Loge, Siegmund und Siegfried im Ring-Zyklus, eine Leistung die allgemeine Beachtung fand, als Lohengrin, als Cavaradossi in »Tosca«, als Kalaf in Puccinis »Turandot« und als Titelhelden in Verdis »Otello«. Bereits zuvor hatte er in Marseille mit dem Parsifal, in Wiesbaden mit dem Siegmund seine ersten großen Wagnerpartien gesungen. An der Wiener Staatsoper war er 1983-85 als Marquis in »Lulu« von A. Berg, als Hermann in »Pique Dame« von Tschaikowsky und als Erik in »Der fliegende Holländer« zu Gast. 1989 nahm er an einem Gastspiel der Deutschen Oper Berlin in Washington teil. Ebenfalls 1989 gastierte er am Opernhaus von Zürich als Fra Diavolo in der gleichnamigen Oper von Auber. Bei den Festspielen von Salzburg trat er 1989 in einer konzertanten Aufführung von A. Schönbergs »Die Jakobsleiter« auf; 1991 sang er am Landestheater Salzburg den Bacchus in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss. 1994 gastierte er an der Pariser Bastille Oper als Desportes in B.A.    Zimmermanns »Die Soldaten«. 1995 hörte man ihn in Graz als Tannhäuser und als Radames in »Aida«, an der Oper von Nantes als Siegfried in der »Götterdämmerung«, 1996 an der Königlichen Oper Stockholm als Parsifal, in Graz als Tambourmajor im »Wozzeck« von A. Berg. 1997 trat er am Opernhaus von Graz als Tristan auf und beendete damit seine Tätigkeit an diesem Haus. Er gastierte seitdem, u.a. 1998 an der Münchner Staatsoper als Siegfried in der »Götterdämmerung«. 2000 sprang er an der Münchner Staatsoper als Tannhäuser ein. Am Tiroler Landestheater war er in der Spielzeit 2012/13 als Staller in Gerd Kührs Oper »Stallerhof« zu erleben. Auch auf dem Gebiet der Operette kam er zu einer erfolgreichen Karriere. Nicht zu vergessen sind seine Konzertauftritte, bei denen er auch gern Werke zeitgenössischer Komponisten zum Vortrag brachte.

 

25.11. Gilles CACHEMAILLE wird 65

Gilles_Cachemaille

 Er wurde zunächst Volksschullehrer, wandte sich dann dem Gesangstudium zu; er war am Konservatorium von Lausanne Schüler von Juliette Bise. 1982 gewann er mehrere Gesangwettbewerbe in Paris, darunter den Prix Mozart, 1985 einen weiteren Concours in Monte Carlo. Bereits 1978 begann er seine Tätigkeit im Konzertsaal, jedoch erst 1982 eine eigentliche Sängerkarriere, die ihm in den Musikzentren in der Schweiz, bald aber auch auf internationaler Ebene, große Erfolge eintrug. Dabei sang er im Konzertsaal ein umfassendes Repertoire, das Solo-Aufgaben in den Passionswerken von J.S. Bach, in Beethovens 9. Sinfonie, in »Les Béatitudes« von César Franck, in »L’Enfance du Christ« von Berlioz, in der »Schöpfung« und den »Jahreszeiten« von Haydn und in Werken von Monteverdi und Frank Martin enthielt. Dazu zeichnete er sich als hoch begabter Liedersänger aus (Lieder von Duparc, Poulenc, Ravel, Schubert und Richard Strauss). Fast noch bedeutender wurde seine Tätigkeit als Opernsänger. Am Grand Théâtre Genf debütierte er bereits 1980 als einer der brabantischen Edlen im »Lohengrin«; hier gastierte er auch 1981 als Svegliato wie als Notar im »Barbier von Sevilla« von Paisiello, 1983 als D’Estillac in Lehárs »Die lustige Witwe«, 1984 als Apollon in Glucks »Alceste«, 1998 als Sulpice in Donizettis »La fille du régiment«, 1999 als Leporello im »Don Giovanni« und als Albert im »Werther« von Massenet, 2006 als Don Alfonso in »Così fan tutte« und 2008 als Crespel in »Hoffmanns Erzählungen«; am 8.4.1987 wirkte er hier auch in der Uraufführung der Oper »La Forêt« von Rolf Liebermann in der Partie des Thomas mit. Zwei Jahre lang war er an der Oper von Lyon engagiert (1982-84). Von seinem Wohnsitz Lausanne aus entfaltete er nach einem ersten Erfolg bei den Festspielen von Aix-en-Provence 1982 in »Les Boréades« von Rameau eine Gastspielkarriere auf internationaler Ebene. In Lausanne hörte man ihn als Guglielmo in »Così fan tutte«, als Simone in »La finta semplice« von Mozart, als Titelheld in »Le nozze di Figaro«, als Papageno in der »Zauberflöte«, als Musiklehrer in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss und als Belcore in Donizettis »L’Elisir d’amore« (1988). Bei den Salzburger Festspielen sang er 1985-86 den Moralès in »Carmen« sowie 1985 den Frère Léon in einer konzertanten Aufführung der Oper »Saint Francois d’Assise« von O. Messiaen mit; Er sang 1985 auch bei den Osterfestspielen von Salzburg den Moralès. Bei den Festspielen in der Grange de Mézières hinterließ er 1988 einen nachhaltigen Eindruck als Orpheus in »Orpheus und Eurydike« von Gluck. Er gastierte an der Hamburger Staatsoper (1987 als Leporello) und am Opernhaus von Frankfurt a.M., in Lyon, Nancy, Montpellier und Rennes, bei den Festspielen von Aix-en-Provence (Titelheld in »Le nozze di Figaro«, eine seiner Glanzrollen), an der Wiener Volksoper wie auch an der Wiener Staatsoper (1991-92 als Leporello und als Figaro in »Le nozze di Figaro«) und am Theater von Bern. 1991 Gastspiel am Opernhaus von Houston/Texas als Leporello, 1992 in Amsterdam als Don Alfonso, 1993 an der Oper von Bordeaux als Figaro in »Le nozze di Figaro«. Beim Glyndebourne Festival trat er 1994-95 in  »Don Giovanni«, jetzt aber in der Titelrolle, auf. Bei den Festspielen von Bregenz wirkte er 1996 als Merlin in »Le Roi Arthus« von E. Chausson mit. 1998 sang er beim Festival von Aix-en-Provence den Leporello. 1999 gastierte er an der Niederländischen Oper Amsterdam als Albert im »Werther«, am Théâtre des Champs-Élysées Paris als Ottokar im »Freischütz«, 2000 an der Canadian Opera Toronto als Leporello, am Teatro Liceu Barcelona als Figaro in »Le nozze di Figaro«. 2001 sang er an der Oper von Lyon den Don Alfonso. Von seinen weiteren Bühnenpartien sind zu nennen: der Oreste in »Iphigénie en Tauride« von Gluck, der Lescaut in »Manon« von Massenet, der Titelheld in »L’Orfeo« von Monteverdi und der Ottone in dessen »L’Incoronazione di Poppea«, der Gouverneur in »Le Comte Ory« von Rossini und der Eugen Onegin in der gleichnamigen Oper von Tschaikowsky.

Von der Stimme des Künstlers sind zahlreiche Schallplattenaufnahmen vorhanden: auf Erato (»L’Enfance du Christ« von Berlioz, »Le Roi Arthus« von Chausson, »Iphigénie en Aulide« von Gluck, Clavaroche in »Fortunio« von Messager, »Les Boréades« von Rameau, »Béatrice et Bénédict« und »Mélodies« von Berlioz, »La Rencontre imprévue« von Gluck, Nevers in Meyerbeers »Hugenotten«, kleine Partie im »Parsifal«; Arienplatte), auf Decca (Dominik in »Arabella« von R. Strauss, Golaud in »Pelléas et Mélisande«, Guglielmo in »Così fan tutte«, »Le Domino noir« von Auber, Mephisto in »La Damnation de Faust« von Berlioz), Oiseau-Lyre (Leporello im »Don Giovanni«, »La clemenza di Tito«), Hänssler-Verlag (»Les Béatitudes« von C. Franck, Ein deutsches Requiem von J. Brahms), Christophorus-Verlag (»Abraham« von Carl Amand Mangold), Cascavelle (»Die erste Walpurgisnacht« von Mendelssohn), Philips (Wagner im »Faust« von Gounod, »Le Comte Ory« von Rossini, »Roméo et Juliette« von Berlioz), Orfeo (Szenen aus »Saint François d’Assise« von O. Messiaen), Virgin (Leporello im »Don Giovanni«); Warner-Video (Titelheld im »Don Giovanni«, Glyndebourne 1995).

 

25.11. Heinz Maria LINS wird 100

Heinz Maria LINS

Er wurde in eine musikalische Familie hineingeboren. Schon sehr früh erhielt er Klavier-, Geigen- und Klarinettenunterricht. Bereits im Alter von vier Jahren stand er erstmals auf eine Laienbühne. Nach dem Abitur studierte er Medizin. Sein Studium musste er wegen des Kriegsausbruchs abbrechen und wurde für den Sanitätsdienst abkommandiert. Nach 1945 ließ er seine Stimme ausbilden. Um sein Gesangsstudium finanzieren zu können, sang Lins in amerikanischen Nachtclubs. Der Künstler strebte im Bereich der klassischen Musik eine Karriere an. Doch seine Freunde, der Schlager- und Filmkomponist Werner Bochmann und der Schauspieler Heinz Rühmann, überredeten ihn für die „leichte Musik“. Folgend sang Lins Schlager und Volkslieder genauso wie Opernarien oder Schubertlieder. Immer mehr arbeitete er für den Rundfunk und hatte darum nur noch selten Auftritte auf deutschen Musikbühnen. Ab Ende der 1960er Jahre wurde es um den Künstler still. Der Sänger war in vielen Fernseh- und Spielfilmen zu hören, jedoch nicht zu sehen. Er lieh beispielsweise Dieter Borsche in den Film Fanfaren der Liebe, Gerhard Riedmann in Der Bettelstudent sowie Hans Clarin in dem am 29. Dezember 1959 in der ARD ausgestrahlten Fernsehfilm Don Giovanni seine Gesangsstimme. Zahlreiche Schallplattenaufnahmen u.a. bei Decca, Ariola und Telefunken zeugen von seiner musikalischen Vielfältigkeit. Er sang an der Seite von Sari Barabas, Erika Köth, Herta Talmar, Renate Holm, Marianne Schech, Josef Traxel, Walter Berry, Ferry Gruber etc. Besonderen Erfolg hatte er seinerzeit mit den typischen 1950er Schlagern „In einer kleinen Konditorei“ und „Ich hab‘ mein Herz in Heidelberg verloren“, welche er jedoch in der für die 1950er Jahre typischen Manier vortrug.

 

26.11. Susanne MARSEE wird 75

Susanne MARSEE

 Sie wurde Volksschullehrerin, doch fiel ihre schöne Stimme auf und wurde durch Nadine Conner in Los Angeles und durch Richard Fredericks in New York ausgebildet. 1970 fand ihr Bühnendebüt an der City Centre Opera New York in der Partie der Sara in »Roberto Devereux« von Donizetti statt. Seither Mitglied dieses Opernhauses, wo sie auch 1979 in der Uraufführung der Oper »Miss Havisham’s Fire«, 1985 in der der Oper »Casanova’s Homecoming«, beide von Dominick Argento, auftrat. Sie gab Gastspiele an den Opern von Cincinnati, Houston/Texas, Philadelphia, San Diego und an der Oper von Mexico City. Sie beherrschte mit Bravour die technisch schwierigen Koloraturpartien für Mezzosopran in den Belcanto-Opern von Rossini, Bellini und Donizetti, daneben jedoch ein umfangreiches Rollenrepertoire aus allen Bereichen der Opernliteratur. Auch als Konzertsängerin kam sie zu einer erfolgreichen Karriere. Verheiratet mit dem Sänger Brett Hamilton.

Schallplatten: HMV (Nicklausse in »Hoffmanns Erzählungen« von Offenbach), ABC-Dunhill, Robin Hood Records (»Rigoletto«, New York, 1973), Gala (Sara in »Roberto Devereux« von Donizetti), OPR (Requiem für Bellini von Donizetti); VAI-Video (»Roberto Devereux« von Donizetti).

 

26.11. Eduardo CITTANTI wird 90

Eduardo CITTANTI

 Er erhielt seine Ausbildung in Argentinien durch die Pädagogen Isabel Marengo, O. Albanese und Raggi Valentini, schließlich bei dem berühmten Mariano Stabile. 1949 bekam er ein Stipendium der Comision Nacional de Cultura Argentina und debütierte 1950 am Teatro Marconi Buenos Aires als Amonasro in »Aida«. Die Karriere des Künstlers nahm eine schnelle Entfaltung. Für viele Jahre war er einer der großen Stars des Teatro Colón Buenos Aires. Eine ausgedehnte Gastspieltätigkeit führte ihn an die großen Operntheater in Europa wie in Südamerika. So gastierte er in Deutschland an den Opernhäusern von Köln, Frankfurt a.M., München, Stuttgart, Nürnberg, Leipzig und an der Deutschen Oper Berlin, in Frankreich in Paris, Toulouse, Nizza, Bordeaux und Marseille, in Italien an der Mailänder Scala, in Rom, Venedig, Turin, Genua, Neapel, Palermo und beim Maggio Musicale von Florenz. Weiteres Auftreten bei der Niederländischen Oper Amsterdam, in Lissabon, Barcelona, Rio de Janeiro, Tel Aviv und am Smetana Theater Prag. Schwerpunkte bildeten in seinem weitläufigen Repertoire die Basspartien der klassischen italienischen Oper (Verdi, Rossini, Donizetti, Bellini, Puccini), dazu Aufgaben in Opern von Wagner, Bizet, Flotow und in Werken argentinischer Komponisten (»El Matrero« von Boero). Angesehener Konzertsänger; später Lehrtätigkeit am Liceo Rossini in Pesaro (Italien).

Argentinische Aufnahmen, private Mitschnitte von Opernaufführungen.

 

27.11. Michèle COMMAND wird 70

Michèle COMMAND als Mireille

 Die Künstlerin erhielt ihre Ausbildung zuerst am Konservatorium von Grenoble, dann am Conservatoire National de Paris. Beim Verlassen des Conservatoire wurde ihr einstimmig der erste Preis im Operngesang zuerkannt. Sie debütierte 1967 an der Oper von Lyon als Musetta in »La Bohème« 1968 trat sie am Opernhaus von Toulouse als Fiordiligi in »Così fan tutte« auf, doch entwickelte sich ihre Karriere relativ langsam. Sie kam dann seit 1979 an den beiden großen Pariser Opernhäusern, der Grand Opéra und der Opéra-Comique, zu bedeutenden Erfolgen (1979 als Portia in »Le Marchand de Venise« von Reynaldo Hahn, 1981 als Micaela in »Carmen« und 1984 in der Titelrolle von Debussys »La Damoiselle élue«), die sich bei Gastspielen in der französischen Provinz wie in den europäischen Musikzentren wiederholten. Zu ihren Lieblingspartien gehörten die Musetta (später auch die Mimi) in Puccinis »La Bohème«, die Barbarina in »Le nozze di Figaro« von Mozart, die Donna Elvira im »Don Giovanni«, die Titelfigur in Gounods »Mireille« und die Mélisande in »Pelléas et Mélisande« von Debussy. 1981 große Erfolge als Mireille an den Opernhäusern von Gent und Lüttich, 1983 an der Oper von Monte Carlo. 1990 hörte man sie beim Massenet Festival in St. Étienne in der Titelpartie von Massenets »La Vierge«, 1990 sang sie am Théâtre Impérial in Compiegne die Cathérine d’Aragon in »Henri VIII.« von Saint-Saëns, 1992 am gleichen Theater die Titelgestalt in »Sapho« von Gounod, 1996 die Titelrolle in »Médée« von Cherubini. Am Opernhaus von Nantes hörte man sie 1992 als Giulia in »La Vestale« von Spontini. 1993-94 trat sie in St. Étienne als Adriana Lecouvreur von Cilea und als Chimène in »Le Cid« von Massenet auf. Auch im Konzertsaal kam sie in einem vielseitigen Repertoire zu einer sehr erfolgreichen Karriere.

Die schöne Stimme der Sängerin ist in mehreren integralen Opernaufnahmen auf der Schallplatte zu hören: auf Erato-Eurodisc in »Pelléas et Mélisande«, in »Ariane et Barbe-bleue« von Dukas sowie in »Pénélope« von Gabriel Fauré, auf Decca in »Don Quichotte« von Massenet, auf HMV als Vénus in »Orphée aux enfers« von Offenbach, als Siebel in »Faust« von Gounod und als Clémence in der Oper »Mireille« von Gounod. Auf HMV erschienen interessante Aufnahmen der »Imaginées« von Georges Auric und der »Chants d’amour et de mort« von Messiaen. Weitere Aufnahmen auf DGG (»Jeanne d’Arc au bûcher« von A. Honegger), Koch Records (»La Vierge« von Massenet, Titelrolle in »Sapho« von Gounod), Erol (»Marie Magdeleine« und »Eve« von Massenet) und Chant du monde (»Henri VIII.«); Titelrolle in »Médée« von Cherubini (Video-Aufnahme aus dem Théâtre Impérial Compiègne 1996).

 

28.11. Jennie VEENINGA wird 80

Jennie-Veeninga_als_Forza_Leonore
Als Forza-Leonore

 Nachdem sie als Kostümberaterin für Theateraufführungen tätig gewesen war, ließ sie ihre Stimme am Konservatorium von Amsterdam durch Coby Riemersma ausbilden. Sie trat zunächst im Konzertsaal auf und hatte dann ihr Bühnendebüt 1963 an der Königlichen Oper von Antwerpen als Desdemona im »Otello« von Verdi. Später war sie vertraglich der Niederländischen Oper Amsterdam und der Operngesellschaft Forum in Enschede verbunden. Gastspiele führten sie an die Opernhäuser von Paris und Brüssel, an die Staatsoper von Dresden, an das Staatstheater von Kassel und an die Kroatische Nationaloper in Zagreb. Sie war auch den Festspielen von Dubrovnik zu Gast. 1972 sang sie in einer konzertanten Aufführung von Mascagnis »Iris« zusammen mit dem Concertgebouw Orchester Amsterdam die kleine Rolle der Geisha; (ein Mitschnitt dieser Aufführung wurde auf einer Privatmarke veröffentlicht). Ihr Bühnenrepertoire umfasste in erster Linie dramatische Partien in Opern von Verdi, Puccini, Mozart, Mascagni, Gounod, Gershwin und eine Vielzahl weiterer Aufgaben für die Bühne wie das Konzertpodium.

 

29.11. Carole FARLEY wird 70

Carole Farley

 Sie begann ihre Gesangsausbildung bei Dorothy Barnes in Moscow (Iowa, USA), studierte weiter bei William Shriner an der Indiana University in Bloomington, bei Cornelius Reid in New York und 1968-69 an der Musikhochschule München bei Marianne Schech. 1969 Konzertdebüt in der New Yorker Town Hall. Zu ihrem Bühnendebüt kam es 1969 am Landestheater von Linz a.d Donau in der Rolle der Formica in der zeitgenössischen Oper »Die Ameise« von P. Ronnefeld. Sie hatte seitdem eine erfolgreiche Karriere im lyrisch-dramatischen Fach und sang 1971-72 am Théâtre de la Monnaie Brüssel und an der Welsh Opera Cardiff, 1972-75 an der Oper von Köln. 1975 debütierte sie als Mimì in »La Bohème« an der Metropolitan Oper New York, an der sie 1977 auch die Lulu in der gleichnamigen Oper von A. Berg sang. 1994 sang sie noch einmal an diesem Haus die Titelrolle in »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch. Sie gastierte an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg (1980-81), an der Opéra du Rhin Straßburg, an der Oper von Rom, am Teatro Regio Turin und an anderen italienischen Bühnen; in ihrer amerikanischen Heimat trat sie 1981 an der Oper von Chicago, an der Oper von Philadelphia, bereits seit 1976 an der City Opera New York (Debüt als Belle Hélène in der gleichnamigen Offenbach-Operette) und 1980 im kanadischen Toronto auf. 1979 Gastspiel am Opernhaus von Zürich, 1983 in Brüssel, 1984-85 wieder in Köln, jetzt als Salome von Richard Strauss, und 1985 beim Maggio Musicale von Florenz als Lulu. 1987 sang sie im englischen Rundfunk BBC London die Divara in der englischen Erstaufführung der Oper »Behold the Sun« von Alexander Goehr. Die Lulu sang sie auch in Zürich, in Köln und bei der Welsh Opera in Cardiff. 1989 gastierte sie am Teatro Colón Buenos Aires, 1990 an der Oper von Nizza als Marie im »Wozzeck« von A. Berg, 1993 in Marseille als Jordana in »Montségur« von Landowski. Als weitere Partien sang sie die Nedda im »Bajazzo«, die Donna Anna im »Don Giovanni«, die Traviata, die Musetta in »La Bohème«, die Titelfigur in »Manon« von Massenet, die Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut«, die Frau in »La Voix humaine« von Poulenc (u.a. im australischen Fernsehen) und die Rosalinde in der »Fledermaus«. Am 18.10.1983 wirkte sie in Brüssel in der Uraufführung der Oper »La Passion de Gilles« von Philippe Boesmans mit, am 27.1.1994 in Montpellier in der der Oper »Marie de Montpellier« von René Koering. Auch als Konzertsopranistin und als Liedersängerin geschätzt, hier wie auf der Bühne auch als Interpretin zeitgenössischer Musik bekannt geworden. Verheiratet mit dem Dirigenten José Serebrier (* 3.12.1938).

Schallplatten: Fonit-Cetra (vollständige Aufnahme von »Der Vampyr« von H. Marschner, Mitschnitt einer Aufführung in Rom, 1980), CBS (Melodien von Lehár, J. Strauß, Kálmán, Sieczynski), RCA (»La voix humaine« von Poulenc), Hungaroton, Chandos (Lieder von Fr. Poulenc), ASV (Französische Lieder, Lieder von Prokofieff, Lieder von D. Milhaud), CGR (»Guntram« von Richard Strauss), ASDV/Koch (Songs von K. Weill), Dinemec/ISA (Lieder von F. Delius).

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://www.carolefarley.com/

 

30.11. Luděk VELE wird 65

Luděk VELE

 Er war sieben Jahre hindurch 1977-83 am Theater von Liberec (Reichenberg in Böhmen) engagiert, wo er bereits Partien wie den Kezal in Smetanas »Die verkaufte Braut« und den Mephisto im »Faust« von Gounod sang. 1983 wurde er an das Nationaltheater Prag berufen. Hier hatte er eine sehr erfolgreiche Karriere und sang u.a. den Chrudos in »Libussa« von Smetana, den Peter in »Armida« und den Burggrafen im »Jakobiner« von Dvorák, den König Philipp in Verdis »Don Carlos«, den Figaro in »Le nozze di Figaro«, den Papageno in der »Zauberflöte«, den Teiresias in »Oedipus Rex« von Strawinsky und den Leporello im »Don Giovanni«, letzterer seine besondere Glanzrolle, den er auch 1987 bei der 200-Jahrfeier der Uraufführung dieser Oper am Nationaltheater und am 3.12.1988 bei der Wiedereröffnung des Ständetheaters (an dem die Uraufführung stattgefunden hatte) in Prag sang. Zahlreiche Gastspiele in seiner tschechischen Heimat wie im Ausland. Auch als Konzertsänger kam er zu einer Karriere auf internationalem Niveau. Er sang das Bass-Solo in der Glagolitischen Messe von Janácek in mehreren Städten in der Schweiz (u.a. in einem Konzert für die UNO in Genf), in Italien in der C-Moll-Messe von Mozart wie im Requiem von Jan Dismas Zelenka. Er trat oft als Solist zusammen mit der Tschechischen Philharmonie und dem Philharmonischen Chor Prag auf.

Schallplatten: Supraphon (vollständige Opern »Dimitrij« von A. Dvorák, »Ariane« von B. Martinù, »Libussa« von Smetana als Chrudos), Chandos (Stabat mater von Dvorák), Supraphon/Koch (»Katja Kabanowa« von Janácek), Orfeo (»Die heilige Ludmila« von A. Dvorák).

 

30.11. Günther HERBIG wird 85

Er begann seine Ausbildung 1951 an der Franz-Liszt-Hochschule in Weimar bei Hermann Abendroth. Seine weitere Ausbildung bekam er von Hermann Scherchen und Arvid Jansons. Zudem war Herbig einer der wenigen Studenten Herbert von Karajans. Nach Abschluss seiner Studien wurde Günther Herbig 1956 Kapellmeister am Deutschen Nationaltheater in Weimar. 1966-72 war Herbig Dirigent des Berliner Sinfonie-Orchesters, dessen Chefdirigent er 1977 wurde. 1972-77 war er Generalmusikdirektor der Dresdner Philharmonie. Infolge der politischen Situation in der DDR debütierte Günther Herbig erst sehr spät im Westen. 1979 verlieh ihm das Dallas Symphony Orchestra den Status des Ersten Gastdirigenten. Im selben Jahr wurde Herbig auch Erster Gastdirigent des BBC Philharmonic Orchestra. Aufgrund eines Streites mit dem SED-Politbüro verließ Günther Herbig 1984 die DDR und siedelt über in die USA. Dort übernahm er beim Detroit Symphony Orchestra die Position des Chefdirigenten. Seit dieser Zeit hat Günther Herbig mit den meisten großen europäischen und amerikanischen Orchestern zusammengearbeitet und auch mehrfach Tourneen nach Japan, Südamerika und Australien unternommen. 1989-94 war Herbig Chefdirigent beim Toronto Symphony Orchestra. 1990-97 unterrichtet er Dirigieren an der renommierten Yale University. Seit 2000 war Günther Herbig Chefdirigent des Rundfunk-Sinfonieorchesters Saarbrücken. Diese Position hat er nach der Spielzeit 2005/06 an seinen Nachfolger Christoph Poppen abgeben. In seiner Laufbahn hat Günther Herbig mehr als 100 Werke aufgenommen.

IN MEMORIAM-GEBURTSTAGE IM NOVEMBER 2016

IN MEMORIAM-Geburtstage im November 2016

Berücksichtigt wurden runde und halbrunde Geburtstage. Zusammenstellung der Liste: Walter Nowotny

 2.11. Giuseppe SINOPOLI: 70. Geburtstag

Er wuchs in Messina auf Sizilien auf, wo er mit zwölf Jahren eine Ausbildung als Organist am dortigen Konservatorium begann. Mit 15 Jahren kehrte er in seine Geburtsstadt Venedig zurück. Dort studierte er 1965-67 am Konservatorium Musik und – auf Wunsch des Vaters – zeitgleich an der Universität Padua Medizin, Psychiatrie und Anthropologie. Weiterführende Kompositionsstudien unternahm er u. a. bei Bruno Maderna in Darmstadt und Franco Donatoni in Siena. 1972 schloss er sein Medizinstudium mit einer Promotion ab. Danach konzentrierte er sich ganz auf die Musik und erhielt eine Dozentur für elektronische und zeitgenössische Musik in Venedig. Im selben Jahr begann er Dirigierkurse bei Hans Swarowsky in Wien zu belegen. 1975 gründete er das Ensemble Bruno Maderna für Neue Musik. In den 1970er Jahren trat er vor allem als Komponist in Erscheinung; Kompositionen von ihm waren auf Festivals für Neue Musik zu hören. 1978 begann Sinopolis Karriere als Operndirigent in Venedig mit Aida von Giuseppe Verdi. Er entwickelte seine Interpretation der verdischen Musik in Abgrenzung zur damaligen Aufführungspraxis aus dem Quellenstudium der Originalpartituren; seine Aufführungen bekamen dadurch einen durchsichtigeren Orchesterklang und machten viele bis dato nicht gehörte musikalische Details der Partitur hörbar. Seine Aufführung der Oper Macbeth des gleichen Komponisten zwei Jahre später an der Deutschen Oper Berlin, die den gleichen ästhetischen Maßstäben verpflichtet war, wurde ein großer Erfolg und wird als der Beginn seiner nun beginnenden internationalen Dirigentenkarriere angesehen, welche die Kompositionstätigkeit in den Hintergrund treten ließ. Mit einer bejubelten Premiere von Verdis Frühwerk Attila (mit Nicolai Ghiaurov, Mara Zampieri, Piero Cappuccilli, Regie: Giulio Chazalettes) debütierte er 1980 an der Wiener Staatsoper (Mitschnitt inzwischen auf CD erschienen). 1982 dirigierte er dort Macbeth (mit Renato Bruson, Mara Zampieri und Nicolai Ghiaurov; Regie: Peter Wood), 1986 folgte Puccinis Manon Lescaut (mit Mirella Freni, Peter Dvorsky, Bernd Weikl, Kurt Rydl, Regie: Otto Schenk). 1988 dirigierte er eine Aufführungsserie von Wagners Tannhäuser in der Otto-Schenk-Inszenierung. Eine für April 1989 geplante Staatsopern-Neuinszenierung von Verdis La forza del destino wurde von Sinopoli abgesagt, nachdem ihm das Konzept von Regisseur Giancarlo del Monaco nicht zusagte (Sinopoli hatte sich ursprünglich Werner Herzog gewünscht). Stattdessen dirigierte er im Dezember die Wiederaufnahme einer Aida-Inszenierung (u. a. mit Leona Mitchell). Im Dezember 1999 leitete er nochmals eine Premiere an der Wiener Staatsoper: Die Frau ohne Schatten von Richard Strauss (Inszenierung: Robert Carsen). Von 1985 an dirigierte Sinopoli jedes Jahr bei den Bayreuther Festspielen: 1985-87 und 1989 den Tannhäuser, 1990-93 Der Fliegende Holländer (Regie: Dieter Dorn), 1994-99 den Parsifal (Regie: Wolfgang Wagner) und 2000 die Neuinszenierung des Nibelungenrings (Regie: Jürgen Flimm). Nach Sinopolis Tod übernahm der ungarische Kollege Adam Fischer das Ring-Dirigat. Wichtige Stationen von Sinopolis Laufbahn waren: 1983-87 Chefdirigent des Orchestra dell’Accademia di Santa Cecilia in Rom, 1984-94 Chefdirigent und ab 1987 Musikalischer Direktor beim Philharmonia Orchestra London; 1990 sollte Sinopoli Chefdirigent an der Deutschen Oper Berlin werden; er trat aber noch vor Beginn seiner Amtszeit von seinem Vertrag zurück; ab 1992 war er Chefdirigent der Sächsische Staatskapelle Dresden. Sinopoli erlitt am 20. April 2001, als er an der Deutschen Oper Berlin die Oper Aida als Versöhnungsgeste für den zwischenzeitlich verstorbenen Opernintendanten Götz Friedrich dirigierte, während der Aufführung einen Herzinfarkt, dem er kurz darauf erlag. Beigesetzt wurde er auf dem Friedhof Campo Verano in Rom. Als Dirigent lag Sinopolis musikalischer Schwerpunkt auf den Opern von Verdi und Puccini und der deutschen und österreichischen Musiktradition des 19. und 20. Jahrhunderts von Schubert über Wagner, Mahler und R. Strauss bis zur Zweiten Wiener Schule. Giuseppe Sinopoli bereitete bis kurz vor seinem plötzlichen Tod die Verteidigung einer Dissertation im Fach Vorderasiatische Archäologie mit dem Thema Die assyrische Kultur in Mesopotamien vor. Die Stadt Taormina auf Sizilien (bzw. die Agentur Taormina Arte) widmet dem Gedenken von Giuseppe Sinopoli seit 2005 ein Festival, das jährlich im Oktober stattfindet. Sinopoli war 1989-97 Filmarchitekt der musischen Abteilung der Taorminer Kirchweihfeste. Bei diesem Giuseppe-Sinopoli-Festival wird Sinopolis nicht nur als Musiker, Dirigent und Komponist gedacht, sondern auch als Mediziner, Archäologe und geistigem Menschen. Das Festival vereint somit Musik, Theater, Literatur und bildende Kunst in Zusammenkünften, Ausstellungen, Veröffentlichungen und natürlich Konzerten, zu dem jedes Jahr wichtige Orchester anreisen. Anlässlich des ersten Giuseppe-Sinopoli-Festivals wurde in Zusammenarbeit mit dem Konservatorium „Arcangelo Corelli“ in Messina das Sinopoli-Kammerorchester gegründet, in dem sich in der musikalischen Zusammensetzung junge Talente, Schüler und Dozenten des peloritanischen Konservatoriums abwechseln und überwiegend Kompositionen von Giuseppe Sinopoli aufführen.

 

3.11. Fridolin MOSBACHER: 95. Geburtstag

 Er erhielt seine Ausbildung in der Musikschule Winterthur und durch die Pädagogen Alfredo und Cornelio Cairati in Zürich. 1948 wurde er an das Theater der Schweizerischen Bundeshauptstadt Bern verpflichtet und blieb dessen Mitglied bis zu seinem Tod (Suizid) 1959. In diesen Jahren trat er dort in einer Vielzahl von Partien auf, u.a. als Figaro in »Figaros Hochzeit«, als Guglielmo in »Così fan tutte«, als Papageno in der »Zauberflöte«, als Minister im »Fidelio«, als Titelheld im »Barbier von Sevilla«, als Rigoletto, als Carlos in »La forza del destino« von Verdi, als Germont-père in »La Traviata«, als Belcore in »L’Elisir d’amore«, als Eugen Onegin, als Heerrufer im »Lohengrin«, als Wolfram im »Tannhäuser«, als Zar in »Zar und Zimmermann« von Lortzing, als Kühleborn in dessen »Undine«, als Valentin im »Faust« von Gounod, als Marcello wie als Schaunard in »La Bohème«, als Don Ranudo in der gleichnamigen Oper von Othmar Schoeck, als Vendramin in »Massimilla Doni«, ebenfalls von Schoeck, als Truchsess von Waldburg in »Mathis der Maler« von Hindemith und als Matthias im »Gespensterschloss« von Moniuszko. Er gastierte an den Theatern von Zürich und St. Gallen und wirkte 1950 in Bern in der Uraufführung der Oper »Der spanische Rosenstock« von A. Schibler als Filenio mit. In Zürich sang er u.a. in der Spielzeit 1953-54 den Papageno, den Germont-père und den Kruschina in Smetanas »Die verkaufte Braut«, 1955-56 den Silvio im »Bajazzo«, den Grafen Liebenau im »Waffenschmied« von Lortzing und den Kothner in »Die Meistersinger von Nürnberg«. Er wirkte in verschiedenen Schweizer Erstaufführungen von Opern mit: in Zürich in »Let’s make an Opera« von B. Britten (Spielzeit 1950-51), am Stadttheater von Bern in »Der Prozess« von G. von Einem (1953-54) und »Notre Dame« von Franz Schmidt (1957-58), in St. Gallen in »La Carrosse du Saint Sacrement« von H. Busser (als Vice-Roi de Pérou). Auch als Konzertsolist kam er in der Schweiz zu einer erfolgreichen Karriere.

 

4.11. Jindřich JINDRÁK: 85. Geburtstag

Jindřich JINDRÁK

 Er erhielt seine Ausbildung an der Musikakademie von Prag bei Kamila Ungrová und Bronislav Chorovic. Erster Bühnenauftritt 1956 am Prager Operettentheater als Herr Fluth in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor«. Er debütierte 1958 am Nationaltheater Prag als Tomas in »Der Kuss« (»Hubicka«) von Smetana. Seitdem als erster Charakterbariton Mitglied dieses Hauses. Er gastierte am Bolschoi Theater Moskau, in Brüssel, Sofia, Warschau, Neapel, Amsterdam, Zürich und an der Wiener Volksoper. Bei den Festspielen von Edinburgh gastierte er mit dem Ensemble des Prager Nationaltheaters 1964 als Kuligin in »Katja Kabanowa«, als junger Gefangener und als Tschekunow in Janáceks »Aus einem Totenhaus«, als König Wladislaw in Smetanas »Dalibor« und als Staatsanwalt in Jan Cikkers »Auferstehung«, 1970 nochmals als König Wladislaw, als Förster in Janáceks »Das schlaue Füchslein« und als Kruschina in Smetanas »Die verkaufte Braut«. Neben dem klassischen slawischen und italienischen Repertoire seines Stimmfachs widmete er sich der Interpretation zeitgenössischer Werke (Opern von Henze, G. Klebe, Dallapiccola) und wurde zumal als Mozart-Sänger geschätzt. Partien aus seinem Opernrepertoire: der Germont sr. in »La Traviata«, Verdis Simon Boccanegra, der Posa im »Don Carlos« von Verdi, der Alfio in »Cavalleria rusticana«, der Gianni Schicchi von Puccini, der Graf in »Le nozze di Figaro«, der Guglielmo in »Così fan tutte«, der Eugen Onegin von Tschaikowsky, der Premysl in »Libussa« von Smetana, der Jeletzky in »Pique Dame« von Tschaikowsky, der Sima in »Ero der Schelm« von Gotovac und der König in »Die Kluge« von Carl Orff. Zugleich Konzertsänger und Pädagoge am Konservatorium von Prag. Hier nahm er 1968-75 eine Professur wahr; seit 1970 ging er auch einer Lehrtätigkeit an der Prager Musikakademie nach. Er starb 1993 in Prag.

Supraphon-Aufnahmen (vollständige Opern »Libussa«, »Dalibor« und »Die verkaufte Braut« von Smetana, »Zuzana Vojírová« von Jirí Pauer, »Rusalka« von Dvorák, »Hry o Marié« von B. Martinù; Liederzyklen von Dvorák, Martinù, Pauer u.a.).

 

4.11. Carlos MUNGUIA : 95. Geburtstag

Carlos-Munguía_

 Mit sieben Jahren wurde er in den Knabenchor eines Karmeliterklosters aufgenommen und sang dann seit 1930 im Chor der Paroquia de San Vicente in San Sebastian, wo er seinen ersten Musikunterricht erhielt. 1938 wurde er Mitglied des Chores »Orfeón Donostiarra« in San Sebastian und 1941 dessen Tenorsolist. Erst 1950 begann er seine professionelle Sängerkarriere. 1951 sang er am Teatro Victoria Eugenia von San Sebastian Soli im Magnificat und in der Matthäuspassion von J.S. Bach, 1952 in »La Damnation de Faust« von H. Berlioz und in der Kirche San Pedro de Vergara mit dem Orchester von Bilbao im Verdi-Requiem. Seit 1953 wurde er durch den Dirigenten Ataulfo Argenta in großen Aufgaben herausgestellt, u.a. in den Konzerten der »Quincena Musical Donostiarra«. 1955 trat er am Teatro Calderón Valladolid in »Le roi David« von A. Honegger, zusammen mit Consuelo Rubio, auf, dann im gleichen Werk am Teatro Gayarre von Pamplona, wo er auch das Tenorsolo im Requiem von Verdi vortrug, 1956 in Bilbao das Tenorsolo im Mozart-Requiem. 1957 gab er in Paris ein Konzert mit dem Orchestre de la Société des Concerts du Conservatoire, bei dem er Ausschnitte aus »Die Meistersinger von Nürnberg« sang, 1963 war er in Madrid im »Messias« von Händel zu hören, in Rom mit dem Orchester der Accademia di Santa Cecilia in »El retablo de Maese Pedro« von M. de Falla. Er betrat auch erfolgreich die Bühne; so sang er bereits 1941 am Teatro Victoria Eugenia San Sebastian den Walther von der Vogelweide im »Tannhäuser«. Er gastierte am Teatro Cervantes in Malaga und am Teatro Lope de Vega in Sevilla als Faust von Gounod, im Teatro Kursaal Manresa als Turiddu in »Cavalleria rusticana«, 1950 am Teatro Liceu Barcelona in »La Lola se va a los puertos« von Angel Barrios. 1956 trat er in San Sebastian als Cassio in Verdis »Otello« (mit Mario del Monaco und Maria Curtis Verna) auf; er sang auch an verschiedenen spanischen Theatern in Operetten von Johann Strauß und in Zarzuelas, in denen er wohl seine größten Erfolge hatte. So erlebte man ihn 1956 am Teatro Zarzuela Madrid in »Dona Francisquita« von A. Vives, 1958 in »Luisa Fernanda« von Moreno Torroba, auch in »Bohemios« von Vives (in einer Neu-Bearbeitung), in »Pan y toros« von Barbieri (1960 Parque del Retiro Madrid), in »Mirentxu« von Guridi (Teatro Zarzuela Madrid) und in »Sueños de gloria« von José Maria Damunt (Valencia 1975). 1986 trat der beliebte Sänger letztmalig in der Kirche Paroquial von Deva (Guipuzcoa) als Solist im Mozart-Requiem auf. Er starb 2012 in San Sebastian.
Die Stimme von Carlos Munguia ist auf einer Fülle von Schallplattenaufnahmen zu hören. Auf den Marken Alhambra und Columbia kamen über 40 vollständige Zarzuelas (darunter fast alle hier erwähnten Titel) heraus. Auf Decca erschien de Fallas »El retablo de Maese Pedro« (als Maese Pedro). Außerdem existieren viele weitere Aufnahmen mit Ausschnitten aus Zarzuelas und Opern, mit spanischen Liedern bis hin zum Unterhaltungslied.

 

4.11. Milan ŠEPEC : 125. Geburtstag

Milan ŠEPEC als Pedrillo
Als Pedrillo

 Nach seiner Ausbildung an der Musikakademie von Zagreb und bei dem Pädagogen Ranieri-Horbowsky in Wien debütierte er 1916 am Theater von Varazdin (Kroatien) in der Operette »Künstlerblut« von Eysler. Bis 1919 blieb er in Varazdin engagiert und wurde darauf Mitglied des Kroatischen Nationaltheaters Zagreb. Er trat dort in Opern- wie in Operettenpartien auf wurde auch durch einige Tonfilme bekannt. Aus seinem Repertoire für die Bühne sind als Höhepunkte zu nennen: der Don Basilio in »Le nozze di Figaro«, der Mime im »Rheingold«, der Schuiskij in »Boris Godunow« von Mussorgsky, der Wenzel in Smetanas »Die verkaufte Braut«, der Eisenstein in der »Fledermaus«, der Tassilo in der Operette »Gräfin Mariza« von Kálmán und der Radjani in einer weiteren Kálmán-Operette »Die Bajadere«. Er starb 1989 in Zagreb.

 

5.11. Jacqueline BRUMAIRE: 95. Geburtstag

Jacqueline BRUMAIRE

 Nach ihrer Ausbildung am Conservatoire National de Paris durch Madeleine Mathieu debütierte sie 1946 an der Pariser Opéra-Comique als Gräfin in »Figaros Hochzeit«. Seitdem hatte sie eine lang dauernde erfolgreiche Karriere an diesem Opernhaus. Man bewunderte sie vor allem in Partien für lyrischen Sopran aus den Bereichen der französischen und der italienischen Oper: als Mimi in »La Bohème«, als Micaela in »Carmen«, als Titelheldin in Massenets »Manon«, als Antonia in »Hoffmanns Erzählungen«, als Fiordiligi in »Così fan tutte« wie als Mireille in der Oper gleichen Namens von Gounod. 1951 wirkte sie an der Opéra-Comique in der Uraufführung der Oper »Madame Bovary« von Bondeville als Emma mit. 1962 sang sie an der Grand Opéra Paris, an der sie bereits 1949 als Juliette in »Roméo et Juliette« von Gounod debütiert hatte, die Donna Elvira im »Don Giovanni« sie kam auch an diesem Opernhaus zu einer sehr erfolgreichen Karriere, u.a. als Pamina in der »Zauberflöte« und als Traviata, ebenso bei Gastspielen an den großen Opernhäusern des französischen Sprachgebiets, an den Opern von Marseille, Nizza, Bordeaux, Straßburg, Lyon und Toulouse. 1956 war sie an der Mailänder Scala als Fiordiligi, 1957 als Louise in der gleichnamigen Oper von Charpentier zu hören, 1958 an der Piccola Scala als Concepcion in »L’Heure espagnole« von Maurice Ravel. Sie trat als Gast in Johannesburg (1957) und in Prag (1967), an der Opéra de Wallonie Lüttich (1964 als Thaïs von Massenet) und in Oran (1961) auf. 1962 nahm sie in Toulouse an der Uraufführung der Oper »Hop! Signor« von Manuel Rosenthal teil. Sie galt als große Konzertsängerin und wurde auch durch ihre Rundfunksendungen bekannt. Noch 1969 sang sie in London in einer konzertanten Aufführung von Verdis »I Vespri Siciliani« die Elena. Aus ihrem ebenso umfassenden wie vielseitigen Bühnenrepertoire sind noch die Konstanze in der »Entführung aus dem Serail«, die Marschallin im »Rosenkavalier«, die Renata in »L’Ange de feu« von Prokofieff (Opéra-Comique 1967) und die Béatrice in »Un sguardo sul ponte« von Renzo Rossellini (Bordeaux 1965, wohl in der französischen Erstaufführung dieser Oper) zu nennen. Später Professorin am Konservatorium von Nancy, 1981 bereitete sie in der Volksrepublik China chinesische Sänger auf eine viel beachtete Aufführung von Bizets »Carmen« in Peking vor. Sie starb 2000 in Nancy.

Schallplatten mit Opernarien auf Philips, einige Decca-Aufnahmen. Sang auf Véga in den beiden Opern »Les malheurs d’Orphée« und »Le pauvre matelot« von Darius Milhaud, auf Bourg Records in »Le Roi d’Yvetot« von J. Ibert, auf Forlane in »Don Juan de Mañara« von H. Tomasi, auf BBC Records die Hélène in »Les Vêpres Siciliennes« von Verdi.

 

5.11. Franjo PAULIK: 95. Geburtstag

Franjo Paulik

 Er wurde in der kroatischen Hauptstadt Zagreb ausgebildet und debütierte 1947 am dortigen Opernhaus, dessen Mitglied er während seiner ganzen Karriere blieb. Durch Gastspiele wurde er auf internationaler Ebene bekannt. Mit dem Ensemble der Oper von Zagreb gastierte er 1962 beim Festival von Edinburgh (als Golizyn in »Chowanschtschina« von Mussorgsky, als Eroschka in »Fürst Igor« von Borodin und als Truffaldino in »L’amour des trois oranges« von Prokofjew), 1962 bei den Festspielen von Wiesbaden und 1964 beim Holland Festival (als Wenzel in Smetanas »Die verkaufte Braut«). Mit dem Ensemble der Belgrader Oper gastierte 1964 als Golizyn auch an der Wiener Staatsoper. 1964 gastierte er an der Oper von Monte Carlo als Schuiskij im »Boris Godunow« von Mussorgsky, 1967 am Teatro Fenice Venedig, 1968 in Oslo, 1969 in Lausanne. 1975 wirkte er an der Oper von Zagreb in der Uraufführung der Oper »Die Liebe des Don Perlimplin« von Miro Belamaric mit (anschließend Aufnahme des Werks auf Jugoton). Er sang mit Vorliebe Partien aus dem Charakter- und dem Buffo-Fach, wobei er sich auch als begabter Darsteller erwies. Im Einzelnen sind zu nennen: der Herodes in »Salome« von Richard Strauss, der Nero in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea« und der Tom Rakewell in Strawinskys Oper »The Rake’s Progress«. Er starb 1995 in Zagreb.

Weitere Schallplattenaufnahmen bei Philips (»Sadko« von Rimsky-Korssakow) und Jugoton (»Zrinski« von Ivan Zajc).

 

5.11. Attilio ARIOSTI: 350. Geburtstag

Attilio Ariosti, der einem illegitimen Zweig der Bologneser Adelsfamilie Ariosti entstammte, erhielt Gesangs-, Violin-, Orgel- und Kompositionsunterricht, von nicht näher bekannten Lehrern. Er trat 1688 in das Kloster des Servitenordens in Bologna ein, wo er am 28. Juli 1689 sein öffentliches Gelübde ablegte. Im Mai 1692 erhielt er die Weihe zum Diakon und im gleichen Jahr die Organistenstelle an S. Maria dei Servi, der Kirche seines Ordens. Durch die Komposition seiner ersten Oratorien (La passione 1693 in Modena und S. Radegonda reina di Francia 1694, Bologna) erhielt er erste Kontakte zur Welt des Theaters. Seine erste Oper Tirsi wurde 1697 in Venedig aufgeführt. 1697-1703 wurde er von Herzog Franz IV Gonzaga von Mantua für die Tätigkeit als Hofkomponist am Hof Sophie Charlottes, Lietzenburg, bei Berlin freigestellt. Hier komponierte er die Opern La fede ne tradimenti, L’inganno, vinto della costanza und Mars und Irene. Außerdem schrieb er am Hof diverse Arien, Kantaten und Kammerkonzerte. Im Jahr 1703 musste er wegen einer handgreiflichen Auseinandersetzung mit dem Oberhofkapellmeister Schloss Lietzenburg verlassen. Danach war er kurzzeitig am Hof von Anjou angestellt. 1703-09 war er in den Diensten Kaiser Josephs I., der österreichische Generalagent für Italien. Nach 1715 feierte er große Erfolge in Paris und London, die erst von Georg Friedrich Händel übertrumpft wurden. Er war mit Händel und Bononcini Mitglied der Royal Academy of Music, deren Aufgabe es war, die Londoner Aristokratie mit italienischen Opern zu versorgen. Die Bedeutung Ariostis wird herausgestellt durch die 1737 von Jean-Philippe Rameau gemachte Äußerung, bezüglich einer Passage der Oper Coriolano, die er als ein herausragendes Beispiel für enharmonisches Komponieren sah. Die Viola d‘amore wurde sein bevorzugtes Instrument, diese spielte er am 12. Juli 1716 zwischen den Akten der Aufführung von Händels Amadigi di Gaula des Hallensers in London. Ariosti schrieb rund 25 Opern, deren Vorbilder anfangs die Opern Jean-Baptiste Lullys und später die Opern Alessandro Scarlattis waren. Attilio Ariosti starb 1729 in London.

Sein jüngerer Bruder Giovanni Battista Ariosti (* 1668) war ebenfalls Mitglied des Servitenordens und Musiklehrer, er hinterließ ein 1686 gedrucktes Lehrbuch, Modo facile di suonare il sistro für eine Art Glockenspiel.

 

6.11. Leo GOEKE: 80. Geburtstag

Leo Goeke

Er studierte an der Louisiana University, dann an der State University of Iowa bei David Lloyd, in New York bei Hans Heinz und bei Margaret Harshaw. Er begann seine eigentliche Karriere in den sechziger Jahren und wurde dann in das Opernstudio der Metropolitan Oper New York aufgenommen. Er debütierte 1970 an der Metropolitan Oper als Gaston in »La Traviata« und sang hier bis 1974 in insgesamt 212 Vorstellungen u.a. den Arturo wie den Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, den Beppe im »Bajazzo«, den Jaquino im »Fidelio«, den Ferrando in »Così fan tutte«, den Rodolfo in Puccinis »La Bohème«, den Cassio im »Otello« von Verdi, den Alfredo in »La Traviata«, den Don Ottavio im »Don Giovanni«, den italienischen Sänger im »Rosenkavalier«, den Grafen Almaviva im »Barbier von Sevilla«, den Herzog im »Rigoletto«, den Hylas in »Les Troyens« von H. Berlioz und den Tamino in der »Zauberflöte«. Man hörte ihn an den Opern von Baltimore und Seattle, an der New York City Opera, in Straßburg, Amsterdam und beim Festival von Glyndebourne. Hier sang er 1973 den Flamand im »Capriccio« von R. Strauss, 1974 den Idamante in Mozarts »Idomeneo«, 1975 und 1977-78 den Tom Rakewell in »The Rake’s Progress« von Strawinsky, 1977 den Don Ottavio und 1978 den Tamino. Den Tom Rakewell sang er auch 1980 am Théâtre des Champs-Élysées in Paris (mit dem Ensemble des Glyndebourne Festivals). Auch der Staatsoper von Stuttgart verbunden, an der er 1981 in der deutschen Erstaufführung der Oper »Satyagraha« von Philipp Glass mitwirkte. In seinem Repertoire für die Bühne fanden sich weiter der Ernesto im »Don Pasquale« von Donizetti, der Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«, der des Grieux in Massenets »Manon«, der Pinkerton in »Madame Butterfly« und der Admet in »Alceste« von Gluck, den er 1982 in Louisville/Kentucky sang. Auch im Konzertsaal erfolgreich aufgetreten. Er starb 2012 in Pittsfield (Massachusetts).

Schallplatten: RCA (Beppe im »Bajazzo«); Pickwick-Video (»Don Giovanni« aus Glyndebourne, 1977; »The Rake’s Progress«), Longman-Video (»Die Zauberflöte«), Arthaus-Video (»Satyagraha« von Philip Glass, Stuttgart 1981).

 

6.11. Kåge JEHRLANDER: 95. Geburtstag

 Studium an der Musikhochschule Stockholm 1948-52, das mit dem Musiklehrerexamen abgeschlossen wurde. Weitere Ausbildung in der Opernklasse der Wiener Musikakademie. Seine ersten Engagements waren 1957-58 am Theater von Landshut (Bayern), 1958-59 am Stadttheater von Luzern, 1959-60 am Stadttheater von Bremerhaven. Seine ersten großen Erfolge hatte er als Opernsänger am Teatro San Carlo von Neapel und an der Nationaloper von Helsinki. 1961 Gastspiel an der Königlichen Oper Stockholm als Don Ottavio im »Don Giovanni« seit 1963 Mitglied dieses Opernhauses. Er sang 1964 in der Stockholmer Uraufführung von »Drömmen om Therèse« von Werle die Partie des Colombel, 1965 wirkte er in der Uraufführung von Karl-Birger Blomdahls Oper »Herr von Hancken« mit. Weitere Gastspiele an französischen Bühnen. 1972-73 sang er bei den Festspielen von Drottningholm den Scipio Africanus in der gleichnamigen Oper von Cavalli, später auch den Ferrando in »Così fan tutte« und den Tamino in der »Zauberflöte«. Weitere Partien aus seinem Bühnenrepertoire: der Herzog im »Rigoletto«, der Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen« von Offenbach, der Dr. Cajus im »Falstaff« von Verdi und der Leander in »Marionetter« von H. Rosenberg. Viel beschäftigter Konzert- und Oratoriensänger. Er starb 2013 in Karlshamm. Sein Bruder Karl-Frederik Jehrlander (* 15.10.1934) war ein bekannter Chorleiter und Musikpädagoge.

Schallplatten: Swedish Society und andere kleinere schwedische Marken.

 

6.11. Martin Joseph ADRIEN: 250. Geburtstag

 Er war zuerst Chorsänger an der Kathedrale von Lüttich, wurde aber bereits dort und später in der École Royale de Chant in Paris zum Solisten ausgebildet. 1781 sang er bei den Concerts Spirituels in Paris zusammen mit dem Bariton Auguste-Athanase Chéron, mit dem er auch alternierend Partien an der Grand Opéra übernahm, an der er 1785 debütierte. 1804 sang er dort in der Uraufführung der Oper »Ossian« von J. Fr. Lesueur die Partie des Rosmar. Zu seinen weiteren Rollen zählten der Evandre in »Alceste« von Gluck, Partien in »Astyanax« von R. Kreutzer, »Démophoon« von Joh. Chr. Vogel, »Les Prétendues« von Jean Baptiste Lemoyne, in »Oedipe à Colone« von Sacchini und in »Tarare« von A. Salieri. 1804 verließ er die Bühne, wirkte aber an der Pariser Opéra jetzt als Chef du Chant. 1822 wurde er als Nachfolger von Étienne Lainez Professor am Conservatoire National de Paris, starb aber noch im gleichen Jahr. Auf der Bühne wurde immer wieder sein großes darstellerisches Talent bewundert, während man seine Methode des Singens mehrfach kritisierte. Während der Jahre der Französischen Revolution komponierte er patriotische Lieder. Bei einigen Liedern ist es jedoch nicht sicher, ob sie von ihm oder von einem seiner Brüder Jean Adrien (etwa 1768 – etwa 1824) oder Ferdinand Adrien (etwa 1770 – etwa 1830) stammen, die Gesangsmeister am Théâtre Feydeau bzw. letzterer an der Grand Opéra (als Vorgänger von Martin Joseph Adrien in den Jahren 1798-1800) waren. Die Schreibweise des Familiennamens kommt auch in der Form Andrien vor; Martin Joseph Adrien war auch unter dem Namen »Le Neuville« bekannt.

 

7.11. Joan SUTHERLAND: 90. Geburtstag

Joan Sutherland

 Ihr Vater war Schneider, ihre Mutter war Amateursängerin. Zuerst arbeitete sie als Sekretärin, dann Ausbildung der Stimme durch John und Aida Dickens in Sydney. Bereits 1947 sang sie in Sydney in »Dido and Aeneas« von Purcell, 1950 die Titelrolle in der Oper »Judith« von Eugene Goossens. 1951 kam sie nach London und wurde am Royal College of Music Schülerin von Clive Carey. 1952 debütierte sie an der Covent Garden Oper London als erste Dame in der »Zauberflöte«. 1953 wirkte sie dort in einer Aufführung von Bellinis »Norma« als Clotilde mit, während Maria Callas die Titelheldin sang. Am 27.1.1955 sang sie an der Covent Garden Oper die Jennifer in der Uraufführung von M. Tippetts »A Midsummer Marriage«, 1958 in der englischen Premiere von »Dialogues des Carmélites« von Poulenc. An diesem Opernhaus hatte sie dann große Erfolge in Partien wie der Aida, der Amelia im »Maskenball« von Verdi, der Agathe im »Freischütz« und der Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg«, in der Saison 1958-59 wandte sie sich dem Koloraturfach zu und wurde als Lucia di Lammermoor, als Amina in »La Sonnambula« von Bellini und als Traviata begeistert gefeiert. Bei den Festspielen von Glyndebourne sang sie 1956 die 1. Dame in der »Zauberflöte« und die Gräfin in »Le nozze di Figaro«, 1957 die Mme Herz in Mozarts »Der Schauspieldirektor«, 1960 die Donna Anna im »Don Giovanni« und die Elvira in Bellinis »I Puritani«. Sehr erfolgreich auch in London in szenischen Aufführungen des Oratoriums »Samson« von Händel. Bei den Neu-Aufführungen der Opern von G.F. Händel durch die Handel Society sang sie in London 1957 in »Alcina«, 1959 in »Semele« und in »Rodelinda« (hier zusammen mit Janet Baker), 1963 in »Serse« und in »Giulio Cesare«. 1958 kam es zu ihrem Nordamerika-Debüt in Vancouver als Donna Anna im »Don Giovanni«. Dort sang sie dann 1962 die Norma, 1967 die Lucia di Lammermoor und 1972 die Titelheldin in Donizettis »Lucrezia Borgia«. 1959 gastierte sie an der Wiener Staatsoper (als Donna Anna und als Desdemona in Verdis »Otello« in insgesamt 5 Vorstellungen), im gleichen Jahr an der Staatsoper Hamburg in »Giulio Cesare« von Händel, 1960 in Genua, Palermo und Venedig. Bei den Festspielen von Edinburgh hörte man sie 1960 als Elvira in Bellinis »I Puritani«. 1961 debütierte sie an der Mailänder Scala als Lucia di Lammermoor; man feierte sie hier 1961 auch als Titelheldin in »Beatrice di Tenda« von Bellini, 1962 als Amina, als Marguerite de Valois in Meyerbeers »Hugenotten« und in der Titelrolle von Rossinis »Semiramide« (mit Giulietta Simionato als Arbace), 1964 nochmals als Lucia di Lammermoor und 1966 als Donna Anna. 1961 hörte man sie an der Oper von Dallas als Donna Anna und als Alcina von Händel, 1962 in Vancouver erstmals als Norma. Glänzende Erfolge hatte sie an der Pariser Grand Opéra, in Köln und Barcelona. Sie galt allgemein als eine der größten Sängerinnen ihrer Epoche. An der Oper von San Francisco gastierte sie 1961 als Lucia di Lammermoor, 1963 als Amina, 1964 als Traviata, 1966 als Elvira in Bellinis »I Puritani«, 1971 in der Titelrolle von Donizettis »Maria Stuarda«, 1972 und 1982 als Norma, 1973 als Rosalinde in der »Fledermaus«, 1974 als Esclarmonde in der gleichnamigen Oper von Massenet, 1975 als Leonore im »Troubadour«, 1981 als Hanna Glawari in Lehárs »Die lustige Witwe« und 1984 in der Titelpartie von Donizettis »Anna Bolena«. 1961 wurde sie an die Metropolitan Oper New York berufen (Antrittsrolle: Lucia di Lammermoor), wo sie dann die nächsten 25 Jahre hindurch ihre Triumphe feierte. 1987 beging man dort festlich ihre 25jährige Zugehörigkeit zum Haus, an dem sie 13 Partien in insgesamt 223 Vorstellungen vorgetragen hatte. Ihre großen Erfolge hatte sie an der Metropolitan Oper als Amina, als Traviata, als Donna Anna, als Norma, als Marie in »La Fille du Régiment«, als Gilda im »Rigoletto«, in den vier Sopranpartien in »Hoffmanns Erzählungen« von Offenbach, als Elvira in »I Puritani«, als Esclarmonde und als Leonore im »Troubadour«. 1989 trat sie zum letzten Mal an der Metropolitan Oper mit einem Recital auf. 1965 und 1974 bereiste sie Australien mit einer eigenen Operntruppe. 1967 hörte man sie bei den Wiener Festwochen als Euridice in »Orfeo ed Euridice« von J. Haydn. 1974 sang sie am neu erbauten Opernhaus von Sydney die vier Sopranpartien in »Hoffmanns Erzählungen«. An der Chicago Opera war sie 1975 und 1985 (als Anna Bolena) zu Gast. 1990 verabschiedete sie sich am Opernhaus von Sydney als Marguerite de Valois in den »Hugenotten« von Meyerbeer von der Bühne. Glanzvolle Karriere auch als Konzert- und Oratoriensolistin, namentlich als Bach- und Händel-Interpretin. Sie starb 2010 in Les Avants (Schweiz). Sie war seit 1954 mit dem Dirigenten und Pianisten Richard Bonynge (* 1930) verheiratet. – In ihrem Sopran verbanden sich höchste Virtuosität des Ziergesangs und subtile Ausdruckskunst zu einer selten anzutreffenden Einheit. Man rühmte die Klarheit ihrer Intonation wie ihr brillantes Staccato auf der einen und die Schönheit ihrer Stimme im Vortrag langsamer Passagen auf der anderen Seite. Immer wieder wurde sie mit der großen australischen Primadonna Nellie Melba verglichen. 1992 wurde sie von der englischen Königin mit dem Order of Merrit ausgezeichnet.

Lit: E. Greenfield: »Joan Sutherland« (London, 1972); R. Braddon: »Joan Sutherland« (London, New York, 1962); Norma Major: »Joan Sutherland« (London, 1987); B. Adams: »La Stupenda, a Biography of Joan Sutherland« (Sydney, 1991); R. Christiansen: Sutherland a Wonderful Innings‘ (in »Opera« 1990).

Schallplatten: Decca (»Lucia di Lammermoor«, »Rigoletto«, »Alcina«, »Rodelinda« und »Athalia« von Händel, »La Sonnambula«, »Semiramide« von Rossini, »Faust« von Gounod, »I Puritani« von Bellini, »Die Hugenotten« von Meyerbeer, »Turandot« von Puccini, Waldvogel im »Siegfried«, »La Traviata«, »Hoffmanns Erzählungen«, »Don Giovanni«, »Montezuma« von Carl Heinrich Graun, »Don Pasquale« von Donizetti, »Adriana Lecouvreur« von Cilea, »Griselda« von Bononcini, »L’Oracolo« von Franco Leoni, »Le Roi de Lahore« von Massenet, »Messias«, zwei Aufnahmen von »Norma«, davon eine von 1987 mit Montserrat Caballé als Adalgisa, »Anna Bolena« und »La Fille du Régiment« von Donizetti, Elvira in »Ernani«, 1987 aufgenommen), Columbia (»Don Giovanni«), Oiseau Lyre (»Acis and Galathea« von Händel), HMV, Gala (»The Midsummer Marriage« von M. Tippett, Mitschnitt der Uraufführung; Amina in »La Sonnambula« von Bellini, New York 1961), Bella Voce (»Alcina« von Händel), OPD (»Rodelinda« von Händel, London 1959); VAI-Video (»Norma«). Auf Topaz-Video erscheint sie als Leonore im »Troubadour« Virgin-Video (»La Fille du Régiment«, »Die lustige Witwe« von F. Lehár), Castle-Video (»Lakmé«), Pioneer-Video (»Die Hugenotten«, Aufnahme der Abschiedsvorstellung in Sydney, 1990). Hinzu kommen eine Vielzahl von Aufnahmen aus allen Bereichen der Musikliteratur, auch viele Mitschnitte von Konzert- und Opernaufführungen, so dass ein erschöpfender Überblick über die Schallplatten der Sängerin hier unmöglich gegeben werden kann.

 

7.11. Rayén QUITRAL: 100. Geburtstag

Rayen_Quitral

 Ihr Gesangstudium erfolgte in der chilenischen Hauptstadt Santiago de Chile. 1941 erschien die ganz unbekannte Sängerin am Teatro Colón Buenos Aires, wo sie unter Erich Kleiber als Königin der Nacht in der »Zauberflöte« einen sensationellen Erfolg hatte. Man bewunderte auf der einen Seite das große, üppige Volumen ihrer Stimme, auf der anderen deren ungewöhnliche Tonhöhe und ihre Begabung für den Vortrag schwierigster Koloraturpassagen. Während der Jahre des Zweiten Weltkrieges hatte sie am Teatro Colón wie an anderen führenden Bühnen in Südamerika weitere Erfolge und unternahm in diesem Kontinent Konzertreisen. Ebenso erfolgreich war die Künstlerin als Gast am Opernhaus von Mexico City. 1951 erschien sie zu einem einmaligen Gastspiel an der Covent Garden Oper London, wiederum in ihrer Glanzrolle, der Königin der Nacht. Obwohl sie auch dort großen Erfolg hatte, war damit ihre Karriere abgeschlossen. Man hat danach kaum mehr etwas über die Künstlerin vernommen. Sie starb 1979 in Santiago de Chile.

Schallplatten: 1941 kam bereits auf Victor-RCA eine Schallplatte heraus mit der zweiten Arie der Königin der Nacht und der Kavatine der Rosina aus dem »Barbier von Sevilla« 1946 wurden auf Columbia weitere Titel aufgenommen, die aber nicht zur Veröffentlichung gekommen sind.

 

7.11. Paul LINCKE: 150. Geburtstag

Als Sohn des Magistratsdieners August Lincke und seiner Ehefrau Emilie wurde Paul Lincke am 7. November 1866 in der Nähe der Berliner Jungfernbrücke geboren. Vater August Lincke spielte zu jener Zeit als Geiger in mehreren kleinen Orchestern. Sohn Paul war erst fünf Jahre alt, als der Vater verstarb. Mutter Emilie zog mit ihren drei Kindern in die Adalbert-, später in die Eisenbahnstraße, nahe dem Lausitzer Platz. Pauls früh erkennbare musikalische Neigungen zeigten sich besonders im Hang zur Militärmusik. Darum schickte seine Mutter ihn nach Abschluss der Realschule in die Lehre nach Wittenberge. Hier wurde er in der Wittenberger Stadtmusikkapelle von Rudolf Kleinow als Fagottist ausgebildet. Darüber hinaus erlernte er das Spielen des Tenorhorns, des Schlagzeuges, das Klavierspiel sowie das Geigenspiel. Seine Körpermaße entsprachen 1884 nicht den Vorschriften für Militärmusiker, als er sich zu einer Ausbildung bewarb. Stattdessen gelang es ihm, am Central-Theater in der Alten Jakobstraße bei Adolf Ernst ein erstes Engagement als Fagottist zu erhalten. Bereits nach einem Jahr wechselte er ins Orchester des Ostend-Theaters in der Großen Frankfurter Straße. Spontan verliebte er sich in die 16-jährige Soubrette Anna Müller, die er 1893 heiratete. Seine Frau feierte später unter dem Namen Anna Müller-Lincke Triumphe beim Berliner Publikum. In der Unterhaltungs- und Tanzmusik sammelte Lincke am Königsstädtischen Theater, dem Belle-Alliance-Theater und dem Parodie-Theater in der Oranienstraße wertvolle Erfahrungen. Er begleitete musikalisch die Varieté-Programme und lieferte eigene Kompositionen für beliebte Couplet-Sängerinnen. Venus auf Erden, ein revueartiger Einakter, entstand 1897 im Apollo-Theater in der Friedrichstraße.  Zwei Jahre lang ließ sich Paul Lincke am berühmtesten europäischen Varieté, den Floies Bergère in Paris, feiern. Danach kehrte er mit neuen Kompositionen an das Apollo-Theater zurück. Mit riesigem Erfolg wurde 1899 Frau Luna uraufgeführt. Im selben Jahr folgten Im Reich des Indra und 1902 die Operette Lysistrata. Für das Libretto sorgte in beiden Werken Heinz Bolten-Baeckers. 1901 traf Lincke auf eine junge Schauspielerin, welche unter dem Künstlernamen Ellen Sousa bekannt war. Sie spielte im Friedrich-Wilhelmstädtischen Theater und verzauberte Lincke vom ersten Augenblick an. Nachdem Sousa dem Begeisterten die erste Einladung ausschlug, was für Lincke eine ungewohnte Situation war, besuchte er immer wieder ihre Vorstellungen und lud sie jedes Mal aufs Neue ein. Das Glück sollte ihm bald ihre Nähe schenken und schon wenige Wochen nach ihrer ersten Begegnung holte Lincke die junge Ellen Sousa in seine Wohnung in der Oranienstraße 64. Ihre Beziehung war gekennzeichnet von tiefer Zuneigung und Leidenschaft. Lincke war nicht in der Lage, ihr einen Wunsch abzuschlagen und so kam es, dass Sousa die Frau Luna im Apollo-Theater sang. Fantastische Kritiken und ein begeistertes Publikum ließen Sousa auf eine große Karriere hoffen, doch es sollte anders kommen. Wenig bekannt ist dieses Verhältnis und noch unbekannter ist die Tatsache, dass Ellen Sousa ihr Bühnenwirken aufgrund einer Schwangerschaft abbrechen musste. 1902 gebar Ellen Sousa Lincke einen Sohn. Lincke verlangte nun, dass Sousa ihren Mutterpflichten nachkommen und die Bühnenarbeit zu diesem Zweck ablegen müsse. Doch schon ein Vierteljahr später hörte man Sousa wieder die Frau Luna am Apollo-Theater singen. Linckes Versuche, sich mit dieser Situation zu arrangieren, scheiterten und so bot er Ellen Sousa die Ehe an und verlangte im Gegenzug, dass sie für immer die Bühne verlässt. Sie sprach ihm eine Bedenkzeit ab und versuchte sich in ihrer neuen Rolle als Hausfrau, Mutter und ewig Wartende. Paul Lincke erlebte in dieser Zeit eine weitere Welle des Erfolges, da seine Stücke nun wieder in Paris gefragt waren. Weiter verbrachte er die Abende, wenn nicht am Theater, in illustren Runden oder großen Gesellschaften, welchen Sousa nicht beiwohnen konnte. Lincke forderte nun eine Antwort von Sousa und erklärte, dass er sie und ihren gemeinsamen Sohn nicht mehr sehen wollte, sollte sie sich für die Bühne entscheiden. Er gab ihr zehn Tage Bedenkzeit, fuhr in dieser Zeit zu einem Gastspiel und als er nach sechs Tagen zurückkehrte, waren Sousa und das Kind ausgezogen. Jahre später heiratete Ellen Sousa einen Großkaufmann, dem sie nach Dresden folgte und der ihren Sohn, ohne Einwände Linckes, adoptierte. Dies war das endgültige Ende der Beziehung zu Ellen Sousa und seinem Sohn. Aus jenen Ereignissen stammt der Walzer Verschmähte Liebe. Der Direktor des Apollo-Theaters, Richard Schultz, verpflichtete Paul Lincke 1908 als ersten Kapellmeister und Komponisten an das Metropol-Theater, dessen pompöse Ausstattungsrevuen zur größten Attraktion der Reichshauptstadt gehörten. 1937 erhielt er die Silberne Ehrenplakette seiner Heimatstadt, an seinem 75. Geburtstag wurde er zum Ehrenbürger von Berlin ernannt. 1943 gastierte Lincke im böhmischen Marienbad, um dort sein Werk Frau Luna zu dirigieren, dessen Uraufführung 1899 als Geburtsstunde der Berliner Operette gilt. Während seiner Abwesenheit wurden seine Wohnung und sein Verlag in der Berliner Oranienstraße ausgebombt. Nach Kriegsende wollte Lincke nach Berlin zurückkehren. Lange bemühte er sich vergebens um die Zuzugsgenehmigung der Alliierten, die man damals auch als gebürtiger Berliner benötigte. Mit Hilfe des amerikanischen Generals Pierce übersiedelte er zunächst mit seiner Haushälterin Johanna Hildebrandt, die bereits 35 Jahre für ihn sorgte, in das oberfränkische Arzberg. Dort bot sich für den gesundheitlich bereits angeschlagenen Lincke nicht das richtige Klima und so sorgten Freunde in Lautenthal (Oberharz) für eine Übersiedlung nach Hahnenklee. Hier starb er kurz vor Vollendung seines 80. Lebensjahres am 3. September 1946. Nach der Trauerfeier in der Stabkirche Hahnenklee erfolgte seine Beisetzung auf dem Hahnenkleer Friedhof, wo sein Grab bis heute gepflegt wird.

 

7.11. Daniel FILLEBORN: 175. Geburtstag

Daniel FILLEBORN

 Er arbeitete in seiner Jugendzeit in dem Bronzekunst-Betrieb seines Vaters. Dort hörte ihn der damalige Direktor der Warschauer Oper J. Quattrini und überredete ihn zum Gesangstudium. Er debütierte im März 1862 an der Großen Oper von Warschau in einem Opernkonzert und sang als erste Partie dort auf der Bühne im Juli 1862 den Alesandro Stradella in der Oper gleichen Namens von Flotow. Er wurde darauf an das Opernhaus von Warschau engagiert, reiste aber im Herbst 1863 zur weiteren Ausbildung nach Mailand, wo er Schüler von Francesco Lamperti wurde. Nach seiner Rückkehr in seine polnische Heimat kam er als erster Tenor an der Oper von Warschau zu einer glänzenden Karriere. Er sang dort Partien wie den Elvino in Bellinis »La Sonnambula«, den Alfredo in »La Traviata«, den Nemorino in »L‘Elisir d’amore«, den Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, den Titelhelden in Verdis »Ernani«, den Riccardo in »Un Ballo in maschera«, den Pollione in »Norma« und den Eleazar in »La Juive« von Halévy. Seine große Rolle war der Jontek in der polnischen Nationaloper »Halka« von Moniuszko. Am 11.12.1869 sang er in der Uraufführung von Moniuszkos »Paria« in Warschau die Partie des Idamor. 1873-74 trat er an den Hofopern von St. Petersburg und Moskau mit großen Erfolgen auf, wobei er in St. Petersburg zusammen mit der berühmten Primadonna Adelina Patti auf der Bühne stand. Wahrscheinlich durch Überanstrengung kam es dann zum fortschreitenden Verlust der Stimme. In den Jahren 1877-82 war er nur noch selten in Warschau zu hören und verabschiedete sich schließlich im Juli 1882 als Don Ottavio im »Don Giovanni« von seinem Publikum. Er lebte seitdem in seinem Landhaus in der Nähe von Warschau und betrieb dort das renommierte Restaurant »Marcelin«, das er von seinem Schwiegervater geerbt hatte. Er starb im Jahr 1904.

 

8.11. Jerome HINES: 95. Geburtstag

Jerome Hines

 Zuerst Mathematik- und Chemiestudium an der Universität von Los Angeles, seit 1938 Ausbildung der Stimme durch Gennaro Curci; auch Schüler von Samuel Margolis in New York und von Rocco Pandiscio. Er debütierte 1941 an der Oper von San Francisco als Monterone im »Rigoletto« und sang dann dort auch den Biterolf im »Tannhäuser«. 1941-42 und 1943-44 war er bei der San Carlo Opera Company engagiert. Er sang anschließend am Opernhaus von New Orleans und mit verschiedenen amerikanischen Orchestern zusammen. Arturo Toscanini förderte die Karriere des jungen Sängers, der 1946 den Prix Caruso gewann. 1946 wurde er an die Metropolitan Oper New York berufen, deren Mitglied er seitdem für mehr als 40 Jahre (!) geblieben ist (Debüt als Sergeant in »Boris Godunow«). Hier ist er insgesamt in 45 verschiedenen Partien und in 869 Vorstellungen aufgetreten; von diesen Partien seien hier nur der Mephisto im »Faust« von Gounod, der Komtur im »Don Giovanni«, der Sprecher wie der Sarastro in der »Zauberflöte«, der Fasolt im »Rheingold«, der Comte des Grieux in »Manon« von Massenet, der Ramfis in »Aida«, der Swallow in »Peter Grimes« von B. Britten, der Basilio im »Barbier von Sevilla«, der Ferrando im »Troubadour«, der Lothario in »Mignon« von A. Thomas, der Raimondo in »Lucia di Lammermoor«, der Sparafucile im »Rigoletto«, der alte Hebräer in »Samson et Dalila« von Saint-Saens, der Dosifej in »Chowanschtschina« von Mussorgski, der Gurnemanz im »Parsifal«, der Großinquisitor wie der König Philipp im »Don Carlos«, der Minister im »Fidelio«, der Colline in »La Bohème«, der Pater Guardian in »La forza del destino«, der Pimen wie die Titelrolle im »Boris Godunow«, der Arkel in »Pelléas et Mélisande«, der Landgraf im »Tannhäuser«, der König Marke in »Tristan und Isolde«, der Gremin im »Eugen Onegin«, der Banquo in Verdis »Macbeth«, der Wotan in der »Walküre«, der Fiesco im »Simon Boccanegra«, der Zaccaria im »Nabucco«, der König Heinrich im »Lohengrin«, den Alvise in »La Gioconda« von Ponchielli, der Silva im »Ernani«,der Conte Rodolfo in Bellinis »La Sonnambula«, der Graf Walter in Verdis »Luisa Miller«, der Phorcas in »Esclarmonde« von Massenet, der Zacharie in Meyerbeers »Le Prophète« und der Marquis de la Force in »Dialogues des Carmélites« von Fr. Poulenc genannt. Gastspiele an den Opern von Rio de Janeiro, Säo Paulo und Mexico City brachten große Erfolge. 1953 sang er bei den Festspielen von Edinburgh den Nick Shadow in »The Rake’s Progress« von Strawinsky. 1954 feierte man ihn in München als Don Giovanni. Glanzvolle Gastspiele auch an der Oper von Rom (1984 als Arkel), beim Maggio Musicale von Florenz und 1958 an der Mailänder Scala (als Titelheld in »Eracle« von Händel). Seit 1958 trat er bei den Festspielen von Bayreuth auf; hier hatte er 1958-59 als Gurnemanz, 1959 als König Marke, 1960-61 und 1963 als Wotan in der »Walküre« sowie 1961 als Wotan auch im »Rheingold« seine Erfolge. Berühmt auch als Boris Godunow (den er u.a. auch 1962 am Bolschoi Theater Moskau sang). 1962, 1964, 1966 und 1967 war er am Teatro Colón Buenos Aires zu Gast, auch in Budapest und in Toronto. Seine Karriere dauerte sehr lange; noch 1986 gastierte er an der Oper von Cincinnati als Sarastro, 1988 in Newark als blinder Vater in Mascagnis »Iris«, 1989 in New Orleans als Ramfis (45 Jahre nach seinem ersten Auftritt an diesem Haus), 1990 in New Orleans als Oroveso in Bellinis »Norma«. 1991 wurde sein 50jähriges Bühnenjubiläum festlich begangen, 1992 trat er bei der Long Beach Opera als Fiesco auf. 1996 sang er in Boston den Pater Guardian in einer konzertanten Aufführung von »La forza del destino« von Verdi. Noch 1997 hörte man ihn an der Oper von New Orleans als Sarastro. Er starb 2003 in New York. Er war verheiratet mit der Sängerin Lucia Evangelista (1917-2000). – 1968 erschien seine Selbstbiographie unter dem Titel »This is My Story. This is My Song«. Er war auch als Komponist tätig und schrieb eine Oper »I Am The Way«, deren Inhalt das Leben Jesu zugrunde liegt. 1982 gab er eine Sammlung von Interviews mit bedeutenden Sängern unter dem Titel »Great Singers on Great Singing« heraus. – Reich gebildete Stimme von einer unerschöpflichen Tonfülle und einer besonderen Intensität des dramatischen Ausdrucks, gleich vortrefflich im Wagner-Repertoire wie auf allen anderen Gebieten der Oper und des Oratoriums.

Schallplatten: RCA (»Macbeth« von Verdi, »Lohengrin«, Missa solemnis von Beethoven unter Toscanini), Decca (u a. vollständige Oper »La Favorita« von Donizetti), Columbia (»Messiah«), CBS (»Le Prophète« von Meyerbeer, »Herzog Blaubarts Burg« von Bartók), UORC (»Aida«, Großinquisitor in Verdis »Don Carlos«), Estro Armonico (Philipp im »Don Carlos«), Melodram (nochmals Philipp im »Don Carlos«, Wotan im »Rheingold«, »Tannhäuser«), Cetra (»Manon« von Massenet), Bruno Walter Society (»Fidelio«), Historical Performances (Sarastro in der »Zauberflöte«), GDS/Melodram (»Eracle« von Händel, Scala 1958).

 

9.11. Ricardo ORTALE (argentinischer Bariton): 65. Geburtstag

 

9.11. Piero CAPPUCCILLI: 90. Geburtstag

Piero Cappuccilli

 

 Ursprünglich hatte er die Absicht, Architekt zu werden. Sein Vater erkannte jedoch die Schönheit seiner Stimme und ließ sie durch Luciano Donaggio in Triest ausbilden. 1957 erfolgte sein Bühnendebüt am Teatro Nuovo in Mailand als Tonio im »Bajazzo«. Er gewann Preise beim Gesangwettbewerb von Vercelli und beim Festival von Spoleto. 1960 sang er in einer einzigen Vorstellung an der Metropolitan Oper New York den Germont-père in »La Traviata«. Es entwickelte sich schnell eine bedeutende Karriere an den führenden italienischen Opernhäusern. Sehr oft sang er an der Mailänder Scala, wo er 1964 als Antrittsrolle den Enrico in »Lucia di Lammermoor« vortrug. Seither ist er immer wieder dort aufgetreten: 1964, 1967 und 1970 als Graf Luna im »Troubadour«, 1965-66, 1972, 1976 und 1986 als Amonasro in »Aida«, 1965 und 1978 als Carlos in Verdis »La forza del destino«, 1968 als Hermann in »Loreley« von Catalani, 1968, 1970 und 1977 als Posa in Verdis »Don Carlos«, 1969 wieder als Enrico und als Don Carlo in Verdis »Ernani«, 1970-71 als Rigoletto, 1970 als Monforte in Verdis »I Vespri Siciliani«, 1971, 1973, 1976, 1978-79 und 1981-82 als Simon Boccanegra in der gleichnamigen Verdi-Oper, 1972 und 1977 als Renato in Verdis »Un Ballo in maschera«, 1974 als Alfonso in Donizettis »La Favorita«, 1975 als Ezio in Verdis »Attila«, 1975, 1979 und 1985 als Macbeth in der gleichnamigen Verdi-Oper, 1976 als Miller in Verdis »Luisa Miller«, 1976, 1980 und 1987 als Jago in Verdis »Otello«, 1977 als Valentin im »Faust« von Gounod, 1979 als Marcello in »La Bohème« und als Francesco Foscari in Verdis »I due Foscari«, 1982 und 1985 als Carlo Gérard in »Andrea Chénier« von Giordano, 1983 und 1987 als Michele in Puccinis »Il Tabarro« und 1989 als Scarpia in »Tosca«. 1966-94 gastierte er in insgesamt 177 Vorstellungen an der Wiener Staatsoper als Amonasro, als Jago, als Rigoletto, als Germont-père, als Carlo in »La forza del destino«, als Tonio im »Bajazzo«, als Renato in Verdis »Un Ballo in maschera«, als Posa, als Graf Luna, als Simon Boccanegra, als Ezio, als Carlo Gérard und als Macbeth. Der Künstler gastierte sehr erfolgreich in Deutschland, Österreich, Holland und Frankreich. Er sang an der Covent Garden Oper London (1967 Germont-père, 1974 Jago, 1975 Renato) und am Bolschoi Theater von Moskau. 1968 und 1970 gastierte er bei den Festspielen in der Arena von Verona als Posa, als Carlo in »Ernani« und als Graf Luna. Er trat oft an der Oper von Chicago auf, u.a. 1969 in Verdis »I due Foscari«. 1972 unternahm er eine ausgedehnte Gastspiel-Tournee durch Westdeutschland. An der Grand Opéra Paris gastierte er 1974 als Graf Luna, 1976-77 als Carlo in »La forza del destino«, 1978-79 als Simon Boccanegra und 1983 als Miller. Große Erfolge bei den Salzburger Festspielen 1975-78 als Posa, 1979-80 als Amonasro, 1984-85 als Macbeth und 1986 mit einem Recital. 1986 trat er beim Orange Festival gleichfalls als Macbeth von Verdi auf. 1989 sang er an der Londoner Covent Garden Oper an einem Abend den Tonio im »Bajazzo« und den Alfio in »Cavalleria rusticana«. 1990 sang er den Simon Boccanegra (seine besondere Glanzrolle) am Teatro Liceu Barcelona, an der Stuttgarter Staatsoper den Scarpia. In der Saison 1991-92 hörte man ihn bei den Festspielen von Verona wie am Teatro San Carlo Neapel als Nabucco von Verdi, an der Covent Garden Oper London als Rigoletto. Sein Bühnenrepertoire enthielt mehr als 50 große Partien, davon allein 16 in Verdi-Opern. Er starb 2005 in Triest.

Die kraftvolle, ausdrucksstarke Baritonstimme des Künstlers ist auf verschiedenen Marken zu hören. Bereits 1959 sang er auf Columbia in »Lucia di Lammermoor« mit Maria Callas zusammen, später in einer Aufnahme von »Le nozze di Figaro«. Weitere Aufnahmen bei Decca (»La Wally« von Catalani, »I Puritani«, »Cavalleria rusticana«), Supraphon (»Der Barbier von Sevilla«, »Lucia di Lammermoor«), HMV (»Aida«, »Don Carlos«, »Il Pirata« von Bellini), DGG (»Macbeth«, »Nabucco«, »Rigoletto«), HRE (»Attila« von Verdi), Cetra (»Un giorno di Regno« von Verdi), Morgan (»Roberto Devereux« von Donizetti), RCA (»Simon Boccanegra« von Verdi), Philips (»I Masnadieri« und »I due Foscari« von Verdi), Hungaroton (»Macbeth« von Verdi), Rizzoli Records (»Beatrice di Tenda« von Bellini), Frequenz (»Rigoletto« und »Lucia di Lammermoor«, Mitschnitte von Sendungen der RAI, 1957), Nuova Era (»Loreley« von Catalani) und Eurodisc (»Der Barbier von Sevilla«, Escamillo in »Carmen«); Castle-Video (»Don Carlos« von Verdi), Videoland Wien (»Un Ballo in maschera«, Covent Graden Oper London 1986), Warner-Video (Jago in Verdis »Otello«, Verona 1982).

 

9.11. Pierrette ALARIE: 95. Geburtstag

Pierrette_Alarie

 Sie war die Tochter des Dirigenten Sylva Alarie und der Schauspielerin Amanda Plante-Alarie. Sie studierte zuerst bei Jeanne Maubourg und bei Albert Roberval in Montreal, dann 1938-44 bei dem Gesangpädagogen Salvator Isaurel, 1943-46 am Curtis Institute of Music in Philadelphia, wo sie Schülerin der großen Sopranistin Elisabeth Schumann war. Ein semiprofessionelles Debüt hatte bereits 1938 in Montreal in der Operette »Im weißen Rössl« von R. Benatzky stattgefunden; seit 1940 trat sie als Konzertsopranistin auf, 1943 sang sie in Montreal die Barbarina in »Le nozze di Figaro«, später weitere Rollen bis zur Marie in »La Fille du Régiment« von Donizetti. Nachdem sie 1945 den Gesangwettbewerb der Metropolitan Oper New York gewonnen hatte, debütierte sie an diesem Haus im Dezember 1945 als Page Oscar in Verdis »Un Ballo in maschera«. Sie hatte dort bis 1948 in insgesamt 26 Vorstellungen große Erfolge als Olympia in »Hoffmanns Erzählungen«, als Xenia im »Boris Godunow« und als Blondchen in der »Entführung aus dem Serail«. 1946 heiratete sie den kanadischen Tenor Léopold Simoneau (1916-2006), mit dem sie 1949 an die Opéra-Comique Paris engagiert wurde, deren Mitglied sie bis 1953 war. Sie debütierte an diesem Haus als Olympia und sang dort die Lakmé von Delibes, die Leila in »Les pêcheurs de perles« von Bizet und die Rosina im »Barbier von Sevilla«. An der Grand Opéra Paris hörte man sie 1950 und 1953 in Opern von Rameau. Sie sang 1951 beim Edinburgh Festival die Zerline im »Don Giovanni«; bei den Festspielen von Aix-en-Provence war sie 1951 als Carolina in Cimarosas »Il matrimonio segreto«, 1952 als Zerline im »Don Giovanni« anzutreffen. 1959 gastierte sie bei den Salzburger Festspielen als Isotta in »Die schweigsame Frau« von Richard Strauss und trat dort auch in zwei Mozart-Konzerten auf. 1954 große Nordamerika-Tournee zusammen mit ihrem Gatten. In Deutschland trat sie gastweise an der Münchner Staatsoper und beim Mozartfest in Würzburg auf, in Nordamerika an den Opernhäusern von San Francisco (1959 als Zerline im »Don Giovanni« und als Najade in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss), New Orleans und Philadelphia. Aus ihrem Bühnenrepertoire sind noch die Titelrolle in »Mireille« von Gounod, die Traviata und die Micaela in »Carmen« zu erwähnen. 1966 gab sie ihre Bühnenkarriere auf (Abschiedsvorstellung in Lehárs »Die lustige Witwe«), 1970 sang sie letztmals im Konzertsaal, und zwar das Sopransolo im »Messias« in Montreal. Sie arbeitete dann im pädagogischen Bereich und leitete seit den sechziger Jahren zusammen mit Léopold Simoneau eine Kammer-Operntruppe. Seit 1972 lebte sie in Kalifornien. Sie starb im Juli 2011 in Victoria (BC) in Canada. – Technisch hervorragend durchgebildeter Koloratursopran, der seine besten Leistungen im Mozartgesang, im italienischen und französischen Repertoire erreichte, auch als Oratoriensopranistin bedeutend.

Viele Schallplatten auf Philips (»Les pêcheurs de perles« von Bizet, »Orphée et Eurydice« von Gluck), Telefunken (Duette mit Léopold Simoneau), Ducretet-Thomson, DGG, MMS (Micaela in »Carmen«, »Faust« von Gounod sowie eine weitere Duettplatte mit ihrem Gatten), Melodram (Olympia in »Hoffmanns Erzählungen«, Mitschnitt »Die Schweigsame Frau« aus Salzburg), Classic Editions (»Un Ballo in maschera«, Metropolitan Oper 1947), CBC, Westminster.

 

10.11. Franz KRÜKL: 175. Geburtstag

 Er kam mit zehn Jahren nach Wien und wurde 1855 als Sängerknabe in die Hofkapelle aufgenommen. Er komponierte, noch ganz jung, einige Vokalwerke, darunter eine Messe, die 1856 in der Klosterneuburger Kirche aufgeführt wurde. 1859 bezog er die Wiener Universität, studierte dort Jurisprudenz und promovierte zum Doktor der Rechtswissenschaften. 1864-68 arbeitete er in einer Wiener Anwaltskanzlei. Während er im Chor des Wiener Akademischen Gesangvereins sang, wurde man auf seine Stimme aufmerksam, die er dann durch den Hofkapellmeister Felix Otto Dessoff ausbilden ließ. 1868 kam es zu seinem Bühnendebüt am Theater von Brünn (Brno) in der Partie des Enrico in »Lucia di Lammermoor«. Am 18.2.1869 wirkte er in der Uraufführung der endgültigen Fassung des Deutschen Requiems von Johannes Brahms in Leipzig mit. Von Brünn aus ging er 1869 an das Hoftheater von Kassel, an dem er als Antrittsrolle den Grafen Luna im »Troubadour« sang und bis 1871 im Engagement blieb. 1871-74 wirkte er als Sänger und Regisseur am Stadttheater von Augsburg. 1874-81 war er am Stadttheater (Opernhaus) von Hamburg tätig, unterbrochen von einem Engagement in der Spielzeit 1876-77 am Opernhaus von Köln. In Hamburg wirkte  er 1878 in der Uraufführung der Oper »Ännchen von Tharau« von Heinrich Hofmann, 1879 in der von Anton Rubinsteins »Nero« mit. Er gastierte an den Hofopern von München (1872, 1873) und Wien (1880 als Wolfram im »Tannhäuser«, als Amonasro in »Aida«, als Telramund im »Lohengrin« und als Fliegender Holländer sowie 1885 als Julius in »Nero« von Rubinstein und nochmals als Wolfram), am Hoftheater Hannover (1886), am Opernhaus von Frankfurt a.M. (häufig 1884-86) und an der Berliner Kroll-Oper (1872, 1873, 1885). Auf Einladung von Angelo Neumann nahm er 1882-83 an dessen Tournee mit dem reisenden Wagner-Theater teil, die ihm in 58 Städten in Deutschland, in Belgien, Holland und Italien, in Österreich und in der Schweiz (wie der gesamten Truppe) große Erfolge als Wagner-Sänger brachte. Pädagogische Tätigkeit 1883-92 am Hoch’schen Konservatorium Frankfurt a.M. 1892 ging an das Stadttheater von Straßburg; 1893 feierte man dort sein 25jähriges Bühnenjubiläum. Am Stadttheater von Straßburg wirkte er bis zu seinem Tod 1899 als Direktor und Oberregisseur, trat aber auch noch als Konzert- und Oratoriensänger auf. Sein Repertoire für die Bühne enthielt u.a. den Wotan in der »Walküre«, den Alberich im »Rheingold« wie im »Siegfried«, den Jäger im »Nachtlager von Granada« von C. Kreutzer, den König Salomon in Goldmarks »Königin von Saba«, den Siegfried in »Genoveva« von R. Schumann, die Titelrolle im »Barbier von Sevilla«, den Malatesta im »Don Pasquale«, den Renato in Verdis »Maskenball«, den Germont sr. in »La Traviata«, den Escamillo in »Carmen« und den Juda in »Die Makkabäer« von A. Rubinstein. Er gehörte zu den Gründern der Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger, um die er sich bis zu seinem Tod große Verdienste erwarb.

 

11.11. Boris MOROSOW: 85. Geburtstag

Boris Morosow

 Er arbeitete zunächst als Bergmann. Nachdem man seine schöne Stimme entdeckt hatte, wurde er Schüler von Korobejtschenko in Donezk (Ukraine). Bühnendebüt 1960 am Opernhaus von Odessa als Kontschak in »Fürst Igor« von Borodin. Nach bedeutenden Erfolgen an verschiedenen russischen Opernhäusern folgte er einem Ruf an das Bolschoi Theater Moskau, zu dessen großen Künstlern er für viele Jahre zählte. Durch Gastspiele wurde er international bekannt. So sang er 1987 bei den Festspielen von Wiesbaden, an der Covent Garden Oper London und an mehreren deutschen Theatern den Warlaam im »Boris Godunow«, 1988 an der Oper von Boston in der amerikanischen Erstaufführung der Oper »Die toten Seelen« von R. Schtschedrin. Man bewunderte seine dunkel timbrierte Stimme im seriösen wie im komischen Repertoire, vor allem in Partien wie dem Farlaf in »Ruslan und Ludmilla« von Glinka, dem Jurij in der »Legende von der unsichtbaren Stadt Kitesch« von Rimsky-Korssakow und dem König Philipp in Verdis »Don Carlos«. Auch als Konzert- und Liedersänger geschätzt. Er starb im Jahr 1997. – Er darf nicht mit dem jüngeren Bassisten Alexander Morozow verwechselt werden, der ebenfalls an der Oper von St. Petersburg (Leningrad) sang und in einem ähnlichen Repertoire auftrat und auch nicht mit dem (etwa gleichaltrigen) Bassisten Wladimir Morozow.

Schallplatten: Melodiya (u.a. vollständige Opern »Ruslan und Ludmilla« von Glinka und »Die toten Seelen« von R. Schtschedrin).

 

11.11. Jakob SOLTERMANN: 85. Geburtstag

 Ausbildung durch Helga Kosta in Bern und durch Bruno Manazza in Zürich. Er war nacheinander engagiert am Theater von St. Gallen (1954-56), am Stadttheater Bern (als Chorist, 1956-57), am Städtebundtheater Biel-Solothurn (1957-59), am Stadttheater Luzern (1959-61), am Opernhaus Zürich (1961-63), am Landestheater Salzburg (1963-67), am Stadttheater Trier (1967-69), am Stadttheater Bremerhaven (1969-73) und gab dann von Biel aus, wo er als Gesangpädagoge tätig war, Gastspiele. Als Gast hörte man ihn u.a. an den Theatern von Zürich und Basel, an den Staatstheatern von Braunschweig und Oldenburg, am Teatro Liceu Barcelona, an den Opernhäusern von Bordeaux und Lyon, in Metz, Münster (Westfalen) und Lübeck wie bei den Festspielen im Barock-Theater von Drottningholm. Sein Bühnenrepertoire war reichhaltig und enthielt vor allem Partien aus dem lyrischen Stimmfach, darunter den Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«, den Don Ottavio im »Don Giovanni«, den Ferrando in »Così fan tutte«, den Tamino in der »Zauberflöte«, den Ernesto im »Don Pasquale«, den Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, den Paolino in »Il matrimonio segreto« von Cimarosa, den Chapelou im »Postillon von Lonjumeau« von Adam, den Titelhelden in »Hoffmanns Erzählungen«, den Herzog im »Rigoletto«, den Alfredo in »La Traviata«, den Rodolfo in »La Bohème«, den Pinkerton in »Madame Butterfly«, den Rinuccio in Puccinis »Gianni Schicchi«, den Stewa in Janáceks »Jenufa«, den Steuermann in »Der fliegende Holländer«, den italienischen Sänger im »Rosenkavalier«, dazu Partien in Operetten. Er starb 1991 in Biel.

 

12.11. William JUSTUS: 80. Geburtstag

 Seine Lehrer waren die Pädagogen E.J. Remley in Kansas City und Joseph Pouhe in New York. Er debütierte 1962 in Kansas City als Figaro in Rossinis »Barbier von Sevilla«. 1963 ging er nach Europa und sang hier an Theatern in Deutschland, in Italien und in der Schweiz, u.a. an der Deutschen Oper Berlin. Er gehörte 1964-68 dem Opernhaus von Zürich, 1967-69 der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg an. 1974 kam er wieder nach Nordamerika zurück. 1974-78 und nochmals 1981 trat er an der City Opera New York auf; 1976 gastierte er (in einer einzigen Aufführung) an der New Yorker Metropolitan Oper als Escamillo in »Carmen«. Er sang in den USA auch an den Opern von Boston, Cincinnati, Pittsburgh, San Diego, Houston/Texas, New Orleans, Miami und an der San Francisco Opera (1971 Malatesta in »Don Pasquale« und 1972 Titelpartie in Monteverdis »L‘Orfeo«). Aus seinem Bühnenrepertoire sind als Hauptrollen zu nennen: der Graf in »Le nozze di Figaro«, der Don Giovanni, der Gugliemo in »Così fan tutte«, der Talbot in »Maria Stuarda« von Donizetti, der Rigoletto, der Renato in Verdis »Un Ballo in maschera«, der Graf Luna im »Troubadour«, der Ezio in »Attila« von Verdi, der Marcello in Puccinis »La Bohème«, der Scarpia in »Tosca«, der Gérard in »Andrea Chénier« von Giordano, der Telramund im »Lohengrin«, der Jochanaan in »Salome« von R. Strauss und die Titelrolle in »Hamlet« von A. Thomas. Auch als Konzertsänger erfolgreich aufgetreten. Er starb 1986 in Miami.

Schallplatten: Decca.

 

13.11. Joonas KOKKONEN: 95. Geburtstag

 Er verbrachte den größten Teil seines Lebens in Järvenpää bei Helsinki. Sein Studium führte ihn an die Universität Helsinki und später an die Sibelius-Akademie, wo er später auch Komposition lehrte; zu seinen Studenten zählte unter anderem Aulis Sallinen. Zusätzlich zu seiner Arbeit als Komponist war er als Vorsitzender oder Organisator wesentlich im finnischen Kulturleben engagiert, etwa an der Spitze von Organisationen wie der Gesellschaft Finnischer Komponisten und anderen. Seine Absicht war es stets, das musikalische Ausbildungsniveau zu heben, wie auch den Status und die Anerkennung der klassischen Musik und der finnischen Musik allgemein. In den 1960er und 1970er Jahren erhielt er zahlreiche Auszeichnungen für sein Werk. Kokkonen war einer der international berühmtesten finnischen Komponisten des 20. Jahrhunderts nach Sibelius. Trotz seines Studiums an der Sibelius Akademie erlernte er die Komposition weitgehend autodidaktisch. Üblicherweise werden seine Kompositionen in drei Stilperioden eingeteilt: Ein neoklassizistischer Frühstil 1948-58, eine relativ kurze Mittelphase des zwölftönigen Stils 1959-66, sowie eine späte „neo-romantische“ Stilphase mit freier Tonalität, die jedoch auch Aspekte früherer Schaffensphasen aufgreift; die letztere begann 1967 und dauerte bis zu seinem Lebensende an. Die Mehrzahl seiner frühen Werke gehört der Kammermusik an, und beinhaltet ein Klaviertrio und ein Klavierquintett; der Stil ist kontrapunktisch und beeinflusst von Bartók, greift aber auch auf Modelle der Renaissance und des Barock zurück. Während der zweiten Stilphase entstanden die ersten beiden seiner insgesamt 4 Sinfonien. Trotz Verwendung der Zwölftontechnik vermied er allzu große Strenge, was sich im gelegentlichen Gebrauch von Dreiklängen und Oktaven ausdrückt; er bevorzugte auch eine melodische Verwendung der Reihen, indem er den aufeinanderfolgenden Noten die gleiche Klangfarbe verlieh (viele andere Zwölftonkomponisten teilen eine Reihe zwischen unterschiedlichen Stimmen auf). In der dritten Stilperiode schrieb Kokkonen die Werke, die ihn international bekannt machten: Die beiden letzten Sinfonien, …durch einen Spiegel für 12 Solostreicher, das Requiem, und die Oper Die letzten Versuchungen (1975) (Viimeiset kiusaukset), basierend auf Leben und Tod des finnischen Erweckungspredigers Paavo Ruotsalainen. Die Oper ist mit Chorälen durchsetzt, die auf Johann Sebastian Bach zurückverweisen, und gleichzeitig an die afro-amerikanischen Spirituals erinnern, die mit ähnlicher Absicht Michael Tippett in seinem Oratorium A Child of our Time verwendet hatte. Die Oper hat bislang mehr als 500 Aufführungen weltweit erlebt, so kam sie 1983 auch an der Metropolitan Opera in New York heraus. Vielfach wird sie als Finnlands charakteristischste Nationaloper betrachtet. 1968 wurde Kokkonen mit dem Musikpreis des Nordischen Rates ausgezeichnet. 1973 erhielt er zusammen mit Wutold Lutoslawski den Wihuri-Sibelius-Preis. Kokkonen starb 1996 in Järvenpää.

 

13.11. Greta SÖDERMAN: 125. Geburtstag

 Sie studierte zuerst bei ihrem Vater, dann in Frankreich und Italien, vor allem aber bei Adelaide von Skilondz in Stockholm. Ihr Vater, Carl August Söderman (1860-1916), war lange als Bariton und Regisseur an der Stockholmer Oper tätig und kreierte dort mehrere Wagner-Partien; ihre Mutter war die Sopranistin Erika Bergenson (1864-1904), ihre Schwester, die Operettensängerin Ingalill Söderman (1902-88). Sie stand erstmals 1914 bei einem Gastspiel der Stockholmer Oper in Göteborg als Zerline im »Don Giovanni« auf der Bühne. 1915 wurde sie an die Königliche Oper Stockholm verpflichtet, in deren Haus sie als Antrittsrolle die Mimi in »La Bohème« sang, und der sie bis 1930 als Mitglied angehörte. Hier sang sie 1926 die Zerbinetta in der schwedischen Erstaufführung der Richard Strauss-Oper »Ariadne auf Naxos«. Sie sang an der Stockholmer Oper auch in den schwedischen Erstaufführungen der Opern »Un ballo in maschera« von Verdi (1927 die Amelia) und »Manon Lescaut« von Puccini (1929 die Titelpartie). In den Jahren 1919-22 gab sie Gastspiele in der CSR, in Rumänien und in Italien. 1930 verließ sie wegen Meinungsverschiedenheiten mit dem Direktor der Stockholmer Oper John Forsell dieses Haus. Seitdem gastierte sie häufig am Stora Theater Göteborg. Ihr vielseitiges Repertoire wurde durch Partien wie die Traviata, die Titelfigur in »Manon« von Massenet und die Adele in der »Fledermaus« gekennzeichnet. Sie trat gastweise in Operetten auf und gab Kirchenkonzerte, namentlich in der Kirche von Ekerö. Sie arbeitete später als Pädagogin in Göteborg und gab noch Gastspiele und Konzerte. 1951 wirkte sie am Stora Theater Göteborg in der schwedischen Premiere von Benjamin Brittens »Albert Herring« mit. Bereits 1924 erhielt sie vom schwedischen König den Orden »Litteris et artibus«. Sie starb 1969 in Stockholm.

Schallplatten: Odeon, HMV (hier u.a. Duette mit Joseph Hislop), Pathé.

 

13.11. Josip NOLLI: 175. Geburtstag

Josip_Nolli

 Seine Ausbildung fand in Wien und dann durch A. Gioramini in Mailand statt. 1865-75 betätigte er sich in Ljubljana als Konzertsänger, mehr aber noch als Organisator von Opern- und Konzertaufführungen. Seine eigentliche Bühnenkarriere nahm erst 1877 ihren Anfang, als er an den Opernhäusern von Zagreb und Prag auftrat. In der Folgezeit entfaltete er eine ausgedehnte Gastspieltätigkeit. In Italien war er in Bologna, Rom, Mailand, Florenz, Neapel, Turin, Bologna, Genua und Palermo zu Gast. Man hörte ihn an den Hofopern von St. Petersburg und Moskau, an den Opernhäusern von Odessa, Kiew und Lwów (Lemberg) und an der Budapester Oper. In Spanien gastierte er sowohl in Barcelona als auch in Madrid. Seit 1890 war er wieder als Impresario in Ljubljana anzutreffen. Seine wichtigsten Bühnenpartien waren der Rigoletto, der Graf Luna im »Troubadour«, der Amonasro in »Aida«, der Germont-père in »La Traviata«, der Escamillo in »Carmen«, der Mephisto im »Faust« von Gounod und der Figaro im »Barbier von Sevilla« von Rossini. Im Konzertsaal sang er ein weitläufiges Repertoire. Er starb 1902 in Ljubljana.

 

14.11. Leonie RYSANEK: 90. Geburtstag

Leonie Rysanek

 Ihr Vater war tschechischer Abstammung. Sie studierte wie ihre ältere Schwester Lotte Rysanek (* 1924) am Konservatorium der Stadt Wien. Ihre Lehrer waren die Sänger Alfred Jerger und Rudolf Großmann (1901-83), den sie 1950 heiratete. Die Künstlerin debütierte 1949 am Landestheater von Innsbruck als Agathe im »Freischütz« von Weber. 1950-52 sang sie am Theater von Saarbrücken und 1952-54 an der Staatsoper von München, an der sie weiterhin als ständiger Gast wirkte. 1954 wurde sie an die Staatsoper von Wien berufen, an der sie bereits 1950 als Myrtocle in »Die toten Augen« von Eugen d’Albert, als Agathe und als Tatjana im »Eugen Onegin« gastiert hatte und bald große Erfolge hatte. Hier hörte man sie bis 1992 als Senta in »Der fliegende Holländer«, als Sieglinde in der »Walküre«, als Leonore im »Fidelio«, als Tosca, als Turandot von Puccini, als Leonore in »La forza del destino«, als Aida, als Chrysothemis in »Elektra« von R. Strauss, als Desdemona in Verdis »Otello«, als Kaiserin in der »Frau ohne Schatten« von R. Strauss, als 1. Dame in der »Zauberflöte«, als Donna Anna im »Don Giovanni«, als Elisabeth im »Tannhäuser«, als Marschallin im »Rosenkavalier«, als Amelia in Verdis »Un Ballo in maschera«, als Elisabetta in Verdis »Don Carlos«, in der Titelrolle von »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, als Elsa (und später auch als Ortrud) im »Lohengrin«, als Milada in »Dalibor« von Smetana, in der Titelrolle in Cherubinis »Medea«, als Salome (und später auch als Herodias) in »Salome« von R. Strauss, als Kundry im »Parsifal«, als Santuzza in »Cavalleria rusticana«, als Küsterin in Janáceks »Jenufa« und als Kabanicha in Janáceks »Katja Kabanowa« in insgesamt 537 Vorstellungen. Bei den Bayreuther Festspielen sang sie 1951, 1958 und 1965-69 die Sieglinde, 1958 die Elsa, 1959 und 1969-70 die Senta, 1964-66 die Elisabeth im »Tannhäuser« und 1982-83 die Kundry im »Parsifal« (bei der Hundertjahrfeier dieses Bühnenwerks). Sie war zu Gast an der Covent Garden Oper London (1953-55, 1959, 1963), sie sang als Antrittsrolle hier 1953 (mit dem Münchner Ensemble) die Danaë in der Richard Strauss-Oper »Die Liebe der Danaë«, später die Chrysothemis, die Sieglinde, die Tosca und die Elsa. Sie sang als Antrittsrolle an der Mailänder Scala 1954 die Chrysothemis, dann 1955 und 1958 die Sieglinde, 1959 die Desdemona, 1966 die Senta, 1974 die Leonore im »Fidelio« und 1995 die Herodias. 1956 fand ihr Amerika-Debüt an der Oper von San Francisco als Senta statt; dort sang sie 1956-57 und 1960 die Aida, 1956, 1976, 1981 und 1983 die Sieglinde, 1957 die Ariadne, die Lady Macbeth in Verdis »Macbeth«, die Turandot und die Amelia in Verdis »Un ballo in maschera«, 1958 die Leonore in »La forza del destino«, 1958 und 1973 die Elisabeth im »Tannhäuser«, 1960, 1976 und 1980 die Kaiserin in der »Frau ohne Schatten«, 1973 und 1979 die Chrysothemis, 1974 die Salome, 1976 die Tosca und die Marschallin, 1982 die Ortrud, 1986 (anlässlich ihre 30-jährigen Jubiläums an diesem Haus) die Kostelnicka in Janáceks »Jenufa«, 1993 die alte Gräfin »Pique Dame« von Tschaikowsky und 1993 die Herodias. Bei den Festspielen von Salzburg sang sie 1958 das Sopransolo im Requiem von Verdi und 1974-75 die Kaiserin in der »Frau ohne Schatten«. 1959 wurde sie an die Metropolitan Oper New York verpflichtet. Hier hatte sie bei ihrem Debüt 1959 einen besonders großen Erfolg, als sie Maria Callas in der Partie der Lady Macbeth in Verdis »Macbeth« ersetzte. Seither hatte sie auch dort eine glanzvolle, langjährige Karriere. Sie ist am New Yorker Haus der Metropolitan Oper in zwanzig verschiedenen Partien in insgesamt 299 Vorstellungen aufgetreten (als Aida, als Elisabetta im »Don Carlos«, als Senta, als Leonore in »La forza del destino«, als Sieglinde, als Marschallin, als Abigaille in Verdis »Nabucco«, als Elisabeth im »Tannhäuser«, als Chrysothemis, als Amelia in Verdis »Un ballo in maschera«, als Ariadne, als Leonore im »Fidelio«, als Desdemona, als Elsa, als Tosca, als Kaiserin in der »Frau ohne Schatten«, als Salome, als Kundry, als Ortrud, als Kabanicha, als Klytämnestra in »Elektra« von R. Strauss und als Küsterin. 1984 ehrte die Metropolitan Oper die Künstlerin anlässlich ihrer 25jährigen Zugehörigkeit zum Haus durch ein großes Galakonzert. 1996 verabschiedete sie sich vom Publikum der Metropolitan Oper als alte Gräfin in »Pique Dame« von Tschaikowsky. Sie war zu Gast an den Staatsopern von Hamburg und München und an der Städtischen Oper (seit 1961 Deutsches Opernhaus) Berlin. Eine weltumspannende Gastspiel- und Konzerttätigkeit kennzeichnete die Karriere der Künstlerin. 1972 bewunderte man an der Grand Opéra Paris ihre Kaiserin in der »Frau ohne Schatten«. Hier sang sie auch 1974-75 die Chrysothemis, 1988 und 1990-91 die Kabanicha, 1992 die Klytämnestra und 1994 die Herodias. 1974 triumphaler Erfolg bei den Festspielen von Orange als Salome. 1984 Teilnahme an der Japan-Tournee der Hamburger Staatsoper; 1986 sang sie beim Orange Festival die Elisabeth im »Tannhäuser«. 1989 hörte man sie an der Oper von Marseille als Klytämnestra, an der Australian Opera Sydney 1985 als Kostelnicka, am Teatro Liceu Barcelona 1990 als Kostelnicka und 1992 als alte Gräfin in »Pique Dame«, an der Deutschen Oper Berlin 1990-91 als Herodias, 1994 beim Maggio Musicale von Florenz als Herodias, 1995 am Teatro Colón Buenos Aires, 1996 bei den Salzburger Festspielen (zugleich ihr Abschied von der Bühne) als Klytämnestra. In einem »Elektra«-Film übernahm sie unter der Regie von Götz Friedrich die Titelrolle (mit Astrid Varnay als Klytämnestra und Karl Böhm als Dirigenten). In zweiter Ehe mit dem Musikologen E.-L. Gausmann verheiratet. Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper, mit der silbernen Rose der Wiener Philharmonie ausgezeichnet. 1997 wurde sie in das Amt des Präsidenten der Wiener Festwochen gewählt, im Februar 1998 zur Ehrenbürgerin der Stadt Wien ernannt. Sie starb 1998 in Wien (nach schwerer Krankheit). – Dramatische Ausdrucksintensität und ein großes Stimmvolumen gaben die Grundlage für die Partien ab, die sie gestaltete, die aber ganz durch ihre eminente Persönlichkeit geprägt wurden; zumal als Wagner- und Richard-Strauss-Sängerin geschätzt. Auch als Oratorien- und Liedersängerin weltweit berühmt.

Lit: R. Celletti, R. Vegeto & G. Gualerzi: Leonie Rysanek (in »Le grandi Voci«, Rom 1964); A. Blyth: Leonie Rysanek (in »Opera«, 1994).

Schallplatten der Marken Columbia, RCA (»Der fliegende Holländer«, »Ariadne auf Naxos«, »Macbeth«, »Otello«), Philips (»Die Walküre«), HMV (»Die Walküre«), DGG (»Fidelio«, Herodias in »Salome«) und Decca (»Die Frau ohne Schatten«). Sang in Mitschnitten von den Bayreuther Festspielen die Senta in »Der fliegende Holländer« auf Replica (1959), auf der gleichen Marke die Elsa im »Lohengrin« (1958), auf Melodram (»Don Carlos« und »Nabucco« von Verdi, »Die ägyptische Helena« von R. Strauss; Titelrolle in »Salome« von R. Strauss, Festspiele von Orange 1977), auf HRE (»Elektra«), auf BIS (»Jenufa«), auf Myto (Milada in »Dalibor« von Smetana mit ihrer Schwester Lotte Rysanek als Jítka), auf Koch/Schwann (Chrysothemis in »Elektra«, Westdeutscher Rundfunk 1953), auf Harmonia mundi-Helikon (nochmals 1984 als Chrysothemis in »Elektra«), auf Legato (Santuzza in »Cavalleria rusticana«) und Myto (Titelrolle in »La Gioconda« von Ponchielli).

 

14.11. Willy THIERS: 100. Geburtstag

 Studium bei Elly Leibl-Kruesz in Wien und an der dortigen Musikakademie bei Hans Duhan. 1939-40 war er als Chorist am Städtebundtheater Biel-Solothurn tätig, wo er aber bereits einige Solopartien übernahm. 1940-41 sang er als Solist am Theater von Bern (Schweiz), 1942-43 am Theater von Linz/Donau, 1943-44 am Deutschen Theater Olmütz (Olomouc). In den Jahren 1944-53 gehörte er dem Theater von St. Gallen an, 1954-55 nochmals dem Stadttheater von Bern. Am Stadttheater von St. Gallen sang er in den Uraufführungen der Opern »Nal und Damajanti« von R. Neumann (Spielzeit 1944-45), »Notturno« von M. Haefelin (Spielzeit 1946-47 den Harlekin) und »Die Füße im Feuer« von H. Sutermeister (1948-49 den Schlossherrn), auch in der Schweizer szenischen Erstaufführung von »Die schwarze Spinne« vom gleichen Komponisten (1949-50 den Pfarrer). Er trat als Gast bis zum Beginn der sechziger Jahre in Brünn (Brno), Budweis (Ceske Budejovice), Pilsen (Plzen), Prag, Salzburg und Innsbruck auf. Bühnenpartien: Don Giovanni, Figaro wie Graf in »Figaros Hochzeit«, Guglielmo in »Così fan tutte«, Papageno in der »Zauberflöte«, Don Pizarro wie Minister im »Fidelio«, Figaro im »Barbier von Sevilla«, vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen«, Valentin im »Faust« von Gounod, Escamillo in »Carmen«, Tonio wie Silvio im »Bajazzo«, Marcello in »La Bohème«, Scarpia in »Tosca«, Sharpless in »Madame Butterfly«, Zar in »Zar und Zimmermann«, Bernardo in »Erwin und Elmire« von O. Schoeck, Rigoletto, Germont-père in »La Traviata«, Renato in Verdis »Maskenball«, Jago im »Otello«, Wolfram im »Tannhäuser«, Alberich im Nibelungenring. Im Konzertbereich erwies er sich vor allem als begabter Liedersänger. Von seinem Wohnort Basel aus ging er bis 1968 einer ausgedehnten Konzerttätigkeit nach, die ihm in Deutschland (München), in Österreich, in den USA (New York, Boston, Dallas) und in der Schweiz Erfolge brachte. Er starb 1992 in Basel.

 

15.11. Zdeněk KROUPA: 95. Geburtstag

Zdeněk_Kroupa

Er erhielt zuerst eine Ausbildung als Techniker und war 1941-47 bei den Skoda-Werken beschäftigt. 1943 begann er sein Gesangstudium bei A. Kranz, das er 1946-47 bei dem berühmten italienischen Bassisten Tancredi Pasero fortsetzte. 1947 kam es dann zu seinem Debüt am Theater von Opava (Troppau). Von dort ging er 1948 an das Opernhaus von Brno (Brünn), dessen Mitglied er bis 1963 blieb. In diesem Jahr wurde er an das Nationaltheater von Prag berufen, dem er bis 1970 angehörte. Nachdem er schon Ende der fünfziger Jahre einen Gastvertrag mit der Wiener Volksoper abgeschlossen hatte, ging er 1970 an das Landestheater von Linz/Donau und blieb hier noch für rund zwanzig Jahre engagiert. Er trat als Gast an der Staatsoper Dresden, am Opernhaus von Zagreb und auch in Italien auf. Sein Repertoire für die Bühne besaß einen großen Umfang und enthielt Partien wie den Leporello im »Don Giovanni«, den Figaro in »Figaros Hochzeit«, den Kezal in Smetanas »Die verkaufte Braut«, den Benes in »Dalibor« von Smetana, den Chrudos in »Libussa«, den Paloucky in »Der Kuss« (»Hubicka«), den Mumlal in »Zwei Witwen« (»Dve vdovy«), den Rarach in der »Teufelswand« (»Certova stena«), den Wassermann in Dvoráks »Rusalka«, den Gorjantschikow in Janáceks »Aus einem Totenhaus«, den Stelina in »Krútnava« von Suchon, den Gremin im »Eugen Onegin«, den König Philipp in Verdis »Don Carlos«, den Pimen im »Boris Godunow«, den Kutusow in »Krieg und Frieden« von Prokofieff, den Zaccaria in Verdis »Nabucco« und den Budd in »Albert Herring« von B. Britten. Er starb 1999 in Brno (Brünn).

Schallplattenaufnahmen bei Supraphon (Gesamtaufnahmen »Libussa« von Smetana, »Jenufa«, »Das schlaue Füchslein« und »Katja Kabanowa« von Janácek, Tschechische Weihnachtsmesse von J.J. Ryba).

 

15.11. Gervase ELWES: 150. Geburtstag

Gervase_Elwes

 Er gehörte dem englischen Landadel an und war zunächst im diplomatischen Dienst tätig. 1891-95 arbeitete er an verschiedenen Auslandsbotschaften. Er begann das Gesangstudium bei dem Pädagogen Demest in Brüssel und setzte es bei Henry Russell in London und bei Jacques Bouhy in Paris fort. 1903 debütierte er beim Westmoreland Festival in Kendal in Humperdincks »Wallfahrt nach Kevelaer«. Im Oktober 1903 gab er sein erstes Konzert in London. Nach seinem Debüt studierte er nochmals kurzfristig in London bei Victor Beigel. 1904 sang er erstmals das Solo in »The Dream of Gerontius« von Elgar und galt seitdem als der unerreichte Interpret dieser Partie. 1904 gab er auf Schloss Windsor ein Konzert vor der englischen Königsfamilie. 1907 Deutschland-Tournee mit der Pianistin Fanny Davies. Dabei bewunderte man in Berlin wie in München seinen Vortrag von Brahms-Liedern; 1908 sehr erfolgreiche Konzerte in Brüssel. 1907 stand er im Mittelpunkt des Three Choirs Festival im englischen Gloucester. 1909 kreierte er in London den Liederzyklus »On Wenlock Edge« von Ralph Vaughan Williams. 1909 hatte er auch in New York große Erfolge in »The Dream of Gerontius«; man feierte ihn im gleichen Jahr bei Liederabenden in Boston und New York und als Evangelisten in der Matthäuspassion. Diese Partie sang er 1914 in Amsterdam unter Willem Mengelberg. Während des Ersten Weltkrieges trat er in England auf und gab 1917 Konzerte vor alliierten Soldaten in Frankreich. 1920-21 unternahm er eine weitere große Nordamerika-Tournee, die in Winnipeg in Kanada begann. Am 6.1.1921 hatte er bei einem Konzert in der New Yorker Aeolian Hall einen grandiosen Erfolg. Am 11.1.1921, dem Abend vor seinem tragischen Tod hörte man ihn in einem Konzert an der Universität von Princeton. Am 12.1.1921 geriet e rim Bahnhof von Boston unter einen fahrenden Zug. – Dunkel timbrierte, ausdrucksvolle Tenorstimme; man bewunderte sein feines Stilgefühl im Oratorien-wie im Liedgesang. Immer wieder wird die Ausstrahlung seiner großen Persönlichkeit hervorgehoben, die auch noch in seinen Schallplattenaufnahmen spürbar ist.

Lit: W. Elwes: »Gervase Elwes. The Story of His Life« (London, 1935).

Schallplatten: HMV, Columbia.

 

16.11. Maralin NISKA: 90. Geburtstag

Maralin NISKA

 Sie wurde zunächst Elementarschullehrerin, studierte dann aber Gesang bei Louise Mansfield in San Pedro, bei Ernest St. John Metz, Jan Popper und Walter Ducloux in Los Angeles. Zu ihren Lehrern gehörte auch die berühmte Sopranistin Lotte Lehmann. 1959 debütierte sie in Los Angeles als Manon in der gleichnamigen Oper von Massenet. Sie kam zu großen Erfolgen an den großen Operntheatern in Nordamerika: in Houston/Texas, Boston, Cincinnati, San Diego (1965 als Mimi in »La Bohème«), Philadelphia, San Antonio, Santa Fé, Fort Worth, Washington wie an der Hawaii Opera. 1965-67 war sie bei der Metropolitan Opera Company, einer reisenden amerikanischen Operngesellschaft, engagiert, wo sie als Traviata, als Butterfly, als Gräfin in »Le nozze di Figaro«, als Musetta in »La Bohème« und in der Titelrolle der Oper »Susannah« von Carlysle Floyd auftrat. Große Erfolge vor allem aber an der City Opera New York (Debüt als Gräfin in »Le nozze di Figaro«, 1967). Hier hörte man sie u.a. als Donna Anna wie als Donna Elvira im »Don Giovanni«, als Marguerite im »Faust« von Gounod, als Tosca, als Manon Lescaut von Puccini, als Turandot und als Suor Angelica vom gleichen Komponisten, als Governess in »The Turn of the Screw« von B. Britten und als Emilia Marty in Janáceks »Die Sache Makropoulos«. Hier sang sie auch am 7.7.1973 in der New Yorker Bühnen-Erstaufführung von Cherubinis klassischer Oper »Medea« (176 Jahre nach deren Uraufführung!) die Titelpartie. 1970 wurde sie an die New Yorker Metropolitan Oper engagiert, an der sie als Antrittsrolle die Violetta in »La Traviata« sang. Bis 1978 sang sie dort in insgesamt 42 Vorstellungen außerdem noch die Musetta, die Tosca, die Elena in Verdis »I Vespri Siciliani«, die Salome von R. Strauss, die Nedda im »Bajazzo« und die Donna Elvira. 1973 sang sie an der Niederländischen Oper Amsterdam die Marie im »Wozzeck« von A. Berg, die sie 1978 beim Maggio Musicale von Florenz wiederholte. Aus ihrem vielgestaltigen Bühnenrepertoire sind noch ergänzend zu nennen: die Elettra in Mozarts »Idomeneo«, die Giulietta in »Hoffmanns Erzählungen« von Offenbach, die Butterfly, die Jaroslawna in »Fürst Igor« von Borodin und der Female Chorus in Benjamin Brittens »The Rape of Lucretia«.Neben ihrer Tätigkeit im Konzertsaal war sie auch in Los Angeles als geschätzte Pädagogin bekannt. Sie starb am 9.7.2016 in Santa Fé (New Mexico).

Schallplatten: Historic Records (Nedda in vollständigem »Bajazzo« mit Placido Domingo als Partner, Aufführung der City Centre Opera von 1968).

 

16.11. Rodolphe KREUTZER: 250. Geburtstag

Ersten Musikunterricht erhielt er von seinem Vater, später studierte er bei Anton Stamitz. Mit 16 Jahren wurde er zum Ersten Geiger der Königlichen Kapelle ernannt. Danach bekam er die Stelle als Soloviolinist am Théatre Italien, was ihn bewog, eine Oper zu komponieren. 1797 besuchte er Italien und Deutschland auf Konzertreisen und wurde anschließend Professor für Violinspiel am Pariser Konservatorium. Auch wirkte er seit 1801 als Soloviolonist an der Großen Oper und in der Privatkapelle Napoleons I. In den nächsten dreißig Jahren folgten vierzig von ihm geschriebene Opern, deren Aufführungen er auch leitete. Seit 1816 war er königlicher Kapellmeister und im Jahre 1817 wurde er zum Leiter der Pariser Oper bestellt, deren Intendant er 1824-26 war. Seit der Gründung des Pariser Konservatoriums 1795 war er Professor für Violine bis 1826. Nachdem Ludwig van Beethoven ihn 1803 in Wien gehört hatte, widmete dieser ihm die Violinsonate Nr. 9 op .47, die bekannte Kreutzer-Sonate, welche er jedoch nie öffentlich spielte, da er meinte, die Sonate wäre eine einzige Tortur für das Instrument. Mit seinen Kollegen Pierre Rode und Pierre Baillot entwickelte er die Violinmethode des Konservatoriums. Das Trio kann man als Begründer der französischen Violinschule bezeichnen. Kreutzer starb 1831 in Genf und fand seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof Père Lachaise (Division 13). Er war Bruder des Violinisten und Komponisten Jean Nicolas Auguste Kreutzer (1778–1832) und ein Onkel des Komponisten Léon Charles François Kreutzer (1817–1868).

 

17.11. Helen BOATWRIGHT: 100. Geburtstag

Helen BOATWRIGHT

 Sie war Schülerin der Pädagogin Anna Shram Irving und studierte auch am Oberlin College bei Marion Sims. Es kam zu ihrem Bühnendebüt 1942 beim Berkshire Festival in Tanglewood (Massachusetts), wo sie die Jungfer Anne in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor« sang. In den Jahren 1943-45 trat sie an den Opern von Austin und San Antonio in Texas auf. Sie wandte sich jedoch mehr und mehr dem Konzertgesang zu und wurde als Solistin im Zusammenwirken mit führenden amerikanischen Orchestern und Dirigenten bekannt. Sie ist auch in Europa aufgetreten, u.a. 1967 bei den Händel-Festspielen in Göttingen. Sie widmete sich in besonderer Weise der pädagogischen Arbeit; 1945-64 übte sie eine Lehrtätigkeit in New Haven (Connecticut) aus. Nachdem sie als Dozentin an der Syracuse University (New York) tätig gewesen war, bekleidete sie 1972-79 eine Professur an der Eastman School of Music in Rochester (New York). Seit 1969 gab sie Meisterkurse an verschiedenen Universitäten in den USA, 1987-89 war sie nochmals Professorin am Peabody Conservatory in Baltimore. Sie starb 2010 in Jamesville (NY). Sie war verheiratet mit dem bekannten amerikanischen Violinisten und Dirigenten Howard Boatwright (1918-99).

Schallplattenaufnahmen auf Columbia, Decca (»Porgy and Bess«, Kantaten von Händel), Cantate, Urania, Dover, SDG (Psalmen von Händel).

 

17.11. Hans NEUGEBAUER: 100. Geburtstag

 Er war der Sohn des Tenors Helmuth Neugebauer (1891-1966), hatte zunächst die Absicht Bühnenbildner zu werden und widmete sich diesem Studium 1936-39 an der Kunstakademie in Mannheim, studierte gleichzeitig auch Klavier- und Violinspiel und Musikwissenschaft. Nach dem Zweiten Weltkrieg entschloss er sich jedoch zur Sängerkarriere und ließ seine Stimme durch Josef Degler in Hamburg ausbilden. 1946 debütierte er am Staatstheater von Karlsruhe in der Partie des van Bett in Lortzings »Zar und Zimmermann«. Bis 1951 blieb er an diesem Haus tätig und wurde namentlich durch seine Gestaltung von Partien aus dem Buffo-Fach bekannt. 1948 wirkte er bei den Festspielen von Schwetzingen mit. 1951 wurde er an das Opernhaus von Frankfurt a.M. verpflichtet, wo er bis 1956 als Sänger (u a. in Partien wie dem Figaro in »Figaros Hochzeit« und dem König in »Aida«) zu wichtigen Erfolgen kam. Seit 1955 begann er mit der Übernahme von Aufgaben im Bereich der Opernregie. Nachdem er 1956-59 als Hausregisseur an der Frankfurter Oper gewirkt hatte, war er 1959-62 als leitender Regisseur am Stadttheater von Heidelberg tätig. 1962-64 wirkte er als Produktionsleiter am Staatstheater von Kassel und übernahm dann eine Position als Oberspielleiter und Leiter des Opernstudios am Opernhaus von Köln. Hier war er es, der die schwierige Inszenierung der Uraufführung der zeitgenössischen Oper »Die Soldaten« von Bernd-Alois Zimmermann (15.2.1965) übernahm. Im gleichen Jahr 1965 führte er bei den Festspielen von Glyndebourne Regie im »Rosenkavalier« von R. Strauss. Als Gastregisseur trat er an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an den Staatstheatern von Kassel und Wiesbaden, am Nationaltheater Mannheim, am Opernhaus von Nürnberg und, auf internationaler Ebene, am Stadttheater von Basel, am Opernhaus von Triest und an der Oper von Chicago in Erscheinung. Er starb im Juli 1994.

Es ist anzunehmen, dass Mitschnitte von Opernsendungen aus der Zeit, in der der Künstler als Sänger tätig war, vorhanden sind.

 

17.11. Guido PANNAIN: 125. Geburtstag

 Biographie des italienischen Komponisten auf Italienisch: https://it.wikipedia.org/wiki/Guido_Pannain

 

17.11. August Wilhelm AMBROS: 200. Geburtstag

Obwohl sein Vater für ihn die juristische Laufbahn vorgesehen hatte (Doktorwürde im Jahr 1839, Oberstaatsanwaltssubstitut am Prager Landesgericht – dabei im Jahr 1848 für die Zensur der Prager Presse zuständig – sowie im Justizministerium im Wien), waren sowohl Musik als auch Kunst seine wahre Profession. Schon in der Jugend wurde Ambros durch seine Mutter Karoline Ambros, eine Konzertpianistin, musikalisch gefördert. Während seiner Gymnasialzeit in Prag erlernte er sowohl Malerei als auch Musik praktisch und theoretisch.

Als Mitglied (Flamin) des von ihm mitgegründeten Prager Davidsbundes fand er dabei besonders in Robert Schumann, mit dem er von 1845 bis 1850 auch korrespondierte, sein musikalisches und journalistisches Vorbild. Seine Kompositionen waren ebenso vom Stil Felix Mendelssohn Bartholdys beeinflusst. Er opponierte mit zahlreichen Freunden aus dem Prager Bildungsbürgertum, zu denen u.a. Eduard Hanslick („Renatus“) gehörte, gegen den damals vorherrschenden musikalischen Konservatismus in Prag. Seinen Zeitgenossen war Ambros, neben seiner Komponistentätigkeit, besonders als Musikschriftsteller und Kritiker bekannt. Mit seinem Erstlingswerk Die Grenzen der Musik und Poesie (1856), als Antwort auf Eduard Hanslicks Schrift Vom Musikalisch-Schönen konzipiert, stellte er dessen ästhetischem Konzept der „tönend bewegten Form“ sein Konzept der „beseelten Form“ entgegen. In seiner Kernaussage war er dem Hanslickschen Ansatz so nahe, dass Ambros mit dieser Arbeit zwar einen publizistischen Erfolg verbuchen konnte, zur musikästhetischen Diskussion der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts jedoch keinen konzeptionell neuen Beitrag liefern konnte. Dieses Buch und Arbeiten wie Culturhistorische Bilder aus dem Musikleben der Gegenwart (1860) und Bunte Blätter (1872/1874) sowie eine Vielzahl von Zeitungspublikationen trugen ihm dennoch sein Renommee als einer der bedeutendsten Musikkritiker seiner Zeit ein. Nach einem von der Fachwelt mit Interesse aufgenommenen Vortrag im Rahmen des Jahrestreffens des Deutschen Tonkünstlerbundes im Jahr 1859 („Die Musik als culturgeschichtliches Moment in der Geschichte“) beauftragte ihn das Breslauer Verlagshaus Leuckart (Constantin Sander) mit der Arbeit einer umfassenden Musikgeschichte. Das Ergebnis war seine dreibändige Geschichte der Musik. Der erste Band beschäftigte sich mit der Musik der außereuropäischen Kulturen und der Musik der Antike (mit einem besonderen Schwerpunkt auf griechischer Musik), der zweite Band mit der Musik vom 4. bis zum frühen 15. Jahrhundert (mit Schwerpunkten auf der Gregorianik, Guido von Arezzo, Antoine Busnoys und Guillaume Du Fay) und der dritte Band mit der Musik der frankoflämischen Schule (Schwerpunkt Josquin Desprez). Aufgrund seiner Ausbildung war Ambros dabei mehr als viele seiner Kollegen mit der Methodik und den Konzepten der Historischen Rechtsschule und der Kunstgeschichtsschreibung seiner Zeit vertraut, was sich in der Konzeption des Werkes niederschlug. Diese steht in einem Spannungsfeld zwischen einer geschichtsphilosophischen Konzeption hegelscher Provenienz und einer stark historistisch geprägten Herangehensweise, die dem Rankeschen Postulat der „Selbstauslöschung“ eigener historischer Anschauung zu folgen sucht. Während Ambros an der „Geschichte der Musik“ arbeitete, wurde er für mehrere Monate im Jahr seiner Ämter in Prag und Wien (unter anderem als Professor der Musikgeschichte des Prager Konservatoriums und als Kronprinz Rudolfs Lehrer für Kunstgeschichte) entbunden, um in verschiedenen Archiven Europas Materialien zusammentragen zu können. Ambros starb 1876 in Wien, bevor er den vierten Band, der das Zeitalter Palestrina umfassen sollte, vollenden konnte. Das Werk wurde 1878 von Otto Kade und Hugo Leichtentritt publiziert. Ein fünfter Band mit Musikbeispielen zum dritten Band der Geschichte der Musik erschien 1882 unter der Federführung Kades. Wilhelm Langhans setzte das Werk in „chronologischer Folge“ fort, ohne jedoch Ambros Niveau erreichen zu können. In Wien Liesing (23. Bezirk) ist seit 1954 der Ambrosweg ihm zu Ehren benannt. Er war seit 3. Juni 1850 mit Theresia Ambros verheiratet, die aufgrund der Verdienste ihres verstorbenen Mannes 1878 mit ihren acht Kindern, darunter dem Maler Rafael Ambros in den österreichischen Ritterstand erhoben worden ist.

 

18.11. David HEMMINGS: 75. Geburtstag

 Seine Stimme wurde bereits sehr früh entdeckt, und Benjamin Britten wählte ihn aus, um in der Uraufführung seiner Oper »The Turn of the Screw« durch die English Opera Group am 14.9.1954 im Rahmen des Festivals von Venedig die Knabenrolle des Miles zu kreieren. Diese Oper wurde in der Besetzung der Uraufführung auf Decca aufgenommen mit Joan Cross, Peter Pears, Arda Mandikian und Jennifer Vyvyan. Seltsamerweise singt die Kinderrolle der Flora, der Schwester von Miles, hier wie in der Uraufführung der Oper die erwachsene Sopranistin Olive Dyer. 1955 wurde auf der gleichen Marke auch eine Gesamtaufnahme der Kinderoper »The Little Sweep« von B. Britten mit dem Knabensopran herausgebracht. Zu der erwarteten Sängerkarriere von David Hemmings kam es nicht, dafür ging er mit 16 Jahren zum Tonfilm und wurde ein erfolgreicher Schauspieler. Er starb 2003 in Rumänien.

 

18.11. Ronald MACONAGHIE: 85. Geburtstag

 Er war zunächst Schüler des neuseeländischen Pädagogen James Leighton und kam dann zur weiteren Ausbildung nach London. Hier besuchte er die Opera School London als Schüler von Joan Cross, Roy Henderson und Dawson Freer. 1956 erfolgte sein Bühnendebüt bei der Sadler’s Wells Opera London in der Rolle des Schaunard in Puccinis »La Bohème«. In London sang er auch bei der English National Opera, ging dann aber an die Australian Opera Sydney, an der er eine langjährige, erfolgreiche Karriere durchlief. Von seinen Bühnenpartien sind zu nennen: der Guglielmo wie der Don Alfonso in »Così fan tutte«, der Figaro in »Figaros Hochzeit«, der Leporello im »Don Giovanni«, der Papageno in der »Zauberflöte«, der Malatesta in Donizettis »Don Pasquale«, der Belcore in »L’Elisir d’amore«, der Marcello in Puccinis »La Bohème«, der Sharpless in »Madame Butterfly«, der Titelheld in Rossinis »Barbier von Sevilla«, der Fra Melitone in »La forza del destino« von Verdi, der Titelheld in dessen »Falstaff« und der Wolfram im »Tannhäuser«. Der auch im Konzertfach erfolgreiche Sänger war in Sydney als Gesanglehrer tätig. Er starb am 30.4.2016.

 

18.11. Thomas TIPTON: 90. Geburtstag

Thomas Tipton

 Er entstammte einer eingewanderten polnischen Familie, sein eigentlicher Name war Thomas Max Pointkowski. Er studierte am Michigan State College bei Herbert Swanson, dann an der Universität von Ann Arbor bei Chase Baromeo. Vor seiner Ausbildung war er als Postangestellter und als Taxifahrer beschäftigt gewesen. Bühnendebüt 1952 an der New York City Opera als Bob in »The Old Maid and the Thief« von Menotti. Er blieb während zwei Spielzeiten an diesem Opernhaus und kam dann 1956 nach Europa, wo er in Deutschland nochmals bei Hedwig Fichtmüller studierte. Er sang 1957-58 mit einem Anfänger-Vertrag am Nationaltheater von Mannheim, dann 1958-59 als Solist am Stadttheater von Hagen (Westfalen), 1959-64 wieder am Mannheimer Nationaltheater. Hier nahm er u.a. an der Uraufführung von »Das lange Weihnachtsmahl« von P. Hindemith (17.12.1961) teil. An der Oper von San Francisco gastierte er 1962 als einer der Handwerksburschen im »Wozzeck« von A. Berg, als Nick Shadow in »The Rake’s Progress« von Strawinsky, als Marcello in »La Bohème«, als Faninal im »Rosenkavalier« und als Alfio in »Cavalleria rusticana« sowie 1968 als Titelheld in der amerikanischen Erstaufführung der Oper »Christopher Columbus« von D. Milhaud. In Los Angeles sang er 1962 auch den Valentin im »Faust« von Gounod. 1964-66 wirkte er an der Stuttgarter Staatsoper und war seither Mitglied der Bayerischen Staatsoper München. Regelmäßige Gastspiele an der Wiener Staatsoper (1966-72 insgesamt 10 Vorstellungen als Amonasro in »Aida« und in den Rollen der vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen«) und an der Deutschen Oper Berlin sowie an der Staatsoper Hamburg (1964). 1965-66 sang er bei den Festspielen von Salzburg den Nardo in »La finta giardiniera« von Mozart, 1967 bei den Bayreuther Festspielen den Wolfram im »Tannhäuser« und den Heerrufer im »Lohengrin«. 1972-74 an der Covent Garden Oper London zu Gast, wo man ihn als Rigoletto hörte. Er gastierte auch an der Oper von Rom (1968) und am Théâtre de la Monnaie Brüssel (1970) und war nicht zuletzt ein gesuchter Konzert- und Oratoriensänger. Auf der Bühne schätzte man ihn vor allem im italienischen Repertoire, u.a. in den Titelrollen der Verdi-Opern »Nabucco« und »Macbeth«. Er starb 2007 in München.

Lit: »Thomas Tipton, ein Leben in Bildern« (München 1987).

Schallplatten: Eurodisc (Querschnitt »La forza del destino« von Verdi), RBM (Arien-Platte), Melodram (Heerrufer im »Lohengrin«, Bayreuth 1967).

 

18.11. Hanna GORINA: 125. Geburtstag

Hanna GORINA

 Sie studierte am Konservatorium ihrer Heimatstadt Basel Klavierspiel, dann Gesang bei Sawitch. Nachdem sie bereits in Zürich als Operettensängerin aufgetreten war, kam sie 1924 nach Deutschland und war, ebenfalls als Operettensängerin, zuerst an der Komischen Oper Berlin (1924-25), danach am Berliner Theater am Nollendorf-Platz (1925-26) engagiert. Sie vollzog dann den Übergang ins Opernfach und sang vor allem hochdramatische und Wagner-Partien. 1926-27 war sie am Landestheater von Oldenburg, 1927-28 am Stadttheater von Hagen (Westfalen), 1928-30 am Opernhaus von Düsseldorf engagiert. In Düsseldorf hatte sie 1929 einen ihrer größten Erfolge als Titelheldin in der Richard Strauss-Oper »Elektra«. 1930-34 wirkte sie am Stadttheater von Mainz, schließlich 1934-44 in einem zehnjährigen Engagement am Staatstheater von Kassel. Dort sang sie u.a. am 29.3.1939 die Titelrolle in der Uraufführung der Oper »Elisabeth von England« von Paul von Klenau. Gastspiele führten die Künstlerin an die Oper von Frankfurt a.M. (1929), an das Theater von Utrecht (1932), an das Stadttheater von Basel (1932), an das Nationaltheater von Mannheim und an weitere Bühnen. Sie trat auch als Gast an der Berliner Staatsoper auf, u.a. 1936 in ihrer großen Glanzrolle, der Marschallin im »Rosenkavalier«. Sie wurde vor allem durch ihr Mitwirken in Opernsendungen der deutschen Rundfunkstationen bekannt. Von ihren großen Rollen sind die Isolde in »Tristan und Isolde«, die Carmen, die Tosca, die Salome in der gleichnamigen Oper von R. Strauss zu nennen. Weitere Bühnenpartien: die Abigaille in Verdis »Nabucco«, die Leonore im »Troubadour«, die Amelia im »Maskenball« von Verdi und die Mona Lisa in der Oper gleichen Namens von Max von Schillings. Nach Beendigung ihrer aktiven Sängerlaufbahn lebte sie in Neufahrn bei München, zuletzt in einem Münchner Altenheim, wo sie 1980 starb.

Kommerzielle Schallplatten sind nicht bekannt, doch ist es möglich, dass Mitschnitte von Radiosendungen vorhanden sind.

 

18.11. Maria IVOGÜN: 125. Geburtstag

Maria_Ivogun

 Ihren eigentlichen Namen Maria Kempner kürzte sie nach dem Mädchennamen ihrer Mutter, der Operettensängerin I(da) vo(n) Gün(ther), zu »Ivogün« ab; ihr Vater, Pál Kempner, war österreichisch-ungarischer Offizier; sie war nicht verwandt mit der Sopranistin Mizzi Günther, die Lehárs »Die lustige Witwe« kreierte. Ausbildung durch Irene Schlemmer-Ambros in Wien. Sie wurde durch Bruno Walter an die Münchner Hofoper verpflichtet, wo sie 1913 als Mimi in »La Bohème« debütierte. 1913-25 wirkte sie als hoch geschätzte Primadonna an der Münchener Oper; sie sang hier am 12.6.1917 in der Uraufführung von Hans Pfitzners »Palestrina« den Ighino, 1918 die Titelrolle in »Das Christelflein« vom gleichen Komponisten in einer Neufassung der Oper. In München wirkte sie weiter in den Uraufführungen der Opern »Der Ring des Polykrates« von Korngold (28.3.1916) und »Die Vögel« (4.12.1920) von Walter Braunfels mit. 1916 und 1919 Gastspiel an der Berliner Hofoper bzw. der Staatsoper Berlin, 1917 an der Hofoper Dresden, 1916-19 am Stadttheater von Zürich, 1919 und 1932 am Stadttheater von Basel. 1921-32 war sie mit dem Tenor Karl Erb (1877-1958), seit 1933 mit dem Pianisten und Liedbegleiter Michael Raucheisen (1889-1984) verheiratet. Seit 1925 gehörte sie dem Ensemble der Berliner Städtischen Oper an. Gastspiele brachten ihr an der Covent Garden Oper London (1924 als Zerbinetta in »Ariadne auf Naxos«, eine ihrer großen Kreationen, und als Gilda im »Rigoletto«, 1927 als Konstanze in der »Entführung aus dem Serail«), an der Mailänder Scala und an der Staatsoper Berlin glänzende Erfolge. An der Wiener Staatsoper gastierte sie 1920-23 als Zerbinetta, als Frau Fluth in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor«, als Gilda, als Rosina im »Barbier von Sevilla«, als Mimì, als Norina im »Don Pasquale«, als Konstanze und als Ighino. 1922 unternahm sie eine sehr erfolgreiche Konzert-Tournee durch die USA, 1923 bereiste sie Nordamerika als Gastkünstlerin mit der German Opera Company; dabei hörte man sie in New York als Frau Fluth. 1922-23 sang sie an der Oper von Chicago und gastierte mit deren Ensemble 1926 im Haus der Metropolitan Oper New York als Rosina im »Barbier von Sevilla«. (Sie wurde jedoch nicht Mitglied dieses Hauses). Bei den Festspielen von Salzburg erlebte man sie 1925 und 1930 als Norina sowie bei Liederabenden und Konzerten. Als Konzertsängerin trat sie auch in Budapest (1926, 1933), Paris (1931), Amsterdam (1932, 1933), Oslo (1922), Kopenhagen (1932) und in Spanien auf. Berühmt war sie als Operettensängerin und als Interpretin von Koloratur-Walzern und -Kanzonen, vor allem aber als Liedersängerin. Sie hatte sich bei ihrem Debüt vorgenommen, zwanzig Jahre und keinen Tag länger zu singen, was sie dann auch durchführte. So gab sie 1932 ihre Karriere auf, sang aber 1934 in Berlin nochmals die Zerbinetta. 1948 erhielt sie eine Professur an der Wiener Musikakademie, 1950 an der Musikhochschule Berlin. Zu ihren Schülern zählten die berühmten Sopranistinnen Elisabeth Schwarzkopf, Rita Streich, Renate Holm, Michi Tanaka und die Liedersängerin Alexandra Trianti. Sie verbrachte ihren Lebensabend in Beatenberg am Thuner See (Schweiz), wo sie 1987 hochbetagt starb. – Eine der schönsten Koloraturstimmen des 20. Jahrhunderts, ebenso vollendet in der Exaktheit und der Brillanz ihrer Koloraturen wie in der Feinheit ihres Stilgefühls. Weitere Höhepunkte ihres Bühnenrepertoires waren die Königin der Nacht, der Page Oscar in Verdis »Maskenball« und die Serpina in »La serva padrona« von Pergolesi. Von ihren Partien für die Bühne sind noch zu nennen: die Susanna in »Figaros Hochzeit«, die Despina in »Così fan tutte«, die Zerline im »Don Giovanni«, die Titelrolle in Flotows »Martha«, die Marzelline im »Fidelio«, die Marie in »Zar und Zimmermann« von Lortzing, die Sophie im »Rosenkavalier«, die Olympia in »Hoffmanns Erzählungen«, die Nannetta im »Falstaff« von Verdi, die Manon von Massenet und die Mignon von A. Thomas, die Tatjana im »Eugen Onegin« und die Rose Friquet im »Glöckchen des Eremitenb« (»Les dragons de Villars«) von Maillart.

Lit: A. Frankenstein & J. Dennis: Maria Ivogün (in »Record Collector«, 1971-72); A. Blyth: Maria Ivogün, an Appreciation (in »Opera«, 1987).

Akustische Aufnahmen auf Odeon (1913-19), Brunswick (1923) Polydor und DGG (1924-25), elektrische auf HMV und Electrola.

 

18.11. Theodor LIERHAMMER (Bariton und Gesangslehrer): 150. Geburtstag

 

19.11. Ratko DELORKO: 100. Geburtstag

Ratko DELORKO

 Studium in Zagreb bei Paul Marion und Law Urbancic; er debütierte an der Oper von Zagreb als Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla«. Bis 1951 blieb er an diesem Opernhaus tätig. 1952-54 war er am Stadttheater von Bern (Schweiz), 1954-55 am Theater von Innsbruck engagiert. 1955 kam er an die Staatsoper von Hamburg, wo er sich als hervorragender Vertreter der lyrischen Partien aus der italienischen Opernliteratur, aber auch als begabter Interpret moderner Musik erwies. 1959-62 war er durch einen Gastvertrag dem Opernhaus von Frankfurt a.M. verbunden. 1962 hatte er große Erfolge bei einem Gastspiel an der Covent Garden Oper London, 1961 sang er beim Maggio Musicale von Florenz den Matteo in »Arabella« von R. Strauss. Weitere Gastspiele an der Wiener Staatsoper (1965 als italienischer Sänger im »Capriccio« von R. Strauss), am Teatro Colón Buenos Aires (1965 als Maler in »Lulu« von A. Berg) und am Théâtre de la Monnaie Brüssel. 1963-75 Mitglied der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, wo er noch 1982 als Gast den Kaiser Altoum in Puccinis Oper »Turandot« sang. Partien aus seinem Repertoire für die Bühne: der Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«, der Don Ottavio im »Don Giovanni«, der Ferrando in »Così fan tutte«, der Tamino in der »Zauberflöte«, der Lyonel in Flotows »Martha«, der Nureddin im »Barbier von Bagdad« von P. Cornelius, der Fenton im »Falstaff« von Verdi, der Henry in »Die schweigsame Frau« von R. Strauss, der Herzog im »Rigoletto«, der Cavaradossi in »Tosca«, der Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen«, der Pinkerton in »Madame Butterfly« und der Flamand im »Capriccio« von R. Strauss. Er starb 2002 in Kettwig/Ruhr.

Schallplatten: Auf Remington singt er in den vollständigen Opern »Madame Butterfly« (den Pinkerton) und »La Bohème« (den Rodolfo) sowie das Tenorsolo im Verdi-Requiem, auf Preiser erschien ein Recital, auf Nixa in »Christus am Ölberg« von Beethoven zu hören.

 

19.11. Charles GILIBERT: 150. Geburtstag

Charles Gilibert

 Er war Schüler des Conservatoire National in Paris und debütierte 1889 an der Pariser Opéra-Comique in »Esclarmonde« von Massenet. 1891 kam er an die Oper (Théâtre de la Monnaie) von Brüssel, an der er sehr beliebt wurde und bis 1900 im Engagement blieb. Er wirkte hier u.a. 1892 in der Uraufführung der Oper »Maître Martin« von Jan Blockx, 1896 in der der Oper »La Vivandière« von B. Godard, 1900 in der von »Tijl Ulenspiegel« von Jan Blockx mit. 1894-1909 war er Jahr für Jahr an der Londoner Covent Garden Oper zu Gast, wo man ihn in vielen Partien herausstellte, u.a. am 20.6.1894 in der Uraufführung von »La Navarraise« von Massenet. Er sang in London in den Erstaufführungen von Charpentiers »Louise« 1909 die Partie des Vaters und in »Le Jongleur de Notre-Dame« von Massenet 1906 den Boniface. 1900 wurde er an die Metropolitan Oper New York berufen, der er bis 1903 angehörte. Er debütierte an der Metropolitan Oper als Schaunard in der Premiere von Puccinis »La Bohème« und sang während seines Engagements dort in insgesamt 165 Vorstellungen eine bunte Fülle von Partien, darunter den Herzog von Verona in »Roméo et Juliette« von Gounod, den Biterolf in »Tannhäuser«, den Dr. Grenvil in »La Traviata«, den Monterone im »Rigoletto«, den Masetto im »Don Giovanni«, den Sakristan in der amerikanischen Erstaufführung von »Tosca« (1901), den Giscon in »Salammbò« von Reyer, den Dancaire in »Carmen«, den Guillot in »Manon« von Massenet, den Sulpice in »La fille du régiment«, den Myrrhon in der amerikanischen Erstaufführung von »Messaline« von I. de Lara (1902), den König in Massenets »Le Cid«, den Bartolo im »Barbier von Sevilla«, Titelpartie in Donizettis »Don Pasquale« und den Oberthal in »Le Prophète« von Meyerbeer. 1906 wurde er an das Manhattan Opera House in New York verpflichtet, zu dessen Ensemble er bis 1910 gehörte, und wo er 1908 in der amerikanischen Erstaufführung von Charpentiers »Louise« die Rolle des Vaters kreierte. Weitere Partien aus seinem Repertoire für die Bühne: der Nilakantha in »Lakmé« von Delibes, der Jean in »Les noces de Jeannette« von V. Massé, der Beckmesser in »Die Meistersinger von Nürnberg«, der Bustamente in »La Navarraise« von Massenet, der Gil Perez in »Le Domino noir« von Auber und der Vater in »Hänsel und Gretel«. Seine großen Erfolge am Manhattan Opera House veranlassten eine erneute Berufung an die Metropolitan Oper für die Spielzeit 1910-11, doch starb er plötzlich wenige Tage vor der Eröffnungsvorstellung. (Die Metropolitan Oper hat daraufhin ein Benefizkonzert zugunsten der hinterbliebenen Familie veranstaltet.) Er war verheiratet mit der belgischen Sopranistin Gabrielle Lejeune, die unter dem Namen Mme. Gilibert auch auf der Schallplatte gesungen hat.

Schallplatten: Ein Mapleson-Zylinder aus der Metropolitan Oper von 1903 (Szene aus »La fille du régiment« mit Marcella Sembrich); seltene Aufnahmen auf Columbia (zwei Serien von 1903 und 1907) und Victor (1907 und 1910), dazu einige Edison-Wachszylinder (Paris 1906).

 

20.11. Joseph ROGATSCHEWSKY: 125. Geburtstag

Joseph ROGATSCHEWSKY

Er kam mit 18 Jahren nach Paris, wo er am Conservatoire National durch Isnardon und Hettich ausgebildet wurde. Im Ersten Weltkrieg meldete er sich freiwillig zur französischen Armee und wurde zweimal verwundet. Nach Kriegsende kehrte er nicht nach Russland zurück, sondern beendete am Conservatoire National de Paris sein Gesangstudium. Debüt 1922 am Opernhaus von Toulouse. Noch im gleichen Jahr wurde er an die Opéra-Comique Paris verpflichtet, an der er als erste Partie den Cavaradossi in »Tosca« vortrug. Seit 1924 war er als erster lyrischer Tenor am Théâtre de la Monnaie von Brüssel verpflichtet, wo er als Titelheld im »Werther« von Massenet debütierte und in einer langjährigen, bis 1948 dauernden Karriere sehr beliebt wurde. Dazu gastierte er an der Opéra-Comique und an anderen führenden Theatern in Frankreich und Belgien. 1928-30 absolvierte er glanzvolle Gastspiele an der Wiener Staatsoper (als Des Grieux in »Manon« von Massenet, in den Titelpartien von Massenets »Werther«, Henri Rabauds »Marouf« und im »Faust« von Gounod). 1931 sang er an der Grand Opéra Paris den Lohengrin und den Titelhelden im »Faust« von Gounod. 1934 trat er in Holland in Konzerten mit dem Concertgebouw Orchest Amsterdam unter Pierre Monteux auf. Aus seinem Repertoire für die Bühne verdienen der Titelheld in »Idomeneo« von Mozart, der Lohengrin, der Tannhäuser, der Parsifal, der Orpheus von Gluck und der Hermann in »Pique Dame« Erwähnung. 1953-59 leitete er als Direktor das Opernhaus von Brüssel; er lebte später in Brüssel als Pädagoge. Er starb 1985 in Ixelles (Belgien). – Eine der schönsten lyrisch-dramatischen Tenorstimmen seiner Zeit im französischen Sprachraum.

Seine Platten erschienen exklusiv bei Columbia, darunter die vollständige Oper »Manon« von Massenet mit Fanny Heldy in der Titelrolle; alle Aufnahmen in elektrischer Aufnahmetechnik.

 

21.11. Timothy JENKINS: 65. Geburtstag

Timothy Jenkins als Froh in Bayreuth

 Er erhielt seine Ausbildung zum Sänger an der Texas State University und debütierte 1974 bei der Fort Worth Opera als Baron Douphol in »La Traviata« von Verdi. 1979 wurde er an die Metropolitan Oper New York berufen (Antrittsrolle: Jacob Schmidt in »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« von Weill). Bis 1989 ist er an der Metropolitan Oper in insgesamt 171 Vorstellungen in einer Anzahl von Partien aufgetreten, darunter als Melot in »Tristan und Isolde«, als Narraboth in »Salome« von R. Strauss, als Froh im »Rheingold«, als Walther von der Vogelweide im »Tannhäuser«, als Gran Sacerdote in »Idomeneo« von Mozart, als Macduff in Verdis »Macbeth«, als Elemer in »Arabella« von R. Strauss, als Titelheld im »Parsifal« und in Strawinskys »Oedipus Rex«, als Laça in »Jenufa« von Janácek und als Siegmund in der »Walküre«. Erfolgreiche Gastspiel- und Konzertauftritte verhalfen dem Künstler zu internationalem Ansehen. Bei den Festspielen von Salzburg hörte man ihn 1982 in einer konzertanten Aufführung von Strawinskys »Oedipus Rex« in der Titelrolle, 1983 als Gran Sacerdote in Aufführungen von Mozarts »Idomeneo«. 1984-85 sang er bei den Bayreuther Festspielen den Froh. 1985 trat er in Seattle als Laça, 1989 als Erik in »Der fliegende Holländer« auf, 1987 an der Chicago Opera als Prinz in »Rusalka« von Dvorák. Er starb 1995 in Durham (North Carolina).

Schallplatten: Decca (Gran Sacerdote in »Idomeneo«).

 

21.11. James DePREIST: 80. Geburtstag

 Er studierte bis 1961 an der University of Pennsylvania und danach am Philadelphia Conservatory of Music Komposition bei Vincent Persichetti. Er begann zunächst eine Karriere als Jazzmusiker; mit seinem Jimmy DePreist Quintet ging er mit Unterstützung des State Department auf eine Tournee durch den Nahen Osten und Fernost. Bei der Reise 1962 nach Bangkok erkrankte er an Kinderlähmung, gewann jedoch kurze Zeit später den Ersten Preis bei der Dimitri Mitropoulous International Conducting Competition. 1965-66 war er Assistent des Dirigenten Leonard Bernstein beim New York Philharmonic Orchestra. 1969 debütierte er in Europa mit dem Rotterdams Philharmonisch Orkest. 1971 holte ihn Antal Doráti als Associate Conductor an das National Symphony Orchestra nach Washington. Er wirkte dann als Dirigent des Orchestre symphonique de Quebec, der Malmö Symphony und 23 Jahre lang des Oregon Symphony Orchestra. Als Gastdirigent trat er u. a. in Amsterdam, Berlin, Budapest, Kopenhagen, Helsinki, Manchester, Melbourne, München, Prag, Rom, Rotterdam, Seoul, Stockholm, Stuttgart, Sydney, Tel Aviv, Tokio und Wien auf. 2005-08 war er Chefdirigent des Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra. Insgesamt spielte er mehr als 50 Aufnahmen ein. 2003 wurde er für einen Grammy nominiert. 1987 dirigierte DePreist das Orchester der Juilliard School of Music bei einer Aufführung von Mendelssohns Violinkonzert mit dem Geiger Gil Shaham. 1992 wurde DePreist in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. 2004-11 war er Direktor (danach Emeritus) der Conducting and Orchestral Studies an der Juilliard School. 2005 wurde er mit der National Medal of Arts ausgezeichnet. DePreist starb 2013 in New York City; er war ein Neffe der Opernsängerin Marian Anderson (1897-1993).

 

21.11. Malcolm WILLIAMSON: 85. Geburtstag

Er studierte bis 1944 am Sydney Conservatorium bei Sir Eugene Ainsley Goossens. Seit seinem achtzehnten Lebensjahr lebte er vorwiegend in England, wo er als Organist und zeitweise auch als Barpianist arbeitete. Er studierte hier seit 1953 bei Elisabeth Lutyens und später bei Erwin Stein. Mitte der 1950er Jahre wurden seine ersten Kompositionen durch Adrian Boult und Benjamin Britten bekannt gemacht. Seinen ersten Durchbruch erlangte er durch seine ersten, beiden Opern Our Man in Havanna (1963) und English Ecentries (1964) sowie sein Violinkonzert (1964). Er beherrschte auch die music eduation. Seine Werke für Kinder The Happy Prince sowie die konzertanten Miniatur-Opern sind beliebte Education-Projekte. 1977 wurde der Bestseller der Kinderliteratur, die Novelle Watership Down, als Zeichentrickfilm produziert zu dem er die Filmmusik komponierte. Sein letzter Zyklus A Year of Birds ist erfolgreich bei den Proms 1995 uraufgeführt worden. Nach dem Tod von Sir Arthur Bliss wurde er der neunzehnte Master oft he Queen’s Music – und war der erste und bislang einzige Nicht-Brite in dieser Position. 1977 und 1992 wurde er aufgerufen für die Jubiläen der Queen und zur Beerdigung von Princess Diana zu komponieren. Williamson Werke wurden regelmäßig übertragen im BBC Radio. Er starb 2003 in Cambridge.

 

21.11. Roman HÜBNER: 125. Geburtstag

 Der tschechische Tenor studierte Gesang bei V.Viktorina und L. Prochazková-Neumannová. Er sang an den Opernhäusern von Bratislava (Preßburg), Lieberc (Reichenberg) und Kosice. In seinem Repertoire befanden sich Rollen wie der Prinz in »Rusalka« von Dvorák, der Éléazar in Halévys »La Juive« und der Julien in »Louise« von Charpentier. Er starb 1964 in Prag.

 

22.11. Günter REICH: 95. Geburtstag

Günter_Reich

 Er entstammte einer jüdischen Familie, die Deutschland 1934 verließ und nach Israel auswanderte. Dort arbeitete er in verschiedenen Berufen und begann schließlich das Gesangstudium. Ursprünglich glaubte er, eine Tenorstimme zu besitzen, doch wurde er seit 1958 an der Musikhochschule Berlin durch Sengeleitner, schließlich durch Unold in Mannheim zum Bariton ausgebildet. 1961 fand sein Bühnendebüt am Stadttheater von Gelsenkirchen in der Rolle des Jago in Verdis »Otello« statt. Seit 1968 wirkte er an der Staatsoper von Stuttgart, deren Mitglied er bis zu seinem Tod blieb. 1976 nahm er an der Stuttgarter Uraufführung der Oper »Das Mädchen aus Domrémy« von Giselher Klebe, 1980 an der von »Hamlet« von Hermann Reutter teil. Gastspiele an der Deutschen Oper Berlin (wo er seit 1969 ständig auftrat), an den Staatsopern von München und Hamburg, am Opernhaus von Frankfurt a.M. und bei den Salzburger Festspielen. Dort sang er am 15.8.1986 in der Uraufführung der Oper »Die schwarze Maske« von K. Penderecki den Löwel Perl, 1988 in einer konzertanten Aufführung der Oper »Der Prozess« von G. von Einem sowie in einem Kirchenkonzert. Er gastierte in Rio de Janeiro, Leipzig, Amsterdam, Zürich, Lissabon und beim Festival von Edinburgh. 1976 am Teatro Liceu von Barcelona als Hans Sachs in »Die Meistersinger von Nürnberg«, einer seiner Glanzrollen, gefeiert, die er auch 1975 bei der 150-Jahrfeier des Stadttheaters von Aachen und 1983 an der Covent Garden Oper London sang. An der Wiener Staatsoper gastierte er 1978-86 in insgesamt 28 Vorstellungen als Hans Sachs, als Telramund im »Lohengrin«, als Kurwenal in »Tristan und Isolde«, als Don Pizarro im »Fidelio«, als Musiklehrer in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, als La Roche im »Capriccio« von R. Strauss, in der Titelrolle der Oper »Karl V.« von E. Krenek, als Borromeo im »Palestrina« von Hans Pfitzner, als Löwel Perl und als Doktor im »Wozzeck« von A. Berg. Auch an der New Yorker Metropolitan Oper aufgetreten (in der Saison 1985-86 als Faninal im »Rosenkavalier« in insgesamt sechs Vorstellungen). An der Philadelphia Opera gastierte er 1985 als Musiklehrer in »Ariadne auf Naxos«. 1988 gastierte er in München in Janáceks »Die Sache Makropoulos«, an der Covent Garden Oper und am Teatro Real Madrid als Dr. Schön in »Lulu« von A. Berg. An der Deutschen Oper Berlin wirkte er am 25.9.1969 in der Uraufführung der Oper »200.000 Taler« von Boris Blacher mit. In seinem umfassenden Bühnenrepertoire mit Schwerpunkt im heldischen Fach standen moderne Werke mit im Vordergrund, vor allem sein Moses in »Moses und Aron« von Schönberg, den er auch in einer Schallplattenaufnahme auf Philips gestaltete. Weitere Partien aus seinem Bühnenrepertoire: der Don Alfonso in »Così fan tutte«, der Ulisse in der gleichnamigen Oper von Dallapiccola, der Morone in »Palestrina«, der Adorno in »Die Gezeichneten« von Fr. Schreker, die Titelrolle in »Doktor Faust« von Busoni, der Satan in »The Paradise Lost« von Penderecki und die Titelpartie in »Lear« von A. Reimann. Angesehener Konzert- und Oratoriensänger. Am 16.6.1961 sang er in Wien in der Uraufführung des Oratoriums »Die Jakobsleiter« von A. Schönberg (nach der Vollendung des Werks durch W. Zillig). Im November 1988 übernahm er, bereits schwer erkrankt, in Frankfurt a.M. nochmals ein Solo in der Kantate »Ein Überlebender aus Warschau« von A. Schönberg. Er starb 1989 in Heidelberg.

Weitere Schallplatten erschienen unter dem Etikett von CBS. Auf EJS als Solist im Requiem D-Moll von Bruckner zu hören, auf Saphir-Intercord in der Glagolitischen Messe von Janácek und in Messen von J. Haydn.

 

23.11. Nina MULA: 85. Geburtstag

 Sie sang viele Sopranpartien an der Albanischen Oper, darunter in den Opern »Eugen Onegin«, »Madame Butterfly«, »Le nozze di Figaro« und ihre Glanzrolle, die Micaela in »Carmen«. Später sang sie die Mrika in der gleichnamigen Oper des albanischen Komponisten Prenke Jakova und die Donika in der Oper »Scanderbeg« von Vivaldi. Sie zog sich bereits im Alter von 45 Jahren von der Bühne zurück. Anlässlich ihres 80. Geburtstages hat sie das Albanische Nationaltheater für Oper und Ballett in einer feierlichen Zeremonie geehrt. Sie starb im Dezember 2011. Sie war mit dem Komponisten Avni Mula (* 1928) verheiratet und ist die Mutter der Sopranistin Inva Mula (* 27.6.1963)

 

23.11. Fanny MOODY: 150. Geburtstag

Fanny Moody als Marguerite im Faust
Als Marguerite

 Nach ihrem Studium bei Charlotte Sainton-Dolby debütierte sie 1887 mit der Carl Rosa Opera Company in Liverpool in der Oper »The Bohemian Girl« von Balfe in der Rolle der Arline. Bis 1898 war sie als erste Sopranistin Mitglied dieser großen englischen Operngesellschaft. 1890 sang sie am Drury Lane Theatre in London u.a. die Titelpartie in »Mignon« von A. Thomas. 1890 heiratete sie den Bassisten und Impresario Charles Manners (1857-1935). Mit ihm zusammen gründete sie 1898 die Moody-Manners Opera Company, die für das Opernleben in England große Bedeutung erlangte und bis 1916 bestehen blieb. Auf der Höhe ihrer Entwicklung hatte diese Kompanie zwei Gruppen von 175 bzw. 96 Mitgliedern, die Tourneen durch England unternahmen. Fanny Moody war eine der großen Primadonnen dieser Operntruppe. Bereits 1892 hatte sie am Londoner Olympic Theatre die Tatjana in Tschaikowskys »Eugen Onegin« für England kreiert, während Charles Manners den Gremin sang. 1902 sang sie in London in der englischen Erstaufführung der Oper »Rosalba« von Emilio Pizzi, am 22.9.1903 die Militza in der Uraufführung von »The Cross and the Crescent« von McAlpin. 1904 erschien sie am Drury Lane Theatre in der Partie der Senta in »Der fliegende Holländer«. Ihre Spezialität waren namentlich die leichteren lyrischen Sopranpartien, in deren Interpretation man sie gerne mit der großen Sopranistin Christine Nilsson verglich. Sie starb 1945 in Dundrum (Irland).

Lit: P. Graves: The Moody-Manners Partnership (in »Opera«, 1958).

 

23.11. Emil PINKS: 150. Geburtstag

 Er war zuerst bis 1890 als Lehrer tätig, begann dann aber am Konservatorium von Leipzig seine Gesangsausbildung, die er bei dem berühmten Pädagogen Julius Stockhausen fortsetzte. Seit 1894 trat er als Konzert-, Oratorien- und Liedersänger mit großem Erfolg auf, wobei er regelmäßig in den deutschen Musikzentren erschien. Darüber hinaus gastierte er auch in Holland, in Russland, in der Schweiz und in Österreich, wo er u.a. 1907 und 1908 in Wien auftrat. Er sang vor allem in Oratorien und religiösen Musikwerken von Bach und Händel, übernahm aber auch Partien in den großen Konzertwerken des 19. Jahrhunderts. 1901-05 war er zugleich als Pädagoge am Konservatorium von Leipzig tätig, Auf der Opernbühne ist er nicht in Erscheinung getreten. Er starb 1933 in Leipzig.

 

24.11. Jouni KAIPAINEN: 60. Geburtstag

 Er studierte an der Sibelius-Akademie in Helsinki bei Aulis Sallinen und Paavo Heininen. 1981 gewann er in Paris mit Trois morceaux de l’aube für Cello und Klavier den ersten Preis im internationalen Rostrum der Unesco für junge Komponisten. Während seine frühen Werke einer modernen Ästhetik verpflichtet sind, sind später auch Einflüsse von Komponisten wie Debussy und Ravel in seinem Schaffen zu erkennen. Zu seinen bekannteren Werken zählen das Klarinettenkonzert Carpe diem!, das Oboenkonzert op. 46 und seine vier Sinfonien. Die Fünfte Sinfonie, ein Auftragswerk des Finnischen Radio-Sinfonieorchesters, konnte der Komponist vor seinem Tod nicht mehr beenden. Der Dirigent Hannu Lintu brachte viele seiner Kompositionen zur Uraufführung und Erstaufnahme. Kaipainen zeichnete sich durch einen Stil zwischen Expressionismus und Klassizismus aus, sein kompositorisches Schaffen umfasst alle Bereiche von der großbesetzten Sinfonik, über die Vokal- bis zur Kammermusik. Außerdem war er als vielbeachteter Musikschriftsteller tätig. Er starb 2015 in Tampere.

 

25.11. Giuseppe CREMONINI: 150. Geburtstag

Giuseppe Cremonini

 Der Künstler, der eigentlich Giuseppe Bianchi hieß und sich nach seiner Heimatstadt Cremonini nannte, entstammte einer ganz armen Familie. Er wurde durch den Pädagogen G. Cima ausgebildet und debütierte 1889 am Teatro Politeama in Genua als Carlo in »Linda di Chamounix« von Donizetti. 1890 trat er am Teatro Filodrammatico Mailand als Wilhelm Meister in »Mignon« von A. Thomas und am Teatro Coccia in Novara auf. 1891 gastierte er an der Oper von Bukarest als Turiddu in »Cavalleria rusticana« mit der berühmten Primadonna Hariclea Darclée als Santuzza. 1891 hatte er große Erfolge als Titelheld in Mascagnis »L‘Amico Fritz« in den Premieren dieser Oper in Mantua, Faenza und Palermo. Am 1.2.1893 sang er in der Uraufführung von Puccinis Oper »Manon Lescaut« am Teatro Regio Turin die Partie des Des Grieux mit Cesira Ferrani in der Rolle der Manon. Mit der gleichen Partnerin trat er 1894 an der Mailänder Scala in der Uraufführung von A. Franchettis »Il Fior d’alpe« auf und sang auch dort in Puccinis »Manon Lescaut«. Am Teatro Costanzi in Rom hörte man ihn 1894 in der Uraufführung der Oper »Il Voto« von Pietro Vallini. 1893-94 hatte er große Erfolge bei Gastspielen in Buenos Aires, am Teatro Costanzi Rom und am Teatro Real Madrid in Partien wie dem Turiddu, dem Assad in Goldmarks »Die Königin von Saba« und dem Lohengrin. Er gastierte 1892 an der Covent Garden Oper London als Nadir in »Les pêcheurs de perles« von Bizet und als Alfredo in »La Traviata«, 1896 als Turiddu, als Don Ottavio im »Don Giovanni«, als Lyonel in Flotows »Martha«, als Gennaro in »Lucrezia Borgia« von Donizetti, als Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, als Herzog im »Rigoletto« und als Faust in »Mefistofele« von Boito. 1895 an der Oper von Monte Carlo zu Gast (als Turiddu, als Enzo in »La Gioconda« von Ponchielli, als Titelheld in Mascagnis »L‘Amico Fritz«, als Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla« und als Arturo in »I Puritani« von Bellini), 1897 an der Berliner Hofoper (als Don Ottavio). 1895-97 (Antrittsrolle: Fernando in »La Favorita« von Donizetti) und nochmals in der Spielzeit 1900-1901 war er an der New Yorker Metropolitan Oper engagiert, an der er 1901 in der amerikanischen Erstaufführung von »Tosca« die Rolle des Cavaradossi übernahm. Diese Partie kreierte er dann auch für Boston und Chicago. An der Metropolitan Oper sang er 15 Partien in 116 Vorstellungen: den Alfredo, den Turiddu, den Lohengrin, den Nadir, den Herzog im »Rigoletto«, den Faust in »Mefistofele«, den Fenton in Verdis »Falstaff«, den Edgardo, den Faust von Gounod, den Lyonel in »Martha« von Flotow und den Rodolfo in »La Bohème«. Zu seinem Partien zählten auch der Jean Gaussin in »Sapho« von Massenet und der Walther von Stolzing in »Die Meistersinger von Nürnberg«. 1903 sang er, wenige Tage vor seinem plötzlichen Tod, noch am Theater seiner Heimatstadt Cremona den Des Grieux in »Manon« von Massenet.

Eigentliche Schallplatten existieren von seiner Stimme nicht; auf einem Mapleson-Zylinder aus der Metropolitan Oper von 1901 finden sich Teile eines Duetts aus »Tosca« mit Milka Ternina.

 

25.11. Johann Christian FRISCHMUTH: 275. Geburtstag

Er war ab 1765 Mitglied verschiedener Wanderbühnen. Zehn Jahre später bekam er ein Engagement am Stadttheater Münster und auch am Gothaer Hoftheater. Nachdem dies aufgelöst worden war, wurde er vom Prinzipal Konrad Ernst Ackermann unter Vertrag genommen. 1782 bekam Frischmuth ein Engagement von Karl Theophil Döbbelin, der ihn mit nach Berlin nahm. Dort war er zwei Jahre als Schauspieler verpflichtet und anschließend als Kapellmeister. Als Komponist wurde Frischmuth nie überregional bekannt. Er komponierte Operetten, aber auch Sonaten, Duette und andere Stücke für Klavier und Violine. Er starb 1790 in Berlin.

 

26.11. Cecilia NÚÑEZ ALBANESE: 85. Geburtstag

Cecilia NÚÑEZ ALBANESE

 Sie kam aus ihrer südamerikanischen Heimat nach Italien und erhielt ihre Ausbildung zur Sängerin am Conservatorio Giuseppe Verdi in Mailand und durch die Pädagogen Ettore Campogalliani und Magda Piccarolo. Sie gewann Gesangwettbewerbe in Macerata, Vercelli und Parma und debütierte in Reggio Emilia als Gilda im »Rigoletto«. Sie kam von ihrem Wohnort Mailand aus am Teatro San Carlo Neapel, an der Hamburger Staatsoper, am Teatro Liceu Barcelona (1968 Titelrolle in »Marina« von Arrieta, 1974 Norina im »Don Pasquale«), an der New York City Opera (1973 als Gilda und als Rosina im »Barbier von Sevilla« von Rossini) sowie in England bei der Welsh Opera Cardiff zu großen Erfolgen im Koloraturfach, hatte aber ähnliche Erfolge auch bei Gastspielen und Konzerten in anderen Zentren des internationalen Musiklebens. So gastierte sie 1973 am Teatro San Carlo Neapel und 1977 an der Oper von Santiago de Chile als Gilda. Aus ihrem Bühnenrepertoire sind zu nennen: die Amina in »La Sonnambula« von Bellini, die Lucia di Lammermoor, die Königin der Nacht in der »Zauberflöte«, die Violetta in »La Traviata«, die Nannetta im »Falstaff« von Verdi, die Musetta in Puccinis »La Bohème« und die Monica in »The Medium« von Gian Carlo Menotti. Sie starb 2010 in Catania.

 

26.11. Petre MUNTEANU: 100. Geburtstag

Petre MUNTEANU

 Er studierte am Konservatorium von Bukarest Gesang und Violinspiel. 1940 debütierte er an der Königlichen Oper Bukarest, ging dann aber zur weiteren Ausbildung nach Deutschland und wurde in Berlin Schüler von H. Weißenborn. Nach dem Zweiten Weltkrieg erregte er in Italien als Konzertsänger Aufsehen. 1947 kam er an die Mailänder Scala, wo er als Antrittsrolle den Ferrando in »Così fan tutte« vortrug und dann in der Premiere von Strawinskys »Persephone« mitwirkte. An der Mailänder Scala sang er auch 1951 den Tiburno in Cimarosas »Il Credulo«, 1952 den Pedrillo in der »Entführung aus dem Serail« und den Andres im »Wozzeck« von Alban Berg, 1952 und 1959 das Tenor-Solo in Beethovens 9. Sinfonie, 1956 das Tenor-Solo in Strawinskys »Canticum Sacrum«, 1960 das Tenor-Solo in Mozarts C-Moll-Messe, 1961 das Tenor-Solo in Mahlers »Lied von der Erde« und 1962  das Tenor-Solo in Mahlers 8. Sinfonie. Er trat 1950 an der Oper von Rom als Ferrando auf und sang dort 1952 den Schuiskij im »Boris Godunow«, 1954 den Zaren Berendey in der italienischen Erstaufführung der Märchenoper »Schneeflöckchen« von Rimsky-Korssakow. Er gastierte am Teatro Comunale Genua (1947), am Teatro Comunale Bologna (1950 als Fenton im »Falstaff« von Verdi, 1958 als Tamino in der »Zauberflöte«), am Teatro San Carlo Neapel (1948 als Pedrillo, 1949 als Andres, 1950 als Ferrando, 1954 in der italienischen Erstaufführung von H.W. Henzes »Boulevard Solitude« und als Milfort in Rossinis »La cambiale di matrimonio«), beim Maggio Musicale von Florenz (1949 in der Matthäuspassion von J.S. Bach und als 1. Hirte in Monteverdis »L’Orfeo«, 1952 als Solist in der 9. Sinfonie von Beethoven, 1963 als Andres, 1964 in der italienischen Erstaufführung der Oper »Die Zwingburg« von E. Krenek) und bei den Festspielen von Bregenz (1955 als Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla«). Weitere Gastspiele an der Covent Garden Oper London, an der Staatsoper von München, und am Opernhaus von Triest. 1948-49 sang er bei den Festspielen von Edinburgh den Ferrando. 1961 wirkte er am Teatro Fenice Venedig in der Uraufführung der Oper »intolleranza 60« von Luigi Nono mit. Er war auch in Madrid, in den skandinavischen Ländern und in Australien (1958) bei Gastspielen zu hören. Zu seinen großen Bühnenrollen gehörten noch der Cassio in Verdis »Otello«, der Pylades in Glucks »Iphigénie en Tauride« und der Filipeto in Wolf-Ferraris »I quattro rusteghi«. Fast noch bedeutender als seine Bühnenkarriere war sein Wirken im Konzertbereich; auch hier trat er bis 1965 in einem umfassenden Repertoire, vor allem als Solist in Oratorien und religiösen Vokalwerken, auf. 1968 trat er in Turin erstmalig als Dirigent in Erscheinung. Er wirkte später als Pädagoge am Conservatorio Giuseppe Verdi in Mailand. Er starb 1968 in Mailand. – Neben der vollkommenen Beherrschung des italienischen Belcantos in Opern von Bellini, Rossini und Donizetti zeichnete der Künstler sich sowohl als Mozart-Interpret wie auch im Konzertsaal als Oratorien- (Bach, Händel) und als Liedsänger aus.

Aufnahmen auf DGG, Philips (»Don Pasquale«), Nixa (Matthäuspassion), Westminster (9. Sinfonie von Beethoven, »Winterreise« von Schubert), Angelicum, Hunt Records (C-Moll-Messe von Mozart), Fonit Cetra (Magnificat von J.S. Bach), Hardy Classics (Walther von der Vogelweide im »Tannhäuser«, Mitschnitt in italienischer Sprache aus dem Teatro San Carlo Neapel 1950 mit Renata Tebaldi als Elisabeth).

 

26.11. Gerhard UNGER: 100. Geburtstag

Gerhard Unger

 Er studierte an der Musikhochschule Berlin, doch wurde sein Debüt durch den Zweiten Weltkrieg verhindert. Seit 1945 betätigte er sich als Konzert- und Oratoriensänger. 1947 begann er seine Bühnenlaufbahn am Nationaltheater von Weimar, an dem er fünf Jahre blieb. Bei den Bayreuther Festspielen bewunderte man ihn 1951-52 in einer seiner Glanzrollen, dem David in »Die Meistersinger von Nürnberg«, 1952 außerdem noch als einen der Knappen im »Parsifal« und als jungen Seemann in »Tristan und Isolde«. 1952 wurde er an die Berliner Staatsoper berufen. Man schätzte ihn bald als einen führenden Vertreter des Tenor-Buffo-Fachs, doch war er auch als lyrischer Tenor erfolgreich und sang den Tamino in der »Zauberflöte«, den Alfredo in »La Traviata« und den Pinkerton in »Madame Butterfly«. 1960-78 oftmals an der Wiener Staatsoper zu Gast, u.a. als David, als Steuermann in »Der fliegende Holländer«, als Pedrillo in der »Entführung aus dem Serail« (wohl seine größte Kreation), als Eselmann in »Die Kluge« von C. Orff, als Jaquino im »Fidelio«, als Bischof von Budoja in »Palestrina« von H. Pfitzner, als Brighella und als Tanzmeister in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, als junger Diener in »Elektra« von R. Strauss, als Narraboth in »Salome« von R. Strauss, als italienischer Tenor im »Capriccio« von R. Strauss, als Monostatos in der »Zauberflöte«, als Hauptmann im »Wozzeck« von A. Berg, als Mime im Nibelungenring und als Sänger im »Rosenkavalier«. Seit 1961 Mitglied der Staatsoper von Stuttgart, 1962-73 auch der Staatsoper Hamburg vertraglich verbunden. Gastspiele führten ihn an die Staatsoper von Dresden und an andere wichtige Theater. Er wirkte auch bei den Salzburger Festspielen mit, und zwar 1962-63, 1965-67 und 1970-75 als Pedrillo, 1964-65 als Brighella, 1967-68, 1970 und 1974 als Monostatos, 1969 als Valzacchi im »Rosenkavalier« und 1977-78 als einer der Juden in »Salome« von R. Strauss; er wirkte in Salzburg auch in Konzerten (1968 in einem Mozart-Konzert, 1975 in »Carmina Burana« von Carl Orff, 1977 in »Jeanne d’Arc au bûcher« von A. Honegger) mit. An der Mailänder Scala debütierte er 1960 als Jaquino im »Fidelio«; hier sang er auch 1971 das Tenor-Solo in Beethovens 9. Sinfonie, 1972 und 1978 den Pedrillo, 1975 den Mime im »Siegfried«, 1977 und 1979 den Hauptmann im »Wozzeck« von A. Berg. Auch zu Gast an der Grand Opéra Paris (1979 als Hauptmann im »Wozzeck«, 1983 und 1986 als Brighella, 1984 als Pedrillo), am Théâtre de la Monnaie Brüssel (1962), am Teatro Colón Buenos Aires (1966, 1981), an der Oper von Marseille (1955) und in Turin (1970). Noch 1987 trat er an der Stuttgarter Staatsoper als Mime im Nibelungenring auf. Aus seinem Repertoire für die Bühne ist noch der Skuratow in »Aus einem Totenhaus« von Janácek zu nennen. Dazu galt er als hervorragender Konzertsänger, zumal als bedeutender Bach-Interpret. Er starb im 2011 in Stuttgart.

Schallplatten: Sang auf HMV (»Der Waffenschmied« von Lortzing, Steuermann in »Der fliegende Holländer«, David in »Die Meistersinger von Nürnberg«, Alwa in »Lulu« von A. Berg, »Der Bettelstudent«), Eterna, Columbia (»Die Entführung aus dem Serail«, »Die Meistersinger von Nürnberg«), Urania (»Die Meistersinger von Nürnberg«), DGG (»Der Rosenkavalier«, »Madame Butterfly«), Eurodisc (»Der Barbier von Bagdad«), Philips (»La finta giardiniera« von Mozart), RBM (»Doktor und Apotheker« von Dittersdorf), Calig-Verlag (David in »Die Meistersinger von Nürnberg«, 1967) und auf HRE (»Fidelio«).

 

27.11. Giovanni BREVIARIO: 125. Geburtstag

Giovanni BREVIARIO als Bajazzo
Als Bajazzo

 Er studierte zunächst als Bariton bei Dante Lari in Mailand, wurde aber noch während seiner Ausbildung zum Tenor umgeschult. Als solcher debütierte er 1924 in Pola als Manrico im »Troubadour« von Verdi und hatte seine ersten großen Erfolge 1927-34 an der Italienischen Oper in Holland, wo er 1938 nochmals gastierte. Er sang 1929 am Teatro Carlo Felice von Genua in der Uraufführung der Oper »Onesta« von Massa. Man schätzte ihn zumal als Interpreten der heldischen Partien des italienischen Repertoires. In Italien war er jedoch nicht so erfolgreich wie in Holland. Er gastierte dort u.a. am Teatro San Carlo Neapel, am Teatro Fenice Veneidg, am Teatro Regio Parma, am Teatro Petruzzelli Bari, am Teatro Carlo Felice Genua (1929 als Turiddu in »Cavalleria rusticana«). Er trat auch an der Oper von Kairo, am Royal Opera House auf Malta, am Teatro San Carlos Lissabon und in Deutschland gastweise auf. 1932 und 1938 hörte man ihn am Stadttheater von Zürich, 1938 an der Oper von Budapest. 1946-47 unternahm er eine Nordamerika-Tournee mit der Salmaggi’s Opera Company. Im gleichen Jahr Konzert-Tournee durch Westeuropa. 1948 sang er bei seinem einzigen Auftritt an der Mailänder Scala den Pollione in »Norma« von Bellini. 1949 gab er seine Karriere auf. Seine großen Bühnenpartien waren der Canio im »Bajazzo«, der Radames in »Aida«, der Cavaradossi in »Tosca«, der Raoul in den »Hugenotten« von Meyerbeer, der Titelheld in Giordanos »Andrea Chénier« und in besonderer Weise der Otello von Verdi. Später war er als Pädagoge am Konservatorium von Johannesburg in Südafrika tätig und lebte danach in seiner Geburtsstadt Bergamo, wo er 1982 starb.

Schallplatten: Er sang in zwei integralen Opern-Aufnahmen die Hauptrollen (»Cavalleria rusticana« auf HMV und 1937 auf Cetra »Norma« als Partner von Gina Cigna). Solo-Aufnahmen erschienen auf Grammophone.

 

27.11. Joseph Anton PLANICKHY: 325. Geburtstag

 Er war ein Sohn des Kantors Jaroslav Planickhy. Er diente seit 1722 als Tenorist in der Fürstbischöflichen Hofkapelle in Freising. 1723 gab er in Augsburg eine von ihm komponierte Sammlung von 12 Arien mit Instrumentalbegleitung unter dem Titel »Opelta Ecclesiastica« heraus, die man nach zeitgenössischen Berichten sehr zu schätzen wusste. Er starb 1732 in Freising bei München.

 

29.11. Demeter MARCZIS: 85. Geburtstag

 Biographie des ungarischen Bassisten auf Ungarisch: http://mek.oszk.hu/02100/02139/html/sz15/142.html

 

29.11. Valentino BUCCHI: 100. Geburtstag

Der Sohn eines Hornisten und einer Violinistin absolvierte nach einem Philosophiestudium an der Universität Florenz eine musikalische Ausbildung am Liceo Musicale Cherubini bei Vito Frazzi und Luigi Dallapiccola. Seit 1938 war er Musikkritiker der Zeitschrift La Nazione in Florenz. 1939 wurde seine einaktige Oper Giuoco del Barone uraufgeführt, die die Beachtung des Musikkritikers Bruno Barilli fand und 1956 mit dem Prix Italia ausgezeichnet wurde. Nach 1941 erschienen nur noch vereinzelte Musikkritiken von ihm. 1945-47 schrieb er Kritiken für La Nazione del Popolo und Mattino dell’Italia Centrale. Seit 1945 unterrichtete Bucchi an den Konservatorien von Florenz und Venedig. 1957-74 leitete er das Konservatorium von Perugia, danach bis zu seinem Tode das von Florenz. Daneben wirkte er als Leiter der Accademia Filarmonica Romana (1958–60), des Teatro Comunale di Bologna (1963–67) und der Accademia Chigiana in Siena. Er starb 1976 in Rom. Nach seinem Tod wurde 1977 die Associazione Musicale Valentino Bucchi (seit 1990 Fondazione Valentino Bucchi) gegründet, die jährlich den Premio Valentino Bucchi an junge Musiker und Komponisten vergibt.

 

29.11. Waldemar von BAUSSNERN: 150. Geburtstag

Er entstammte der Volksgruppe der Siebenbürger Sachsen. Er wurde als Sohn des Finanzbeamten Carl August Philipps Edler von Baußnern und dessen zweiter Ehefrau Frederike in Berlin geboren und wuchs in Siebenbürgen und Budapest auf. 1882-88 studierte an der Königlich Akademischen Hochschule für ausübende Tonkunst in Berlin bei Friedrich Kiel und Woldemar Bargiel. Nach seiner Hochzeit mit Elsbeth Dorothea Louise Fischer 1889 wurde er 1891-1903 Leiter der Chorvereine Mannheimer Musikverein und Dresdner Liedertafel. 1903 wurde er an das Konservatorium in Köln berufen und ab 1909 war er Direktor der Großherzoglichen Musikschule in Weimar. 1910 erfolgte seine Professur. 1916 wurde er Direktor am Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt am Main und ab 1923 2. Sekretär der Berliner Akademie der Künste. 1926 fand im Rahmen des Baußnern-Jahres anlässlich seines 60. Geburtstages in sieben Städten in Siebenbürgen das Siebenbürgische Baußnernfest statt. 1929 vertrat Baußnern Deutschland beim Premier Salon International de la Symphonie in Paris, zudem trat er im Berliner Rundfunk mit zweien seiner 1928 entstandenen Triosonaten auf. 1931 starb Baußnern in Potsdam-Sanssouci an Krebs.

Die Akademie der Künste in Berlin übernahm 2014 den umfangreichen Nachlass von Baußnern und errichtete das Waldemar-von-Baußnern-Archiv. Korrespondenz von Baußnern befindet sich auch im Bestand 21081 Breitkopf & Härtel, Leipzig, im Sächsischen Staatsarchiv, Staatsarchiv Leipzig.

Waldemar von Baußnerns umfangreiches Werkverzeichnis umfasst nahezu alle musikalischen Gattungen, wobei das Hauptgewicht auf Chorsinfonik und Orchesterwerken liegt. Der Komponist wurde nicht nur in der Vokal-, sondern auch in der Instrumentalmusik stark von dichterischen Anregungen, insbesondere Johann Wolfgang von Goethes, beeinflusst, was sich in zahlreichen Werktiteln niederschlägt, die jedoch nicht programmmusikalisch zu verstehen sind. Stilistisch galt Baußnern schon den Zeitgenossen als Einzelgänger, der sich nur schwer einer bestimmten Richtung zuordnen ließ. Generell ist seine Musik in den Traditionen des 19. Jahrhunderts verwurzelt, geht jedoch in der formalen Gestaltung oft selbstständige Wege und weitet die überkommene Tonalität durch häufig polyphon gebundene Chromatik bis an ihre Grenzen aus, ohne allerdings in Atonalität umzuschlagen.   Er vollendete die nur skizzenhaft hinterlassene Oper Gunlöd von Peter Cornelius und betätigte sich als Herausgeber der weiteren Opern Cornelius‘ in der Gesamtausgabe. Ein länger anhaltender Erfolg blieb Baußnern zu Lebzeiten versagt und viele Werke des Komponisten sind nie im Druck erschienen (z.B. alle Sinfonien). Die Erforschung seines künstlerischen Schaffens steht noch in den Anfängen. Der Komponist Dietrich von Bausznern (1928–80), ein Enkel Waldemars, regte die Gründung einer Baußnern-Gesellschaft an, die sich seit 1981 für die Verbreitung von dessen Werk einsetzt.

 

29.11. Carl BINDER: 200. Geburtstag

 Er arbeitete 1839-47 als Kapellmeister an Wiener Vorstadttheatern, seit 1840 besonders für das Theater in der Josefstadt als Nachfolger von dessen Kapellmeister Conradin Kreutzer. 1847 verschlug es ihn für kurze Zeit nach Hamburg und Preßburg; aber bereits 1848 kehrte er in seine Heimatstadt zurück, wo das Theater an der Wien und das Carltheater seine bevorzugten Wirkungsstätten waren. 1851-59 schrieb er die Bühnenmusik für mehrere Stücke von Johann Nepomuk Nestroy. Als Jacques Offenbach mit seinen ersten Operetten in Paris sensationelle Erfolge feierte, lechzten auch die Wiener Theater danach, sie in einer deutschsprachigen Fassung auf die Bühnen zu bringen. Dabei gab man sie nicht im Original, sondern ließ sie von Binder nach Offenbachs Klavierauszügen instrumentieren. Binder ist auch der Komponist der Ouvertüre zu Offenbachs meistgespielter Operette Orpheus in der Unterwelt. Weil der Meister selbst kein Vorspiel dazu geschrieben hatte, in Wien aber ein solches obligatorisch war, beauftragte man Binder, nach verschiedenen Motiven des Werkes eine Ouvertüre zu schreiben. Binder hatte zwei Söhne. Einer wurde wie sein Vater Kapellmeister, starb aber bereits im Alter von 27 Jahren. Carls Bruder, Eduard Binder, war viele Jahre als Regisseur und Schauspieler am Friedrich-Wilhelmstädtischen Theater in Berlin und am Carltheater in Wien engagiert. Besonders berühmt wurde Binder für die Vertonung von Nestroys Wagner-Parodie Tannhäuser (UA 31. Oktober 1857 Wien, Carltheater). Binder ist auch als Opern- und Liedkomponist (Wenn ich einmal der Herrgott wär, Text Eduard Amthor) sowie Librettist hervorgetreten. Er starb 1860 in Wien. Er ruht auf dem evangelischen Friedhof Wien Matzleinsdorf (Grab bereits aufgelassen).

 

30.11. Norman SCOTT: 95. Geburtstag

Norman Scott

 Seine Familie war russischer Herkunft. Er erhielt seine Ausbildung in New York und debütierte 1946 bei der New England Opera Company in Boston. Er sang dann in New Orleans, Pittsburgh und Havanna und 1948-51 an der New York City Opera. Dort war er so erfolgreich, dass man ihn 1951 an die Metropolitan Oper New York berief. Hier debütierte er als Monterone in Verdis »Rigoletto«. Bis 1968 blieb er ein angesehenes Mitglied dieses Opernhauses. Nachdem er anfänglich kleinere Rollen (u.a. Onkel Bonze in »Madame Butterfly«, Guccio in »Gianni Schicchi«, König in »Aida«, Zuniga in »Carmen«, Herold in »Alceste« von Gluck, Reinmar von Zweter in »Tannhäuser«, Fouquier Tinville in »Andrea Chénier« von Giordano, Hans Schwartz in »Die Meistersinger von Nürnberg«, Tom in Verdis »Un ballo in maschera«, Crespel in »Hoffmanns Erzählungen«, Marquis de Calatrava in »La forza del destino«, Angelotti in »Tosca«, Lodovico in Verdis »Otello«, Polizeikommissar im »Rosenkavalier«, Pietro in »Simon Boccanegra«, Graf Lamoral in »Arabella« von R. Strauss, Hohepriester in »Nabucco«, Ashby in »La fanciulla del West«, Quinault in »Adriana Lecouvreur« von Cilea, Pistola in Verdis »Falstaff«, Hobson in »Peter Grimes« von B. Britten, Herzog von Verona in »Roméo et Juliette« von Gounod) gesungen hatte, wurde er später mit größeren Aufgaben beschäftigt: als Raimondo in »Lucia di Lammermoor«, als Colline in »La Bohème«, als Komtur im »Don Giovanni«, als Trulove in »The Rake’s Progress« (in der amerikanischen Erstaufführung dieser Oper von Strawinsky), als Abimélech in »Samson et Dalila« von Saint-Saens, als Pimen im »Boris Godunow«, als Ferrando im »Troubadour«, als Mephisto im »Faust« von Gounod, als Ramfis in »Aida«, als Sarastro wie als Sprecher in der »Zauberflöte«, als Basilio im »Barbier von Sevilla« und als Daland in »Der fliegende Holländer«. Er trat an der Metropolitan Oper in insgesamt 927 Vorstellungen auf, u.a. auch 1964 in der amerikanischen Erstaufführung der Oper »The Last Savage« von G.C. Menotti und in der Uraufführung der Oper »Antony and Cleopatra« von S. Barber am 16.9.1966. Mehrfach war der Künstler auch in Europa zu Gast. Er gastierte u.a. in Deutschland und England. Beim Holland Festival 1953 trat er in einer konzertanten Aufführung der Oper »Herzog Blaubarts Burg« von B. Bartók auf. 1959 Gastspiele in Chile, 1960 am Teatro Colón von Buenos Aires als Alvise in »La Gioconda« und als Pater Guardian in »La forza del destino«. Er war auch ein geschätzter Konzert- und vor allem Oratorienbassist. Allzu früh wurde seine Karriere durch den Tod 1968 in New York beendet.

Die Stimme des Künstlers ist durch sehr viele Schallplattenaufnahmen erhalten; sie finden sich auf MMS, London, CBS (vollständige »Lucia di Lammermoor«), Remington (»Lucia di Lammermoor«, »Turandot«), Decca, Philips, MGM und RCA (kleinere Partien in Verdis »Falstaff« und »Un Ballo in maschera«, Ramfis in »Aida« unter Toscanini).

 

30.11. Cilli JÜRGENSEN: 150. Geburtstag

 Sie hieß eigentlich Cilli Barteldes, war die Tochter eines Kaufmanns und wurde durch Carl Löber für die Bühne ausgebildet. Sie begann ihre Karriere als Schauspielerin wie als Sängerin am Theater von Zwickau und kam über das Theater von Görlitz 1891 an das Adolf-Ernst-Theater Berlin. 1893 wurde sie an das Hoftheater von Kassel verpflichtet, an dem auch ihr Gatte, der bekannte Schauspieler Adolf Jürgensen (1850-1925), wirkte. Sie vertrat zu Beginn ihrer Bühnenkarriere das Soubrettenfach (Orlofsky in der »Fledermaus«, Elfriede im »Obersteiger« von Zeller), übernahm später aber Partien aus dem Fachbereich der Komischen Alten. Neben ihrer Tätigkeit auf dem Gebiet der Operette trat sie in Sprechstücken, Komödien, Possen und Singspielen auf und entfaltete eine sehr vielseitige Karriere. Sie blieb bis 1907 in Kassel tätig.

 

30.11. Andreas DIPPEL: 150. Geburtstag

Andreas DIPPEL als Vasco da Gama an der MET
Als Vasco da Gama an der Met

Er war der Sohn eines Fabrikanten. Erste Ausbildung durch Nina Zottmayr in Kassel, dann bei Julius Hey in Berlin, Alberto Leoni in Mailand und Johannes Ress in Wien. Debüt 1887 am Stadttheater von Bremen als Lyonel in »Martha« von Flotow. Er blieb bis 1892 in Bremen und wirkte 1889 bei den Festspielen von Bayreuth in kleinen Partien (einer der Knappen im »Parsifal«, den jungen Seemann in »Tristan und Isolde«, Ulrich Eisslinger in »Die Meistersinger von Nürnberg«) mit. 1890 debütierte er an der New Yorker Metropolitan Oper (Antrittspartie: Titelheld in »Asraël« von Alberto Franchetti in der amerikanischen Erstaufführung dieser Oper in deutscher Sprache). In der Saison 1890-91 sang er an der Metropolitan Oper auch den Andor in der amerikanischen Erstaufführung der Oper »Il Vassallo di Szigeth« von Smareglia, den Lohengrin, den Armand in der amerikanischen Erstaufführung der Oper »Diana von Solange« von Ernst II. (Sachsen-Coburg und Gotha), den Walther von Stolzing in »Die Meistersinger von Nürnberg«, den Vasco da Gama in Meyerbeers »Die Afrikanerin«, den Nureddin im »Barbier von Bagdad« von P. Cornelius, den Don José in »Carmen« und den jungen Seemann in »Tristan und Isolde«. 1892-93 am Opernhaus von Breslau engagiert, 1893 wurde er an die Wiener Hofoper berufen, an der er bereits 1892 gastweise aufgetreten ist und deren Mitglied er bis 1898 war. Hier sang er u.a. den Vasco da Gama, den Radames in »Aida«, den Riccardo in Verdis »Un ballo in maschera«, den Baba Mustafa im »Barbier von Bagdad« von P. Cornelius, den Marcello in Leoncavallos »La Bohème«, den Don José, den Turiddu in »Cavalleria rusticana«, den Vitek in Smetanas »Dalibor«, den Don Ottavio im »Don Giovanni«, den Faust von Gounod, den Florestan im »Fidelio«, den Alfred in der »Fledermaus«, den Steuermann wie den Erik in »Der fliegende Holländer«, den Lorenzo in »Fra Diavolo« von Auber, den Max im »Freischütz«, den Skrivanek im Smetanas »Das Geheimnis«, den Contran in I. Brülls »Das goldene Kreuz«, den Arnold in Rossinis »Wilhelm Tell«, den Laertes in »Hamlet« von A. Thomas, den Astolf in Schuberts »Der heimliche Krieg«, den Eduard in K. Goldmarks »Das Heimchen am Herd«, den Raoul in den »Hugenotten« von Meyerbeer, den Hanno in Smetanas »Der Kuss«, den Lohengrin, den Fenton in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor«, den Lyonel, den Walther von Stolzing, den Wilhelm Meister in »Mignon« von A. Thomas, den Pollione in »Norma«, den Beppe im »Bajazzo«, den Raimbaud in »Robert der Teufel« von Meyerbeer, den Tybalt in »Roméo et Juliette« von Gounod, den José in Josef Forsters »Die Rose von Pontevedra«, den Titelhelden im »Siegfried«, den Walther von der Vogelweide im »Tannhäuser«, den Narren in Marschners »Der Templer und die Jüdin«, den Alfredo in »La Traviata«, den Manrico im »Troubadour«, den James Gadshill in Marschners »Der Vampyr«, den Duval in Schuberts »Der vierjährige Posten«, den Marquis von Chateauneuf in »Zar und Zimmermann« und den Tamino in der »Zauberflöte«. 1897 große Erfolge bei den Aufführungen von Wagners Ring-Zyklus an der Londoner Covent Garden Oper, wo er bis 1900 regelmäßig gastierte. 1898 wurde er abermals an die Metropolitan Oper New York engagiert. Hier hat er bis 1908 in insgesamt 394 Vorstellungen gesungen, darunter auch den Radames, den Tannhäuser, den Froh, den Siegmund und den Siegfried im Ringzyklus, den Raoul, den Faust von Gounod, den Alfredo, den Turiddu, den Manrico, den Erik, den Fenton in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor«, den Florestan, den Tamino, den Don Ottavio, den Cavaradossi in »Tosca«, den Grafen Almaviva im »Barbier von Sevilla«, den Parsifal, den Ernesto in »Don Pasquale«, den Tristan in »Tristan und Isolde«,  den Eisenstein in der »Fledermaus«, den Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, den Enzo in »La Gioconda« von Ponchielli, den Barinkay im »Zigeunerbaron« von J. Strauß,  den Herzog im »Rigoletto«,  den Assad in Goldmarks »Die Königin von Saba«, den Rodolfo in Puccinis »La Bohème«, den Narraboth in der amerikanischen Erstaufführung von »Salome« von R. Strauss und den Pinkerton in »Madame Butterfly«. In den Jahren 1900-10 gehörte er  dem Direktorium der Metropolitan Oper an. In London wie in New York ersetzte er mehrfach den berühmten Tenor Jean de Reszke. Er gastierte auch 1897 an der Hofoper von München, 1899 an der Oper von Budapest und 1905 an der Hofoper von Stuttgart. Er war gleichzeitig ein geschätzter Konzert- und Oratoriensänger. 1910-13 leitete er als Direktor die Philadelphia-Chicago Grand Opera Company. Später gründete er eine eigene Operngesellschaft, mit der er große Tourneen durch Nordamerika unternahm. Zuletzt Pädagoge in Hollywood, wo er 1932 starb. Er war verheiratet mit der Schauspielerin Anita Lenar. – Groß dimensionierte Tenorstimme von nuancenreichem Ausdruck, deren Repertoire im Wagnergesang gipfelte. Alles in allem bewältigte ein riesiges Repertoire von 150 Partien.

Schall

TODESFÄLLE – STAND OKTOBER 2016

TODESFÄLLE (STAND OKTOBER 2016)

Zusammenstellung der Liste: Walter Nowotny

Hilde LÄNGAUER ist am 24.6.2016 im Alter von 102 Jahren verstorben

Hilde LÄNGAUER

Geboren am 24. März 1914 in Rumänien; ihr erstes Engagement führte sie 1934 an das Theater Innsbruck. Von dort ging sie 1935 an das Deutsche Theater in Aussig/Böhmen und 1936 an das Opernhaus von Breslau, dem sie bis zur Schließung der deutschen Theater im Kriegsjahr 1944 angehörte. Nach dem Krieg zog sie nach Wien, wo sie an der Wiener Staatsoper in der Volksoper 1945-50 insgesamt 19 Mal als Pepi in Wiener Blut und in den Jahren 1947-51 am Wiener Bürgertheater auftrat. 1954-55 gastierte sie nochmals an der Wiener Staatsoper in der Volksoper als Donna Aurora in Giroflé-Girofla von Charles Lecocq und als Adelaide in Der Vogelhändler. Ab 1955 stand sie regelmäßig in der Volksoper auf der Bühne, u. a. als Mrs.Wade (Wonderful Town), Dolly (Annie, get your gun), Fürstin Božena (Gräfin Mariza), Gräfin Hardegg (Das Land des Lächelns), Frau Schlumberger (Die Zirkusprinzessin), Friederike von Insterburg (Ein Walzertraum), Sylviane (Die lustige Witwe), Mme. Quimper-Karadec (Pariser Leben), Lehrerin (in der Uraufführung von Die Frühjahrsparade), Anhilte (Die Csárdásfürstin), Ballmutter (Wiener Blut) und Giovanna (Eine Nacht in Venedig). Insgesamt hat sie bis 1973 an der Volksoper in insgesamt 790 Vorstellungen mitgewirkt.

Ihre Schallplattenaufnahmen erschienen bei Philips (Operetten-Querschnitte) und bei Vox (Szenen aus Operetten). Sie war zeitweilig verheiratet mit dem Operettentenor Carl Heinz Graumann († 23.12.1965 Wiesbaden), der mit ihr zusammen in Breslau engagiert war, nachdem er 1927 in Stettin debütiert hatte und anschließend an den Theatern von Greifswald, Göttingen und Chemnitz auftrat. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte er seine Karriere am Hamburger Operettenhaus sowie an den Staatstheatern von Wiesbaden und Karlsruhe (hier auch als Regisseur) fort.

 

Bernard IZZO ist am 5.8.2016 in Downers Grove (Illinois) verstorben

Bernard IZZO

 Geboren am 21. März 1924 in Rochester; Nachruf auf den amerikanischen Bariton auf Englisch: http://www.chicagotribune.com/news/obituaries/ct-bernard-izzo-obituary-20160921-story.html

 

Iris KELLS ist am 10.8.2016 verstorben

Iris KELLS

 Geboren am 31. Januar 1923 in Pachmari (Indien); Nachruf auf die britische Sopranistin auf Englisch: http://www.telegraph.co.uk/obituaries/2016/08/25/iris-kells-soprano–obituary/

 

Béla TURPINSZKY ist am 26.8.2016 verstorben

Béla TURPINSZKY

 Geboren am 10. Dezember 1931 in Léva; er begann zunächst das Studium der Rechtswissenschaften, wechselte dann aber in das Gesangfach und wurde Schüler der beiden großen ungarischen Sänger Alexander Svéd und József Réti in Budapest. 1960 fand sein Bühnendebüt als Bariton an der Nationaloper von Budapest in der Partie des Sid in »Albert Herring« von Benjamin Britten statt. Nachdem er anfänglich Baritonpartien gesungen hatte, entwickelte sich seine Stimme zum Heldentenor. Seit etwa 1965 wurde er vor allem als Wagner-Sänger bekannt. Dabei galten als seine beiden bedeutendsten Kreationen der Tristan und der Titelheld im »Parsifal«. Daneben hatte er auch in Aufgaben aus dem Bereich der italienischen, der slawischen und der ungarischen Opernliteratur seine Erfolge. Gastspiele führten ihn an Bühnen in Österreich, in Ost- und Westdeutschland, u.a. an das Staatstheater in Kassel. Daneben genoss er als Konzertsänger hohes Ansehen. Auch unter dem Künstlernamen Béla Adolbert aufgetreten.

Einige Aufnahmen, alle als Tenor, auf der ungarischen Marke Hungaroton.

 

Biserka ANIĆ-BELKOVIĆ ist am 29.8.2016 in Split verstorben

Biserka ANIĆ-BELKOVIĆ

 Geboren 1939 in Zagreb; Nachruf auf die kroatische Mezzosopranistin auf Kroatisch: http://www.jutarnji.hr/kultura/glazba/preminula-biserka-anic-belkovic-splitska-operna-publika-izgubila-je-svoj-visoki-mezzosopran/4660187/

 

Giampiero MASTROMEI ist am 8.9.2016 verstorben

Giampiero Mastromei

Geboren am 1. November 1932 in Camaiore in der Toscana; seine Familie war italienischer Abstammung, wanderte aber nach Argentinien aus. Er erhielt seine Ausbildung in Buenos Aires, zum Teil bei dem berühmten Bariton Apollo Granforte. Er kam als Eleve an das Teatro Colón Buenos Aires, in dessen Opernschule er durch Mario Melani und Hina Spani weitergebildet wurde. Er debütierte 1959 am Teatro Colón Buenos Aires als Schaunard in »La Bohème« und trat während 13 Spielzeiten an diesem Haus auf. 1962 kam er nach Europa und war dort zuerst am Opernhaus von Marseille erfolgreich. 1969 debütierte er als Scarpia in »Tosca« an der Wiener Staatsoper, an der er bis 1990 in 107 Aufführungen in Erscheinung trat (als Luna im »Troubadour«, als Escamillo in »Carmen«, als Posa in Verdis »Don Carlos«, als Carlo in Verdis »La forza del destino«, als Jago in Verdis »Otello«, als Amonasro in »Aida«, als Tonio im »Bajazzo«, als Marcello in »La Bohème«, als Macbeth in der gleichnamigen Verdi-Oper, als Sharpless in »Madame Butterfly«, als Rigoletto, als Lescaut in Massenets »Manon«, als Germont-pêre in »La Traviata« und als Dulcamara in »L’Elisir d‘amore«). An der Mailänder Scala hatte er 1972-73 als Amonasro, 1972 als Renato in Verdis »Un ballo in maschera« und 1975 als Scarpia große Erfolge. Bei den Festspielen in der Arena von Verona hörte man ihn 1971-72, 1976 sowie 1983-86 als Amonasro, 1974 und 1984 als Scarpia. Er sang bei den Festspielen von Caracas, Oviedo und Bilbao sowie während einer italienischen Saison in Tokio. 1972 am Teatro Colón als Carlo in »La forza del destino« zu Gast, 1972-74 am Teatro Liceu Barcelona. Im Verlauf seiner Karriere trat er auch in London und Hamburg, in Madrid und Budapest, in San Francisco (1973 als Germont-père), Dallas und Philadelphia auf. 1987 sang er den Amonasro bei den Aufführungen von Verdis »Aida«  vor den Tempeln im ägyptischen Luxor. 1989 Gastspiel in Havanna als Scarpia.

Schallplatten: RCA (»Simon Boccanegra« von Verdi), Philips (»Il Corsaro« von Verdi), MRF (»Aida«).

 

Johan BOTHA ist am 8.9.2016 in Wien verstorben

Johan BOTHA

Geboren am 19. August 1965 in Rustenburg (Südafrika); durch seinen Vater, der ein großer Bewunderer von Enrico Caruso war, kam er frühzeitig mit Musik und Gesang in Berührung. Seit seinem 10. Lebensjahr erhielt er Klavier- und Gesangsunterricht. Seine eigentliche Ausbildung erfolgte seit 1986 in der Opernschule des Technikums von Pretoria bei Eric Müller. Nachdem man anfänglich angenommen hatte, dass er eine tiefe Bassstimme besitze, wurde er seit 1987 zum Tenor umgeschult. Er wirkte in mehreren Aufführungen der Hochschule von Pretoria mit, so 1988 in der Uraufführung von Hendrik Hofmeyers Oper »The Fall of the House of Usher«. 1989 sang er am Theater von Roodepoort den Max im »Freischütz«, 1990 wurde er als bester Sänger Südafrikas ausgezeichnet und darauf zu Konzerten in Warschau und Moskau eingeladen. Der Chordirektor der Bayreuther Festspiele Norbert Balatsch wurde auf seine Begabung aufmerksam und vermittelte ihm ein weiterführendes Studium in Bayreuth, das bis 1990 dauerte. 1991 debütierte er für Deutschland am Pfalztheater von Kaiserslautern in der Partie des Gustavus (Riccardo) in Verdis »Maskenball«, anschließend sang er am Opernhaus von Dortmund den Prinzen in »Die Liebe zu den drei Orangen« von Prokofieff. In der Spielzeit 1991-92 kam er als Ensemblemitglied an das Stadttheater von Hagen (Westfalen), wo er den Pinkerton in »Madame Butterfly«, den Pedro in »Tiefland« von E. d’Albert, den Cassio in Verdis »Otello« und den Prinzen Sou-Chong im »Land des Lächelns« von Fr. Lehár sang. und gastierte am Theater von Bonn als Florestan im »Fidelio«. Seit 1992 war er dann Ensemblemitglied des letztgenannten Opernhauses. An der Pariser Oper gastierte er 1993 als Pinkerton und 2000 als Pollione in »Norma« von Bellini. 1993 sang er in Catania das Tenor-Solo im Verdi-Requiem und an der Komischen Oper Berlin den Canio im »Bajazzo«, 1994 an der Staatsoper Berlin den Grafen Rudolph in »Silvana« von Weber, an der Wiener Volksoper den Rodolfo in »La Bohème«, am Grand Théâtre Genf die Titelrolle in Mozarts »Idomeneo«, 1995 am Théâtre Châtelet Paris den Florestan, an der Staatsoper Berlin den Cavaradossi in »Tosca«. 1995 debütierte er als Rodolfo in »La Bohème« an der Londoner Covent Garden Oper, an der er danach auch als Radames in »Aida«, als Kalaf in Puccinis »Turandot«, als Lohengrin, als Tannhäuser und als Kaiser in der »Frau ohne Schatten« von R. Strauss gastierte. 1996 sang er an der Berliner Staatsoper den Turiddu in »Cavalleria rusticana«. 1996 debütierte er als Pinkerton an der Mailänder Scala, an der er 2009 das Tenorsolo im Verdi-Requiem und den Radames, 2012 den Kaiser in der »Frau ohne Schatten« und das Tenorsolo in Beethovens 9. Sinfonie sang. An der Wiener Staatsoper debütierte er am 20. Februar 1996 als Cavaradossi und war dem Haus seither eng verbunden: Hier war er in insgesamt 222 Vorstellungen zu erleben: als Lohengrin, als Florestan, als Arrigo in Verdis »I Vespri Siciliani«, als Canio, als Turiddu, als Kaiser und als Jüngling in der »Frau ohne Schatten«, als Kalaf, als Walther von Stolzing in »Die Meistersinger von Nürnberg«, als Titelheld in »Andrea Chénier« von Giordano, als Parsifal, als Apollo in »Daphne« von R. Strauss, als Erik in »Der fliegende Holländer«, als italienscher Sänger im »Rosenkavalier«, als Titelheld in Verdis »Don Carlos«, als Radames, als Titelheld in Verdis »Otello«, als Siegmund in der »Walküre«, als Tannhäuser und als Bacchus in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss. 1997 debütierte er Canio an der Metropolitan Oper New York, an der er bis 2015 in insgesamt 80 Vorstellungen auch den Lohengrin, den Walther von Stolzing, den Florestan, den Kalaf, den Radames, den Don Carlos und den Otello von Verdi, den Siegmund und den Tannhäuser sang. 1997 hörte man ihn an der Berliner Staatsoper als Turiddu, am Théâtre Châtelet Paris als Lohengrin, an der Wiener Volksoper als Pollione, dort 1998 auch als Walther von Stolzing (bei der Hundertjahrfeier der Wiener Volksoper). 1998 sang er in Wien als Solist im Verdi-Requiem, an der Berliner Staatsoper den Turiddu, an der Oper von Chicago den Enzo in Ponchiellis »La Gioconda«. Bei den Salzburger Festspielen gastierte er 1998 als Florestan, 2002 als Kalaf, 2003 als Don Carlos sowie mehrfach in Konzerten (2007 in Beethovens 9. Sinfonie und in Brahms‘ Kantate »Rinaldo«, 2008 in Mahlers »Das Lied von der Erde«,  2011 in Mahlers »Das klagende Lied«). 1999 sang er am Teatro Liceu Barcelona den Kalaf, beim Festival von La Coruna (konzertant) den Florestan. 2000 gastierte er an der Oper von Los Angeles als Radames in »Aida« (mit Deborah Voigt in der Titelpartie), den er 2001 auch an der Berliner Staatsoper sang. 2001 hörte man ihn an der Dresdner Staatsoper als Kaiser in der »Frau ohne Schatten« und als Solisten im Verdi-Requiem. 2009 gastierte er an der San Francisco Opera und an der Bayerischen Staatsoper München als Otello. 2010 sang er im Theater an der Wien den Bacchus. Bei den Bayreuther Festspielen sang er 2010 sowie 2013-15 den Siegmund. An der Bayerischen Staatsoper München hörte man ihn 2011 als Lohengrin, 2012 als Kalaf, 2013-14 als Kaiser in der »Frau ohne Schatten«. Bei den Salzburger Osterfestspielen sang er 2013 den Parsifal. Noch kurz vor seinem Tod sang er 2015 beim Budapester Wagnerfestival den Siegmund und an der Bayerischen Staatsoper München den Kalaf. Aus seinem Bühnenrepertoire ist noch der Theo in der zeitgenössischen Oper »Vincent« von E. Rautavaara zu nennen. Neben Opernauftritten war Johan Botha auch regelmäßig auf den großen Konzertpodien der Welt zu erleben und arbeitete mit allen bedeutenden Dirigenten seiner Zeit zusammen. Am 3. Juni 2003 wurde Johan Botha der Berufstitel „Österreichische Kammersänger“ verliehen, 2016 wurde er zum Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper ernannt.

Schallplatten: RCA/Ariola (»Das Dschungelbuch« von Ch. Koechlin), Conifer (Puccini-Arien), Teldec (Melot in »Tristan und Isolde«, Ägisth in »Elektra« von R. Strauss), DGG (Stabat mater von A. Dvorák).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.johan-botha.com/biography.php

IN MEMORIAM-GEBURTSTAGE IM SEPTEMBER 2016)

 

IN MEMORIAM-Geburtstage IM SEPTEMBER 2016

Berücksichtigt wurden runde und habrunde Geburtstage. Zusammenstellung der Liste: Walter Nowotny

 

1.9. Samuel KRACHMALNICK: 90. Geburtstag

 Biographie des amerikanischen Dirigenten auf Englisch: https://en.wikipedia.org/wiki/Samuel_Krachmalnick

 

1.9. Gustav SCHMIDT: 200. Geburtstag

 

Er war der älteste Sohn eines Weimarer Hofbeamten, seine Großmutter väterlicherseits entstammte der Allstedter Musikerfamilie Martini. Seinen ersten Musikunterricht erhielt Schmidt, der mit Goethes Enkeln befreundet war, in Weimar bei Johann Nepomuk Hummel, Franz Carl Adalbert Eberwein und Johann Christian Lobe, zwischendurch (1833–36) Jura-Studium in Jena, hier auch Unterricht beim Liederkomponisten J. Chr. C Töpfer. 1840-41 lebte Schmidt als Schüler von Felix Mendelssohn Bartholdy in Leipzig, ab 1841 war er Theaterkapellmeister in Brünn und fungierte im Jahre 1845 als Musikdirektor am Theater Würzburg. Nachdem er von 1846 an in Hechingen und Leipzig privatisiert hatte, brachte er in Frankfurt am Main seine erste Oper Prinz Eugen, der edle Ritter auf die Bühne, zu der er auch den Text selbst verfasst hatte. Nach einem Engagement in Wiesbaden als erster Kapellmeister und Operndirektor am Hoftheater ging er im Tausch gegen Ludwig (Louis) Alexander Balthasar Schindelmeisser 1851 als Kapellmeister an das Frankfurter Stadttheater, wo seine zweite Oper Die Weiber von Weinsberg zur Aufführung kam. 1864 wurde er Theaterkapellmeister in Leipzig, und in diese Zeit fällt die Entstehung der Opern La Réole und Alibi. Schmidt galt als Förderer Berlioz‘ und Wagners, dessen Tannhäuser und Lohengrin er erstmals in Frankfurt aufführte. 1876 wurde er als Hofkapellmeister nach Darmstadt berufen, wo er bis 1880 tätig war und 1882 verstarb. Verheiratet war Schmidt mit der Schauspielerin Emilie Böttiger. Ein jüngerer Bruder seines Vaters war der Schauspieler und Theaterdirektor Heinrich Schmidt, die älteste Schwester Maria Henrietta Carolina (1775–1837), Witwe von Herders ältestem Sohn, dem Hofmedicus Wilhelm Christian Gottfried Herder (1774–1806), heiratete 1811 den Juristen Christian Gottlob Voigt (1774–1813), Sohn des Christian Gottlieb von Voigt, welcher im Frühjahr 1813 in französische Gefangenschaft geriet, aus der er zwar befreit werden konnte, an deren Folgen er jedoch kurz darauf auf Grund einer fiebrigen Erkrankung verstarb.

 

2.9. Maria CAPUANA: 125. Geburtstag

 Maria_CAPUANA

Sie war die ältere Schwester des Dirigenten Franco Capuana (1894-1969). Sie studierte Gesang und Klavierspiel am Konservatorium San Pietro a Majella in Neapel und debütierte 1916 in Reggio Emilia als Amneris in Verdis »Aida«. 1918 gastierte sie am Teatro San Carlo Neapel als Page Urbain in den »Hugenotten« von Meyerbeer. 1920 hatte sie am Teatro Regio in Turin großen Erfolg als Brangäne in »Tristan und Isolde«. Sie sang die gleiche Rolle bei einer Wiederholung der Turiner Aufführung am Théâtre des Champs Élysées Paris, in Reggio Emilia (1920), in Triest und später auch an der Mailänder Scala. Die Brangäne galt als besonderer Höhepunkt in ihrem Repertoire, wie sie denn überhaupt eine der führenden italienischen Wagner-Interpretinnen innerhalb ihrer künstlerischen Generation war. 1922 kam sie an die Mailänder Scala (Antrittsrolle: Ortrud im »Lohengrin«). 1923 feierte man sie an der Scala als Herodias in »Salome« von R. Strauss, 1925-27 als Fricka in der »Walküre«, als Amneris und als Rubria in Boitos »Nerone«. Am Teatro Carlo Felice in Genua hörte man sie 1924 als Brangäne, 1936 als Ortrud, am Teatro San Carlo Neapel 1927 in »Nerone« von Boito, 1930 in »Conchita« von Zandonai. 1925 trat sie am Teatro Colón von Buenos Aires als Amneris auf, weitere Gastspiele in Barcelona, Lissabon, Kairo, Südafrika, bei den Festspielen von Verona (1923 als Adalgisa in »Norma«, 1926 als Rubria) und an den großen italienischen Bühnen. 1926 wirkte sie in Bergamo in der Uraufführung der Oper »Ivania« von Pizzi mit. Ebenfalls 1926 gastierte sie am Teatro Regio Parma, 1931 und 1934 am Teatro Massimo Palermo. 1931 nahm sie an einer der ersten Italien-Tourneen der Wanderoper Carro di Tespi teil, bei der sie als Amneris auftrat. Sie bereiste auch Chile und gastierte 1935 in Vichy in Frankreich. Dazu war sie als Konzertsängerin hoch angesehen. Sie starb 1955 in Cagliari (Sardinien). – Dunkel timbrierte, ausdrucksstarke Stimme, namentlich im Wagner-Repertoire von Bedeutung.

Akustische Schallplatten der Marke Fonotecnica (um 1924 aufgenommen), elektrische auf Columbia (vollständige Oper »Aida«, 1929).

 

2.9. Gino NERI: 125. Geburtstag

 Seine Stimme wurde während seiner Militärdienstzeit in Mailand durch den Mäzen Luzzatti entdeckt und dort auch ausgebildet. 1921 debütierte er am Teatro Sociale von Crema (bei Mailand) als Edgardo in »Lucia di Lammermoor« von Donizetti. In den folgenden Jahren konnte er eine sehr erfolgreiche Karriere an den führenden Theatern Italiens entwickeln. Er sang in Novi Ligure, Monza, Cremona, Parma, am Teatro Dal Verme Mailand (1922 den Canio im »Bajazzo« und den Turiddu in »Cavalleria rusticana«), am Teatro Carcano Mailand (1922 den Cavaradossi in »Tosca«), am Teatro Verdi Pisa (1922-23, 1926), in Ferrara und Livorno, am Teatro Petruzzelli Bari (1925, 1929), in Piacenza und Bologna, in Vercelli und an vielen weiteren Bühnen. 1925 war er zu Gast am Grand Théâtre Genf (als Pinkerton in »Madame Butterfly« und als Turiddu), 1926-27 sang er am Theater von Lausanne den Pinkerton und den Rodolfo in »La Bohème«. 1928-29 erreichte er einen weiteren Höhepunkt in seiner Karriere, als er am Teatro Municipal von São Paulo in Brasilien in einer Vielzahl von Partien große Erfolge hatte; ähnliche Erfolge stellten sich bei Auftritten am Teatro San Pedro von Porto Alegre ein wie auch bei Konzerten, die er in Süd- und Mittelamerika gab. 1932 sang er am Teatro Fenice Venedig in der Uraufführung der Oper »Le astuzie di Colombina« von G. Zuffellato. 1933 gab er ein längeres Gastspiel in Tokio, bei dem er den Titelhelden im »Faust« von Gounod, den Herzog im »Rigoletto« und den Alfredo in »La Traviata« zum Vortrag brachte. 1944 gab er seine Karriere auf und wohnte seither in Mailand, wo er 1961 starb.

 

3.9. Thurston DART: 95. Geburtstag

Er besuchte die Hampton Grammar School und war Chorist der Royal Chapel in Hampton Court. 1938-39 studierte er Tasteninstrumente am Royal College of Music in London. Während des Zweiten Weltkrieges war er Offizier der Royal Air Force. Danach setzte er sein Studium bei Charles van den Boren in Brüssel fort. 1947-64 war er zunächst Dozent, später Professor für Musik an der University of Cambridge. Danach nahm er eine King-Edward-Professur für Musik am King’s College der University of London an. Seine bekanntesten Schüler waren der Komponist Michael Nyman und der Dirigent Christopher Hogwood. Seit den späten 1940er Jahren trat Dart als Cembalist und Organist auf und spielte auch historische Instrumente der Barockzeit. 1950 spielte er die ersten Aufnahmen mit dem Jacobean Ensemble ein, das sich auf frühe Musik spezialisiert hatte und dem u.a. Neville Marriner angehörte. Später übernahm er die Leitung des Boyd Neel Orchestra, das in Philomusica of London umbenannt wurde. Während der vier Jahre seiner Leitung spielte er mit dem Ensemble u.a. Bachs Brandenburgische Konzerte und Orchestersuiten, seine Doppelkonzerte für Violinen und seine Cembalokonzerte, weiter John Dowlands Lachrymae, Georg Friedrich Händels Wassermusik, Serenaden von Mozart, Concerti grossi von Alessandro Scarlatti, Arcangelo Corelli und Francesco Geminiani sowie verschiedene Werke Johann Christian Bachs auf Schallplatte ein. Daneben gab er 1947-54 das Galpin Society Journal heraus und betreute 1950-65 die Herausgabe der Musica Britannica. Er verfasste Artikel über die Interpretation der Werke von Bach, Händel und Purcell, überwachte die Revision der Ausgaben der Werke von William Byrd und Francois Couperin und gab selbst Werke von Thomas Morley, John Bull und anderen heraus. Als sein musiktheoretisches Hauptwerk erschien 1954 in London The Interpretation of Music. Er starb 1971 in London.

 

3.9. Karl DÜFFKE: 200. Geburtstag

 Er begann seine Bühnenkarriere 1837 als Chorsänger am Stadttheater von Hamburg, wo er bis 1842 blieb und bereits gelegentlich kleine Solopartien übernahm. Seine eigentliche Solistenkarriere begann er 1842 am Stadttheater von Rostock, dem er bis 1845 angehörte. 1845-47 am Theater von Königsberg engagiert, 1847-48 Mitglied des Stadttheaters von Bremen, 1848-50 des Stadttheaters von Danzig und in der folgenden Spielzeit 1850-51 des Stadttheaters von Stettin. Von dort ging er 1851 an das Friedrich Wilhelmstädtische Theater Berlin und wurde dann 1853 als Bass-Buffo an die Berliner Hofoper engagiert. 1855 wechselte er an das Hoftheater von Hannover, als dessen Mitglied er bis zu seiner Pensionierung 1868 aufgetreten ist. Hier sang er Partien für Bass-Buffo aus allen Bereichen der Opernliteratur, hatte aber – einer alten deutschen Theatertradition folgend – auch eine Vielzahl von Aufgaben aus den Bereichen des Schauspiels, der Posse und der Operette in seinem Repertoire. Er gab Gastspiele an den großen deutschen Theatern, auch an der Hofoper in Wien. Man schätzte seinen Gesangsvortrag wie seine Kunst der Darstellung vor allem in Singspielen von Karl Ditters von Dittersdorf (»Doktor und Apotheker«, »Hieronimus Knicker«) und in Partien wie dem Leporello im »Don Giovanni«, dem Papageno in der »Zauberflöte«, dem Baculus im »Wildschütz«, dem van Bett in »Zar und Zimmermann« und dem Kellermeister in »Undine« von Lortzing, dem Falstaff in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor«, dem Figaro wie dem Bartolo im »Barbier von Sevilla« und dem Dulcamara in »L‘Elisir d’amore«. Er starb 1880 in Hannover.

 

4.9. Siegfried LANDAU: 95. Geburtstag

 Biographie des deutsch-amerikanischen Dirigenten auf Englisch: https://en.wikipedia.org/wiki/Siegfried_Landau

 

4.9. Ariel RAMÍREZ: 95. Geburtstag

Bereits in jungen Jahren interessierte er sich für die indianische und kreolische Volksmusik seines Heimatlandes Argentinien. Auf den Rat des Dichters Atahualpa Yupanqui bereiste er 1941 die Provinzen Tucumán, Salta und Jujuy und lernte in Humahuaca den Musiker und Kenner der nationalen Kultur Justiniano Torres Aparicio kennen. Seit 1943 trat er als Pianist mit einem immensen Repertoire auf südamerikanischer Folklore beruhender Stücke auf, von denen er 1946 eine Anzahl auf Schallplatte einspielte. 1950-54 hielt er sich in Europa auf. 1954 ließ er sich in Lima nieder, im folgenden Jahr kehrte er nach Argentinien zurück, wo er die Compañía de Folklore Ariel Ramírez gründete. Mit dem Ensemble unternahm er 1957 eine Reise durch die Sowjetunion, die Tschechoslowakei und Polen. Daneben vervollkommnete er seine Ausbildung durch Kompositionsstudien bei Erwin Leuchter.

1964 entstand sein bekanntestes Werk, die Misa Criolla (Kreolische Messe), das er in den Folgejahren in Lateinamerika und 1967 in Deutschland, den Niederlanden, Belgien und der Schweiz aufführte. Daneben komponierte er mehrere Kantaten und andere Vokalwerke, häufig auf Texte des Dichters Félix luna. Ramírez war Leiter der Sociedad Argentina de Autores y Compositores und wurde 1988 als erster Lateinamerikaner zum Präsidenten der International Confederation of Authors and Composers Societies (CISAC) gewählt. Er starb 2010 in Monte Grande (Argentinien).

 

4.9. François BAZIN: 200. Geburtstag

Er studierte am Pariser Konservatorium und erhielt den Prix de Rome. Nach seiner Rückkehr aus Italien unterrichtete er am Konservatorium als Gesangslehrer, seit 1849 als Harmonie- und seit 1871 als Kompositionslehrer. Einer seiner Schüler war Charles Lecocq. Neben neun komischen Opern komponierte er ein Oratorium, eine Messe, Chöre und Lieder im romantischen Stil. Er starb 1878 in Paris.

 

5.9. Danilo MERLAK: 95. Geburtstag

Er erhielt seine Ausbildung zum Sänger bei E. de Filippi in Triest und bei E. Belucci in Bologna. 1942 debütierte er am Teatro Verdi Triest als Commendatore im »Don Giovanni«. 1947-48 war er am Theater von Split (Spalato), 1948-52 in Maribor (Marburg a. d. Drau) engagiert. 1952 wurde er an die Slowenische Nationaloper in Ljubljana (Laibach) verpflichtet, deren Mitglied er bis zu seinem Tod 1979 geblieben ist. Hier und bei Gastspielen (u.a. mit dem Ensemble von Ljubljana 1956 beim Holland Festival und an der Grand Opéra Paris) hörte man ihn in Partien wie dem Kezal in Smetanas »Die verkaufte Braut«, dem Wassermann in »Rusalka« von Dvorák, dem Gremin in Tschaikowskys »Eugen Onegin«, dem Mephisto im »Faust« von Gounod, dem König Philipp in Verdis »Don Carlos« und dem Zaccaria in dessen Oper »Nabucco«. Er gastierte auch an italienischen Theatern, u.a. 1961 in Genua.

Schallplatten: Philips (»L’Amour des trois oranges« von Prokofieff in der Partie des Leander, Aufnahme von 1957).

 

5.9. Hanna ALLIN: 100. Geburtstag

Sie war Schülerin der Pädagogen Kristine Lindemann, Margrete Ernst und Ingeborg Steffensen in Kopenhagen, dann von Maestro Rizzo in Neapel und von Elisabeth Rado in Wien. 1939 debütierte sie in einem Tivoli-Konzert in Kopenhagen. 1940 wurde sie Mitglied der Königlichen Oper von Kopenhagen, an der sie als Marguerite im »Faust« von Gounod debütierte und eine lange, erfolgreiche Karriere hatte. Sie sang hier Partien wie die Mimi in »La Bohème«, die Donna Anna im »Don Giovanni«, die Agathe im »Freischütz« von Weber, die Elisabeth im »Tannhäuser«, die Bess in »Porgy and Bess« von Gershwin, die Michal in »Saul og David« von C. Nielsen und weitere Aufgaben aus allen Bereichen der Opernliteratur. Auch als Konzertsopranistin erfolgreich. Sie starb 1962 in Gjentofte.

Aufnahmen auf dänischen Marken, zumeist Überspielungen von Rundfunksendungen.

 

5.9. Jolanda di MARIA-PETRIS: 100. Geburtstag

Jolanda-di-Maria-Petris

Sie erhielt ihre Ausbildung am Konservatorium von Bologna bei Arrigoni. Während der Spielzeit 1935-36 debütierte sie an der Oper von Rom als Margherita in »Mefistofele« von Boito. Sie hatte dann eine erfolgreiche Laufbahn an den großen italienischen Provinzbühnen. 1939 erfolgte in Rom ihr Konzertdebüt in Ravels »Scheherazade«. Der Erfolg war so groß, dass sie sich seitdem ganz auf den Konzertgesang spezialisierte. 1946 bereiste sie die skandinavischen Staaten, 1948 Nordamerika. Gegen Ende ihrer Karriere unternahm sie erfolgreiche Tourneen durch die DDR, wobei auf der Marke Eterna Aufnahmen ihrer Stimme entstanden. Außerdem sind aus dem Jahre 1946 Aufnahmen auf schwedischen HMV-Platten vorhanden. Sie starb im Februar 1987.

 

5.9. Giacomo MEYERBEER: 225. Geburtstag

Er wurde als Jakob Meyer Beer und Sohn des jüdischen Zuckerproduzenten und Bankiers Jacob Herz Beer (1769–1825) und der Amalie („Malka“) Beer, einer Tochter des Liepmann Meyer Wulff, in einem Reisewagen, mit dem seine Mutter von Berlin nach Frankfurt (Oder) unterwegs war, in Tasdorf geboren. Das Geburtshaus stand bis Januar 2013 und wurde dann abgerissen (bewohnt war es bis ca. 1990). Die Gedenktafel, die sich an diesem Haus befand, befindet sich jetzt in der Heimatstube der Gemeinde Rüdersdorf. Seine Brüder waren Wilhelm Beer (ein Geschäftsmann, der als Amateurastronom bekannt wurde) und Michael Beer (der als Schriftsteller bekannt wurde). Der dritte Bruder Heinrich Beer (1794–1842) war wohl das Sorgenkind der Familie und übte nie einen Beruf aus. Jakob wurde frühzeitig unter Leitung von Franz Seraphimus Lauska (1764–1825), zeitweilig auch von Muzio Clementi zum Pianisten ausgebildet und trat als solcher bereits im Alter von neun Jahren an die Öffentlichkeit. Seine späteren Kompositionsstudien leiteten der Kapellmeister B. A. Weber, Carl Friedrich Zelter und ab 1810 der Abbé Vogler in Darmstadt, wo Carl Maria von Weber sein Mitschüler war. Zu jener Zeit komponierte er kirchenmusikalische Werke verschiedener Art sowie eine Kantate: Gott und die Natur. Ab 1810 zog er die Namen Meyer und Beer zu einem Wort zusammen und nannte sich Meyerbeer. Im gleichen Jahr trat er der Gesellschaft der Freunde bei. Während der Studienzeit bei Zelter in Berlin war er auch Mitglied in der Sing-Akademie. Zur dramatischen Komposition übergehend, welcher er fortan seine Kräfte widmete, schrieb er die Oper Jephthas Gelübde, die in München unter mäßigem Beifall zur Aufführung kam. Anfang 1813 ging er nach Wien und widmete sich hier zehn Monate lang musikalischen Studien bei Antonio Salieri. Auch seine zweite Oper Wirt und Gast hatte sowohl in Stuttgart (Dirigent: Conradin Kreutzer) als auch in Wien mit Cathinka Buchwieser (bearbeitet als: Die beiden Kalifen) nur geringen Erfolg. Meyerbeer ging 1814 nach Paris und Ende 1815 auf Anraten Salieris nach Italien, wo er in dem neuen, durch Gioacchino Rossini begründeten Opernstil für die dortige Bühne eine Reihe von Opern schrieb. In Deutschland bekannt wurden Emma di Resburgo, Margherita d’Anjou und Il crociato in Egitto (Der Kreuzritter in Ägypten), ohne jedoch einen durchgreifenden Erfolg zu haben. Die übrigen waren: Romilda e Costanza, La Resmiramide riconosciuta, L’esule di Granada und Almansor. 1824 nach Paris zurückgekehrt, verband er sich mit dem Dramatiker Eugène Scribe, mit dem er zum Hauptvertreter der französischen Großen Oper des 19. Jahrhunderts wurde. Dieser Verbindung verdankte die Oper Robert le Diable (Robert der Teufel) ihre Entstehung, welche – 1831 uraufgeführt – in Frankreich mit einem bis dahin ganz unerhörten Beifall aufgenommen wurde und selbst die beiden gefeierten Meister jener Tage, Rossini und Auber, zeitweilig verdrängte. Das Sujet derselben ist in szenischer Hinsicht wirksam und bei genauer Kenntnis des Bühnenwesens mit außerordentlichem Geschick zusammengestellt. Die Musik steigert den Eindruck der Handlung; sie ist ungewöhnlich prägnant, melodiös ins Gehör fallend, sinnlich ansprechend und energisch erregend, oft charakteristisch und bezeichnend für die Situation, effektreich durch grelle, kontrastierende Instrumentalfarben. 1834 wurde Meyerbeer als auswärtiges Mitglied in die Académie des Beaux-Arts aufgenommen. Sein nächstes großes Werk war die ebenfalls von Scribe gedichtete, Anfang 1835 vollendete, aber erst am 29. Februar 1836 aufgeführte Oper Les Huguenots (Die Hugenotten), welche an Reichtum der musikalischen Erfindung, dramatischer Wirksamkeit und geschicktem Einsatz aller der französischen großen Oper zu Gebote stehenden Kunstmittel Robert le Diable noch übertrifft und in Paris wie später in ganz Europa großes Aufsehen erregte. 1842 wurde Meyerbeer vom König von Preußen als Nachfolger Gaspare Spontinis zum Generalmusikdirektor der Berliner Oper ernannt, mit der Verpflichtung, vier Monate im Jahr zu dirigieren; doch trug die Stellung in Wahrheit fast den Charakter eines Ehrenamtes. Auf das damit verbundene Gehalt von 4000 Talern verzichtete Meyerbeer zu Gunsten der Kapelle. Meyerbeer erhielt den Orden Pour le Mérite. An Kompositionen folgten jetzt u. a. die Oper Ein Feldlager in Schlesien, zur Einweihung des Berliner Opernhauses geschrieben und 1844 zuerst aufgeführt; ferner die Musik zum Trauerspiel Struensee seines verstorbenen Bruders Michael Beer, sowie seine dritte große Oper Le prophète (Der Prophet), die 1849 in Paris uraufgeführt wurde und ab 1850 auch auf den größeren deutschen Bühnen die Runde machte. In ihr ist bei allem individuellem Reichtum der Charakteristik gegen Robert der Teufel und Die Hugenotten ein Sinken der musikalisch schöpferischen Kraft des Komponisten unverkennbar, während das Aufgebot szenischer Mittel ungewöhnlichster Art überwiegend in den Vordergrund tritt. Die letzten Arbeiten Meyerbeers, der von nun an abwechselnd in Berlin und Paris lebte, waren die Umarbeitung seines Feldlagers zu der für Paris bestimmten komischen Oper L’étoile du nord (Der Nordstern, 1854) und eine zweite, hinsichtlich Stilreinheit wie Erfindung weniger bedeutende komische Oper Dinorah, ou le pardon de Ploermel (Dinorah, 1859 uraufgeführt); ferner Gelegenheitsstücke, zu denen ihm Friedrich Schillers 100ster Geburtstag (Schillermarsch, 1859), die Krönung Wilhelms I. zum König von Preußen (Fackeltänze, 1861) und die Weltausstellung London 1862 (Festouvertüre) Anlässe boten. Während er in Paris die Aufführung seiner bereits 20 Jahre zuvor begonnenen, aber erst 1863/64 vollendeten vierten großen Oper L‘Africaine (Die Afrikanerin) vorbereitete, starb er plötzlich am 2. Mai 1864. Die Leiche wurde testamentarischer Bestimmung gemäß zur Bestattung auf dem jüdischen Friedhof an der Schönhauser Allee nach Berlin gebracht; in Paris wurde jedoch eine großartige Totenfeier veranstaltet. Ein Jahr später wurde die letztgenannte Oper in einer bearbeiteten und gekürzten Fassung unter der Leitung von Francois-Joseph Fétis in Paris mit großem Aufwand aufgeführt und fand die glänzendste Aufnahme. Meyerbeer war Mitglied der Freimaurerloge Les Frères Unis Inséparables in Paris. Giacomo Meyerbeer heiratete 1827 seine Cousine Minna Mosson (1804–84). Sie hatten fünf Kinder.

Die Opern Meyerbeers werden auch heute noch vereinzelt aufgeführt, ihre Anziehungskraft hat jedoch stark nachgelassen. Sie werden jedoch von Liebhabern geschätzt, namentlich Die Hugenotten, in denen die außerordentlichen Fähigkeiten des Komponisten, dramatische Wärme, gut geführte, weitausgreifende Melodien, die Kunst, wirksam für die Singstimmen zu schreiben, und farbenprächtige Instrumentalisierung zur Verdeutlichung der darzustellenden Charaktere und Situationen am entschiedensten hervortreten. Dazu kommt noch seine Befähigung, sich den Kunstgeist der Musiknationen Deutschland, Italien und Frankreich anzueignen und zu einem eigenartigen Neuen zu verschmelzen, wie es die französische große Oper verlangt, deren wesentliches Merkmal eben jener Eklektizismus bildet. Gerade in den letzten Jahren wurde wiederholt aufgezeigt, wie eminent die Bedeutung Meyerbeers für die Weiterentwicklung der Großen Oper gewesen ist. Auch durch seine Publikumserfolge und seine romantische Auffassung von der Oper übten seine Werke einen starken Einfluss auf Hector Berlioz und den jungen Richard Wagner aus (deutlich zu erkennen in Rienzi und Tannhäuser). Wagner stufte Meyerbeers Werk später jedoch als nur auf äußerlichen Effekt bedacht („Wirkung ohne Ursache“) geringer ein, obwohl es Meyerbeer war, der Wagner bei der Entstehung des Rienzi unterstützt hatte. Wagners antisemitisches Pamphlet „Das Judenthum in der Musik“ zielte (neben Mendelssohn Bartholdy) auf Meyerbeer. Spott und Kritik erfuhr Meyerbeers musikalischer Stil aber auch von Heinrich Heine, Robert Schumann und Hector Berlioz. Letzterer schrieb über ihn: „Ich kann hier meinem musikalischen Glauben … nicht abschwören, einem Glauben, … dessen Apostel Gluck, Spontini, Mozart, Beethoven, Rossini (in Wilhelm Tell und der Barbier von Sevilla), Weber, Grétry, Méhul und so viele andere große Meister waren. Diese Abirrungen in der theatralischen Musik sind mir immer als die abscheulichsten Ketzereien vorgekommen und flößen mir tiefen Widerwillen ein.“

Meyerbeer hinterließ ein fürstliches Vermögen, welches er, wie schon bei Lebzeiten so auch testamentarisch, zu freigebiger Unterstützung unbemittelter Kunstgenossen verwendete. In seinem Testament setzte Meyerbeer ein Legat von 10.000 Reichstalern aus (Meyerbeer-Stiftung), dessen Zinsen alle zwei Jahre an junge deutsche Komponisten zum Zweck eines Studienaufenthalts von je sechs Monaten in Italien, Paris, Wien, München und Dresden vergeben wurden. Zur Bewerbung um das Stipendium waren nur die Schüler der Königlichen Hochschule für Musik (Abteilung für Komposition), des Stern’schen Konservatoriums, der Kullakschen Akademie in Berlin und die des Kölner Konservatoriums berechtigt. Die Bewerbung erfolgte durch die Komposition einer achtstimmigen doppelchörigen Vokalfuge, einer Ouvertüre für großes Orchester und einer dreistimmigen dramatischen Kantate mit Orchester. Der größte Teil des schriftlichen Nachlasses von Giacomo Meyerbeer befindet sich in der Musikabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin. Einiges befand sich bis 1987 noch im Staatlichen Institut für Musikforschung. Was bis dahin bereits im Besitz der Staatsbibliothek war, kehrte zum Großteil nicht aus kriegsbedingter Verlagerung zurück. Knapp dreißig Bände davon lagern gegenwärtig in der Biblioteka Jagiellonska in Kraków, der Rest gilt als verschollen bzw. verloren. Die Bibliothèque national de France hält ebenfalls etliche Autographe.

 

5.9. Luigi BASSI: 250. Geburtstag

Luigi_Bassi_als_Don_Giovanni

Er sang bereits 1779 als Knabensopran in Pesaro in der Oper »Il curioso indiscreto« von Anfossi. Er war zunächst Schüler von Pietro Morandi in Senegallia. Er ging dann zur weiteren Ausbildung nach Florenz und studierte dort bei dem Pädagogen Pietro Laschi. Der Impresario Domenico Guardasoni vermittelte 1784 ein Engagement des Künstlers an das Ständetheater (Nostické divadlo) von Prag. Dort hatte er aufsehenerregende Erfolge in den Opern »Il Re Teodoro« und »Il Barbiere di Siviglia« von Paisiello, in Cimarosas »L’Italiana in Londra« sowie in »Una Cosa rara« von Vicente Martín y Soler. 1786 hörte Mozart ihn in der Prager Erstaufführung von »Le nozze di Figaro« in der Partie des Grafen Almaviva. Der Meister war von der Leistung des jungen Sängers so begeistert, dass er die Titelrolle in seinem »Don Giovanni« im Hinblick auf dessen Stimme, einen hell timbrierten, hohen Bariton, schrieb. Am 29.10.1787 sang Luigi Bassi dann den Don Giovanni in der Prager Uraufführung dieser Oper im dortigen Ständetheater; er begeisterte dabei das Publikum auch durch seine mitreißende Darstellungskunst. (Er soll Mozart veranlasst haben, fünfmal das Duettino »Là ci darem la mano« geändert zu haben). 1793 sang er in Leipzig den Papageno in der »Zauberflöte« (in italienischer Sprache!). Bis 1806 wirkte der Künstler in Prag, wo er sehr beliebt war. Er trat später auch in weiteren Mozart-Partien auf, als Guglielmo in »Così fan tutte«, als Masetto im »Don Giovanni« und auch als Papageno in der »Zauberflöte«. Er ging 1806 nach Wien und trat dort in den Dienst des Fürsten Lobkowitz. 1814 kam er nochmals für eine Saison nach Prag, ging dann aber 1815 nach Dresden. Er sang zu Beginn seines Dresdner Engagements in den Opern »Axur« von A. Salieri und »Amor Mariano« von J. Weigl und trat dort auch als Don Giovanni auf, 1816 in der Uraufführung der Oper »Il Barbiere di Siviglia« von Francesco Morlacchi und nochmals als Graf in »Figaros Hochzeit«, 1817 als Guglielmo. Den Don Giovanni sang er gegen Ende seiner Karriere nicht mehr, dafür aber (wenig erfolgreich) den Masetto. Da seine Stimme dann deutlich nachließ, wurde er Regisseur an der Italienischen Oper in Dresden. Hier setzte er sich für den jungen Carl Maria von Weber ein, den er aus seiner Prager Zeit kannte. Er unterstützte Weber vor allen Dingen in seinen Auseinandersetzungen mit dem Dresdner Kapellmeister Francesco Morlacchi. Beethoven, der den berühmten Sänger 1824 und 1825 in Wien traf, erinnert sich in seinen Aufzeichnungen an ihn als »il focoso Italiano«. Luigi Bassi blieb bis zu seinem Tod 1825 der Dresdner Oper verbunden.

Lit: T. Mantovani: Luigi Bassi ed il »Don Giovanni« di Mozart (cale III, 3).

 

6.9. Arthur OLDHAM: 90. Geburtstag

 Biographie des englischen Komponisten und Chorleiters auf Englisch: https://en.wikipedia.org/wiki/Arthur_Oldham

 

6.9. John Charles THOMAS: 125. Geburtstag

John Charles THOMAS

Sein Vater war ein Methodistengeistlicher. Er bereitete sich auf den Beruf des Arztes am Mount Street College in Baltimore vor und studierte dann Gesang am Peabody Conservatory Boston und bei Adelin Fermin in New York. Zuerst war er seit 1915 als Operettensänger am New Yorker Broadway tätig, wo er namentlich in dem Musical »Apple Blossoms« erfolgreich war und bald einer der beliebtesten Künstler auf diesem Gebiet wurde. Er strebte jedoch eine Laufbahn als Opern- und Konzertsänger an. 1918 Konzert-Debüt in der New Yorker Aeolian Hall. 1922 kam er nach Europa und studierte nochmals in Paris bei dem berühmten Tenor Jean de Reszke. 1924 sang er in Washington den Amonasro in »Aida«. Er wurde nach einem Konzert in Brüssel sogleich an das Théâtre de la Monnaie Brüssel verpflichtet, an dem er 1925-28 mit großen Erfolgen auftrat. Er sang hier zuerst den Hérode in Massenets »Hérodiade«, dann den Amonasro, den Hamlet von A. Thomas, den Escamillo in »Carmen« und den Zurga in »Les pêcheurs de perles« von Bizet. Am 7.5.1926 sang er hier in der Uraufführung der Oper »Les malheurs d’Orphée« von Darius Milhaud. Seine erste Partie an der Covent Garden Oper London war 1928 der Valentin im »Faust« von Gounod, gefolgt vom Amonasro. 1928 kehrte er nach Amerika zurück, gab dort zuerst Konzerte und gastierte an den Opern von Philadelphia, San Francisco (1930 als Valentin, als Tonio im »Bajazzo«, als Jochanaan in »Salome« von R. Strauss und als Wolfram im »Tannhäuser«; 1943 nochmals als Tonio und als Rigoletto) und Chicago, an der er 1930-42 auftrat (Debüt als Tonio). 1934 wurde er an die Metropolitan Oper New York berufen (Antrittsrolle: Germont-père in »La Traviata«), deren Mitglied er bis 1943 blieb. In dieser Zeit sang er dort in neun Spielzeiten Partien wie den Tonio, den Scarpia in »Tosca«, den Amonasro, den Rigoletto, den Figaro im »Barbier von Sevilla«, den Athanaël in »Thaïs« von Massenet (mit Helen Jepson in der Titelrolle), den Renato in Verdis »Un ballo in maschera« und den Valentin. Er wurde durch Gastspiele und Konzertreisen international bekannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab er zahlreiche Konzerte und Liederabende in Nordamerika, England, Deutschland, Frankreich und Italien. 1950 unternahm er eine Tournee durch Australien; zuletzt lebte er als Pädagoge in Los Angeles; er war auch Manager eines Radiosenders in Apple Valley und trat noch gelegentlich in Operetten auf, auch in Filmen. Er starb 1960 in Apple Valley (Kalifornien). – Baritonstimme von üppiger Tonfülle und ergreifender Ausdrucksintensität, zumal im italienischen Repertoire hervorgetreten.

Schallplatten der Marken Vocalion (1917-20, zumeist Ausschnitte aus Musicals), Brunswick und RCA (seit 1934), eine unveröffentlichte Edison-Platte. Sang auf HRE in einer vollständigen Aufnahme des »Faust« von Gounod den Valentin, auf UORG den Figaro im »Barbier von Sevilla« (Metropolitan Oper, 1938).

 

7.9. Peter LAGGER: 90. Geburtstag

Peter LAGGER

Seine Familie stammte väterlicherseits aus Italien, mütterlicherseits aus Russland. Zuerst studierte er am Konservatorium von Zürich, dann in Wien bei Seehofer Klavierspiel. Er ließ schließlich aber seine Stimme in Wien, u.a. bei Hans Duhan, ausbilden. Er wurde auch durch Marko Rothmüller und durch Sylvia Gähwiller ausgebildet. Er begann seine Karriere 1953 in Graz, sang 1955-57 am Opernhaus von Zürich, 1957-59 am Staatstheater Wiesbaden und 1959-63 am Opernhaus von Frankfurt a.M., seitdem bis zu seinem Tod 1979 an der Deutschen Oper Berlin. Hier kam er bald zu einer großen, dann auch internationalen Karriere. Bei den Salzburger Festspielen sang er 1963-64 den Bartolo in »Le nozze di Figaro«, 1964 auch den Banquo in »Macbeth« von Verdi; am 6.8.1966 wirkte er bei den gleichen Festspielen in der Uraufführung der Oper »Die Bassariden« von H.W. Henze (als Kadmos) mit sowie am 17.8.1974 in der Uraufführung des Magnificat von K. Penderecki. Er trat als Gast an der Staatsoper Wien (1967 als Kezal in Smetanas »Die verkaufte Braut«, 1979 als Sarastro in der »Zauberflöte« und als Kaspar im »Freischütz«), in München, Paris, Lyon, Rio de Janeiro, Warschau, Neapel, Madrid und Genf (1961 als Landgraf im »Tannhäuser«,  1965 und 1971 als Sarastro, 1967 als Pogner in »Die Meistersinger von Nürnberg«, 1968 als Hunding in der »Walküre«, 1969 als Hagen in der »Götterdämmerung« und 1972 als Daniel in einer szenischen Aufführung von Händels »Belshazzar«) auf und war seit 1972 durch einen Gastvertrag der Hamburger Staatsoper verbunden. Er gastierte auch in Washington (1974), Parma, Triest und Lissabon. Er trat beim Edinburgh Festival 1972 als Konzertsolist sowie 1973-74 als Commendatore im »Don Giovanni« auf. Er sang auch bei den Festspielen von Glyndebourne (1957 als Herr Frank in Mozarts »Schauspieldirektor«, als Truffaldin in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss und als Gouverneur in Rossinis »Le Comte Ory«), Aix-en-Provence und Luzern. 1967 übernahm er in Berlin erstmalig den Boris Godunow, seither ein besonderer Höhepunkt in seinem umfassenden Repertoire für die Bühne. 1982 wirkte er in Frankfurt a.M. in der Uraufführung der Oper »Alkestiade« von Louise Talma mit. Aus seinem Repertoire seien noch der Daland in »Der fliegende Holländert«, der Crespel in »Hoffmanns Erzählungen« und der Warlaam im »Boris Godunow« genannt. Er nahm am Opernhaus von Zürich in der Spielzeit 1955-56 an der Schweizer Erstaufführung der Oper »Peer Gynt« von W. Egk (als Schnapper) teil. Neben seiner Karriere als Opernbassist entfaltete er eine zweite, ebenso erfolgreiche Karriere im Konzertsaal. Hier trug er in meisterhafter Interpretation Werke von J.S. Bach bis hin zu modernen Komponisten vor. Sein Bruder kam unter dem Namen Alexander Malta (* 1942) ebenfalls zu einer großen Karriere als Bass-Bariton, vor allem an den Opernhäusern von München und Stuttgart.

Schallplatten: Decca, Philips (Russische Volkslieder; englische und deutsche Volkslieder sowie Lieder von Schubert), Columbia (»Der Mond« von Carl Orff), DGG (»Le nozze di Figaro«, »Die Meistersinger von Nürnberg«, Te Deum von A. Bruckner), Eurodisc (»Fidelio«), Philips-RCA (»Utrenja« von Penderecki), HMV-Electrola (»Don Giovanni«), Orfeo (»Macbeth« von Verdi), Westminster (Matthäuspassion), Disco-Jecklin (Requiem von Frank Martin), Myto (Alvise in »La Gioconda« von Ponchielli), GAM (»Le Prophète« von Meyerbeer); Topaz-Video (»Eugen Onegin«).

 

7.9. Bertha PESTER-PROSKY: 150. Geburtstag

Bertha PESTER-PROSKY

Nach ihrem Studium bei M. Dessoff debütierte sie 1884 am Stadttheater von Würzburg als Soubrette und hatte dann 1886-89 erste Erfolge als Operettensängerin am Friedrich Wilhelmstädtischen Theater Berlin. Sie setzte ihre Ausbildung bei Frau Elisabeth Dreyschock in Berlin fort, die sie zur dramatischen Sopranistin umschulte. Als solche kam sie 1890 an das Stadttheater von Halle (Saale). 1891-95 war sie am Stadttheater von Zürich tätig, 1895 kam sie an das Opernhaus von Köln, wo sie den Höhepunkt ihrer Karriere erreichte und bis 1902 engagiert blieb. Seitdem gab sie nur noch Gastspiele. 1899 gastierte sie an der Berliner Hofoper als Isolde in »Tristan und Isolde«, wo sie 1907-08 nochmals auftrat, 1901 an der Wiener Hofoper als Aida und als Senta in »Der fliegende Holländer«, weiter an den Hoftheatern von Hannover (1890-1907), Wiesbaden (ständig seit 1890), Karlsruhe (seit 1904), Mannheim (1900-1902) und Stuttgart (1905), in Frankfurt a.M. (1895, 1902), Breslau (1905) und Bremen (1903, 1905). Sie gastierte u.a. 1900 nochmals am Stadttheater von Zürich, 1904-06 am Stadttheater (Opernhaus) von Hamburg. Sie galt als große Wagner-Interpretin in Partien wie der Elisabeth im »Tannhäuser«, der Ortrud im »Lohengrin« und der Brünnhilde. Ihre weiteren großen Rollen waren die Gräfin in »Figaros Hochzeit«, die Leonore im »Fidelio«, die Donna Anna im »Don Giovanni«, die Norma, die Valentine in den »Hugenotten« von Meyerbeer, die Rachel in »La Juive« von Halévy, die Milada in Smetanas »Dalibor«, die Amelia in Verdis »Maskenball«, die Rezia im »Oberon« von Weber, die Titelrolle in »Jessonda« von Louis Spohr, die Sulamith in Karl Goldmarks »Die Königin von Saba«, die Didon in »Les Troyens« von Berlioz und die Ingwelde in der gleichnamigen Oper von Max von Schillings. Sie setzte ihre Gastspiele bis 1914 fort. Später lebte sie unter sehr dürftigen Verhältnissen als Pädagogin in Köln. Sie starb 1922 in Krefeld. Seit 1894 war sie mit dem Harfenvirtuosen Reinhold Pester (1870-1928) verheiratet, der 1906 Direktor des Stadttheaters von Krefeld wurde.

Von ihrer Stimme existieren vier ebenso seltene wie schöne Schallplattenaufnahmen auf G & T (Köln, 1907).

 

8.9. Hans Ulrich ENGELMANN: 95. Geburtstag

Obwohl Engelmann für die Nationalsozialisten „Halbjude“ war, konnte er in seiner Heimatstadt Darmstadt das Abitur ablegen, wurde dann aber als Arbeiter in einem Darmstädter Rüstungsbetrieb zwangsverpflichtet. Sein Vater, der Ingenieur Rudolf Engelmann, protestantisch getauft und Offizier im Ersten Weltkrieg, kam im April 1945 im Ghetto Theresienstadt zu Tode. Nach Ende des 2. Weltkriegs studierte Hans Ulrich Engelmann zunächst Architektur und erhielt ab 1946 privaten Kompositionsunterricht bei Hermann Heiß. Er besuchte die neu gegründeten Darmstädter Ferienkurse, wo er auf den Archivlisten des Internationalen Musikinstituts Darmstadt als Student Nr. 1 der Ferienkurse 1946 vermerkt ist und ihn in den Folgejahren vor allem die Zwölftonmusik-Kurse von René Leibowitz (1948) und Ernst Krenek (1951) beeinflussten. Ab 1947 studierte er Musikwissenschaft (Friedrich Gennrich, Helmuth Osthoff) und Philosophie (Theodor W. Adorno, Max Horkheimer, Hans-Georg Gadamer) sowie Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte in Frankfurt und nahm Kompositionsunterricht bei Wolfgang Fortner. 1952 folgte die Promotion über Béla Bartóks Mikrokosmos. Nach Heirat und einjährigem Island-Aufenthalt war Engelmann an mehreren deutschen Theatern als Dramaturg, Schauspielkomponist und Regieassistent tätig. Als Dozent wirkte er bei den Musiktagen in Bilthoven und den Ferienkursen in Darmstadt. Ab 1969 Lehrauftrag für Komposition in Frankfurt, wo er 1969-86 als Ordentlicher Professor unterrichtete. Gastprofessuren in Gent, Offenbach am Main, Tel Aviv-Jaffa und Jerusalem. Kompositionskurse in Moskau und Vilnius (1985) sowie an der Columbia University (1995). Engelmann erhielt Stipendien der Harvard University (1949) und der Villa Massimo Rom (1960, 1967, 1983) und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Seit 1995 war Engelmann Vorsitzender des Werkausschusses der GEMA. 2006 wurde Engelmann (nach Gründler, Resch und Leopolder) als viertem die Ehrensenatorwürde der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt/Main verliehen. Er starb im Januar 2011 in Darmstadt.

 

8.9. Antonín DVOŘÁK: 175. Geburtstag

František Dvořák, der Vater,  (1814–94) betrieb eine Gaststätte und einen Metzgerladen, den er von seinem Vater geerbt hatte. In späteren Jahren gab sein Vater die Metzgerei auf und verdiente seinen Lebensunterhalt als Zitherspieler. Antonín wurde die Musik in die Wiege gelegt, so waren in der Familie des Vaters auch zwei Onkel Berufsmusiker, sie arbeiteten als Trompeter und Violinist. Die Mutter Anna, geb. Zdeňková, war die Tochter des Verwalters von Fürst Lobkowitz. Die beiden hatten am 17. November 1840, ein Jahr vor Antoníns Geburt, geheiratet, und Antonín war das erste von neun Kindern dieser Ehe. Mit sechs Jahren ging er in die Schule von Nelahozeves (Mühlhausen) und bekam dort von seinem Lehrer, Joseph Spitz, zum ersten Mal Geigenunterricht. 1853 siedelte er nach Zlonice (Slonitz) über, um dort Deutsch zu lernen, ohne welches man in Böhmen damals nicht auskam. Beim dortigen Kantor Anton Liehmann lernte er zudem Klavier und Orgel. Während dieser Zeit spielte Dvořák gelegentlich aushilfsweise Orgel, wirkte in der Kapelle seines Lehrers mit und fing an zu komponieren. Obwohl sein Lehrer nach Aussage Dvořáks streng und jähzornig war, schätzte der Schüler ihn sehr. In der Oper Der Jakobiner setzte er ihm ein Denkmal.

Entgegen einer lange verbreiteten und durch einen gefälschten Gesellenbrief gestützten Legende gibt es keine Anzeichen dafür, dass Dvořáks Eltern ihn ins Metzgerhandwerk drängen wollten oder dass er eine Ausbildung in dieser Richtung anfing. Im Herbst 1856 ging Dvořák nach Ceska Kamenice (Böhmisch-Kamnitz), vermutlich um seine Deutschkenntnisse aufzubessern und sich für die deutschsprachige Prager Orgelschule vorzubereiten. Ab Oktober 1857 besuchte er zwei Jahre lang die Orgelschule, daneben die deutsche Fortbildungsschule des Franziskanerklosters zu Maria Schnee, und trat gleichzeitig als Bratschist in das zweimal jährlich auftretende Orchester des Cäcilienvereins unter Leitung von Anton Apt ein. 1859 absolvierte er als Zweitbester die Orgelschule. Da Dvořáks Versuche, eine Stelle als Organist zu erlangen, scheiterten, arbeitete er ab Sommer 1859 als Bratschist im privaten Orchester von Karl Komzák, das in Kaffeehäusern und auf öffentlichen Plätzen Potpourris, Ouvertüren und Tänze spielten. Dieses Leben als Musiker zog sich über elf Jahre hin, ohne dass Dvořák mit eigenen Kompositionen an die Öffentlichkeit ging. Diejenigen, die ihm nicht gefielen, verbrannte er sogar. Nach den überlieferten Werken zu urteilen, scheint er jedoch autodidaktisch seinen Kompositionsstil fast planmäßig weiterentwickelt zu haben, angefangen bei Mozart über Mendelssohn und Schumann bis zu Wagner am Ende der 1870er Jahre. In den musikalischen Formen lag der Schwerpunkt zunächst beim Streichquartett. Ab 1862 spielte Komzáks Kapelle auch im neueröffneten Prager Interimstheater, das 1865 vollständig in dem Opernorchester aufging und in dem Dvořák als Erster Bratschist tätig war. Das Interimstheater war – bis zum Bau des Nationaltheaters – das erste Theater, in dem sich national geprägte tschechische Opern und Schauspiele entwickeln konnten. Eine wichtige Rolle in diesem Umfeld spielte Bedrich Smetana, dessen Opern Die Brandenburger in Böhmen und Die verkaufte Braut 1866 uraufgeführt wurden. Ab 1865 erteilte Dvořák neben seiner Arbeit am Theater Klavierunterricht. Zu seinen Schülerinnen gehörten die Schwestern Josefina und Anna Čermáková. In die sechzehnjährige Josefina verliebte er sich unglücklich, die zu der Zeit elfjährige Anna heiratete er acht Jahre später, am 17. November 1873. 1870 schrieb Dvořák seine erste Oper Alfred auf ein deutschsprachiges Libretto von Theodor Körner, die aber zu seinen Lebzeiten nie aufgeführt wurde und wohl eher ein Übungsstück darstellte. Das erste für die Öffentlichkeit bestimmte Werk war die Oper Der König und der Köhler auf ein Libretto in tschechischer Sprache von Bernhard J. Lobeský. Um mehr Zeit für das Komponieren zu haben, gab er im Juli 1871 seine Stelle als Orchestermusiker auf. Gleichzeitig mit der Komposition führte er im Laufe der Jahre 1871-73 Lieder, kammermusikalische Werke und den Hymnus Die Erben des Weißen Berges für Chor und Orchester auf, die gut bis enthusiastisch aufgenommen wurden. Mit dem letztgenannten patriotischen Werk gelang ihm der Durchbruch. Allein mit seiner Oper Der König und der Köhler hatte er weniger Glück. Die 1873 am Interimstheater aufgenommenen Proben wurden bald abgebrochen, weil das Werk als zu schwierig und unsingbar erachtet wurde. Dvořák überdachte daraufhin seinen Kompositionsstil und wandte sich von der Neudeutschen Schule ab. Seine Oper schrieb er neu und führte sie im November 1874 erfolgreich auf. Im selben Jahr begann Dvořák an einer privaten Musikschule zu unterrichten und trat im Februar eine Organistenstelle an, die er bis Februar 1877 behielt. In den Jahren 1874-77 wurde dem Komponisten jährlich ein staatliches Stipendium verliehen. Mitglied der begutachtenden Kommission war Eduard Hanslick, später auch Johannes Brahms. Dieser verhalf Dvořák 1877 schließlich zu seinem endgültigen Durchbruch, indem er sich bei seinem Verleger Fritz Simrock (1838–1901) für die Veröffentlichung der Klänge aus Mähren, einer Sammlung von Duetten, einsetzte. Gleichzeitig war dies der Beginn einer lebenslangen Freundschaft zwischen den beiden Komponisten. 1884 unternahm Dvořák auf Einladung der Philharmonic Society die erste von mehreren Reisen nach London. Dort führte er sein Stabat Mater (1880) auf. Als Auftragswerke für Birmingham bzw. Leeds entstanden in diesem und dem folgenden Jahr die Oratorien Die Geisterbraut nach einer Ballade von Karel Jaromir Erben und Die Heilige Ludmilla, das erste große tschechischsprachige Oratorium. Nach der ersten Londonreise erwarb Dvořák eine Sommerresidenz in Vysoká bei Príbram, wo er fernab der Stadt seiner Liebe zur Natur entsprechend leben konnte. Auch in seiner öffentlichen Tätigkeit lässt sich ab 1887 eine ruhigere Phase ausmachen, in der er weniger Aufträge annahm, ältere Werke überarbeitete und die Oper Die Jakobiner komponierte. Anfang 1889 unternahm Dvořák auf Einladung der kaiserlich-russischen Musikgesellschaft eine Konzertreise nach Moskau und St. Petersburg. Nach einem weiteren Besuch in London kehrte er nach Prag zurück, wo ihm die Ehrendoktorwürde der Karlsuniversität verliehen wurde. Im Oktober 1890 nahm er schließlich eine Stelle als Professor am Prager Konservatorium an, die ihm schon im Januar 1889 angeboten worden war, die er zunächst wegen der anderen Verpflichtungen ausgeschlagen hatte. 1891 wurde ihm vom Kaiser in Wien der Orden der Eisernen Krone der III. Klasse verliehen, er wurde Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Prag und bekam die Ehrendoktorwürden der tschechischen Universität in Prag und der University of Cambridge. Im September 1892 trat Dvořák eine Stelle als Direktor des National Conservatory of Music in New York an. Die Stelle war mit 15.000 Dollar jährlich dotiert und damals ein attraktives finanzielles Angebot für Dvořák, wenn er auch für diesen langen Aufenthalt eine Lösung für seine Familie finden musste. Seine Frau, seine Tochter Otilie und sein Sohn Antonín begleiteten ihn. Die anderen vier Kinder kamen nur für die Sommermonate 1893 in die USA, die die Familie in dem tschechisch geprägten Spillville in Iowa verbrachte.

Initiatorin des Angebots war die Präsidentin Jeannette Thurber, die von der Idee geleitet wurde, Amerika von der Vorherrschaft der europäischen Kunstmusik zu lösen und ein nationales amerikanisches Kunstidiom zu fördern. Dvořák ließ sich von dieser Idee begeistern und studierte Spirituals der schwarzen Plantagenarbeiter und Indianermelodien, in denen er die Grundlage für eine charakteristisch amerikanische Musik sah. Den Wurzeln der amerikanischen Kultur Rechnung tragend, sind die Themen in der Regel aber klassisch-periodisch gebaut und nehmen zuweilen den Volksliedton auf, der für Dvořáks böhmische Heimat so charakteristisch ist. Die so genannten Amerikanismen beschränken sich auf wenige Details. Für New York schrieb Dvořák einige seiner bekanntesten Werke: Die Sinfonie Nr. 9 (Aus der Neuen Welt), das Te Deum und das Streichquartett op. 96, das oft als Amerikanisches Streichquartett bezeichnet wird. Hier zeigte sich der Einfluss des Landes in bestimmten Eigenarten der Komposition wie Pentatonik, einem erniedrigten Leitton, dem Scotch snap und der Synkopierung. Zu Dvořáks Hauptaufgaben am Konservatorium zählte der Kompositionsunterricht, bei dem unter anderem Rubin Goldmark sein Schüler war. Offiziell war Dvořáks Vertrag zunächst für zwei Jahre abgeschlossen, dann um zwei Jahre verlängert worden. Jedoch reiste er schon im April 1895 wieder nach Hause. Ein Grund dafür mag die finanzielle Lage seiner Mäzenin Thurber gewesen sein, die sich durch die Wirtschaftskrise dramatisch verschlechtert hatte, so dass er mehrmals auf sein Gehalt warten musste. Er selbst führte aber im Wesentlichen seine Kinder an, um deren Obhut in Prag er besorgt war und von denen seine Frau nicht getrennt sein wollte. So verbrachte Dvořák zunächst einige ruhige Monate in Vysoká, um im November wieder seine Tätigkeit am Prager Konservatorium aufzunehmen. Er erwog kurze Zeit einen Umzug nach Wien, wo er am Konservatorium eine Stelle hätte bekommen können, entschied sich dann aber dagegen. In dieser Zeit entstanden seine letzten Streichquartette. Die Honorare aus Amerika ermöglichten Dvořák den Erwerb eines Palais an der Kateřinská in der Prager Neustadt, dem er den Namen „Villa Amerika“ gab. Dort befindet sich heute das Dvořák-Museum. Das Jahr 1896 markiert Dvořáks Abkehr von der absoluten Musik. Er hatte zwar schon vorher Werke geschrieben, die man als Programmmusik bezeichnen konnte, so vor allem 1889 die Poetischen Stimmungsbilder für Klavier, die er als „Programmusik, aber im Sinne Schumanns“ bezeichnete, oder das Dumky-Trio (ein Klaviertrio) im selben Jahr. Doch nun wandte er sich direkt der sinfonischen Dichtung zu, eine Gattung, die im Streit um die Neudeutsche Schule um Franz Liszt und Wagner eine wichtige Rolle gespielt hatte. Innerhalb eines Jahres schrieb er den Wassermann, die Mittagshexe, das Goldene Spinnrad und Die Waldtaube, alle nach Balladen aus der Sammlung Kytice des tschechischen Dichters Karel Jaromír Erben. Zusammenfassungen der jeweiligen Handlung gab er den Hörern in Prosaform mit. Dazu kam noch im nächsten Jahr das Heldenlied, dessen Programm er nicht explizit veröffentlichte, das er aber in einem Brief erklärte. Dvořák hatte nun mit seinem Kammermusik- und Orchesterschaffen abgeschlossen. In seinen letzten Jahren komponierte er nur noch Opern: 1898 Die Teufelskäthe (Čert a Káča), 1900 Rusalka, eine Geschichte, die der Kleinen Meerjungfrau ähnelt, und 1902/03 Armida. Während der Uraufführung der Armida musste Dvořák aufgrund plötzlichen Unwohlseins das Theater verlassen. Er litt an einer schmerzhaften Lebererkrankung und Zerebralsklerose trat hinzu. Er starb am 1. Mai 1904 im Kreis seiner Familie an einem Schlaganfall. Viele Tausende begleiteten den Trauerzug. Dvořáks Grab befindet sich auf dem Vysehrader Friedhof, auf dem zahlreiche bedeutende Persönlichkeiten der tschechischen Nation ihre letzte Ruhe fanden.

In seinem Werk verbindet Dvořák Einflüsse von Klassik und Romantik mit Elementen der Volksmusik. Sein persönlicher Stil ist insgesamt viel mehr von Neuorientierungen als durch eine lineare Entwicklung geprägt. Während er sich in seinen frühen Jahren an Mozart und Beethoven orientierte, suchte er erst 1873 seinen eigenen nationalen Stil. Die zwei darauffolgenden slawischen Schaffensperioden (1876–81 und 1886–91) waren nun nicht mehr klassisch, sondern tschechisch-folkloristisch geprägt. In den in Amerika entstandenen Werken versuchte er das typisch amerikanische Kolorit einzufangen und wandte sich gegen Ende seines Lebens schließlich verstärkt der Programmmusik und Opern zu. Zu seinen Hauptwerken gehören seine neun Sinfonien, darunter am bekanntesten die Sinfonie Nr. 9 Aus der Neuen Welt, das Cellokonzert H-Moll op. 104, Oratorien mit großer Suggestivkraft wie das Stabat Mater und das Requiem, zahlreiche Kammermusikwerke, die sechzehn slawischen Tänze und die Oper Rusalka. Bis in die 1970er-Jahre wurden die ersten vier Sinfonien nicht gezählt. Dementsprechend hatte damals beispielsweise die Sinfonie Aus der Neuen Welt die Zählung 5. Sinfonie. Mit Dvořáks vielseitigem Werk fand das tschechische Musikschaffen seine unverwechselbare nationale Identität. Was Bedrich Smetana mit den nationalen Stoffen und folkloristischen Zügen einiger seiner Opern und mit seinem Zyklus Mein Vaterland eingeleitet hatte, führte Dvořák zu einem Höhepunkt. Unbeirrt von ideologischen Strömungen ging er seinen eigenen Weg und ließ es sich nicht nehmen, in gleicher Weise Wagner und Brahms zu bewundern. Heimatliebe, Naturverbundenheit, tiefe Religiosität, aber ebenso berauschende Lebensfreude kommen in Dvořáks Werk zum Ausdruck, der einige Misserfolge durchzustehen hatte, bis durch die Empfehlung von Brahms seine Slawischen Tänze im Druck erschienen und die Musikwelt auf ihn aufmerksam wurde. Nachdem zunächst nur wenige seiner Werke im internationalen Musikbetrieb Fuß gefasst hatten, änderte sich dies unter anderem durch die Gesamteinspielung seiner Sinfonien durch István Kertész.

 

10.9. Christopher HOGWOOD: 75. Geburtstag

Er studierte Musik am Pembroke College in Cambridge. Er war Schüler von Raymond Leppard und Stanley Thurston, Rafael Puyana und Gustav Leonhardt. Nach einem einjährigen Stipendium in Prag wurde er Cembalist des Early Music Consort in London, einem Ensemble, das mit großem Erfolg auch Musik der Renaissance zur Aufführung brachte. 1973 gründete er die Academy of Ancient Music, ein Orchester, das sich besonders um die historische Aufführungspraxis verdient macht. Seit 1981 dirigierte er große Orchester in den USA und leitete dort Opernaufführungen. Im Jahre 1992 wurde er Professor für Alte Musik an der Royal Academy of Music in London. Hogwood schrieb mehrere Bücher, so etwa einen grundlegenden musikalischen Führer über die Triosonate und eine Biographie von Georg Friedrich Händel. Hogwood starb 2014 in Cambridge. Kurz vor seinem Tode trennte er sich von seinem Civil PArtner, dem englischen Filmregisseur Anthony Fabian.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.hogwood.org/

 

10.9. Beatriz AZNAR: 85. Geburtstag

Biographie der mexikanischen Sopranistin auf Spanisch: http://www.poresto.net/ver_nota.php?zona=yucatan&idSeccion=1&idTitulo=202271

 

10.9. Zdzisław NIKODEM: 85. Geburtstag

 Biographie des polnischen Tenors auf Polnisch: https://pl.wikipedia.org/wiki/Zdzis%C5%82aw_Nikodem

 

10.9. Barbara TROXELL: 100. Geburtstag

Barbara TROXELL

 Sie studierte in ihrer amerikanischen Heimat am Curtis Institute of Music bei der berühmten Sopranistin Elisabeth Schumann. In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg hatte sie in Nordamerika wie auch in Europa, namentlich in Westdeutschland, eine erfolgreiche Bühnen- und Konzertlaufbahn. In der Saison 1950-51 war sie an der New Yorker Metropolitan Oper engagiert (Debüt als Ines im »Troubadour«); hier sang sie in insgesamt 17 Vorstellungen außerdem noch eine der adeligen Waisen im »Rosenkavalier« von R. Strauss. Auf der Bühne war sie als Vertreterin des lyrischen Stimmfachs angesehen; als Konzertsängerin trat sie in einem reichhaltigen Repertoire auf; dazu Tätigkeit im pädagogischen Bereich. Sie starb 1984 in Ithaka (New York).

Schallplattenaufnahmen unter dem Etikett von Allegro Royale.

 

10.9. David KLEIN: 200. Geburtstag

 Er sang nacheinander am Stadttheater von Mainz (1843-47), am Theater von Konstanz (1847-48), am Theater von Linz a.d. Donau (1848-49), am Theater von Ulm (1849-50), dann nach weiterer Ausbildung 1851-52 am Theater von Olmütz (Olomouc), 1852-53 am Hoftheater Mannheim, 1853-59 am Hoftheater von Darmstadt. 1859-60 war er am Hoftheater von Hannover engagiert, seit 1860 bis zu seiner Pensionierung 1881 am Hoftheater von Wiesbaden. Aus seinem Repertoire sind der Sarastro in der »Zauberflöte«, der Komtur im »Don Giovanni«, der Bassi in Flotows »Alessandro Stradella«, der Minister im »Fidelio«, der Eremit im »Freischütz«, der Kardinal in »La Juive« von Halévy, der Giorgio in Bellinis »I Puritani« und der Oroveso in »Norma« zu nennen. Er starb 1884 in Wiesbaden.

 

11.9. Elisabetta BARBATO: 95. Geburtstag

Elisabetta BARBATO

Gesangstudium 1939-44 am Konservatorium von Bologna bei M. Aguccini und an der Accademia di Santa Cecilia in Rom. Debüt 1944 an der Oper von Rom als Garsenda in »Francesca da Rimini« von Zandonai. 1944-47 setzte sie ihre Ausbildung bei Luigi Ricci in Rom fort. 1945 sang sie bei den Festspielen in den Thermen des Caracalla in Rom die Aida, bei denen sie bis 1948 und dann wieder 1953-54, 1956 und 1958-60, insbesondere als Aida und als Tosca, auftrat. Einen entscheidenden Erfolg hatte sie, als sie 1946 an der Oper von Rom für Maria Caniglia als Aida einsprang. 1944-62 trug sie ihre großen Partien an der Oper von Rom vor. 1946 erfolgte ihr Debüt an der Mailänder Scala als Maddalena in »Andrea Chénier« von Giordano; sie trat dort 1946 und 1948 als Aida und als Amelia in Verdis »Un ballo in maschera«, 1949 als Manon Lescaut von Puccini und wieder als Amelia sowie am 17.3.1952 in der Uraufführung der Oper »Proserpina e lo Straniero« von Juan José Castro als Proserpina auf. Große Erfolge erzielte sie in Südamerika, vor allem an der Oper von Rio de Janeiro (wo sie 1947 und 1949-51 auftrat) und am Teatro Colón Buenos Aires (1950-51). 1949 traten während einer Saison die drei großen Primadonnen Maria Callas, Renata Tebaldi und Elisabetta Barbato in Rio de Janeiro auf, wobei das Publikum die letztgenannte besonders (und mehr als die beiden anderen Sängerinnen) feierte. 1949 kam es zu ihrem US-Debüt, als sie an der Oper von San Francisco die Tosca und anschließend die Aida sang; als Tosca debütierte sie im gleichen Jahr auch an der Metropolitan Oper New York (wo sie in insgesamt vier Vorstellungen auch die Butterfly sang). Seit 1951 war sie immer wieder am Teatro San Carlo Neapel zu hören, wo sie auch 1952 die Titelrolle in der Uraufführung der Oper »Maria Antonietta« von Gargiulo sang und 1953 in der italienischen Erstaufführung von »Der Spieler« von Prokofieff mitwirkte. Am Teatro Comunale Florenz gastierte sie 1948 als Manon Lescaut von Puccini, 1951 als Amelia, 1952 in der Titelrolle von Catalanis »La Wally«. Weitere Gastspiele fanden am Teatro Comunale Bologna (seit 1948), am Teatro San Carlos Lissabon, am Teatro Liceu Barcelona, am Opernhaus von Caracas, am Opernhaus auf Malta (1962 als Maddalena in »Andrea Chénier«), am Teatro Massimo Palermo (1964 als Mme. Lidoine in »Dialogues des Carmélites« von Poulenc) und am Teatro Petruzzelli in Bari (1967 als Madelon in »Andrea Chénier«, wohl der Ausklang ihrer Karriere) statt. 1962 war sie an der Oper von Rom als Judith in »Herzog Blaubarts Burg« von B. Bartók zusammen mit Nicola Rossi-Lemeni zu hören. Aus ihrem Bühnenrepertoire seien noch die Iris in der Oper gleichen Namens von Mascagni, die Mariella in »Il piccolo Marat« von Mascagni, die Giorgetta in »Il Tabarro« von Puccini, die Minnie in »La Fanciulla del West« vom gleichen Komponisten, die Giulietta in »Giulietta e Romeo« und die Francesca da Rimini in der Oper gleichen Namens von R. Zandonai, die Titelrolle in »Margherita di Cortona« von Licinio Refice und die Jaroslawna in Borodins »Fürst Igor« genannt. Sie starb 2014 in Rom.

Von ihrer musikalisch vortrefflich geführten, ausdrucksreichen Stimme sind nur einige wenige Cetra-Platten vorhanden. Auf ANNA-Records wurden Szenen aus »La forza del destino« mit Benjamino Gigli als Partner herausgebracht.

 

11.9. Leonard HANCOCK (englischer Dirigent): 95. Geburtstag

 

13.9. Werner HOLLWEG: 80. Geburtstag

Werner Hollweg

 Er arbeitete zuerst als Bankangestellter in Hamburg; seine Ausbildung (seit 1958) wurde durch W. Brückner-Rüggeberg gefördert. Er wurde an den Musikhochschulen von Detmold und München sowie in Lugano als Schüler von Fred Husler, Günter Weißenborn und Hubert Giesen ausgebildet. Er debütierte in Bonn in Mozarts »Il Re pastore«, sang 1962 an der Wiener Kammeroper und war dann 1963-67 am Stadttheater von Bonn, 1967-69 am Stadttheater von Gelsenkirchen und 1969-72 an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg engagiert. Beim Maggio Musicale von Florenz gastierte er 1969 als Belmonte in der »Entführung aus dem Serail« und 1974 als Tamino in der »Zauberflöte«. Er ging Gastspielverpflichtungen mit den Staatsopern von Hamburg und München und mit der Deutschen Oper Berlin ein. Seine internationale Karriere gestaltete sich glanzvoll; so war er zu Gast in Rom, New York und Los Angeles. Von Salzburg aus, wo der Künstler wohnte, unternahm er seine Gastspiel- und Konzertreisen in alle Welt. Bei den Salzburger Festspielen sang er 1970-75 den Belmonte, 1974 auch den Tamino, 1976-77 und 1979 den Titelhelden in »La clemenza di Tito« von Mozart, 1984 den Idomeneo von Mozart, 1984-86 die Titelfigur in »Jephta« und 1985 den Jonathan in »Saul« in szenischen Aufführungen dieser Oratorien von Händel, 1990 den Gran Sacerdote in Mozarts »Idomeneo« und 1991 den Mr. Hill in der Oper »Mozart in New York« von Helmut Eder. 1983 wirkte er dort in einer konzertanten Aufführung der Oper »Dantons Tod« von G. von Einem als Camille Desmoulins mit sowie 1989 in einer konzertanten Aufführung der Oper »Antigonae« von Carl Orff  als Hämon. Seit 1969 war er immer wieder bei Konzerten im Rahmen der Salzburger Festspiele zu hören (1969 in der Grande Messe des Morts von H. Berlioz, 1969, 1972, 1976 und 1990 in Mozart-Konzerten, 1986 in der 8. Sinfonie von G. Mahler, 1988 in Kirchenkonzerten; 1984 gab er dort sehr erfolgreich einen Liederabend). Am Opernhaus von Zürich hatte er in den Aufführungen unter N. Harnoncourt bedeutende Erfolge. Er gastierte beim Spoleto Festival (1969), am Nationaltheater Prag, am Opernhaus von Bordeaux, an der Staatsoper Stuttgart, in Monte Carlo (1971 als Konzertsolist), an der Budapester Nationaloper und an der Oper von Rio de Janeiro. An der Staatsoper von Wien hörte man ihn 1969-91 in insgesamt 23 Vorstellungen als Tamino, als Belmonte, als Tito in »La clemenza di Tito« sowie in Mozarts »Idomeneo« gleich in drei verschiedenen Partien: als Gran Sacerdote, als Arbace und in der Titelrolle). An der Mailänder Scala debütierte er 1970 in Beethovens C-Dur-Messe und sang dort bis 1980 sehr oft in Konzerten (u.a. 1971 in Mahlers »Das klagende Lied«, 1977 in Beethovens 9. Sinfonie und 1980 in »Judas Makkabaeus« von Händel) sowie 1976 die Titelpartie in »La clemenza di Tito« von Mozart (anlässlich eines Gastspiels der Londoner Covent Garden Opera) und 1978 die Titelpartie in Monteverdis »Il ritorno d’Ulisse in patria« (anlässlich eines Gastspiels des Opernhauses Zürich). Beim Edinburgh Festival gastierte er 1971 als Belmonte (anlässlich eines Gastspiels der Deutschen Oper Berlin), 1978 in der Titelpartie in Monteverdis »Il ritorno d’Ulisse in patria« (anlässlich eines Gastspiels des Opernhauses Zürich), 1981 in der Titelpartie in Mozarts »La clemenza di Tito« (anlässlich eines Gastspiels der Kölner Oper) und 1987 in der »Schöpfung« von J. Haydn. An der Covent Garden Oper London sang er 1976 den Tito. Am Teatro Margherita Genua sang er 1978 in Bellinis Oper »Bianca e Fernando«, am Teatro San Carlo Neapel wie am Teatro Colón Buenos Aires 1980 wieder den Tito, am Teatro Fenice Venedig 1981 den Idomeneo. In Helsinki wie am Opernhaus Zürich trat er 1983 erneut als Tito auf. An der Grand Opéra Paris gastierte er 1986 als Jason in Cherubinis »Medée« mit Shirley Verrett in der Titelpartie und am 20.5.1989 in der Uraufführung der Oper »Der Meister und Margarita« von York Höller (als Matthieu Levi). 1988 gastierte er am Teatro Liceu Barcelona als Titelheld in »La clemenza di Tito« von Mozart. 1993 wirkte er am Opernhaus von Wuppertal in der deutschen Erstaufführung von Alfred Schnittkes »Leben mit einem Idioten« (als Wowa), 1996 am Stadttheater von Bern in der Uraufführung von »Der Sturm« von Daniel Schnyder (als Prospero). 1998 übernahm er am Theater von St. Gallen in der Uraufführung der Oper »Stichtag« von Daniel Fueter die Partie des Damunt; im gleichen Jahr sang er in Montpellier den Podestà in »La finta giardiniera« von Mozart. Er galt als einer der großen Mozartsänger seiner Epoche und gestaltete Partien wie den Don Ottavio im »Don Giovanni« oder den Ferrando in »Così fan tutte« in vorbildlicher Weise. Weitere Opernpartien: der Sesto in »Giulio Cesare« von Händel, die Titelfigur in Händels »Serse«, der Paolino in »Il matrimonio segreto« von Cimarosa, der Pylades in »Iphigenie auf Tauris« von Gluck, der Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla«, der Ernesto im »Don Pasquale«, der Zephoris in »Si j‘ étais Roi« von A. Adam, der Faust in »La damnation de Faust« von H. Berlioz, der Lenski im »Eugen Onegin«, der Flamand im »Capriccio« von R. Strauss, der Max im »Freischütz«, der Walther von Stolzing in »Die Meistersinger von Nürnberg« und der Hüon im »Oberon« von Weber. Zugleich war er ein bedeutender Konzertsänger. 1970 sang er bei der Weltausstellung von Osaka das Tenorsolo in der 9. Sinfonie von Beethoven unter Herbert von Karajan, 1989 bei den Londoner Promenade Concerts als Solist im »Psalmus Hungaricus« von Z. Kodaly. Er trat auch als Schauspieler auf. Er arbeitete auch als Opernregisseur und inszenierte u.a. am Landestheater von Linz/Donau 1986 Mozarts »Idomeneo«. 1995 wurde er zum Professor an der Musikhochschule von Freiburg i. Br. ernannt. Er starb 2007 in Freiburg i. Br.

Sehr viele Schallplattenaufnahmen: Decca (kleine Rolle im »Tannhäuser«, »Jephtha« von Händel, »Capriccio« von R. Strauss), HMV (»Die Jahreszeiten« von Haydn, Basilio in »Le nozze di Figaro«, Operettenmelodien), Philips (»Das klagende Lied« von Gustav Mahler, »La finta giardiniera« und »Zaide« von Mozart), DGG-Polydor (»Die lustige Witwe«, 2. Sinfonie »Lobgesang« von Mendelssohn, »Mitridate, Rè di Ponto« von Mozart), Telefunken (»Idomeneo« von Mozart, »Il Combattimento di Tancredi e Clorinda« von Monteverdi, Balladen von Schubert, Schumann und Loewe, »Die Fledermaus«), Orfeo (»Zaide« von Mozart, »Lazarus« von Schubert, »Dantons Tod« von G. v. Einem), Metronom-CBS (»Christus« von Liszt), RCA (»Die drei Pintos« von Weber-Mahler), MRF (»La Cecchina« von Piccinni), Obligat (»Die Jahreszeiten«), Capriccio (Krönungsmesse von Mozart), Voce (»Alessandro Stradella« von Flotow), Edition Schwann (»Der Corregidor« von Hugo Wolf), Intercord (Lieder, von Hubert Giesen am Klavier begleitet), Amadeo (»Frühling in Wien«).

 

14.9. Ada NORDENOVÁ: 125. Geburtstag

 Eigentlicher Name Ada Nováková; ihr Vater war Postangestellter; der bekannte tschechische Komponist Joseph Bohuslav Foerster (1859-1951) war ihr Onkel. Ihre Tante, dessen Gattin, die bekannte Sängerin Bertha Foerster-Lauterer (1859-1936), erteilte ihr ersten Gesangunterricht. Sie verbrachte ihre Kindheit und ihre Schulzeit in Plzen (Pilsen) und wurde durch die Pädagogin Klara Kaspar dort weiter ausgebildet. 1913 debütierte sie an der Oper von Plzen, doch konnte sich ihre Karriere in den Jahren des Ersten Weltkrieges nicht entwickeln. Sie war nach 1918 zuerst als Bankangestellte tätig, betrieb aber zugleich die weitere Ausbildung ihrer Stimme. Nach weiterem Studium bei K. Wallerstein in Prag kam sie 1920 an das Opernhaus von Ostrava (Mährisch Ostrau), 1922-24 sang sie wieder in Plzen und folgte dann 1924 einem Ruf an das Nationaltheater Prag. Sie gehörte bis 1942 zu den bekanntesten Mitgliedern dieses bedeutendsten Opernhauses der Tschechoslowakei. Hier wirkte sie am 27.4.1927 in der Uraufführung der Oper »Schwanda der Dudelsackpfeifer« von Weinberger mit. Sie gastierte an den Opernhäusern von Stockholm (1928) und Bukarest (1929). Zu ihren großen Kreationen zählten die Marie in »Die verkaufte Braut« von Smetana und die Titelrolle in der tschechischen Nationaloper »Libussa«, ebenfalls von Smetana, doch meisterte sie ein umfangreiches Repertoire mit Partien aus allen Bereichen der Opernliteratur: Donna Elvira im »Don Giovanni«, Elisabeth im »Tannhäuser«, Senta in »Der fliegende Holländer«, Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg«, Marschallin im »Rosenkavalier«, Desdemona in Verdis »Otello«, Jitka in »Dalibor« von Smetana, Jenufa von Janácek, Tatjana im »Eugen Onegin«, Jaroslawna in »Fürst Igor« von Borodin, Rusalka in der gleichnamigen Oper von Dvorák. 1942 verabschiedete sie sich am Nationaltheater Prag als Vendulka in Smetanas »Hubicka« (»Der Kuss«) von der Bühne. 1953-61 wirkte sie als Professorin am Staatlichen Konservatorium in Prag. Sie starb 1973 in Prag. Sie war verheiratet mit dem Schauspieler Josef Jenicek.

Schallplattenaufnahmen auf HMV, darunter als Marie in der ersten vollständigen Aufnahme von Smetanas »Die verkaufte Braut« von 1933; auch Schallplattenaufnahmen auf Ultraphon.

 

15.9. Jan Frank FISCHER: 95. Geburtstag

Biographie des tschechischen Opernkomponisten auf Tschechisch: https://cs.wikipedia.org/wiki/Jan_Frank_Fischer

 

15.9. Nikolai Iwanowitsch WASSILJEW: 125. Geburtstag

 Er erhielt seine Ausbildung am Konservatorium von Leningrad, wo er in der Hauptsache Schüler der Pädagogin S. Andrejewa war. 1922 begann er seine Karriere am Narodny-Theater Leningrad und sang dann in der Spielzeit 1923-24 am Theater von Swerdlowsk. 1924 wurde er als erster Tenor an das Lettische Nationaltheater in Riga berufen, an dem er zunächst bis 1941 wirkte und in Partien wie dem Hermann in »Pique Dame« von Tschaikowsky, dem Don José in »Carmen«, dem Canio im »Bajazzo« und in weiteren Rollen, vornehmlich aus dem dramatischen Fachbereich, zu großen Erfolgen kam. Seit 1940 übernahm er auch die Inszenierung von Opernwerken, flüchtete aber bei der Besetzung der Baltischen Staaten durch die deutschen Truppen 1941 in das Innere der Sowjetunion. Hier gab er bis 1945 Gastspiele und Konzerte, kam aber 1945 wieder nach Riga zurück. Jetzt betätigte er sich an der dortigen Oper als Regisseur für Opern- und Ballettaufführungen. Seit 1950 nahm er dazu eine Professur am Konservatorium von Riga wahr.

 

16.9. Fritz GEISSLER: 95. Geburtstag

Er stammte aus bescheidenen Verhältnissen, der Vater war Maurer. Er erhielt früh Geigenunterricht und trat nach abgebrochener Lehre als Musiker in Leipziger Kaffeehäusern auf. Im Jahr 1940 wurde er zum Kriegsdienst in der Wehrmacht eingezogen. Er war bei einem Luftwaffen-Musikkorps auf Guernsey stationiert. 1945 geriet er in englische Kriegsgefangenschaft, wo er sich als Geiger hervortat. 1948 wurde er entlassen und studierte bis 1950 Komposition und Viola bei Max Dehnert, Arnold Matz und Wilhelm Weismann an der Leipziger Musikhochschule. Nach einer Tätigkeit als Bratscher am Landessinfonieorchester Gotha studierte er erneut Komposition bei Boris Blacher, Konrad Friedrich Noetel und Hermann Wunsch an der Hochschule für Musik Berlin-Charlottenburg.

1954-78 war Geißler Dozent an der Universität Leipzig und später Professor für Komposition an den Musikhochschulen Leipzig und Dresden. Zu seinen Schülern gehören Peter Herrmann, Wilfried Krätzschmar, Reinhard Pfundt, Johannes Reiche, Friedrich Schenker, Karl Ottomar Treibmann, Lothar Voigtländer und Günther Witschurke. Fritz Geißler war 1956-68 Vorsitzender des Komponistenverbandes in Leipzig und 1972-84 Vizepräsident des Verbandes der Komponisten und Musikwissenschaftler der DDR sowie Mitglied der Akademie der Künste der DDR. Er starb 1984 in Bad Saarow.

 

16.9. Czesław MAREK: 125. Geburtstag

Während seiner Musikstudien war er Schüler von Hermann Graedener, Teodor Leszetycki und Karl Weigl in Wien und von Hans Pfitzner in Straßburg. 1916-19 unterrichtete er am Berrs-Konservatorium in Zürich. 1929-30 leitete er das Konservatorium in Posen, danach lebte er erneut in der Schweiz. Er verstarb 1985 in Zürich.

Marek komponierte eine Sinfonie (3. Preis beim Internationalen Schubert-Wettbewerb 1928) und eine Sinfonietta, eine Orchestersuite, Capriccio und Meditationen für Orchester, kammermusikalische Werke, Chormusik und Lieder. Zwischen 1940 und 1972 veröffentlichte er seine Schule des Klavierspiels.

 

16.9. Max SCHLOSS: 200. Geburtstag

Er begann seine Bühnentätigkeit in den Jahren 1839-41 mit einem Engagement am Stadttheater von Bremen. Er war dann 1841-45 am Hoftheater von Detmold, in der Spielzeit 1845-46 an der Hofoper von Dresden engagiert, wo er 1845 in der Uraufführung von Richard Wagners »Tannhäuser« den Walther von der Vogelweide sang. 1846-48 sang er am Opernhaus von Breslau und wirkte dann zehn Jahre hindurch am Hoftheater von Kassel, wo er auch damit begann, Regie zu führen. 1858 wurde er wieder an die Dresdner Hofoper berufen, an der er jetzt bis 1865 als Sänger wie als Regisseur wirkte. Er wurde 1875 als Oberregisseur an das Stadttheater von Hamburg verpflichtet, starb aber noch vor dem eigentlichen Antritt seines Amtes 1875 in Wehlen (Sächsische Schweiz). Vor allem in den vierziger Jahren war er gastweise an den führenden deutschen Operntheatern aufgetreten und trug dabei besonders Partien aus dem lyrischen Stimmfach vor: den Grafen Almaviva im »Barbier von Sevilla« (seine große Glanzrolle), den Tamino in der »Zauberflöte« den Alessandro Stradella in der gleichnamigen Oper von Flotow, den Hüon im »Oberon« von Weber, den George Brown in »La Dame blanche« von Boieldieu, den Chapelou im »Postillon von Lonjumeau« von A. Adam und den Fra Diavolo von Auber, doch übernahm er auch schwerere Rollen wie den Pollione in »Norma«, den Raoul in den »Hugenotten« von Meyerbeer und den Eleazar in »La Juive« von Halévy.

 

16.9. Angelo AMOREVOLI: 300. Geburtstag

Angelo AMOREVOLI in  Antigono von Hasse

 Seine ersten Opernauftritte erfolgten 1730 (im Alter von 14 Jahren!) in Venedig in »Dalisa« von J.A.Hasse und im gleichen Jahr in Rom in »Mitridate« und in »Siface« von Porpora. 1731-35 trat er in Florenz, 1736-40 in Neapel auf, hier u.a. am 4.11.1737 in der Eröffnungsvorstellung des neu erbauten Teatro San Carlo in der Oper »Achille in Sciro« von Domenico Sarro und am 19.12.1737 in der zweiten dort aufgeführten Oper »L‘Olimpiade« von Leonardo Leo (den Clistene). Er wurde durch Horace Mann, der ihn 1741 in Florenz gehört hatte, nach London empfohlen. Er trat dort 1741-43 am King’s Theatre in zehn verschiedenen Opern, u.a. sehr erfolgreich in den Pasticcio »Alexander in Persia«, auf. 1744-45 war er in Mailand zu hören; dann ging er nach Dresden, wo er als gefeierter Tenor an der Dresdner Hofoper in Erscheinung trat. Hier wurde er namentlich in den Opernwerken von Johann Adolf Hasse, damals Direktor der Dresdner Hofoper, herausgestellt. Auf Grund seiner Verbindungen zu dem berühmten Librettisten und Hofdichter Pietro Metastasio kam er auch in Wien zu großen Erfolgen. So sang er dort am 14.5.1748 in der Uraufführung der Oper »Semiramide riconosciuta« von Christoph Willibald von Gluck. 1748-49 und 1760-61 trat er nochmals in Mailand auf. 1764 schied er aus dem Ensemble der Dresdner Oper aus, verblieb aber im Dienst des sächsischen Hofes als Kirchen- und Kammersänger. Er starb 1798 in Dresden. Der Familienname des Künstlers kommt auch in der Schreibweise Amerevoli vor. Burney schreibt über ihn, dass er bessere Tenöre gehört, aber dabei nie auf der Bühne mehr Geschmack und Erfahrung angetroffen habe.

 

18.9. József SIMÁNDY: 100. Geburtstag

Jozsef SIMANDY

 

 Er konnte erst nach großen Schwierigkeiten am Konservatorium von Budapest studieren. Er war Schüler der Pädagogin Emilia Posszert. 1940 trat er in den Chor der Nationaloper Budapest ein. Sein Debüt als Solist gab er 1946 an der Oper von Szeged als Don José in »Carmen«. 1947 wurde er an die Nationaloper Budapest berufen, an der er als erster Tenor für viele Jahre bis 1982 blieb. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte er bei Gastspielen bedeutende Erfolge; so sang er 1956 an der Wiener Staatsoper den Don José in zwei Vorstellungen. Seit 1956 war er durch einen Gastspielvertrag der Staatsoper von München verbunden. Er sang sowohl Partien aus der italienischen wie aus der französischen Opernliteratur, aber auch Wagner-Heroen, dazu natürlich das ungarische Repertoire. Höhepunkte in seinem Repertoire für die Bühne waren u.a. der Lohengrin, der Radames in »Aida«, der Otello von Verdi sowie die Titelrollen in »Bánk Bán« und »Hunyadi Lászlo« von F. Erkel. 1984 sang er bei der Hundertjahrfeier der Nationaloper Budapest nochmals eine Szene des Bánk Bán. 1978-86 bekleidete er eine Professur an der Staatlichen Musikhochschule von Budapest. Er gab 1983 in Budapest eine Selbstbiographie heraus. Er starb 1997 in Budapest..

Lit: L. Dalos: Bánk bán elmodja (Budapest, 1983).

Schallplatten: DGG (Krönungsmesse von Liszt), Qualiton-Hungaroton (»Hunyadi Laszlo« und »Bánk Bán« von Erkel, »Bajazzo«, »Cavalleria rusticana«, Psalmus Hungaricus von Kodály), weitere Aufnahmen auf Hungaroton (Walther von Stolzing in »Die Meistersinger von Nürnberg«, Titelheld in »Lohengrin«).

 

18.9. Anna SCHIMON-REGAN: 175. Geburtstag

 Die berühmte Altistin Caroline Sabatier-Unger (1803-77), eine der großen Primadonnen ihrer Epoche, war ihre Tante. Sie wurde im Hause des Arztes Dr. Unger in Karlsbad erzogen. 1859 ging sie zur Ausbildung ihrer Stimme nach Dresden und wurde Schülerin von Maschinka Schubert-Schneider. Im folgenden Jahr 1860 begleitete sie ihre Tante Caroline Sabatier-Unger nach Florenz und vervollständigte ihre Ausbildung unter deren Anleitung bis 1864. Nachdem 1864 ein erster Bühnenauftritt in Siena sehr erfolgreich verlaufen war, nahm sie ein Engagement am Hoftheater von Hannover an, dem sie 1864-67 angehörte. Auf Einladung der russischen Großherzogin Helena ging sie 1869 nach St. Petersburg. Hier trat sie als Konzertsängerin auf und war die Solistin in drei von den sieben Konzerten, die Hector Berlioz in der russischen Residenzstadt dirigierte. 1869 besuchte sie London zusammen mit ihrer Tante und Lehrerin Caroline Sabatier-Unger und sang u.a. in Konzerten im Crystal Palace und in den Philharmonic Concerts. Bis 1875 war sie dann in England immer wieder zu hören, wobei sie sich besonders als Interpretin der Lieder von Schubert auszeichnete. 1870 und 1871 hatte sie in Wien ganz ungewöhnliche Erfolge. 1872 heiratete sie in Florenz den österreichischen Komponisten Adolf Schimon (1820-87). 1872 und 1873 unternahm sie zwei glanzvolle Konzerttourneen zusammen mit der berühmten Zélia Trebelli und anderen Künstlern. Danach hörte man sie nur noch bei einigen Leipziger Gewandhauskonzerten. Nach dem Tod ihres Gatten nahm sie einen Lehrauftrag an der Königlichen Musikakademie in München an und wurde eine hoch geschätzte Pädagogin. Sie starb 1902 in München.

 

20.9. Gustave DORET: 150. Geburtstag

Er studierte an der Musikhochschule Berlin bei Joseph Joachim, danach am Conservatoire de Paris bei Théodore Dubois und Jules Massenet. 1893-95 war er zweiter Dirigent der Concerts d’Harcourt, 1904 dirigierte er das Orchester der Opéra-Comique in Paris. Er schrieb in den Jahren 1905 und 1927 die Musik zum Fête des Vignerons. Seine Oper Les Armaillis (1900) und das Oratorium Les sept paroles du Christ (1895) sind in einem Stil gehalten, der noch nahe bei Massenet liegt. Sein Name ist eng mit dem Théâtre du Jorat in Mézières VD verbunden, für welches er zu zahlreichen Stücken die Bühnenmusik schrieb: Aliénor (1910), La Nuit des Quatre Temps (1910), Tell (1914), La Servante d’Evolène (1937). Der 1990 entstandene Werkskatalog der Bibliothèque Cantonale et Universitaire de Lausanne führt beinahe 400 Kompositionen auf. Er starb 1943 in Lausanne.

 

22.9. Colin GRAHAM: 85. Geburtstag

Er besuchte die Stowe School und die Royal Academy of Dramatic Art. Schon in den fünfziger Jahren begann er eine intensive Zusammenarbeit mit dem Komponisten Benjamin Britten, dessen Opern er größtenteils zur Uraufführung brachte. Sein Interesse für das japanische Theater führte ihn später nach Tokio zu dem Komponisten Minoru Miki, für den er drei Opern inszenierte. Er arbeitete außerdem für das Royal Opera House und die English National Opera in London sowie für das Glyndebourne Festival in Sussex, bevor er 1978 nach St. Louis zog, wo er 2007 starb. Er inszenierte die Weltpremieren von John Coriglianos Oper The Ghosts of Versailles für die Metropolitan Opera, André Previns A Streetcar Named Desire für die San Francisco Opera und Bright Shengs The Song of Majnun für die Lyric Opera of Chicago. Zusätzlich leitete er Produktionen für die Santa Fé Opera, unter anderem Shengs Madame Mao im Jahre 2003. Er führte dort seine Zusammenarbeit mit dem Generaldirektor Richard Gaddes fort, die er in St. Louis begonnen hatte. Von 1985 bis zu seinem Tod war Graham Artistic Director des Opera Theatre of Saint Louis. Nach Angaben der Zeitung St. Louis Post-Dispatch erlag er am 6. April 2007 einem Herzversagen. Einen Tag vor seinem Tod arbeitete er noch an der kurz bevorstehenden Erstaufführung von David Carlsons Oper Anna Karenina, für die er auch das Libretto geschrieben hatte.

 

22.9. Edmund NICK: 125. Geburtstag

Der Kaufmannssohn studierte 1910-15 in Wien und Graz Jura, absolvierte gleichzeitig eine musikalische Ausbildung an der Wiener Musikakademie und am Dresdner Konservatorium und wurde 1918 an der Universität Graz zum Dr. jur. promoviert. Nick war seit 1920 mit der Konzertsängerin Käte Jaenicke (1889–1967), Tochter von Karl Jaenicke, verheiratet; sie hatten die 1926 geborene Tochter Dagmar Nick. Käte Nick-Jaenicke galt in der Zeit des Nationalsozialismus als „Halbjüdin“ und alle drei waren Repressalien ausgesetzt. 1921 wurde Nick Kapellmeister der Schauspielbühnen in Breslau, 1924 gemeinsam mit Fritz Ernst Bettauer künstlerischer Leiter der Schlesischen Funkstunde. 1928 holte er den noch jungen Dirigenten Franz Marszalek an diesen Sender. 1929 entstand in Zusammenarbeit mit Erich Kästner das Funkspiel „Leben in dieser Zeit“. 1933 wurde er im Zuge der Gleichschaltung beim Sender entlassen. Er übersiedelte nach Berlin, wo er bis 1935 als musikalischer Leiter des Kabaretts Die Katakombe arbeitete und 1936-40 musikalischer Leiter am Theater des Volkes in Berlin-Mitte war. Nick erhielt Aufträge zur Komposition der Musik einer Vielzahl von Ufa-Filmen, zuletzt 1944 für Eine Frau für drei Tage. Im Dezember 1943 wurde er ausgebombt, wich mit der Familie nach Böhmen aus und musste von dort im Februar 1945 nach Bayern flüchten. Ab Herbst 1945 übernahm Nick zusammen mit Kästner, dem früheren Mitarbeiter in Breslau und Berlin, und Rudolf Schündler den Aufbau und die Leitung des Kabaretts Die Schaubude in München. 1947 wurde Nick Chefdirigent der Bayerischen Staatsoperette, dem heutigen Staatstheater am Gärtnerplatz, in München. 1949-52 hatte er eine Professur an der Münchner Musikhochschule inne. Er war 1952-56 Leiter der Musikabteilung beim Westdeutschen Rundfunk in Köln, wo er die Cappella Coloniensis gründete, ein Ensemble für historisch informierte Aufführungspraxis. 1957-60 war er Musikkritiker der „Welt“, ab 1962 der „Süddeutschen Zeitung“. Nick komponierte das musikalische Lustspiel Das kleine Hofkonzert (1935), Operetten (unter anderem Über alles siegt die Liebe, 1940, und Das Halsband der Königin, Uraufführung 1. Dezember 1948) sowie Unterhaltungs-, Bühnen- und Filmmusik. Er schrieb Paul Lincke (1953) und Vom Wiener Walzer zur Wiener Operette (1954). Am Ende der Zusammenarbeit mit Kästner komponierte er 1969 die Musik zu dem 1955 entstandenen Gedichtzyklus „Die 13 Monate“. Edmund Nick starb 1974 in Geretsried. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Münchner Westfriedhof.

 

23.9. Elisabeth SCHWARZENBERG: 90. Geburtstag

Elisabeth Sschwarzenberg

 Sie erhielt ihre Ausbildung an der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien. Die Künstlerin fand ihr erstes Bühnenengagement 1956 an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, wo sie als Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg« debütierte. Hier hatte sie sogleich große Erfolge zu verzeichnen, die zu Gastspielen an den führenden in- und ausländischen Opernhäusern Anlass gaben. So gastierte sie an der Münchener Staatsoper, an der Grand Opéra Paris, am Théâtre de la Monnaie in Brüssel, an der Niederländischen Oper in Amsterdam, in Nizza, Turin, Dublin, Zürich und Genf (1963 Marzelline im »Fidelio«). Sie blieb bis 1966 an der Deutschen Oper am Rhein tätig und war dann seit 1966 für mehr als zwanzig Jahre an der Wiener Volksoper engagiert. Bei den Festspielen von Salzburg sang sie am 16.8.1961 in der Uraufführung der Oper »Das Bergwerk zu Falun« von Rudolf Wagner-Régeny die Anna. Bereits 1958 wirkte sie in Düsseldorf in der Uraufführung einer Neufassung der Oper »Karl V.« von E. Krenek und am 3.6.1957 ebenfalls in Düsseldorf in der Uraufführung der Oper »Die Räuber« von G. Klebe mit. Auch bei den Festspielen von Bayreuth trat sie in Erscheinung; dort sang sie die Wellgunde (1962-64, 1968-69), die Ortlinde (1962-64) und die Gerhilde (1968-73) im Nibelungenring, den 1. Knappen (1968-73) und ein Blumenmädchen (1969, 1972-73) im »Parsifal«. In den Jahren 1968-72 gastierte sie auch an der Wiener Staatsoper (als 3. Norn, als Freia, als Gutrune, als Gerhilde und als Wellgunde im Nibelungenring sowie als 1. Dame in der »Zauberflöte«). 1967 gastierte sie am Teatro San Carlos von Lissabon; als ihre Glanzrolle galt allgemein die Marschallin im »Rosenkavalier« von R. Strauss. Auch als Mozart-Interpretin genoss sie hohes Ansehen. Sie starb 2004 in Wien. Sie war verheiratet mit dem Opernsänger Georg Schnapka (1932-2005), der ebenfalls lange Zeit an der Wiener Volksoper tätig war.

Schallplatten: Eurodisc (Donna Elvira in Querschnitt durch »Don Giovanni« in deutscher Sprache), DGG (kleine Partie im »Parsifal«), Melodram (Marzelline im »Fidelio«, Genf 1963).

 

24.9. Norman GIFFIN: 95. Geburtstag

 Der amerikanische Tenor sang in Europa hauptsächlich im Wagner-Fach, darunter den Tannhäuser und den Lohengrin. An der Metropolitan Opera debütierte er 1965 in A. Bergs »Wozzeck«. Bis 1971 sang er hier in insgesamt 19 Vorstellungen auch den Boten im »Troubadour«; am 16.9.1966 wirkte er bei der Eröffnung des neuen Hauses der Metropolitan Opera im Lincoln Center in der Uraufführung der Oper »Antony and Cleopatra« von Samuel Barber in der Partie des Demetrius mit. Er starb 2012 in Ocala (Florida).

 

24.9. Karin BRANZELL: 125. Geburtstag

Karin Branzell

 Ursprünglich Organistin in Stockholm, dann Gesangsausbildung durch Thekla Hofer in Stockholm, Ludwig Mantler und Louis Bachner in Berlin, schließlich durch Enrico Rosati in New York. Bühnendebüt 1912 an der Königlichen Oper von Stockholm, wo sie bis 1918 blieb. Ihre Debütrolle war der Prinz Sarvilaka in der Oper »Izeyl« von d’Albert. 1918-33 Mitglied der Staatsoper Berlin (Antrittsrolle: Fricka in der »Walküre«), an der man sie in einer Vielzahl von Partien erlebte. Hier wirkte sie 1919 in der Premiere von Hans Pfitzners »Palestrina«, 1920 in der Premiere der »Frau ohne Schatten« von R. Strauss als Amme mit. 1924 kam sie an die Metropolitan Oper New York (Antrittspartie: Fricka in der »Walküre«), an der sie bis zu ihrem Abschied von der Bühne 1951 aufgetreten ist. Sie war dort in den Jahren 1924-42, dann nochmals 1944 und schließlich in der Spielzeit 1950-51 engagiert. Sie ist an der Metropolitan Oper in insgesamt 412 Vorstellungen und in 18 verschiedenen Rollen aufgetreten. Dabei sang sie in erster Linie dort Wagner-Rollen (Ortrud im »Lohengrin«, Erda und Fricka im Nibelungenring, Brangäne in »Tristan und Isolde«, Waltraute in der »Götterdämmerung«, Venus im »Tannhäuser«, Magdalene in »Die Meistersinger von Nürnberg«), trat aber auch als Amneris in »Aida«, als Dalila in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns, als Azucena im »Troubadour«, als Küsterin in »Jenufa« von Janácek, als Laura in »La Gioconda« von Ponchielli, als Fidès in Meyerbeers »Le Prophète«, als Klytämnestra in »Elektra« und als Herodias in »Salome« von R. Strauss auf. 1931 wirkte sie in der amerikanischen Erstaufführung von Weinbergers »Schwanda, der Dudelsackpfeifer« in der Rolle der Königin mit. 1926 glanzvolles Gastspiel am Teatro Colón von Buenos Aires, wo sie auch wieder 1934 und 1938 auftrat. Sie sang 1930-31 bei den Festspielen von Bayreuth die Fricka und die Waltraute im Ring-Zyklus. Sie gastierte in Paris, an der Wiener Staatsoper (1921 als Amneris, als Ortrud, als Waltraute in der »Götterdämmerung« und als Amme in »Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss), in Mailand, an der Covent Garden Oper London (1935-38), in Brüssel (1941), Leningrad (1935), Chicago und San Francisco (1941 als Venus). 1935-39 nahm sie an den Münchner Sommerfestspielen teil, wo sie auch den Adriano in Wagners »Rienzi« vortrug, 1922 und 1939 gastierte sie in Zürich, 1934 an der Oper von Rio de Janeiro. Auch als Konzertsängerin war sie sehr erfolgreich. 1951 nahm sie an der Metropolitan Oper in der Partie der Erda im »Siegfried« ihren Abschied von der Bühne. 1932 wurde sie mit dem schwedischen Orden »Litteris et artibus« ausgezeichnet, 1936 schwedische Hofsängerin. Sie war verheiratet mit dem Maler Einar Eduardsen, der 1929 starb; später erscheint sie unter dem Namen Karin Branzell-Reinshagen. 1946-50 Pädagogin an der Juilliard-Schule in New York, 1952-58 an der Adelphi School of Music, ebenfalls in New York. Sie lebte zuletzt in Kalifornien. Sie starb 1974 in Altadena bei Los Angeles. Ihre Schülerinnen waren u.a. die bedeutenden Sängerinnen Jean Madeira, Nell Rankin und Mignon Dunn. – Umfangreiche, samtige Stimme von großer Wandlungsfähigkeit, dabei zu erregendem dramatischem Ausdruck fähig; hervorragende Wagner-Interpretin. Aus ihrem Repertoire sind noch die Carmen, die Brünnhilde in der »Walküre« und der Orpheus von Gluck nachzutragen.

Lit: R. Celletti & Leo Riemens: Karin Branzell (in »Le grandi Voci«, Rom 1964).

Die Künstlerin sang akustische Aufnahmen auf Homochord, Brunswick und Homophon, elektrische auf den Marken Parlophon, HMV, Brunswick, Odeon (hier Duette mit Emmy Bettendorf) und Urania-Remington (deutsche Lieder). Dazu mehrere Mitschnitte von Opernaufführungen aus der Metropolitan Oper (Fricka in »Rheingold« von 1938, Ortrud im »Lohengrin« von 1936, Magdalene in »Die Meistersinger von Nürnberg« von 1936).

 

26.9. Charles MUNCH: 125. Geburtstag

Er war der Sohn des Elsässer Organisten und Chorleiters Ernst Münch. Er studierte Geige am Konservatorium in Straßburg und 1912 bei Lucien Capet in Paris. Einer seiner Lehrer am Straßburger Konservatorium war Hans Pfitzner. Beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde er als Artillerie-Sergeant zum Deutschen Heer eingezogen. Bei Péronne erlitt er eine Gasvergiftung und in der Schlacht von Verdun wurde er verwundet. Nach Kriegsende kehrte er ins Elsass zurück und wurde französischer Staatsbürger. Nach weiteren Studien bei Carl Flesch in Berlin verfolgte Charles Münch eine Solistenkarriere und lehrte Violine am Straßburger Konservatorium (1919) und dann am Leipziger Konservatorium. Seit 1926 war er Konzertmeister des Leipziger Gewandhausorchesters. Im November 1932 gab er in Paris sein Debüt als Dirigent mit dem Orchestre Straram. Erst seine 1933 erfolgte Heirat mit der Enkelin eines der Gründer des Nestlé-Konzerns ermöglichte ihm die Finanzierung seiner weiteren Karriere. 1933-40 bildete er sich im Dirigieren bei Alfred Szendrei in Paris weiter. 1935-38 war er Dirigent des von Alfred Cortot gegründeten Orchestre de la Société Philharmonique in Paris und 1936 erhielt er eine Stelle als Lehrer an der École Normale de Musique de Paris. 1938 wurde er zum Direktor der Société des Concerts du Conservatoire de Paris ernannt und behielt diesen Posten während der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg. Da er die Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten ablehnte und stattdessen die Résistance unterstützte, erhielt er 1945 den Orden der Ehrenlegion. Charles Münch gab sein Debüt in den USA als Gastdirigent des Boston Symphony Orchestra im Dezember 1946. 1948 folgte eine Tournee durch die USA mit dem Orchestre de la Radio nationale de France und 1949 wurde er zum Musikdirektor des Boston Symphony Orchestra ernannt, mit welchem er und Pierre Monteux 1952 eine erste Europa-Tournee unternahmen. 1950 wurde er in die American Academy of Arts and Sciences gewählt. 1956 folgte eine weitere Tournee durch Europa und die Sowjetunion. 1962 zog er sich von seinem Posten in Boston zurück und war fortan als Gastdirigent tätig. Außerdem war er 1967 an der Gründung des Orchestre de Paris beteiligt. Er starb 1968 in Richmond, als er mit dem Orchestre de Paris auf einer Amerika-Tournee war.

Er erlangte Anerkennung als Interpret des französischen Repertoires. Seine Aufführungen zeichneten sich durch Spontaneität, Farbe und Eleganz aus. Die französische Musik des 20. Jahrhunderts nahm in seinen Programmen einen herausragenden Platz ein. Er brachte neue Werke von Albert Roussel, Darius Milhaud, Arthur Honegger und anderen zur Aufführung. In seiner Pariser Zeit führte er neue Werke in die Programme des Lamoureux Orchesters, der Shihoan Konzerte und der Straram Konzerte ein. Er schrieb das Werk Je suis chef d’orchestre (1954).

 

26.9. Marius AUDRAN: 200. Geburtstag

 Er kam als Kind nach Marseille, wo sein Vater als Maurer und Bauunternehmer arbeitete. Er sollte Architektur studieren, doch wurde seine Stimme in Liebhaberkreisen entdeckt. Darauf begann er das Gesangstudium bei E. Arnaud in Marseille. Eine Ausbildung am Conservatoire National in Paris musste er wegen fehlender finanzieller Mittel aufgeben und vollendete dann sein Gesangstudium bei Panseron in Marseille. 1837 debütierte er an der Oper von Marseille in »Le Chalet« von Adam. Er hatte dort große Erfolge in »La dame blanche« von Boieldieu und in »Le pré aux clercs« von Hérold. 1838 ersetzte er am Théâtre de la Monnaie in Brüssel den plötzlich verstorbenen Tenor Thénard in »Le Domino noir« von Auber. 1839 sang er am Opernhaus von Bordeaux, 1840-41 in Lyon. 1842 wurde er an die Pariser Opéra-Comique verpflichtet. Hier sang er sehr erfolgreich in »La dame blanche« von Boieldieu und in »Les diamants de la couronne« von Auber und war in den Uraufführungen der Opern »Le Roi d’Yvetot« von Adam (30.10.1842), »La Sirène« von Auber (26.3.1844), »Le Val d’Andorre« von Halévy (11.11.1848) und »Haydée« (»Le Secret«, 28.12.1847) von Auber, auch in »Giralda« von A, Adam (20.7.1850), zu hören. Als unübertroffen galt seine Interpretation der Titelrolle in »Jean de Paris« von Boieldieu. Weitere Höhepunkte in seinem Repertoire waren der Titelheld in »Fra Diavolo« von Auber und der Chapelou in »Le Postillon de Lonjumeau« von Adam, die beide enorme Anforderungen an die Stimme in den höchsten Lagen stellen. In Paris trat er auch in den Concerts du Conservatoire auf. Nach einem Streit mit der Direktion der Opéra-Comique verließ er 1852 Paris und sang 1852 wieder in Marseille sowie 1853-56 in Bordeaux. 1857 erschien er am Théâtre Lyrique in Paris in der Uraufführung der Oper »La Demoiselle d’honneur« von Semet. 1857-59 unternahm er Gastspielreisen durch Frankreich, Belgien und Italien. 1861 gab er seinen Rücktritt von der Bühne bekannt; 1863 wurde er Professor am Konservatorium von Marseille. Er starb 1887 in Marseille. Sein Sohn Edmond Audran (1840-1901) wurde als Komponist von sehr beliebten Operetten (u.a. »Les Noces d’Olivette«, »La Cigale et la Fournie«, »Monsieur Lohengrin«, vor allem »La Poupée«) bekannt.

 

27.9. Fred TESCHLER: 90. Geburtstag

 Sein Vater war Chorist an der Dresdner Staatsoper, er selbst nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst Journalist. Nach Ausbildung seiner Stimme durch Senta Kutzschbach in Dresden debütierte er 1955 an der Staatsoper von Dresden als Bauer in »Die Kluge« von C. Orff. Seitdem blieb er für mehr als zwanzig Jahre ein beliebtes Mitglied dieses Opernhauses, an dem er 1979 an der Uraufführung der Oper »Vincent« von Rainer Kunad teilnahm. Seit 1962 war er als ständiger Gast der Berliner Staatsoper verbunden. Gastspiele an der Komischen Oper Berlin, an der Stuttgarter Staatsoper, an den Opernhäusern von Sofia, Brno (Brünn), Bukarest, Zürich, Leipzig, Baltimore und Boston. Berühmt als Interpret der klassischen Barockopern von Händel, namentlich im Rahmen der Händel-Festspiele von Halle, bei denen er Jahr für Jahr in Erscheinung trat. Neben seinem Bühnenrepertoire von mehr als 40 Rollen war er ein hoch geschätzter Konzert- und Oratorienbassist. Gastspiele und Konzertreisen führten ihn nach Holland und Frankreich, nach Westdeutschland und Finnland, nach Ägypten, Syrien und in den Irak. Er starb 1997 in Dresden.

Schallplatten der Marke Eterna (Lodovico in Verdis »Otello«, vollständige Aufnahme der Oper »Die Verurteilung des Lukullus« von Dessau) und Berlin Classics (Deutsche Sinfonie von Hanns Eisler). Sang auf HMV-Electrola in einem Querschnitt durch Verdis »Macht des Schicksals«, auf Pergola den Saretzki im »Eugen Onegin«, auf Koch Records im »Parsifal«.

 

27.9. Max MARTINI: 150. Geburtstag

 Er leitete seine Bühnenkarriere mit einem Engagement an der Dresdner Hofoper in der Spielzeit 1885-86 ein und sang dann 1887-89 am Stadttheater von Regensburg, 1889-90 am Stadttheater von Metz, 1890-92 am Stadttheater von Mainz. 1892 wurde er an das Opernhaus von Breslau verpflichtet, an dem er bis zu seinem Rücktritt von der Bühne 1913 wirkte. Seit 1904 war er dort auch als Regisseur beschäftigt. Er sang in erster Linie Partien aus dem Buffo- und dem Charakterfach wie den Pedrillo in der »Entführung aus dem Serail«, den Peter Iwanow in »Zar und Zimmermann« von Lortzing, den Georg im »Waffenschmied« vom gleichen Komponisten, den Mime in den Opern des Ring-Zyklus, den Eisenstein in der »Fledermaus« und den Simon in Millöckers »Der Bettelstudent«. Er starb 1915 in Breslau.

 

28.9. Bernhard KLEBEL: 80. Geburtstag

 Studien an der Musikakademie (Musikpädagogik, Oboe, Cembalo bei Eta Harich-Schneider, Dirigieren bei H. Gillesberger und H. Swarowsky) und an der Universität in Wien (Germanistik). Leiter des Madrigalchors der Katholischen Hochschulgemeinde in Wien, des Ensembles Musica Antiqua und des Wiener Motettenchores. Konzertreisen in ganz Europa, USA, Kanada und Mexico. Opernproduktionen in Wien (Theater an der Wien, Spectaculum u.a.), in Venedig (Teatro La Fenice), Neapel (Teatro San Carlo), Dresden, Augsburg, Rouen u.a. Er war Professor für Musiktheorie an der Grazer Musikuniversität und fungierte als Herausgeber und Bearbeiter bisher unveröffentlichter barocker Opern und Oratorien, die er z.T. auch selbst aufführte (u.a. 2002 und 2003 in der Wiener Kammeroper). Zahlreiche Schallplatteneinspielungen. Er starb im Juni 2013.

 

28.9. Ferry GRUBER: 90. Geburtstag

Ferry GRUBER

 Seine Ausbildung fand an der Wiener Musikakademie bei Hans Swarowski und bei Hermann Gallos statt. Zuerst wirkte er als Chordirektor und Dirigent in Wien, wandte sich dann aber der Sängerlaufbahn zu. Bühnendebüt 1950 am Stadttheater von Luzern als Tamino in der »Zauberflöte«, nachdem er bereits in Radiosendungen des Schweizer Senders Monte Ceneri erstes Aufsehen erregt hatte. Über das Stadttheater von Basel kam er 1954 an die Bayerische Staatsoper München, wo er in erster Linie Rollen aus dem Buffo- und dem Charakterfach sang. Im gleichen Jahr begann er eine große Karriere als Operettensänger, wobei er hauptsächlich am Münchner Gärtnerplatztheater auftrat. Es kam zu häufigen Gastspielen an der Staatsoper (1962-64 als Brighella in »Ariadne auf Naxos«, als Flaut in B. Brittens » A Midsummer Night’s Dream «, als Pedrillo in der »Entführung aus dem Serail«, als Monostatos in der »Zauberflöte« und als Baron Lummer im »Intermezzo« von. R. Strauss) wie an der Volksoper von Wien, an der er seit 1960 ständig wirkte. Bei den Salzburger Festspielen sang er 1959 den Cecco in »Il Mondo della luna« von J. Haydn. Weitere Gastspiele an den Opern von Hamburg und Köln, an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an den Opernhäusern von Dortmund, Frankfurt a.M. und Stuttgart. Im Ausland hörte man ihn als Gast in Kopenhagen, Amsterdam, Lissabon und Monte Carlo, in Ottawa und Vancouver und 1988 am Teatro Verdi in Triest. Er wirkte bei den Festspielen von Florenz und Edinburgh (1965 als Baron Lummer bei einem Gastspiel der Bayerischen Staatsoper München) mit. Weitere Partien: Fenton im »Falstaff« von Verdi (Teatro Comunale Florenz 1956), Peter Iwanow und Châteauneuf in »Zar und Zimmermann« von Lortzing und Fatty in »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« von K. Weill. Er galt allgemein als einer der führenden Operetten-Tenöre seiner Generation, wobei man auf diesem Gebiet wie bei seinen Buffotypen auf der Opernbühne auch sein temperamentvolles darstellerisches Talent bewunderte. Er wurde durch Rundfunk- und Fernsehauftritte bekannt und betätigte sich seit 1969 erfolgreich als Opern- und Operettenregisseur. Noch 1997 wirkte er bei den Münchner Festspielen als Zirkusdirektor in Smetanas »Die verkaufte Braut« mit. Er starb 2004 in München.

Schallplatten: Zahlreiche vollständige Operetten und Operetten-Querschnitte auf Eurodisc (»Die Lustige Witwe«, »Das Land des Lächelns«, aber auch in »Die Kluge« und »Der Mond« von Carl Orff und in einer italienisch gesungenen »Madame Butterfly«-Aufnahme), Electrola (Querschnitt »Der Vogelhändler«), DGG, Melodram (»Intermezzo« von R. Strauss), Voce (»Alessandro Stradella« von Flotow), EMI (»Der Rosenkavalier«), Nixa (»Gurrelieder« von A. Schönberg), Philips.

 

28.9. Václav HALÍŘ: 90. Geburtstag

Václav HALÍŘ

Er erhielt seine Ausbildung am Konservatorium von Brno (Brünn) sowie bei Bohuslav Sobeského. Sein Bühnendebüt fand 1953 am Janácek-Opernhaus in Brno statt, dem er bis Mitte der achtziger Jahre angehörte. Mit dem Ensemble dieses Hauses gastierte er 1966 beim Maggio Musicale Fiorentino in Janáceks »Die Sache Makropoulos«, 1967 in »Die Ausflüge des Herrn Broucek«. 1974 trat er am Teatro San Carlo Neapel in Rimsky-Korssakows »Der goldene Hahn« auf. Gastspiele, zum Teil auch als Konzertsänger, führten ihn nach China (1954), nach Warschau (1955), Leipzig (1960) und Berlin (1956). In Brno sang er u.a. 1963 den Ruprecht in der tschechischen Erstaufführung von Prokofieffs »L’Ange de feu«. Sein Bühnenrepertoire umfasste in erster Linie Partien aus dem slawischen Repertoire wie den Mumlal in Smetanas »Zwei Witwen«, den Chrudos in dessen »Libussa«, den Vavra in »Marysa« von Burian, den Förster wie den Pfarrer in Janáceks »Das schlaue Füchslein«, den Platzkommandanten in »Aus einem Totenhaus« vom gleichen Meister, den Würfel in »Die Ausflüge des Herrn Broucek«, den Kolenaty in »Die Sache Makropoulos« von Janácek, den Fürsten Galitzky in Borodins »Fürst Igor«, den Denisow in »Krieg und Frieden« von Prokofieff und den Boris Timofejew in »Lady Macbeth von Mzensk« von Schostakowitsch. Er starb 1999 in Brünn.

Schallplatten: Supraphon (vollständige Opern »Das schlaue Füchslein«, 1958 und »Jenufa«, 1979).

 

29.9. Josef TRAXEL: 100. Geburtstag

Josef TRAXEL

 Er war zuerst an der Musikhochschule von Darmstadt Schüler von Noak. Er wurde im Zweiten Weltkrieg als Soldat einberufen und debütierte 1942 während eines Lazarett-Aufenthaltes am Stadttheater von Mainz als Don Ottavio im »Don Giovanni«. Gegen Ende des Krieges geriet er dann in englische Gefangenschaft. 1946 begann er seine eigentliche Bühnenlaufbahn am Stadttheater von Nürnberg. Von dort kam er 1952 an die Staatsoper von Stuttgart. Am 14.8.1952 sang er bei den Salzburger Festspielen in der Uraufführung der Richard-Strauss-Oper »Die Liebe der Danaë« die Rolle des Merkur. Seit 1954 wirkte er bei den Festspielen von Bayreuth mit, und zwar 1954-57 als Froh im »Rheingold«, 1954-55 als Walther von der Vogelweide im »Tannhäuser«, 1955-56 als 1. Ritter im »Parsifal«, 1955 als Steuermann und 1956 als Erik in »Der fliegende Holländer«, 1956 als Kunz Vogelgesang und 1957 als Walther von Stolzing in »Die Meistersinger von Nürnberg«, 1957-58 als junger Seemann in »Tristan und Isolde«. An der Wiener Staatsoper gastierte er 1958 und 1960 als Rodolfo in »La Bohème« von Puccini. Durch Gastspielverträge war er mit der Staatsoper von München und mit der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg verbunden. Konzert- Tourneen und Gastspiele trugen ihm in Frankreich (Grand Opéra Paris 1957, 1959), Österreich, Holland und in der Schweiz große Erfolge ein; 1957 unternahm er eine Nordamerika-Tournee. 1964 wirkte er in der Carnegie Hall New York in einer konzertanten Aufführung der Oper »Maria Stuarda« von Donizetti mit. Sein Bühnenrepertoire reichte vom Belmonte in Mozarts »Entführung aus dem Serail« bis zum Siegmund in der »Walküre«. Sehr erfolgreich auch als Konzertsänger, zumal als Evangelist in den Passionen von Bach. Seit 1963 war er Dozent an der Musikhochschule Stuttgart. Er starb 1975 in Stuttgart.

Schallplatten auf HMV, Decca (»Der Fliegender Holländer«), DGG, Eurodisc, Colosseum, Cetra Opera Live (Froh im »Rheingold«, Bayreuth 1957), Melodram (»Die Lustigen Weiber von Windsor«, 1949, »Die Liebe der Danaë« von R. Strauss, 1951), Hunt Records (Mozart-Requiem).

 

29.9. Enrico BEVIGNANI: 175. Geburtstag

 Biographie des italienischen Dirigenten und Komponisten auf Englisch: https://en.wikipedia.org/wiki/Enrico_Bevignani

 

30.9. Paul HÖGLUND: 90. Geburtstag

 Er studierte 1946-47 in der Opernklasse der Stockholmer Musikhochschule und war Schüler von Clemens Kaiser-Breme in Essen. 1948 debütierte er an der Königlichen Oper Stockholm als Bartolo in Rossinis »Barbier von Sevilla« und blieb bis 1952 an diesem Haus tätig, wo er u.a. den Masetto im »Don Giovanni« und den Hortensio in »La Fille du Régiment« von Donizetti sang. 1952-55 war er Mitglied des Stadttheaters Malmö, 1955-60 des Stora Theaters Göteborg. Hier trat er als Leporello im »Don Giovanni«, als Sparafucile im »Rigoletto« und in den vier dämonischen Partien in »Hoffmanns Erzählungen« auf. Seit 1960 gehörte er (nach einem Gastspiel als Figaro in »Le nozze di Figaro«) wieder bis 1983 der Oper von Stockholm an. Hier sang er 1977 in der Erstaufführung der Oper »Lulu« von Alban Berg die Rolle des Schigolch und wurde als Titelheld in Donizettis »Don Pasquale«, als Leporello, als Sparafucile, in den vier dämonischen Partien in »Hoffmanns Erzählungen«, als Sakristan in Puccinis »Tosca«, als Frosch in der Johann Strauß-Operette »Die Fledermaus« und in vielen anderen, darunter auch kleineren Partien (Alcindor in »La Bohème«, Antonio in »Le nozze di Figaro«), bekannt. 1968 wirkte er in der Stockholmer Uraufführung von F.A. Berwalds »Drottningen av Golconda« mit. Man schätzte seine darstellerische Begabung vor allem in Aufgaben aus dem Buffo-Fach. Er starb 2001 in Norra Åsum.

 

30.9. Konstantin OGNEVOI: 90. Geburtstag

Biographie des russischen Tenors auf Russisch:

ZUR BIOGRAFIE

 

30.9. Margarete von VAHSEL: 150. Geburtstag

Als sie elf Jahre alt war, hörte der Braunschweiger Hofkapellmeister und Komponist Franz Abt sie beim Vortrag von Liedern und riet dringend zur Ausbildung der Stimme. 1881 trat sie erstmals in einem Konzert in Magdeburg öffentlich auf; 1882 hatte sie als Soubrette ihr erstes Engagement am Stadttheater von Magdeburg und war dann in den Jahren 1883-94 am Hoftheater von Dessau tätig. 1894-95 gehörte sie dem Opernhaus von Leipzig an und gab seitdem nur noch Gastspiele und Konzerte. Eine weltweite Konzerttournee führte sie seit 1895 durch Nordamerika, Kanada, nach Neuseeland, Australien und Indien, und überall wurde sie bei ihren Auftritten gefeiert. Sie lebte dann für einige Jahre in New York und setzte dort ihre Konzerttätigkeit fort; sie betätigte sich zugleich auch als Gesanglehrerin. 1901 kam sie nach Deutschland zurück und nahm eine Stellung als Pädagogin am Klindworth-Scharwenka-Konservatorium in Berlin an. Von den Partien, die sie auf der Bühne gesungen hat, verdienen die Susanna in »Figaros Hochzeit«, die Frau Fluth in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor«, die Marie in Donizettis »Regimentstochter«, die Carmen, die Undine von Lortzing, die Marguerite im »Faust« von Gounod, die Santuzza in »Cavalleria rusticana«, die Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg«, die Sieglinde in der »Walküre« und die Venus im »Tannhäuser« Erwähnung. Sie starb 1922 in Berlin. – Sie war mit dem lyrischen Tenor Rudolf Schmalfeld (* 22.2.1858 Neustrelitz, † 1922 Berlin) verheiratet, der Schüler von Franz von Milde in Hannover und dann 1885-95 am Hoftheater von Dessau, 1891-92 am Stadttheater von Zürich engagiert war und sich seit 1895 an den Kunstreisen seiner Gattin in aller Welt beteiligte; er trat 1897 an der Hofoper von München in der Uraufführung der Oper »Sarema« von A. Zemlinsk

IN MEMORIAM-GEBURTSTAGE IM AUGUST 2016

IN MEMORIAM-Geburtstage

Es wurden runde und halbrunde Geburtstage berücksichtigt. Zusammenstellung der Liste: Walter Nowotny

 1.8. Nico CASTEL: 85. Geburtstag

Nico CASTEL

Er war zuerst in einem kaufmännischen Beruf in Südamerika tätig, ließ dann jedoch seine Stimme durch Carmen Hurtado in Caracas, durch Mercedes Llopart in Mailand und durch Julia Drobner in New York ausbilden. Nachdem er einen Gesangwettbewerb in New York gewonnen hatte, erfolgte sein Bühnendebüt 1958 an der Oper von Santa Fé als Fenton in Verdis »Falstaff«. Er nahm an der Oper von Santa Fé an der Uraufführung von Carlisle Floyds »Wuthering Heights« teil (16.7.1958). Er verlegte sich zunehmend auf das Buffo- und Charakterfach und beherrschte auf diesem Gebiet mehr als 120 größere und kleinere Rollen. Er sang u.a. an den Opern von Philadelphia (1985), Chicago, Houston (Texas), Baltimore, New Orleans und an der New York City Opera, an der 1965 in der Uraufführung der Oper »Miss Julie« von Ned Rorem mitwirkte. Gastspiele in Europa am Teatro San Carlos Lissabon, beim Maggio Musicale in Florenz und beim Festival von Spoleto. 1970 wurde er Mitglied der New Yorker Metropolitan Oper, wo er als Basilio in »Le nozze di Figaro« debütierte. An diesem Haus hatte er in einer langjährigen Karriere bis 1997 vor allem im Charakterfach seine Erfolge und erwies sich in insgesamt 793 Vorstellungen in vielen kleineren und mittleren Partien (darunter der Goro in »Madame Butterfly«, der Incredibile in »Andrea Chénier« von Giordano, der Arturo in »Lucia di Lammermoor«, der Schmidt im »Werther« von Massenet, der Borsa im »Rigoletto«, der Hirte in »Tristan und Isolde«,  der Augustin Moser in »Die Meistersinger von Nürnberg«, der königliche Herold in Verdis »Don Carlos«, der Alcindoro in »La Bohème«, der Ruiz im »Troubadour«, der Dr. Blind in der »Fledermaus«, der Spalanzani in »Hoffmanns Erzählungen«, der Lampenanzünder in »Manon Lescaut« von Puccini, der Pong in Puccinis »Turandot«, der Gottesnarr im »Boris Godunow«, der Gherardo in »Gianni Schicchi«, der Isèpo in »La Gioconda« von Ponchielli, der Haushofmeister in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, Prinz/Kammerdiener/Marquis in »Lulu« von A. Berg, der Spoletta in »Tosca«, der Zirkusdirektor in Smetanas »Die verkaufte Braut«, der Bassa Selim in der »Entführung aus dem Serail« und der Guillot in »Manon« von Massenet) als ein ganz unentbehrliches, verlässliches Mitglied des Ensembles, dem er auch als Pädagoge und Spracherzieher zur Verfügung stand. Er starb 2015 in New York.

Aufnahmen auf RCA (»La Bohème« von Puccini) und HMV (»Hoffmanns Erzählungen«), Nightingale (»La Fille du Régiment« von Donizetti).

 

1.8. Lili CHOOKASIAN: 95. Geburtstag

Lili CHOOKASIAN
Als Gertrude in Hänsel und Gretel

 Sie entstammte einer armenischen Familie; ihre Ausbildung erhielt sie bei Philip Manuel und bei der berühmten Sopranistin Rosa Ponselle in Baltimore. Konzertdebüt unter Bruno Walter 1953 in Chicago. 1955 Bühnendebüt an der Oper von Chicago als Adalgisa in Bellinis »Norma«. Der berühmte Dirigent Thomas Schippers engagierte sie für das Festival von Spoleto, wo sie das Solo in der Alexander Newsky-Kantate von Prokofieff sang. 1962 kam es dann zu ihrem Debüt an der Metropolitan Oper New York (Antrittsrolle: Cieca in »La Gioconda«). Hier wurde sie bis 1986 in insgesamt 291 Vorstellungen als Mamma Lucia in »Cavalleria rusticana«, als Madelon in »Andrea Chénier«, als Ulrica in Verdis »Un ballo in maschera«, als Mary in »Der fliegende Holländer«, als Teresa in Bellinis »La Sonnambula«, als Amme im »Boris Godunow«, als Marthe im »Faust« von Gounod, als 1. Norn in der »Götterdämmerung«, als Maharanee in der amerikanischen Erstaufführung von G.C. Menottis Oper »The Last Savage«, als Filipjewna im »Eugen Onegin«, als Mrs. Quickly im »Falstaff« von Verdi, als Auntie im »Peter Grimes« von B. Britten, als Mutter wie als Hexe in »Hänsel und Gretel«, als Erda im Ring-Zyklus, als Azucena im »Troubadour«, als Geneviève in »Pelléas et Mélisande«, als Amneris in »Aida«, als Frugola, als Principessa und als Zita in den drei Opern des »Trittico« von Puccini, als Begbick in »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« von K. Weill, als Tod in »Le Rossignol« von Strawinski, als Stimme der Mutter in »Hoffmanns Erzählungen«, als alte Buryja in »Jenufa« von Janácek und als Gertrude in »Roméo et Juliette« von Gounod eingesetzt. Sie sang auch an der New York City Opera, u.a. 1963 in Menottis »The Medium«. 1966 gastierte sie bei der American Opera Society, ebenfalls 1966 in Montreal. 1966-67 war sie an der Oper von Philadelphia tätig. Bereits 1961 war sie am Opernhaus von Triest als Herodias in »Salome« von R. Strauss aufgetreten, 1962 am Teatro Regio Turin. Beim Spoleto Festival sang sie 1961 die Herodias, 1962 die Clarissa in Prokofieffs »L’Amour des trois oranges«. Bei den Bayreuther Festspielen sang sie 1965 die Mary in »Der fliegende Holländer« sowie die Erda, die Schwertleite und die 1. Norn im Nibelungenring. 1970 sang sie bei den Salzburger Osterfestspielen die 1. Norn in der »Götterdämmerung«. 1973 großer Erfolg an der Oper von Mexico City als Amneris. 1976 wirkte sie in Baltimore in der Uraufführung der Oper »Ines de Castro« von Thomas Pasatieri mit. Auch als Konzertsängerin war sie erfolgreich. Sie starb 2012 in Branford (Connecticut).

Schallplatten: DGG (Norn in »Götterdämmerung«), Columbia-CBS (2. Sinfonie von Gustav Mahler), BASF (9. Sinfonie von Beethoven), Candide (»Das Lied von der Erde« und »Das klagende Lied« von G. Mahler), RCA, MRF (»Roberto Devereux« von Donizetti), CBNS (»Alexander Newsky« von Prokofieff).

1.8. Ignaz Anton LADURNER: 250. Geburtstag

 Biographie des in Südtirol geborenen Komponisten auf Deutsch:

http://www.musiklexikon.ac.at/ml/musik_L/Ladurner_Brueder.xml

 

2.8. Hans HOPF: 100. Geburtstag

Hans HOPF

 Ausgebildet durch Paul Bender in München. Bühnendebüt 1936 am Bayerischen Landestheater als Pinkerton in »Madame Butterfly«. Er sang 1939-42 als lyrischer Tenor am Stadttheater von Augsburg. 1942-44 war er am Deutschen Theater in Oslo engagiert, wo er seine Ausbildung bei R. Bjarne fortsetzte. Nach dem Zweiten Weltkrieg spezialisierte er sich auf das heldische Tenorfach und war 1946-48 und 1949-50 Mitglied der Berliner Staatsoper; in der Spielzeit 1948-49 sang er an der Staatsoper von Dresden. Seit 1949 gehörte er der Staatsoper München an, war aber durch einen Gastspielvertrag zugleich mit der Wiener Staatsoper verbunden, an der er in den Jahren 1951-78 in 110 Vorstellungen als Don José in »Carmen«, als Walther von Stolzing in »Die Meistersinger von Nürnberg«, als Florestan im »Fidelio«, als italienischer Sänger im »Rosenkavalier«, als Rodolfo in »La Bohème«, als Radames in »Aida«, als Don Carlos in der gleichnamigen Verdi-Oper, als Tamino in der »Zauberflöte«, als Erik in »Der fliegende Holländer«, als Dimitrij im »Boris Godunow«, als Cavaradossi in »Tosca«, als Kaiser in der »Frau ohne Schatten«, als Bacchus in »Ariadne auf Naxos«, als Herodes in »Salome« von R. Strauss, als Siegmund in der »Walküre«, als Tristan und als Ägisth in »Elektra« von R. Strauss zu erleben war. Seit 1951 wirkte er bei den Festspielen von Bayreuth mit. Hier hörte man ihn 1951 in Beethovens 9. Symphonie, 1951-52 und 1960 als Walther von Stolzing, 1960-64 als Siegfried im Nibelungenring, 1964 auch als Froh im »Rheingold«, 1965-66 als Tannhäuser und 1966 als Parsifal. 1952-63 trat er sehr erfolgreich an der New Yorker Metropolitan Oper auf (Debüt als Walther von Stolzing); er sang hier in insgesamt 36 Vorstellungen ausschließlich Wagner-Partien (Parsifal, Lohengrin, Tannhäuser, Siegfried). Gastspiele an der Mailänder Scala (1952 mit dem Tenorsolo in Beethovens 9. Sinfonie, 1963 als Siegfried im Nibelungenring und 1974 als Herodes), an der Grand Opéra von Paris, an der Londoner Covent Garden Oper (1951-53 als Radames und als Walther von Stolzing, 1963), am Opernhaus von Zürich (1956 als Walther von Stolzing) und am Teatro Colón von Buenos Aires (1958 als Walther von Stolzing) brachten ihm, namentlich als Wagner-Sänger, bedeutende Erfolge. 1950-76 durch einen Gastspielvertrag auch mit der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg verbunden. Bei den Salzburger Festspielen von 1954 sang er den Max im »Freischütz«. Große, weltweite Karriere mit Auftritten in Genf (1956 als Bacchus), Neapel, Rom, in Amsterdam, Monte Carlo, Stockholm, Lissabon, Barcelona, Mexico City, am Bolschoi Theater Moskau, in San Francisco (1974 als Herodes), Chicago und Rio de Janeiro, auch beim Maggio Musicale Fiorentino. Eine weitere bedeutende Partie war der Otello von Verdi. Er starb 1993 in München.

Schallplatten: Urania (»Fra Diavolo«), Decca (u.a. »Der Freischütz«, »Die Frau ohne Schatten«), Columbia (»Die Meistersinger von Nürnberg«), DGG (»Don Giovanni«). BASF (»Luisa Miller« von Verdi), HMV (»Tannhäuser«), Philips (»Tiefland«) Melodram (vollständige Oper »Daphne« von R. Strauss von 1950), Rococo (»Notre Dame« von Franz Schmidt), Orfeo (»Peer Gynt« von W. Egk), Arlecchino (»Die Meistersinger von Nürnberg«, Metropolitan Oper New York, 1952), Koch/Schwann (Max im »Freischütz«, Westdeutscher Rundfunk Köln, 1955), Mercury. Ebenfalls auf Melodram Siegfried im Nibelungenring aus Bayreuth (1960), auf Cetra Opera Live Florestan in »Fidelio«, auf Hunt Records Max im »Freischütz«.

 

2.8. Arthur BLISS: 125. Geburtstag

Er studierte in Cambridge bei Cyrill Rootham und Charles Wood und am Royal College of Music bei Charles Villiers Stanford und Gustav Holst. 1921-23 unterrichtete er am Royal College of Music, dann lebte er bis 1925 in Santa Barbara. Danach lebte er als Komponist in London, wo er 1975 starb. Nach seinem Studium diente Arthur Bliss im Ersten Weltkrieg an der französischen Front; er wurde in der Schlacht an der Somme verwundet und erlitt später in Cambrai eine Senfgasvergiftung. Diese Erfahrungen, wie auch der Tod seines geliebten Bruders Kennard, hinterließen einen nachhaltigen Einfluss auf Bliss Leben und Werk, der in der groß angelegten Chorsinfonie Morning Heroes für Bariton, Chor und Orchester aus dem Jahr 1930 gipfelte. Nach seiner Rückkehr nach London profilierte sich Bliss jedoch zunächst mit experimentellen Werken wie Madam Noy (1918), Conversations (1920) und Rout (1920), allesamt kürzere Stücke für kleines Ensemble, in denen Bliss neueste kompositorische Trends vom Kontinent aufgriff. Besonders prägend wirkte auf ihn (wie auch auf andere britische Komponisten jener Tage, z.B. Percy Grainger und Constant Lambert) das Vorbild von Igor Strawinskys epochalem Ballett Petruschka, das 1913 von den Ballets Russes zum ersten Mal in London präsentiert worden war. In dem Orchesterwerk Mêlée fantasque von 1921 ist dieser Einfluss besonders deutlich zu hören. Bliss interessierte sich auch sehr für die Arbeiten der französischen Gruppe Les Six um Arthur Honegger und Darius Milhaud. Kurze Zeit später jedoch wandte er sich von der Avantgarde ab und einem stärker national beeinflussten spätromantischen Stil zu, der Elemente der Musik Edward Elgars aufgriff. Bliss‘ bekanntestes Werk ist die etwa halbstündige A Colour Symphony (1922), in der er, angeregt durch ein Werk über Heraldik, die vier Farben eines Wappens beschreibt: im ersten Satz „Purpur, die Farbe des Amethysts, des Prunks, der Königlichkeit und der Todes“, im zweiten Satz „Rot, die Farbe der Rubine, des Weines, der Festlichkeit, der Hochöfen, der Mutes und der Magie“, im dritten Satz „Blau, die Farbe der Saphire, des tiefen Wassers, des Himmels, der Ehrlichkeit und der Melancholie“ und im vierten Satz „Grün, die Farbe der Smaragde, der Hoffnung, der Jugend, der Freude, des Frühlings und des Sieges“. Die Colour Symphony ist ein Werk des Übergangs und mischt auf interessante Weise Elemente der Musik Elgars mit jener Strawinskys. Wichtige konzertante Werke sind das Klavierkonzert von 1939 (uraufgeführt von dem berühmten Virtuosen Solomon aus Anlass der New Yorker Weltausstellung), das Violinkonzert (1955, für Alfredo Campoli) und schließlich das Cellokonzert für Mstislav Rostropovitch (1970, uraufgeführt unter Leitung von Benjamin Britten). Daneben komponierte Bliss mehrere abendfüllende Ballette wie Checkmate (1937, mit Schachfiguren als handelnden Personen), Miracle in the Gorbals (1944, dessen Sujet sicher von Béla Bartóks Der wunderbare Mandarin beeinflusst wurde) und Adam Zero (1946), das den Zyklus eines Menschenlebens von der Wiege bis zur Bahre zum Thema hat. 1936 erhielt Bliss den Auftrag, die Hintergrundmusik zu William Cameron Menzies aufwändiger H. G. Wells-Verfilmung Was kommen wird (Things to Come) zu komponieren. Bis dahin bestanden Filmmusiken in Großbritannien meist aus versatzstückartig zusammengestellten Klassikkompilationen oder anspruchslosen Partituren, verfasst von mäßig talentierten Arrangeuren (z.B. der Musik zu Alfred Hitchcocks Klassiker Die 39 Stufen). Bliss hingegen widmete sich mit aller Kraft der Musik zu Things to Come, wobei er insofern privilegiert war, als er die Partitur vor Fertigstellung des Streifens schreiben durfte. Things to Come wurde noch vor der Premiere des Films für die Schallplatte aufgenommen; sein enormer Erfolg bei der Kritik und Hörern wertete das Bild der Filmmusik in England und international nachhaltig auf, und so folgten Bliss Kollegen wie Ralph Vaughan Williams, John Ireland, Arnold Bax und William Alwyn in der Komposition anspruchsvoller Filmpartituren. In den folgenden Jahren schrieb Bliss eine ganze Reihe weiterer Filmmusiken, konnte jedoch weder mit Conquest of the Air (1940), Men of Two Worlds (1946) noch mit Seven Waves Away (1957) an den Erfolg von Things to Come anknüpfen. Seine bereits fertige Partitur zu Gabriel Pascals verschwenderischer George Bernard Shaw-Verfilmung Caesar and Cleopatra (1945) wurde gar vom Regisseur abgelehnt, woraufhin Bliss von dem Auftrag zurücktrat und durch Georges Auric, ein früheres Mitglied der Les Six, ersetzt wurde. Bliss verloren geglaubte Partitur wurde vor einigen Jahren neu eingerichtet und aufgenommen. 1941 wurde Bliss musikalischer Direktor der Klassikabteilung der British Broadcasting Corporation, wo er das beliebte Programm Composer of the Week einführte, das bis heute in ähnlicher Form ausgestrahlt wird. 1950 in den Adelsstand erhoben, ernannte man Bliss 1953 (nach dem Tod seines Vorgängers Bax) zum Master of the Quuen’s Music, in welcher Funktion er für alle höfischen Musikangelegenheiten zuständig wurde und Märsche, Fanfaren etc. zu öffentlichen Anlässen beizutragen hatte (z.B. die Fanfare zur Amtseinsetzung des Prince of Wales Charles im Jahr 1969). Der Avantgarde nach dem Zweiten Weltkrieg entfremdet und durch offizielle Aufgaben in Anspruch genommen, komponierte Bliss in den letzten eineinhalb Jahrzehnten seines Lebens immer weniger. Das letzte Werk, Spirit of the Age, stammt aus seinem Todesjahr 1975. Zum Zeitpunkt seines Todes war Bliss früherer Ruhm verblasst, seine Werke wurden kaum mehr aufgeführt. Dies änderte sich erst im Zuge der – z.T. mehrfachen – Einspielung aller wichtigen Werke für Schallplatte und Compact Disc. Vor allem die Colour Symphony ist seitdem im normalen Konzertbetrieb gelegentlich wieder zu hören. Seine Handschriften und sein privates Archiv sind in der Cambridge University Library gelagert.

 

2.8. Adèle-Louise GUICHARD: 200. Geburtstag

 Ihre Ausbildung erfolgte am Conservatoire National de Paris, und nach ersten Auftritten an kleineren Theatern wurde sie für die Saison 1840-41 an die Pariser Opéra-Comique berufen. Von hier ging sie an das Théâtre de la Monnaie Brüssel, sang dann in der zweiten Hälfte der vierziger Jahre an der Grand Opéra Paris und war 1851-53 am Pariser Théâtre Lyrique engagiert. Dort wirkte sie in mehreren Uraufführungen von Opern mit, so 1851 in »La Perle du Brésil« von Félicien David (als Comtesse de Cavallos) und 1853 in »Le Roi des Halles« von A. Adam (als Marielle). Danach trat sie bis gegen Ende der fünfziger Jahre an französischen und belgischen Bühnen auf, war aber als Gast auch in London zu hören. In ihrem Repertoire für die Bühne fanden sich viele weitere Rollen aus damals oft gespielten Opern wie die Julie in »Les Rendez-Vous Bourgeois« von Isouard, die Marton in »Ma Tante Aurore« von Boieldieu, die Madeleine im »Postillon de Lonjumeau« von A. Adam, die Jeanneton in »Le Roi d’Yvetot«, ebenfalls von Adam, und die Amélie in »Les Visitandines« von François Devienne. Sie starb 1878 in Paris.

 

3.8. Marcel HUYLBROCK: 85. Geburtstag

 Er war Absolvent des Conservatoire National Paris. 1953 debütierte er am Opernhaus von Casablanca als Don José in »Carmen«. Im folgenden Jahr 1954 wurde er an die Grand Opéra Paris verpflichtet, seit Ende der fünfziger Jahre wurde er auch Mitglied der Opéra-Comique Paris. Bis etwa 1970 ist er an diesen beiden großen Opernhäusern der französischen Metropole erfolgreich aufgetreten. Seit 1962 gastierte er oft an der Opéra du Rhin Straßburg, 1964 am Opernhaus von Marseille, 1966 in Toulouse, 1966 und 1968 an der Oper von Bordeaux. 1965 wirkte er am Opernhaus von Rouen in der Uraufführung der Oper »La Princesse de Clèves« von Jean Françaix in der Rolle des de Nemours mit. Er gastierte regelmäßig an den führenden belgischen Operntheatern wie auch in Holland. Von den Partien, die er auf der Bühne gesungen hat, verdienen sein Roméo in »Roméo et Juliette« von Gounod, sein Mylio in »Le Roi d’Ys« von Lalo, sein Énée in »Les Troyens« von Berlioz, sein Titelheld in Verdis »Don Carlos«, sein Hermann in »Pique Dame« von Tschaikowsky, sein Cavaradossi in »Tosca«, sein Werther von Massenet, sein Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, sein Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen«, sein Gérald in »Lakmé« von Delibes und sein Peter Grimes in der Oper gleichen Namens von Benjamin Britten Erwähnung. Neben seinem Wirken auf der Bühne war er ein angesehener Konzertsänger.

Schallplatten: Decca (Arien-Aufnahmen), Charlin Disques (»Les Béatitudes« von César Franck).

 

4.8. Carlos Julio RAMIREZ: 100. Geburtstag

Carlos Julio Ramirez

Er debütierte in seiner Heimat Kolumbien am Teatro Coló der Landeshauptstadt Bogotà. 1937 gastierte er erstmals am Teatro Colón Buenos Aires und kam dort wie auch am Opernhaus von Mexico City seitdem zu einer erfolgreichen Karriere. Er bereiste 1939-40 mit der San Carlo Opera Company die USA. 1940-41 nahm er an der USA-Tournee von Charles L. Wagners Einstudierung der Rossini-Oper »Der Barbier von Sevilla« teil, wobei ihm seine Gestaltung der Titelpartie in dieser Oper große Erfolge brachte. Er trat danach in Hollywood in zwei Musicals auf, sang dann wiederum an der Oper von Mexico City. Seine weitere Karriere entsprach jedoch nicht deren vielversprechendem Beginn. Er wirkte in Hollywood in mehreren Musikfilmen mit. Zu seinen wichtigsten Bühnenrollen gehörten der Renato in Verdis »Un ballo in maschera« und der Graf Luna im »Troubadour«. Er starb 1986 in Miami (Florida).

1941 wurde eine (abgekürzte) Aufnahme des »Barbiers von Sevilla« auf Victor produziert mit Hilde Reggiani und Bruno Landi in den weiteren Hauptrollen und Carlos Ramirez als Figaro. Etwa gleichzeitig wurden einige mexikanische Lieder herausgegeben.

 

7.8. Gail ROBINSON: 70. Geburtstag

Gail ROBINSON

 Sie war an der Memphis State University Schülerin von Frau Norvell Taylor, in New York von Robley Lawson. 1967 gewann sie den Gesangwettbewerb Auditions of the Air der Metropolitan Oper New York. 1967 erfolgte ihr Debüt bei der Memphis Opera als Titelheldin in »Lucia di Lammermoor« von Donizetti. Bereits 1967 sang sie in der St. George’s School in Newport (Rhode Island) in einer Aufführung der New Yorker Metropolitan Oper in der amerikanischen Erstaufführung der Oper »The Happy Prince« von Williamson die Swallow. Ihr offizielles Debüt an der Metropolitan Oper erfolgte 1970 als eine der Knaben in der »Zauberflöte« (übrigens als Partnerin von Frederica von Stade, die ebenfalls an diesem Abend ihr Debüt an der Metropolitan Oper als einer der Knaben gab). Sie hatte dann bis 1987 eine erfolgreiche Karriere an diesem Opernhaus, an dem sie während 18 Spielzeiten in insgesamt 216 Vorstellungen zu hören war. Sie sang an der Metropolitan Oper u.a. die Annina in »La Traviata«, die Barbarina in »Le nozze di Figaro«, die Papagena wie die Pamina in der »Zauberflöte«, die Lucia di Lammermoor, den Amor in »Orfeo ed Euridice« von Gluck, die Rosina im »Barbier von Sevilla«, die Sophie im »Werther« von Massenet, die Gilda im »Rigoletto«, den Pagen Oscar in Verdis »Un ballo in maschera«, die Norina im »Don Pasquale«, die Konstanze in der »Entführung aus dem Serail«, die Gretel in »Hänsel und Gretel«, die Adina in »L’Elisir d’amore«, die Prinzessin in »L’Enfant et les sortilèges« von Ravel, die Ilia in »Idomeneo« von Mozart, die Blanche in »Dialogues des Carmélites« von Fr. Poulenc, die Almirena in »Rinaldo« von Händel, die Garsenda in »Francesca da Rimini« von Zandonai, die Servilia in »La clemenza di Tito« von Mozart, die Sophie im »Rosenkavalier«, die Juliette in »Roméo et Juliette« von Gounod und das Echo in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss. Auch an den Opern von Chicago, San Antonio, Philadelphia und New Orleans, bei der Omaha Opera Company und bei der Kentucky Opera trat sie gastweise auf. In Europa absolvierte sie Gastspiele an der Hamburger Staatsoper, am Grand Théâtre Genf (1974 Romilda in »Xerxes« von Händel), an der Deutschen Oper Berlin, an den Staatsopern von Berlin (1977) und München und bei den Festspielen von Herrenhausen, wo sie 1977 die Romilda übernahm. Als begabte Koloratrice erwies sie sich in weiteren Partien wie der Zerline im »Don Giovanni«, der Fiordiligi in »Così fan tutte«, der Amina in Bellinis »La Sonnambula«, der Marie in »La Fille du Régiment«, der Leila in »Les pêcheurs de perles« von Bizet und der Lucy in Menottis »The Telephone«. Erfolgreiches Wirken auch im Konzertbereich. Seit 1990 Direktorin des Young Artist Development Program der New Yorker Metropolitan Oper. Sie starb 2008 in Lexington (KY).

Schallplatten: Ariola.

 

7.8. Harlan FOSS: 75. Geburtstag

 Der amerikanische Bariton absolvierte die Universität von Südflorida. Er sang viele Jahre an der New York City Opera und an der Santa Diego Opera sowie bei anderen amerikanischen Operngesellschaften. Er war vor allem berühmt für die Mitwirkung in zeitgenössischen Opern. Er gestaltete Abraham Lincoln in Roberts Wilsons Civil War. Er starb 1991 in North Myrtle Beach (SC).

 

8.8. Maria CARENA: 125. Geburtstag
Märta_Petrini,

Ausgebildet durch Virginia Ferni-Germano in Turin, Debüt 1917 am Teatro Chiarella in Turin als Leonore im »Troubadour«. Sie sang dann am Teatro Costanzi in Rom (1919 die Aida), am Teatro San Carlo in Neapel und am Teatro Lirico in Mailand. 1919 gastierte sie am Teatro Coliseo von Buenos Aires, 1920 am Teatro San Carlos von Lissabon, 1920-21 am Teatro Real von Madrid, hier u.a. als Partnerin von Giacomo Lauri-Volpi. 1920 wirkte sie in der Uraufführung der Oper »Uomo che ride« von Arrigo Pedrollo am Teatro Dal Verme in Mailand mit. Im Januar 1922 debütierte sie an der Mailänder Scala als Titelheldin in Puccinis »Suor Angelica«. In der Saison 1922-23 hörte man sie dort als Elsa im »Lohengrin« und als Isabella in »Cristoforo Colombo« von Franchetti. Bis 1932 blieb sie jetzt eine gefeierte Primadonna der Scala. Dort sang sie 1924, alternierend mit Rosa Raisa, die Asteria in den ersten Aufführungen von Boitos nachgelassener Oper »Nerone« 1925 begeisterte sie das Publikum der Scala als Amelia in Verdis »Un ballo in maschera« und trat im gleichen Jahr an der Oper von Santiago de Chile auf. 1920 nahm sie am Teatro Comunale Bologna an der Uraufführung der Oper »Nemici« von Guerrini teil. 1922 und 1931-32 gastierte sie am Teatro Carlo Felice Genua, 1920-21 und 1924 am Teatro Comunale Bologna, in den Jahren 1926-36 immer wieder am Teatro Regio Turin. 1927 erregte sie am Teatro San Carlo Neapel durch ihre Gestaltung der Giulia in »La Vestale« von Spontini (seitdem ihre besondere Glanzrolle) und der Valentine in Meyerbeers »Hugenotten« Aufsehen. 1932 feierte man sie am Teatro Costanzi von Rom abermals als Giulia in »La Vestale«. 1930 sang sie bei den Festspielen in der Arena von Verona die Elsa. Noch 1940 ist sie in Rom aufgetreten. Von ihren großen Bühnenrollen seien die Giselda in Verdis »I Lombardi«, die Titelrolle in »Loreley« von Catalani, die Elena in »Mefistofele« von Boito, die Santuzza in »Cavalleria rusticana«, die Tosca und die Katiusha in »Risurrezione« von Alfano angeführt. Sie starb 1966 in Turin.

Akustische Aufnahmen auf Fonotipia (u.a. ein Duett mit Luisa Bertana); elektrische Aufnahmen: vollständiger »Troubadour« auf HMV mit Aureliano Pertile und Apollo Granforte, dazu eine Fonotipia-Platte.

 

8.8. Adolf BUSCH: 125. Geburtstag

Der Sohn des Instrumentenbauers Wilhelm Busch studierte in Köln bei Willy Hess und bei Bram Eldering Violine, Kompositionsunterricht erhielt er bei Fritz Steinbach. Neben dieser Ausbildung am Kölner Konservatorium erhielt er seit 1908 noch Kompositionsunterricht vom Bonner Musikdirektor Hugo Grüters. 1912 wurde er Konzertmeister in Wien und erhielt 1918 eine Professur an der Musikhochschule in Berlin. Dort gründete er das weltberühmte Busch-Quartett. Duo-Partner war unter anderen Rudolf Serkin. Er war Solist unter den großen Dirigenten wie Arturo Toscanini, Bruno Walter, Wilhelm Furtwängler, Adrian Boult und John Barbirolli. Aus Protest gegen die Berufung des Komponisten Franz Schreker als Leiter der Musikhochschule war er 1922 demissioniert und erst nach Darmstadt, 1927 nach Basel gezogen, wo er unter anderem auch Lehrer von Yehudi Menuhin war. Bis 1939 arbeitete er in Basel, wo er sein eigenes Kammerorchester gründete. In England gründete er 1936 die Busch Players. Busch war ein Gegner der Nationalsozialisten, und als diese versuchten ihn zurückzugewinnen, meinte er, dass er „mit Freuden an dem Tag zurückkehren“ werde, da „Hitler, Goebbels und Göring öffentlich gehängt“ würden. 1933-49 trat er fortan nicht mehr in Deutschland auf. 1939 emigrierte er in die USA, wo er sich bald bei Rudolf Serkin, der 1935 seine Tochter Irene geheiratet hatte, in Guilford bei Brattleboro (Vermont) niederließ. Schon bald bildeten sie zusammen mit seinem Bruder Hermann Busch das „Busch-Serkin-Trio“. Er entfaltete dort eine reiche künstlerische und pädagogische Tätigkeit. Ebenfalls mit Serkin gründete er das 1951 Marlboro Music Festival, das in Marlboro, Vermont, stattfindet. Adolf Busch 1952 in Guildford, Vermont. Er war der Bruder des Dirigenten Fritz Busch, des Cellisten Hermann Busch, des Schauspielers Willi Busch sowie des Pianisten Heinrich Busch.

Obwohl vorrangig als Interpret berühmt, war Busch auch ein produktiver Komponist spätromantischer Prägung, der stilistisch Johannes Brahms, Max Reger und Othmar Schoeck nahestand. Den Kern seines Schaffens bilden Kammermusikwerke, dazu treten Orchesterwerke, Chorsinfonik, Klavier- und Orgelstücke sowie Lieder.

 

9.8. Ursula BRÖMME: 85. Geburtstag
Ursula BRÖMME

 Gesangstudium bei dem Pädagogen K. Wichmann in Halle. Sie debütierte 1953 als Altistin am Stadttheater von Stralsund in der Rolle der Emilia in Verdis »Otello«. 1955-59 kam sie an das Theater von Meiningen (Thüringen), wo sie den Übergang ins Sopranfach vollzog. Seit 1959 als erste Sopranistin am Opernhaus von Leipzig verpflichtet. Sie trat dort in Aufgaben wie der Leonore im »Fidelio«, der Carmen, der Amelia im »Maskenball« von Verdi, der Aida, der Senta in »Der fliegende Holländer«, der Elisabeth im »Tannhäuser«, der Eva in »Die Meistersinger von Nürnberg«, dem Adriano in Wagners »Rienzi«, der Titelfigur in Tschaikowskys »Jungfrau von Orléans«, der Salome in der gleichnamigen Richard Strauss-Oper, der Färbersfrau in der »Frau ohne Schatten«, der Titelheldin in Janáceks »Jenufa« und der Katarina Ismailowa (»Lady Macbeth von Mzensk«) in der gleichnamigen Oper von Schostakowitsch auf. 1969 wirkte sie in Leipzig in der Uraufführung von R. Hanells »Griechischer Hochzeit« mit. Erfolgreiche Gastspiele in den sechziger Jahren an den Staatsopern von Dresden und München und an der Nationaloper Budapest. Große Darstellerin. Sie starb im Jahr 2000.

Eterna-Schallplattenaufnahmen.

 

9.8. Jeanne-Éléonore PAULIN: 150. Geburtstag

 Sie studierte am Conservatoire National de Paris. 1890 debütierte sie an der Oper von Monte Carlo als Berthe in »Le Voyage en Chine« von F. Bazin. In der Saison 1890-91 war sie am Théâtre de la Monnaie Brüssel anzutreffen, wohin sie nach der folgenden Spielzeit, die sie am Theater von Cannes verbrachte, für die Jahre 1892-94 zurückkehrte. Danach wirkte sie am Théâtre de la Haye im Haag, wo sie den Siebel im »Faust« von Gounod, den Pagen Urbain in Meyerbeers »Hugenotten«, die Lola in »Cavalleria rusticana«, die Nedda im »Bajazzo« und die Titelrolle in »Mignon« von A. Thomas sang, dann 1895 an den Folies-Dramatiques Paris und an den Opern von Lyon und Antwerpen. 1902 kam sie wieder nach Brüssel und blieb jetzt bis 1913 dort am Théâtre de la Monnaie im Engagement. Hier sang sie u.a. 1907 in der ersten Aufführung von Smetanas »Die verkaufte Braut« in französischer Sprache die Hata (Agnes) und in den Erstaufführungen der Richard Strauss-Opern »Feuersnot« (1907 die Ursula) und »Elektra« (1910). Aus ihrem Repertoire sind noch die Brigitte in »Le Domino noir« von Auber, die Jacqueline im »Le Médecin malgré lui« von Gounod, die Babet in »Le Nouveau Seigneur de Village« von Boieldieu, die Rita in »Zampa« von Hérold, die Baronin in »Chérubin« von Massenet und die Mme. Prune in »Madame Chrysanthème« von Messager zu erwähnen. Seit 1890 war sie mit dem zeitweilig an der Opéra-Comique tätigen Korrepetitor J. Archaimbaud verheiratet. (Sie ist vielleicht identisch mit der Sängerin Liesbeth Paulin, die in der Saison 1905-06 an der Londoner Covent Garden in kleineren Rollen auftrat).

 

11.8. Hermann KRUG: 150. Geburtstag

 Er war zunächst als Instrumentalmusiker in Helsinki tätig. Als er gelegentlich in einem Konzert eine Solopartie sang, fiel seine schöne Stimme auf. Er studierte darauf Gesang, vor allem bei Günzburger in Sondershausen (Thüringen). 1894-95 begann er seine Karriere mit einem Engagement am Hoftheater von Sondershausen. Hier sang er bereits Partien wie den Tannhäuser, den Siegfried im Nibelungenring, den Faust von Gounod und den Fra Diavolo in der Oper gleichen Namens von Auber. Nach einem erfolgreichen Gastspiel an der Dresdner Hofoper als Tannhäuser wurde er an dieses Opernhaus verpflichtet, dem er 1895-97 angehörte. Hier sang er u.a. den Max im »Freischütz«, den Rienzi von R. Wagner und den Aubry in »Der Vampyr« von H. Marschner, die letztgenannte Partie in einer Gala-Vorstellung zum 100. Geburtstag des Komponisten. 1897 folgte er einem Ruf an das Hoftheater von Mannheim, wo er wiederum als Wagner-Interpret (Lohengrin, Tannhäuser, Rienzi, Siegmund, Tristan) bekannt wurde und 1897 in der Uraufführung der Oper »Gernot« von Eugen d’Albert mitwirkte, doch starb er dort 1903 im Alter von nur 36 Jahren, auf dem Höhepunkt seiner Karriere stehend.

 

12.8. Samo SMERKOLJ: 95. Geburtstag

 Er wurde durch Julius Betetto und Bogo Leskovic ausgebildet. 1945 debütierte er am Opernhaus der slowenischen Hauptstadt Ljubljana als Titelheld in »Fürst Igor« von Borodin. Seine gesamte Karriere spielte sich in den folgenden Jahrzehnten an diesem Haus ab, mit dessen Ensemble er auch Gastspielreisen unternahm. Seine großen Partien auf der Bühne waren der Titelheld in »Macbeth« von Verdi, der Jago in dessen »Otello«, der Don Pizarro im »Fidelio«, der Scarpia in »Tosca«, der Eugen Onegin in der gleichnamigen Tschaikowsky-Oper und der Orest in »Elektra« von Richard Strauss. Er starb 1993 in Ljubljana.

Der auch im Konzertrepertoire geschätzte Sänger erscheint unter dem Etikett von Philips in einer vollständigen Aufnahme der Oper »Der Jahrmarkt von Sorotschinzy« von Mussorgsky.

 

12.8. Antonio CORTIS: 125. Geburtstag

Antonio_CORTIS

Seine Familie stammte aus Valencia, der eigentliche Name des Künstlers war Antonio Morton Córts. (Sein Bruder Bautista Cortis wurde ein bekannter Bariton). Musikstudium am Konservatorium von Valencia, und zwar nicht nur Gesang, sondern auch Komposition und Orchesterleitung. Debüt 1915 am Teatro Real Madrid. 1916 heiratete er Carmen Arnau. 1917 gastierte er am Teatro Colón von Buenos Aires und an der Oper von Rio de Janeiro (dort auch wieder 1921). Er sang 1917 als Antrittsrolle am Teatro Colón Buenos Aires den Beppe im »Bajazzo« (während Enrico Caruso als Canio auf der Bühne stand). Er sang dann in Italien u.a. an den Theatern von Triest, Terni und Bari. Zunächst übernahm er zumeist nur kleinere Rollen, konnte aber dann seit 1920 in großen Partien hervortreten, so seit 1920 am Teatro Costanzi von Rom (Debüt als Canio im »Bajazzo«). Dort sang er bis 1923 den Don José in »Carmen«, den Dick Johnson in Puccinis »La Fanciulla del West«, den Radames in »Aida« und den Dimitrij im »Boris Godunow«, dann auch den Walther von Stolzing in »Die Meistersinger von Nürnberg«, den Luigi in »Il Tabarro« von Puccini und den Faust in »La damnation de Faust« von Berlioz. Am Teatro Costanzi wirkte er 1921 in der Uraufführung der Oper »Anima Allegra« von Franco Vittadini, 1923 in der Uraufführung der Oper »I Compagnacci« von Primo Riccitelli mit. 1924 kam er an die Oper von Chicago, wo er als Radames debütierte. In Chicago hatte er einen sensationellen Erfolg in der Premiere von Giordanos »La cena delle beffe« und blieb dort bis 1932. In der Saison 1925-26 hörte man ihn an der San Francisco Opera als Radames, als Pedro in »Anima Allegra« von Vittadini, als Rodolfo in »La Bohème«, als des Grieux in »Manon Lescaut« von Puccini und als Cavaradossi in »Tosca«. Er sang an der Londoner Covent Garden Oper (1931 Kalaf in »Turandot« von Puccini), aber auch an der Mailänder Scala (1931 den Dick Johnson) und an anderen großen italienischen Bühnen. 1927 wirkte er bei den Festspielen von Verona als Radames mit. 1934 sang er an der Oper von Monte Carlo den Gennaro in »I gioielli della Madonna« von E. Wolf-Ferrari. Gegen Ende seiner Karriere ist er hauptsächlich an spanischen Theatern aufgetreten. Er lebte dann als Komponist und Pädagoge in seiner spanischen Heimat. Während des spanischen Bürgerkriegs geriet der inzwischen 45jährige Tenor, der sich nach Valencia zurückgezogen hatte, in große finanzielle Schwierigkeiten, da sein Besitz teilweise beschlagnahmt wurde. Er nahm, soweit dies möglich war, seine Karriere wieder auf und gab in Barcelona Gesangsunterricht. 1947 sang er nochmals am Teatro Tivoli in Barcelona den Cavaradossi und den Don José. Letztmalig erschien er 1950 in Zaragoza als Cavaradossi auf der Bühne. Er starb 1952 in Denia bei Valencia. – Strahlende Tenorstimme von metallischem Glanz in den hohen und höchsten Lagen, besonders als Puccini-Interpret gerühmt.

Lit: F. Vercher-Grau: »Antonio Cortis, il piccolo Caruso« (Valencia, 1989).

Schallplatten: Parlophon, Victor, HMV.

 

13.8. Helmut GRITZKA: 90. Geburtstag

Nach seinem Studium, das in Berlin stattfand, war er zuerst an der Staatsoper und an der Komischen Oper Berlin tätig. 1955 gewann er einen internationalen Gesangwettbewerb in Moskau, 1956 kam er als erster Bariton an das Stadttheater von Erfurt. Früh machte sich bei ihm eine schwere, unheilbare Krankheit bemerkbar. 1960 trat er der holländischen Operngesellschaft Forum in Enschede bei, wo er noch bis unmittelbar vor seinem Tod auftrat. Sein Repertoire für die Bühne hatte seine Höhepunkte in Partien wie dem Escamillo in »Carmen«, dem Marcel in »La Bohème«, dem Rigoletto, dem Wolfram im »Tannhäuser« und dem Telramund im »Lohengrin«. Er starb 1962 in Enschede (Holland).

Schallplatten: Telramund in vollständiger »Lohengrin«-Aufnahme, aus der jedoch nur ein Querschnitt veröffentlicht wurde.

 

14.8. Giorgio STREHLER: 95. Geburtstag

Er ist der Sohn eines Österreichers und einer slawischen Mutter, seine Großmutter war Französin. Strehler lebte während des Zweiten Weltkriegs in der Emigration in der Schweiz. Dort begann er mit dem Theater. Er gründete in Genf mit anderen Exilanten aus verschiedensten Ländern die Theatergruppe Compagnie des Masques. Seine erste Inszenierung als Regisseur war Mord im Dom von T.S. Eliot und die zweite Caligula, ein mäßiges Debütstück von Albert Camus. Beide Inszenierungen entstanden noch in der Schweiz. Nach dem Krieg ging er zurück nach Italien und fuhr mit seiner Theaterarbeit fort. Seine erste Inszenierung in Italien war Trauer muss Elektra tragen von Eugene O’Neill. Seine ersten Arbeiten sind geprägt vom Neo-Realismus des italienischen Films, vor allem durch die Filme von Roberto Rossellini und Vittorio De Sica. Zum zehnten Todestag von Maxim Gorki inszeniert Strehler als freie Produktion Die Kleinbürger. Die Schauspielertruppe wurde organisiert von Paolo Grassi und bildete wenig später den Kern für die Gründung des Piccolo Teatro. Es war das erste ständige Sprechtheater in Italien. Bereits Mitte der 1950er Jahre bereiste das Ensemble ganz Europa und entwickelte sich zum kulturellen Exportschlager Italiens. Vor allem Strehlers Beschäftigung mit der Commedia dell’Arte wurde als beispielhaft angesehen. Seine Inszenierung von Carlo Goldonis Diener zweier Herren gilt als eines der theatralischen Meisterwerke des 20. Jahrhunderts und wird bis heute regelmäßig am Piccolo Teatro wiederaufgenommen. Dieser Erfolg wurde nur möglich durch die Zusammenarbeit mit Amleto Sartori, einem Bildhauer, der sich von da an ganz der Fertigung der Theatermaske widmete, und Strehlers Forschen nach den besonderen „Bewegungen“ der Commedia dell’arte. Seit den späten 1950er Jahren arbeitete Strehler vorwiegend mit dem Bühnen- und Kostümbildner Luciano Damiani zusammen. Diesem Team gelangen international gefeierte Inszenierungen, etwa 1963 Bertolt Brechts Leben des Galilei oder 1964 Carlo Goldonis Le baruffe chiozzote) (Viel Lärm in Chiozza). Ende der 1960er kam es zu künstlerischen Differenzen, weswegen Strehler nun verstärkt auf Damianis Schüler Ezio Frigerio zurückgriff, der als ständiger Partner vor allem in den späten Jahren fungierte. Strehler inszenierte in vielen Theatern Europas. Für die Salzburger Festspiele erarbeitete er 1973 in der Felsenreitschule eine mit Das Spiel der Mächtigen betitelte Version von William Shakespeares Königsdramen (mit Andrea Jonasson, Michael Heltau, Will Quadflieg u. a.). Am Wiener Burgtheater erarbeitete er 1973 Carlo Goldonis Trilogie der Sommerfrische (Bühnenbild, Kostüme: Frigerio; mit Heltau, Jonasson, Susi Nicoletti u. a.) sowie 1975 erneut Das Spiel der Mächtigen. Seine Dreigroschenoper in Paris (Bühnenbild Frigerio) hatte Mitte der 1980er Jahre großen Erfolg. Mit einem internationalen Ensemble, darunter Michael Heltau als Mackie Messer, Milva als Seeräuber-Jenny, Hanna Schygulla als Polly und Yves Robert als Mr. Peachum, schuf er eine sehr positiv aufgenommene Aufführung. 1994 kehrt er noch einmal an das Burgtheater – als dessen Direktor er wiederholt im Gespräch gewesen war – zurück, um Luigi Pirandellos Die Riesen vom Berge (Bühnenbild Frigerio, Kostüme Franca Squarciapino) aufzuführen. Auch als Opernregisseur war er an allen wichtigen Opernhäusern der Welt tätig, vor allem an der Mailänder Scala, wo er bereits in den späten 1940er Jahren erstmals inszeniert hatte und wohin er immer wieder zurückkehrte. Dort gestaltete er beispielsweise 1971 Giuseppe Verdis Simon Boccanegra in einer von Kritik und Publikum heftig akklamierten Inszenierung (Bühnenbild, Kostüme: Frigerio; Dirigent Claudio Abbado), 1975 Verdis Macbeth (Bühnenbild, Kostüme: Damiani; Dirigent Abbado) oder 1980 Wolfgang Amadeus Mozarts Le nozze di Figaro (Bühnenbild: Frigerio, Kostüme Squarciapino; Dirigent Riccardo Muti). Der große internationale Durchbruch als Operninszenator fand jedoch 1965 bei den Salzburger Festspielen mit einer sehr bald als Maßstab setzend eingeschätzten Gestaltung von Mozarts Die Entführung aus dem Serail statt (Bühnenbild, Kostüme: Damiani; Dirigent Zubin Mehta; mit Fritz Wunderlich, Anneliese Rothenberger, Fernando Corena und Michael Heltau als Bassa Selim). 1974 führte er in Salzburg bei Mozarts Die Zauberflöte Regie (Bühnenbild, Kostüme: Damiani; Dirigent Herbert von Karajan), die jedoch weniger glücklich ausfiel, nicht zuletzt aus musikalischen Gründen und wegen der enormen Dimensionen des Großen Festspielhauses. Im Streit vor allem mit Karajan beendete Strehler deshalb seine Zusammenarbeit mit den Festspielen, mit denen er eine intensive Kooperation geplant hatte (u. a. eine Inszenierung von Mozarts Don Giovanni). Spätere Versuche, Strehler wieder nach Salzburg zu bringen, scheiterten. Seinen nun schon legendären Simon Boccanegra brachte Strehler 1978 nach Paris, und an der Wiener Staatsoper widmete er sich 1984 dieser Verdi-Oper ein letztes Mal. Strehler unterrichtete auch am Max-Reinhardt-Seminar in Wien als Gastdozent. Strehler starb Weihnachten 1997 an einem Herzinfarkt in Lugano. Seine letzte geplante Inszenierung, Mozarts Così fan tutte konnte er nicht mehr vollenden, es blieb bei insgesamt elf Probentagen. Die Aufführung wurde von Strehlers Mitarbeitern (u. a. Bühnenbildner Frigerio) fertig gestellt. Strehler war mit der deutschen Schauspielerin Andrea Jonasson verheiratet. In den Jahren 1983 und 1984 war Strehler, nachdem er für Bettino Craxi nachgerückt war, Mitglied des Europäischen Parlaments. 1987 wurde er in den Senato della Rupubblica gewählt.

 

14.8. Albino MARONE: 125. Geburtstag

Albino MARONE als Mefistofele
Als Mefistofele

Er wurde 1911 Chorist am Teatro Regio Turin und dann durch Pia Rocca und durch Maestro Boglione zum Solisten ausgebildet. Er debütierte (wahrscheinlich) 1920 am Teatro Regio Turin als Hans Foltz in »Die Meistersinger von Nürnberg« und sang dort in der Saison 1921-22 den König in »Aida« und den Gualtiero in »I Puritani« von Bellini, 1923 den Angelotti in »Tosca«, 1923 am Teatro Sociale Mantua den Sparafucile im »Rigoletto« und den Raimondo in »Lucia di Lammermoor«, am Teatro Petruzzelli in Bari in der Oper »Dejanice« von Catalani, 1923 auch am Teatro Paganini in Genua. Einen ersten großen Erfolg hatte er, als er unter dem berühmten Dirigenten Tullio Serafin den Pogner in »Die Meistersinger von Nürnberg« sang. An der Mailänder Scala debütierte er 1926 als Großinquisitor im »Don Carlos« von Verdi und sang dort 1928-29 den König in »Aida«, 1929-30 den Commendatore im »Don Giovanni« und den Pater Guardian in Verdis »La forza del destino«.  Er nahm 1929 an den Scala-Gastspielen in Wien und Berlin teil, die zu einem großen Triumph für Arturo Toscanini wie für das Ensemble wurden. Albino Marone sang dabei in »Aida« wie im »Rigoletto« von Verdi. 1931 gastierte er am Teatro Massimo Palermo als Oroveso in »Norma« (mit Gina Cigna in der Titelrolle), als Pimen im »Boris Godunow« und als König Marke in »Tristan und Isolde«. 1936 hörte man ihn am Teatro Comunale Bologna als König in »Aida« und als Hunding in der »Walküre«, 1938 am Opernhaus von Rio de Janeiro, 1940 am Teatro Municipale Piacenza als Pater Guardian. Er bereiste auch Frankreich, die Schweiz, Ungarn, Ägypten, Spanien, Portugal, Griechenland, Nord- und Südamerika. In der zweiten Hälfte seiner Karriere trat er viel am Italienischen Rundfunk EIAR Rom und Turin auf; fast alljährlich war er in Südamerika anzutreffen, wo man ihn besonders schätzte. Die Ereignisse des Zweiten Weltkrieges veranlassten ihn, in seiner italienischen Heimat zu bleiben, wo er sich in Turin als Hunding von seinem Publikum verabschiedete. Auch als Konzertbassist kam er zu hohem Ansehen; so nahm er 1925 an einem Gala-Konzert vor den Delegierten des Genfer Völkerbunds teil und wurde von dem italienischen Minister Scialoia danach mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. Er starb 1962 in Alfiano Natta bei Alessandria.

Schallplatten: Zwei Ensembleszenen aus »Wilhelm Tell« und aus »Un ballo in maschera« auf Odeon (um 1930); vollständige Aufnahmen von Monteverdis »L‘Orfeo« auf HMV (etwa 1938, als Caronte und Plutone).

 

15.8. Rita SHANE: 80. Geburtstag

Rita SHANE

Sie erhielt ihre Ausbildung durch Beverley Peck Johnson und Herbert Bliss in New York. Sie studierte auch am Barnard College New York und 1962-63 im Apprentice Program der Santa Fé Opera. 1964 kam es zu ihrem Bühnendebüt bei der Chattanooga Opera als Olympia in »Hoffmanns Erzählungen«. Sie hatte bald eine große Karriere in ihrer nordamerikanischen Heimat und trat dort an den Opern von Chicago, Baltimore, Philadelphia, San Diego, Santa Fé und an der City Opera New York (Antrittsrolle: Donna Elvira im »Don Giovanni«, bereits 1965) auf. Dort sang sie auch 1979 in der Uraufführung von »Miss Havisham’s Fire« von Dominick Argento. 1973 wurde sie Mitglied der Metropolitan Oper New York, an der sie als Königin der Nacht in der »Zauberflöte« debütierte und bis 1982 in insgesamt 72 Vorstellungen auch die Musetta in »La Bohème«, den Pagen Oscar in Verdis »Un ballo in maschera«, die Pamira in Rossinis »Le siège de Corinthe«, die Traviata, die Lucia di Lammermoor, die Berthe in »Le Prophète« von Meyerbeer und die Gilda im »Rigoletto« sang. Große internationale Erfolge brachten ihr Gastspiele im Wiener Konzerthaus (1971 als Marguerite de Valois in einer konzertanten Aufführung der »Hugenotten« von Meyerbeer), an den Staatsopern von Wien (1973 als Königin der Nacht und als Konstanze in der »Entführung aus dem Serail«) und München, an der Mailänder Scala (1970 als Fiakermilli in »Arabella« von R. Strauss), an der Niederländischen Oper Amsterdam, an der Opéra du Rhin Straßburg und am Opernhaus von Genf (1971 Titelfigur in »Lulu« von A. Berg). Bei den Festspielen von Salzburg trat sie 1972 in dem Monodrama »Erwartung« von A. Schönberg auf. Sie brachte eine Vielzahl von Partien aus dem klassischen Koloraturrepertoire, aber auch moderne Werke zum Vortrag. Von ihren Rollen seien weiters genannt: die Donna Anna im »Don Giovanni«, die Adina in »L‘Elisir d’amore«, die Titelfigur in Donizettis »Maria Stuarda«, die Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut«, die Fata Morgana in »Die Liebe zu den drei Orangen« von Prokofieff und die Zerbinetta in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss. Nicht weniger erfolgreich im Konzertsaal. Sie wurde als Professorin an die Eastman School of Music in Rochester berufen. Sie starb 2014 in New York.

Schallplatten: Privataufnahmen aus der Metropolitan Oper und aus der Oper von Santa Fé. Auf der Marke MRF singt sie die Marguerite de Valois in einer integralen Aufnahme der »Hugenotten« (Mitschnitt einer Aufführung in Wien, 1971).

 

16.8. Guido MAZZINI: 95. Geburtstag

 Seine Lehrer waren die Pädagogen Manfredo Polverosi und Riccardo Stracciari in Rom. Sein Debüt erfolgte 1945 am Teatro San Carlo Neapel als Silvio im »Bajazzo« von Leoncavallo. Der Künstler hatte eine lang dauernde, erfolgreiche Karriere an den ersten Opernhäusern der italienischen Halbinsel. So sang er an der Mailänder Scala (1967 einen der Boten in  »Job« von Dallapiccola), an den Opern von Rom, Bologna, Turin, Florenz, Palermo, Parma und Venedig und wirkte bei den Festspielen von Florenz, Spoleto und in den römischen Thermen des Caracalla mit. 1969, 1975, 1979-80 und 1984 trat er bei den Festspielen von Verona auf. Im Ausland gastierte er an der Wiener Staatsoper (1966-70 als Fra Melitone in »La forza del destino« und als Ping in Puccinis »Turandot«), am Théâtre de la Monnaie in Brüssel, am Teatro Liceu von Barcelona, an der Nationaloper von Sofia, in Basel, Genf und Helsinki, an der Scottish Opera (1954 als Marcello in »La Bohème«, als Belcore in »L’Elisir d’amore« und als Lescaut in »Manon« von Massenet) sowie beim Festival von Edinburgh (1972 als Herzog von Montolino in Bellinis »La Straniera« anlässlich eines Gastspiels des Teatro Massimo Palermo). Sein weit reichendes Bühnenrepertoire enthielt die klassischen Partien aus dem Bereich der italienischen und der französischen Oper, aber auch Aufgaben in slawischen, zeitgenössischen und Wagner-Opern. Davon seien besonders der Sharpless in »Madame Butterfly«, der Malatesta im »Don Pasquale«, der Michonnet in »Adriana Lecouvreur« von Cilea und der de Siriex in Giordanos »Fedora« genannt. 1995 beendete er seine Bühnenkarriere. Er starb 1996 in Rom.

Schallplattenaufnahmen auf HMV (Ping in »Turandot«), Cetra (»La Bohème« von Leoncavallo), DGG (Mesner in »Tosca«), Philips (»La Bohème« von Puccini), MRF (»Isabeau« von Mascagni), ANNA-Records (vollständige Oper »Nozze istriane« von Smareglia), Melodram (»L’Ajo nell‘ imbarazzo« von Donizetti), CBS (Gesamtaufnahme »Don Giovanni«).

 

17.8. Nicola GHIUSELEV: 80. Geburtstag

Nicola GHIUSELEV

 Er hatte zunächst die Absicht Maler zu werden und studierte sechs Jahre lang an der Kunstakademie von Sofia. Man entdeckte dann jedoch seine schöne Stimme, die durch Cristo Brambaroff in Sofia ausgebildet wurde. 1960 fand sein Bühnendebüt an der Nationaloper Sofia in der Rolle des Timur in Puccinis »Turandot« statt; bereits 1959 hatte er den Bulgarischen Nationalen Gesangwettbewerb in Sofia gewonnen, 1960 gewann er einen Concours in Prag, 1962 den Wettbewerb beim Welt-Jugendfestival in Helsinki. Mit der Bulgarischen Nationaloper gastierte er 1965 auf einer ausgedehnten Tournee in Westdeutschland, Frankreich und Holland. Er sang dabei vorwiegend Partien aus der russischen Opernliteratur. Im Dezember 1965 erfolgte dann sein Debüt an der Metropolitan Oper New York als Ramfis in »Aida«, neben dem Boris Godunow und dem König Philipp in Verdis »Don Carlos« eine seiner Glanzrollen. Er trat in den Jahren 1965-66 an der Metropolitan Oper auch als Colline in Puccinis »La Bohème«, als Commendatore im »Don Giovanni« und als Raimondo in »Lucia di Lammermoor«, dann 1991 als Warlaam im »Boris Godunow« und 1992 als Timur, insgesamt in 24 Vorstellungen auf. 1968 war er zu Gast an der Berliner Staatsoper, 1968 (und nochmals 1987) sang er an der Grand Opéra Paris den König Philipp, 1979 an der Oper von Monte Carlo die gleiche Partie, 1981 dort auch den Mephisto im »Faust« von Gounod. In den Jahren 1970-91 war er häufig an der Wiener Staatsoper zu hören, als Mephisto im »Faust« von Gounod, als König Philipp, als Banquo in Verdis »Macbeth«, als Kreon in »Medea« von Cherubini, als Pater Guardian in »La forza del destino«, als Fiesco in Verdis »Simon Boccanegra«, als Ramfis, als Basilio im »Barbier von Sevilla«, als Don Giovanni, als Narbal in »Les Troyens« von Berlioz, als Pimen wie als Titelheld in »Boris Godunow«, als Dosifej in »Chowanschtschina« von Mussorgsky und als Attila in der gleichnamigen Verdi-Oper. Er gastierte an der Wiener Staatsoper auch im Rahmen von Gesamtgastspielen der Oper Sofia (1975 als Boris Godunow und als Dosifej, 1979 nochmals als Dosifej). Es gastierte auch an der Mailänder Scala (1970 König Philipp, 1977 Mephisto im »Faust« von Gounod, 1979 Pimen, 1981 Dosifej, sowie 1981-82 in Konzerten), in Moskau und Chicago, an den Nationalopern von Prag, Bukarest, Budapest, Warschau und Belgrad, in Bordeaux, Marseille, Lyon, Nizza und Toulouse, an den Opernhäusern von Leipzig und Dresden, in Neapel, Triest und Parma, in Kiew, Leningrad, Tiflis (Tblissi) und am Teatro Liceu Barcelona. Bei den Salzburger Festspielen wirkte er 1965 als Pimen mit, beim Holland Festival 1966 als König Philipp. 1974 hörte man ihn an der Oper von Stockholm als Mosè in Rossinis »Mosè in Egitto«, 1976-77 und 1980-81 trat er bei den Festspielen in der Arena von Verona auf, in Houston/Texas 1986 als Enrico in »Anna Bolena« von Donizetti. 1990 sang er bei den Festspielen in den römischen Thermen des Caracalla den Ramfis, am Teatro Regio Turin den König Philipp (in der französischen Erstfassung der Oper »Don Carlos«), an der Covent Garden Oper London (Antrittsrolle 1976 Pagano in Verdis Oper »I Lombardi«) den Galitzky in »Fürst Igor« von Borodin, in Parma den Silva in Verdis »Ernani«, in Wuppertal den Leporello im »Don Giovanni«, 1991 in Dublin den Zaccaria in »Nabucco«. In einem tschechischen Film sang und spielte er den Don Giovanni. Zu seinen Bühnenpartien zählten auch der Oroveso in Bellinis »Norma«, die Titelfigur in »Mefistofele« von Boito, die vier Dämonen in »Hoffmanns Erzählungen« und der Arkel in »Pelléas et Mélisande«, den er 2000 am Teatro Comunale Bologna sang. Er starb 2014 in Sofia.

Lit: A. Marinov: Nikolai Ghiuzelev (Sofia, 1979).

Schallplatten: Die kraftvolle, dunkel timbrierte Bass-Stimme des Künstlers erscheint auf bulgarischen Balkanton-Schallplatten (u.a. vollständige Opern »Aida«, »Carmen«, »Iwan Susanin« von Glinka, »Chowanschtschina«, »Aleko« von Rachmaninoff), auf Decca (Alvise in »La Gioconda« von Ponchielli, Marcel in Meyerbeers »Hugenotten«), HMV (»Hoffmanns Erzählungen«, »La Bohème«, »Turandot« von Puccini), Sony (»Chowanschtschina« von Mussorgsky, Pimen im »Boris Godunow«, Gremin im »Eugen Onegin«, »Fürst Igor« von Borodin), Chandos (Leporello im »Don Giovanni«). Philips (»Aida« und »La Battaglia di Legnano« von Verdi, »Carmen«), Erato (Marcel in den »Hugenotten«, Kutusow in »Krieg und Frieden« von Prokofieff), Harmonia mundi (»Boris Godunow«, »Aida«), Italia (»Tancredi« von Rossini), HRE (»Macbeth«), Companions Classics (Timur in »Turandot« und »I Lombardi« von Verdi), Capriccio (König Frost in »Schneeflöckchen« von Rimsky-Korssakow, Iwan Susanin in »Ein Leben für den Zaren« von Glinka) und auf Decca-Video (»Fürst Igor«).

 

17.8. Wenko WENKOFF: 95. Geburtstag

Wenko_WENKOFF

 Er war ein Bruder des bekannten bulgarischen Tenors Spas Wenkoff (1928-2013) und erhielt seine Ausbildung an der Wiener Musikakademie. 1943-44 war er an der Staatsoper Wien engagiert (Antrittsrolle: Stimme des Jünglings in »Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss; danach folgten Auftritte als Rodolfo in Puccinis »La Bohème«, als italienischer Sänger im »Rosenkavalier«, als Dandini und als 4. Kapellsänger in Hans Pfitzners »Palestrina«, als italienischer Tenor im »Capriccio« von R. Strauss und als Malcolm in Verdis »Macbeth«). Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wirkte er 1945-55 wieder an der Wiener Staatsoper (nun auch als Pinkerton in »Madame Butterfly«, als Dimitrij im »Boris Godunow«, als Cavaradossi in »Tosca«, als Ernesto im »Don Pasquale«, als Cassio in Verdis »Otello«, als Herzog im »Rigoletto«, als Riccardo in Verdis »Maskenball«, als Alfredo in »La Traviata«, als Turiddu in »Cavalleria rusticana«, als Stewa in Janáceks »Jenufa«, als Graf von Bosco in »Die schalkhafte Witwe« von E. Wolf-Ferrari, als Faust von Gounod, als Fenton in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor«, als Rinuccio in »Gianni Schicchi«, als Herzog Guido in »Eine Nacht in Venedig« von J. Strauß, als Wladimir in Borodins »Fürst Igor«, als Gritzko in »Der Jahrmarkt von Sorotschintzi« von Mussorgski, als Francois Lorand in »Die Kathrin« von E.W. Korngold, als Hans in Smetanas »Die verkaufte Braut«, als Octavio in Lehárs »Giuditta«, als Dick Johnson im »Mädchen aus dem goldenen Westen«, als Kalaf in Puccinis »Turandot«, als Manrico im »Troubadour« und als Don Carlos in der gleichnamigen Verdi-Oper) und noch bis 1957 als Gast an der Wiener Volksoper. Bis 1958 gehörte er auch dem Ensemble des Stadttheaters von Basel an. Er gastierte am Opernhaus von Graz (1942), in Düsseldorf (1951) und Hannover (1953), am Teatro Liceu Barcelona (1955) und an der Oper von Monte Carlo (1955). 1949 gastierte er am Stadttheater (Opernhaus) von Zürich als Alfred in der »Fledermaus«. Erfolgreiche Konzertauftritte rundeten die Karriere des Sängers ab. Er starb 1992 in Wien.

Schallplatten: Archivaufnahmen aus der Wiener Staatsoper auf Koch/Schwann (Jüngling in »Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss).

 

18.8. Edgar SEIPENBUSCH: 80. Geburtstag

Er studierte an der Hochschule für Musik und Tanz Köln Geige, Klavier, Komposition und Kammermusik. Seine künstlerische Laufbahn begann er als Konzertmeister des Rheinischen Kammerorchesters in Köln. 1962 absolvierte er unter anderem bei Hans Swarowsky ein Dirigentenstudium an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, das er mit Auszeichnung abschloss. Sein erstes festes Engagement für zwei Jahre hatte er am Stadttheater in St. Pölten. Ab 1967 war er fünf Jahre lang erster Kapellmeister an der Grazer Oper. 1972 wechselt er nach Innsbruck, übernahm die Kapellmeisterklasse des Tiroler Landeskonservatoriums, später auch die Leitung des Orchesters, und wirkte bis 1992 als Generalmusikdirektor der Stadt Innsbruck. Nachdem er das Amt an den Niederländer Kasper de Roo abgegeben hatte, folgten Jahre der Lehrtätigkeit am Innsbrucker Konservatorium und Gastdirigate in Europa. 1982-84 leitete er an der Wiener Staatsoper insgesamt 19 Vorstellungen der Opern Don Pasquale, Die Meistersinger von Nürnberg und Der Rosenkavalier. Ab 1995 war er Dirigent der Wiener Kammeroper sowie des Festivals „Mozart in Schönbrunn“. Neben seiner Konzerttätigkeit im In- und Ausland lehrte er auch am Mozarteum. Die Stadt Innsbruck und das Land Tirol zeichneten ihn mit dem Ehrenzeichen und dem Verdienstkreuz für Kunst und Kultur aus. Er starb im April 2011.

 

18.8. Märta PETRINI: 150. Geburtstag

Märta_Petrini,

 Schülerin der Pädagogen A. Bax und Mathilde Marchesi in Paris. 1890 debütierte sie an der Königlichen Oper von Stockholm als Titelheldin in »Lakmé« von Delibes, wobei es sich um die schwedische Erstaufführung der Oper handelte. In den Jahren 1890-95 gab sie Gastspiele an verschiedenen europäischen Theatern, so (sehr wahrscheinlich unter dem Namen Marta Petrina) an der Covent Garden Oper London als Königin Marguerite de Valois in den »Hugenotten« von Meyerbeer, 1893 an der Opéra-Comique Paris, 1895 am Teatro Dal Verme in Mailand. 1895-97 war sie reguläres Mitglied der Königlichen Oper Stockholm. 1896 sang sie hier die Titelrolle in Massenets »Manon« in der schwedischen Erstaufführung dieser Oper. 1899 gastierte sie an der Hofoper von Budapest. 1900-03 war sie am Opernhaus von Leipzig engagiert. Sie gab in den folgenden Jahren Gastspiele und Konzerte in Deutschland und Schweden. So trat sie u.a. als Gast an den Hofopern von Stuttgart (1898) und Dresden (1903) sowie in Düsseldorf auf und gastierte in Rom (1905) und St. Petersburg. Weitere Bühnenpartien: die Rosina im »Barbier von Sevilla«, die Lucia di Lammermoor, die Leonore im »Troubadour«, die Traviata, der Page Urbain in Meyerbeers »Hugenotten«, die Philine in »Mignon« von A. Thomas, die Titelrolle in Flotos »Martha«, die Marguerite im »Faust« und die Juliette in »Roméo et Juliette« von Gounod, auch die Nedda im »Bajazzo«. Später wandte sie sich theosophischen Studien und der Philosophie des indischen Hinduismus zu. Sie wanderte nach Indien aus und lebte dort bis 1919 in Madras, kehrte dann aber wieder in ihre schwedische Heimat zurück. Sie starb 1932 in Höstsol bei Stockholm.

1909 wurde ihr schön gebildeter Koloratursopran durch einige in Deutschland aufgenommene HMV-Aufnahmen festgehalten.

 

19.8. Guadalupe PÉREZ ARIAS: 95. Geburtstag

 Informationen über die mexikanische Sopranistin auf Spanisch: https://es.wikipedia.org/wiki/Guadalupe_P%C3%A9rez_Arias

 

20.8. Richard AMES: 85. Geburtstag

 Er wurde zunächst durch Mario Basiola in Mailand zum Bariton ausgebildet und debütierte 1958 in diesem Stimmfach bei der New Orleans Opera in der Rolle des Masetto im »Don Giovanni«. Er sang in den folgenden Spielzeiten in Philadelphia und Boston und kam 1961 nach Europa. Hier debütierte er 1961 am Stadttheater von Münster (Westfalen) als Don Giovanni. 1962-65 war er am Opernhaus von Wuppertal verpflichtet, wo er Partien wie den Jago im »Otello« von Verdi, den Amfortas im »Parsifal«, den Tonio im »Bajazzo« und den Nick Shadow in »The Rake’s Progress« von Strawinsky sang. 1966-68 wurde seine Stimme durch den berühmten Wagnersänger Max Lorenz zum Heldentenor umgeschult; als solcher debütierte er 1967 am Staatstheater von Oldenburg mit dem Siegmund in der »Walküre«. 1968 wurde er Mitglied des Opernhauses von Graz, an dem er in den folgenden zwanzig Jahren große Erfolge hatte, darunter als Loge und als Siegmund im Nibelungenring, als Titelheld in Pfitzners »Palestrina«, als Florestan im »Fidelio«, als Otello von Verdi, als Canio im »Bajazzo« und als Lohengrin. Später wandte er sich bevorzugt dem Charakterfach zu (Basilio in »Figaros Hochzeit«. Ägisth in »Elektra« von R. Strauss, Hauptmann in A. Bergs »Wozzeck«,  Schulmeister in Janáceks »Das schlaue Füchslein«, Hoteldirektor in »Johnny spielt auf« von E. Krenek, Herodes in »Salome« von Richard Strauss, Hirte in »Tristan und Isolde«, Charles Carboy in der österreichischen Erstaufführung der Oper »Barnstable oder Jemand auf dem Dachboden« von Francis Burt, Bill in »Aufstieg und Fall der Stadt  Mahagonny« von K. Weill, Spalanzani in »Hoffmanns Erzählungen« u.a.). Er erlangte vor allem als Herodes großes Ansehen; er sang diese Partie u.a. an den Opern von Rom (1977) und Monte Carlo (1977), am Théâtre de la Monnaie Brüssel (1974), am Stadttheater Augsburg (1988) und an weiteren Bühnen. Nicht weniger bekannt wurde er als Mime im Nibelungenring, als Bürgermeister im »Besuch der alten Dame« von G. von Einem und in vielen zeitgenössischen Opernpartien. So wirkte er in den Uraufführungen der Opern »Die Lederköpfe« von Rudolf Weishappel (1970 in Graz), »Der lange Weg zur großen Mauer« von Schwertsik (1975 in Luzern), »Orpheus ex machina« von Ivan Eröd (1978 in Graz) und »Der Rattenfänger« von Friedrich Cerha (1987 in Graz) mit. Auch auf den Gebieten des Musicals und des Schauspiels trat er erfolgreich auf. Gastengagements an den Opernhäusern von Leipzig, Budapest und Zagreb, am Stadttheater von Basel, am Theater von Bern, in Dortmund, Kassel und Mannheim, an der Wiener Staatsoper (in Friedrich Cerhas Oper »Der Rattenfänger«), am Teatro San Carlos Lissabon, beim Steirischen Herbst in Graz, bei den Wiener Festwochen und beim Festival de Lausanne. Er starb im März 2005.

Zweifellos existieren Mitschnitte von Rundfunksendungen.

 

21.8. Gregg SMITH: 85. Geburtstag

 Informationen über den Chorleiter auf seiner Homepage: http://greggsmithsingers.com/

 

21.8. August KRAEMER: 175. Geburtstag

 Er studierte zuerst Philosophie an der Universität von Halle/Saale und begann dann eine Beamtenlaufbahn in der Landwirtschaftsverwaltung. Er ließ seine Stimme seit 1872 durch Luigi Salvi in Wien, seit 1875 durch Francesco Lamperti in Mailand ausbilden und debütierte 1878 am Theater von Vercelli mit einer italienischen Stagione im »Faust« von Gounod. Er gastierte 1878 in Turin. Er sang in Italien unter dem Namen Augusto Lurani. In Italien sang er zu Beginn seiner Karriere seine Bühnenpartien in italienischer Sprache. Seit 1879 trat er dann (jetzt unter seinem wirklichen Namen) an den Theatern von Brünn (Brno, 1879-80), Graz (1880-82), am Deutschen Opernhaus Rotterdam (1882-83), in Amsterdam und Den Haag auf, 1884-85 am Theater von Linz/Donau. 1885-86 unternahm er eine große Nordamerika-Tournee und gastierte in Opernaufführungen in Chicago, St. Louis und Cleveland und wurde an die Metropolitan Oper New York verpflichtet. Hier wirkte er (unter dem Namen Felix Krämer) 1886 in der amerikanischen Erstaufführung der »Meistersinger von Nürnberg« mit. An der Metropolitan Oper New York sang er 1886 in insgesamt 14 Vorstellungen auch den Jaquino im »Fidelio« und den Walther von der Vogelweide im »Tannhäuser«. 1886 sang er in New York in einer konzertanten Aufführung des »Parsifal« die Titelrolle. 1886 kam er nach Europa zurück und trat im gleichen Jahr an der Berliner Kroll-Oper auf. 1887 nahm ein Engagement am Theater von Graz an, wo er 1893 an der Uraufführung der Oper »Helfried« von S. von Hausegger teilnahm. 1895 nahm er von der Bühne Abschied, betätigte sich aber noch als Konzert- und Oratoriensänger. 1900 gab er seine Karriere ganz auf. Er eröffnete in Graz eine Gesangschule, in der auch seine Gattin, die Sopranistin Marie Kraemer-Widl (1860-1926), als Lehrkraft wirkte. Auf der Bühne trat August Kraemer vor allem in lyrischen Partien hervor: als Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«, als Tamino in der »Zauberflöte«, als Don Ottavio im »Don Giovanni«, als Lyonel in Flotows »Martha«, als Gomez im »Nachtlager von Granada« von C. Kreutzer, als Max im »Freischütz« und als Georg im »Waffenschmied« von Lortzing. Er war ein bekannter Konzert-, vor allem Liedersänger und widmete sich, genau wie seine Gattin, bereits sehr früh dem Liedschaffen von Hugo Wolf. Er starb 1916 in Kollnitz bei St. Paul im Lavanttal (Kärnten).

 

22.8. Joseph-Denis DOCHE: 250. Geburtstag

 Biographie des französischen Dirigenten und Komponisten auf Französisch:

https://fr.wikipedia.org/wiki/Joseph-Denis_Doche

 

23.8. Ana LIPŠATOFOVIĆ: 90. Geburtstag

 Sie war an der Musikakademie von Zagreb Schülerin von M. Reizer und trat zunächst als Rundfunksängerin bei Radio Zagreb auf. 1947 debütierte sie dann auf der Bühne des Theaters von Skopje als Olga im »Eugen Onegin« von Tschaikowsky. Sie gehörte später zu den führenden Kräften der Kroatischen Nationaloper Zagreb und gastierte viel im Ausland, u.a. beim Holland Festival und in Frankreich. Ihre großen Bühnenpartien waren der Orpheus in »Orpheus und Eurydike« von Gluck, die Azucena im »Troubadour«, die Eboli in Verdis »Don Carlos«, die Charlotte im »Werther« von Massenet, die Dalila in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns, die Adalgisa in »Norma« von Bellini und die Mme. Flora in »The Medium« von Menotti. Von noch größerer Bedeutung war jedoch ihre Karriere als Konzert- und vor allem als Oratoriensolistin. Sie starb 2012 in Skopje. Ihr älterer Bruder Stanko Lipša (1915-86) war nach seiner Ausbildung in Zagreb seit 1933 an der Oper von Zagreb als Bariton engagiert, sang später am Theater von Rijeca (Fiume) und seit 1952 am Opernhaus von Skopje.

Die Sängerin wirkt in einer vollständigen Aufnahme von Rimsky-Korssakows Oper »Sadko« bei Philips in der Partie der Ljubawa mit (1959).

 

23.8. Gabriella LUPANCEA: 100. Geburtstag

 Sie hatte ihre Ausbildung größtenteils in Wien erhalten und war am Landestheater Linz und 1945-55 wie ihr Gatte Hans Habietinek (1906-92) an der Wiener Staatsoper engagiert. Sie sang hier in 473 Vorstellungen die Tosca, die Nedda im »Bajazzo«, die Butterfly, die Giulietta in »Hoffmanns Erzählungen«, die Doris in der Oper »Das Werbekleid« von F. Salmhofer, die Mimi in »La Bohème«, die Dorota in »Schwanda der Dudelsackpfeifer« von J. Weinberger, die Eurydike in »Orpheus in der Unterwelt« von Offenbach, die Madame Robin in »Die kleine Zauberflöte« von Offenbach, die Felice in »Die vier Grobiane« von E. Wolf-Ferrari, die Saffi im »Zigeunerbaron«, die Laura in Millöckers »Der Bettelstudent«, die Leila in »Tausend und eine Nacht« von J. Strauß, die Titelrolle in der Oper »Die Kathrin« von E.W. Korngold, die Martha in »Tiefland«, die Smeraldine in »Die Liebe zu den drei Orangen« von Prokofjew, die Beatrice im »Boccaccio«, die Santuzza in »Cavalleria rusticana«, sowohl die Sylviane als auch die Olga in Lehárs »Die lustige Witwe« und die Napolska in »Polenblut« von Nedbal. Sie starb 1993 in Wien.

 

23.8. Blažena SNOPKOVÁ: 125. Geburtstag

 Sie war eine Tochter des Bassisten Eduard Aschenbrenner(1857-1921), der am Interimstheater in Prag und an anderen Bühnen eine bedeutende Karriere hatte. Sie trat daher oft auch unter dem Namen Blazenka Snopková-Aschenbrennerová auf. Nachdem sie zuerst an den Opernhäusern von Zagreb (Agram) und Ljubljana (Laibach) gesungen hatte, wurde sie 1916 an das Nationaltheater Prag berufen. Während der folgenden zehn Jahre hatte sie dort in Partien wie der Krasava in Smetanas »Libuse«, der Marguerite im »Faust« von Gounod, der Antonia in »Hoffmanns Erzählungen« von Offenbach, der Mignon in der gleichnamigen Oper von A. Thomas, den Titelgestalten in den tschechischen Opern »Eva« von Foerster und »Jenufa« von Janácek große Erfolge. Die auch im Konzertsaal gefeierte Künstlerin gab 1926 ihre Karriere auf. Sie starb am 6.9.1975 in Kutná Hora.

 

23.8. Adolf HENNIG: 175. Geburtstag

 Ausbildung durch F.A. Hipfel in Berlin. Seine Engagements waren im Einzelnen: 1864-65 Stadttheater Potsdam, 1865-66 Stadttheater Thorn (Westpreußen), 1866-67 Stadttheater Halle/Saale, 1867-68 Stadttheater Magdeburg, 1868-69 Stadttheater Görlitz, 1869-70 Hoftheater Neustrelitz, 1870-71 erneut Stadttheater Görlitz, 1871-72 Stadttheater Mainz, 1872-74 Stadttheater Zürich. 1874 wurde er zu einem Gastspiel am Hoftheater von Weimar eingeladen. Er sang dort den König Heinrich im »Lohengrin« und den Mephisto im »Faust« von Gounod; er hatte einen derartigen Erfolg, dass man ihn sofort für Weimar engagierte; 1889 wurde er zum lebenslänglichen Mitglied des Hoftheaters Weimar ernannt. 1879 sang er dort in den Musteraufführungen zusammen mit der großen Primadonna Adelina Patti; 1877 wirkte er in Weimar in der Uraufführung der Oper »Samson et Dalila« des Komponisten Camille Saint-Saëns mit, 1883 in der szenischen Uraufführung der »Legende von der heiligen Elisabeth« von Franz Liszt. Er wirkte dort auch 1894 in der Uraufführung der Jugend-Oper »Guntram« von Richard Strauss mit. Er gab Gastspiele an verschiedenen großen deutschen Theatern. Er gastierte auch erfolgreich an Operntheatern in Schweden und Norwegen. Seine Interpretationen im Konzertsaal wurden vor allem im Rahmen der Leipziger Gewandhauskonzerte bewundert. Er beherrschte ein Repertoire von rund hundert Partien, in denen er bis zu seinem Tod auftrat. Von seinen Bühnenpartien sind zu nennen: der Sarastro in der »Zauberflöte«, der Marcel in den »Hugenotten« von Meyerbeer, der Bertram in dessen »Robert le Diable«, der Pogner in »Die Meistersinger von Nürnberg«, der Osmin in Mozarts »Entführung aus dem Serail«, der Falstaff in Nicolais »Die lustigen Weiber von Windsor« und der van Bett in »Zar und Zimmermann« von Lortzing. Er starb 1902 in Weimar.

 

24.8. Marion LIPPERT: 80. Geburtstag

Marion LIPPERT

 Gesangstudium bei Irma Koboth, Hedwig Fichtmüller und Annelies Kupper in München. Vervollständigung der Ausbildung bei Giuseppe Pais in Padua. 1956 begann sie ihre Karriere am Stadttheater von Hagen (Westfalen), wo sie als Aida debütierte. 1959 kam sie an das Stadttheater von Augsburg, 1962-64 war sie am Opernhaus von Köln, 1963-77 an der Staatsoper Stuttgart engagiert. Hier entwickelte sie eine große Karriere im dramatischen Sopranfach und hatte entsprechende Erfolge auch bei Gastspielen: 1964-68 häufig an der Deutschen Oper Berlin (u.a. als Amelia in Verdis »Maskenball«, als Donna Anna im »Don Giovanni« und als Lady Macbeth in Verdis »Macbeth«), 1966-67 an der Staatsoper Wien (als Senta in »Der fliegende Holländer«, als Tosca und als Venus im »Tannhäuser«), an der Staatsoper Hamburg (mehrfach in den sechziger Jahren), am Teatro San Carlos Lissabon (1965 als Sieglinde in der »Walküre«, 1967 als Brünnhilde im »Siegfried«), 1967-69 an der Staatsoper München (u.a. als Abigaille in Verdis »Nabucco« und als Turandot von Puccini), 1968 am Teatro San Carlo Neapel (als Sieglinde), 1963 am Teatro Comunale Florenz (als Sieglinde), 1969 am Teatro Comunale Bologna (1972 als Turandot und 1974 als Lady Macbeth), bei den Festspielen von Verona (1971 als Lady Macbeth). 1967 hörte man sie an der Oper von Marseille (als Venus), 1970 an der San Francisco Opera (als Abigaille), 1971 am Teatro Regio Turin und in Tokio (als Turandot), 1972 in New Orleans (als Turandot), 1972 an der Oper von Boston (als Amelia im »Maskenball«), 1972 an der Grand Opéra Paris wie am Teatro Colón Buenos Aires wieder in ihrer großen Glanzrolle, der Turandot. In den Spielzeiten 1968-70 und 1973-74 war sie Mitglied der Metropolitan Oper New York, an der sie als Turandot debütierte und außerdem als Marschallin im »Rosenkavalier«, als Senta und als Elisabetta in Verdis »Don Carlos« in insgesamt 25 Vorstellungen auftrat. Sie trat weiter als Gast an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, an den Opernhäusern von Essen, Dortmund, Frankfurt a.M., an der Staatsoper von Dresden, am Staatstheater Karlsruhe, am Teatro Liceu Barcelona, in Venedig, am Opernhaus von Zürich und bei den Festspielen von Athen auf. In Nordamerika hörte man sie auch an den Opern von Chicago, Baltimore, Pittsburgh, Toronto und Vancouver. Weitere Höhepunkte in ihrem Repertoire waren die Leonore in »La forza del destino«, die Rezia im »Oberon« von Weber, die Brünnhilde im Nibelungenring, die Salome in der gleichnamigen Richard Strauss-Oper, die Kaiserin in der »Frau ohne Schatten«, gleichfalls von Richard Strauss, die Norma von Bellini, die Leonore im »Fidelio« und die Santuzza in »Cavalleria rusticana«. Aus ihrem sehr umfangreichen Repertoire für die Bühne sind noch die Pallas Athene in Monteverdis »Il Ritorno d’Ulisse in patria«, die Titelrolle in »Rodelinda« von Händel, die Roxane in »Temistocle« von Johann Christian Bach, die Chawa in »Die ersten Menschen« von Rudi Stephan, die Chrysothemis in »Elektra« von R. Strauss, die Isabella in »Columbus« von W. Egk, die Mutter in Dallapiccolas »Il Prigioniero«, die Manon Lescaut von Puccini, die Giorgetta in dessen »Il Tabarro«, die Minnie in »La Fanciulla del West«, die Ariadne auf Naxos und die Arabella von R. Strauss nachzutragen. Auch als Konzertsängerin kam sie zu einer Karriere auf internationaler Ebene. Sie starb 1997 in Rottach-Egern (Bayern).

Es ist mit Sicherheit anzunehmen, dass Mitschnitte von Radiosendungen vorhanden sind.

 

24.8. Stefánia MOLDOVÁN: 85. Geburtstag

Stefánia MOLDOVÁN

Studium an der Musikakademie von Budapest. Bühnendebüt 1954 an der Oper von Szeged als Mimi in »La Bohème« von Puccini. 1960 Preisträgerin beim Liszt-Concours in Budapest; sie wurde 1961 an die Budapester Nationaloper berufen, zu deren führenden Sängerpersönlichkeiten sie zählte. Man schätzte namentlich ihre Interpretation dramatischer Sopranpartien, wobei sie ein umfangreiches Repertoire meisterte. Gastspiele am Bolschoi Theater Moskau, an den Opern von Leningrad, Prag, Brno (Brünn), Bukarest, Warschau und Bologna. Im deutschen Sprachraum war sie an der Staatsoper wie an der Komischen Oper Berlin zu hören. An der Budapester Nationaloper wirkte sie am 31.10.1964 in der Uraufführung der Oper »Bluthochzeit« von Sándor Szokolay mit. Bühnenrollen: Donna Elvira im »Don Giovanni«, Leonore im »Troubadour«, Amelia in Verdis »Un ballo in maschera«, Desdemona im »Otello« von Verdi, Tosca, Minnie in Puccinis »La Fanciulla del West«, Manon von Massenet. Sie starb 2012 in Budapest.

Schallplatten der Marken Hungaroton und Qualiton (Violetta in »La Traviata«, Donna Elvira im »Don Giovanni«, »Bluthochzeit« von Szokolay).

 

24.8. Mina CRAVI-BOZZA: 95. Geburtstag

 Die Künstlerin, deren Familie aus Italien stammte, hatte eine lange, erfolgreiche Karriere bei der San Carlo Opera Company in den Vereinigten Staaten, zu deren führenden Kräften sie in den vierziger und fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts gehörte. Sie war mit dem Manager dieser Opernkompanie Fausto Bozza verheiratet und wirkte in deren Aufführungen in großen Partien aus allen Bereichen der Opernliteratur mit. Nach Abschluss ihrer Bühnenlaufbahn war sie im pädagogischen Bereich tätig und gründete u.a. die Guild Rehearsal Studios. Sie starb 1984 in New York.

 

24.8. Therese GRÜNBAUM: 225. Geburtstag

 Sie war die Tochter des österreichischen Komponisten und Dirigenten Wenzel Müller (1767-1835) aus dessen erster Ehe mit der Sängerin Magdalene Reiningsthal (1770-94). Sie wurde durch ihren Vater und durch den Wiener Pädagogen Aloysi unterrichtet. Bereits als fünfjähriges Kind wirkte sie in Wien in Singspielen mit; mit sechs Jahren trat sie am 11.1.1798 am Theater in der Leopoldstadt in Wien in der Uraufführung der (damals sehr erfolgreichen Oper) »Das Donauweibchen« von Ferdinand Kauer in der Rolle der Lilli auf;

im Alter von 15 Jahren sang sie in Wien den Oberon in der gleichnamigen Oper von Wranitzky und die Titelrolle in »Lilla« von Martín y Soler. 1807 kam sie nach Prag und sang am Landestheater bei der dortigen ersten Aufführung von Mozarts »Don Giovanni« in deutscher Sprache die Partie der Zerline. Später gehörte die Donna Anna in dieser Oper zu ihren besonderen Glanzrollen. 1813 unternahm sie eine ausgedehnte Kunstreise durch Deutschland und Österreich. Carl Maria von Weber verpflichtete sie 1813 an das von ihm geleitete Deutsche Theater Prag, wo sie zusammen mit ihrem Gatten zuerst in der Oper »Fernand Cortez« von Spontini auftrat. 1816 folgte sie einem Ruf an das Wiener Theater am Kärntnertor, damals die bedeutendste Opernbühne in der österreichischen Metropole, die die Funktion einer Hofoper übernommen hatte. Für die folgenden zehn Jahre war sie die Primadonna dieses Hauses, wo man sie begeistert als »die deutsche Catalani« feierte. 1820 trat sie dort in der Uraufführung der Oper »Baals Sturz« von Joseph Weigl auf. Einen ihrer größten Erfolge hatte sie 1819 als Desdemona in der Wiener Erstaufführung von Rossinis »Otello«. Das Libretto der Oper war dabei von ihrem Gatten, dem Tenor Johann Christoph Grünbaum (* 28.10.1785 Haslau bei Eger, † 10.10.1870 Berlin) ins Deutsche übersetzt worden. Dieser hatte 1804 in Regensburg debütiert, sang 1808-18 in Prag, danach in Wien und schließlich in Berlin. Außer dem Textbuch des »Otello« hat er viele andere Operntexte, insgesamt über 50, übersetzt. Am 25.10.1823 kreierte Therese Grünbaum in der Uraufführung der Oper »Euryanthe« von Carl Maria von Weber am Theater am Kärntnertor die dramatische Partie der Eglantine. Weber war ein großer Verehrer ihrer Kunst; er hebt u.a. ihr »bewundernswertes künstlerisches Talent« und ihre »vollendete Beherrschung der Stimme« hervor. 1827 huldigte man der Künstlerin an der Münchner Hofoper. 1828 nahm sie ein Engagement an der Königlichen Oper Berlin an, wo sie noch bis 1830 auftrat. Ihre zunehmende Korpulenz behinderte jedoch eine weitere Bühnenkarriere, so dass sie zuletzt nur noch gelegentlich in Konzerten auftrat. Ihre großen Partien für die Opernbühne waren die Gräfin in »Figaros Hochzeit«, die Giulia in »La Vestale« von Spontini, die Vitellia in »La clemenza di Tito« von Mozart und die Rosina im »Barbier von Sevilla« von Rossini. Nach ihrem Rücktritt von der Bühne eröffnete sie 1832 in Berlin eine Gesangschule. Sie starb 1876 in Berlin. – Eine ihrer Schülerinnen war ihre Tochter Caroline Grünbaum (1814-68). Auch ihr Sohn Carl Grünbaum (* 12.5.1815 Prag) wurde ein bekannter Tenor, der seit 1836 Mitglied der Berliner Sing-Akademie war, 1837 am Deutschen Theater Prag debütierte, später in Königsberg (Ostpreußen) und bei Gastspielen sang und seit 1846 als Pädagoge in Berlin wirkte. Er sang Partien wie den Arnoldo in Rossinis »Wilhelm Tell«, den Grafen Almaviva im »Barbier von Sevilla«, den Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, den Gennaro in »Lucrezia Borgia« von Donizetti, den Tonio in dessen »Regimentstochter« und den Nadori in »Jessonda« von Louis Spohr. – Auch ein zweiter Sohn Joseph Grünbaum (* 1816 Wien) wurde ein bekannter Tenor. Er erhielt seine Ausbildung in Wien und debütierte 1836 am Deutschen Theater Prag als Tebaldo in »I Capuleti e i Montecchi« von Bellini. 1838-39 sang er am Opernhaus von Leipzig, 1839-41 am Hoftheater von Detmold, 1841-42 am Stadttheater Aachen, 1842-43 am Hoftheater Hannover, 1843-44 am Theater von Königsberg, womit die Nachrichten über ihn abbrechen. Seine Bühnenpartien waren der Don Ottavio im »Don Giovanni«, der Nadori in »Jessonda« von L. Spohr, der Loriot in »Der Schöffe von Paris« von Dorn, der Chateauneuf in »Zar und Zimmermann« von Lortzing (den er als Gast an der Berliner Hofoper sang), der Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla« der Elvino in »La Sonnambula« von Bellini, der Gennaro in Donizettis »Lucrezia Borgia«, die Titelpartie in »Joseph« von Méhul, der Alfonso in »La Muette de Portici« von Auber und der Rafael in »Carlo Broschi«, ebenfalls von Auber.

 

25.8. Raimundo METTRE: 65. Geburtstag

Der Künstler kam 1970 mit einem Stipendium nach Europa und studierte an der Musikhochschule Berlin bei Gottschalk und anschließend bei Sarah Sforni-Corti und bei Renato Pastorino in Mailand. Er kam nun schnell zu einer internationalen Karriere als Bühnen- wie als Konzertsänger. Bereits 1982 sang er an der Piccola Scala in Mailand den Lurcanio in »Ariodante« von Händel. Am Teatro Comunale Bologna trat er als Rodolfo in »La Bohème«, am Teatro San Carlos Lissabon als Percy in Donizettis »Anna Bolena« und als Leicester in »Maria Stuarda« vom gleichen Komponisten, in Rio de Janeiro als Werther von Massenet und 1987 als Don José in »Carmen« auf. Am Teatro Liceu Barcelona gastierte er als Don Ottavio im »Don Giovanni«, als Ferrando in »Così fan tutte« und als Herzog in Verdis »Rigoletto«, an der Oper von Tel Aviv als Belmonte in der »Entführung aus dem Serail«, am Stadttheater von Basel 1987 als Rodolfo in »La Bohème«, am Opernhaus von Zürich als Graf Almaviva im »Barbier von Sevilla« und in der Saison 1985-86 als Herzog im »Rigoletto«. Es schlossen sich Gastspiele am Teatro Fenice Venedig, in Genua, London, Santiago de Chile und Cagliari an; sein Nordamerika-Debüt fand in Philadelphia als Ernesto im »Don Pasquale« von Donizetti statt. Weitere Gastspiele führten ihn an die Opernhäuser von Marseille (1988 als Herzog im »Rigoletto«) und Zürich (1988), an die Oper von Oslo (1987) und an das Opernhaus von Rio de Janeiro (1987 als Don José). Eine nicht weniger bedeutende Karriere kam im Konzertsaal zustande; hier sang er u.a. Soli im Stabat mater wie in der Petite Messe solennelle von Rossini, im Verdi-Requiem, in der Missa di Gloria von Puccini und in Oratorien von Händel. Er starb 2011 in Mailand.

Schallplatten: Audite (Messe von César Franck).

 

27.8. Ezio DI CESARE: 75. Geburtstag

Ezio di Cesare

 Er war nach seinem Gesangstudium für sechs Jahre Mitglied eines Vokalisten-Sextetts, mit dem er ausgedehnte Tourneen unternahm. Sein Operndebüt erfolgte 1975 am Teatro Fenice Venedig in »Beatrice di Tenda« von Bellini. Bereits 1976 gastierte er an der Covent Garden Oper London als Arvino in Verdis »I Lombardi alla prima crociata«, 1977 an der Oper von Rom als Jaquino im »Fidelio«, am Teatro Regio Turin im gleichen Jahr als Alfredo in »La Traviata«. Der Künstler hatte in den achtziger Jahren bedeutende Erfolge an allen großen Operntheatern in Italien, am Teatro San Carlo Neapel, am Teatro Comunale Bologna, am Teatro Fenice Venedig, an der Oper von Rom, am Teatro Massimo Palermo und in Turin. Er trat vor allem in lyrischen Partien wie dem Tom Rakewell in »The Rake’s Progress« von Strawinsky und dem Rodolfo in Puccinis »La Bohème« auf. 1980 gastierte er in Holland, 1985 und 1987 war er an der Opéra de Wallonie Lüttich zu Gast, 1986 sang er in Rom in Aufführungen der Spontini-Oper »Agnese di Hohenstaufen«. 1987 wirkte er am Teatro Liceu Barcelona in der spanischen Premiere von Mozarts »Lucio Silla« mit. 1979 debütierte er als Manlio in »Tito Manlio« von Vivaldi an der Mailänder Scala, an der dann auch oft in Konzerten auftrat und 1979 als Tom Rakewell, 1981 in Mussorgskis »Die Heirat« und als Cassio in Verdis »Otello«, 1982 in Strawinskys »Mavra«, 1983 als Ali in Glucks »Die Pilger von Mekka« und als Don Giovanni in Dargomyschskis »Der steinerne Gast«, 1984 als Arbace und 1990 als Oberpriester in Mozarts »Idomeneo«, 1984 in der Titelpartie von Mozarts »Lucio Silla« und in Strawinskys »Les Noces«, 1985 und 1987 als Pinkerton in »Madame Butterfly«, 1986 als Arvino, 1987 als Evandro in Glucks »Alceste«, 1987-88 als Ismaele im »Nabucco«, 1989 und 1991 als Carlo in Pergolesis »Lo frate ’nnamorato«, 1992 als Elemer in »Arabella« von R. Strauss, 1995 als Raffaele in »Stiffelio« von Verdi und 2002 als Titorelli in »Il Processo« von Alberto Colla zu hören war; dort wirkte er auch am 7.7.1987 in der Uraufführung der Oper »Il principe felice« von Franco Mannino in der Partie des Studenten mit. 1988 trat er bei den Festspielen von Ravenna und von Pesaro in der Partie des Iago in Rossinis »Otello« auf. Er gastierte 1986 an der Wiener Staatsoper und 1989 an der Oper von Toulouse als Alfredo in »La Traviata«, 1989 im Zürcher Hallenstadion und bei den Festspielen in den Thermen des Caracalla in Rom als Ismaele, 1991 am Teatro Comunale Bologna als Elisero in »Mosè in Egitto« von Rossini, am Theater von Savona in »Aurelio in Palmira« vom gleichen Meister, 1994 am Teatro Comunale Bologna in Janáceks »Die Sache Makropoulos«, in Verona wieder als Ismaele. 2000 sang er am Teatro Regio Turin den Andres im »Wozzeck« von Manfred Gurlitt, dort auch die Titelrolle in der Offenbach-Operette »Orphée aux enfers«. 2001 wirkte er am Teatro Massimo Palermo in Aufführungen von A. Bergs »Lulu« (als Prinz und als Kammerdiener) mit. Auch als Konzertsänger hatte er eine Karriere auf internationalem Niveau. Er starb im Juni 2003.

Schallplatten: Philips (»Stiffelio« von Verdi), Bongiovanni (»La finta giardiniera« von Mozart, »Adriano in Siria« von Pergolesi, »La Confederazione dei Sabini von Roma« von Domenico Puccini, dem Ur-Urgroßvater Giacomo Puccinis; »Il Prigioniero superbo« von Pergolesi), MRF (»Cyrano de Bergérac« von Alfano), DGG (ebenfalls »La finta giardiniera«), HMV (Cassio in Verdis »Otello«), Ricordi (»Lo frate ’nnamorato« von Pergolesi, »Poliuto« von Donizetti, Lumpensammler in »Iris« von Mascagni), Hungaroton (»I Lombardi« von Verdi), Nuova Era (»Aureliano in Palmira«), Tryphon Classics (»Sakuntala« von Fr. Alfano), Agorà (Nearco in »Poliuto« von Donizetti).

 

28.8. Lucia VALENTINI-TERRANI: 70. Geburtstag

Lucia Valentini Terrani

 Sie studierte am Konservatorium von Padua bei Iris Adami-Corradetti, dann am Conservatorio Benedetto Marcello in Venedig. 1970 erfolgte ihr Bühnendebüt am Teatro Grande von Brescia in der Titelpartie von Rossinis »La Cenerentola« sie sang diese Partie dann auch in Turin. Ihre Karriere nahm eine schnelle Entwicklung. Sie gastierte bei den Opernaufführungen im Schloss von Versailles und gewann 1972 den Rossini-Wettbewerb der RAI. An der Mailänder Scala bewunderte man seit 1973 ihre Gestaltung der schwierigen Partien für Koloratur-Contralto, wobei sie dort aber neben ihren Rossini-Partien (1973, 1975 und 1983 Isabella in »L’Italiana in Algeri«, 1974-75 Angelina in »La Cenerentola«, 1981 Rosina im »Barbier von Sevilla«, 1985 Marchesa Melibea in »Il Viaggio a Reims«) auch die  Marina im »Boris Godunow« (1979, 1981) gesungen hat und oft in Konzerten zu hören war.

1974 debütierte sie als Isabella an der Metropolitan Oper New York. 1979 großer Erfolg in Los Angeles im Verdi-Requiem unter Carlo Maria Giulini. Es schlossen sich Gastspiele an der Grand Opera Paris (1984 Charlotte im »Werther« von Massenet), am Bolschoi Theater Moskau und an der Londoner Covent Garden Oper an. Sie gastierte weiter an den Staatsopern von Wien (1982-89 als Cenerentola und als Marchesa Melibea), München und Stuttgart, am Nationaltheater von Prag, in Monte Carlo, Genf (1985 mit einem Liederabend), Brüssel, Nizza, Dresden, Leipzig, Frankfurt a.M. und Chicago. Große Erfolge auch bei Konzerten in der New Yorker Carnegie Hall. 1982 gastierte sie als Mrs. Quickly in Verdis »Falstaff« beim Maggio Musicale von Florenz und an der Oper von Los Angeles. 1984 wirkte sie beim Rossini Festival in Pesaro in der Premiere der wieder neu entdeckten Oper »Il Viaggio a Reims« in der Rolle der Marchesa Melibea mit. 1986 sang sie in Pesaro in einer weiteren Rossini-Oper »Maometto II.« An der Covent Garden Oper London hörte man sie 1987 als Rosina, am Teatro San Carlo Neapel 1988 als Orfeo in Glucks »Orfeo ed Euridice«. 1989-90 gastierte sie an der Oper von Monte Carlo als Isabella, 1991 am Teatro Municipale von Reggio Emilia als Cenerentola, 1991 bei den Festspielen von Pesaro in der Titelpartie von Rossinis »Tancredi«, 1993 an der Deutschen Oper Berlin wieder als Isabella, 1994 in Monte Carlo als Jocasta in »Oedipus Rex« von Strawinsky. 1996 sang sie bei den Festspielen von Martina Franca die Titelpartie in der Offenbach-Operette »La Grande Duchesse de Gerolstein«. Seit ihrer Heirat mit dem Schauspieler Alberto Terrani trat sie unter dem Namen Lucia Valentini Terrani auf. Sie starb nach langer, unheilbarer Krankheit 1998 in einer Leukämie-Klinik in Seattle. – Eine der bedeutendsten Vertreterinnen des Koloratur-Contralto-Fachs innerhalb ihrer Generation.

Schallplatten: Philips (»La fedeltà premiata« und »Il mondo della luna« von Haydn), RCA (Stabat mater von Pergolesi, »Orlando furioso« von Vivaldi), Bellaphon (»L’Italiana in Algeri« von Rossini), DGG (»Aida«, »Nabucco«, »Falstaff« und »Don Carlos« von Verdi, Stabat mater von Pergolesi, »Il Viaggio a Reims« von Rossini), CBS (»La Cenerentola« von Rossini, »La donna del lago«, gleichfalls von Rossini), Frequenz (»Der Messias« von Händel), Fonit-Cetra (»La Cenerentola«), Sony (»Il Viaggio a Reims«), Kikko (Recital), Dynamic (Titelrolle in »La Grande Duchesse de Gerolstein« von Offenbach).

 

28.8. Charles DARDEN (amerikanischer Dirigent): 70. Geburtstag

 

28.8. Cristina DEUTEKOM: 85. Geburtstag

Cristina DEUTEKOM

 Sie erhielt eine kurze Ausbildung am Konservatorium von Amsterdam durch Cobby Riemersma. Sie begann als Choristin an der Niederländischen Oper in Amsterdam; man übertrug ihr dann einige kleine Solopartien wie eine der Walküren in der »Walküre«. Es zeigte sich jedoch, dass ihre Stimme eine ungewöhnliche Tonhöhe besaß. 1963 hatte sie in Amsterdam einen sensationellen Erfolg als Königin der Nacht in der »Zauberflöte«. Diese Partie blieb ihre besondere Glanzrolle, die sie an der Londoner Covent Garden Oper (1968), an der Staatsoper von Hamburg und am Opernhaus von Frankfurt a.M. mit größtem Erfolg zum Vortrag brachte. 1967 debütierte sie in der gleichen Rolle sehr erfolgreich an der Metropolitan Oper New York, indem sie die erkrankte Roberta Peters ersetzte. Sie sang an diesem Haus bis 1975 außerdem noch die Elena in Verdis »I Vespri Siliciani« und die Donna Anna im »Don Giovanni« in insgesamt 19 Vorstellungen. An der Wiener Staatsoper gastierte sie 1967-77 in insgesamt 6 Vorstellungen als Königin der Nacht, als Amelia in Verdis »Un ballo in maschera« und als Norma in der gleichnamigen Oper von Bellini. Sie nahm dann auch die großen dramatischen Partien der italienischen Opernliteratur in ihr Repertoire auf und widmete sich den frühen, teilweise vergessenen Opern Verdis (Abigaille in »Nabucco«, Odabella in »Attila«, Leonore im »Troubadour«, Giselda in »I Lombardi«). In Italien gastierte sie am Teatro Fenice von Venedig und an der Oper von Rom. 1970 sang sie an der Oper von Chicago die Lucia di Lammermoor, 1972 am Teatro Colón von Buenos Aires die Elvira in »I Puritani« von Bellini. 1976 wirkte sie bei den Festspielen in der Arena von Verona mit. An der Grand Opéra Paris 1974-75 als Elena in »I Vespri Siciliani« aufgetreten. Sie sang 1983 an der Nationaloper von Sofia die Norma, an der Deutschen Oper Berlin die Lucia di Lammermoor, 1984 in Amsterdam die Elvira in Bellinis »I Puritani«, 1986 an der Oper von San Diego die Norma; sie wirkte als Königin der Nacht in einer Sendung der »Zauberflöte« im deutschen Fernsehen mit. Nachdem sie 1987 aus gesundheitlichen Gründen ihre Karriere aufgegeben hatte, gab sie 1996 nochmals in Amsterdam Konzerte und ließ ein Schallplatten-Recital (auf MCP, mit Szenen aus Opern von Donizetti) aufnehmen. Sie starb 2014 in Amsterdam.

Weitere Schallplatten: Decca (Königin der Nacht in der »Zauberflöte«), Philips (»I Lombardi« und »Attila« von Verdi), MRF (»Armida« von Rossini), Electrola (Oratorium »Christus am Ölberge« von Beethoven), Iramac (Mozart-Arien). Zahlreiche Aufnahmen auf HMV, zumeist aus Operetten.

 

28.8. John SHIRLEY-QUIRK: 85. Geburtstag

 Er studierte in Liverpool zuerst Violinspiel, darauf Chemie und wandte sich schließlich dem Gesangstudium zu, das er bei Austin Carnegie absolvierte. Anschließend leistete er seinen Militärdienst bei der Royal Airforce ab. 1957 wurde er in London Schüler von Roy Henderson. Zunächst sang er 1961-62 im Chor der Londoner St. Pauls-Kathedrale. In den Jahren 1962-86 trat er sehr oft an der Scottish Opera Glasgow auf (als Arkel wie als Golaud in »Pelléas et Mélisande«, als Junius wie als Collatinus in »The Rape of Lucretia« von B. Britten, als Don Alfonso in »Così fan tutte«, als Gregor Mittenhofer in »Elegy for Young Lovers« von H.W. Henze, als Graf in »Le nozze di Figaro«, als Don Giovanni, als Gil-Martin in »Confessions of a Justified Sinner« von Thomas Wilson, als Don Pizarro im »Fidelio«, als Aeneas in Purcells »Dido and Aneas«, als Tod in »Savitri« von G. Holst und als Eugen Onegin). Dann trat er 1963-76 bei der English Opera Group in Erscheinung und hatte Erfolge im englischen Fernsehen BBC. Bei den Festspielen von Glyndebourne sang er 1961 den Gregor Mittenhofer, 1962-63 den Liberto in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea« und den Arzt in »Pelléas et Mélisande« sowie 1963 den Haushofmeister im »Capriccio« von R. Strauss. In seiner Karriere wurde er wesentlich durch den Komponisten Benjamin Britten gefördert, in dessen Werken er sehr oft auftrat. Er wirkte in Uraufführungen von mehreren Bühnenwerken Brittens mit: »Curlew River« (13.7.1964), »The Burning Fiery Furnace« (9.6.1966), »The Prodigal Son« (10.6.1968), alle drei in der Kirche von Orford, »Owen Wingrave« (Fernsehsendung der BBC 16.5.1971, Bühnen-Uraufführung an der Covent Garden Oper London 10.3.1973), »Death in Venice« (Aldeburgh, 16.6.1973). 1969 übernahm er in St. Louis den Titelhelden im »Wozzeck« von A. Berg. 1969 gab er in Berlin Gastspiele in »Herzog Blaubarts Burg« von Béla Bartók. 1970 unternahm er eine Tournee durch Holland und Belgien, bei der er Liederabende gab. Beim Festival von Edinburgh gastierte er 1973 als Traveller in Benjamin Brittens »Death in Venice« und 1986 in einer szenischen Aufführung des Oratoriums »The Dream of Gerontius« von E. Elgar. Seit 1973 Mitglied der Covent Garden Oper London; hier sang er am 7.7.1977 den Lev in der Uraufführung der Oper »The Ice Break« von Tippett. An der Londoner Covent Garden Oper sang er auch den Hohenpriester in »Alceste« von Gluck und den Rangoni im »Boris Godunow«. 1973 wurde er an die Metropolitan Oper New York berufen, an der er 1974 in Benjamin Brittens »Death in Venice« (als Traveller) debütierte und bis 1991 in insgesamt 30 Vorstellungen auch den Musiklehrer in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, den Sprecher in der »Zauberflöte« und den Rangoni sang. An der Mailänder Scala, an der er 1977 das Bass-Solo in Beethovens 9. Sinfonie sang, gastierte er 1979 und 1981 als Rangoni. 1978 sang er bei der Glyndebourne Touring Opera den Don Alfonso. Seine größten Erfolge hatte er als Oratoriensolist, vor allem galt er als vortrefflicher Bach-Interpret. Seine Konzertreisen führten ihn durch Europa und Nordamerika bis nach Australien. 1991 trug er beim Aldeburgh Festival Benjamin Brittens »Folksongs« vor. 1975 wurde er zum Commander of the British Empire, 1981 zum Ehrendoktor der Brunel University ernannt. Er starb 2014 in Bath.

Sehr viele Schallplattenaufnahmen: Decca (»Billy Budd«, »Owen Wingrave«, »The Rape of Lucretia«, »A Midsummer Night’s Dream«, »Death in Venice«, alles Werke von Benjamin Britten; kleine Partie in »Pelléas et Mélisande«, Oratorien und geistliche Musikwerke, Marienvesper von Monteverdi, »The Dream of Gerontius« von E. Elgar), Philips (»Der Messias«, »Die Jahreszeiten« von Haydn, Hohe Messe von Bach, »Dido and Aeneas« von Purcell, »Orlando Paladino« von J. Haydn, »Idomeneo« von Mozart, »A Child of Our Time« von M. Tippett), DGG, HMV (»A Village Romeo and Juliet« von Delius, »The Pilgrim’s Progress« von Vaughan Williams, 9. Sinfonie von Beethoven, »The Kingdom« von E. Elgar), London (»The Burning Fiery Furnace« von B. Britten), Argo (»The Canticles« von Benjamin Britten), CBS (»Pelléas et Mélisande«, »Oedipus Rex« und »Renard« von Strawinsky), RCA (»Così fan tutte«), Koch (»A Water Bird Talk« von D. Argento), BBC Music (H-Moll-Messe von J.S. Bach, 1972).

 

28.8. Louise-Marie-Augustine ALBERT-HIMM: 225. Geburtstag

Sie erhielt ihre Ausbildung am Conservatoire National in Paris bei Plantade und war dort auch Schülerin des berühmten Kastraten Girolamo Crescentini. Im Alter von nur 15 Jahren kam es bereits 1806 in Paris zu ihrem Debüt in der Oper »Oedipe a Colone« von Antonio Sacchini. Damit leitete sie eine glanzvolle Karriere ein, die ihr an der Pariser Opéra eine Kette von Triumphen eintrug. Neben Alexandrine Branchu galt sie als die führende dramatische Sopranistin ihrer künstlerischen Generation zu Beginn des 19. Jahrhunderts in Frankreich. Mit dieser zusammen wirkte sie auch am 22.12.1819 an der Pariser Opéra in der Uraufführung der Oper »Olympie« von Gasparo Spontini in der Partie der Statira mit. Weitere Bühnenrollen der Sängerin waren die Antigone in »Oedipe à Colone« von Sacchini, die Eurydice in »Orphee et Eurydice« von Gluck, die Giulia in »La Vestale« von Spontini und die Amazily in »Fernand Cortez« vom gleichen Komponisten. Sie zog sich bereits 1823 aus ihrer Bühnenkarriere zurück, trat aber noch als Solistin in der Chapelle du Roi auf. 1830 gab sie auch diese Tätigkeit auf und lebte dann ganz zurückgezogen in Versailles. Seit 1811 war sie mit dem ersten Tänzer der Grand Opéra Mr. Albert verheiratet. Die Lebensspur der Sängerin, die ihren Familiennamen auch Albert-Hymm schrieb, verliert sich am Ende im Dunkeln.


29.8. Alexander KASYANOV (russischer Komponist): 125. Geburtstag

 

30.8. Peter van der BILT: 80. Geburtstag

Peter-van-der-Bilt

 Er kam als Kind nach Holland und studierte zuerst am Konservatorium von Amsterdam Klavierspiel, dann Ausbildung der Stimme durch Hermann Schey. Er debütierte an einer kleinen holländischen Bühne als Enterich in Millöckers »Bettelstudent« und hatte dann seine ersten Erfolge an der Niederländischen Oper Amsterdam. Als erste Partie sang er 1960 hier den Dulcamara in »L’Elisir d’amore«. 1963 gab er an der Oper von San Francisco sein US-Debüt als Basilio im »Barbier von Sevilla«. Er sang im gleichen Jahr an diesem Haus auch den Haushofmeister in »Capriccio« von R. Strauss, den Gefängniswärter in »Dialogues des Carmélites« von Fr. Poulenc, den Pistola im »Falstaff« von Verdi, den Alcaide in Verdis »La forza del destino«, den Dr. Grenvil in »La Traviata« und den alten Hebräer in »Samson et Dalila« von Saint-Saens sowie in Los Angeles des Alcindoro in »La Bohème«. Seit 1964 Mitglied der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg, der er bis zu seinem Tod angehörte. In den Jahren 1964-81 gastierte er sehr oft an der Scottish Opera in Glasgow (als Don Giovanni, als Guglielmo in »Così fan tutte«, als Nick Shadow in »The Rake’s Progress« von Strawinsky, als Graf in »Le nozze di Figaro«, als Oberpriester und als Apollo in »Alceste« von Gluck, als Musiklehrer in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss und als Jaroslav Prus in Janáceks »Die Sache Makropoulos«). Gastspiele an den Staatsopern von Wien (1972-77 als Beckmesser in »Die Meistersinger von Nürnberg«, als Don Giovanni und am 17.12.1976 in der Uraufführung der Oper »Kabale und Liebe« von G. von Einem als Wurm) und München, bei den Festspielen von Edinburgh und Salzburg (1969 als Colas in »Bastien und Bastienne« von Mozart), beim Holland Festival, am Théâtre de la Monnaie in Brüssel, in Bologna, Parma, Hamburg, Moskau und Tokio. Er sang auf der Bühne ein umfangreiches Repertoire aus dem seriösen wie dem Buffo-Fach, u.a. den Don Alfonso in »Così fan tutte«, den Figaro in »Le nozze di Figaro«, den Malatesta in Donizettis »Don Pasquale«, den Warlaam im »Boris Godunow«, den van Bett in »Zar und Zimmermann« von Lortzing und den Titelhelden in Massenets »Don Quichotte«. Bedeutender Konzert- und Oratorienbassist. Er starb 1983 in Hoenderloo (Holland).

Schallplatten: Decca (»Belshazzar« von Händel), Philips (Mozart-Arien)., DGG (Matthäuspassion).

 

30.8. Guillermo SARABIA: 80. Geburtstag

Guillermo SARABIA

 Er kam zur Ausbildung seiner Stimme nach Europa und wurde in Zürich am dortigen Opernstudio Schüler von Herbert Graf und Dusolina Giannini. Er studierte auch bei Ria Ginster. Bühnendebüt 1965 am Staatstheater von Detmold in Busonis »Doktor Faust«. Er sang dann an verschiedenen westdeutschen Opernhäusern, so am Opernhaus von Köln, an den Staatsopern von München, Hamburg und Stuttgart, in Dortmund und Kiel. 1967 Mitglied der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg. 1973 wurde er an die Metropolitan Oper New York berufen (Antrittsrolle: Amonasro in »Aida«); er trat hier bis 1977 in insgesamt 19 Vorstellungen auch als Enrico in »Lucia di Lammermoor«, als Alfio in »Cavalleria rusticana«, als Escamillo in »Carmen« und als Jochanaan in »Salome« auf. Er gastierte in Nordamerika an den Opern von Philadelphia und Washington und an der New York City Opera. An der Wiener Staatsoper gastierte er 1974-84 in insgesamt 55 Vorstellungen als Rigoletto, als Tonio im »Bajazzo«, als Michele in Puccinis »Il Tabarro«, als Falstaff von Verdi, als Scarpia in »Tosca«, als Alfio, als Gérard in »Andrea Chénier«, als Carlo in »La forza del destino«, als Renato in Verdis »Un ballo in maschera«, als Don Pizarro im »Fidelio« und als Macbeth von Verdi. An der Mailänder Scala gastierte er 1977 und 1979 als Titelheld in »Wozzeck« von A. Berg und 1978 als Renato. Er trat weiters an der Grand Opéra Paris (1979 als Titelheld in »Wozzeck« von A. Berg) auf, weiters am Teatro Liceu Barcelona, bei der Scottish Opera Glasgow (1980 als Scarpia) und beim Edinburgh Festival (1983 als Simone in Zemlinskys »Eine florentinische Tragödie« im Rahmen eines Gastspiels der Staatsoper Hamburg). 1981 sang er in Manchester (mit dem Ensemble der Covent Garden Oper London) den Telramund im »Lohengrin«. Er wurde auf der Bühne in Partien wie dem Don Giovanni und dem Fliegenden Holländer bewundert, wobei man auch sein dramatisches Darstellungstalent schätzte. Er wirkte nicht weniger erfolgreich im Konzertbereich. Er starb 1985 plötzlich während eines Gastspiels in Amsterdam.

Schallplatten: HMV (vollständige Aufnahme von »Les pêcheurs de perles« von Bizet in der Urfassung). Bereits viel früher sang er auf einer Gedenkplatte der Oper von Dortmund eine Arie aus Verdis »Rigoletto«. Auf ANNA-Records erschien eine vollständige Aufnahme von Meyerbeers »Afrikanerin« aus New York mit Montserrat Caballé und Placido Domingo als Partnern, auf Schwann in Zemlinskys »Eine Florentinische Tragödie« zu hören.

 

31.8. Jean-Paul-Égide MARTINI: 275. Geburtstag

Eigentlicher Name Johann Paul Aegidius Martin; seine Eltern waren der Schullehrer und Organist Andreas Martin und dessen Frau Barbara, die starb, als Johann sechs Jahre alt war. Martini kam zunächst auf das Jesuiten-Seminar nach Neuburg an der Donau, wo er bereits mit elf Jahren als Organist tätig war. Danach zog er nach Freiburg im Breisgau, um Philosophie zu studieren, doch brach er dieses Studium bald ab, da er sich mehr der Musik verbunden fühlte. Auf der darauffolgenden Wanderschaft nahm er den Decknamen Schwarzendorf an. 1760 kam er ins lonthringische Nancy, wo er zu seinem Familiennamen in der italienisierten Form Martini zurückkehrte und 1764 Marguerite Camelot heiratete, die ebenfalls einer Organistenfamilie entstammte. Seine größten Erfolge erzielte Martini nach seinem Umzug nach Paris, wo er vor allem Opern und Marschmusik komponierte. Seine Werke wurden zur Unterscheidung von dem italienischen Komponisten Giovanni Battista Martini unter dem Namen Martini il Tedesco („der Deutsche“) verlegt. 1788 wurde er gegen eine Zuzahlung von 16.000 Livres zum Surintendant de la musique du roi als Hofmusiker mit Zuständigkeit für Kirchenmusik und zugleich Intendant der wichtigsten Pariser Bühnen designiert, und sollte diese Ämter nach dem Tod seines Vorgängers antreten. Der Ausbruch der Franzäsischen Revolution verhinderte dies, Martini verlor mit dem Fall der Monarchie 1792 seine Ämter und floh vor den Unruhen nach Lyon. 1796 erhielt er dann durch das Direktorium zwar wieder eine Anstellung am Conservatoire de Musique, doch waren die dort komponierten Opern wenig erfolgreich, so dass er 1802 während des Konsulats erneut entlassen wurde. In der Folge widmete er sich der Kirchenmusik und verfasste eine dreibändige Orgelschule. Als er bereits die 70 überschritten hatte, erlebte er die Restauration und die Rückkehr der Bourbonen. 1814 wurde er durch König Ludwig XVIII. endlich in die bereits 1788 zugesagte Stellung des Surintendant de la musique du Roi berufen. Er komponierte zuletzt noch ein Requiem zu Ehren des hingerichteten Königs Ludwig XVI., das drei Wochen vor seinem eigenen Tod in der Kathedrale von Saint-Denis uraufgeführt wurde. Martini starb 1816 in Paris. Ihm wurde ein prunkvolles Begräbnis auf dem Friedhof Père Lachaise zuteil. Das Ehrengrab ist allerdings nicht mehr erhalten, da die Konzession nicht weiter gezahlt wurde.

Der Impasse Martini, eine kleine Seitengasse im 10. Arrondissement von Paris, wurde ihm zu Ehren benannt.

Martinis Geburtsstadt Freystadt begeht anlässlich des 200. Todestages das Jahr 2016 als Martini-Jahr. Der Schriftsteller Hans Regensburger veröffentlichte 2016 den historisch-biografischen Roman Plaisir d’amour über das Leben Martinis. Das internationale Online-Quellenverzeichnis der Musik RISM enthält 329 Nummern mit Kompositionen und Titeln Martinis, zum Teil mit Incipits, darunter befinden sich Opern und zahlreiche Opernarrangements, teils vom Komponisten selbst erstellt. Es sind dies Klavierauszüge, Auszüge für Gesang und Klavier, Gesang und Gitarre, Gesang und Harfe. Angezeigt werden Kompositionen unter Titeln wie Duo, Chanson, Romances, Air oder Ariette. Daneben stehen nicht wenige geistliche Werke wie zum Beispiel eine Messe Solemnelle für großen Chor und großes Orchester, 4- und 5-stimmige geistliche Gesänge, Choräle, Hymnen sowie pädagogische Werke für Orgel oder Gesang. Martinis Werke werden international in zahlreichen Bibliotheken und Orten von Amerika bis Russland, Italien bis Schweden, Frankreich und Deutschland und anderen aufbewahrt. Fundorte und mehr verzeichnet RISM.

 

GEBURTSTAGE IM JULI 2016

GEBURTSTAGE im Juli 2016

Berücksichtigt wurden runde und halbrunde Geburtstage ab dem 60er. Zusammenstellund der Liste: Walter Nowotny

1.7. Vladimír DOLEZAL wird 65

Er studierte Gesang am Prager Konservatorium (bei Miluše Dvořáková und Karel Berman),weiter dann in Siena bei Giorgio Favaretto und an der Musikakademie in Stuttgart. Viele Jahre war er Solist im Ensemble der Prager Madrigalisten,mit dem er unter der Leitung von Miroslav Venhoda in nahezu allen Ländern Europas und in Amerika auftrat. Die Einladung Václav Neumanns zur Mitarbeit mit der Tschechischen Philharmonie (1981) öffnete ihm den Weg zu den Solopartien in Oratorien und Kantaten von Bach und Händel bis hin zu Britten und Orff, und damit zu weiteren Konzertreisen mit der Tschechischen Philharmonie, den Prager Symphonikern und dem Prager Kammerorchester nach Österreich,Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien, wobei er meistens als Solist in Oratorien Antonín Dvořáks auftrat. Für verschiedene Grammophongesellschaften realisierte er über vierzig Aufnahmen. Im Jahre 1988 weitete er seine künstlerische Tätigkeit auch auf die Opernbühne aus, und zwar als Solist des Prager Nationaltheaters.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://mujweb.cz/v_dolezal/?redirected=1468834251

 

1.7. Die Sopranistin Francesca CASTELLI wird 70

 

2.7. Robert DUMÉ wird 75

Robert DUMÉ

Er wurde bereits 1973 von Rolf Liebermann für das neu formierte Ensemble der Pariser Oper engagiert und wirkte dort an vielen Produktionen unter verschiedensten Dirigenten mit. So sang er unter illustren Maestri wie Karl Böhm, Sir Georg Solti, Horst Stein, Georges Prêtre, Seiji Ozawa, Nello Santi, Peter Ustinow, Patrice Chéreau, Jorge Lavelli und anderen. Neben vielen kleineren Partien sang er dort u.a. den Laca in Janáceks «Jenufa», den Prinzen in Prokofjews «L’Amour des trois oranges», den Schuiskij in «Boris Godunow», den Macduff in Verdis «Macbeth», den Aegisth in «Elektra» von R. Strauss, den Arbace in Mozarts «Idomeneo» und den Mr. Taupe im «Capriccio» von R. Strauss. Von Solti selbst wurde er als Solist in Beethovens «Neunter» anlässlich der Einweihung des Palais des Congrès in Paris mit dem Orchestre de Paris eingeladen und startete so eine internationale Karriere: In Jerusalem sang er den Don José in «Carmen», in Barcelona den Nicias in «Thaïs», in Genf den Hirten in «Oedipus Rex» von Strawinsky und in Amsterdam – gleichzeitig für das niederländische Fernsehen – den Faust. In Rom wirkte er 1980 bei der Uraufführung von «Marylin» von Lorenzo Ferrero mit. Daneben interpretiert er immer wieder die großen Rollen seines Faches: den Faust in «La damnation de Faust» sowie den Don José, die er wiederholt in Deutschland, Italien, der Schweiz und anderen Ländern sang. Gleichzeitig wirkte er bis 1995 an zahlreichen Produktionen der Opéra de la Bastille in Paris mit.

 

3.7. Rodney WILLIAMS wird 75

Er sang 1952-55 im Knabenchor des King’s College Cambridge. Als Solist dieses Chores trat er in einer Weihnachtssendung des englischen Fernsehens BBC auf und sang auf einer Schallplatte Christmas Carols. 1955-60 war er Music Scholar in Cranleigh (Surrey); 1960-63 Gesang- und Musikstudium am Royal College of Music London. Hier waren seine Gesanglehrer Norman Allin und Hervey Alan, Orgelspiel lernte er bei H.K. Andrews und Sidney Campbell, Klavierspiel bei Edwin Benbow, Musiktheorie und Harmonie bei Lloyd Webber und Michael Mullinar. 1969-72 war er Mitglied des Chores of Her Majesty’s Chapel Royal London, seit 1972 Lay Vicar an der Westminster Kathedrale. Er trat zusammen mit diesem Chor in zahlreichen Radio- und Fernsehsendungen auf und wurde als Solist in Oratorien und religiösen Vokalwerken weithin bekannt. Er sang auch mit anderen renommierten englischen Chören, so mit den Elizabethan Singers, den British Broadcasting Corporation Singers, den Westminster Glee Singers und den Louis Halsey Singers und leitete selbst eine Chorvereinigung, die unter dem Namen Rodney Williams Singers auftrat. Zugleich war er in London als geschätzter Gesanglehrer tätig. Schallplattenaufnahmen seiner Stimme sind namentlich in Verbindungmit den erwähnten Chören vorhanden.

 

3.7. Tota de IGARZÁBAL wird 95

Tota de IGARZÁBAL

Sie absolvierte ihr Gesangstudium am Instituto Superior de Arte del Teatro Colón Buenos Aires und war dazu Schülerin von Hina Spani und Arturo Wolken in der argentinischen Hauptstadt. 1942 fand ihr Bühnendebüt am Teatro Coliseo Buenos Aires in einer kleinen Rolle in Puccinis »Suor Angelica« statt. Sie kam dann zu einer großen Karriere am Teatro Colón Buenos Aires. Dort wirkte sie u.a. in den argentinischen Erstaufführungen von A. Honeggers »Jeanne d’Arc au bûcher« (1942 als heilige Catharina unter Erich Kleiber), »La Atlantida« von M. de Falla (1963 als Esperetusa) und »Moses und Aron« von Schönberg (1970) mit. Sie sang auf der Bühne im Übrigen ein umfassendes Repertoire, das seine Höhepunkte in Partien wie der Carmen, der Dalila in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns, der Leonora in »La Favorita« von Donizetti und der Mignon in der gleichnamigen Oper von A. Thomas hatte. Sie sang auch Wagner-Partien wie die 1. und die 2. Norn und die Erda im Nibelungenring. Sie gastierte am Teatro Municipal Rio de Janeiro, am Teatro Sodre in Montevideo, in Santiago de Chile und in Washington. Auch im Konzertsaal kam sie in einem weitreichenden Repertoire zu großen Erfolgen.

Schallplatten: Odeon (Opern-Arien).

 

4.7. Zdzisława DONAT wird 80

Zdzisława DONAT

Sie war Schülerin von Zofia Brégy und von Ada Sari in Warschau, abschließende Ausbildung durch Gino Bechi in Siena. Bühnendebüt 1964 am Theater von Poznán als Gilda im »Rigoletto«. Bis 1967 war sie am Theater von Poznán engagiert. Sie wurde Preisträgerin bei den internationalen Gesangwettbewerben von Toulouse und Helsinki. Seit 1971 Mitglied der Nationaloper Warschau, wo sie sehr beliebt war und während ihrer ganzen weiteren Karriere auftrat. Internationale Erfolge bei Gastspielen an der Wiener Staatsoper (1974-79 als Königin der Nacht und als Lucia di Lammermoor), an den Opernhäusern von Frankfurt a.M. und Nürnberg, am Staatstheater Wiesbaden, am Prager Smetana Theater, am Teatro San Carlo Neapel, am Théâtre de la Monnaie in Brüssel, in Toulouse, Helsinki, Lodz und Leipzig, an den Staatsopern von Berlin und Dresden. In den Jahren 1976-80 bestand ein Gastvertrag mit der Hamburger Staatsoper. Besonders große Erfolge an der Bayerischen Staatsoper München, deren langjähriges Mitglied sie war. Sie war während ihrer Tätigkeit in München auch seit 1972 dem dortigen Theater am Gärtnerplatz verbunden. Sie sang bei den Salzburger Festspielen in den Jahren 1979-86 die Königin der Nacht in der »Zauberflöte«. 1980 wirkte siebei den Festspielen von Bregenz als Konstanze in Mozarts »Entführung aus dem Serail« mit. 1981 debütierte sie an der Metropolitan Oper New York als Königin der Nacht, an der man sie 1987 auch als Konstanze bewunderte; sie ist dort in insgesamt 22 Vorstellungen aufgetreten Es folgten Tourneen in Japan, in Frankreich und in der Schweiz. 1985 war sie bei den Festspielen in der Arena von Verona zu Gast, 1989 bei den Festspielen von Orange (als Königin der Nacht); 1991 sang sie in Warschau die Giulietta in »I Capuleti e i Montecchi« von Bellini. Ihre technisch vortrefflich durchgebildete, sehr bewegliche Koloraturstimme hatte ihre weiteren großen Erfolge in Rollen wie der Norina im »Don Pasquale«, der Traviata, der Adele in der »Fledermaus« und der Agnes in Liebermanns »Schule der Frauen«. Nicht weniger bedeutende Karriere als Konzertsängerin.

Schallplatten: Muza (u.a. »La serva padrona«), RCA (Königin der Nacht in vollständiger »Zauberflöte«), DGG.

 

4.7. Felice SCHIAVI wird 85

Felice SCHIAVI in der Mailänder Scala

An der Mailänder Scala

 Er war Schüler von Riccardo Malipiero in Monza, dann der Pädagogen Carlo Tagliabue, Carlo Alfieri und Enrico Pessina in Mailand. Er begann seine Sängerlaufbahn 1955 und gewann 1960 den Gesangwettbewerb Voci Verdiane in Busseto. Er konnte eine große Karriere an den führenden italienischen Opernhäusern zur Entfaltung bringen und sang vor allem an der Mailänder Scala, an der Oper von Rom, am Teatro Regio Parma, am Teatro San Carlo Neapel, am Teatro Fenice Venedig, am Teatro Regio Turin, an den Theatern von Bologna, Florenz, Triest, bei den Festspielen von Verona (1977) und beim Maggio Musicale von Florenz. An der Mailänder Scala debütierte er 1968 als Nabucco und sang dann 1970 den Tonio im »Bajazzo«, 1970-71 den Rigoletto, 1971, 1973, 1976, 1978-79 und 1981-82 den Paolo in »Simon Boccanegra« von Verdi, 1972 und 1974 auch den Simon Boccanegra, 1972 den Escamillo in »Carmen«, 1973 den Donner im »Rheingold«, 1977 den Ephraimit in »Moses und Aron« von A. Schönberg, 1978 den Francesco in Verdis »I Masnadieri«, 1980 den Scarpia in »Tosca«, 1981 den Zigeuner in Mussorgskys »Der Jahrmarkt von Sorotschinzy« und 1986 den Einäugigen in »Die Frau ohne Schatten« von R. Strauss. Am 27.1.1987 wirkte er an der Mailänder Scala in der Uraufführung der Oper »Riccardo III« von Flavio Testi in der Rolle des Buckingham mit. Gastspiele an der Wiener Staatsoper (1984 als Paolo), an der Grand Opéra Paris (1978-79 ebenfalls als Paolo), an den Opern von Lyon, Nancy, Marseille, Nizza, Bordeaux und Rouen, an der Opéra du Rhin Straßburg, am Nationaltheater Prag, am Nationaltheater Mannheim, an der Staatsoper von München, am Teatro Liceu Barcelona, am Bolschoi Theater Moskau, an der Nationaloper Belgrad, in Lüttich, Glasgow, Cardiff und Warschau. Seine großen Partien waren der Amonasro in »Aida«, der Posa in Verdis »Don Carlos«, der Titelheld in dessen »Macbeth«, der Germont-père in »La Traviata«, der Jago in »Otello«, der Graf Luna im »Troubadour«, der Renato in »Un ballo in maschera« von Verdi, der Don Carlo in »La forza del destino«, der Ben in Menottis »Telefon«, der Riccardo in Bellinis »I Puritani«, der Alfonso in »La Favorita« von Donizetti, der Enrico in »Lucia di Lammermoor«, der Gérard in »Andrea Chénier« von Giordano, der Barnaba in »La Gioconda« von Ponchielli und der Titelheld im »Barbier von Sevilla«. Neben seinem Wirken auf der Bühne war er auch ein Konzertsänger von Bedeutung.

Schallplatten: Fratelli Fabbri.

 

5.7.Tommaso SOLEY wird 100

 Der Sohn des Bassisten Alessio Soley (1884-1947) und der Altistin Smeralda Smeraldi (1877-1937) war während mehrerer Jahre als Tenor in Sendungen des italienischen Rundfunks (RAI) zu hören. Er sang viele kleinere Partien in Gesamtaufnahmen von Opern auf Cetra (»Adriana Lecouvreur«, »Andrea Chénier«, »Wilhelm Tell«, »La Traviata«, »Otello«).

 

6.7. Wilhelm SCHAEFER wird 85

 Er begann 1952 seine Ausbildung am Konservatorium von Gelsenkirchen, die er 1956-57 an der Musikhochschule von München zum Abschluss brachte. 1957 gewann er den Internationalen Gesangwettbewerb von München und wurde im gleichen Jahr an die Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg engagiert. 1959-62 gehörte er dem Ensemble des Stadttheaters von Münster an, seit 1962 war er dann wieder an der Deutschen Oper am Rhein verpflichtet. Gastspiele im In- und Ausland brachten ihm bedeutende Erfolge ein. Als seine Glanzrolle galt der Figaro in »Figaros Hochzeit«. Er war als vortrefflicher Mozart- und Verdi-Sänger bekannt, widmete sich aber auch gerne der Interpretation der barocken Musik.

Schallplatten: Opera-Eurodisc, DGG.

 

7.7. Christopher BALL wird 80

Biographie des britischen Komponisten und Dirigenten auf Englisch:

https://en.wikipedia.org/wiki/Christopher_Ball

 

8.7. Matthias HÖLLE wird 65

Matthias HÖLLE als König Marke
Als König Marke

 Er absolvierte sein Gesangstudium (nach erstem Unterricht durch den Konzertsänger Josef Sinz) an der Musikhochschule von Stuttgart bei Georg Jelden, später in Köln bei Josef Metternich. Gewinner des Felix Mendelssohn-Preises in Berlin. Zuerst hatte er erfolgreiche Karriere auf dem Gebiet des Oratoriengesangs sowie mit Auftritten am deutschen Rundfunk und im Fernsehen. Er begann dann eine ebenso bedeutende Bühnenkarriere 1976 am Opernhaus von Köln, dessen Mitglied er bis 1987 war. Seit 1987 gehörte er dem Ensemble der Staatsoper von Stuttgart an. Bei den Ludwigsburger Festspielen von 1978 erregte sein dunkel timbrierter, reich gebildeter Bass in der Partie des Commendatore in Mozarts »Don Giovanni« Aufsehen. Er sang bei den Bayreuther Festspielen von 1981-84 und 1986-88 den Nachtwächter in »Die Meistersinger von Nürnberg«, 1982-85 und 1997 einen der Gralsritter in »Parsifal«, 1983-86 sowie 1988-92 und 1996 den Hunding in der »Walküre«, 1985 und 1987-99 den Titurel in »Parsifal«, 1988-92 und 1998 den Fasolt im »Rheingold«, 1994-97 und 1999 den König Marke in »Tristan und Isolde«, 1996 und 1999-2001 den Gurnemanz im »Parsifal« (er sprang in dieser Partie für Hans Sotin ein, der sie wegen Unstimmigkeiten mit dem Dirigenten Christoph Eschenbach in letzter Minute zurückgab), 1998-2000 den Pogner in »Die Meistersinger von Nürnberg« und 1999 den Daland in »Der fliegende Holländer«. Er widmete sich gern dem zeitgenössischen Musikschaffen und arbeitete mit dem Komponisten Karlheinz Stockhausen zusammen. Er wirkte in den Uraufführungen von dessen »Licht«-Zyklus mit, so im Palazzo dello Sport in Mailand mit dem Ensemble der Mailänder Scala in »Donnerstag aus Licht« (15.3.1981) und in »Samstag aus Licht« (25.5.1984). An der Mailänder Scala trat er 1985 als Judas in einer szenischen Aufführung von J.S. Bachs Matthäus-Passion, 1994 als Hunding und 1995 als Sarastro in der »Zauberflöte« auf. 1983 gastierte er an der Oper von Bologna als König Marke. Weitere Gastspiele an den Opernhäusern von Hannover, Genf (1984 als Fafner im »Rheingold«) und Antwerpen sowie 1984 mit der Kölner Oper in Tel Aviv. 1985 debütierte er als Nachtwächter in »Die Meistersinger von Nürnberg« an der Metropolitan Oper New York, an der er bis 1993 in insgesamt 19 Vorstellungen auch als Rocco im »Fidelio«, als Fasolt und als Sarastro aufgetreten ist. Er gastierte auch an der Oper von Houston/Texas (1986), am Teatro Liceu Barcelona (1986), beim Maggio Musicale von Florenz (1986), am Teatro Regio Turin (1987), am Teatro San Carlo Neapel (1988), am Teatro Comunale Florenz (1988 als König Marke), am Théâtre de la Monnaie Brüssel (1989), am Teatro Regio Parma (1989 als Commendatore) und an der Staatsoper Wien (1984-99 als Hunding, als Daland, als König Marke und als Gurnemanz). 1989 sang er an der Stuttgarter Oper den Daland, 1990 am Théâtre Châtelet Paris den Pogner. Am 6.4.1991 sang er in der Eröffnungsvorstellung der wieder aufgebauten Oper von Frankfurt a.M. den Sarastro. 1991 Gastspiel im Straßburger Kongresspalast als Gurnemanz, bei den konzertanten Aufführungen des Ring-Zyklus in der Salle Pleyel in Paris 1992 als Fafner und als Hunding. Bei den Festspielen von Salzburg hörte man ihn 1985 als Sprecher in der »Zauberflöte« sowie als Bass-Solisten in der Krönungs-Messe von Mozart, 1986 als 2. Geharnischten in der »Zauberflöte«, 1987 als Nettuno in Monteverdis »Il ritorno d’Ulisse in patria«, beim Maggio Musicale von Florenz 1993 als Sarastro, 1996 am Teatro Comunale Bologna und am Opernhaus von Montpellier als König Marke, an der Covent Garden Oper London als Fafner und als Hunding im Ring-Zyklus. 1999 sang er an der Niederländischen Oper Amsterdam den Sarastro, 2000 an der Komischen Oper Berlin den Eremiten im »Freischütz«. 2000 hörte man ihn am Teatro Liceu Barcelona als Sprecher in der »Zauberflöte«, 2001 am Opernhaus von Toulouse als Fasolt. Gleichzeitig setzte er seine internationale Karriere im Konzertbereich, vor allem als Oratorien- und Liedersänger, fort.

Schallplatten: Electrola (»Don Giovanni« in deutscher Sprache als Komtur), Intercord (»Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze« von J. Haydn), Telefunken (»Saul« von Händel), Teldec (»Parsifal«; Fasolt im »Rheingold«; Hunding in der »Walküre«; Pogner in »Die Meistersinger von Nürnberg«, Bayreuth 1999), Capriccio (Lieder von R. Schumann, »Hagadah Shel Pessach« von P. Dessau), Philips (»Die letzten Dinge« von Louis Spohr), DGG (»Donnerstag aus Licht« und »Samstag aus Licht« von Stockhausen), RCA (Eremit im »Freischütz«), RCA-BGM (»Walpurgisnacht« op. 60 von Mendelssohn, Rocco im »Fidelio«), Accord (Mozart-Requiem); Teldec-Video (Hunding in der »Walküre«), Philips-Video (»Die Meistersinger von Nürnberg«, Bayreuth 1984), Arthaus-Video (»Don Giovanni«, Köln 1991).

 

8.7. Étienne BETTENS wird 85

Étienne BETTENS

 Er studierte 1952-56 an den Konservatorien von Fribourg und Lausanne, dann auch 1955-56 am Conservatoire von Genf bei Pierre Mollet, 1963-64 in Amsterdam bei Eva Liebenberg und 1964-66 in Zürich bei Sylvia Gähwiller. Bereits 1956 begann er eine Karriere als Konzertsänger sowohl als Oratoriensolist wie als Lied-Interpret. Er übernahm dann aber auch Opernpartien u.a. am Grand Théâtre Genf, in Lausanne, Lyon und Paris, in Brüssel, Dijon und beim Maggio Musicale von Florenz. In Genf sang er den Achille in der Offenbach-Operette »La belle Hélène«, den Vulcain in »Orphée aux enfers« und den Baron Grog in »La Grande Duchesse de Gerolstein«, ebenfalls von Offenbach, den Gaudenzio in Rossinis »Il Signor Bruschino«, den Fasolt im »Rheingold« und den Zuniga in »Carmen«. Er wirkte in konzertanten Opern-Aufführungen, u.a. im Schweizer und im französischen Rundfunk, mit. In der Saison 1969-70 sang er in Genf in der Schweizer Premiere von Poulencs »Dialogues des Carmélites«. Im Konzertsaal trat er in einem sehr umfangreichen Repertoire auf, das Solopartien in den Passionen und Kantaten von J.S. Bach, in Werken von Händel, J. Haydn, Mozart, Beethoven, Mendelssohn, Verdi, Berlioz bis hin zu Komponisten wie Janácek, Frank Martin, A. Honegger, Webern, Satie und O. Messiaen enthielt. Er gab Konzerte in der Schweiz, in Lyon, Marseille, Paris, Toulouse, Nizza, Rabat, Casablanca, Bordeaux und Brüssel, in Lissabon, Bologna, Florenz und Turin, in Warschau, Lublin und Gdansk, in Essen, Freiburg i. Br. und Wien. Auch im Konzertsaal wirkte er in mehreren Uraufführungen mit, u.a. in »Ecclesia« von H. Sutermeister (Lausanne 1975), »Erkennen und Schaffen« vom gleichen Komponisten (Lausanne 1964), »Requiem de Pâques« von S. Arnauld (Lausanne 1976), »Te Deum « von A. Fornerod (Genf 1956), »Cantate des vieillards« von J. François (Vevey 1978), »Symphonie des Incantations« von C. Regamey (Venedig 1968), »Promesses de blé« von B. Schulé (Lausanne 1981). Seit 1986 war er Chordirektor am Théâtre Municipal Lausanne.

Schallplatten: Erato (Madrigale von Monteverdi), Fono (»Erkennen und Schaffen« von Sutermeister), VDE-Gallo (Bach-Kantaten), SMS (»Il Signor Bruschino«, Messe C-Dur von Beethoven)

 

9.7. Timothy NOLEN wird 75

Timothy NOLEN  als Sweeney Todd

Als Sweeny Todd

 Er ergriff zunächst den Beruf eines Volksschullehrers, ließ dann aber seine Stimme an der Manhattan School of Music und durch die Pädagogen Walter Blaser und Richard Fredricks in New York ausbilden. 1968 debütierte er bei der New Jersey Opera Newark als Figaro im »Barbier von Sevilla« von Rossini. Er trat bereits 1968 an der San Francisco Opera als Offizier in »Christopher Columbus« von D. Milhaud auf. Er trat dann an diesem Haus bis 1973 als Perückenmacher in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss, als Grégorio in »Roméo et Juliette« von Gounod, als Moralès in »Carmen«, als Montano in Verdis »Otello«, als 2. Nazarener in »Salome« von R. Strauss, als Sciarrone in »Tosca«, als Schaunard in »La Bohème«, als Ned Keene in »Peter Grimes« von B. Britten, als Marullo in »Rigoletto«  und als Prinz Paul in Offenbachs »La Grande Duchesse de Gerolstein«, 1976 als Figaro im »Barbier von Sevilla«, 1980 als Malatesta im »Don Pasquale« und 1990 als Dr. Falke in der »Fledermaus« auf. In den USA trat er an den Bühnen von Boston, Chicago, Houston (Texas), Minneapolis und Newark erfolgreich auf. 1974 erfolgte sein Europa-Debüt am Opernhaus von Rouen als Pelléas in »Pelléas et Mélisande«. Er war 1974-78 am Opernhaus von Köln engagiert. Er sang weiter an der Niederländischen Oper Amsterdam, in Bordeaux, Nantes und bei den Festspielen von Aix-en-Provence. In Amsterdam wirkte er 1974 in der Uraufführung der Oper »Das Bildnis des Dorian Gray« von Kox mit. 1981 gastierte er am Grand Théâtre Genf als Dandini in Rossinis »La Cenerentola«, 1985 an der City Opera New York als Casanova in der Uraufführung der Oper »Casanova’s Homecoming« von Dominick Argento, 1986 an der Oper von Chicago als Papageno in der »Zauberflöte«, 1989-90 auch als Dr. Falke. 1988 sang er beim Maggio Musicale von Florenz den Ned Keene, 1991 den Trinity Moses in »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« von K. Weill, 1991 am Teatro Massimo Palermo den Sileno in »Dafni« von Giuseppe Mulè, 1995, ebenfalls in Palermo, den Hans in »Der Traumgörge« von Zemlinsky, 1993 an der Oper von Nizza den Beckmesser in »Die Meistersinger von Nürnberg«. An der Oper von Houston/Texas wirkte er in den Uraufführungen der Opern »Willie Stark« von Carlisle Floyd (1981) und »A Quiet Place« von Leonard Bernstein (1985) mit, an der Chicago Opera in der von »McTeague« (1992) und »A View from the Bridge« (1999 als Alfieri), beide von William Bolcom. 1996 debütierte er an der Metropolitan Opera (als Krusina in Smetanas »Die verkaufte Braut«), an der er in insgesamt 18 Vorstellungen auch 2001-02 als Baron Zeta in Lehárs »Die lustige Witwe« und als Einäugiger in der »Frau ohne Schatten« von R. Strauss aufgetreten ist. 1998 gastierte er beim Santa Fé Festival als Somarone in »Béatrice et Bénédict« von Berlioz, an der Oper von St. Louis als Don Pasquale, an der Chicago Opera als Trinity Moses. 2000 sang er an der Chicago Opera den Dr. Falke, in Cincinnati den Don Magnifico in Rossinis Oper »La Cenerentola«. 2001 hörte man ihn am Teatro Carlo Fenice Genua als Trinity Moses. Aus seinem Bühnenrepertoire sind hervorzuheben: der Graf Almaviva wie der Figaro in »Figaros Hochzeit«, der Guglielmo in »Così fan tutte«, der Belcore in »L’Elisir d’amore«, der Titelheld in Monteverdis »L’Orfeo«, der Sharpless in »Madame Butterfly«, die Titelrolle in »Gianni Schicchi« von Puccini, der Escamillo in »Carmen«, der Kaiser von China in »Le Rossignol« von Strawinsky, der Ford in Verdis »Falstaff«, der Lothario in »Mignon« von A. Thomas, der Ramiro in »L’Heure espagnole« von Ravel und der Olivier im »Capriccio« von R. Strauss. Er hatte auch auf dem Gebiet des Musicals große Erfolge, so sang er am New Yorker Broadway in den Musicals »Sweeney Todd« von Stephen Sondheim und »The Phantom of the Opera« von Lloyd Webber. Neben seinem Wirken auf der Bühne wurde der Sänger durch seine Tätigkeit als Konzertsänger wie als Pädagoge bekannt.

Mitschnitte von Rundfunksendungen auf Privatmarken.

 

9.7. David ZINMAN wird 80

Er studierte Musiktheorie und Komposition am Oberlin Conservatory of Music und an der University of Minnesota und kam dort auch in Kontakt mit Tanglewood. In Maine arbeitete er 1958-62 mit Pierre Monteux zusammen und war 1961-64 dessen Assistent beim London Symphony Orchestra. Zinman war 1965-77 Hauptdirigent des Nederlands Kamerorkest, danach 1974-85 Musikdirektor des Rochester Philharmonic Orchestra und schließlich 1979-82 Chefdirigent des Rotterdams Philharmonisch Orkest. 1985-98 wirkte er als Musikdirektor des Baltimore Symphony Orchestra. Zusammen mit diesem Orchester nahm er zahlreiche bedeutende Musikproduktionen auf, darunter die Schumann-Sinfonien. Seit 1995 war er Chefdirigent des Zürcher Tonhalle-Orchesters. Dort hatte er große Erfolge (Beethoven-Sinfonien, Musik von Robert Schumann und Richard Strauss) in seinen Konzerten und wurde auch dank seiner CD-Einspielungen gefeiert. Im Herbst 2009 haben David Zinman und das Tonhalle-Orchester Zürich zusammen mit dem Komponisten Diego Baldenweg und dem Musikproduzenten Lionel Vincent Baldenweg einen aufwendigen Soundtrack für den Kinofilm 180° aufgenommen, welcher am Internationalen Filmfestival Locarno mit dem SUISA-Preis für die „beste Filmmusik 2010“ honoriert wurde.David Zinman lebt in New Jersey, USA, und in Zürich. Immer wieder dirigiert Zinman die renommierten amerikanischen Orchester von Boston, Cleveland, Los Angeles, Philadelphia, San Francisco und New York; in Europa gastiert er regelmäßig bei den Berliner Philharmonikern, beim Concertgebouw-Orchester Amsterdam, beim Londoner Philharmonia Orchestra, den Münchner Philharmonikern und dem Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks sowie dem Gewandhausorchester. 2014 nahm er in Zürich seinen Abschied.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.davidzinman.org/

 

10.7. Udo HOLDORF wird 70

Udo Holdorf als Balthasar Zorn in Bayreuth

Gesangstudium 1966-71 an der Musikhochschule Köln bei Ellen Bosenius und bei Josef Metternich, Vervollständigung dieser Ausbildung bei Maestro Francesco Carino in Düsseldorf. Bereits während dieser Ausbildung sang er einige kleinere Partien am Theater von Bonn. Zu seinem offiziellen Debüt kam es 1971 am Stadttheater von Würzburg als Titelheld in Verdis »Otello«. Für viele Jahre wirkte er dann seit 1973 als erster Heldentenor an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg. Hier wurde er als Edgardo in »Lucia di Lammermoor« von Donizetti, als Titelheld in »Andrea Chénier« von Giordano, als Canio im »Bajazzo«, als Prinz Kalaf in »Turandot« von Puccini, als Luigi in dessen Einakter »Il Tabarro«, als Herodes in »Salome« von R. Strauss, als Matteo in »Arabella«, ebenfalls von R. Strauss, als Hauptmann in »Wozzeck« von A. Berg, als Boris in »Katja Kabanowa« von Janácek, als Albert Gregor in »Die Sache Makropoulus« und als Broucek in »Die Ausflüge des Herrn Broucek« bekannt. Er übernahm auch Partien aus dem Charakterfach. Gastspiele am Stadttheater von Aachen (1975-76), am Opernhaus von Frankfurt a.M., in Stockholm, Brüssel und Paris. 1977 wirkte er in Düsseldorf in der deutschen Erstaufführung der Oper »Ein Engel kommt nach Babylon« von R. Kelterborn, 1988 in der von L. Berios »Un Re in ascolto« mit. In der Uraufführung der Oper »Die Wiedertäufer« von A. Goehr in Duisburg sang er den Jan Bockelson (19.4.1985). Ständiger Gast am Opernhaus von Zürich (u.a. 1988 als Ägisth in »Elektra«). Weitere Gastspiele an den Opern von Hamburg, Rio de Janeiro (1980 als Herodes), in New York, Atlanta City und Los Angeles. 1981-84 und 1986-88 wirkte er bei den Bayreuther Festspielen als Balthasar Zorn in »Die Meistersinger von Nürnberg« mit. 1992 gastierte er an der Staatsoper (Smetana-Theater) Prag als Herodes, 1995 in der Megaron-Halle in Athen als Hauptmann im »Wozzeck« von A. Berg. Er gastierte 1986 am Teatro Comunale Bologna als Herodes, nach seinem Übergang ins Charakterfach seine große Glanzrolle, 1981 am Teatro San Carlos Lissabon als Loge im »Rheingold«, an der Oper von Antwerpen 1983 als Capito in »Mathis der Maler« von P. Hindemith, an der Opéra de Wallonie Lüttich und am Teatro Municipale Reggio Emilia 1984 als Herodes. 1996-97 sang er an der Deutschen Oper am Rhein, an der Opéra de Wallonie Lüttich und in Istanbul abermals den Herodes, 1996 in Amsterdam und 1997 in Leipzig den Kommissar in »Die Nase« von Schostakowitsch, 1997 am Stadttheater von Augsburg den Hauptmann im »Wozzeck« von A. Berg, in Düsseldorf und 1998 in Duisburg den Loge. Bei den Salzburger Festspielen wirkte er 1998 als Jakob Schmidt in »Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny« von K. Weill mit. 1999 gastierte er am Stadttheater von Freiburg i.Br. wie am Teatro Colón Buenos Aires als Herodes. 2000 sang er an der Deutsche Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg den Vitek in »Die Sache Makropoulus« von Janácek und die Hexe in »Hänsel und Gretel«, 2001 am Opernhaus (Aalto-Theater) von Essen wie am Opernhaus von Bordeaux den Ägisth. Er entfaltete eine bedeutende Konzertkarriere, dazu war er im Bereich der Gesangspädagogik tätig.

Schallplatten: Capriccio (»Der Silbersee« von K. Weill).

 

10.7. Jerry HERMAN wird 85

Als Kind musikliebender Eltern erlernte er schon in frühen Jahren das Klavierspiel und zeigte früh Interesse für die damals bekannten Broadway-Musicals. Den Sommer verbrachte er oft im Ferienlager am Stissing-See in Berkshire County in den Appalachen im Westen des amerikanischen Bundesstaats Massachusetts, das von seinen Eltern (beide Lehrer) geleitet wurde. Dort beteiligte er sich als Leiter der Stücke Finians Regenbogen (Finian’s Rainbow) und Ein Baum wächst in Brooklyn (A Tree Grows in Brooklyn) zum ersten Mal an einer Theaterproduktion. Mit 17 Jahren wurde Herman Frank Loesser vorgestellt, einem zu jener Zeit bekannten amerikanischen Komponisten und Lyriker, der ihn, nachdem er seine ersten Kompositionen gehört hatte, zu weiterem Schaffen ermunterte. Jerry Herman verließ die Designschule Parsons, an der er angefangen hatte, um Architekt zu werden und schrieb sich an der Universität von Miami (in Coral Gables) ein, die in den USA über einen der renommiertesten Fachbereiche für Theater verfügte. Dort wurde in den 1970er Jahren das Universitätstheater The Ring (abgeleitet von der baulichen Form des Gebäudes) nach ihm in Jerry Herman Ring Theater umbenannt. 1960 machte Herman seinen Broadway-Einstieg mit der Revue From A to Z, bei der es auch Beiträge der Anfänger Woody Allen und Fred Ebb gab. Noch im selben Jahr wurde Herman von dem Produzenten Gerard Oestreicher angesprochen, der die Revue Parade gesehen hatte, und gefragt, ob er daran interessiert sei, ein Stück über die Gründung des Staates Israel zu schreiben. Das Ergebnis war sein erstes ausgereiftes Broadway-Musical Milk and Honey, mit Star Molly Picon im Jahr 1961. Das Musical wurde 543 Mal aufgeführt und erreichte beachtliche Beurteilungen. Er schrieb die Musik für die Broadway-Musical-Hits Hello, Dolly!,Mame und La Cage aux Folles. 2009 wurde Jerry Herman mit dem Tony Award für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.jerryherman.com/

 

11.7. Johannes WETZLER wird 80

Er besuchte zunächst die Volksschule und das Gymnasium in St. Ingbert. Als Hauptinstrumente lernte er Geige und Klavier. Das Abitur legte er in Trier ab. Es folgte ein Studium der Musikwissenschaften an der Hochschule für Musik in Saarbrücken. 1959-61 setzte er seine Studien an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien fort. Zu seinen Lehrern zählten neben Hans Swarowsky (dirigieren) auch Hans Gillesberger (Kirchen und Schulmusik) und Ferdinand Grossmann (Gesang). Die Studien schloss er mit der Prüfung zum Kapellmeister ab. Ein Engagement am damaligen, von Hermann Wedekind geleiteten Stadttheater Saarbrücken führte ihn wieder zurück ins Saarland. Dort stellte er seine musikalische Vielfältigkeit sowohl als Tenorbuffo sowie als Dirigent und Regie-Assistent unter Beweis. Ein dreijähriges Intermezzo bildete 1965-68 die Arbeit als Organist, Chorleiter und Küster in der katholischen Herz-Jesu Gemeinde der Pfarrei Altenwald. Eine weitere Station des Karrierewegs begann 1968 in Klagenfurt, wo er bis 1970 als Chordirektor und Kapellmeister tätig war. Seit Herbst 1970 leitete er, zunächst als Chordirektor und seit 1974 auch als Dirigent die musikalischen Geschicke des Landestheater Linz, dem er bis zum Eintritt des Ruhestandes 2001 treu blieb. Seine Schaffenszeit war von zahlreichen, teils umjubelten Aufführungen aus Oper, Operette und Musical geprägt. Neben dieser Tätigkeit engagierte sich Wetzler bis Ende 2011 als Chormeister der Linzer Singakademie, als Dirigent des Universitätsorchesters Linz sowie des Linzer Konzertvereins. 1989 erhielt Wetzler das Ehrenzeichen der Kohannes Kepler Universität Linz, 1995 das silberne Ehrenzeichen des Landes Oberösterreich. Johannes Wetzler lebt in Linz und hat die österreichische Staatsbürgerschaft angenommen. Er ist Vater zweier Söhne.

 

11.7. Jeanette PILOU wird 85

Jeanette PILOU

 Sie entstammte einer griechischen Familie; ihr eigentlicher Name war Joanna Pilós. Sie begann ihr Gesangstudium 1956 und erhielt ihre Ausbildung u.a. durch Carla Castellani in Mailand. Sie debütierte 1959 am Teatro Smeraldo in Mailand als Violetta in »La Traviata«. Sie trat dann in Cremona, in Lausanne und in Lissabon auf. Ihre Bühnenkarriere nahm eine schnelle Entwicklung. Sie erregte bald Aufsehen beim Wexford Festival und 1965 bei ihrem ersten Gastspiel an der Staatsoper von Wien als Mimi in »La Bohème«; bis 1979 war sie an der Wiener Oper in insgesamt 167 Vorstellungen als Traviata, als Micaela in »Carmen«, als Nedda im »Bajazzo«,als Butterfly, als Nannetta im »Falstaff« von Verdi, als Mélisande in »Pelléas et Mélisande« von Debussy, als Marguerite im »Faust« von Gounod, als Susanna in »Le nozze di Figaro«, als Liu in Puccinis »Turandot«, in den drei Frauenrollen in Gottfried von Einems Oper »Der Prozess«, als Zerline wie als Donna Elvira im »Don Giovanni« und in der Titelrolle in »Manon« von Massenet zu hören. Sie trat an der Mailänder Scala (1974 als Marzelline im »Fidelio« und 1977 als Marguerite im »Faust« von Gounod), am Teatro Regio Turin (1972 als Manon von Massenet, 1975 als Micaela), am Teatro Massimo Palermo (1965 als Butterfly, 1974 als Marguerite), am Teatro Fenice Venedig (1963 als Mimì), am Teatro Comunale Bologna (1971 als Magda in Puccinis »La Rondine«) und am Teatro Margherita Genua (1967 als Leila in »Les pêcheurs de perles« von Bizet) auf. Weitere Gastspiele an der Grand Opéra Paris (1973 als Eurydice in »Orphée et Eurydice« von Gluck, 1974 als Mimì und 1974-75 als Manon von Massenet), am Théâtre de la Monnaie Brüssel (1965), an der Oper von Marseille (1979), am Teatro Liceu Barcelona,am Teatro San Carlos von Lissabon, an der Opernhäusern von Köln, Hannover, Hamburg und an der Niederländischen Oper Amsterdam (1964 als Traviata und als Suzel in »L’Amico Fritz«  von Mascagni). Sie gastierte in den Jahren 1966-72 häufig an der Oper von Budapest, auch am Teatro Colón Buenos Aires. An der Oper von San Francisco hörte man sie in der Spielzeit 1968-69 als Zerline im »Don Giovanni«, als Butterfly, als Traviata und als Mélisande. Große Erfolge bei den Festspielen von Aix-en-Provence, Wiesbaden, Verona (1977 als Juliette in »Roméo et Juliette« von Gounod), Edinburgh und Athen. 1967 erfolgte ihr Debüt an der Metropolitan Oper New York als Juliette in »Roméo et Juliette« von Gounod. Bis 1986 sang sie in acht Spielzeiten elf Partien in 79 Vorstellungen: die Traviata, die Nannetta, die Susanna, die Micaela, die Marguerite, die Nedda, die Butterfly, die Zerline im »Don Giovanni«, die Mimì und die Mélisande.1971 erfolgte dann auch ihr Debüt an der Londoner Covent Garden Oper als Butterfly. 1972 gastierte sie an der Opera Scotland als Mélisande. 1973 sang sie an der Oper von Monte Carlo in der Uraufführung der Oper »La Reine morte« von Renzo Rosselini die Partie der Ines de Castro, 1974 die Adina in »L’Elisir d‘amore«, 1976 die Micaela und 1977 die Manon von Massenet.In Nordamerika gastierte sie auch an den Opernhäusern von Chicago, New Orleans, Houston (Texas) und Philadelphia.1998 sang sie in der Megaron Mousikis Halle in Athen die Mélisande. Aus ihrem Repertoire für die Bühne ist ergänzend die Titelrolle in »Manon Lescaut« von Puccini zu nennen. Bedeutende Karriere auch als Konzertsopranistin.

Ihre vor allem im lyrischen Repertoire, aber auch in dramatischen Szenen geschätzte Stimme ist auf Schallplatten der Marke Erato zu hören (Micaela in »Carmen«), auf Myto in der Titelrolle von Massenets »Manon«.

 

12.7. Sylvia SÁSS wird 65

Sylvia SASS als Tosca

 Sie erhielt ihre Ausbildung an der Musikakademie von Budapest bei Ferenc Révhegyi. Sie debütierte 1971 an der Budapester Nationaloper als Frasquita in »Carmen«. Seither große Erfolge an diesem führenden ungarischen Opernhaus. Sie gastierte 1972 sehr erfolgreich an der Nationaloper von Sofia als Violetta in »La Traviata«. 1974-75 trat sie bei den Festspielen von Salzburg in Mozart-Konzerten auf. 1975 sang sie bei der Scottish Opera Company die Desdemona in Verdis »Otello«, 1976 an der Londoner Covent Garden Oper London die Giselda in Verdis »I Lombardi«, 1977 die Traviata. 1976 sang sie bei den Festspielen von Aix-en-Provence wiederum die Traviata. 1977 erfolgreiches Debüt an der Metropolitan Oper New York als Tosca, blieb dort aber nur während einer Spielzeit und sang keine weitere Partie mehr. Sie wurde an den Staatsopern von Wien (1975 als Mimì in »La Bohème« und 1984 als Tosca), Hamburg und München wie an den Opern von Köln und Frankfurt a.M. gefeiert. Rolf Liebermann holte sie an die Pariser Opéra, wo sie als Traviata einen Höhepunkt in ihrer Karriere erreichte und 1982 als Juliette in »Roméo et Juliette« von Gounod gastierte. 1978 Gastspiele und Konzerte in den USA, 1979 Liederabend in der Londoner Wigmore Hall. 1986 hörte man sie in Toronto als Lady Macbeth in »Macbeth« von Verdi, 1989 in Montpellier, in Metz und im englischen Fernsehen BBC als Judith in »Herzog Blaubarts Burg« von B. Bartók. Im gleichen Jahr trat sie an der Oper von Budapest als Salome von R. Strauss auf. Zu ihren weiteren Glanzrollen zählten die Donna Anna im »Don Giovanni« und die Fiordiligi in »Così fan tutte«. Weitere Partien aus ihrem Repertoire für die Bühne: die Poppea in Monteverdis »L’Incoronazione di Poppea«, die Norma, die Elisabetta in Verdis »Don Carlos«, die Turandot von Puccini und die Mutter in der Oper »Moses« von Zsolt Durko, die sie 1977 in der Uraufführung an der Nationaloper Budapest kreierte. Sie gab Konzerte mit Wagner- und Richard Strauss-Programmen und sang 1989 in der Wigmore Hall London Lieder von F. Liszt und R. Strauss; 1990 gab sie dort wiederum ein Konzert. – Neben der Klangfülle ihrer Sopranstimme und der hinreißenden Dramatik des Vortrages wirkte auf der Bühne die Aussagekraft ihrer Darstellung. Große Oratorien- und Liedersängerin.

Erste Aufnahmen erschienen auf der ungarischen Marke Hungaroton (integrale Opern »Ernani«, »Macbeth« und »I Lombardi« von Verdi, »Belfagor« von O. Respighi, »Medea« von Cherubini, »Herzog Blaubarts Burg« von B. Bartók, »Hunyadi Laszlo« von F. Erkel, Wesendonck-Lieder von R. Wagner, »Vier letzte Lieder« von R. Strauss); dann kam eine Arienplatte auf Decca heraus. Sang auf dieser Marke auch in vollständigem »Don Giovanni« und Lieder von B. Bartók, auf Philips in »Stiffelio« von Verdi, »Norma« von Bellini, im »Trittico« von Puccini und in »Herzog Blaubarts Burg«. Mitschnitte von Opernaufführungen auf HRE (»I Lombardi« und »Macbeth« von Verdi), Gala (Lady Macbeth in Verdis »Macbeth«, Turin 1977) und Legendary Recordings (»La Traviata«).

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://sylvia-sass.com/

 

12.7. Der Bariton Carlos FULLADOSA wird 85

 

12.7. André LAPORTE wird 85

 Biografie des belgischen Komponisten auf Englisch: https://en.wikipedia.org/wiki/Andr%C3%A9_Laporte

 

13.7. Krystyna MICHALOWSKA wird 70

Krystyna Michalowska

 Sie wurde an der Musikhochschule von Gdansk (Danzig) ausgebildet. Sie debütierte 1970 am Theater von Bydgoszcz (Bromberg) als Azucena im »Troubadour«. Es folgten Engagements an den Operntheatern von Szczecin (Stettin), Poznan (Posen) und am Baltischen Opernhaus Gdansk (Danzig). Es kam zu erfolgreichen Gastspielen an Opernbühnen in Ost-Deutschland, in Bulgarien, Rumänien, in der Sowjetunion und in der CSSR. Nachdem sie mit dem Ensemble der Baltischen Oper Gdansk am Stadttheater von Bremen (als Leonora in Donizettis »La Favorita«) gastiert hatte, schlossen sich weitere Gastspiele in Westeuropa an; so sang sie u.a. beim Mai Musical von Bordeaux. 1980 wurde sie Mitglied des Stadttheaters von Bielefeld, dem sie seither angehörte. Ihr Wirken an diesem Haus fiel in eine künstlerische Blütezeit dieses Theaters. 1990 wirkte sie dort in der deutschen (und europäischen) Erstaufführung der Oper »Yerma« von H. Villa-Lobos mit, am 20.4.1991 in der Uraufführung der Oper »Katharina Blum« von Thilo Medek. Von ihren zahlreichen Opernpartien seien die Carmen, die Eboli in Verdis »Don Carlos«, die Lady Macbeth in dessen »Macbeth«, die Maddalena im »Rigoletto«, die Ulrica im »Maskenball«, die Preziosilla in »La forza del destino«, die Marchesa del Poggio in »Un Giorno di Regno« von Verdi, die Fides in Meyerbeers »Le Prophète«, die Rosina im »Barbier von Sevilla«, die Hexe Sycorax im »Faust« von Louis Spohr (Bielefeld 1993), die Kontschakowna in »Fürst Igor« von Borodin, die Olga, die Larina wie die Filipjewna im »Eugen Onegin«, die Hexe in »Rusalka« von Dvorák, die Laura in »La Gioconda« von Ponchielli, die Dalila in »Samson et Dalila« von Saint-Saëns, die Sara in »Roberto Devereux« von Donizetti, die Santuzza in »Cavalleria rusticana« und die Amme in der »Frau ohne Schatten« von R. Strauss genannt. Die Künstlerin brachte eine erfolgreiche Karriere als Konzert- und Liedersängerin zur Entwicklung. Sie wirkte in zahlreichen Sendungen des polnischen Rundfunks mit, von denen Mitschnitte vorhanden sind.

 

13.7. Albert HARTINGER wird 70

Albert HARTINGER

 Er betrieb zunächst ein wissenschaftliches Studium, das sich auf die Fachgebiete Pädagogik und Psychologie erstreckte und schloss es mit dem Doktorat ab. Er ließ seine Stimme am Salzburger Mozarteum ausbilden, wobei auch bei diesem Studium pädagogische Elemente im Vordergrund standen. Dazu widmete er sich der authentischen Interpretation der frühen und der Barock-Musik. Diese beiden Bestrebungen waren auch für seine weitere Karriere bestimmend. 1970 gewann er den vom Salzburger Mozarteum veranstalteten Mozart-Concours. Er gab zahlreiche Konzerte in Österreich, in Deutschland und in Italien und trat in diesen wie in Rundfunksendungen als Solist in Oratorien, in geistlichen Musikwerken, in Kantaten und Liedern auf. Er war Mitglied des Salzburger Barock-Ensembles, Direktor der Bach-Gesellschaft in Salzburg und bekleidete eine Professur am dortigen Mozarteum. Auf der Bühne kam es nur zu gelegentlichen Auftritten, so 1968-71 bei den Festspielen von Salzburg als Anima dannata in »Rappresentatione di Anima e di Corpo« von E. de Cavalierii. 1990 wirkte er bei den gleichen Festspielen in einem Kirchenkonzert mit. 2001 leitete er ein Kirchenkonzert bei den Salzburger Festspielen.

 

14.7. Der Bariton Giuseppe RIVA wird 70

 

14.7. Gustave BOTIAUX wird 90

Gustave Botiaux

 Ausbildung am Conservatoire National de Paris. Zu seinem Debüt kam es 1955 am Théâtre de la Monnaie Brüssel in der Rolle des Pinkerton in Puccinis »Madame Butterfly«. Nachdem er dort bis 1956 aufgetreten war, begann er 1956 seine Karriere an den beiden großen Opernhäusern der französischen Metropole, der Grand Opéra und der Opéra-Comique Paris. 1961 gastierte er mit dem Ensemble der Grand Opéra in Japan, wobei er als Don José in »Carmen« Aufsehen erregte. Sehr erfolgreich gestalteten sich zahlreiche Gastspiele an den großen französischen Provinztheatern, in Bordeaux und Toulouse, in Marseille und Straßburg, in Nancy und Vichy. Er gastierte auch in Nordafrika, in Italien, in der Schweiz, in Deutschland und in der Sowjetunion. 1972 nahm er von der Bühne Abschied. Von seinen Bühnenpartien verdienen der Faust von Gounod, der Roméo in »Roméo et Juliette«, der Vasco in Meyerbeers »Afrikanerin«, der Titelheld in »Sigurd« von Reyer, der Herzog im »Rigoletto«, der Alfredo in »La Traviata«, der Radames in »Aida«, der Turiddu in »Cavalleria rusticana«, der Cavaradossi in »Tosca«, der Dick Johnson in Puccinis »La fanciulla del West« und der Lohengrin besondere Erwähnung. Verheiratet mit der Sopranistin Jacqueline Silvy (* 1924).

Schallplatten: Orphée (Recital), Vogue (Recital sowie Ausschnitte aus »Faust«, »Sigurd« und »Tosca«).

 

14.7. Jan KRENZ wird 90

Während des Krieges lernte er Klavier bei Zbigniew Drzewiecki und Komposition bei Kazimierz Sikorski. Er studierte 1945–47 in der Staatlichen Musikhochschule in Lódz Dirigieren bei Kazimierz Wilkomirski und Komposition bei Kazimierz Sikorski. Ab 1949 war er Assistent des Direktors des Kattowitzer Großen Rundfunksinfonieorchesters, Grzegorz Fitelberg, nach dessen Tod 1953–68 Dirigent und Direktor des Orchesters. Ab 1967 war er Erster Dirigent und ab 1968 auch künstlerischer Leiter der Warschauer Oper, 1979–82 Generalmusikdirektor in Bonn. Er leitete auch 1979–82 das Danmarks Radio Orchester in Kopenhagen. Als ständiger Gastdirigent leitete er 1983–85 das Rundfunkorchester Hilversum. Er trat oft mit dem Yomiuri Nippon Symphony Orchestra in Tokio auf. Er dirigierte das Detroit Symphony Orchestra, die Berliner Philharmoniker, die Leningrader Philharmoniker und das Koninklijk Concertgebouworkest Amsterdam. Neben der Tätigkeit als Dirigent beschäftigt sich Jan Krenz auch mit dem Komponieren. Sein erstes Streichquartett schrieb er als Siebzehnjähriger im Jahre 1943.

 

15.7. Melvyn POLL wird 75

 Sein Gesangstudium erfolgte bei Gustave Stern in Seattle, dann bei Marinka Gurewich, bei Elsa Seyfert und bei Martin Rich in New York. Zuvor hatte er Rechtswissenschaften studiert und sich bereits als Rechtsanwalt betätigt. 1971 kam er zu seinem Bühnendebüt am Pfalztheater von Kaiserslautern in der Partie des Rodolfo in Puccinis »La Bohème«. Später sang er vor allem an der New York City Opera; er gastierte an nordamerikanischen Theatern wie an der Oper von Tel Aviv. In seinem Bühnenrepertoire berücksichtigte er in erster Linie lyrische Partien aus dem Bereich der italienischen Oper wie den Edgardo in »Lucia di Lammermoor«, den Pinkerton in »Madame Butterfly«, den Alfredo in »La Traviata«, er konnte sich aber auch als Faust in der Oper gleichen Namens von Gounod und in zahlreichen weiteren Aufgaben aus dem Bühnen- wie dem Konzertrepertoire auszeichnen.

 

16.7. Mary LLOYD-DAVIES wird 65

Mary LLOYD-DAVIES

Sie studierte am Royal College of Music bei Ruth Packer und in Paris bei Pierre Bernac. Ihr erstes Engagement hatte sie beim Vermont Opera Theatre. Gastspiele führten sie an die Welsh National Opera, die Covent Garden Opera London, die Chelsea Opera, die English National Opera, die Scottish Opera (1987 Lady Macbeth in Verdis »Macbeth«), die New Sussex Opera, die Mid-Wales Opera, die Pocket Opera Nürnberg, die Bastille Opéra Paris (1992 Titelrolle in »Elektra« von R. Strauss), die Oper Nürnberg, das Edinburgh Festival und nach Houston. Bei den Bayreuther Festspielen sang sie 1994-97 die Ortlinde in der Walküre..

 

16.7. Carmen FAVRE wird 90

 Sie erhielt ihre Gesangsausbildung durch Jascha Galperin in Buenos Aires und debütierte, von diesem am Klavier begleitet, 1950 in einem Konzert im Salón Dorado des Teatro Colón Buenos Aires. Sie wurde bald eine der bekanntesten argentinischen Konzertsängerinnen ihrer künstlerischen Generation, wobei sie im Konzertsaal ein sehr vielseitiges Repertoire vortrug. So hörte man sie oft in der Briefszene der Tatjana aus Tschaikowskys »Eugen Onegin«, aber auch in Werken zeitgenössischer argentinischer Komponisten. Sie trat in Südamerika (Montevideo) und auch in Europa auf, u.a. 1961 in Gibraltar, Madrid und Mailand; sie gab Konzerte beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Essen. 1970 sang sie am Teatro Municipal in Rio de Janeiro in der Uraufführung der Kantate »Dias que son condena« von Fernando González Casellas. 1991 trug sie in Buenos Aires in einem Gala-Liederabend sämtliche Lieder von Gabriel Fauré vor. 1975-79 wirkte sie als Pädagogin am Instituto Superior de Arte des Teatro Colón Buenos Aires; seit 1987 bekleidete sie eine Professur am Conservatorio Nacional Carlos López Buchardo.

 

17.7. Peter MANNING wird 60

Informationen über den britischen Dirigenten auf seiner Homepage:

http://petermanningconductor.com/

 

17.7. Jürgen FLIMM wird 75

Er studierte in Köln Theaterwissenschaft, Germanistik und Soziologie. 1968 wurde er Regieassistent an den Münchner Kammerspielen, dann Spielleiter am Nationaltheater Mannheim und 1973 Oberspielleiter am Thalia Theater Hamburg. 1979 wurde er Intendant des Kölner Schauspiels. 1985 kehrte er als Intendant an das Thalia Theater zurück, das er fünfzehn Jahre lang leitete und zu einem der künstlerisch und wirtschaftlich erfolgreichsten Sprechtheater Deutschlands machte.Luigi Nonos »Al gran sole carico d’amore« war 1978 seine erste Opernarbeit in Frankfurt. 1981 folgte Offenbachs »Les contes d’Hoffmann« an der Hamburgischen Staatsoper, 1990 in Amsterdam »Così fan tutte«. Hier arbeitete er zum ersten Mal mit Nikolaus Harnoncourt zusammen, der seitdem sein wichtigster künstlerischer Partner wurde. Am Teatro alla Scala in Mailand (1997 »Wozzeck« von A. Berg und 2015 »Otello« von Rossini), der Metropolitan Opera New York (2000 »Fidelio«, 2004 »Salome« von R. Strauss), dem Royal Opera House Covent Garden London, der Lyric Opera of Chicago, der Staatsoper Unter den Linden Berlin, dem Opernhaus Zürich sowie der Wiener Staatsoper (1991 »Der ferne Klang« von Fr. Schreker, 2001 »Roméo et Juliette« von Gounod, 2002 »Der Riese von Steinfeld« von Fr. Cerha und 2012 »La clemenza di Tito« von Mozart) und der Hamburgischen Staatsoper hat Jürgen Flimm in den vergangenen Jahren inszeniert. Im Sommer 2000 erarbeitete er bei den Bayreuther Festspielen einen neuen »Ring«.
1987 begann die Zusammenarbeit mit den Salzburger Festspielen mit Raimunds »Der Bauer als Millionär«. Es folgten 1989 »Das Mädl aus der Vorstadt« von Johann Nestroy, 1991 Hofmannsthals »Der Schwierige«, 1993 Monteverdis »L’incoronazione di Poppea«, 2004 Purcells »King Arthur«, 2006 Mozarts »Lucio Silla« und 2009 Rossinis »Moïse et Pharaon«.
2010 inszenierte er »Wissen Sie, wie man Töne reinigt? Satiesfactionen« in der Werkstatt der Staatsoper im Schiller Theater Berlin und 2011 Händels »Il trionfo del Tempo e del Disinganno« in der Staatsoper im Schiller Theater. Im Juni 2014 inszenierte er Salvatore Sciarrinos »Macbeth« auf der Baustelle der Berliner Staatsoper Unter den Linden. Im Oktober 2014 inszenierte Jürgen Flimm Giacomo Puccinis »Manon Lescaut« am Mikhailovsky Theater in St. Petersburg und 2015 Mozarts »Le nozze di Figaro« an der Staatsoper im Schiller Theater. Im März 2016 inszenierte er dort Glucks »Orfeo ed Euridice«.
Jürgen Flimm war Professor an der Universität Hamburg und ist Mitglied der Akademien der Künste in Hamburg, München, Berlin und Frankfurt sowie Ehrendoktor der Universität Hildesheim. Zu seinen Auszeichnungen zählen u. a. der Grimme-Preis, die Medaille für Kunst und Wissenschaft der Freien und Hansestadt Hamburg, der Konrad-Wolf-Preis der Akademie der Künste Berlin, den Max-Brauer-Preis der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S., das Bundesverdienstkreuz sowie das Österreichische Ehrenkreuz für Kunst und Wissenschaft und das Ehrenzeichen des Landes Salzburg. 1999-2003 war Jürgen Flimm Präsident des Deutschen Bühnenvereins. 2002-04 Leiter des Schauspiels der Salzburger Festspiele. 2005-08 leitete er die Ruhrtriennale und 2007-10 Intendant der Salzburger Festspiele. Seit September 2010 ist er Intendant der Staatsoper Unter den Linden. Zu seinen Buchveröffentlichungen zählen u. a. »Götterdämmerung« (Propyläen Verlag 2000), »Theatergänger« (Steidl Verlag 2004), »Theaterbilder« (Steidl Verlag 2008), »Das Salzburger Kapitel« (Müry Salzmann Verlag 2010) und »Die gestürzte Pyramide« (Müry Salzmann Verlag 2010).

 

18.7. Der Bassist Giovanni ANTONINI wird 85

 19.7. Giancarlo CECCARINI wird 65

 Er arbeitete zunächst als Elementarschullehrer, sang dann in einem Chor seiner Heimatstadt Pisa und ließ gleichzeitig seine Stimme durch die Pädagogin Liliana Bardelli ausbilden. Nachdem er erfolgreich an Gesangwettbewerben in Reggio Emilia und in Spoleto teilgenommen hatte, kam seine Ausbildung in der Opernschule der Oper von Rom bei Maestro Rigacci zum Abschluss. 1975 debütierte er in Spoleto als Belcore in Donizettis »L‘Elisir d’amore« und hatte dort erste Erfolge als Marcello in »La Bohème« und in Cimarosas »Il maestro di capella«. 1976 sang er am Teatro Fenice Venedig den Osmano in »L’Ormindo« von Cavalli und am Teatro Comunale von Terni den Tancredi in Monteverdis »Il combattimento di Tancredi e Clorinda«. Die letztgenannte Partie hat er im Lauf seiner Karriere immer wieder zum Vortrag gebracht, u.a. in Bologna, in Zürich (1978 zusammen mit Cathy Berberian), in Mantua, Cremona, Bari und am Opernhaus von Frankfurt a.M. (1980). Seit 1977 wirkte er in mehreren Opernsendungen des Schweizer Rundfunks in Lausanne wie in Lugano mit, darunter in Werken wie »La Gazzetta« von Rossini und in »I pazzi per progetto« von Donizetti. Der Eustacchio in dieser Donizetti-Oper wurde eine weitere Glanzrolle des Sängers. Den Eustacchio wie den Podestà in »Le docteur miracle« von Bizet sang er u.a. auch 1980 als Gast in San Remo, ebenso am Teatro Margherita Genua (1980), wo er dazu als Titelheld in Puccinis »Gianni Schicchi« auftrat. 1979-81 nahm er an Gastspieltourneen in Süditalien teil, 1981 an einer ähnlichen Tournee in Westdeutschland. Er setzte seine Karriere an italienischen Theatern (Ferrara, Livorno, Monza, Foggia) fort und gastierte 1982 in San Remo als Nabucco in Verdis Oper gleichen Namens.

Schallplatten: UORC (Eustacchio in »I pazzi per progetto«), Nuova Era (»Turandot« von Puccini, Filippo in »La Gazzetta« von Rossini), Agorá (»Il fanatico burlato« von Cimarosa).

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://giancarloceccarinibaritono.blogspot.co.at/

 

20.7. Marta STUKUS-KOSMALA wird 65

 Biographie der polnischen Altistin auf Polnisch; http://www.e-teatr.pl/pl/osoby/23979.html

 

20.7. Gregory DEMPSEY wird 85

Gregory DEMPSEY

 Er erlernte den Beruf eines Silberschmieds, wurde dann jedoch in Australien Schüler der Gesangpädagogen Mavis Kruger, Annie und Heini Portnoj. Bühnendebüt 1954 an der National Opera of Victoria (Australien) als Don Ottavio im »Don Giovanni«. 1956 Australien-Tournee mit der Elizabethan Opera Company, bei der er vor allem in Mozart-Opern auftrat. 1957-58 sang er bei der gleichen Gesellschaft u.a. den Rodolfo in »La Bohème«, den Cavaradossi in »Tosca«, den Hoffmann in »Hoffmanns Erzählungen«, den Don José in »Carmen« und den Florestan im »Fidelio«. Auch in den Jahren 1960 und 1962 war er wieder bei dieser Wanderoper zu hören. International bekannt wurde er seit 1962 nach seinem Auftreten an den führenden englischen Opernbühnen. So sang er, zuerst an der Sadler’s Wells Opera, dann an der Covent Garden Oper London, bei der English National Opera London, an der Welsh Opera Cardiff, der Scottish Opera Glasgow und beim Festival von Edinburgh. Bei der Scottish Opera Glasgow sang er 1962-78 den Hans in Smetanas »Die verkaufte Braut«, den Monostatos in der »Zauberflöte«, den Bob Boles in B. Brittens »Peter Grimes«, den Boconnion in »The Mines of Sulphur« von Richard Rodney Bennett (den er bereits am 24.2.1965 an der Sadler’s Wells Opera London in der Uraufführung kreiert hatte), den Albert Herring in der gleichnamigen Oper von B. Britten, den Tom Rakewell in »The Rake’s Progress« von Strawinsky, den Florestan, den Peter Quint in Brittens »The Turn of the Screw«, den Énée in »Les Troyens« von H. Berlioz, den Lysander in Brittens »A Midsummer Night’s Dream«, den Mime im Nibelungenring, den David in »Die Meistersinger von Nürnberg«, den Stewa in Janáckes »Jenufa« und die Hexe in »Hänsel und Gretel«. An der Covent Garden Oper London debütierte er 1972 als Laça in Janáceks »Jenufa«. Als Interpret der Werke von Benjamin Britten erwarb er sich vor allem bei den Festspielen von Aldeburgh einen Namen. Hier sang er auch 1967 in der Uraufführung der Oper »The Decision« von Thea Musgrave. 1964 sang er an der Sadler’s Wells Opera London in der englischen Erstaufführung der Oper »Die Sache Makropoulos« von Janácek. 1966 gab er als Albert Gregor in »Die Sache Makropoulos« sein US-Debüt an der Oper von San Francisco, an der er 1970 auch den Tom Rakewell gastierte. 1974 wirkte er bei der English National Opera London in der englischen Erstaufführung von H.W. Henzes »Die Bassariden« mit, am 6.9.1977 beim Edinburgh Festival in der Uraufführung der Oper »Mary Queen of the Scots« von Thea Musgrave in der Partie des James Hepburn. 1986 gastierte er in Sydney als Bob Bowles. Auf der Bühne als Mozart-Interpret wie überhaupt als lyrischer Tenor, im Konzertsaal in einem vielfältigen Programm aufgetreten. Weitere Bühnenpartien: Tambourmajor im »Wozzeck« von A. Berg, Peter Grimes in der Oper gleichen Namens von B. Britten, Hirt in »König Roger« von Szymanowski, Mark in »The Midsummer Marriage« von M. Tippett (Adelaide 1978), Skuratow in Janáceks »Aus einem Totenhaus«.

Schallplatten: HMV, Decca (»Billy Budd« von Benjamin Britten), EMI (Nibelungen-Ring).

 

21.7. Ian JUDGE wird 70

 Informationen über den britischen Opernregisseur auf seiner Homepage: http://www.ianjudge.com/

 

23.7. Maria BROJER wird 60

Informationen über die österreichische Sopranistin auf ihrer Homepage:

http://www.maria-brojer.at/

 

23.7. Gloria SCALCHI wird 60

Gloria Sclachi

Sie entstammte einer Künstlerfamilie; die berühmte Altistin Sofia Scalchi (1850-1924) gehörte zu ihrer Verwandtschaft. Sie wurde zunächst durch ihren Vater ausgebildet und war dann Schülerin von Iris Adami-Corradetti in Padua. Ergänzende Studien an der Rossini-Akademie in Pesaro und bei Josef Metternich in München. Sie trat bereits 1977 am Teatro Verdi in Triest in einer kleinen Rolle in Mascagnis »Iris« auf, 1981 übernahm sie am gleichen Haus eine Partie in der »Walküre«. 1985 gastierte sie am Teatro Margherita in Genua, 1987 beim Festival von Spoleto als Tezeuco in »Montezuma« von Graun. Einen ersten großen Erfolg hatte sie 1988 am Teatro Bellini Catania als Angelina in Rossinis »La Cenerentola«. Es schlossen sich Auftritte an der Oper von Rom (Emma in »Zelmira« von Rossini unter Philip Gossett und Andromaca in »Ermione«, ebenfalls von Rossini) und mit dem Concertgebouworchest Amsterdam (Orsini in einer konzertanten Aufführung von Donizettis »Lucrezia Borgia« 1991) an. Am Teatro Filarmonico Verona gastierte sie wiederum in zwei der schwierigen Rossini-Partien für Koloratur-Contralto, der Rosina im »Barbier von Sevilla« und der Angelina, am Teatro Comunale Bologna 1991 als Sinaide in Rossinis »Mosè in Egitto« (und als Charlotte im »Werther«von Massenet), beim Rossini-Festival in Pesaro 1990 als Somira in »Ricciardo e Zoraide«, 1992 als Arsace in »Semiramide«, 1993 als Calbo in Rossinis »Maometto II.«, eine Partie, die sie dann auch 1994 an der Mailänder Scala übernahm. 1991 hörte man sie am Teatro Donizetti Bergamo als Leonora in Donizettis »La Favorita«, 1992 am Teatro Carlo Felice Genua als Rosina, 1993 als Sara in »Roberto Devereux« von Donizetti, im Palais Garnier (Grand Opéra) Paris 1992 als Rosina, 1993 am Teatro San Carlo Neapel als Amaltea in »Mosè in Egitto« von Rossini, 1994 in Bologna als Elisabetta in Donizettis »Maria Stuarda«, und als Charlotte im »Werther«. 1995 erschien sie beim Festival von Macerata einmal mehr als Rosina, 1996 am Teatro Massimo Palermo als Pippo in »La gazza ladra« von Rossini. In den USA trat sie in der New Yorker Carnegie Hall in einer konzertanten Aufführung von »Ermione« auf. 1992 sang sie als Antrittsrolle an der Metropolitan Oper New York den Arsace in »Semiramide«; man hörte sie dort 1996 auch als Preziosilla in Verdis »La forza del destino«. An der Oper von Monte Carlo sang sie 1991 die Sara, in Paris Solopartien in der Petite Messe solennelle von Rossini und in »Juditha triumphans« von Vivaldi, in Wien im Requiem D-Moll von Cimarosa.1994 gastierte sie als Rosina an der Wiener Staatsoper. 1995 gastierte sie am Teatro Colón Buenos Aires als Leonora in »La Favorita«, als Romeo in »I Capuleti e i Montecchi« von Bellini und als Pippo, 1996 in Messina wieder als Leonora, in Mexico City als Cenerentola. 1997 am Teatro Municipale Piacenza als Adalgisa in Bellinis »Norma« zu Gast, ebenso 1997 an der Berliner Staatsoper in der Titelrolle von Rossinis »Tancredi«, an der Staatsoper Dresden als Sara, 1998 an der Oper von Rom als Leonora in »La Favorita«, am Teatro Carlo Felice Genua als Rosina. 1998 nahm sie an der Japan-Tournee des Teatro Comunale Bologna (als Eboli in Verdis »Don Carlos«) teil. 1999 übernahm sie am Teatro Massimo Palermo in der wieder entdeckten Oper »Alahor in Granata« von Donizetti die Rolle des Hassem, 2000 an der Deutschen Oper Berlin die Isabella in Rossinis »L’Italiana in Algeri«, bei den Festspielen von Verona die Fenena in Verdis »Nabucco«. Zu den weiteren Bühnenpartien der Sängerin zählten die Enriquetta in Bellinis »I Puritani«, die Princesse de Bouillon in »Adriana Lecouvreur« von Cilea und die Maddalena im »Rigoletto«.

Schallplatten: Decca (»Il Tabarro« und »Suor Angelica« von Puccini), Cetra (Arsace in »Semiramide«, Titelrolle in »La Favorita« von Donizetti), Ricordi (»Juditha triumphans« von Vivaldi), Serenissima (»Maria Stuarda« von Donizetti), Orfeo (Verdi-Requiem).

Weitere Informationen auf ihrer Homepage: http://gloriascalchi.weebly.com/index.html

 

24.7. Adelheit SCHAER wird 90

 Sie studierte 1948-51 bei Dora Wyss in Zürich, 1952-57 an der dortigen Musikakademie bei Martha Frank, 1957-60 bei Lotte Medicus, später noch bei Sylvia Gähwiller in Zürich und in Kursen bei Franziska Martienssen-Lohmann in Luzern. Bereits 1954 war sie Preisträgerin beim Internationalen Gesangwettbewerb in Genf. 1957-59 war sie am Theater von St. Gallen engagiert; sie trat als Gast am Opernhaus von Zürich (1960 als 2. Norn in der »Götterdämmerung«), an den Theatern von Luzern, Basel und Bern, an der Wiener Volksoper und an der Zürcher Kammeroper auf. Zu ihren Bühnenpartien zählten die Ulrica in Verdis »Maskenball«, die Emilia in dessen »Otello«, die Lady Pamela in »Fra Diavolo« von Auber, die Wirtin im »Boris Godunow« (Basel), die Türkenbaba in »The Rake’s Progress« von Strawinsky, die Margarita in »Die vier Grobiane« von Wolf-Ferrari, die Suzuki in »Madame Biutterfly« (Zürich), die Christine in »Die schwarze Spinne« von H. Sutermeister, die Mrs. Herring in »Albert Herring« von B. Britten und die Hippolyta in »A Midsummer Night’s Dream« vom gleichen Komponisten (Zürich). In der Spielzeit 1958-59 trat sie am Stadttheater von St. Gallen in der Schweizer Erstaufführung der Oper »Die Heirat« von B. Martinù (als Fjokla Iwanowna) auf. Am Opernhaus von Zürich wirkte sie 1961 auch in der Uraufführung der Oper »Griechische Passion« von B. Martinù mit, in Bern in der Schweizer Premiere von R. Wards »Crucible« (1964), an der Oper von Lyon 1996 in der Uraufführung der Oper »Galina« von Marcel Landowski. Im Konzertsaal kam sie sowohl für den Bereich des Oratoriums wie für den der Lied-Interpretation zu bedeutenden Erfolgen, wobei sie auch hier ein umfangreiches Repertoire anbieten konnte. Ihre Konzerte fanden in Städten in der Schweiz, in Frankreich (Paris) und in Deutschland (Regensburg) statt. Sie wirkte in Sendungen des Schweizerischen Rundfunks mit und betätigte sich als Chorleiterin. Sie wohnte in Ossingen im Kanton Zürich.

 

25.7. Magdaléna HAJÓSSYOVÁ wird 70

Magdaléna HAJÓSSYOVÁ

Sie absolvierte ihr Gesangstudium an der Musikakademie von Bratislava bei den Pädagogen M. Smutná-Vloká und A. Hrussovská und begann ihre Karriere 1967 am Opernhaus von Brno (Brünn) als Barce in der Oper »Hubicka« (»Der Kuss«) von Smetana. Sie kam 1971 an die Slowakische Nationaloper Bratislava (Debüt als Marie in Smetanas »Die verkaufte Braut«). An diesem Haus trat sie in Opern von Smetana, Dvorák, Suchon und J. Cikker auf. Sie sang seit 1972 auch an der Nationaloper Prag und an anderen großen Bühnen. Seit 1975 gastierte sie an der Berliner Staatsoper, 1978 wurde sie ihr reguläres Mitglied. Mit deren Ensemble unternahm sie eine Gastspieltournee durch Japan (wo sie sowohl die Donna Elvira als auch die Donna Anna im »Don Giovanni« sang). 1976 gastierte sie (mit dem Ensemble des Opernhauses von Bratislava) an der Wiener Volksoper als Marguerite im »Faust« von Gounod. An der Wiener Staatsoper gastierte sie 1980-88 als Pamina in der »Zauberflöte« sowie als Donna Elvira und als Donna Anna. 1979 zu Gast am Bolschoi Theater Moskau, 1981 an der Staatsoper München, 1983 in Paris, 1985 beim Las Palmas Festival (als Fiordiligi in »Così fan tutte«), 1988 am Teatro Liceu Barcelona. Sie trat außerdem auf der Bühne wie im Konzertsaal in England, Belgien, Holland, Frankreich, Griechenland, Ungarn, Spanien und Italien als Gast auf. 1986 sang sie in der Eröffnungsvorstellung des renovierten Hauses der Berliner Staatsoper die Titelfigur in »Euryanthe« von Weber, 1987 die Iphigenie in Glucks »Iphigenie in Aulis«. Ihr umfangreiches Repertoire für die Bühne enthielt als weitere Höhepunkte die Leonore im »Fidelio«, die Rusalka in der gleichnamigen Märchenoper von Dvorák, auch Partien in zeitgenössischen Werken, vor allem in Opern des slowakischen Komponisten Ján Cikker. Sie galt als große Mozart-Interpretin; allein an der Berliner Staatsoper trug sie sieben Mozart-Partien vor (darunter die Elettra in »Idomeneo« und die Vitellia in »La clemenza di Tito«). Auch im Konzertsaal hatte sie eine große Karriere; so sang sie 1989 bei den Salzburger Festspielen ein Solo im Te Deum von Dvorák. Sie zeichnete sich auch als begabte Liedersängerin aus.

Schallplatten: Supraphon (»Das schlaue Füchslein« und »Osud« von Janácek, Donna Elvira im »Don Giovanni«, »Dimitrij« von Dvorák, 4. Sinfonie von Gustav Mahler), Supraphon/Koch (Sophie im »Werther« von Massenet), Opus (»Erindo« von Sigismund Kusser, Lieder von Gustav und Alma Mahler, Lieder von J. Brahms, R. Schumann und R. Strauss; Orchesterlieder von E. Suchon), Marco Polo (»Hans Heiling« von H. Marschner), Denon (Sopransolo in der 9. Sinfonie von Beethoven), Decca (Religiöse Musik von F. Schubert), Panton (»Der neue Psalm« von A. Rejcha), Naxos (14. Sinfonie von Schostakowitsch), Teldec (»Elektra« von R. Strauss), Berlin Classics (2. Sinfonie von G. Mahler), Multisonic/Disco Center (Lieder von Tomasek).

 

26.7. Carla BASTO wird 60

Sie erhielt ihre Ausbildung, die sich auf Klavierspiel und Gesang erstreckte, am Konservatorium von Lissabon. Sie betrieb dann noch ergänzende Studien in Mailand. 1982 debütierte sie am Opernhaus von Bogotà (Kolumbien) als Lucia di Lammermoor von Donizetti. Sie kam in den folgenden Jahren zu einer erfolgreichen Karriere an Opernhäusern in Südamerika wie auch am Teatro Liceu Barcelona. Bereits 1982 erfolgte ihr erstes Auftreten in Italien, und zwar sogleich an der Mailänder Scala, wo sie die Anita Garibaldi in der italienischen Erstaufführung der Oper »Addio Garibaldi« von Girolamo Arrigo sang. 1985 gastierte sie am Teatro del Giglio Lucca in der Titelrolle der Oper in »Dejanice« von Alfredo Catalani. 1987 hörte man sie am Teatro Comunale Florenz als Anna Bolena in der Oper gleichen Namens von Donizetti, im gleichen Jahr sang sie am Teatro Regio Turin die Rollen der Calypso und der Penelope in »Ulisse« von Dallapiccola. An diesem Haus trat sie auch als Thaïs von Massenet und als Pamina in der »Zauberflöte« auf. Eine besondere Glanzrolle in ihrem Bühnenrepertoire war die Violetta in »La Traviata«.

Schallplatten: Bongiovanni (»Dejanice«, Aufnahme der oben erwähnten Aufführung in Lucca).

 

26.7. Die italienische Sopranistin Adriana MARTINO wird 85

Biographie der italienischen Sopranistin auf Italienisch:

http://195.75.145.68/whoiswho/ricerca.php?code=WBWWWFHRWW

 

27.7. MarianneRØRHOLMwird 60

Marianne RØRHOLM

Sie war u.a. Schülerin von Uno Ebrelius und schloss ihre musikalische Ausbildung 1984 am Königlichen Konservatorium Kopenhagen ab. Sie war dann 1984-85 an der Oper von Kopenhagen engagiert, wo sie als Rosina im »Barbier von Sevilla«, als Olga im »Eugen Onegin« und als Lola in »Cavalleria rusticana« auftrat. 1985 folgte sie einem Ruf an das Opernhaus von Frankfurt a.M., dessen Mitglied sie bis 1989 blieb, und an dem sie später noch als Gast auftrat. In Frankfurt hatte sie als Nicklausse in »Hoffmanns Erzählungen«, vor allem aber als Octavian im »Rosenkavalier« ihre Erfolge. Sie wurde durch zahlreiche Gastspiele international bekannt; so gastierte sie in Paris (Zauberin in »Dido and Aeneas« von Purcell), wo sie auch als Solistin im »Lied von der Erde« von Gustav Mahler zu hören war. Ihre Glanzrolle war der Cherubino in »Le nozze di Figaro«, den sie an der Deutschen Oper Berlin, am Opernhaus von Tel Aviv, an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg (wo sie außerdem die Rosina im »Barbier von Sevilla« und die Angelina in Rossinis »La Cenerentola« übernahm) und 1989 wie 1991 bei den Festspielen von Glyndebourne und Ludwigsburg sang. Als Angelina hörte man sie auch 1987 an der Jütländischen Oper Aarhus. Bei denBayreuther Festspielen trat sie 1988 als 1. Knappe und als eines der Blumenmädchen im »Parsifal« auf. Am Opernhaus von Zürich gastierte sie als Rosina, wie sie überhaupt die schwierigen Koloraturpartien für Mezzosopran meisterhaft zum Vortrag brachte. Man hörte sie in Amsterdam und an der Oper von Rom als Page Isolier in Rossinis »Le Comte Ory« (1990), in Basel als Dorabella in »Così fan tutte« (1990), in Toulouse als Annio in Mozarts »La clemenza di Tito«. 1992 Gastspiel am Théâtre de la Monnaie Brüssel als Dido in »Dido and Aeneas« von Purcell, beim Festival von Aix-en-Provence als Zerline im »Don Giovanni«. 1996 hörte man sie an der Oper von Kopenhagen als Preziosilla in »La forza del destino« von Verdi. 1998 gastierte sie am Opernhaus von Dublin als Nicklausse, in Montpellier in »La finta giardiniera« von Mozart. Am 6.3.2000 sang sie an der Oper von Kopenhagen in der Uraufführung der Oper »The Handmaid’s Tale« von Poul Ruders die Partie der Offred, im gleichen Jahr an der Jütländischen Oper Aarhus die Carlotta in der Richard Strauss-Oper »Die schweigsame Frau«. Als Konzert- und Oratoriensängerin hatte sie gleichfalls eine erfolgreiche Karriere. 1989 unternahm sie eine Konzert-Tournee in den USA, debütierte hier mit dem Indianapolis Symphony Orchestra und trat im Kennedy Center Washington und in der New Yorker Carnegie Hall auf.

Schallplatten: Philips (Dryade in »Ariadne auf Naxos« von R. Strauss), HEK (Werke von Niels W. Gade), BIS (»Die Kreuzfahrer« von E. Grieg), DGG (»Salome« von R. Strauss), Harmonia mundi (»Giulio Cesare« von Händel), Decca (Pernille in »Maskarade« von C. Nielsen), Chandos (Page in »Salome« von R. Strauss), Chandos/Koch (»Des Sängers Fluch« und »Vom Pagen und der Königstochter« von R. Schumann), Dacapo/Naxos (»Tornerone«, »Bergliot« von P.A. Heise; Offred in »The Handmaid’s Tale« oder »Der Bericht der Magd« von Poul Ruders).

 

27.7. Helga PAPOUSCHEK wird 75

Sie begann ihre Bühnenkarriere 1957 als Tänzerin und war dann bis 1961 als Sängerin und Tänzerin am Stadttheater von Baden bei Wien im Engagement. Sie entschloss sich aber zu einer ausschließlichen Sängerkarriere und bildete ihre Stimme in Wien weiter aus. Nachdem sie 1960 als Mi im »Land des Lächelns« von Fr. Lehár an der Wiener Volksoper debütiert hatte, wurde sie ein geschätztes Ensemblemitglied dieses Hauses. Sie sang dort zahlreiche Soubrettenrollen, zumeist in Operetten, übernahm später auch Charakterpartien in Opern und Operetten. Aus ihrem Repertoire sind zu nennen: die Franzi in »Ein Walzertraum« von Oscar Straus, die Gabriele im »Fremdenführer« von C.M. Ziehrer, die Pepi in  »Wiener Blut« von J. Strauß, die Christl im »Vogelhändler« von C. Zeller, die Sora in »Gasparone« von Millöcker, die Hortense im »Opernball« von Heuberger, die Pauline in der Offenbach-Operette »Pariser Leben«, die Iduna im »Feuerwerk« von Burkhard, die Josepha in Benatzkys »Im Weißen Rößl«, die Papagena in der »Zauberflöte«, die Emmy in »Albert Herring« von Benjamin Britten, die Eliza in »My Fair Lady«, die Kate in »Kiss Me, Kate!«, die Juno in Offenbachs »Orpheus in der Unterwelt« und die Bozena in »Gräfin Mariza« von E. Kálman. 1983 wirkte sie an der Wiener Volksoper in der österreichischen Erstaufführung der Oper »Pollicino« von H.W. Henze mit. An der Wiener Staatsoper trat sie 1991-93 als Ida in der »Fledermaus« auf. Verheiratet mit dem Tenor Kurt Schreibmayer, der ebenfalls wie sie an der Wiener Volksoper engagiert ist.

Schallplatten: sehr wahrscheinlich existieren Mitschnitte von Operetten-Aufführungen.

 

27.7. Christian BOESCH wird 75

Sohn der Sopranistin Ruthilde Boesch (1918-2012), die seit 1947 eine große Karriere an der Wiener Staatsoper hatte. Er wollte ursprünglich einen handwerklichen Beruf erlernen, ließ dann aber seine Stimme an der Wiener Musikhochschule ausbilden. Abschluss der Ausbildung in Mailand. Er debütierte 1966 am Stadttheater von Bern (Schweiz), dem er bis 1968 angehörte. Hier wirkte er in der Spielzeit 1966-67 in der Schweizer Erstaufführung von Carl Orffs »Der Mond« (als 1. Bursch) mit. Er sang dann 1970-72 am Landestheater Saarbrücken und 1972-75 am Stadttheater von Kiel. 1971 sang er am Stadttheater von Saarbrücken den Phorbas in der deutschen Erstaufführung der Oper »Oedipe« von George Enescu. In den Jahren 1968-70 und wieder seit 1975 Mitglied der Wiener Volksoper. Bereits während dieser Zeit unternahm er Konzertreisen in den Fernen Osten und besuchte Japan, Korea, China und Hongkong. Bei den Salzburger Festspielen trat der Künstler 1978-86 Jahr für Jahr in der Partie des Papageno in der »Zauberflöte«, seiner besonderen Glanzrolle, auf. 1979-82 trat er auch an der Wiener Staatsoper als Papageno und als Figaro in »Figaros Hochzeit« in insgesamt vier Aufführungen auf. Gastspielverpflichtungen an der Münchner Staatsoper wie am Opernhaus von Köln. 1979-85 auch Mitglied der Metropolitan Opera (Antrittsrolle: Papageno), an der er in insgesamt 32 Vorstellungen auch als Presto in »Le Mamelles de Tirésias« von Fr. Poulenc, als Masetto im »Don Giovanni« und als Titelheld im »Wozzeck« von A. Berg bewundert wurde. Den Papageno sang er auch am Théâtre des Champs-Élysés Paris (1987 in der Eröffnungsvorstellung des renovierten Hauses), am Teatro Colón Buenos Aires (1989) und an der Pariser Opéra Bastille (1991). 1981 Gastspiel am Opernhaus von Zürich, 1987 in Madrid als Wozzeck. Weitere Gastspiele in Amsterdam und Brüssel, an der Mailänder Scala (1985 als Papageno) und in Santiago de Chile; Israel-Tournee mit der Oper von Köln. Neben dem klassischen Repertoire widmete er sich gern der Interpretation moderner Kompositionen. Eine große internationale Bühnen- und Konzertkarriere bezeichnete den weiteren künstlerischen Weg des Sängers, der zugleich als Darsteller von hoher Begabung galt. Bekannt wurde er auch als Moderator von Musiksendungen im deutschen Fernsehen. Besondere Verdienste erwarb er sich durch seine Opernaufführungen für Kinder (»Die Zauberflöte«), die eine große Resonanz fanden.

Schallplatten: RCA (Papageno in vollständiger »Zauberflöte«), Italia (»Il Prigioniero« von Dallapiccola), Pan (»Die Feuersbrunst« von Haydn), Telefunken (»Die Fledermaus«), Polygram-Austria, Nightingale (Recital).

 

28.7. Riccardo MUTI wird 75

Sein musikalisches Elternhaus förderte Mutis Interesse für Musik, weswegen er schon frühzeitig Klavier- und Gesangsunterricht erhielt. Am Conservatorio di Musica San Pietro a Majella in Neapel absolvierte er ein Musikstudium und schloss dieses als Pianist ab. Komponieren und Dirigieren lernte Riccardo Muti am Mailänder Verdi-Konservatorium. Der Dirigentenpreis des Guido-Cantelli-Wettbewerbs des Jahres 1967 bescherte Riccardo Muti öffentliche Aufmerksamkeit. Kurz darauf gab er sein Debüt als Dirigent mit dem italienischen Radio- und Fernsehorchester. Sehr schnell wurde Riccardo Muti zu einem gefragten Gastdirigenten aller großen Orchester. 1972 trat er erstmals in den USA mit dem Philadelphia Orchestra auf, dessen Musikdirektor er 1980 wurde. Muti dirigierte eine Vielzahl renommierter Orchester bei Opern- und Konzertaufführungen und Schallplattenaufnahmen. Werke Mozarts gehörten dazu sowie Kompositionen der italienischen Romantiker, Opern Richard Wagners und Stücke des 20. Jahrhunderts. Nach dem Tod von Otto Klemperer im Jahre 1973 wurde er dessen Nachfolger beim New Philharmonia Orchestra London. Als Nachfolger von Eugene Ormandy wirkte er von 1981–92 als Chefdirigent des Philadelphia Orchestra. Seit 2010 hat Muti diesen Posten beim Chicago Symphony Orchestra (als Nachfolger von Bernard Haitink) übernommen. Mit den Wiener Philharmonikern verbindet Muti seit Jahrzehnten eine enge Beziehung. Er dirigiert Abonnementkonzerte und an Tourneen der Philharmoniker. Von 1971 an dirigierte er alljährlich bei den Salzburger Festspielen. Seither leitete er dort neben zahlreichen Konzerten folgende Opernaufführungen: 1971-72 Don Pasquale (Regie Ladislav Stros), 1982-85 und 1990-91 Così fan tutte (Regie Michael Hampe). 1988-89 La clemenza di Tito (Regie Peter Brenner), 1990-91 Don Giovanni (Regie Michael Hampe), 1995 La Traviata (Regie Lluis Pasqual), 2005 Die Zauberflöte (Regie Graham Vick), 2006 und 2008 Die Zauberflöte (Regie Pierre Audi), 2008 Verdis  Otello (Regie Stephen Langridge), 2009 Rossinis Moise et Pharaon (Regie Jürgen Flimm), 2010 Glucks Orfeo ed Euridice (Regie Dieter Dorn), 2011 Verdis Macbeth (Regie: Peter Stein), 2013 Verdis Nabucco (konzertant) und 2015 Verdis Ernani (konzertant). Seit 1973 tritt Muti regelmäßig an der Wiener Staatsoper auf: Seinem Debüt mit Giuseppe Verdis Aida (1973, Regie Nathaniel Merrill) folgten u. a. Verdis La forza del destino (1974, Regie Luigi Squarzina), Vincenzo Bellinis Norma (1977, Regie Piero Faggioni), Verdis Rigoletto (1983, Regie Sandro Sequi) und Arrigo Boitos Mefistofele (1997, Regie Pier Allì) – sowie im Theater an der Wien – Così fan tutte (1994, Regie: Roberto de Simone), Don Giovanni (1999, Regie: Roberto de Simone) und  Le nozze di Figaro (2001, Regie Michael Heltau nach Giorgio Strehler). 1980 debütierte Muti an der Mailänder Scala bei einer Neuinszenierung von Mozarts Le nozze di Figaro (Regie Giorgio Strehler). 1986 folgte er dort Claudio Abbado als Musikdirektor dieses Opernhauses nach und leitete zahlreiche Neuproduktionen, vor allem von Werken Mozarts, Verdis und Richard Wagners. Muti dirigierte am 7. Dezember 2004 die Oper L’Europa riconosciuta von Antonio Salieri (Regie Luca Ronconi) anlässlich der Wiedereröffnung der Mailänder Scala, nachdem das Theater wegen Renovierungsarbeiten für mehrere Jahre geschlossen gewesen war. Zum Chefdirigenten des Philharmonischen Orchesters der Mailänder Scala wurde Riccardo Muti 1987 berufen und bestritt mit diesem im darauf folgenden Jahr eine Tournee durch Japan, Deutschland und Frankreich, der sich im Jahr 1989 eine Gastspielreise durch die damalige UdSSR anschloss. Im April 2005 beendete Muti seine Tätigkeit als Musikdirektor der Mailänder Scala, nachdem der von ihm favorisierte Intendantenkandidat Maurizio Meli nicht die erhoffte Zustimmung der Belegschaft gefunden hatte. Das musikalische Personal sprach sich mit 700 zu 5 Stimmen gegen Muti aus. Zu den zahlreichen Auszeichnungen, mit denen Riccardo Muti geehrt wurde, zählen der Cavaliere di Gran Croce der Republik Italien und die Grande Medaglia d’Oro der Stadt Mailand, das Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland, der Rang des Chevalier und des Officier der französischen Ehrenlegion sowie der Titel eines Knight Commander of the British Empire, der ihm von Königin Elisabeth II. verliehen wurde. Er ist Träger der Silbermedaille des Salzburger Mozarteums und Ehrenmitglied der Gesellschaft der Musikfreunde, der Wiener Hofmusikkapelle und der Wiener Staatsoper. Im Juli 2011 wurde er zum Ehrenmitglied der Wiener Philharmoniker ernannt, im August desselben Jahres zum Ehrendirektor auf Lebenszeit der Oper von Rom.Bei den Salzburger Pfingstfestspielen begann er 2007 ein fünfjähriges Projekt zur Wiederentdeckung und Neubewertung der Kirchen- und Opernmusik der neapolitanischen Schule des 18. Jahrhunderts. In diesem Rahmen brachte er u.a. die Opern Il ritorno di Don Calandrino von Domenico Cimarosa (2007), Il matrimonio inaspettato von giovanni Paisiello (2008), Demofoonte von Niccolò Jommelli (2009), Betulia liberata von W.A. Mozart (2010) und I due Figaro von Saverio Mercadante (2011) zur Wiederaufführung.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.riccardomutimusic.com/ita/index.asp

 

29.7. David GERINGAS wird 70

1963-73 studierte er am Moskauer Konservatorium Cello bei Mstislaw Rostropowitsch. 1976 zog er nach Hamburg und wirkte dort zunächst als 1. Solocellist im NDR-Sinfonieorchester. Es folgte eine rege Konzerttätigkeit, bei der er mit zahlreichen renommierten Klangkörpern musizierte, so mit den Berliner Philharmonikern, allen deutschen Rundfunk-Symphonie-Orchestern, den Bamberger Symphonikern, dem London Philharmonia Orchestra, dem Chicago Symphony Orchestra, dem Detroit Symphony Orchestra, dem Philadelphia Orchestra und dem NHK Symphony Orchestra Tokio. Sein Repertoire umfasst Werke vom Barock bis hin zu zeitgenössischen Stücken. Namhafte zeitgenössische Komponisten wie Sofia Gubaidulina, Peteris Vasks und Erkki-Sven Tüür haben ihm Konzerte gewidmet. Im Juli 2006 wurde in Kronberg das ihm gewidmete Stück David’s Song for Cello and String Quartet von Anatoijus Senderovas uraufgeführt. Als Dirigent ist er regelmäßig auf Podien im In- und Ausland vertreten. Seit 2005 ist er Chief Guest Conductor des Kyushu Symphony Orchestra Japan. 2007 debütierte er mit dem Tokyo Philharmonic Orchestra und dem China Philharmonic Orchestra und 2009 mit den Moskauer Philharmonikern. Geringas lehrte 1977-86 an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, wurde 1980 zum Professor für Violoncello an die Musikhochschule Lübeck berufen und lehrte in dieser Funktion von 2000 an neun Jahre lang an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“ Berlin. Zu seinen Schülern gehören Jens Peter Maintz, Gustav Rivinius, Claudia Schwarze, Troels Svane, Inga Raab, Boris Andrianov, Tatjana Vassilieva, Monika Leskovar, Wolfgang Emanuel Schmidt, Jing Zhao, Sol Gabetta, Ramon Jaffé und Johannes Moser. Geringas ist verheiratet mit der Pianistin Tanja Schatz. Sein Sohn Alexander Geringas wurde als Musikproduzent, Songwriter und Schauspieler bekannt.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.david.geringas.de/

 

29.7. Enoch zu GUTTENBERG wird 70

Er wurde als Sohn des späteren Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundeskanzleramt Karl Theodor Freiherr von und zu Guttenberg geboren. Er war 1971-77 mit Christiane von und zu Eltz verheiratet. Aus dieser ersten Ehe stammen die Söhne Karl-Theodor zu Guttenberg und Philipp Franz zu Guttenberg. Seit 1997 ist Enoch zu Guttenberg mit der Chor- und Orchesterdirigentin Ljubka Biagioni verheiratet. Sie haben gemeinsam zwei 2003 und 2005 geborene Söhne.Guttenberg studierte Komposition und Dirigieren in München und Salzburg. Einer seiner Lehrer war Carl Feilitzsch. Im Alter von 21 Jahren übernahm er 1967 die Chorgemeinschaft Neubeuern. 1997 wurde Enoch zu Guttenberg die Leitung des freien und projektbezogenen Orchesters Klangverwaltung übertragen. Zahlreiche Einspielungen auf CD dokumentieren diese Zusammenarbeit. Im Jahr 2000 übernahm Enoch zu Guttenberg die Intendanz der Internationalen Festspiele Herrenchiemsee. Seit Mai 2003 ist er Ehrendirigent der Hofer Symphoniker.Guttenberg ist stark im Umweltschutz engagiert. Er war 1975 Mitgründer des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), aus dem er im Mai 2012 austrat, weil er die seiner Meinung nach landschaftszerstörenden Windkraftanlagen im Gegensatz zum BUND ablehnte und den Verdacht der Käuflichkeit des BUND nicht länger mittragen wollte. Er ist Mitglied im Kuratorium der ÖDP nahen Stiftung für Ökologie und Demokratie. Für seine Arbeit erhielt Guttenberg einige Auszeichnungen, darunter den Deutschen Kulturpreis, den ECHO Klassik, das Bundeverdienstkreuz 1. Klasse, den Bayerischen Poetentaler (1994), die Bayerische Staatsmedaille für Verdienste um die Umwelt (2009) sowie den Bayerischen Verdienstorden.Er war zunächst Mitglied der CSU, trat aber im Jahr 1992 nach einem Konflikt mit dem damaligen Bayerischen Ministerpräsidenten Max Streibl aus, weil dieser sich weigerte, an einer Demonstration gegen Antisemitismus teilzunehmen. Mittlerweile ist Guttenberg auf Drängen seines Sohnes Karl-Theodor wieder in die Partei eingetreten.

Weitere Informationen auf seiner Homepage: http://www.enochzuguttenberg.de/

 

30.7. Moshe ATZMON wird 85

Er begann seine musikalische Ausbildung in Budapest. Als er 13 Jahre alt war, wanderten seine Eltern nach Israel aus. In Tel Aviv und Jerusalem studierte er Cello und Horn. Zusätzlich absolvierte er seine Dirigentenausbildung. Weitere Studien folgten in London. 1963 gewann er in einem Wettbewerb als Dirigent seine erste Auszeichnung. Später war er Gastdirigent bei den großen philharmonischen Orchestern in Berlin, München und Wien. 1971-76 war er Chefdirigent des NDR Sinfonieorchesters. Lange Jahre war er Chefdirigent des Sydney Symphony Orchestra. Moshe Atzmon ist aber nicht nur als Dirigent sinfonischer Musik, sondern auch als Operndirigent bekannt. In Dortmund war er Generalmusikdirektor 1991-94 und auch für die Oper tätig.

 

31.7. Edith GRUBER wird 75

Die aus einem sehr musikalischen Elternhaus stammende Künstlerin wurde in München geboren. Bereits früh begann sie Klavier zu spielen und empfand das tägliche Üben als wundervolle Selbstverständlichkeit. Über das Konservatorium kam sie schließlich an die Musikhochschule, wo sie bei Prof. Rainisch-Jenetzky die Reifeprüfung am Klavier absolvierte. Während ihrer Studienzeit sang Edith Gruber in einer Studentenkapelle auch Schlager – am liebsten die ihres damaligen Vorbilds, Doris Day. In jener Zeit erfolgte der begrüßenswerte Entschluss, sich einem Gesangsstudium und einer Schauspielausbildung zu unterziehen. Wegen ihres Aussehens, ihrer Strahlkraft und vor allem wegen der ihr eigenen gehaltvollen Stimme begeisterte sie ihr Publikum als lyrischer Mezzosopran. Dank ihres tänzerischen Talents konnte die charismatische Künstlerin auch für zahlreiche höchst erfolgreiche Operettenaufführungen eingesetzt werden. In den Jahren 1966-86 bezauberte sie an der Grazer Oper das Publikum in den Fächern Oper, Operette und Musical. Bejubelte Gastspiele führten die beliebte Künstlerin nach Wien, Deutschland, Holland, Luxemburg, Spanien und Kenia. Ob als Cherubino in „Die Hochzeit des Figaro“, als Niklas in Offenbachs „Hoffmanns Erzählungen“, als Hänsel in Humperdincks „Hänsel und Gretel“ oder als Orlofsky in „Die Fledermaus“, das Timbre ihrer Stimme beeindruckte und ihre Bühnenpräsenz zog das Publikum stets magisch in ihren Bann. Ihr breit gefächertes Repertoire reicht von Monteverdis „L’Orfeo“, über die höchst anspruchsvolle Partie der zweiten Rheintochter in Wagners „Rheingold“ bis hin zur Dorabella in Mozarts „Cosi fan tutte“. Darüber hinaus war sie 1965-96 laufend als Korrepetitorin an der Grazer Kunstuniversität tätig. Der ernsten und unterhaltenden Musik sowie dem Kabarett gleichermaßen zugetan, leistet sie auch im Bereich der Nachwuchsförderung hervorragende und engagierte Arbeit. Seit vielen Jahren wirkt die Grand Dame der Grazer Musikszene unersetzbar im „Café Graz“ mit und stellt ihr großartiges soziales Engagement durch unzählige ehrenamtliche Auftritte bei der Aktion „Künstler besuchen Kranke“ in diversen Seniorenheimen sowie bei zahlreichen anderen Anlässen unter Beweis. Die steirische Landeshauptstadt hat sie zur „Bürgerin der Stadt Graz“ ernannt.